Nacktaktiv - Ina Rieder - E-Book

Nacktaktiv E-Book

Ina Rieder

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Beschreibung

Von absurden Situationen, über bekennende Fetischisten bis hin zum FKK-Kult ist hier alles möglich. Reißt sich der Held den Stoff nur so vom Leib, sobald er zu Hause ist? Liebt die Heldin ihren Körper so sehr, dass sie lieber gleich ganz auf Anziehsachen verzichtet, oder ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort? Manch einer ist bekleidet eine Schlaftablette und erwacht erst zu "echtem" Leben, wenn auch der letzte Fetzen Stoff von ihm abgeblättert ist. Nicht umsonst sind diese Leute nicht nachts, sondern nur nackt-aktiv. Oder ist das alles nur erfunden - die Fantasie von unbefriedigten Hausfrauen und Machos aus der zweiten Reihe? Mitnichten! Schon so manche zahme, keusche Hupfdohle hat sich unbekleidet als echte Perle entpuppt. Und so manch scheuer Schmächtling als "ganzer Kerl". Hier sind sie, die wahren Geschichten aus dem Leben: Spannend, lustig, ironisch aber immer mit dem Funken Erotik, der einen wünschen lässt, dabei gewesen zu sein. Vielleicht auch nur, um zu lachen ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 321

Veröffentlichungsjahr: 2022

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One Night before Honeymoon
Stella stolperte
Überraschungen inklusive
All-inclusive
Eifelvulkan
Unverhoffte Reisegefährten
Am Fenster
Leinwand des Verlangens
Symphonie der Leidenschaft in 4 Sätzen
Das erotische Back-Office
You Can Leave Your Hat On
Der Marienkäfer
Feuchte Nacht
Der Ausflug
Urlaub mit Triebtätern
Yoga für gewisse Stunde
Hotpants
Wassertaufe
Der Mann am Fenster
Alles nur Kino (Und ewig rauschen die Wälder)
Seitensprung, versuchter
Die Perücke
Maria Magdalena

Anthologie

Nacktaktiv

Anthologie

Nacktaktiv

IMPRESSUM

Vollständige Ausgabe

Orginalausgabe

© 2022 Elysion-Books, Leipzig

ALL RIGHTS RESERVED

Dies sind keine biografischen Geschichten. Jede Ähnlichkeit mit Personen, die leben, gelebt haben oder noch leben werden, jede Übereinstimmung der Namen, Orte, Uhrzeiten und sonstigen Gegebenheiten früher, heute oder später, kann bloß auf zufälligem Zusammentreffen beruhen, und der Verfasser/die Verfasserin lehnt dafür und für die »schmutzige« Einbildungskraft der Leser die Verantwortung ab.

UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinert

www.dreamaddiction.de

FOTO: © Bigstockphoto

ISBN (gedrucktes Buch) 978-3-96000-144-7

ISBN (vollständiges Ebook) 978-3-96000-145-4

Mehr himmlisch heißen Lesespaß finden Sie auf

www.Elysion-Books.com

One Night before Honeymoon

Olivia Grove

Eden Bliss Studios

Silbern strahlt die Leuchtschrift in den Nachthimmel. Im Internet stand, dass man sich als Gast in diesem Airporthotel bereits wie über den Wolken fühlen und himmlisch schlafen würde. Tat das je ein Mensch? Oder war ich die Einzige, die vor Aufregung vor jedem Langstreckenflug eher hyperventilierte oder gar starb?

Ich war die Nervosität in Person. Ganz zum Leidwesen von Sean. Morgen früh 9:00 Uhr geht unser Flieger über Amsterdam nach Curaçao. Die Nacht würde kurz werden. Doch mein ganzer Körper kribbelt bereits jetzt wie Champagner.

Begleitet von karibischen Beats sehe ich mich an einer traumhaften Strandbucht liegen, mit Blick auf den türkisfarbenen Ozean. Die Sonne prickelt auf meiner Haut und Sean reibt mich mit Sonnenmilch ein, die nach Kokosnuss duftet. Während ich mir in Gedanken den warmen Sand über meine Füße rieseln lasse, gleiten die Glastüren des Hotels auf.

Als wir uns händchenhaltend und kichernd der Rezeption nähern, verengt sich mein Sichtfeld schlagartig zu einem Tunnel. Zeitgleich wabert in mir ein Gefühl, ganz so als ob mit jedem weiteren Schritt, den ich gehe, die Farbe von der Leinwand meines Lebens abperlen würde. Dunkle Haare, glattrasiert, ein Modelgesicht mit arrogantem Blick.

Drei, zwei, eins.

»Guten Abend! Hatten Sie eine angenehme Anreise?«

Irritiert lege ich die Reservierungsbestätigung auf den Tresen, während mein Mann vom Parkplatz Shuttle Service plaudert.

»Herzlich Willkommen in den Eden Bliss Studios. Wir haben Sie schon erwartet.«

Als du das sagst, beiße ich mir auf die Unterlippe. Ein bisschen zu stark. Denn erst als du meinen Namen liest und sicher weißt, wer wir sind, wirst du übertrieben freundlich. Dein Blick huscht immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde über mein Gesicht, als müsstest du neurotisch meine Mimik erforschen. Meine Augen zucken an dir vorbei auf die monströse Weltkarte, auf der vier Uhren die verschiedenen Zeitzonen anzeigen. New York, London, Dubai, Tokyo.

Noel. Noel. Noel. Du bringst mich um den Verstand. Sieben Jahre hatte ich es erfolgreich geschafft, dich aus meiner Erinnerung zu löschen. Und zufällig jetzt begegne ich dir in einer fremden Stadt? Ausgerechnet vor meinen Flitterwochen?

»Haben Sie noch weiteres Gepäck? Wir werden es Ihnen sofort auf Ihr Zimmer bringen.«

Mein Mann verneint und schnappt sich unsere Schlüsselkarten. In einem von Sean unbemerkten Augenblick schiebst du mir ein Zettelchen zu. Automatisiert halte ich den Atem an und stecke es in Warpgeschwindigkeit in meine Jeanstasche.

