Mutter Natur leidet - Achim Weller - E-Book

Mutter Natur leidet E-Book

Achim Weller

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Beschreibung

Immer mehr Menschen glauben nicht mehr an Gott, sondern an die Physik und nutzen die von dieser ermöglichten Techniken. Aber eine Weltformel hat auch sie noch nicht gefunden. Und der Wegfall der Religion führt zu einem ethischen Vakuum, das nun ein egoistischer Konsumismus ausfüllt, der die Natur, die uns beherbergt, zerstört und immer schneller auf einen erweiterte Suizid der Menschheit hinaus läuft. Dieser könnte nur noch knapp durch umfassende Nachhaltigkeit verhindert werden.

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Seitenzahl: 531

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Impressum

© / Autor:

Achim Weller

1. Auflage

April 2022

Verlag:

Humanistischer Verlag HV UGPostfach 2503DE-61295 Bad Homburg

Umschlag:

Franziska Buhl

Coverbild:

m.mphoto / Shutterstock

Vertrieb:

NOVA MD GmbHDE8377 Vachendorf

Printed in Germany

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion insgesamt oder auszugsweise, in irgendeiner Form (z. B. Druck, Fotokopie) sowie die Speicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mithilfe elektronischer Systeme jeglicher Art (z. B. als Datei oder Internetseite) ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlags untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Danksagung

Bei der Erarbeitung dieses Werks wurde ich in den die Physik betreffenden Fragen beraten und unterstützt von meinem früheren Kollegen STR. Dr. phil. nat. Daniel Yueker. Er hat mir viele wertvolle Hinweise gegeben und mich dabei umfangreich unterstützt. Ich danke ihm sehr.

Über den Autor

In Kindheit und Jugend von der Erniedrigung durch sinnleere autoritäre Strukturen betroffen, beteiligte er sich wie auch viele andere seiner Kohorte (Jahrgang 1952) nach den ausklingenden 1968er-Jahren an der konstruktiven politischen und gesellschaftlichen Erneuerung Deutschlands und übernahm dazu auch immer wieder Verantwortung: in der Politik, dem Journalismus, dem Sozialwesen, der Wirtschaft, der Bildung und mit Mitmenschen ganz verschiedener Sozialisation und gesellschaftlicher Position.

Auf Basis seiner Studienfächer Philosophie, Politologie, Soziologie, Wirtschaft, Psychologie und Pädagogik, seiner Zusatzfächer Betriebswirtschaft und Datenverarbeitung sowie zahlreicher Fortbildungen war er als freier und fester Mitarbeiter von Behörden, Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen als Fachkraft, Manager und Unternehmer tätig. Danach arbeitete er viele Jahre wieder in seinem Kernberuf als Gymnasiallehrer mit den Fächern Philosophie, Ethik, Politik und Wirtschaft, bevor er Dozent und Autor wurde.

Der Bitte von Schülern, Kollegen und aus seinem persönlichen Umfeld folgend, hat er nun begonnen, seine Kenntnisse und Impulse zum Thema Humanismus durch Bücher wie dieses der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, um so einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Humanismus zunehmend Fremdbestimmung, Unterdrückung und Gewalt durch Aufklärung zurückdrängt und friedlich ablöst.

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Danksagung

Über den Autor

Vorwort

Der Kosmos war einfach da

Das All in dem wir leben

Unsere Erde hat sich gut entwickelt

Kein Leben ohne Wasser

Die Luft, die wir atmen

Der Raum in dem wir leben

Unsere Dimensionen

Die Zeit, die wir haben

Die Welt ist messbar

Die Elemente des Seins

Die Quanten, aus denen alles ist

Gewaltige Kräfte

Energie bewegt die Welt

Noch dreht sich die Erde immer weiter

Die Apokalypse wird kommen

Muttermörder Mensch

Vorwort

Als sich die Menschen beim Übergang vom Tier zum Menschen vom Instinkt lösten, zu sprechen und denken begannen und Weltbilder schufen, orientierten sie sich sehr bald am Himmel ÜBER Ihnen mit den fernen Sternen und später an dort angenommenen „höheren“ Gottheiten und wesenlosen Prinzipien, versuchten diese zu verstehen und die Götter durch Unterwerfung, Gehorsam und Rituale dazu zu bewegen, es ihnen gut gehen zu lassen.

Aber die Erfolgsstatistik der Götter war schlecht. Da suchten die Menschen die Orientierung nicht mehr in dieser Metaphysik, sondern in der Natur, der Physik selbst, die sie mit ihren Sinnen beobachten konnten. Und die Erfolgsstatistik der so gewonnenen Theorien war weitaus besser.

Allerdings: Die hier gefundenen, nun nicht mehr wesenhaften, „Naturgesetze“ sind viele, ergeben nur ein lückenhaftes und oft widersprüchliches netzartiges Gesamtbild. Sie sind nicht objektiv, vom Menschen unabhängig, wurden von ihm mit viel Phantasie und aufgrund seiner statistischer Erfahrungen im Rahmen seines begrenzten sinnhaften, von ihm technisch erweiterten Horizontes entworfen und sind nur bis zur Falsifizierung „wahr“. Die Menschheit hat es noch nicht geschafft, eine einzelne, all umfassende Kraft und Weltformel zu finden, mit der sich alles erklären lässt. Liegt diese als eine zeitlose, raumlose, immaterielle Singularität vor, die sich im Urknall entäußerte?

Mit diesem Werk bin ich diesen Fragen nachgegangen und habe auch Antworten gefunden. Dabei habe ich eine „didaktische Reduktion“ vorgenommen. Denn mir geht es nicht um präzise Details hinter dem Komma, womit sich die Fachleute in den entsprechenden Fachgebieten befassen, sondern um eine leitende Kernaussage, die Orientierung gibt.

Zugleich zeige ich auf, dass der Mensch noch keine auf den Naturwissenschaften basierende Ethik geschaffen hat, die das Vakuum erfolgreich ausfüllt, welches durch den Wegfall der religiösen Ethik entstanden ist.

Materialismus und Kapitalismus sind hier nur brüchiges und schädliches Flickwerk und führen, entgegen ihrer Intention, nur zur zu Entfremdung, Ungerechtigkeit, Konflikten, Unterdrückung und Gewalt.

Und auch die Vorstellung, dass es eine reine, von Neigungen b befreite und diese regulierende Vernunft gibt, welche mit der Naturwissenschaft kombiniert als evolutionärer Humanismus das entstandene ethische Vakuum ausfüllt, ist nur ein weiterer Irrglaube, der auf dem suizidalen Irrweg der Menschheit als Brandbeschleuniger wirkt.

Verzweifelt klammern sich daher noch immer viele, meist trotz Bildung und wider besseres Wissen, an Religionen und die Naturwissenschaften oder betäuben sich durch die Anhäufung von Kapital, Besitz, Konsum, Genuss bis hin zum Rausch oder mit erheischter Anerkennung und Wichtigkeit, um nicht an dem endgültigen Tod am Ende ihres Lebens entgegen sehen zu müssen.

Dabei gibt es eine sofort greifende und noch knapp mögliche hoffungsvolle Alternative: nachhaltigen Humanismus, der auch ein transformiertes Weiterleben nach dem Tod bietet.1 Und er verhindert auch unsere Zerstörung der Natur und unseren sich abzeichnenden kollektiven Suizid.

Der Kosmos war einfach da

Als die Menschen begannen, zu denken und ihr Selbstbewusstsein auszubilden, nahmen sie die Welt, das Sein, das Ontos (gr. Con ὄν ón seiend), den Kosmos (gr. κόσμος), die Physik (gr. φύσις), die Natur (lat. natura), in der sie lebten, erst einmal so wahr, wie sie war: Als etwas, in dem es zwar viel Aufregendes und ihr Erleben und ihre Existenz betreffenden Wandel gab. Die Immanenz der Existenz der Welt, des Seins, wurde dabei erst einmal als gegeben angenommen und nicht hinterfragt und es wurde zunächst auch nicht danach gefragt, wie die Menschheit und die Welt zustande gekommen seien. Die Welt war eben einfach so da, wie sie war. Schließlich war der Mensch hinreichend damit beschäftigt, sein Leben im Sein und Werden zu bewältigen. Die Gedanken der Menschen kreisten daher vor allem um die Frage, WIE die Welt funktionierte und ob es IN ihr bestimmende Instanzen gab, an denen man sich orientieren konnte, um gut und vielleicht zukünftig sogar noch besser zu leben. Die konkrete Bewältigung des Alltags stand im Mittelpunkt. Eben die Frage, WIE die Welt, die Natur, die Physik funktionierte und WIE man erfolgreich in ihr leben kann.

Später drifteten diese Überlegungen dann in die Richtung ab, dass man annahm, es gäbe neben der mit den Sinnen wahrnehmbaren Welt, der Physik, noch eine zweite Welt, die Metaphysik, welche die Physik hervorgebracht hätte und dominiert.

Diese könne man sich nur mit dem Denken erschließen, nicht mit den Sinnen. Und in dieser fände man dann die Ursachen für die Entstehung und das Funktionieren der Welt, die man nicht so recht erkennen konnte. Und da man das mit seinen Sinnen ja nicht überprüfen und beweisen kann, muss man es eben an diese glauben, und sie so für wahr erklären. Doch wie sich zeigte, existiert diese zweite virtuelle Welt eben nur durch das Denken jener Menschen, die sie denken. Und diese ist dabei nichts anderes als reine Phantasie der dies denkenden Menschen, ist also außerhalb der menschlichen Phantasie inexistent. Diese Art des Denkens ist somit nur ein Phantasieren.

Ein Teil des Gesamten, deren Teil man ist, der Kosmos, der Himmel, also das damalige Fernsehen, beeindruckte die Menschen recht bald.

