Nicht alltägliche Hausmannspost - Siegfried Fischer - E-Book

Nicht alltägliche Hausmannspost E-Book

Siegfried Fischer

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Beschreibung

Lehrerin Christiana wird an die Deutsche Schule Valencia nach Spanien vermittelt. Etwas unvermittelt wird dadurch der mitausreisende Ehegatte Sigi zum Hausmann und hat nun mit Küche, Haus, Garten, Pool und der spanischen Sprache zu kämpfen. Eines schönen Vormittags beginnt er seinen ersten Haushaltsbericht zu verfassen und als Mail an Freunde und Verwandte zu versenden. „Eine Mail ist keine Mail“, denkt er sich - und von da an geht es Schlag auf Schlag. Die Leser und Leserinnen sind immer ganz geplättet, wenn sie erfahren, wie leicht und locker ihm die Arbeit aus den Händen gleitet. Ist er beim Wortspülen mal mit seinem Küchenlatein am Ende, begibt er sich in seine Dichtungswerkstatt und sägt sich mit der Stichsäge ein paar neue Stichwörter aus oder feilt ein bisschen an alten Formulierungen herum. So ist dann schon manch ansprechende Küchenzeile entstanden: Was könnte ich denn heute Komisches kochen, Spaßiges spülen, Witziges waschen oder Putziges putzen? In diversen Antwortschreiben von Fachfrauen bzw. Hausmannkollegen gibt es auch hin und wieder mehr oder weniger sinnvolle praktische Tipps, wie er seine Haushaltsrolle besser in den Griff bekommen kann.

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Seitenzahl: 270

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Manchmal stand nichts zum Essen auf dem Tisch weil ich noch Lesefutter am PC zubereiten musste.

Für meine Damen Christiana, Indra, Fabienne, Gianna und Mireya, die deshalb oft am Hungertuch nagen mussten.

Aber nun wünsche ich allen einen guten Appetit!

Ich hab‘ da noch

ANSPRUCH

Zuweilen denke ich, meine Texte habenkein richtiges

FORMAT.

Ich würde sie ja gern anspruchsvoller machen, aber ich weiß

NIVEAU.

Wichtige Warnhinweise an alle Laser und Laserinnen!

Alle Rechtschreibfehler in dem hier vorliegenden Werk wurden von langer Hand vorbereitet und sollten euch zu denken geben.

Beim Schreiben von Diktaten kann so etwas beim Lehrer leicht ins Auge gehen. Deshalb, liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!

Nicht alltägliche

Hausmannspost

Scherzartikel, Wortspüle und Küchenzeilen aus Valencia

zubereitet vom Satzbauer und Verdichter

Siegfried Fischer

www.tredition.de

© 2012 – Siegfried Fischer

1. Auflage

Umschlaggestaltung: Siegfried Fischer

Foto auf der Titelseite: Gianna Fischer

Foto Seite 239 oben: Florian Schmitt

Foto Seite 239 unten: Christiana Fischer

Alle weiteren Fotos: Siegfried Fischer

Illustration Seite 10: Maximilian Fischer

Verlag: tredition GmbH, Mittelweg 177, 20148 Hamburg

ISBN: 978-3-8491-1879-2

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Vorwörter mit Vorbild

01 - Auszugs-Mail

Wie uns ein paar Spanier um die Ecke bringen

Platz ist in der kleinsten Küche

Zu jeder Lösung gibt es ein passendes Problem

02 - Meisterwerke

Von Bademeistern und Wasserwerkern

Von Knallfröschen und Feuerwerkern

Von Hausmeistern und Heimwerkern

03 - Sprachgeschichten

Para mí también

Halb-so-Schlimmerick

04 - Zwischengericht: Mail-Brei

05 - Trag-Ödie

06 - Prima Klima

07 - Ansichtssachen

08 - Putzteufel, komm raus!

Säuberlich herausgeputzte Kehrverse und Fragmente

09 - Auf der Suche nach der Marktlücke

10 - Neue Mailspeisen

Kleine Kohlportage mit Nachschlag

11 - Hausmann on Tour

12 - Terror an Bord

13 – Ach, wie putz ich?