»Sie haben das Zimmer 719, das befindet sich in der siebten Etage. Wenn Sie aus dem Aufzug kommen, dann liegt es auf der linken Seite. Unser Early-Bird-Frühstück steht Ihnen ab 5:00 Uhr im Restaurant direkt neben der Terrasse zur Verfügung. «

Du schenkst uns dein charmantestes Lächeln, das mich wünschen lässt, dass die Dinge anders stünden. Dennoch fühlt sich dein Vortrag unerträglich an. Mir wird plötzlich so verdammt heiß und ein nerviges Kribbeln breitet sich über meinen Nacken aus. Ich muss sofort hier weg!

»Falls Sie später noch Lust auf einen Aperitif oder einen Cocktail haben: Unsere Cloud-Bar ist bis 2:00 Uhr für Sie geöffnet. Und wenn Sie Fragen oder Wünsche haben: Wir sind natürlich 24 Stunden für Sie da. «

Für Sie da.

Die Art, wie du diese drei Worte betonst, lässt mich imaginär mit den Augen rollen. Als du meine Verlegenheit bemerkst, wie ich nervös meine Nase reibe, sehe ich ein Zucken um deine Mundwinkel blitzen.

Inzwischen hat sich Sean mir wieder zugewandt und drückt meine Hand fest in seiner, während mein Blick eine Sekunde zu lang an dir geheftet ist.

*

»Schatz, was ist denn los? Du siehst so aus, als hättest du einen Geist gesehen«, bemerkt Sean im Fahrstuhl, dabei tippt er im Akkord auf sein Smartphone ein. Ein Blick in den großen Spiegel bestätigt seine Bemerkung, mein Gesicht ist aschfahl, passend zu meinem kühlen Blond.

»Ach, du weißt doch, ich bin so extrem aufgeregt. Wegen der Puderzuckerstrände und allem,« fasele ich, doch Sean hört mir schon gar nicht mehr zu.

In unserem Hotelzimmer angekommen, flitze ich sofort ins Badezimmer und falte deinen Papierschnipsel auf.

Triff mich Mitternacht in Zimmer 102 oder ich verrate Sean dein Geheimnis.

Sei mein Gast, Miss Aphrodisiac.

Fuck! Fuck! Fuck! Woher weißt du davon? Eine ganze Weile liege ich wie erstarrt im Bett auf Seans Brust. Dabei wünsche ich, ich wäre wieder wunschlos glücklich. Wie noch vor drei Stunden. Sean spürt natürlich nichts von meinem Herzbeben. Nach wenigen Atemzügen steigt das Bedürfnis in mir hoch, sein Gesicht zu prüfen. Und auch mit dem Wissen, dass dieser Moment dadurch endet, hebe ich meinen Kopf von seiner Brust und blinzle ihn an. Tatsächlich. Seine Augen sind geschlossen, der Atem geht ruhig. Gestern noch hätte ich ihn einfach so stundenlang ansehen können. Sein markantes Kinn. Das Indigoblau seiner Augen, bei dessen Anblick ich mir manchmal vorstelle, von einem Felsvorsprung in die wütende Gischt zu springen. Sean, der Mann, den ich liebe und der mich immer mehr geliebt hatte, als sich selbst. Doch in diesem Moment kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, es ist mittlerweile 23:30 Uhr und ich fühle mich innerlich hin- und hergerissen.

Eigentlich bin ich ein sehr kommunikativer Mensch und so gar nicht auf den Mund gefallen. Doch als Noel das erste Mal in meiner liebsten Loungebar aufgetaucht ist, konnte ich kein einziges Wort herausbringen. Dennoch stand ich bei unserer ersten Begegnung am Beckenrand namens Romanze und ohne zu überlegen, war ich kopfüber hinein gesprungen, so richtig mit Anlauf und ohne Nase zuhalten. Also zog ich, ohne Zeit zu verlieren, direkt zu dir in diese süße Wohnung über dem Kunstladen. Ich war damals Anfang zwanzig und die nicht existente Beziehung zu dir, die monatelang einen viel größeren Stellenwert in meinen Leben hatte, als es für mich gesund gewesen wäre, hatte mich vorsichtig werden lassen. Du, ein wunderschöner und aufregender Mann, der sich selbst leider schon früh im zwanghaften Wischen nach rechts und links verloren hatte. Du musstest dich ständig selbst beweisen, dass jede Frau, die dir über den Weg lief, dir zu Füßen liegen würde.

Und während ich ab und zu noch im Chaos der Vergangenheit versinke, bin ich jetzt leider wieder an dem Punkt, an dem das Kopfkarussell und die Fantasie in meinem Kopf Ping-Pong spielen.

Warum tust du mir das an?

Wie von Sinnen durchwühle ich meinen Koffer nach etwas Tragbarem. Ohne Erfolg. Keine Zeit mehr. Ein schwarzes Longshirt? Immerhin.

Falls du mich tatsächlich überrumpeln wirst, so habe ich notfalls hübsche Dessous darunter.

Nach einer Quickie-Dusche schleiche ich mich Schritt für Schritt -

»Schatz, wohin willst du?«, ruft mir Sean schläfrig nach.

Mit Herzrasen werfe ich ihm ein paar Brocken hin: »Ich kann nicht schlafen, ich hol mir noch einen Schlaftrunk an der Bar. Bin gleich wieder zurück. «

Room 102

Kurz vor Zimmer 102 bereue ich meine Outfit-Wahl. Das Shirt ist vielleicht einen Tick zu eng und zu kurz, denn ich bin permanent dabei, den Stoff wieder über meinen Po zu ziehen. In wenigen Stunden wird unser Honeymoon-Flieger starten und ich stehe kurz davor, eine Unterhaltung zu führen, zwischen zwei Erwachsenen, die sich in diesem Augenblick extrem verboten anfühlt. Ein Hauch von Abenteuer mit einer herben Panik-Note versetzt.

Einen tiefen Atemzug und ein Klopfen später, ertönt ein leises Piepen und die Tür öffnet sich einen Spalt. Als ich das Zimmer betrete, weiß ich nicht sofort, was los ist. Du kommst direkt auf mich zu, doch anstatt mich anzusehen, schlängelst du dich dicht an mir vorbei Richtung Tür.

»Was soll das? Wo gehst du hin? «

»Paradies, höchstwahrscheinlich«, hauchst du kaum hörbar und verschwindest.

