Nellys Version der Geschichte - Erika Wimmer - E-Book

Nellys Version der Geschichte E-Book

Erika Wimmer

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Beschreibung

Valeria stirbt und die Wochen, in denen sie zu Hause von Freunden gepflegt wird, erschüttern die Biografien nachhaltig. Jahre später sind alle Beteiligten in jeder Hinsicht weit voneinander entfernt, verstreut von Norddeutschland bis in den Senegal. Sturm versammelt sie für ein Filmprojekt, das ihre damalige private Initiative in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang stellen soll. Wie ist es um die Freundschaften von damals bestellt? Welche alten Wunden hütet jeder und jede von ihnen, welche davon brechen auf? Was verbindet die Schriftstellerin Valeria mit Sturms schreibender Frau Nelly? Erika Wimmer schlägt mit ihrem berührenden Roman einen großen Bogen von der Freundschaft junger Erwachsener zum gereiften Empfinden und Erleben, vom privaten Handeln zur Wirkung im Großen - und hat tiefes Verständnis für ihre nur menschlich handelnden, fühlenden, strauchelnden und wieder aufstehenden Figuren.

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Seitenzahl: 297

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Erika Wimmer

Nellys Version der Geschichte

Roman

In memoriam Anita Pichler,

deren Geschichte nicht erzählt werden will,

deren Stimme jedoch

unvergesslich bleibt.

Die Figuren dieses Romans sind frei erfunden, hinter ihnen stehen keine real existierenden oder verstorbenen Personen.

Nellys Figuren

Ich stehe an der hinteren Tür, denn hier betreten die Menschen den Saal. Meine Hände wissen nicht wohin, weshalb sie einander immer wieder im Rücken fassen. Ich sehe womöglich wie ein Funktionär aus, ein Empfangsherr mit guten Manieren und trainierter Zurückhaltung. In Wahrheit bin ich nur etwas nervös.

Alle müssen an mir vorbei, außerdem habe ich von hier aus einen guten Überblick auf den Saal. Ich beobachte das Geschehen, nehme wahr, wie die Leute hereinkommen, auf welche Art sie es tun. Manche setzen nur zögernd, fast ängstlich, einen Fuß vor den anderen, manche verbeugen sich respektvoll, nicht vor jemand Bestimmtem, sondern vor der Versammlung. Andere treten selbstsicher und forsch auf, ohne sich auch nur umzusehen. Wieder andere geben sich förmlich, sie tragen eine Art Panzer vor sich her, sodass niemand es wagt, ihnen entgegenzutreten, sie anzusprechen. Nicht einmal ich, obwohl dies meiner Funktion entspräche. Solche Leute lasse ich an mir vorbeigehen, ohne mich aufzudrängen.

Ich bemerke, welchen Stuhl jemand auslässt, welchen er für sich wählt. Es wird erkennbar, manche Sitzplätze sind begehrt, andere nicht, bestimmte Plätze bleiben frei, bis zuletzt. Obwohl es keine Bedeutung hat, entgeht mir nicht, wer den Raum verlässt, um zur Toilette zu gehen. Damen, die nach draußen gegangen sind, um sich, nachdem sie sich befreit haben, Lippenstift aufzutragen, werden von mir genauso registriert wie Herren, die noch vor Eintritt in das Gebäude eine Zigarette geraucht haben.

Es ist ein Kommen und Gehen, und je länger ich hier stehe, desto mehr Gefallen finde ich daran. Denn der Saal ist allmählich gut gefüllt, um nicht zu sagen gesteckt voll, was mich für dich sehr freut. Ein Aufgebot zu deinen Ehren. Du siehst, es sind so viele gekommen, dass nicht augenfällig wird, wer fehlt. Genugtuung finde ich auch daran, da und dort Hände prominenter Bekannter aus der Kulturszene zu schütteln; wenn Freunde eintreffen, ist mir dasselbe ein regelrechtes Vergnügen.