14 - Katzenjammer

15 - Aus dem Nähkästchen geplaudert

Fragwürdige Fragmente, die sich gewaschen haben

Wäschespinnereien in Reinkultur

16 - Rührstücke

Scherbengericht: Einfach rührend

Hausmannskost: Konventionelle Waffeln

Der rührige Sammeltassensammler

Das allerletzte Rührstück

17 - @vent, @vent, ein Lichtlein brennt …

18 - Hausmann Backstage

Backrätsel für Scherzkekse und Kichererbsen

19 - Spanisches Weihnachtslied zum Kugeln

20 - Ihr Kinderlein kommet…

21 - Mailsüppchen und Einheitsbrei aufgewärmt

22 - Das Dreikönigstreffen

23 - Pressebericht

24 - Schnee von gestern

25 - Scheibenkleister

26 - Pizza-Studie

27 - Schattenseiten

28 - Krach- und Sachgeschichte mit der Mouse

29 - Kaiserschmarren

Fragwürdige Fragmente für Haus- und Mousehälter

Alle reden vom Datenclown

Der Vater lässt das Mousen nicht

30 - Ostern an der Costa Ibe Rica

Rätseleier für Schlaumeier

31 - Frühling lässt sein blaues Band …

Die unvollendete vierteilige Pool-Trilogie

32 - Drucksachen mit Nachdruck

33 - Ein Kunststück

34 - Dumm gelaufen!

Mein Laufwerk

Sportmeldungen

Sport-Wort-Rätsel

35 - Volleyballade und Fahrrad ade

36 - Zylinderkopfdichtungen

1. Teil: Mein Fahrwerk

2. Teil: Meine Autorenvita

3. Teil: Meine Sonderausstattung

37 - Lars war‘s

38 - Neue Untermieter im Puppenhaus

39 - Tennis arm

40 - Belle-Tristik

41 - Das Urmail aus dem Eis

42 - Ölkrise in Valencia

Fragwürdige Fragmente für Fettsäcke und Fettischisten

43 - Leseratte Luna – ein Hund für alle Felle

Der Drückeberger

44 - Luna online 1: Verrückte Hunde

45 - Luna online 2: Luna in Love

46 - Neue Fahrberichte von Vito F

47 - Etwas Warmes braucht der Mensch!

48 - Einbruchserie

Erstes Schlüsselerlebnis

49 - Immer nur Theater

50 - Schadensmeldungen

Schreckliche Geschichten!

51 - Es sieht nicht gut aus mit dem Hausmann

52 - Es brennt

Die spinnen, die Raupen

Eine haarige Sache

53 - Was für'n Haus, Mann!

54 - Geldgeschäfte

55 - Geschichte mit Pphiphph

56 - Unser Umzugsunternehmen

57 - Luna online 3: Wie immer kurz angebunden

58 - Halbzeitpause

59 - Wir fahren Ford

60 - Mailbrei

61 - Ach, du liebe ZEIT!

62 - Leitartikel: Mit großer Spannung erwartet

Dauerbrenner

63 - Noch mehr Elek-Tricks

Null-Bockleiter

Stromkreissäge

XXLektrolyterarischer Reststrom

Kabelsalat

64 - Richtig verkehrt in Spanien

Der Verkehr an der Ampel

Als Fußgänger unterwegs

Vorfahrtsregelung mit und ohne Verkehrszeichen

Der Verkehr im Kreisverkehr

Richtig verkehrt beim Abbiegen

Richtig verkehrt bei Ortsdurchfahrten

Der richtige Verkehr im ruhenden Verkehr

Hier kannst du was erleben

65 - Wir haben jetzt alle Karten in der Hand

66 - Alter schützt vor Torheit, nicht?