Du lässt mich tatsächlich allein. Die Tür ist nur angelehnt. Ich lausche.

Stille.

Selbstverständlich habe ich mir drei Minuten zuvor eine Margarita gegönnt, um sie im Fahrstuhl hastig, aber dennoch voller Genuss, hinter zu kippen. Das Glas mit dem ästhetischen, halb abgeschleckten Salzrand habe ich neben eine andere Hoteltür gestellt.

Da ich nun schon einmal hier bin, nutze ich die Gelegenheit, mich umzuschauen. Viel gibt es nicht zu sehen. Es ist ein minimalistisches Einzelzimmer mit einem winzigen Bett, einem Fenster, links an der Wand hängt ein Spiegel, daneben eine Stehlampe, die kaum merklich Licht an die Decke wirft. Die Sparvariante bietet auch keinen TV, was wohl auch besser so ist, denn in den Nachrichten hört man ständig nur negativen Ballast, mit dem man sich durch den Tag schleppen muss.

Einige Minuten später reißt du mich überraschend aus meinen Gedankenspiralen, indem du dich zurück ins Zimmer schleichst, mit einer weiteren Matratze und einem schneeweißen Laken unter dem Arm. Ein pinkes seidig schimmerndes Band steckt in der Chino-Hosentasche deiner Hoteluniform.

»Ich habe nicht erwartet, dich jemals wieder zu sehen«, werfe ich in den Raum, dabei schwingt unbewusst ein leicht melancholischer Unterton mit. Du knallst die Matratze vor meine Füße auf den Boden, dann zerrst du die andere Matratze aus dem Bett heraus und wirfst sie daneben.

In einem unglaublichen Eiltempo und mit äußerster Präzision bespannst du sie mit dem großen Laken. Mir wird langsam Bange und mein Kopf heizt sich urplötzlich auf gefühlte einhundert Grad auf.

Was hast du vor?

»Was soll der Mist hier? Und warum erpresst du mich, verdammt nochmal?«, werde ich schlagartig lauter und stemme beide Hände in meine Taille.

»Oha, Madame Aphrodisiac wird gesprächig! Vorhin hat es dir aber gewaltig die Sprache verschlagen«, raunst du plötzlich und trittst unfassbar nah an mich heran. Dein Duft streift meine Nase und löst ein inneres Beben aus, was hoffentlich unbemerkt von dir geblieben ist. Mit einem Schritt weiche ich nach hinten aus, gehe auf Abstand.

»Woher kennst du mein Pseudonym, Noel?«

»Woher willst du so genau wissen, dass ich Noel bin und nicht Gyllen?«, entgegnest du verschwörerisch und lachst. Ein bitterböses Lachen.

Du triffst genau meine Schwachstelle, wie du es so oft selbstgefällig getan hast. Ich bin deinem Zwillingsbruder Gyllen nie begegnet, kenne ihn nur von Fotos. Ihr habt euch schließlich gehasst, schon immer eigentlich. Manchmal dachte ich sogar, du hättest gar keinen Zwilling.

Und nicht alle Lovestories waren gleich, unsere hatte zerrissene, halb abgefackelte Seiten und ein fehlendes Ende. Du warst damals einfach so weg gewesen, verschwunden von einem Tag auf den anderen. Und ich war daraufhin zu selbstverliebt und ungezähmt gewesen, um in Selbstmitleid zu baden und dir hinterher zu trauern. Ich hatte mich lieber ins nächste Abenteuer gestürzt, in eine künstlich erzwungene Lebendigkeit, um mich vor meinem Schmerz zu flüchten. Verdrängungsstrategien sind nämlich mein Spezialgebiet.

»Du hattest damals alles stehen und liegen lassen, mein Herz ruiniert. Du hast Raubbau an unserer Liebe begangen. Und jetzt denkst du, du kannst einfach so zurück in mein Leben spazieren?«

Ziemlich betreten blickst du mich an und ich lege direkt nach: »Ich hatte mich wie die wertloseste Person der Welt gefühlt, mich selbst verloren. Meine verdammte Gefühlswelt hatte sich in den schillerndsten Farben der Entsetzlichkeit präsentiert. All unsere Erinnerungen rollten völlig ungefiltert auf mich zu. Und ich war diejenige, die alles aus den Trümmern unseres alten Lebens aussortieren und mich wieder neu erfinden musste.« Ein Pochen jagt durch meine Schläfen. Du sagst nichts, schaust mich nur an mit deinen schönen Augen.

»Warum warst du plötzlich weg?«, frage ich dich verzweifelt und blinzle die Erinnerungsfetzen aus meinem Verstand.

Jetzt wirst du mir sicher wieder eine deiner Lügen auftischen, doch du sagst nur: »Jetzt bin ich doch hier.«

»Das macht nichts wieder gut. Rein gar nichts, Noel«, erwidere ich enttäuscht.

»Warte mal ab.«

Statt Kopfkino tanzen nun unzählige Fragezeichen durch mein Gehirn.

»Sag schon, bist du mein heimlicher Stalker?« Meine Stimme klingt sofort eine Spur kühler.

Du setzt dich provokant breitbeinig auf die Kante des leeren Metallbettgestells und deutest mir mit einem erhabenen Nicken, mich auf die Matratzen zu setzen.

Auf keinen Fall! Ich bleibe mit verschränkten Armen vor dir stehen.

»Ach, Clémence. Ich bin durch deinen Podcast auf dich gestoßen.«

Ich hasse es, wenn du mich Clémence nennst, mit deinem galanten, französischen Akzent. Die Gnädige.

»Nun ja, meine Ex war total geil darauf. So geil, dass wir uns sogar gegenseitig deine verdorbenen Fantasien auf deinem Blog vorgelesen haben.«

Too much information!

Angewidert ziehe ich die Brauen hoch, als sich ein Anflug von schlechtem Gewissen in deiner Miene abzeichnet.

»Doch als ich die Narbe am Daumen auf einem deiner Autorenfotos auf dem Blog erkannt habe, war Schluss mit Vorlesen.« Deine Stimme klingt auf einmal verblüffend sanft. Deine Ehrlichkeit überwältigt mich.