Man wartet auf den Gong und vergnügt sich einstweilen. Es werden Befindlichkeiten ausgetauscht, da und dort sogar, wie es scheint, richtige Gespräche geführt. Angeregte Unterhaltungen ringsum, Stimmengewirr, das zur Decke aufsteigt. Die Bühne ist leer, aber einladend beleuchtet. Mehrere Spots werfen von oben klares, dennoch warmes Licht herab. In der Mitte des Podiums steht ein schlichter Holztisch, ein dazu passender Stuhl, auf dem Tisch eine Leuchte, die schon eingeschaltet ist. So strahlt das Podium Erwartung aus.

Horst hat alles vorbereitet, trotzdem steht er an der seitlich postierten Kamera, wie um sie zu bewachen. Er dreht das Objektiv einmal nach links, einmal nach rechts und macht ein paar weitere Probeaufnahmen. Bei der Kamera handelt es sich um ein kleineres Format, das nicht auf den wuchtigen Steher passt, doch Horst sagt, für den Zweck sei das Ding perfekt geeignet, alles andere wäre lächerlich.

Mirjam sitzt in der ersten Reihe, nur ein paar Meter von Horst entfernt, daneben ihre Mutter mit Lena auf den Knien. Wally ist intensiv mit dem Kind beschäftigt, Schnuller hinein, Schnuller heraus, Sitzposition mit dem Gesicht zur Großmama, Sitzposition mit Freiblick zur Bühne. Das Kind ist übermütig, lacht und patscht mit seinen Händchen in Wallys Gesicht, was diese ambivalent aufnimmt. Horst zwinkert seiner Lena zu, Mirjam hebt die Hand und winkt in seine Richtung, es wirkt eher automatisch, jedenfalls geistesabwesend, denn allem Anschein nach ist sie mit ihrer Mutter in eine Plauderei vertieft.

Hinter den beiden Frauen und Lena, etwas weiter am Rand der Stuhlreihe, sitzen David und seine Frau. Ich habe vorhin ihre Hände geschüttelt. David hat Rita, eine Italienerin, als seine frisch Vermählte vorgestellt, sie sind erst seit einem halben Jahr verheiratet. David wirkt sehr entspannt und Rita sieht sympathisch aus, du wirst sie mögen. In der dritten Reihe, Mitte, sitzt Svea, die zwar mit Wally, Mirjam und Lena angekommen, aber bald darauf von einem Schweizer Schriftsteller, von dem ich dir erzählt habe, in Beschlag genommen worden ist. Die beiden sitzen dicht beieinander, Schulter an Schulter, wie alte Freunde. Sie scheinen sich prächtig zu verstehen. Svea sieht heute Abend, wie ich finde, ausnehmend schön aus, sie trägt ein Strahlen vor sich her und das eng anliegende dunkle Kleid steht ihr ausgezeichnet.

Weiter hinten, unter der Palme, die nicht wirklich in diesen Raum passt, hat Hanna Platz genommen. Sie ist mit zwei Kolleginnen angereist, Gertrud und Diana. Die nicht mehr ganz junge, resolut wirkende Gertrud leitet, wie ich höre, das Frauenhaus, in dem Hanna immer noch arbeitet. Diana, eine Serbin, wie Hanna sie vorgestellt hat, mag ebenfalls etwas mit dieser Einrichtung zu tun haben; was genau, ist mir entgangen. Diana ist groß, schlank und sehr blond, eine eindrucksvolle Erscheinung, Wassily hat sich gleich auf sie gestürzt und sie in ein Gespräch verwickelt, während er Hanna eher nüchtern begrüßt und dann links liegen gelassen hat.

Wassily ist, wenn es um Frauen geht, ein Tölpel und überaus egoistisch. Dass ich regelmäßig mit ihm zu tun habe und ihn engagiere, wenn ich an einem Filmprojekt arbeite, ist vermutlich nichts als eine alte Gewohnheit, Wassily ist ein passabler, keineswegs herausragender Tonmeister. Weshalb ich den Mann aber auch noch gut leiden kann, verstehe ich selbst nicht ganz. Es liegt wohl an seiner politischen Klarsicht, die ich schätze und die in Gesprächen immer dann aufblitzt, wenn er nüchtern und nicht gerade dabei ist, eine Frau erobern zu wollen. Angesichts schöner Frauen wird aus Wassily ein schlampiger, nicht selten unverschämter Dummkopf, und das liegt gewiss nicht an den Frauen, sondern einzig an ihm selbst.