67 - America‘s Cupstadt Valencia

68 - Luna online 4: Ein bisschen schwanger

69 - Die fantastischen Vier

Kein reines Stillvergnügen

70 - Bahnalitäten aus Valencia

Großeinkauf am Metroticketschalter

Gedankenstriche und Zeitpunkte

71 - Schussel-Erlebnis

72 - Auf ein Wort!

Küchenzeilen

Wortspülereien

Bonus-Dreck: Unvermailtes Material

Das richtige Dressing beim Kochen

Die Angst des Hausmanns vor dem Gezeter

Ein Becher Mailsoße

Spanisch für Anfänger

Spanisch für Fortgeschrittene

Das ultimative Spanien-Quiz

Ein Gedicht, wie es im Buche steht

Nachwörter und Nachbilder

Wortspüle richtig verkehrt!

Wie schreibt man eigentlich richtig falsch, und zwar so, dass der Fehler nicht allzu verkehrt aussieht?

Vorwörter mit Vorbild

Lehrerin Christiana wird an die Deutsche Schule Valencia nach Spanien vermittelt. Völlig unvermittelt wird dadurch der mitausreisende Ehegatte Sigi zum Hausmann und hat nun mit Küche, Haus, Garten, Pool und der spanischen Sprache zu kämpfen.

Eines schönen Vormittags beginnt Hausmann Sigi seinen ersten Haushaltsbericht zu verfassen und als Mail1 an Freunde und Verwandte zu versenden.

„Eine Mail ist keine Mail“, denkt er sich - und von da an geht es Schlag auf Schlag. Die Leser und Leserinnen sind immer ganz geplättet, wenn sie erfahren, wie leicht und locker ihm seine Arbeit aus den Händen gleitet.

Ist er beim Wortspülen mal mit seinem Küchenlatein am Ende, begibt er sich in seine Dichtungswerkstatt und sägt sich mit der Stichsäge ein paar neue Stichwörter aus oder er feilt ein bisschen an alten Formulierungen herum.

So ist dann schon manch ansprechende Küchenzeile entstanden, wie zum Beispiel: Was könnte ich denn heute Komisches kochen, Spaßiges spülen, Witziges waschen oder Putziges putzen?

In den diversen Antwortschreiben von Fachfrauen bzw. Hausmannkollegen gibt es auch hin und wieder mehr oder weniger sinnvolle praktische Tipps, wie er seine Haushaltsrolle besser in den Griff bekommen kann.

1 unter dem Arbeitstitel Der Hausmann-Report Tagebuch eines zurückgebliebenen Hausmanns

01 - Auszugs-Mail

Wie uns ein paar Spanier um die Ecke bringen

Am 31. August 2002 setzt sich unsere „Arche“, ein Wohnwagengespann mit Hase Bunny und Hund Bonito und - ganz arche-typisch - dem Katzenpärchen Lucy und Joschi in Bewegung. Ich werde begleitet und unterstützt von Co-Pilotin und Schwägerin Tanja und dem Betreuungsteam Tochter Fabienne mit Schulfreund Tobias.

Auslandsdienstlehrkraft Christiana muss derweil den restlichen Umzug abwickeln und fliegt mit den mitausreisenden Kindern Gianna und Mireya einen Tag später hinterher. In Valencia soll ich die drei vom Flughafen abholen. Planmäßige Landung 22:45 Uhr.

Es ist kurz vor 22 Uhr. Autobahnausfahrt Moncada, etwa zehn Kilometer nördlich von Valencia. In wenigen Minuten müssten wir vor unserem neuen Haus in Massarrojos stehen. Dort schnell den Wohnwagen abgespannt und dann zum Flughafen.

Doch wenig später sitzt unsere Arche im Ortskern von Moncada mitten auf einer Kreuzung fest. Vor uns taucht eine Sackgasse auf, nach rechts geht’s direkt zur „Fiesta Mayor“, einem großen Stadtfest, und nach links geht überhaupt nichts, denn von da kommt uns eine schmale Einbahnstraße entgegen. Zudem ist die Kreuzung so eng und zugeparkt, dass man hier unmöglich die Kurve kriegen kann, schon gar nicht mit einem großen Wohnwagengespann.