Du erkennst die Täuschung in meiner heilen-Welt-Fassade. Aphrodisiac ist mein Autorenpseudonym. Ich bin eine gehypte Sexbloggerin und schreibe für den Trend-Blog »Beam Me Up«, auf dem ich heimlich meine geheimen Fantasien auslebe. Rein literarisch, versteht sich. Mein Mann weiß absolut nichts davon, er ist viel zu beschäftigt mit seiner Online Marketing Agentur und denkt, ich würde einen Lifestyle-Blog schreiben.

»Was willst du jetzt von mir?«, herrsche ich dich an. Ich bin nervös und das spürst du.

Du erhebst dich vom Bett, machst einen Schritt nach vorn und streichst dir durch dein dunkles Haar. Für einen kurzen Moment siehst du aus, als wärst du einem alten Foto entstiegen.

»Ich habe all deine Geschichten gelesen. Jede einzelne Blogseite.« Deine tiefe vibrierende Stimme ist nur noch ein Flüstern.

Ich finde keine Worte, die groß genug sind für etwas so Bedeutsames. Solch ein Kompliment hatte ich noch nie zuvor von einem Menschen gehört.

»Hast du dich jemals sexuell erregt gefühlt«, sinnlich saugst du Luft ein und fährst fort: »allein vom Klang einer Stimme?« Du atmest wieder aus. Dein nahes Atmen treibt eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper.

»Du hast etwas Gefährliches in mir geweckt. Pure Gier. In meiner Vorstellungskraft habe ich dich so hart zerfickt, sodass du nur noch am Beben warst!« Ich bemerke das Pochen des Pulses an deinem Hals, während ich gleichzeitig zu ignorieren versuche, dass sich mein Herzschlag mit jedem deiner Worte rasant beschleunigt. Ganz offensichtlich weißt du noch immer, welche Wirkung du auf Frauen hast, und unglücklicherweise geht es hier und jetzt gänzlich um mich.

»Hat es dir wieder die Sprache verschlagen?«

Allein der Nachdruck, mit dem du sprichst, macht mich unerwartet an.

»Ich habe gelesen, dass du auf Fesseln stehst.« Augenblicklich ziehst du das pinke Seidenband aus deiner Hosentasche.

Ein Muskel zuckt in deinem Kiefer, als du mich einen Moment lang eindringlich musterst.

Ich spüre die Hitze der Lust, die sich unaufhörlich in mir ausbreitet und mich immer mehr vernebelt. Ganz so, als ob dichter Rauch den Raum bis in die letzte Ecke füllen würde.

»Das Problem an der ganzen Sache ist«, säuselst du, als dein Zeigefinger eine Millisekunde mein Kinn streift, »wenn ich dich jetzt küsse, werde ich nicht mehr in der Lage sein, so schnell wieder damit aufzuhören.«

Diese Geste versetzt mir einen Stromschlag und katapultiert mich wieder in die Realität zurück, und erst jetzt wird mir bewusst, was ich vorübergehend vergessen hatte: Ich befinde mich in einem Hotelzimmer mit einer verflossenen Liebe, während sechs Etagen über uns mein Ehemann seelenruhig schläft. Dieses verbotene Gefühl hält mich krampfhaft davon ab, dem Knistern nachzugeben, denn das Risiko, sich wieder ineinander zu verlieren, ist mehr, als ich ertragen kann.

Mein Herz schlägt so heftig, dass es sich anfühlt, als ob jeden Moment meine Rippen brechen würden.

Ich blicke zu dir auf, in der Sekunde packst du mein Handgelenk und stößt mich auf die Matratzen am Boden.

Als dabei mein Shirt hochrutscht und mein schwarzer Slip hervorblitzt, funkeln deine Augen gefährlich auf.

»Na, na, geht man so mit seinem Gast um?«

Hastig wickelst du das Seidenband um mein Handgelenk und befestigst das Ende mit einem strammen Zug an dem geometrischen Bettfuß. Die freie Hand klemme ich unter meinen Hintern.

Meine Sicht ertrinkt in Adrenalin. Wie Säure frisst sich Panik meine Synapsen entlang und schießt ein Warnsignal nach dem anderen durch meinen Körper.

»Meine feine Nase wittert bei dir eine verwirrende Mixtur aus Rühr mich bloß nicht an und Fick mich auf der Stelle wund - und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon glauben soll. Kannst du mir vielleicht helfen?«

Diese Worte, wie sie soeben aus deinem wunderschönen Mund strömen, lassen plötzlich alles um mich herum in diesem schäbigen Hotelzimmer zu Goldnuancen erstrahlen. Mir stockt der Atem, ich habe dir tatsächlich deinen Instinkt geraubt. Triumphierend lächle ich in mich hinein.

Auf einmal spüre ich, wie du mir eine Haarsträhne hinters Ohr streichst. Die Berührung ist so verdammt elektrisierend, dass ich erschaudere, und ich hasse mich augenblicklich dafür.

Achtung, Gefahr. Lauf weg!

Mein Geist brüllt jede einzelne meiner Fasern an, gegen mein Verlangen anzukämpfen, doch alles, was ich zustande bringe, ist ein klägliches Zucken.

Deine gierigen Augen durchbohren mich regelrecht. Zeitgleich knöpfst du langsam dein weißes Businesshemd auf, während dein Blick weiterhin unaufhörlich über meine Kurven schwebt.

»Vertrau mir«, raunst du hypnotisierend.

»Vertrauen, ohne zu wissen, was kommt und deine Einladung einfach annehmen? Wenn du mir sagst, wie.«

Ohne Erklärung drückst du mich unvermittelt auf die Matratze, fixierst mich, dein Mund schwebt direkt vor meinem. Dein Geruch versprüht pure Betörung und ich sauge alles auf, was ich bekommen kann.

»Weißt du, als ich deine Kurzgeschichten durchgearbeitet habe«, beginnst du, dabei fährst du mit dem Zeigefinger die Konturen meiner Lippen nach, »bin ich mit meiner Hand an meinem pulsierenden Schwanz rauf und runter gefahren, und habe dabei an dich gedacht, wie du dir all diese Szenen mit mir vorstellst und immer schneller in die Tastatur hämmerst. Ich habe von dir geträumt. Von dir und all den unanständigen Dingen, die ich mit dir in meinem Bett anstellen will.«

Deine Hand an meinem Hals, die andere gleitet unter mein Shirt, schiebt es hoch. Ich spüre deinen harten Penis an meinem nackten Bein. Und das macht mich noch geiler. Doch ich merke, wie sehr dich mein BH stört. Blitzschnell zückst du ein klappbares Jagdmesser und bevor ich auch nur einen Ton des Widerspruchs sagen kann, zerschneidest du meinen BH-Träger in nur einem Zug und schiebst ihn mir vom Körper.