Wassily hin oder her, Hanna, die mit ihm zu guter Letzt doch noch eine Affäre hatte, scheint ihm nicht nachzuweinen, sie ist gegenwärtig offenbar von Gertrud in Beschlag genommen; wann immer ich hinsehe, greift Gertrud, scheinbar beiläufig, nach Hannas Hand und drückt sie an ihre Brust, was mit einem Lächeln besiegelt wird. Die beiden haben ein inniges Verhältnis, das sieht man gleich.

Just in dem Moment, als meine Kollegen vom Film eingetroffen sind, in fröhlicher Gruppe, ist auch Julia in der Tür gestanden. Ich habe auf der Stelle von den Kollegen abgelassen und bin auf sie zugegangen. Julia, die ich zuletzt in Erinnerung behalten habe als eine vitale Frau mit einem monströs schweren Motorrad, schön, hager, mit einer unentwegt hin und her fliegenden blonden Mähne. Julia, die ich ursprünglich kennengelernt habe als eine zwar kluge und im Grunde lebenslustige, aber allzu sehnsüchtig auf David wartende Frau mit wenig eigener Kontur. Diese Julia ist für mich die Überraschung des Abends. In drei Jahren, so lange haben wir uns nicht gesehen, ist aus ihr eine reife Frau geworden, äußerlich nicht auffallend, wenn man einmal von dem kurz geschnittenen Haar absieht, von ihrem Wesen her aber besonders, eher zurückhaltend, doch offensichtlich mit Lebenserfahrung und einem Wissen, das nur wenige haben, ausgestattet. Julia, deren Hand beim Eintreten in der Hand eines nicht mehr ganz jungen Afrikaners liegt, gerade so, als würde sie immer dort liegen, löst sich von ihrem Begleiter und umarmt mich. Kein Feuerstuhl mehr, sagt sie als Erstes, sie sagt es mir ins Ohr. Dann wohl ein anderes Feuer, antworte ich und schüttle Benjamin die Hand, ahnend, dass aus dieser Begegnung noch etwas Außergewöhnliches entstehen könnte. Die beiden leben nach wie vor im Senegal, gemeinsam mit Julias Sohn Jakob.

Wenn ich so um mich sehe, ist das Publikum komplett. Nur wenige Stühle sind noch frei. Die Kollegen vom Film stehen in Fensternähe, sie haben sich Stühle reserviert, unterhalten sich aber im Stehen. Ich habe sie wegen Julia vernachlässigt, jetzt befinden sie sich am anderen Ende des Saales, aber das macht nichts. Ich habe es übrigens auch verabsäumt, die Kulturrätin zu begrüßen, ich sehe gerade jetzt, wie sie dir die Hand schüttelt. Deinen Freund, den britischen Botschafter, habe ich übersehen; keine Ahnung, wann er gekommen ist, jetzt sitzt er in der ersten Reihe neben Wally und reagiert lachend auf die kleine Lena, die auf Großmutters Knien auf und nieder hopst. Und dann sind da noch ein paar andere Bekannte, auch sie hätte ich gern begrüßt. Kümmere dich allem voran um die Freunde, hast du vorhin in der U-Bahn gesagt und ich habe mich über diese Aufforderung gefreut.

Die Saalfenster sind geöffnet, denn obwohl draußen November ist, ist es hier drinnen stickig geworden. Du hast ein volles Haus, Liebste, es wird dich freuen, deine Nervosität aber eher steigern als vertreiben. Ich suche dich mit meinen Augen, du stehst, etwas verdeckt von einer Gruppe junger Leute, vielleicht Schüler, mit deinem Verleger rechts von der Bühne. Ihr führt eine Unterhaltung und es sieht so aus, als wäret ihr ganz versunken darin, keineswegs abgelenkt von all den Menschen, die doch eigentlich nur auf euch warten. Mein Verleger und ich, hast du neulich gesagt, wir sind in den letzten Wochen tatsächlich zu Partnern geworden.