Besonders beeindruckt waren die Menschen von der Sonne. Ohne sie gab es offensichtlich kein Leben, auch nicht das ihre. Und sie hatte einen täglichen Rhythmus mit Tag und Nacht, wandelte ihr Erscheinen ständig auf immer wieder gleiche Weise.

Nach einiger Zeit fanden die Menschen heraus, dass es ein weiteres periodisches Phänomen gab, das sich auf Natur und Leben der Menschheit auswirkte: Das Jahr. Denn in ihrem anfänglichen Lebensraum Mesopotamien gab es Schwemmgebieten, die, wie entlang des Nils, jährlich überflutet wurden und dadurch mit neuer Wuchskraft (Dünger aus den Bergen, in denen es abgeregnet und Mineralien ausgewaschen hatte) und Wasser (was aus den dort kondensierenden Wolken stammte) versorgt, was das Wachstum von Pflanzen und Tieren mit sich brachte und sogleich die Menschen täglich mit Wasser versorgte. Die Menschen siedelten sich daher entlang solcher Süßwasser- und Nahrungsquellen an, später auch entlang der Meere und vor den dahinter liegenden Bergen, wo es abregnete und Flüsse und Seen mit Süßwasser2 entstanden und wo man dadurch pflanzliche Nahrung, auch Fische und andere Tiere, fand. Aber dieser Rhythmus, das Jahr, dauerte lang, war anfangs schwer konkret zu beobachten und vorherzusagen.

So schufen die Menschen zunächst die Zeiteinheit Tag mit den Untereinheiten Tag und Nacht, die sich aus der weiteren Beobachtung ergab, Es kam auch bald eine weitere Zeiteinheit mit seinem eigenen Rhythmus hinzu, der Monat, der einen Rhythmus von ca., 30 Tagen (im Mittel sind es 29,5 Tage) hat.

Und schließlich wurde die Woche eingeführt. Sie wurde aus Basis der für magisch gehaltenen Zahl Sieben geschaffen und orientierte sich an den sieben Himmelskörpern Sonne, den diese nur reflektierenden Mond, und den Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, die keine Sonnen und daher eigentlich auch gar keine Sterne sind. Wie die Sonne wurden sie auch lange Zeit für Gottheiten gehalten, allen voran das zweite große Licht, der Mond, der bei der nächtlichen Jagd half. Seit Thora und Bibel wurde dies auch von Juden und Christen mit der dort zu findenden sieben Tage umfassenden Schöpfungsgeschichte begründet.

Bei den Juden endet der alte Tag abends und dann beginnt der neue Tag, der langsam hell wird (siehe: „Weihnachten“), was sich am Gedanken der Schöpfung orientiert. In anderen Kulturen begann er morgens, wenn die Sonne endlich aufging. So kam es dann später, nach der Entwicklung von Uhren, dazu, dass man diese beiden Zeitsysteme so zusammenlegte, dass der Tag mitten in der Nacht wechselt, was ein Kompromiss zur Zusammenführung der beiden damit verbundenen Kulturen (Wechsel abends bzw. morgens) ist. Tag und Nacht brachten viele Wahrnehmungen und Gefühle mit sich. Bis zur kopernikanischen Wende dachte man, die Sonne kreise um die Erde, obwohl es weitgehend3 genau umgekehrt ist. Die Sonne bedeutete Leben und wurde deshalb auch oft als Gottheit verehrt4. Und die Nacht wurde zeitweise als Grenze zum Tod angesehen. Es wurden vom jährlichen Verlauf der Sonne weitere Zeiteinheiten abgeleitet wie zunächst Winter, und Sommer, später auch Frühling und Herbst. Auch sie waren und sind bis heute mit Gefühlen besetzt, werden gerne als kalendarischen Wenden gefeiert, waren aber anfangs nur unscharf konkret zu ermitteln.

Besser ließen sich die rhythmischen Veränderungen des Seins mit dem Mond beobachten. Er hatte ebenfalls einen festen Rhythmus. Aber dieser war kürzer, schneller zu beobachten, ermöglichte somit eine Zeiteinheit, die zwischen dem Tag und dem Jahr lag: Den Monat. Auch er ließ sich in weitere Untereinheiten gliedern, die wiederum emotional besetzt waren: Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond. Das dauerte rund 30 Tage, war also relativ kurz und leichter zu beobachten. Wahrscheinlich war er für die Menschen als Jäger besonders wichtig, konnten sie doch bei Vollmond gut jagen. Und auch auf seiner Basis konnte man einen Kalender mit Monaten bilden. Dieser hatte zunächst zehn Monate5, was allerdings rechnerisch nicht ganz aufging. So schob man zugunsten zweier Römischer Kaiser noch zwei weitere Monate dazwischen. Für Julius Cäsar der Juli und für Augustus der August.

Im Laufe der Zeit flossen der Rhythmus von Sonne und Mond zum heutigen Lunisolarkalender zusammen, der Mond und Sonne miteinander verbindet. Dies fällt möglicherweise auch damit zusammen, dass das Leben der Menschen als Jäger und Sammler sich zum Leben als Bauern verwandelte. Man denke an Kain und Abel, die nach Tanach und Bibel die ersten beiden Söhne von Adam und Eva gewesen sein sollen. Kain soll ein Bauer gewesen sein, der seinen Bruder Abel erschlagen hat, weil dessen Schafe seine Pflanzen auffraßen. Adam und Eva hatten danach noch einen dritten Sohn, Seth. Und von dem sollen alle Menschen abstammen. Oder man denke an Stonehenge, wo man die Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche exakt beobachtete und so auch vorhersagen konnte. Vielleicht symbolisiert dies Monument auch das Zusammenfließen vom Sonnen- und Mondkalender zum Lunisolarkalender und den Übergang der Menschheit vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit. Der jüdische Kalender und der islamische Kalender jedenfalls basieren noch heute auf dem Zyklus des Mondes. Daher findet der Fastenmonat Ramadan bis heute auch nicht immer zur gleichen Zeit unseres jetzigen Kalenders statt, wie die christlichen Feiertage, u. a. Weihnachten und Ostern, die sich am Rhythmus des Umlaufs der Erde um die Sonne orientieren. Mit Weihnachten etwa wurde die nordische Wintersonnenwende übermarkiert und mit Ostern das nordische Ostern, also Feste, die es bereits in anderen nicht christlichen Kulturen in Europa gab, die so samt ihren Kulturen vom Christentum übermarkiert, drängt wurden.

Doch auch die Sterne waren für die Menschen von großer Wichtigkeit. Besonders die Fixsterne ermöglichten es den Menschen, mit Schiffen nicht nur an Küsten entlangzufahren, sondern auch Meere zu überqueren6. So konnten sie weite Strecken überwinden, etwa um zu handeln oder fremde Gebiete kolonial zu erobern, zu beherrschen und auszubeuten. Wobei die Sterne nur sichtbare, optisch erkennbare Sonnen sind, also nur ein sichtbarer Teil aller Himmelskörper. Die Anordnungen der Sterne regte die Phantasie der Menschen an. Sie schienen Tieren oder weiteren Gegebenheiten des menschlichen Lebens zu ähneln und so entstanden die 12 chinesischen Erdzweige und Tierkreiszeichen Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Ofer, Schaf, Affe, Hahn, Hund, Schwein, denen die Himmelsrichtungen Nord als Ankerpunkt sowie NO (Beständigkeit SO) (Sanftheit) SW (Weiblichkeit) und NW (Männlichkeit) zugeordnet waren. Im orientalischen und abendländischen Bereich waren es die 12 Sternbilder und schließlich auch Tierkreiszeichen (Zodiak) die seit etwa 2150 Jahren bezeichnet werden als Fische, Jungfrau. Krebs, Löwe, Schütze, Skorpion, Steinbock, Stier, Waage, Wassermann, Widder, Zwillinge, an die noch heute einige glauben.

Die Menschen hatten bereits beobachtet, dass sich das Sternenzelt, das Firmament, um die Erde zu drehen schien. In Wirklichkeit dreht sich aber die Erde innerhalb des Firmaments. Rund um die Sonne gibt es eine Ebene, auf der in etwa die sie umkreisenden Planeten liegen, die Ekliptik7. Die gedachte Erdachse steht mit einem Winkel von 66,56 schräg zu ihr, was der Erde die Jahreszeiten beschert. Mit einer Periodizität von 25.920 Jahren drehen sich die Sternbilder rückläufig zu einem angenommenen Ausgangspunkt (Frühlingspunkt) zurück. Alle 2160 Jahre, steht ein anderes Tierkreiszeichen an ihm, derzeit ist es der Fisch. Dieser langsame Rhythmus wird als Platonisches Jahr bezeichnet, weil Platon in seinem Dialog Timaios andeutete, dass die Planeten im Laufe langer Zeiträume wieder in ihrem gemeinsamen Anfangs- und Frühlingspunkt zusammentreffen und dabei einen Weltzyklus vollenden. Den Zeitraum konnte er dabei noch nicht errechnen. Er benannte ihn aber als ein „großes Jahr“ mit 12 großen Weltmonaten, Weltzeitaltern. Die Menschen empfanden den Kosmos, die Sonne, den Mond, die Sterne als mächtig und bestimmend. Sie nahmen zumindest teilweise an, dass sie zusammen mit der Erde und den Menschen eine Einheit bildeten, was sich in der chinesischen Philosophie niederschlug. Einige chinesische Mythologien etwa nahmen an, der Kosmos bestünde aus einem runden Himmelsgewölbe, getragen von vier heiligen Bergen und einem heiligen Berg im Zentrum sowie einer quadratischen (sic!) Erdscheibe. Der Himmel drehte sich um eine Achse, die durch den Polarstern geht. China, benannt nach der ersten kaiserlichen Dynastie, der Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.). liegt dabei im Zentrum, weshalb es sich auch "Reich der Mitte" nannte. Die Ordnung auf der Erde wird durch die Gestirne vorgegeben, u. a. bei den Himmelsrichtungen. Das Quadrat ist eine kosmische Ordnungsform. Und der Kaiser handelt im Auftrag der höchsten Götter und ist der höchste Priester. Er verbindet so Himmel und Erde miteinander.89 Die Struktur vieler chinesischer Städte ist ein Abbild dieser kosmischen Ordnung.