In dieser ausweglosen Situation rollt unerwartet eine Welle der Hilfsbereitschaft auf uns zu, wir sind plötzlich von einer Schar hilfsbereiter Ureinwohner umzingelt. Völlig hilflos sind wir dieser Meute ausgesetzt. Jeder Einzelne hat nun eine bessere Idee, wie er uns am schnellsten um die Ecke bringen will.

Man beschließt schließlich, uns in Einzelteile zu zerlegen. Die Einbahnstraße wird rücksichtslos für den Gegenverkehr gesperrt - da kommt jetzt sowieso kein Mensch mehr durch. Co-Pilotin Tanja muss sich mit dem Auto und einem ortskundigen Führer durch die engen Straßen quälen. Der Rest der Truppe zieht und schiebt mich - angefeuert von den feurigen spanischen Mitbürgern – mit dem Wohnwagen und mit vereinten Kräften um das Festgelände herum. Es müssen so knapp fünf Kilometer gewesen sein! So kam es mir zumindest vor.

Als die Straßen endlich breiter und übersichtlicher werden, verabschieden wir unsere freundlichen Führer und machen uns wieder allein auf die Suche nach unserem künftigen Zuhause.

Irgendwie war ich dann doch noch rechtzeitig am Flughafen - der Flieger hatte zum Glück auch etwas Verspätung. Und so waren also alle glücklich in Valencia gelandet. Zwei Tage mussten wir jetzt ohne Möbel und ohne den übrigen Hausrat auskommen.

Spaß muss sein

So ein spanischer Torero hat heutekaum noch was zu lachen.

Er darf nicht mal mehreinen kleinen Abstecher machen.

Platz ist in der kleinsten Küche

Der Speditionsfachmann hatte unser Umzugsgut auf gut elf Möbelwagenmeter geschätzt. Elf MWM bedeutet, dass ein Möbelwagen mit elf Metern Länge nötig ist. Da hatte er uns aber gewaltig unterschätzt. Mir kamen seine Berechnungen auch gleich sehr bescheiden vor. Bei unserem vorherigen Umzug hatten wir etwa zwanzig geschätzte MWM - und in Wirklichkeit waren es sogar ein paar mehr.

Nun gut, nachdem am Umzugstag endlich alles verstaut war, war nichts mehr übrig von den Möbelwagenmetern, die für eine Beiladung hätten frei bleiben sollen - und der Fachmann sehr empört. "So hatten wir das aber nicht ausgemacht", meinte er am Telefon. Nur unter Protest wollte er die Ladung nach Valencia bringen und dort wieder ausladen. Und so standen am nächsten Morgen zwei große Lkw und ein Anhänger vor dem Gartentor.

Wer schon mal Montageschaum verarbeitet hat, kann sich vielleicht ein Bild davon machen, wie es ist, wenn 50 m³ an Material innerhalb weniger Stunden von vier Mann freigesetzt wird. Bücher, CDs und Spielsachen, zu Hause liebevoll in Kartons gepuzzelt, Regale, Tische, Stühle, Pflanzen und vieles mehr, vorher in den Möbelwagen gepresst und gequetscht, das alles wurde nun innerhalb kürzester Zeit aufgeschäumt und in alle Hohlräume verteilt. Als auch die letzten Ecken und Ritzen restlos bis zum Rand gefüllt waren, kam der große Hammer! Das war erst die Lkw-Ladung, es fehlte noch der komplette Anhänger. Also, vorsichtig pressen und drücken, Fenster und Garagentor auf und das Dach leicht angehoben. So fand schließlich alles irgendwo sein Plätzchen.