Was du heute Abend am Leib trägst, überrascht mich, ich habe zu Hause gar nicht darauf geachtet und unterwegs hattest du einen Mantel übergezogen. Über einer schwarzen Hose und einem leichten schwarzen Pullover trägst du die dunkelrote Jacke mit dem schräg verlaufenden Reißverschluss, die ich immer schon apart gefunden habe und die du vor mittlerweile mehr als zehn Jahren auf unserer Asienreise erstanden hast. Die kurze taillierte Jacke, nichts Modisches, nichts Elegantes, wirkt eigenwillig, ich vermute, genau deshalb hast du sie angezogen. Ihr habt mich wieder, aber Achtung, ihr habt mich nicht ganz, bringst du damit zum Ausdruck. Ich bin etwas schräg, habe meinen eigenen Willen, sagst du damit.

Sie sind wirklich alle gekommen, außer Klara. Klara hat angerufen und abgesagt, wegen ihrer neuen Freundin, die sie nicht ziehen lassen wolle. Diese Freundin sei ihr einiges wert, sie sei wunderbar, aber eifersüchtig. Außerdem habe sie mit ihr ein paar Urlaubstage vereinbart, die könne sie nicht einfach absagen. Sie sei im Zwiespalt, habe sich nun aber entschieden, für Sibille. Nimm Sibille doch mit, habe ich geantwortet. Geht nicht, ich bitte um Vergebung, hat Klara gesagt und aufgelegt. Also alle, außer Klara.

Wieder suche ich deinen Blick, du schaust tatsächlich in meine Richtung und ich deute dir die Frage, wann man denn endlich anfangen wolle. Du wirfst die Arme in die Höhe und lässt sie wieder fallen, mit verzweifeltem Gesicht zeigst du auf den leeren Tisch, neben dem sich mittlerweile nicht nur du und dein Verleger, sondern auch die Veranstalterin und eine Kritikerin versammelt haben. Mit dieser sind wir bekannt, aber nicht befreundet, man wird sehen, was sie schreiben wird. Tatsache ist aber, wie ich verstehe, dass die Bücher für den Büchertisch noch nicht eingetroffen sind, die Veranstalterin zückt ihr Mobiltelefon und schimpft. In der Zwischenzeit stellt dir die Kritikerin allem Anschein nach einige Fragen.

Ich beschließe nach vorne zu gehen, um mich nach den Gründen für das Ausbleiben der Bücher zu erkundigen, als noch ein alter Kollege von Film hereinkommt, beschwingt auf mich zutritt und mich mit kurzer Umarmung und Schulterklopfen begrüßt. Wir sind einander herzlich verbunden, sehen uns aber nur selten. Ich sage ihm, dass mich sein Kommen nicht nur freue, sondern geradezu ehre. Dasselbe treffe gewiss auf dich zu. Wir wüssten ja, dass sich die Leute vom Film der sperrigen Literatur in der Regel nur zögerlich nähern würden, eine Bemerkung, die er mit einem energischen Kopfschütteln quittiert.

In diesem Moment dringt Krach von draußen herein, gerade so, als sei etwas Schweres aus beachtlicher Höhe hinabgefallen. Die Bücher, schießt es mir durch den Kopf, ich erstarre. Dein Buch – eine Bruchlandung? Verloren gegangen und als Treibgut an die Ufer des bekanntesten Literaturtempels der Stadt gespült? Angesichts des Krachs aufbrandende Stimmen im Saal, da und dort Gelächter. Die vordere Tür wird aufgerissen, einige Leute laufen hinaus, um zu sehen, was passiert ist.

Noch ehe man Zusammenhänge begreift, geschieht das Schönste, was man sich denken kann: Nacheinander treten sie ein, jeder einen Stapel deiner Bücher vor sich hertragend, der Verleger, der britische Botschafter, Mirjam, die Veranstalterin, die Kulturrätin, die Kritikerin und andere, zuletzt auch du.

