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Die Nacht. Für viele ein Zeitraum der Erholung und des Schlafens. Für manche jedoch sind es jene Stunden, in denen sie erst aktiv werden, auf der Suche sind sind nach dem inneren Ich, angetrieben von einer ihnen unbekannten Kraft, die sie immer wieder deren dunkler Schönheit verfallen lässt.
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Seitenzahl: 28
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Peter Fechter
Nacht.
und andere Kurzgeschichten & Gedichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
"Wenn auch ein Tag uns klar und vernünftig lacht, in Traumgespinst verwickelt uns die Nacht." - J.W. von Goethe, Faust
Fortgehen
Nacht
Matrosenherz
Allegro non troppo
Adrenalin
Gipfelstürmer
Regen
Zwei Fremde
Impressum neobooks
„Du musst dein Ändern leben.“ - R.M. Rilke
Ein Sturm zieht auf, ich hör' ihn kommen.
Raunt mir leise in mein Ohr.
Die Stimme zart, wirkt sein Körper fast unendlich weit.
Lasse den Blick übers Meer streifen,
Gedanken treiben ebenmäßig vor sich hin.
Klatschen nass und schäumend an den Fels,
als sie eine Woge packt und mit sich reißt.
Was mich antreibt, weiß ich nicht,
fühle nur die Wassertropfen fliegen
gegen mein Gesicht.
Ein Vogel will ich sein, just in dem Moment,
den Schaumkronen nachjagen,
die sich kräuseln auf den Wellen.
Wenn Federkleid und Luftstrom sich dann finden,
werd' ich dort schweben, schwerelos, unendlich frei.
Während hinter mir das vertraute Land im Dunst der Gischt langsam verblasst,
blick' ich zurück auf das, was davon übrig ist.
Ein schmaler Pinselstrich nur, mehr erahnt, als gesehen,
der matt am Horizont zu schimmern scheint.
Den Kopf abwendend von dem, was mir einst Heimat war,
kenne ich nur noch ein Ziel.
Und wie der letzte Zweifel schließlich abfällt mit dem nächsten Flügelschlag,
bleiben am Ende nur der Wind und ich.
Mit einem Mal muss ich lächeln.
Blicke auf einen Schwarm Stare, die vor mir in Formation über den Himmel ziehen.
Ich bereue nichts.
Du hast es wieder getan.
Mich gefangen, mit dir gerissen, weit fort.
Wie ein Schatten streichst du über mein Gesicht;
ich fürchte, doch begehre dich.
Gefährten gleich spazieren wir im Gleichschritt,
Hand in Hand, sind uns dennoch fremd.
Du dehnst dich aus, wirst länger, plötzlich still.
Ich folge dir, da ich zuhören will.
So sehr ich auch danach strebe, allein zu sein -
du bleibst bei mir, lässt mich nicht gehen.
Vor allem eines haben wir gemein: allein' oder nicht,
können wir doch nur gewisse Zeit zusammen sein.
Mich schaudert, als ich deinen letzten Atemzug wie einen
kalten Windhauch unter meine Kleidung kriechen spüre,
und die Sonne langsam als orangefarbener Ballon am Firmament
höher und höher zu streben scheint.
In einem Augenblick, einem Wimpernschlag nur,
wirst du wieder fort sein, dem Tag weichen.
Die Zeit hat uns zu zwei alten Kameraden gemacht,
deren Verbindung, deren Freundschaft bedingungslos ist.
Der Tag und der Sonne Licht sind mir allmählich fremd geworden,
je länger ich nicht von deiner Seite gewichen bin.
Verschmolzen von anfangs gegensätzlichen Polen
zu einem großen Ganzen.
Ich, du, gemeinsam vollkommen.
Wir sind die Nacht.
Die Luft hängt noch schwer über den Gassen der Stadt,
lässt sich nur widerwillig vertreiben
vom Wind, der sich vergeblich gegen den Stillstand wehrt
Die Schritte auf dem großen Platz werden zusehends hastiger,
je länger der Morgen andauert;
einzelne menschliche Punkte unten auf diesem Steinmosaik formieren sich neu
Der vertraute Geruch von nassem Holz verirrt sich hier herauf,
mischt sich von neuem mit dem angebrochenen Tag
Der Zug an der Pfeife ist lang und tief,
Rauch wird langsam ausgeblasen
Formt dabei sanfte Nebelschwaden,
erinnert beinah‘ an Wolken