Zu jeder Lösung gibt es ein passendes Problem

Nach der ersten Unterrichtswoche war die ganze Familie ziemlich gestresst, genervt und leicht deprimiert. Christiana sollte eine erste Klasse mit 25 ganz besonders aufgeweckten Kinderchen übernehmen. Mireya verstand die Welt nicht mehr - im Pausenhof wird fast nur Spanisch gesprochen. Gianna war in ihrer elften Klasse etwas sprachlos, ziemlich erschlagen von den plötzlichen Anforderungen in den Fächern Englisch, Spanisch und Französisch. Und ich selbst stand jeden Morgen vor einem gigantischen Kartonberg, trug eine Kiste nach der anderen von einer Ecke in die nächste und wieder zurück - doch irgendwie wurde das Haus trotzdem nicht größer. Aber irgendwann ging es dann doch merklich aufwärts. Der Berg an Problemen bzw. Kartons wurde langsam übersichtlicher.

Wie in jeder Familie beginnt der gewöhnliche Schulalltag morgens kurz nach sechs mit Aufstehen. Damit meine Lieben pünktlich zum Unterricht erscheinen, habe ich einen Satz „Weckgläser“ neben meinem Bett abgestellt. (Mit leuchtendroten Kirschen gefüllt machen die sich farblich besonders gut auf dem Nachttisch als Nachtisch.)

Wenn ich nach dem Frühstück den Rest der Familie verabschiedet habe, drehe ich zuerst mal mit Hund Bonito meine Inspektionsrunden und widme mich meiner Hausarbeit. Das Labyrinth im Wohnzimmer ist inzwischen überschaubar, die Anzahl der Kartons trag- und die Garage wieder begehbar.

Aber jetzt muss ich schnell mal eine Pizza aus dem Gefrierschrank holen, ich habe schließlich auch noch eine Familie zu unterhalten.

Liebe Grüße vom Hausmann Sigi

Einfache Küchenzeilen

Das Auge isst mit!

Deshalb läuft in vielen spanischen Haushaltenbei jeder Mahlzeit der Fernseher.

02 - Meisterwerke

Von Bademeistern und Wasserwerkern

Nach einer ersten kurzen Badesaison hatte unser Pool leider sehr schnell das doch recht satte Grün des gepflegten Rasens angenommen. Irgendwie war wohl irgendwann mal etwas schiefgelaufen mit der dem Pool beiliegenden Pflegeanleitung. Unter Poolpflege versteht man ja landläufig eher, am Pool zu sitzen um den eigenen Körper zu pflegen. Aber so denkt eben nur der gewöhnliche Landläufer. Für den gemeinen Wasserläufer bedeutet so ein eigenes Becken jedoch regelmäßig extrem harte Arbeit, bei der man unter eigenem Körpereinsatz, zuweilen bis an die äußersten Grenzen unseres Beckenrands gehend, so richtig ins Schwitzen kommen kann. Ein erfrischendes Bad in dem kühlen Nass wäre danach nicht zu verachten.

Mehrere Tage lang kämpfte ich nun mit dem spanischen Gärtnermeister und brutalster Chemie gegen das ungebremste Algenwachstum. Jetzt muss ich alle drei Tage die Algen mit der Algenbürste von den veralgten Poolwänden bürsten, mit dem Poolbodenstaubsauger den Staub vom Poolboden staubsaugen, Blätter aus dem Skimmer (Wasserablauf) poolen, den Poolfilter „backwashen“ und den „gebackwashten“ Filter nachspülen, den Chlorgehalt messen und den PH-Wert einstellen. (Bei dieser Einstellung ist mir mein erfolgreich abgeschlossenes PH-Studium keine große Hilfe.)

Der Pool ist immerhin so groß, dass man darin locker 1000 Meter zurücklegen könnte, wenn man wollte. Aber wer will so was schon? Allerdings müsste man dafür mindestens 200 Bahnen zurücklegen. Wahrscheinlich ist das Becken einfach eine Nummer zu groß für mich. 500 Meter wären vollkommen ausreichend! Oder besser fünfzig. Oder nur fünf? Ja, das sieht etwas übersichtlicher aus!