»Spinnst du? Der war sauteuer!«, plärre ich dich an und versuch, dich mit meiner freien Hand von mir runter zu schieben. Doch du hältst übermächtig dagegen, drückst mich hinunter.

»Ich werde sicher nicht so dumm sein und deine Fessel lösen, du Schöne«, flüsterst du, ganz nah an meinem Ohr.

Deine Lippen gleiten über meinen Hals hin zu meinen harten Knospen. Du atmest mich ein. Deine Zunge um meine Nippel, ich habe es so vermisst. Du saugst sie so schön derb, dass ich vor Verlangen fast sterbe. Jetzt hast du mich, ich platze gleich. Deine bloße Anwesenheit wirkt auf mich wie ein Vulkan, der kurz vor einer gewaltigen Eruption steht.

Ich kann nicht anders, meine freie Hand verselbstständigt sich und wandert über deinen Rücken zu deiner Hose, ich versuche, sie zu öffnen. Doch bevor ich soweit komme, presst du dich kurz an mich und reißt in der nächsten Sekunde mein Höschen runter. Meine Oberschenkel sind schon ganz nass und mir ist heiß – unmenschlich heiß.

»Ich habe dich echt vermisst, Clementine. Meine zuckersüße Clementine!«

Du rutschst von mir runter, ziehst deine Chino samt Boxershorts aus, dabei erhasche ich nur einen kurzen Blick auf deinen geilen Schwanz. Mit einem Ruck drehst du mich auf den Bauch und ziehst mich an der Hüfte nach oben, so dass ich vor dir knie.

»Zieh deine Backen auseinander!«, befiehlst du mir harsch.

Ich greife zwischen meine Schenkel und spreize mit meinen Fingern leicht meine nassen Lippen. Als du siehst, wie feucht meine gesamte Pussy ist, entgleitet dir ein Stöhnen. Fast gierig lecke ich meine Finger sauber und ziehe nun brav mit einer Hand meine Pobacke zur Seite. Ich spüre, du bist überrascht von meinem plötzlichen Wandel.

Mein Körper will Sex. Mein Herz will Liebe. Meine Seele will beides. Jetzt sofort.

Endlich gleitet deine Hand über meine pulsierende Spalte, meine geschwollenen Lippen schreien nach mehr. Ich explodiere fast. Du lässt deinen Schwanz auf meine Backen klatschen, dann wirfst du mich um, kommst seitlich an mich heran und präsentierst mir deinen Schwanz. Er streckt sich mir entgegen und möchte von mir verwöhnt werden. Ich spüre das Lodern in deinem Blick.

Hörig öffne ich meinen Mund und umschließe deine unglaublich pralle Eichel mit meinen Lippen, dabei dringe ich mit meinen Augen tief in deine Seele ein, während ich ihn immer tiefer nehme.

»Ich will spüren, wie sehr du mich willst!» Deine Worte treiben mich an.

Und ich will, dass du dich erinnerst, wie du mich früher gefickt hast.

Du pulsierst in mir. Genüsslich sauge ich weiter, gleite mit meinen Lippen auf und ab, lasse meine Zunge tanzen, dabei streichle ich sanft über deine Eier, massiere sie liebevoll und mit jedem sinnlichen Auf und Ab an deinem Harten, knete ich deine prallen Eier fester. Deine Eichel pocht dadurch immer mehr. Du schnappst nach Luft, zitterst beinah. All meine Vorbehalte sind wie weggeblasen.

Ich lasse deinen Penis schmatzend aus meinem Mund heraus gleiten und studiere die dicken Adern. Deine Augen funkeln und dein Schwanz ist so geil rot und geschwollen.

Und weil du genau weißt, wie sehr ich auf deine Dominanz stehe, packst du mich, drückst meine Beine mit deinen auseinander und rammst ohne Vorwarnung deinen dicken Riemen in mich. Ich schreie lustvoll auf. Gierig und pochend empfängt dich mein Körper willig. Unsere Bewegungen ergänzen sich perfekt. Du lehnst dich von hinten auf mich und beißt in meinen Nacken. Gänsehaut wandert meinen Körper hinab.

Immer heftiger stößt du in mich, meine Muschi schmatzt richtig, so geil bin ich.

»Das hättest du früher haben können«, keuchst du nah an meinem Ohr, dann küsst du mich. Endlich.

Wir sind im Rausch. Unsere Küsse verschmelzen. Es ist, als hätten wir uns endlich wieder gefunden, in einer Parallelgalaxie.

Du fühlst dich so fantastisch an und ich frage mich, warum wir so lange damit gewartet haben. Ich spüre dein gewaltiges Pochen in mir. Du fickst mich immer fordernder, bis mein Stöhnen dir zu verstehen gibt, wie weit du gehen darfst. Weiter als du es dir zu träumen gewagt hast. Süßer Lustschmerz jagt durch meine Venen und flutet mich mit purer Gier und tabuloser Lust. Jeder Stoß entlockt mir neue Laute, drückt dich tiefer in mein Becken. So tief, dass es dich selbst zu überwältigen scheint und du deinem eigenen Tempo nicht mehr gewachsen bist. Und plötzlich kannst du dich nicht mehr halten und lässt deine Lust unter animalischem Stöhnen zwischen Gewalt und Zärtlichkeit in mich strömen.

Cool Down, Honey

Völlig betäubt liege ich nun nahezu regungslos neben dir. Du streichst mir meine wilden Haare aus dem Gesicht und lächelst. Welch seltener Anblick.

»Honey, vor mir brauchst du nicht die brave Ehefrau zu spielen. Ich weiß, was für ein Luder du bist.«

Ich dachte immer, ich würde Sean niemals betrügen, doch ich hatte ihn fast jede Nacht in Gedanken betrogen, tief in meinen Geschichten versunken. Es ist das Spiel mit der Fantasie.