Die chinesische Philosophie geht davon aus, dass das Leben 'Wandlungen' bzw. 'Veränderungen' unterworfen ist. So heißt auch das älteste philosophische chinesische Buch Yi Ging (erste Fassungen wohl ab 3. Jahrtausend v. Chr.), das Buch der Wandlungen. Es beschäftigt sich mit dem Denken, Handeln und Werden und nicht, wie im Abendland, mit der Wahrheit im objektiven Sein. Ziel ist es daher auch, sich meisterlich zu verhalten. Angetrieben wird man dabei von einer einzigen kosmischen Bewegungskraft, die abstrakt ist und nicht als wesenhafter männlicher Gott oder „Vater“ dargestellt wird.

Die Ausrichtung dieser Philosophie ist daher eher als ethisch, weniger als wissenschaftlich anzusehen. Ihr Einfluss auf Hinduismus und Buddhismus ist unverkennbar.

Aus der Beobachtung der Sterne versuchten die Menschen Hinweise auf die Zukunft abzuleiten und so ihr von diesen bestimmtes Schicksal, also ihr aktuelles und zukünftiges Leben, beeinflussen zu können. Diese Astrologie war weit verbreitet, findet sich etwa als „Sterndeuter“ auch in der christlichen Schilderung der Geburt von Jesus wieder10. Der dabei beschriebene Stern über Bethlehem könnte in Wirklichkeit jedoch ein sich alle 60 Jahre wiederholendes11 Ereignis gewesen sein, bei dem Saturn und Jupiter aus Sicht der Erde so nah beieinanderstehen, sodass sie wie ein Stern aussehen, der nur kurz auftaucht und außergewöhnlich hell ist.12 Später allerdings trennte sich die Astronomie von dieser ab und die Astrologie versank in Esoterik und der Scharlatanerie.

Der Zeitpunkt der Schwangerschaft und Geburt hat auf den Menschen einen prägenden Einfluss. Unabhängig von den astronomischen Sternbildern selbst entstehen somit entlang des Verlaufs des Jahres parallel zu den „vorherrschenden“ Sternbildern verschiedene Persönlichkeitstypen13 was die Anhänger der Astrologie auch heute noch gern phänomenologisch als durch die Wirkungen der Sternzeichen bedingt darstellen.

All diese Beobachtungen und Deutungen aber lieferten nur erste Hinweise darauf, WIE die Welt funktionierte, nicht aber, WARUM alles so ist, wie es ist. Doch im Laufe der Zeit kam auch diese Frage immer mehr auf. Wenn man diese Frage beantworten könnte, könnte man ja vielleicht nicht nur Einzelheiten, sondern alles erklären, das Ganze und somit sein Leben und sein Schicksal und den Sinn des eigenen Lebens bestimmen. Denn die Orakel, die es gab, wie etwa das Orakel von Delphi, wo eine Frau, Pythia, an einer Felsspalte saß und den Dampf, der da entströmte, sie in eine Art Trance versetzte, weswegen sie Weissagungen machen konnte,14 die sich aus göttlichen Hinweisen an sie ergaben, hatten sich als unzuverlässig erwiesen.

Wir sind Teil der Natur

Der Begriff „Mutter“ symbolisiert, dass jeder Mensch von einer Mutter ausgetragen und geboren worden ist, also aus einer Mutter stammt. Die Menschen haben sich zu Beginn der Menschheitsgeschichte recht bald als Teil und Produkt der Natur gefühlt, die sie wie eine Mutter gesehen haben und so kam im Verlaufe der Zeit auch der Begriff von „Mutter Natur“ auf.

Es wurden in den Mythologien, speziell den griechischen Mythologien, zunächst auch weibliche Schöpfungsgöttinnen beschrieben. So auch Gaya in der Theogenese des Hesiod (ca. 700 v. Chr.). Erst im Laufe der Zeit wurden hier männliche Gottheiten, etwa als „Vater“ oder Herrscher (Zeus), angenommen. Möglicherweise zu einer Zeit, wo es ein Matriarchat gab, das bei der Sesshaftwerdung durch ein Patriachat abgelöst wurde. Später wurde oft die metaphysische Vorstellung von einem Schöpfergott weiblichen oder männlichen Geschlechts durch bestimmende ideelle, wesenlose metaphysische Kräfte ersetzt.

Die Metapher „Mutter Natur“ war also schon lange im Gebrauch, hat sich aber erst ab 177015 in verschiedenen Varianten durchgesetzt. Heute wird sie oft genutzt, um sich über metaphysischen Glauben und naturwissenschaftliche Erkenntnis hinaus zurück an die Tatsache zu erinnern, dass der Mensch existenziell von der Ökologie abhängig ist, in der er lebt und aus der er hervorging. Und in deren Kern steht ja die Natur, um die es hier geht.

Die chinesischen Philosophen beschäftigten sich zunächst mehr mit der Suche nach universellen kosmischen Zusammenhängen, etwa in den Lehren von Laozi und Konfuzius und der Vorstellung vom Weltganzen (Dao). Doch ab 1000 v. Chr. betrieben auch sie Naturphilosophie. Es kam die Lehre von den fünf Elementen und Phasen auf (Wu Xing), die Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde als Grundelemente des Kosmos benennt. Der Himmel erzeugt zunächst die reinen Elemente Wasser, Erde und Feuer. Holz und Metall hingegen sind schwer und unrein. Im All existierte zunächst nur die vermischte Urmaterie als ausruhendes und bewegendes Prinzip16; Diese bewegte sich und wirbelte hin und her. Die unreinen Stoffe sammelten sich im Mittelpunkt, wodurch die Erde als ruhendes Prinzip (im Zentrum) entstand. Die reineren Elemente der Urmaterie bildeten schließlich Himmel, Sonne, Mond und Sterne und bewegen sich als das bewegende Prinzip ewig im Kreis um die Erde. Das Holz nährt das Feuer. Dieses erzeugt Asche und somit Erde und die wiederum bringt Metalle hervor, welche sich im Wasser lösen, und die Pflanzen, die Holz sind, ernähren. Dieser Zyklus findet sich auch in den Jahreszeiten wieder, wobei Wasser (Winter) der ruhende Ausgangspunkt ist, gefolgt von Holz (Frühling), Feuer (Sommer) und Erde (Herbst).

Im antiken Griechenland (16. Jahrhundert - 146 v. Chr.) kam mit den Vorsokratikern17 (ca. 600 bis 350 v. Chr.) die antike griechische Philosophie auf, die so genannt wurden, weil sie vor Sokrates (470–399 v. Chr.) lebten.

Sie fragten nach dem Ursprung, dem Prinzip, von allem, dem Seienden und dem Erkennen dieser Archē (gr. ἀρχή). Sofern dabei nur ein einziger Grund angenommen wird, nennt man dies Monismus. Dabei stand auch die Suche nach Wissen, die Frage nach den Urstoffen im Mittelpunkt und nicht mehr, wie bis dahin bei den Mythen, Erlebnisse, Helden und göttliche Überwesen, Herrscher, Ängste und Hoffnungen. Das aus gutem Grund: Lebten doch die Menschen mitten in der Natur, waren ihr Teil, von der „Mutter Natur“ hervorgebracht. In dieser galt es, jeden Tag erneut zu überleben und sich zu behaupten. Und so betrachteten sie die Natur besonders genau und dort natürlich das, was sich besonders auf ihr eigenes Leben auszuwirken schien. Und dies war einfach näher an ihrem alltäglichen Leben als Sterne, Götter, etc. Auch lieferten die so gewonnenen Aussagen zuverlässigere Vorhersagen für das eigene Schicksal als metaphysische Wesen und Prinzipien.

Hierbei machten sich die Philosophen, die Freunde des Wissens, auch immer mehr Gedanken um das Ganze, also alles Existierende als Einheit, den kósmos, weswegen sie auch oft als „Kosmologen" bezeichnet wurden. Und in diesem "Kosmos" suchten sie die "Ordnung der Welt". Dabei befanden sie sich in der gedanklichen Nähe zur chinesischen Philosophie. Aber sie gingen hier, anders als diese, nicht von den die Erde umgebenden Himmelskörpern her an das Thema ran, sondern von der sie unmittelbar umgehenden Natur.

Zu den Vorsokratikern, die sich mit diesen Fragen beschäftigten, zählten im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. u. a. die Milesier, die Pythagoreer, die Eleaten und die Atomisten sowie die Sophisten, u. a. Thales von Milet, Pittakos von Mytilene, Bias von Priene, Solon von Athen, Kleobulos von Lindos, Myson von Chenai (oder Chen), Chilon von Sparta.