Es gibt spontan Applaus. In gelöster Stimmung wird der Büchertisch aufgebaut, Horst hat geistesgegenwärtig reagiert und alles gefilmt. Wenn da nicht die arme Buchhändlerin wäre, sie hat ihr Knie verletzt und humpelt herein, stünde nun wirklich alles zum Besten.

Ganz hinten mag ich nicht sitzen. Du winkst mir, ich solle nach vorne kommen, da sei ein Platz für mich frei. Ich aber stelle mich lieber seitlich zur Wand, um dem Geschehen entspannt und aus einiger Entfernung zu folgen. Das Saal-Licht wird etwas zurückgefahren, die Veranstalterin steigt die zwei Stufen hoch auf das Podium und begrüßt. Angesichts der Verspätung wolle sie es kurz machen, ohnehin werde der Verleger noch das Wort ergreifen und dich vorstellen. Sie bittet euch auf die Bühne.

In diesem Augenblick tritt jemand von hinten an mich heran und fasst nach meinem Arm. Ich fahre herum, es ist Klara. Ich bin beglückt. Sie ist also doch gekommen und, wie ich feststelle, allein. Ich weiß, du wirst nachher vor Freude aus dem Häuschen sein, denn nun wirst du sie alle kennenlernen. Jetzt, wo wir wirklich komplett sind, wird es ein Fest geben.

Der Verleger gibt sich übermütig, er bekennt, er hätte lieber dich als einen Stapel Bücher hereingetragen, das Publikum reagiert mit Raunen und Gelächter. Es sei eine aufrichtige Empfindung, die er da von sich gebe, dein Ehemann möge es ihm nachsehen. Die Empfindung habe nichts mit einer Erotik im landläufigen Sinne zu tun. Höchstens mit einer Erotik, die sich an Gesprächen entzünde. Lese man deine Texte, trete man mit dir, aber auch mit allen anderen Figuren ins Gespräch, es sei, als treffe man alte Bekannte, als gewinne man neue Freunde …

Du sitzt am Lesepult, schaust zu mir her. Ich hebe beide Hände in die Höhe, an der rechten sind alle fünf Finger deutlich abgespreizt, an der linken zwei. Du verstehst die Geste sofort, ein Lächeln breitet sich über dein Gesicht aus und du schaust noch einmal ins Publikum, sagst einen Gruß, einen Dank. Die Vorstellung, dass du in diesem Moment unwissentlich einer deiner Figuren zunickst, amüsiert mich. Doch schon nimmst du die Brille aus dem Etui, setzt sie dir auf die Nase und beginnst zu lesen.

Freundeskreisel

1

Hinter dem Haus drei Apfelbäume, ein Birnbaum, mehrere Vogelbeerbäume. An der Grundstücksgrenze Johannisbeer-Sträucher, fast zwei Dutzend, nicht in Reihe und Glied, sondern versetzt und in Dreiergruppen gepflanzt, außerdem Stachelbeeren und, was das Schönste ist, neben der verwitterten Schuppentür zwei einander stützende Holundersträucher. Gras, löwenzahndurchwachsen, und, wegen der frühen Jahreszeit, Unmengen von Maulwurfshügeln, die schwarzen Erdhaufen von Weitem ein Tupfen-Muster zwischen dem jungen Grün und den Resten brauner Büschel, die wegen der Schneemassen des vergangenen Winters noch immer zusammengepresst und flach am Boden liegen. Vor dem Haus alles, was blüht. Eine Zierkirsche, mehrere Forsythien und, beim Zaun, zwei Fliederbäume, beide violett, einer hell, der andere dunkel.

Der Flieder ist noch nicht so weit, es ist die Zeit der Tulpen, Narzissen und Forsythien, auch die Zierkirsche wird bald blühen. Sveas Finger streifen über Blätterbüschel, alles sprießt im Zeitraffer, denkt sie, wie Pinsel wachsen die Triebe aus den Ästen heraus, monatelang alles tot und dann innerhalb weniger Tage diese Pracht.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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