Und Noel war der erste Mann in meinem Leben, der mich wahrhaftig als Frau gesehen hat. Der mich immer wieder Freiheit spüren lassen hat, obwohl ich manchmal nur als Komparsin in seine Parallelwelt der nie endenden Party eingedrungen war.

Nachdenklich flüstere ich zu dir: »Und du zeigst all den anderen Bitches nur winzige Bruchstücke von dir, deiner Seele. Du lässt sie niemals das ganze Bild sehen. Doch ich habe es gesehen. Ich weiß, wer du bist.«

»Ja, sie sollen mich auch nicht richtig kennenlernen. Ist besser für sie. Und für mich. Meine exzessive Faszination an Frauen kostet mich am Ende zu viel. Seelisch. Weil ich damit zu Vielen wehtue.«

War das eine unterschwellige Entschuldigung in meine Richtung?

Warm-up 2.0

Für einen Moment beobachte ich die Regentropfen, wie sie von den Sturmböen gegen das Fenster gepeitscht werden. Wären es Schneeflocken, würden sie wie Asche aussehen und das Szenario in meinem Kopf vom Ende der Welt unterstreichen. Du streichelst zart über meinen Rücken und ich studiere jeden Zentimeter deiner Haut. Ich versuche, mir jede Besonderheit deines Gesichts einzuprägen.

Oh, Noel.

Ich will nicht duschen gehen, ich will dich riechen und schmecken, deinen Saft in mir haben. Für immer.

»Ich will dich am liebsten gar nicht mehr hergeben. Es ist zu geil mit dir«, sagst du auf einmal, als hättest du meine Gedanken gehört.

Und schon wieder fickst du mich mit deinem Blick, knetest dabei gierig meinen Hintern.

Dein Aroma lockt mich. Testosteron. Du willst mich. Ich kann meine Finger nicht länger von dir lassen. Meine Lippen auf deinen. Du beginnst, sinnlich meine Brüste zu massieren und meine zartrosa Knospen werden immer härter, das spürst du. Deine Finger streichen entlang meiner Taille und reiben schließlich meine tropfnasse Lustspalte. Ich schmiege mich an dich, meine Hand stimuliert schon längst deinen Riemen, er ist wieder steinhart. Ich will dich verwöhnen, keine Stelle deines Körpers will ich ungeküsst, unberührt lassen, weil ich dich ganz will. Du sollst spüren, was es heißt, begehrt zu werden. Wir brauchen keine Worte mehr, nur noch Gefühl und absolute Hingabe.

»Ich will dich schmecken«, raunt es plötzlich hinter uns. Ich schrecke auf, völlig benebelt von meiner nicht enden wollenden Lust. Mein Herz hämmert wie ein Bass gegen meine Brust und dann sehe ich dich.

Du stehst da nackt vor uns. Gyllen? Noel? Ihr gleicht euch wie ein Ei dem anderen.

Ich spüre deine Gier auf unseren vor Erregung starren Körpern. Mein Blick zuckt neben mich, zu dir, Noel.

Du trägst plötzlich ein schmutziges Lächeln im Gesicht

»Was spielt ihr hier für ein Spiel mit mir?«, wage ich zu fragen, wohl wissend, dass sie unbeantwortet bleiben würde.

Und schon liegt Gyllen neben mir, fährt mit seiner Hand über meinen Bauch, hinauf zu meinen Brüsten und schaut mir dabei tief in die Augen, als ob er nie etwas anderes getan hat. Ein Duft von Tonkabohne spielt um meine Nase.

»Oh Clementine, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich dich begehre. Schon immer begehrt habe«, sagst du plötzlich mit einer rauen Stimme, die mehr ein Knurren ist. Dabei löst du endlich meine Seidenfessel.

Ich inspiziere dich genau, als seist du unecht. Deine Haut ist glatt und makellos. Ich spüre, wie sich Noels Körper von hinten an mich drückt, er seine Nase in meinen Nacken gräbt und tief inhaliert. Dabei reibt er seinen Penis an meinem Po. Eine weitere Welle meines sehnsuchtsvollen Verlangens jagt durch jede Faser meines Körpers.

»Ich lass dich so heftig kommen, wie du es noch nie erlebt hast.« Gyllens dunkles Raunen bringt mich um den Verstand. Das süße Pochen zwischen meinen Schenkeln wird immer intensiver. Du hauchst tausend Küsse über meinen Körper und drückst urplötzlich dein Gesicht auf meine tropfenden Vulvalippen, deine Zunge taucht immer wieder zwischen meine Lippen. Ich zucke zusammen. Du kostest jeden Tropfen meines heißen Saftes. Es ist unglaublich geil. Kreisend stimulierst du meine Clit, während Noel meine Nippel reibt, dann schiebst du drei Finger in mich und fickst mich hart mit deiner Hand. Hände überall, ich höre das Rauschen des Blutes in meinem Kopf. Es wird lauter. Ich seufze, atme mehrmals tief ein und aus. Deine Zunge bringt mich in Ektase. Rhythmisch lässt du weiter deine Hand in meine Pussy schnellen. In der Sekunde, in der Noel seine Zunge in meinen Mund schiebt, dabei meine Knospen zart foltert - und Gyllens Zunge meine Klitoris vibrieren lässt, explodiert ein Lustschwall in jeder einzelnen Zelle. Es ist so intensiv, das Pulsieren scheint von überall her zu kommen und überall hin zu strahlen. Mein ganzer Körper bebt und ich schreie das gesamte Hotel zusammen, bis Gyllen auf einmal seinen nassen Mund auf meinen drückt, mich damit zum Schweigen bringt und ich meinen Pussysaft schmecke. Ich bin noch immer gegen zwei harte, erregte Männerkörper gepresst, es dauert einen Moment, bis ich halbwegs zu Sinnen komme.

