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Auf einer dreiwöchigen Mietwagenrundreise durch Namibia lassen wir die unendliche Weite und Einsamkeit, aber auch die faszinierende Landschaft auf uns wirken. Zwischen den Wüsten Kalahari und Namib erkunden wir das Land. Dabei begeben wir uns auch auf die Spuren der deutschen Kolonialzeit. Die Reise ist selbst geplant und organisiert.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Unsere diesjährige Fernreise im Herbst führt uns nach Namibia. Es liegt im Südwesten Afrikas im Wüstengürtel des südlichen Wendekreises am Südatlantik, begrenzt von Angola, Botswana und Südafrika. Zu Kaiserzeiten war es deutsche Kolonie, nach dem ersten Weltkrieg wurde es Südafrika zugeschlagen und seit 1990 ist es unabhängig. Noch heute findet man vielerorts Spuren der deutschen Kolonialzeit. Namibia gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde, hat aber eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur und ist somit für Selbstfahrer bestens geeignet. Auf einer dreiwöchigen Mietwagenrundtour wollen wir beide die unendliche Weite und Einsamkeit, aber auch die faszinierende Landschaft auf uns wirken lassen. Zwischen den Wüsten Kalahari und Namib wollen wir das Land erkunden.
Wir haben wieder alles selbst geplant und organisiert, doch dieses Mal steht die Reise unter keinem guten Stern. Die 9 verschiedenen Unterkünfte haben wir bei den unterschiedlichsten Anbietern gebucht und unter anderen auch eine Lodge bei Thomas Cook. Durch dessen Insolvenz ist sie natürlich erst einmal weg, ebenso wie unser Geld dafür. Zum Glück können wir sie kurz vor Abflug bei Booking.com noch einmal buchen. Die Buchung der Flüge erfolgte über Condor, obwohl wir mit Air Namibia fliegen werden. Auch das nun eine Zitterpartie! Eine Sitzplatzreservierung ist nicht möglich und für den Online – Check In brauchen wir von Condor 48 Stunden vorher eine Zugangsnummer. Das kostet einige Anrufe. Dann stellen wir fest, dass für uns schon Sitzplätze in einer Viererreihe vergeben sind. Wir können auch nichts ändern. Ich bin sauer! So etwas ist uns noch nicht passiert!
Einen beträchtlichen Teil unseres Reisegepäcks nimmt diesmal Autoreparaturwerkzeug ein. Reifengeschädigt durch das Outback Westaustraliens hat Gerhard vorgesorgt und sicher auch übertrieben. Gut, dass wir bei Air Namibia 30 kg Freigepäck p.P. haben. Hoffen wir, dass alles gut geht!
Unsere Rundtour soll am Internationalen Flughafen von Windhoek beginnen und enden, der 40 km außerhalb der Hauptstadt liegt. Die Rundreise wird im Uhrzeigersinn durch das Land führen, zuerst sofort nach Süden, ohne uns weiter in Windhoek aufzuhalten. In der westlichen Landeshälfte geht es später etappenweise wieder nordwärts bis in die Etoscha-Gegend und zuletzt südöstlich zurück nach Windhoek. Die genaue Route mit unseren Übernachtungsorten stellen wir auf der nachfolgenden Karte dar.
Unsere Fahrt nach Frankfurt am 15.10. 2019 klappt problemlos. Nachdem wir unser Auto in der reservierten Tiefgarage eines Hotels in Flughafennähe abgestellt haben, bringt uns der Shuttle in kurzer Zeit zum Flughafen. Wir sind schon kurz nach 16.00 Uhr da, können aber unser Gepäck schon aufgeben. Am Schalter frage ich, ob ein Sitzplatzwechsel möglich ist. Es klappt und wir bekommen sogar unsere Wunschplätze im hinteren Teil des Flugzeuges. Ich bin zufrieden! Kurz nach 20.00 Uhr geht es los. Das Flugzeug ist nur etwa zu 70% belegt und hinter und neben uns ist noch einiges frei. Man kann es sich also bequem machen. Der Nachtflug verläuft problemlos und gegen 6.15 Uhr landen wir in Windhoek.
Tag 1: Ankunft und Fahrt zur ersten Unterkunft
Auch die Einreise klappt zügig. Als erstes tauscht Gerhard Geld, das ist seeehr wichtig!
Dann steuern wir die Autovermietung an. Wir bekommen von Bidvest unverhofft und kostenfrei upgegradet einen vollgetankten Toyota Hilux Double Cab 4x4 – Pick Up mit 2,4 Liter Dieselmotor, also ein ideales Fahrzeug für die bevorstehenden ca. 70% Pistenfahrten abseits von Teerstraßen.
Damit sollten wir wirklich überall durchkommen. Dazu gebucht haben wir zur Sicherheit noch ein zweites Ersatzrad und einen 20 Liter-Reservekanister, den wir gleich am Airport ebenfalls noch volltanken.
Dann starten wir in Richtung Windhoek. Erprobt im Linksverkehr hat Gerhard kein Problem damit, aber mit der Handschaltung, denn das ist er nicht mehr gewöhnt. Es hakt ganz schön und statt des Blinkers geht immer der Scheibenwischer an. Aber das wird schon noch!
Am Stadtrand versorgen wir uns in einem Spar-Supermarkt mit ausreichend Wasser und Keksen als Notration. Unser Leih-Navi führt uns durch die Stadt und heraus auf die B1 in Richtung Süden. Auf der gut asphaltierten Straße kommen wir zügig voran. Nur wenige Autos fahren in unsere Richtung oder kommen uns entgegen. In Rehoboth stoppen wir nochmals an einem Einkaufscenter und erstehen im Liquor Shop noch Wein und Bier. Nun sind wir gut versorgt!
Bei 34 Grad hat die Klimaanlage des Autos ganz schön zu tun. Es ist sehr stürmisch und wir erleben mehrere Windhosen. Die Landschaft ist recht eintönig. Bei Kalkrand biegen wir auf eine Piste nach Osten ab und es geht hinein in die ersten Ausläufer der Kalahari. Die roten Sanddünen leuchten in der Sonne. An einigen Bäumen hängen große Nester der Webervögel. Das gefällt uns!
Gegen 13.30 Uhr erreichen wir für eine Übernachtung das „Kalahari Auob Camp“. Es hat vier Zimmer und drei feste Zelte, die etwa 2 km von der Lodge entfernt in den Dünen stehen. Eigentlich wollten wir in so einem Zelt übernachten, haben dann aber doch lieber noch auf das Haupthaus umgebucht. Die Anlage ist sehr gepflegt und ansprechend gestaltet. Auch unser großes Zimmer gefällt uns.
Geschafft von dem Flug, ruhen wir uns erst einmal aus. Als wir die nähere Umgebung erkunden wollen, fängt es immer mal wieder an zu regnen und es gewittert sogar. Ich gehe dann noch ein Stück in Richtung der Zelte, aber in dem tiefen Sand ist das Laufen nicht so angenehm und so kehre ich bald wieder um.
Zum Abendessen gibt es ein leckeres Menü. Als Hauptgericht wird Springbock serviert, sehr zart und lecker. Danach sitzen wir an der Feuerschale und unterhalten uns mit einem Paar aus Berlin. So geht der Tag angenehm zu Ende. In der Nacht stürmt, regnet und gewittert es heftig. Gut, dass wir nicht im Zelt sind!
Tag 2: Weiter nach Süden