Die ionische Naturphilosophie, die damals aufkam, wird oft auch als der Anfang der antiken Philosophie und damit der Philosophie schlechthin angesehen. Ihr Schwerpunkt lag in dem kleinasischen Ionien (heute zur Türkei gehörig). Später wurde dies Teil des antiken Griechenlands, das damals weitaus größer war als das heutige. Ihr Gegenspieler fand sich im damals griechischen, heute süditalienischen, Elea nahe dem Küstenort Ascea. Manch „alter Grieche“ ist, so gesehen, ein „alter Türke“ oder „alter Italiener“. Aber auch in und um Athen und in der Ägäis wurde fleißig philosophiert. Seine Blüte hatte das antike Griechenland als Alexanderreich (auch Großmakedonisches Reich genannt, 324 bis etwa 319 v.Chr.) Es erstreckte sich dabei über mindestens 19 Gebiete der heutigen Staaten Griechenland, Mazedonien, Bulgarien, Türkei, Syrien, Jordanien, Israel, Libanon, Zypern, Ägypten, Libyen, Irak, Iran, Kuwait, Afghanistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan und Pakistan und überlappte sich mit 6 weiteren heutiger Staaten wie Ukraine, Rumänien, Albanien, Armenien, Aserbaidschan und Indien.

Wasser ist in der Tat für die Menschen ein sehr bestimmendes Element, ohne das er nicht leben kann. Der Mensch besteht vor Allem aus Wasser: bei Kindern zu 75 %, bei Männern zu 65 %, und bei Frauen zu 55 %.

Bereits im Orient, in Babylon und Ägypten wurde das Wasser wohl daher auch als Ursprung angesehen. Im 8. Jahrhundert v. Chr. hatte der Dichter Homer geschrieben, der Flussgott Okeanos sei der Ursprung der Götter und von allem.18 Und ebenso der Dichter Alkman (Sparta. Ca. 700 v. Chr.)19.

Diese Ansicht übernahm Thales (ca. 624/23 – 548/544 v. Chr.), der in Milet lebte, was im damaligen Ionien und 80 km südlich der heutigen türkischen Stadt Izmir liegt. Er nahm an, dass Wasser (hýdōr) sei als einziges Element der Ursprung (archḗ) von allem. Das Land befände sich darauf. Er hatte auch beobachtet, dass die Nahrung und die Samen aller Wesen feucht sind. Er hielt also nichts Metaphysisches, sondern etwas Stoffliches für das Wesentliche der Dinge, sah also die Materie als bestimmendes Element. Bereits er war also ein Materialist. Und aus der Beobachtung der Sterne leitete er eine Prognose der Ölernte ab, mietete sich Ölpressen, die er teuer weitervermietete und so zu etwas Reichtum gelangte. Auf diese Weise widerlegte er den Vorwurf, Philosophie sei eine brotlose Kunst.20

Anaximander (610 - 547 v. Chr., Milet) sah nicht, wie sein Lehrer Thales, das Wasser als das Prinzip von allem, sondern das Unbegrenzte (Apeiron), aus dem die Erde durch eine Wirbelbewegung hervorgingen ist.21 Er entwarf wohl als erster eine rein physikalische Kosmogonie und ließ als Grundlage für diese seine Gedanken ausschließlich Beobachtung und rationales Denken zu. Von ihm ging die Bezeichnung der Welt als Kosmos (κόσμος) und ihre Erfassung als ein planvoll geordnetes Ganzes aus. Er zeichnete ebenfalls als erster eine geographische Karte mit der damals bekannten Verteilung von Land und Meer, und konstruierte auch eine Sphäre, einen Himmelsglobus.

Heraklit (520 - 460 v. Chr., Ephesos, Ionien) lehrte, dass die Natur und das Weltgeschehen - also das ganze "Sein" nicht statisch sei, sondern sich in ständigem Wandel befindet. Man könnte vom Grundprinzip des "Werdens" sprechen. Die Gegenposition nahm der Philosoph Parmenides (520 bis 450 v. Chr., Elea) ein. Bei ihm ist das eigentliche Sein unwandelbar, das Werden und dessen Erkenntnis bloß eine Illusion.

Anaximenes (ca. 585-524) ging davon aus, dass Erwärmung eine Ausdehnung und Abkühlung ein Zusammenziehen der Körper bewirken, so dass alle Dinge aus Verdichtung oder Verdünnung hervorgehen, weswegen Luft der Urstoff sei. Aus der Luft wird durch Verdünnung und durch Verdichtung Wasser und Erde. Alle Dinge befinden sich also nur in einem unterschiedlichen Aggregatzustand. Die Luft ist mit der Kraft Gottes erfüllt, als sei er es selbst: „Wie unsere Seele, die Luft ist, uns beherrschend zusammenhält, so umfasst auch die ganzeWeltordnung Luft und Hauch.“.22 Die Himmelskörper entstehen durch Feuer, also Verdünnung und sind ebenfalls flach. Die Sonne verschwindet nachts hinter den Erhebungen der Erde, woraus sich Tag und Nacht ergeben.23

Auch Anaximander (611-546 vor Chr.) stellte sich als Antriebskraft der Welt einen unsichtbaren und Bewusstsein besitzenden Stoff vor, den er " Ápeiron (ἄπειρον) nannte. Er hat eine unermessliche und unbegrenzte Größe und entwarf wohl als erster eine rein physikalische Kosmogonie, ließ dabei ausschließlich Beobachtung und rationales Denken zu24. Anaximander bezeichnete die Welt auch als Kosmos (κόσμος) und als ein geordnetes Ganzes.

Empedokles (483/82 - 430/20 v. Chr.) kombinierte die Lehren von Parmenides und Heraklit. Parmenides gestand nur dem Unentstandenen eine unvollkommene und unveränderliche Wirklichkeit zu und hielt Sein und Entstehen für unvereinbar. Heraklit hingegen hielt Sein und Werden für miteinander verbunden. Diese beiden Ansätze verknüpfte er. Empedokles entwarf dazu die Vier-Elemente-Lehre. Nach dieser besteht alles aus den vier Grundelementen (Essenzen, „Wurzeln“ (rhizōmata). Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie sind qualitativ und quantitativ absolut unveränderlich, füllen den gesamten Raum lückenlos aus. Er ordnete diese Stoffe den Gottheiten Zeus (Feuer), Nestis (Wasser sowie Luft und Erde Hera und Hades zu. Es gibt im Raum kein Vakuum. Sie sind unvergänglich und können sich auch nicht ineinander umwandeln, sind nicht auf einen einzigen Urstoff oder ein Urprinzip (archḗ) zurückführbar und auch nicht vergänglich, sondern gleichrangig und haben eine unveränderliche Masse.

Die vereinigende Kraft (Philótēs, Liebe, Freundschaft) und eine abstoßende und trennende Kraft Neíkos (Streit) ringen miteinander, ziehen sich an und stoßen sich ab. Sie streben danach, einander zu verdrängen. und es ergibt sich aus deren ineinander übergehenden Hochs und Tiefs ein ewiger Kreislauf. Aus ihrem endlosen Kampf resultieren alle Vorgänge im Universum einschließlich der menschlichen Schicksale. Die Welt wird so für ihn zum Ganzen, zusammengefügt aus den vier Elementen und den beiden Grundkräften. Die Menschen unterliegen der Reinkarnation, bei der Unrecht und Gewalt abgestraft werden. Am Ende könnten sie erlöst und zu Göttern werden.25

Für Anaxagoras (um 500 - 428 v. Chr.) war der Geist oder die Vernunft (Nous) das Prinzip von all allem. Grundbausteine des Materiellen sind kleine Partikel (Homoiomerien), die eine ungeordnete Mischung darstellen. Sie werden durch den Geist geordnet: „Der Geist ist als einziges mit keiner anderen Sache vermischt, daher existiert nur er für sich selbst. Er ist unendlich und herrscht selbständig. Er ist die feinste und reinste von allen Sachen, hat von allem Kenntnis und besitzt die größte Kraft. Der Geist ist nicht nur Ursache der kosmischen Kreisbewegung, er hat auch alles geplant und arrangiert.“26 Ab 462 v. Chr. lehrte er in Athen. Dank des Herrschers Perikles, dessen Berater er war, wurde er nur verbannt und konnte fliehen. Seine Überlegungen finden sich in der Zwei-Welten-Theorie wieder, wonach der Mensch aus Leib und Seele, die Welt aus Metaphysik und Physik besteht, wie es seitdem alle Theisten und Idealisten annehmen.

Die Vorstellung, dass sich alles in der Welt nur aus einem Element zusammensetzt oder aber nur einem Prinzip folgt, bezeichnet man auch als "Monismus".

Auch Platon (428/427 - 348/347 v. Chr.) hat die beiden antagonistischen Positionen später kombiniert. Er nahm, wie in seinem Höhlengleichnis geschildert, an, dass es zwei Welten gibt: die wandelbare physikalische Welt der "Erscheinungen" (siehe Heraklit) und die unwandelbare Welt der "Ideen" (siehe Parmenides). In seinem Liniengleichnis zeigte er, wie man in vier Stufen von der trügerischen Sinneswahrnehmung (Eikasia) über das Fürwahr halten (Pistis) und das begriffliche Erfassen (Dianoia, u. a. der Mathematik) mit Hilfe der geistähnlichen Vernunft zur Erkenntnis der Wahrheit (noesis) und somit zu den ewigen Ideen der Metaphysik gelangt, an welche die Vernunft sich dabei erinnert.

Die Pythagoreer sahen die Basis für eine Ordnung der Natur in der Mathematik. Diese Richtung ist benannt nach ihrem Begründer Pythagoras (Samos, 570 - 510 v. Chr.). Für sie ist die Zahl die bestimmende Kraft innerhalb der Natur, obwohl sie selbst überhaupt nicht Teil der materiellen Welt ist. Die Zahl symbolisierte für sie ein geistiges Prinzip, das allen Naturerscheinungen zugrunde liegt. Die materielle Wirklichkeit folgt demnach einem kosmischen Ordnungsprinzip. Dieses wird sichtbar und nachvollziehbar in der Zahl und in der Mathematik. Die Pythagoreer verknüpften ihre philosophische Erkenntnis mit einer bestimmten Lebensform - sie glaubten an die Wiedergeburt, lehnten daher den Verzehr von Fleisch ab, und sahen Männer und Frauen als gleichberechtigt an.

