Nachrichten aus Wolperting - Lorna Simone Baier - E-Book

Nachrichten aus Wolperting E-Book

Lorna Simone Baier

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Beschreibung

Nachrichten aus Wolperting ist ein Buch aus der Oberpfalz, bleibt aber nicht an ihren Grenzen stehen. Es lässt so wie der Vorgängerband die Natur und ihre Kinder zu Wort kommen, klagt aber auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen an. Dabei lässt es sich in keine Schublade stecken, sondern zeigt durchwegs eine Komplexität, die man nur als authentisch bezeichnen kann.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Lorna Simone Baier

ist nach wie vorOberpfälzerin, genauer gesagt Kind des Naabtals, Wanderführerin, ehemalige Poetry-Slammerin, mittlerweile im Leitungsteam der Sonntagsdichter und ja, es gibt immer noch Lesespaziergänge

Inhalt

Einmal so gesagt

Wo ist Wolperting? - Meine Heimat (Was soll aus Dir werden?) - Wolpertingisch für Interessierte - Verlustanzeige

Wolpertingische Anliegen

Bauern - *Außen oder: Natürlich diskriminierungsfreies Gendern - Immerhin etwas - Das Virus - Freiheitslied

Weltenspiegel

Also wirklich - Machtspielchen - Und tschüss!! - Hinweis aus dem äußeren Sonnensystem - Sonnige Aussichten

Blick nach draußen

Eine Mauer - Kurzmeldungen - Wohin?

Dass es sowas auch gibt...

Träge? Wir? - Steiniges - Schilf-Schiff - Lauter Lügner

Aus der Umgebung

Fließend - Abendgedanken eines Müllersweibs - Die kleine Nebelschwade - Ein würdiges Ende

Einmal so gesagt

Wo ist Wolperting?

Wolpertinger gehören zu Bayern wie Bier und Weißwürste. Während letztere sogar in Bayern erfunden wurden, war das Bier, wie archäologische Funde belegen, ursprünglich ein Importprodukt. So wie nebenbei alle heute in Bayern lebenden Menschen, aber das gehört nicht zu diesem Text. Da stellt sich fast zwangsläufig die Frage, wo denn die Wolpertinger herkommen.

Die Endung -er deutet entweder auf einen Beruf oder einen Stammort hin. Den Beruf kann man getrost ausschließen, denn sonst gäbe es das Verb oder die Tätigkeit „wolpertingern“. Man könnte zwar argumentieren, dass Kurzformen davon existieren, aber insbesondere „walpern“ hat nachgewiesenermaßen einen anderen Ursprung. Also schaut alles danach aus, dass die Wolpertinger aus einem Ort namens Wolperting stammen.

Aber wo ist dieses Wolperting? Im Bayernatlas findet sich kein Ort dieses Namens. Deppert. Aber dieses Wort gebrauche ich hier nur, um sicherzustellen, dass dieser Text nicht zur wissenschaftlichen Abhandlung umgedeutet wird. Theoretisch könnte es zwar ein Wolperting, vielleicht auch Wolpertingen, außerhalb Bayerns geben. Das wäre aber sicher eine Fälschung, denn die Wolpertinger gehören zu uns Bayern und nicht zu den Preußen und gleich gar nicht zu den Ösis. Wenn ich mir die Geschöpfe so anschaue, könnten sie natürlich Außerirdische sein, aber da sehe ich Mama Natur den Kopf schütteln. Servus Mama!

Hier könnte sich aber wirklich eine Lautverschiebung (oder zwei oder fünf) abgespielt haben. Mir kommt die Walberla in den Sinn, aber die ist in Franken. Oder aber Wolfring im Fensterbachtal. Ich höre zwar schon die benachbarten Jedinger und Knöllinger aufstöhnen, weil ja Wolfring schon das Schloss und die gräfliche Familie UND das Fensterbacher Rathaus hat, aber die Verkürzung von -pert- zu -fr- ist zumindest mal nicht toooootal abwegig. Das könnte ich zwar abklären lassen, aber der Zehentner will dann bestimmt wissen, warum, und erklärt mich dann für durchgeknallt. Lieber nicht!

Die Fronberger wiederum, also die bei Schwandorf, haben ein noch größeres Schloss und sogar einen Baron und einen Stammtisch der Wolpertinger, aber da ist wohl, ohne dass ich groß woke tun will, mehr kulturelle Aneignung dahinter als Stammbaum. Wobei: Fronberg ist in Bayern. Folglich ist Aneignung gar nicht möglich, weil die Wolpertinger ja zu Bayern gehören. Also doch alles gut. Aber Fronberg ist trotzdem nicht Wolperting, auch wenn sie auf Gestöhne der Schwandorfer höchstens die Achseln zucken und antworten würden, dass es nicht ihr Problem ist. Und mir fällt langsam der Kugelschreiber aus der Hand. Also höre ich jetzt auf und lasse euch noch eine Runde spekulieren.

Meine Heimat (Was soll aus Dir werden?)

Ich weiß nicht, ob ich diesen Text noch als Übersetzung bezeichnen kann. Denn im englischen Original von 1992 ging es um meine Heimatstadt und die Details waren deutlichst andere. Nur der Grundgedanke ist der gleiche geblieben.

Es war einmal vor langer Zeit Ja fast schon vor einer Ewigkeit Da warst Du Zentrum von Industrie und Handel Lechzend nach Fortschritt, keine Scheu vor WandelTausend Burgen wachten über Deine Wege Auf denen der Verkehr war regeMit Luxusgütern, Nachrichten und auch Herden O meine Heimat was soll aus Dir werden?

Kaiserinnen, Gelehrte und Komponisten wurden hier geboren Als Wohnsitz von Malern wurdest Du erkoren Deine Hammereinung war die erste in der Welt Jahrhunderte lang brachte sie Dir Ruhm und Geld Die schlimmsten Kriege konnten Deine Entwicklung nicht aufhalten Nach Raubzügen von Neidern war alles schnell beim Alten Trotz aller Opfer bist Du gestärkt aus ihnen hervorgegangen Doch mit der Zeit verfloß dieses Verlangen

Was soll aus Dir werden? Du warst ein Paradies auf ErdenDavon ist nicht mehr viel zu sehenWie soll es mit Dir weitergehen?

Schmelztiegel der Stämme von überall Die hier siedelten Wall an WallJetzt schreien die Leute „Wir wollen keine Fremden Die sollen uns lieber nähen billige Hemden“In Deinen Hügeln liegt der Tourismus brach Die Jugend entflieht in die Städte nach und nach Umgekehrt zur Migration in vielen hundert Jahren O Oberpfalz was ist Dir widerfahren? Diesen Namen trägst Du noch nicht all zu lang Ob es da nicht gibt einen Zusammenhang

Was soll aus Dir werden? So wie sich die Leute hier gebärdenMacht mir für Deine Zukunft wenig MutImmer nur fordern geht selten lange gut O meine Heimat was soll aus Dir werden?

---ENDE DER LESEPROBE---