Doch es gibt kein Durchatmen, keine Pause. Denn schon nimmt Gyllen mein Gesicht in seine Hände und grinst mich erhaben an, als hätte er sein Versprechen gehalten. Als Dank dafür verteile ich mit meiner Zungenspitze den ersten Tropfen deiner Lust auf meinen Lippen, bevor ich deinen pochenden Schwanz immer weiter in meinen Mund nehme. Mein Herz rast, ich halte dennoch die Luft an, um deinen Penis tiefer in meinen Rachen aufzunehmen. Dein Geschmack berauscht meine Sinne, während sich deine Hand in meinen Haaren festkrallt. Du beginnst, meinen Mund zu ficken, während Noels Handballen meine geschwollene, empfindliche Klitoris massiert. Abwechselnd fickt Noel meine lustvoll zitternde Pussy und reibt über meine Clit, die schon halb betäubt scheint. Noels Geschmack liegt noch immer auf meiner Zunge, während mir Gyllen seinen Schwanz immer schneller in den Mund schiebt. Ich fühle mich überall so ausgefüllt. Der wenige Atem und die zwei hardcore-geilen Männer bringen mich immer näher an den Höhepunkt.

Oh mein Gott! Mit einer gewaltigen Wucht komme ich zuckend auf Noels Fingern, während Gyllens Penis tief in meinem Rachen steckt und keinen Atemzug später stoßweise eine heftige Sahneladung in mich spritzt. So heftig, dass ich kurz würgen muss. Von meinem Saft überzogen zeigst du mir deine Finger und schleckst sie genüsslich ab, verdrehst dabei die Augen wie im Rausch. Zur Krönung drehst du mich zurück auf den Bauch und klatschst mir überraschend deine kräftige Hand auf den Po. Ich zucke von deiner unsanften Berührung heftig zusammen. Ein tiefes, harsches Knurren hallt durch das Zimmer. Du bist anders, so rau, auf eine Weise, die ich mir nie hätte vorstellen können.

Die Wände beginnen leicht zu wanken und schon trinke ich ein halbes Glas Wasser, das mir Noel führsorglich reicht.

»Du geile Sau, wie kann man nur so schwanzgeil sein!« Ihr beide lacht und ich muss grinsen, denn eure Schwänze zucken dabei. Wie kann man zwei heiße, sich angeblich hassende Brüder nicht sexy finden?

»Ich hab mich lange nicht mehr so lebendig gefühlt«, keuche ich, noch immer berauscht und gleichzeitig so erschöpft, wie vom Leben gefickt. In meinen Zellen spüre ich meine pure Existenz.

Never Say Goodbye

Diese Matratzen sind zum Altar geworden, auf dem ich mich geopfert und verehren lassen habe. In meinem Augenwinkel sehe ich nur noch den Schatten von Gyllen. Als hätte er seine Arbeit verrichtet, verschwindet er in der Dunkelheit, genauso nackt, wie er gekommen ist, schaut nicht einmal zurück. Ich starre auf seinen sexy Arsch. Die Tür fällt ins Schloss.

»Er ist ein verdammter Geist!«, rufe ich empört in die Nacht.

»Wie war das nochmal? Und anschließend lecken sie mich abwechselnd und hören nicht auf, bis ich schreiend komme. So in etwa oder?«, rezitierst du mich auf einmal mit funkelnden Augen. Ich bin gerührt und strahle über mein ganzes Gesicht.

»Warum bist du nur verheiratet?«, fragst du vorwurfsvoll. Über deine Stirn rinnt noch immer der Schweiß. Ich habe dich echt fertiggemacht, so wie früher.

Obwohl wir uns so unglaublich lange nicht gesehen haben, fühlst du dich vertraut an. Jetzt liege ich hier und mustere dein Profil im Halbdunkel und weiß, dass es um mich geschehen ist. Gleichzeitig bekämpfe ich die innere Stimme, die mich im Sirenen-Modus traktiert und verzweifelt versucht, mir klarzumachen, dass ich mich emotional in gefährliches Terrain vor traue. Wenn ich meine Hand auf deinen Körper lege, ist es wie, wenn ich den Himmel berühren würde. Das Wunder der Wunder – das große unergründliche Geheimnis, wie du all diese Dinge mit mir anstellst.

Wieso möchte ich nie mehr aus diesen Armen heraus? Warum ist mir mein aktuelles Leben nicht gut genug? Warum ist mir nie irgendetwas gut genug?

Das Gefühl von Ohnmacht kriecht in meinem Inneren dämonisch empor. Eine Lüge ist bereits dreimal um die Stadt gelaufen, bevor sich die Wahrheit ihre Heels anzieht. Ich wette, die beiden Brüder haben sich nie gehasst. Sie waren immer da gewesen, gleichzeitig, und haben ein falsches Spiel gespielt. Und heute haben sie wahrscheinlich alte Zeiten wieder aufleben lassen. Mit mir. Ich sah mich selbst wie eine Hauptdarstellerin eines absurden Theaterstückes.

Man sagt immer, Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Doch viel wichtiger ist es, abzuwägen, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, egal ob goldenen oder silbernen. Das Richtige zu tun, ist selten einfach. Und eins ist klar: Es gibt keinen Grund, der Seans Schmerz wegen meines Fremdgeh-Deliktes aufwiegen könnte.

Ich atme noch einmal tief durch. Auch mit dem Wissen, dass unser Moment dadurch endet, hebe ich meinen Kopf und schaue dir in deine dunklen Augen. Wir beide, das war nicht der Plan. Nicht im Geringsten.

»Sag mir, wie spät es ist.«

Du zeigst mir das Display deines Smartphones. Es ist Zeit, zu gehen.

Diese letzten Sekunden fühlen sich jetzt tatsächlich an wie das Ende der Welt.

»Noel, das hier kann nicht schlimmer werden. Richtig?«, verzweifelt blinzle ich in deine Augen.

Was ist, wenn die Grenzen immer mehr verschwimmen und mein Herz lauter ruft als mein Verstand?

»Natürlich kann es schlimmer werden. Gib mir eine Minute«, wisperst du, während ein kleiner Nervenkitzel über meine Wirbelsäule jagt. Ich bin machtlos gegen das heftige Kribbeln zwischen uns. Bereits bei unserem ersten Kuss waren wir dem Untergang geweiht. Doch jetzt genieße ich deine warme Hand an meiner Wange und lehne mich leicht gegen sie. Ich spüre deinen unruhigen Atem. Du willst mich küssen. Ein letztes Mal. Doch ich beiße dir auf deine Unterlippe, als Dank dafür, dass du mich verführt hast.

»Ab diesem Augenblick wirst du nur noch mich schmecken, an mich denken und dich einzig und allein nach mir sehnen, viel stärker, als nach deinem nächsten Atemzug«, raunst du düster, während mich deine Augen hypnotisch fixieren. Du bist wie giftiger Rauch, der durch die feinen Risse in meine Seele kriecht.