Bei den Pythagoreern zeigt sich die in der Philosophie sehr häufige Unterscheidung von "offensichtlicher" Wirklichkeit ("phenomenon") und "wahrhaftiger" Wirklichkeit ("noumenon"). Die verschiedenen philosophischen Schulen sahen in der "wahrhaftigen" Wirklichkeit entweder etwas Körperliches ("Materialismus") oder etwas Geistiges ("Idealismus"). Diese gegensätzlichen philosophischen Positionen finden sich bis heute.

Leúkipp(os), (Elea, Milet oder Abdera. 5. Jhdt., v. Chr.) war Schüler von Parmenides. Für ihn bestand die Welt aus leerem Raum und Materie, die sich ohne diesen leeren Raum niemals bewegen könnte. Die kleinsten Teilchen waren für ihn "atomoi", unteilbar. Alles Stoffliche setzt sich aus diesen Atomen zusammen. Sein Kerngedanke lautete: „Kein Ding entsteht planlos, sondern aus Sinn und unter Notwendigkeit.“27 Er glaubte sogar, dass auch die menschliche Seele aus "Seelenatomen" aufgebaut sei.28

Seine Lehre wurde von Demokrit (aus Abdera am Ägäischen Meer, 460 - 371 v. Chr.) fortgeführt und zum Materialismus weiterentwickelt. Er stellte sich die Welt aufgebaut aus einzelnen Atomen vor. Wenn wir etwas empfinden, dann ist der Grund dafür nach ihm die gegenseitige Berührung von Atomen. Er leitete weitere Gedanken daraus ab und stellte die Theorie auf, dass die menschlichen Empfindungen dadurch zustande kämen, dass Atome die Sinnesorgane berührten. Dieser Gedanke war damals revolutionär. Auch heute noch geht man davon aus, dass Gefühle auf chemischen Reaktionen im Gehirn basieren. Die Welt im Ganzen sei unzerstörbar, weil sie ja höchstens in die einzelnen Atome zerlegt werden könne. Die verschiedenen Atome - rund, glatt, krumm oder wie auch immer geformt - und das jeweilige Mengenverhältnis waren für ihn dafür verantwortlich, welche Beschaffenheit ein Stoff jeweils besitzt.

Es gab für Demokrit auch keine Götter, welche die Welt erschaffen haben könnten - seiner Weltsicht nach gehen die Atome den Naturgesetzen gemäß für alle Ewigkeit Verbindungen miteinander ein, die dann eben auch immer wieder gelöst werden können. Demokrit sah die Lebenseinstellung der Menschen ("Ethik") von seinen Erkenntnissen berührt - sein Ideal war die Gelassenheit ("Ataraxie"), zu der ein Mensch gelangt, der sich von allen "falschen" Hoffnungen, wie sie sich zum Beispiel in der Religion äußern, frei macht.

In den fünf Jahrzehnten zwischen den Perserkriegen und dem Peloponnesischen Krieg blühte das antike Griechenland rund um Athen auf. Die attische Demokratie wurde vollendet. Und damals traten ab 450 v. Chr. die Sophisten auf. Im Wort Sophist steckt, wie auch im Wort "sophie", das Wortelement σοφος (sophos), das so viel wie "Weisheit" bedeutet. Ein Sophist ist daher der Entdecker oder Überbringer dieser Weisheit, also ein Wissenschaftler oder Lehrer. Nach der Erkenntnis und dem Wissen zu greifen wäre aber nach der Bibel die todbringende Erbsünde Aber die Sophisten waren ja keine Juden oder Christen. Sie boten ihre Dienste gegen Geld an, was Wissenschaftler und Lehrer auch heute noch tun. Sie unterwiesen ihre Schüler in der Kunst der Rede ("Rhetorik") und heute lernen die Schüler in der Schule das Halten von Präsentationen. Ihre Schüler waren Personen, die sich mit Wissen und der Redekunst als Politiker ausbilden ließen, um somit in den aufkommenden Formen der Demokratie überzeugen zu können. Heute würde man sie wohl Politikberater nennen.

Sie unterschieden sich von den Vorsokratikern dadurch, dass sie sich weniger mit dem Kosmos, den Göttern und der Natur beschäftigten, sondern mehr mit dem menschlichen Wesen. Die Wahrheit war für sie nichts Absolutes (wie bei Platon), sondern etwas mit dem Standpunkt des Menschen Verbundenes. Philosophie wurde zur öffentlichen Angelegenheit, die auf dem Marktplatz (agora) und in interessierten Zirkeln betrieben wurde. Hier entfaltete sich die Freiheit des Denkens in einem friedlichen Wettstreit (agon) durch den Austausch der Ansichten und Argumente.

Wichtige Sophisten waren: Antiphon, Gorgias, Hippias von Elis, Kritias, Prodikos, Protagoras.

Von Protagoras (ca. 490 v. Chr. - 411 v. Chr.). stammt der Homo-Mensura-Satz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, derer die sind, dass sie sind, und derer die nicht sind, dass sie nicht sind.“

Auch Sokrates wandte sich dem erkennenden Menschen zu, dem er, wie bei Schwangerschaft und Geburt, seinen Gesprächspartnern helfen wollte, sein spezifisches, ihm, eigenes Wissen zu entwickeln und zu „gebären“ und der somit die Sokratische Wende weg von Metaphysik und Naturphilosophie zu dem Humanismus einleitete. Er pflegte seine Gesprächspartner in ihrem vermeintlichen Wissen zu erschüttern, indem er durch bohrendes Nachfragen logische Lücken aufdeckte, um dann in fortgesetzten Dialogen neue Erkenntnisse bei seinen Partnern zu Tage zu fördern. Sein Vorgehen, das er an die Hebammenkunst seiner Mutter angelehnt, Mäeutik nannte. wandte er, rhetorisch geschult durch den Umgang mit seiner zänkischen ersten Frau Xanthippe, in der Kunst des sokratischen Dialogs an.

Aristoteles (384 322 v. Chr.) lernte in Platons Akademie und wurde nach dessen Tod 347 Lehrer von Alexander, dem Thronfolgers Philipp II. im Königreich Makedonien, dem späteren Alexander den Großen (s. o., Alxeandrinisches Reich). Später unterrichtete er im Lykeion, das neben dem Gymnasion gelegen war29.

Er unterschied die praktische Wissenschaft (Ethik, Politik, Rhetorik), herstellende, poetische Wissenschaft (Handwerk, Dichtung, Medizin, etc.) und die theoretische Wissenschaft (erste Philosophie: Theologie, Ontologie, Logik, Mathematik (Arithmetik/Geometrie, Astronomie/Formenlehre, etc.), Naturforschung (philosophische Grundlagen, Kosmologie, Meteorologie, Psychologie, Zoologie, Botanik)30.Eines seiner rund 200 Werke trug den Titel Physik (φυσική). Er, ein Philosoph, war also der erste Physiker.

Im Gegensatz zu Platon sah er die Ursachen nicht in abstrakten und ewigen Ideen in der Metaphysik, sondern es liegen Gesetzmäßigkeiten in den wahrnehmbaren Dingen selbst vor. Die Natur unterliegt, wie auch schon bei Heraklit, der Veränderung (κίνησις), man könnte auch sagen, dem Wandel. Er wollte die Wirklichkeit der Natur und der menschlichen Gesellschaft mit den Sinnen erfahren, erforschen und wissenschaftlich ordnen. Dabei setzte er nicht den Glauben, sondern die Vernunft als Werkzeug ein.

Jede Veränderung muss für ihn bereits IN dem sich verändernden Ding angelegt sein, was bedeutet, dass sie nicht durch Schöpfung in sie hinein gelegt wurde. Das vom Menschen durch Kunst (τέχνη téchnē) Hergestellte, hat ebenfalls keinen „Anfang in sich selbst“. Die Veränderungen in der Natur basieren auf Raum, Zeit, Bewegung und Ursache sowie Ziel bzw. Zweck. Bewegung ist dabei „Das endliche Zur-Wirklichkeit-Kommen eines bloß der Möglichkeit nach Vorhandenen, insofern es eben ein solches ist“31.

Die Bewegung führt zu Änderung, Wandel und Werden. Daraus ergeben sich Möglichkeiten des sich verändernden Stoffs (oikeia hyle) und Dings. Und so beschäftigte er sich u. a. mit Dynamik (δύναμις), Bewegung (κίνησις), Stoff und Form (eidos). Ein Stoff kann beliebige Formen annehmen.

Ort und Raum sind nicht abstrakt, sondern ein unmittelbar Erfassbares. Auch die Zeit ist nichts Abstraktes, sondern die zählbaren Zustände zwischen einem Vorher und Nachher, die man an etwas Anderem misst. Er geht allerdings von einem „unbewegten Beweger“ von Allem aus32. also einem Schöpfergott, was seine spätere Adaption durch seinen Übersetzer Thomas von Aquin (1225-1274) ermöglichte.

Mit Hilfe von Begriffen, die ein Ganzes beschreiben und die man auf ihre Grundbausteine zurückführen kann, gelangt man zu Erkenntnissen. Diese müssen das Wesentliche wiedergeben. Man gewinnt sie mit Hilfe von Wahrnehmungen, die aus denen Erinnerung entstehen und aus denen wiederum durch Bündelung Erfahrung und somit Wissen entsteht.

Elemente seiner Erkenntnistheorie sind die Form (eidos), und die Deduktion, die Ableitung von Konklusion, (syllogismos), die von Prämissen, die Induktion (epagôgê), die Gewinnung des Allgemeinen aus dem Einzelnen, und die Dialektik, ein Disput im Dialog, bei der die anerkannten Meinungen (endoxa) deduziert erden und dabei Argumente verwandt werden, die frei von Widersprüchen, also wahr, sind. Dabei wendet er seine Syllogistische Logik an.

Wenn ein Ereignis nicht mit einer Ursache in einer Deswegen-Beziehung steht, handelt es sich um einen Zufall. Unendlichkeit ist für ihn nicht ein unermesslich Großes, sondern nur ein noch nicht Erfasstes Weiteres.

Erkenntnisse können durch Demonstrationen bewiesen werden (Empirismus!). Dies gilt aber nicht für grundlegende Annahmen. Wenn es nichts Mächtigeres mehr gibt, von dem solche Sätze abgeleitet werden können und zudem unmittelbar einleuchtend sind, können sie als wahr angenommen und als Axiom (gr. ἀξίωμα: „Wertschätzung, Urteil, als wahr angenommener Grundsatz“) „gesetzt“ werden und man kann sie sodann als Prämissen verwenden, um davon Theoreme (gr. Theórema, Angeschautes, Untersuchung, Lehrsatz‘) abzuleiten.

Für Aristoteles stand die Erde im Mittelpunkt des Universums. Sie war für ihn von acht Kugelschalen umgeben, von Sonne und Mond sowie den Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, und der letzten Schale, den Fixsternen. Claudius Ptolemäus (Κλαύδιος Πτολεμαῖος, ca. 100 - 150 v. Chr.) griff diese geozentrischen Vorstellungen in seiner Schrift Mathematike Syntaxis in 13 Büchern auf, die später als das ptolemäische Weltbild bezeichnet wurden. Erst durch Niklas Koppernigk (1473- 1543, De revolutionibus orbium coelestium, 1543) kam es zur Abkehr davon in der der „kopernikanischen Wende“. Für ihn stand nicht die Erde im Mittelpunkt unseres Sonnensystems, sondern die Sonne, es wurde also nicht mehr als geozentrisch, sondern wurde als heliozentrisch angesehen. Und nun war es auch möglich, das Phänomen der Planetenbewegung am Himmel zu erklären, wofür man bis dahin ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. eine unzutreffende Hilfskonstruktion, die Epizykeltheorie, genutzt hatte. Wie auch Platon und andere, ging Aristoteles bei der Gewinnung von Erkenntnissen immer von der anerkannten Meinung (endoxa) aus, um deren möglichen wahren Kern (aporiai) zu analysieren.

Aristoteles war davon überzeugt, dass die „Menschen für das Wahre von Natur aus hinlänglich begabt sind“33 Denn für ihn ist die Vernunft das Werkzeug, durch das sich der Mensch in der durch Perfektion geordneten Scala Naturae über allen anderen Lebewesen steht und sich selbst bestimmen kann. Mit Hilfe der praktischen Vernunft gelangt er so zu einer Ethik, mit Hilfe der theoretischen Vernunft zur Erkenntnis.

Aristoteles leitete so die Wende von Mythologie und Theologie zur naturalistischen Wissenschaft ein. Nach der Bibelauslegung der katholischen Kirche aß er somit verbotenerweise vom Baum der Erkenntnis und beging eine Erbsünde (s. o.).

Viele antike griechische Schriften spielten im dunklen Mittelalter in Europa keine Rolle. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts kannte man daher von Aristoteles höchstens wenige Schriften zur Logik. Sie hatten aber Eingang gefunden in die arabische Philosophie und als Folge der islamischen Expansion gelangten diese wieder nach Europa. Etwas später wurden sie dann auch aus dem Griechischen übersetzt. Die katholische Kirche fühlte sich durch seine Werke bedroht und sprach mehrere Aristoteles-Verbote aus.

Insbesondere Thomas von Aquin (1225-1274) griff die Gedanken von Aristoteles auf, verband dies aber mit der Aufforderung, die Existenz und Herrschaft Gottes nicht durch dessen Werke in Frage zu stellen. Danach wandten sich die Philosophen nun jedoch zunehmend von der Metaphysik und dem Glauben an Gott ab und dem Atheismus zu. Es blühte der Materialismus auf, die Vorstellung, dass man alles aus der Materie allein erklären und verstehen könnte. Und die zuverlässigen „Gesetze“ des Materialismus bot bei der Gestaltung der Lebenswirklichkeit eine bessere Statistik als die willkürlichen Wesen der Metaphysik, weswegen er sich trotz einiger Rückschläge, wie dem Rückgang des Marxismus, immer mehr durchsetzt. Denn die so gewonnenen Naturgesetze ließen und lassen sich für die Technik nutzen, um das menschliche Leben besser zu gestalten. Als nach dem gesellschaftlichen Wandel u. a. in der Französischen Revolution, die industrielle Revolution einsetzte, verbreitete sich auch die Aufklärung immer mehr und drängte die Metaphysik und damit auch Gott immer mehr zurück.

Am Anfang stand der Urknall

#Mittlerweile beschreibt die Wissenschaft die Entstehung des Universums als einen Evolutionsprozess34, in dem keine jenseitigen, souveränen, wesenhaften Überwesen, keine Gottheiten mehr vorkommen, die das Universum erschöpft, geschaffen haben und teilweise oder absolut beherrschen, sie sind also atheistisch und materialistisch.

Bereits Immanuel Kant (1724 - 1804) nahm an, dass Raum und Zeit grundlegende Kategorien der menschlichen Wahrnehmung bei der Anschauung der Welt seien, die der Vernunft zuzuordnen seien. Indirekt deutete er damit an, dass gar nichts außerhalb des Menschen, also in der Physik, real existiert.

Der Belgier Georges Edouard Lemaître (189 – 1966, Physiker, Kosmologe und Priester) ging 1927 weiter. Er nahm an, an, die Erde sei aus einem „kosmischen Ei“ entstanden, in dem die gesamte Materie des Universums zusammengepresst existiert habe. Dieses sei dann explodiert und das Universum sei so entstanden. Er verwendete dafür die Begriffe „primordiales Atom“ oder „Uratom“. Die Idee mit dem Ei war jedoch nicht neu. Sie tauchte bereits in zahlreichen Mythen auf. In dieser Form jedoch war sie neu - und bahnbrechend.

Der für dieses Ereignis heute meistgebrauchte Begriff Urknall (engl. Big Bang, wörtlich: großer Knall) stammte allerdings nicht von ihm, sondern von Fred Hoyle (1915 – 2001), der dieser Theorie kritisch gegenüberstand und seinen Begriff Big Bang spöttisch gemeint hatte. Doch er war plastisch und bürgerte sich dadurch rasch ein.

Auch die Idee mit dem Urknall war nichts wirklich Neues. Sie kommt schon in ähnlicher Weise in verschiedenen Schöpfungsmythen vor. in China, dem Hinduismus, dem Zoroastrismus, in Ägypten, Griechenland, Finnland, Afrika35.

Der Urknall selbst ist auch keine „Explosion“, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, in einem vorhandenen Raum hinein erfolgte, denn durch ihn sind ja erst Raum, Zeit und Materie aus einer ursprünglichen Singularität36 heraus zugleich entstanden. Gemäß dieser Vorstellung ist also jeder heutige Ort früher mal ein und derselbe Ort gewesen37. Man schätzt, dass er 13,80 ± 0,04 Milliarden Jahre vor unserer Zeit stattfand.

Die katholische Kirche hält es für eine Erbsünde, dass Adam und Eva nicht einfach nur an Gott glaubten, sondern vom Baum der Erkenntnis aßen, der neben dem Baum des Lebens (Gen 2,9) im Paradies stand, sie also begannen, wissenschaftlich zu erkennen und zu denken, denn das hatte Gott ja verboten (Gen 2,17). Dafür hat er sie zur Strafe aus dem Paradies verdammt und ließ sie sterblich werden. Dennoch hat die Päpstliche Akademie der Wissenschaften die Theorie ihres Mitpriesters Lemaîtres auf einer Tagung 1951 akzeptiert. An deren Ende behauptete Papst Pius XII allerdings, der mit dem Urknall zeitlich festlegbare Anfang der Welt sei aus einem Schöpfungsakt Gottes hervorgegangen. In den beiden, widersprüchlichen, Varianten der Genesis steht das allerdings anders.

Die Frage, was VOR dem Urknall war und WO er stattfand, kann man sich eigentlich gar nicht stellen. Denn durch ihn entstanden dieser Theorie zu Folge Raum und Zeit ja erst. Da der Mensch jeder Wirkung zumeist eine Ursache zuordnet, nehmen die Theologen, s. o., die Schöpfung durch Gottheiten bzw. Gott als Ursache an. Physiker haben hier noch keine wirkliche Erklärung, nehmen aber an, dass es NACH dem Urknall bestimmte evolutionäre Abschnitte gab, die mehrere Phasen mit kurzen Zeitskalen hatten und zwischen denen es Wechsel der physikalischen Gegebenheiten, Phasenübergänge, gab.

Bei den Berechnungen rückwärts bis zum Urknall, nach der Singularität, gibt es zudem ein weiteres Problem. Bei Zeitspannen kürzer als 10-43 s nach dem Urknall brechen nämlich alle Formeln zusammen. Es bleibt dann nur noch die wohl erste und zugleich auch kleinste Zeiteinheit übrig, die Planck-Zeit, mit 10-44 s, wobei 2010 experimentell lediglich die sehr kurze Zeit von 12 Attosekunden (12 · 10−18 s) erreicht werden konnte38, die rund das 2 · 1026 -fache der Planck-Zeit ist. Und dies ist die erste, nach dem Urknall zu ermittelnde, und kürzeste aller Zeiten. Der Ankerpunkt Zeit ist also nicht sicher konkret zu bestimmen.