Als ich Zimmer 102 verlasse, überlege ich, ob deine Antwort ein Versprechen ist. Oder eine Drohung.

Stella stolperte

Ina Rieder

Ich, Stella, stolperte über so einige Dinge in meinem Leben: Über die verschmutzte Wäsche, die sich auf dem Fußboden türmte, das Stromkabel, das sich bei jeder Berührung zwischen Bett und Steckdose bewegte oder über die ausgestreckten Beine meines Mannes.

»Karl, hast du meinen neuen Krimi schon gelesen?«, erkundigte ich mich zum dritten Mal in dieser Woche bei ihm.

»Was hast du gesagt? Ach ja, deine Geschichte. Da werde ich gelegentlich draufschauen!«

Er versank umgehend wieder im weltweiten Netz, wischte zärtlich über sein I-Pad. Ich seufzte, das Tablet beneidend, ließ Chaos, Chaos sein und entschied mich, in einem Schreibforum einzuloggen. Mein Blick glitt über das aktuelle Thema und blieb an einem der Autorennamen haften. ‚Pah, was für ein verstaubter Name!‘

Dennoch – wie Kaugummi, der einmal in die Haare gekommen, nicht mehr so einfach loszuwerden war, klebte sich sein Nimbus in meinem Gedächtnis fest. Ich murmelte »Konrad-Klaus Kajan ...« mehrmals verträumt vor mich hin.

Feine Fältchen bildeten sich bei der Intonation des »K« um meine himmelblauen Augen. Wie Sand, der zum Schwingen gebracht, sich in geometrischen Mustern ordnet. Elektrisierend. Ich vermochte nicht zu sagen warum. Ich klickte mich zu den Einträgen der Forumsmitglieder zu meiner Kurzgeschichte durch. Beim Lesen der Kommentare glättete sich meine Haut schnell wieder. Die Story, der ich viel Zeit gewidmet hatte, wurde von den mitstreitenden Schreiblustigen in Fetzen gerissen. Christl fand den Text zu flach, Yva hätte ihn sich pointierter gewünscht und Bernd konnte beim besten Willen das Monatsthema nicht erkennen ...

Ich scrollte weiter nach unten und stolperte dabei erneut über Konrad-Klaus. Eine kaum merkbare Welle schwappte sanft durch meine Körper, kitzelte meine Seele. Die Schwingung verdichtete sich, während ich seinen Kommentar las: »Liebe Stella, du schreibst sehr einfühlsam und tiefsinnig. Deine Geschichte gefällt mir, hat mich gefesselt und ist etwas sehr Besonderes …«

Die nachfolgenden Feedbackmeldungen waren nicht viel besser als die von Christl, Yva und Co. Hätte mich das nicht stutzig machen können? Empfand der Typ mit dem klangvollen Namen etwa nur Mitleid mit mir? Ich bedankte sich für seine einfühlsamen Worte. Schon bald jagte eine private Nachricht die nächste. Es war ein sanfter Gleichklang der inneren Schwingungen spürbar, von der Nordsee bis zu den Alpen. Die E-Mails schwirrten wie aufgescheuchte Brieftauben hin und her. Der Inhalt wurde persönlicher und emotionaler.

Konrad-Klaus Kajan verstand es, meine Mitte sanft zu streicheln. In meiner Fantasie sah ich mich mit ihm an einem beseelten Ort sitzen und gemeinsam Bücher schreiben. Es war von Anfang an klar, dass es nur eine rein platonische Beziehung sein sollte. Wohin mit dem Ehemann und der Realität meines Daseins?

Einmal schickte ich ihm eine Kurzgeschichte, die ich für eine Ausschreibung verfasst hatte. Mir dämmerte zwar, dass ich vergessen hatte, meine Adresse aus der Fußzeile zu löschen und für ein Sekündchen taumelte ich. Doch der Gedanke, dass er neben den ganzen anderen vertraulichen Details über mein Leben nun auch noch meine Anschrift kannte, erregte mich.

*

»Gute Fahrt! Meld` dich, wenn du angekommen bist!«

Ich küsste meinen Ehemann zum Abschied, der sich zu einem Firmenmeeting aufmachte.   Er war keine fünf Minuten fort, da läutete es.

»Typisch, jetzt hat der wieder seinen Schlüssel liegen lassen!«

Ich öffnete schwungvoll die Eingangstüre.

»Hast du schon wieder ...?«

Ich sah auf und verstummte schlagartig. Vor mir stand ein unbekannter, gutaussehender Typ und scannte mich hemmungslos von oben bis unten.

»Hallo, aufwachen! Ich bin`s Konrad-Klaus! Da staunst du was! Ich bin extra zu dir in den staubigen Süden gepilgert.«

Er lächelte mich schelmisch an und küsste mich auf den Mund. Ich stand mit hochrotem Kopf, wie schockgefrostet, im Flur.

»Geht`s hier lang?«

Konrad-Klaus drängte sich vorbei und schleppte seinen vergilbten Tramperrucksack, der geradezu nach »Ich bin gekommen, um zu bleiben« schrie, in Richtung Wohnzimmer.

Ich folgte ihm mechanisch und willenlos.

»Was machst du hier? Wie ...? Warum ...?«

Konrad-Klaus zog mich mit einem Ruck zu sich und hauchte mir ins Ohr.

»Du bist noch heißer, als ich dachte.«

Ich, die im ausgeleierten zwei Euro-Shirt und String-Tanga ungewaschen vor Konrad-Klaus stand, ließ mich rückwärts von ihm in mein Schlafzimmer navigieren.

‚Es gibt anscheinend doch noch einen Gott! Endlich mal ein Mann, der mich sieht, wie ich wirklich bin‘, flimmerte es durch meine Gehirnwindungen.

Ich strauchelte und stolperte ins eheliche Bett. Mein Verstand verabschiedete sich zusammen mit meiner Wäsche. Konrad-Klaus` Hand sauste auf meinen Po nieder. Und zwar in der Intensität, wie ich es mir immer gewünscht hatte, aber es meinem Mann nie zu sagen traute. Ich stöhnte ekstatisch.

*