Der „Ort“, an von dem dies ausging, wäre der Mittelpunkt des Universums. Da es aber noch keinen auch noch so kleinen Ort gab, könnte er also, paradoxerweise, überall gewesen sein oder man könnte auch sagen, er war nirgends vorhanden. Man geht davon aus, dass sich das Universum noch immer ausdehnt. Doch warum und was bildet da seine äußere Grenze, was gibt es dahinter, wo hinein (in welchen „Raum“?) dehnt sich das Universum denn da aus? Und wie „groß“ ist das Universum? All das weiß niemand. Auch der Ankerpunkt Raum ist also nicht sicher konkret zu bestimmen.

Und seitdem man die Vorstellung fallen gelassen hat, dass die Materie aus unteilbaren Atomen besteht, sucht man auch nach der inneren Grenze des Raums, den kleinsten Teilchen. Möglicherweise trifft man hier aber gar nicht auf allerkleinste elementare Teilchen, sondern auf andere Entitäten, z. B. aufschwingende Energie. Auch der Ankerpunkt Materie ist also nicht sicher konkret zu bestimmen. Spätestens bei der Annahme, dass es uns gelungen sei, die kosmische Hintergrundstrahlung in dem ebenfalls vorhergesagten Spektrum zu messen, endet beim Blick zurück unser Erkenntnishorizont, wobei er ohnehin auf menschlichen Theorien und Messgeräten basiert.

Der Urknall mit seinen Elementen Raum, Zeit und Materie und deren Dichte, Bewegung und Veränderung ist also lediglich ein von Menschen stammendes, unbewiesenes theoretisches Konstrukt, ist ein nur behauptetes und damit ein unlogisches, falsches Pseudo-Axiom, eine Kontradiktion. Wie auch Gott und die Ideen wird es nur dadurch „wahr“, dass man es setzt, behauptet und sodann fest daran glaubt39. Und Glauben ist ja kein kausales Wissen, nichts Rationales. Das ontische Sein konnte also noch von niemanden erkannt und von ihm als reales Wissen abgebildet werden, lediglich phänomenal wahrgenommen und mit statistischer Wahrscheinlichkeit beschrieben werden. Aussagen, wonach Naturgesetze das Geschehen in der Natur beschreiben, sie wahr und universell und ewig gültig sind und herausgefunden werden können, indem man von beobachteten Regelmäßigkeiten auf diese schließt, sind falsch.40

Alle auf dieser Prämisse aufbauenden logischen Annahmen sind damit ebenfalls logisch falsch, unwahr. Darüber sollten mal alle Physiker und Naturwissenschaftler nachdenken, die von „wahren“ naturwissenschaftlichen „Gesetzen“ sprechen, die meinen, solche erkannt und bewiesen zu haben und denen seit Karl Raimund Popper (1902 - 1994) zumindest eine vorläufige Richtigkeit und Wahrheit bis zu ihrer Widerlegung zugesprochen wird. Und überhaupt: welche Substanz haben denn solche Gesetze, wie sind sie entstanden und wo befinden sie sich?

Aber nach dem Energieerhaltungssatz verschwindet Energie nicht und sie vermehrt sich auch nicht, bleibt insgesamt quantitativ gleich. Das bedeutet: Sie wandelt ihr ursprüngliches kompaktes Potential um, ihre Kompaktheit, die man bei Materie Dichte nennt, zerfällt, alles wird immer differenzierter, „bunter“ und „lebendiger“, wie sich an unserem menschlichen Leben zeigt. Aber letztlich wächst nichts quantitativ Neues, es wird nicht alles immer besser. Am Ende wird sogar alles, was differenziert entstanden ist, zerfallen, „tot“ sein. Doch wie das menschliche Leben zeigt, kann diese Zeit des „Sterbens“ ein wunderbares säkulares „Dasein“43 sein, das wir mit unserem subjektiven Geist44 erleben dürfen.

In der Kurzfassung heißt das, die kompakte singuläre Energie zerfällt in diese Teile, die Materie ist also das Kondensat der Energie.45 Und sie haben den gleichen Wert wie E. Doch was ist denn dieses E, die Energie? Sie ist ebenfalls ein theoretisches menschliches transzendentales, metaphysisches Konstrukt, ein Axiom, und wurde in reiner Form ebenfalls noch von niemand beobachtet, wie es ja auch mit dem wesenhaften Gott ist, also eine aristotelische Form der Metaphysik.46

Etwa 100 bis 1000 Sekunden nach dem Urknall kam es zur Nukleosynthese (BBN), der Entstehung von Atomkernen.47 75,5 % der Baryonen wurden zu Wasserstoff (1H) und 24,5 % zu Helium4 Die schwereren Elemente und Sterne entstanden erst viel später.

Das All dehnte sich in den ersten 10-34 Sekunden mit mehr als Lichtgeschwindigkeit in der sog. Inflationsphase aus48. Extrem kurze Zeit nach dem Urknall, nach 10-11 s, kam es bei ausreichend hoher Temperatur zu einer Symmetriebrechung und dadurch zu einem elektroschwachem Phasenübergang49 und die Materie des Alls konnte sich dank des Higgs-Boson, auch Higgs-Teilchen oder „Gottes-Teilchen“ genannt, bilden, da es mit seinem Higgs-Feld dafür sorgte, dass alles in unserer Welt Masse hat.

Es war so heiß, dass sich erst nach weiterer Abkühlung die ersten Elemente bilden konnten und später durch die wiederaufgenommene Expansion in der durch dunkle Energie dominierten Phase die Abkühlung auf das heutige Niveau beschleunigte.

Physiker haben errechnet, dass es neben der Materie auch noch eine nahezu gleich große Menge an Antimaterie geben muss und begannen, sie einzuzingeln.50 Erst mit ihr lassen sich viele Phänomene der Physik erklären. Sie wurde aber noch nie beobachtet, erst recht nicht in reiner Form. Auch sie ist mithin nur eine Theorie von Menschen.

Zu allen Elementarteilchen gibt es Antiteilchen, also zur gesamten Materie eine gesamte Antimaterie. Dies gilt auch für die nicht sichtbare Dunkle Materie, da hier keine Asymmetrie zu finden ist.51 Alle Elementarteilchen haben eine entgegengesetzte elektrische Ladung. So wurde noch kein Unterschied zwischen Protonen und Antiprotonen gefunden. Beim Aufeinandertreffen von Teilchen und Antiteilchen werden beide vernichtet, neutralisiert, sie annihilieren, es kommt zur Paarvernichtung.

Allerdings kann dies nicht mehr beobachtet, da davon gemäß der Baryon - Asymmetrie wegen der Annihilation bei der Entstehung des Uni versums nichts übrig blieb, die jeweiligen Partner also „verschwunden“ sind.

Wenn man die Urknalltheorie in Kombination mit dem Standardmodell (SM) der Teilchenphysik betrachtet, gibt es daher eigentlich keinen Grund, warum das Universum und somit auch die Menschheit überhaupt entstanden ist und existiert.

Die Frage, warum sich Elementarteilchen und Antiteilchen nicht bereits beim Urknall direkt gegenseitig neutralisiert haben, kann auch die moderne Physik bisher nicht beantworten.52 Gab es etwa kurz nach dem Urknall einen kurzen primordialen (lat., von erster Ordnung), Symmetriebruch und welche Ursache könnte dieser gehabt haben? Bisher weiß auch das niemand.53 Liegt die Ursache vielleicht in einer noch nicht beobachtbaren Supersymmetrie (SUSY)54, die Bosonen und Fermionen ineinander umwandelte? Auch das ist bisher nur Theorie. Wobei einige Theorien, wie die Stringtheorie55, mit der räumliche Dimension Null, diesem Ansatz folgen.

Allerdings: Im Atom umschwirren die negativ geladenen Elektronen die Atomkerne, die neben den neutralen geladenen Neutronen auch die positiv geladenen Protonen beinhalten, ohne mit diesen zusammen zu stoßen oder sich gegenseitig auszulöschen, zufallen, wofür die daran beteiligte Starke Kernkraft sorgt. Sie löschen sich also nicht gegenseitig aus.

Zu allen Elementarteilchen gibt es Antiteilchen, also zur gesamten Materie eine gesamte Antimaterie. Dies gilt möglicherweise auch für die nicht sichtbare Dunkle Materie, da hier keine Asymmetrie zu finden ist.56 Alle Elementarteilchen haben eine entgegengesetzte elektrische Ladung. So wurde noch kein Unterschied zwischen Protonen und Antiprotonen gefunden.

Möglicherweise gab es vor dem Urknall ein Gleichgewicht von Teilchen und Antiteilchen. Als dieses Gleichgewicht mehr bestand, etwa, weil ein einzelnes Teilchen „die Seite gewechselt hatte, könnte es zum Ungleichgewicht und dadurch zum Urknall gekommen sein.

Innerhalb einer Mikrosekunde formierten sich die Quarks zu Protonen und Neutronen, aus denen später Wasserstoff- und Heliumatomkerne entstanden, die ersten einfachen Elemente.

Nach etwa 400.000 Jahre war die Temperatur so weit abgesunken, dass die Atome stabil wurden (Rekombinationsepoche) und Licht große Distanzen zurücklegen konnte, ohne absorbiert zu werden.57 Die Weglänge von Photonen vergrößerte so sehr, dass das Universum „durchsichtig“ wurde, da die Extinktion €58 oder optische Dichte (OD),also die Abschwächung einer Strahlung (z. B. Licht) nach Durchqueren eines Mediums. entsprechend abgenommen hatte. Während dieser 100.000 Jahre andauernden Entkopplung des Lichts waren einige Teile des Universums bereits soweit abgekühlt, dass sie durchsichtig waren, während es in andern noch heißes Plasma gab.

Das Universum kühlt sich langsam ab. Als seine Temperatur auf 2700 Grad Celsius gesunken war, entstanden die ersten Wasserstoffatome, Lithium und Helium, nach 100 bis 200 Millionen Jahren die ersten Gaswolken und leuchtende Sterne.59 Möglicherweise entstanden dabei auch schon erste Planeten.

Und auch seine Expansion geht auch heute noch weiter. Verantwortlich für dieses physikalische Phänomen soll die „Dunkle Energie“ sein. Ob diese ein Feld (Energie) ist oder Teilchen (Materie) weiß man nicht. Während man lange dafür eine „Quinta Essentia“, ein fünftes Element neben Feuer, Wasser, Erde und Luft annahm, geht die Physik heute von einer fünften Grundkraft neben Gravitation, Elektromagnetismus, starker und schwacher Wechselwirkung aus,60 die seit 1998 Quintessenz genannt wird.

Durch Gravitation bildeten sich Gaswolken (H-II-Gebiete, Molekülwolken) mit kaltem Wasserstoffgas. Diese werden durch Gravitation zusammengeballt und nun können sich Sonnen bilden.

Anfangs gab es viele Sternsysteme mit mehreren Sternen, z. B. Doppelsternsysteme. Ihre Sonnen waren nicht immer gleich groß und sie umkreisten wie auch ihre eventuellen Planeten einander nicht kreisförmig, sodass instabile Bedingungen herrschten, die für die langfristige Entstehung von Leben erforderlich sind. Es ist also ein seltener Glücksfall, dass unser Sternensystem nur eine Sonne hat.

Sterne werden „geboren“, wenn Druck und Temperatur im Zentrum eines Gas-Balls so groß sind, dass eine Kernfusion einsetzt, bei der die Wasserstoff-Kerne zu Helium-Kernen verschmelzen, und wobei viel Energie freigesetzt wird. Die Dauer ihres Brennens ist umgekehrt proportional zur 2,5-ten Potenz ihrer Masse.

Wenn sich nicht genügend Masse zusammengezogen hat, etwa das 0,07-fache der Sonnen- bzw. das 75-fache der Jupitermasse (ca. 1,39 - 1029 kg), entstehen keine Sonnen, sondern Braune Zwerge61. Sie sind zu klein, um eine Wasserstofffusion in ihrem Inneren in Gang zu setzen. Sie haben maximal die 90-fache Jupitermasse. In ihrem Inneren finden zwar auch Fusionsprozesse statt, deren Temperaturen und der dortige Druck sind aber für eine Wasserstofffusion zu niedrig.

Die Riesen unter den Sonnen geben also mehr Energie ab, verbrennen dadurch schneller. Ein Stern mit der zehnfachen Masse der Sonne strahlt also in der gleichen Zeit mehr als das 3000-fache der Energie ab wie unsere Sonne62 und „stirbt“ nach knapp 35 Millionen Jahren, wobei er zur Supernova wird. Unsere Sonne wird etwa elf Milliarden Jahren brennen.

Die kleinsten Sterne sind die Roten Zwerge.63 Sie haben etwa 40 und 60 Prozent der Masse unserer Sonne. Wenn sie noch kleiner wären, wären sie Braune Zwerge. Zumeist haben sie 10 Prozent der Sonnenmasse und einen Radius von ca. 15 Prozent des Sonnenradius. Ihre Umwandlung von Wasserstoff in Helium (Kernfusion von 1H) erfolgt als Proton-Proton-Reaktion), also sehr langsam, weswegen sie auch viel länger „leben“ werden. Rund drei Viertel aller Sterne gehören zu dieser Sternklasse. Sie könnten bis zu fast 3,5 Billionen Jahre brennen und daher die meisten anderen Sterne, Planeten und Monde „überleben“ und das Universum würde dann ein ganz anderes werden.

Man unterscheidet heute im Wesentlichen fünf Generationen (Populationen) von Sternen.

Extreme Population I

Diese Sterne sind nur weniger 100 Mio. Jahren alt. Sie finden sich häufig in Spiralarmen und irregulären Galaxien, besonders dort in diffusen Nebeln, Reflexionsnebeln, offenen Sternhaufen.

Intermediäre (ältere) Population I

Sterne dieser Population, zu der auch unsere Sonne gehört, haben ähnliche Merkmale, sind aber älter.

Scheibenpopulation

Die meisten Sterne unserer Milchstraße gehören hierzu. Sie haben ein mittleres Alter und stellen den Großteil der galaktischen Scheibe und des galaktischen Zentrums dar.

Intermediäre (Zwischen-) Population II

Das sind nur wenige Sterne, die sich vor allem in m galaktischen Zentren befinden. U. a. die sog. Schnellläufer, die sich mit Geschwindigkeiten von über dreißig Kilometern pro Sekunde senkrecht zur galaktischen Ebene bewegen.

Halopopulation (extreme Population II)

Diese sind von über sechs Milliarden Jahre alt und beinhalten meist in Kugelsternhaufen. Der Halo der Milchstraße hat einen Durchmesser von ungefähr 165.000 Lichtjahren, der der des Andromedanebels über 1.000.000 Lichtjahre.

Der bisher älteste bekannte Stern ist 13,6 Milliarden Jahre alt, entstand also nur rund 100 bis 200 Millionen Jahren nach dem Urknall, und befindet sich in unserer Galaxie, ist nur 6000 Lichtjahre entfernt und gehört zur Population II.

Bei der Bildung von Sonnen verschmelzen bei einer Temperatur von 15 Millionen Grad Celsius (an der Oberfläche immerhin noch 5.5.500 Grad) vier Wasserstoffatome aus ihrem Kern zu einem Helium-Atom, wobei Energie frei wird. Wenn sie massereich sind, explodierten die Sonnen am Ende als helle Supernovae. Dabei konnten sie, wenn sie genug Masse hatten, zu massereichen schwarzen Löchern zusammenfallen64, Durch die Explosion wird ihre Materie ins All hinausgeschleudert.65 Wegen ihrer Anziehungskraft lagerten sich um die schwarzen Löcher Galaxien an. Auch unsere Milchstraße hat ein schwarzes Loch in seiner Mitte.66

Nach Ansicht der meisten Wissenschaftler hatte das Universum nur und 380.000 Jahre nach dem Urknall 1/1.000 seiner heutigen Größe und es entstand die kosmische Hintergrundstrahlung67 als die Dichte und die Temperatur des anfänglichen Strahlung-Materie-Gemisches so weit gesunken war, dass sich bei etwa 3.000 Kelvin aus Protonen und Elektronen erste Atome bildeten: elektrisch neutraler Wasserstoff.68, später auch Helium. Sie war gleichförmig, was zeigt, dass die Materie damals sehr gleichmäßig verteilt war, es also noch keine großen stark leuchtenden Objekte gab wie Sonnen oder Quasare.

Einige Wissenschaftler nehmen an, dass das Ganze noch früher stattfand, etwa 200 Millionen Jahre nach dem Urknall, als es bereits erste Sonnen gab.69 Bei seiner anschließenden Expansion wurde das Universum immer kühler, die Hintergrundstrahlung im Mikrowellenbereich dehnte sich als Folge des thermischen Gleichgewichts bei einer Temperatur von 2.725 Kelvin mit immer größeren Wellenlängen aus. Es kam zu der Rotverschiebung des von der Hintergrundstrahlung ausgehenden Lichtes.

Ds erste Licht, das den Raum durchflutete70, hatte nur etwas über 400 Photonen pro Kubikzentimeter.

Die Hintergrundstrahlung kann in jedem Bereich des Himmels gemessen werden, ist nicht Objekten zugeordnet und wurde 1946 von George Anthony Gamow (1904 - 1968) angenommen und 1964 durch Arno Penzias (geb. 1933) und Robert Woodrow Wilson (geb. 1936) beobachtet. Bis etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall war die Temperatur so weit abkühlt, dass sich immer mehr Protonen Elektronen an einander banden und kein Licht nach außen gelangte.

Etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall hatte das Universum nur 1/1.000 seiner heutigen Größe und dehnte sich seitdem noch aus.71 Humason (1891 - 1972) entdeckte die Rotverschiebung, wonach sich die elektromagnetischen Wellen in den Rotbereich verschieben, wenn sich Quelle und Betrachter voneinander entfernen. Aus der Änderung der Frequenz lässt sich auf die Geschwindigkeit schließen, mit der sich beide Punkte voneinander entfernen. Und Edwin Powell Hubble (1889 – 1953) erkannte, dass sich weit von der Erde entfernte Galaxien vor Allem ins Rote verschieben und dass diese Rotverschiebung umso größer ist, je weiter die Galaxien von uns entfernt sind. Daraus schloss er, dass sich das Weltall nicht, wie bis dahin meist angenommen, statisch ist, sondern evolutionär und sich immer noch weiter ausdehnt.

Heute nimmt man an, dass die Hubble-Konstante, also die Ausdehnungsrate des Weltraums, 73 km pro Sekunde pro Megaparsec72 beträgt. Das bedeutet, dass sich Objekte, die ein Megaparsec von uns entfernt sind mit 73km/s von uns entfernen, doppelt so weit entfernte Objekte eben doppelt so schnell usw.73

Im Zentrum verschmelzender Protogalaxien bildeten sich supermassive Gasscheiben, die wie das ganze Universum „flach“ sind, also nicht gekrümmt wie die Oberfläche einer Kugel.74 Sie waren sehr instabil waren. Innerhalb von 100.000 Jahren sogen sie durch die Gravitation über 100 Millionen Sonnenmassen an Gas in ihr Zentrum.

Die Kerne dieser sich so rasch akkumulierenden dichten Gaswolken kollabierten zu Supersternen mit zehntausenden Sonnenmassen, die sehr schnell entstanden und ebenso schnell zu einem massereiches Schwarzen Loch kollabierten.75