Hin und wieder komme ich doch dazu, in dem Ding zu schwimmen. Im Grunde meines Pools war ich schon immer ein leidenschaftlicher Nichtschwimmer. Aber seit ich aktiv in der Poolpflege tätig bin, gehöre ich eher zu den ganz berühmten Ausnahmeschwimmern. Wenn ich schon mal schwimme, dann ist das die ganz berühmte Ausnahme.

Von Knallfröschen und Feuerwerkern

Dass viele Spanier besonders verrückte Feuerwerker sind, das wissen wir ja schon seit unserer Schulzeit in Barcelona1. Doch das ganze Spektakel war dort - zwei oder dreimal im Jahr - meist nach relativ kurzer Zeit erledigt. Und dann war wieder Ruhe in Katalonien bzw. im Karton.

Aber was die Valencianos veranstalten geht wahrlich auf keine Stierhaut. Hier gibt es nur ein einziges großes Feuerwerk und das beginnt regelmäßig Anfang März und endet Ende Februar des darauffolgenden Jahres. In der Zeit dazwischen ist die Hölle los und es knallt auf Teufel komm raus. Während ein Feuerwerk in Deutschland in der Hauptsache ins Auge geht, gibt es in Valencia voll eins auf die Ohren.

Diese Knallfrösche kriegen es tatsächlich fertig, manchmal über 30 Stunden pro Tag Krach zu machen. Selbstverständlich hat der Tag in Valencia auch nur knapp 24 Stunden. Aber im fliegenden Wechsel mit den Nachbargemeinden sind großzügige Überschneidungen eingeplant und so werden die fehlenden Stunden locker hereingeholt.

Wenn wir mal mit etwas Glück und etwas Ruhe endlich unseren Schlaf gefunden haben, kann es ohne weiteres sein, dass wir schon in aller Frühe so gegen sechs Uhr mit Kanonendonner aus dem Bett gefeuert werden. Ich war zwar - zum Glück - nie im Krieg, aber lärmmäßig gesehen bzw. gehört, kann ich mir inzwischen gut vorstellen, was da so abgeht.

Nach diesen Startschüssen gibt es am Vormittag eine Hauptprobe, in der Mittagszeit ist die Generalprobe angesetzt, nachmittags findet die Premiere statt und anschließend folgen meist mehrere Vorstellungen mit diversen Zugaben.

Man hat manchmal den Eindruck, dass auch am Tag Feuerwerk abgebrannt werden muss, weil die Nächte einfach viel zu kurz sind. Ganz so dramatisch ist es zwar nicht, aber es kommt uns beinahe so vor. - Es gibt manchmal auch Tage ohne Feuerwerk. Gerade während ich das schreibe, ist es ganz, ganz still ...

Bonito, unser reinrassiger Mischlingshund vom Stamme der „schwarzen Katalanen“, gewöhnt sich auf seine alten Tage auch noch an diesen Lärm. Nach der anstrengenden Reise, die ihm in alle Knochen gefahren war, hat er sich inzwischen prächtig erholt, galoppiert auch wieder fröhlich ums Haus wie in seiner Jugendzeit in Barcelona. Er fühlt sich einfach rundherum pudelwohl.

Aber unter „Ausreisen“ hatte er sich eigentlich etwas anderes vorgestellt. Man muss dazu sagen: Bonito ist Legastheniker – er hat schon seit frühester Welpenzeit eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Vermutlich hat ihm die Dreisprachigkeit damals in Katalonien zu schaffen gemacht. Werden besondere Anforderungen an ihn gestellt, blockiert er sofort, daraus resultiert auch seine leicht unterentwickelte Bellfähigkeit. Trotz allem ist ein ganz netter Kerl und lieber Mensch aus ihm geworden. (Kinder hatte er schon immer zum Fressen gern!)

Von Hausmeistern und Heimwerkern

Ich kann inzwischen schon selbständig beim Pfannkuchen backen zuschauen und das Rezept fehlerfrei aufschreiben. Gestern habe ich erfahren, dass man Soßen anbinden kann. Ich will das morgen beim Wäsche aufhängen gleich mal ausprobieren. So schaffe ich alles in einem Ab- bzw. Aufwasch.

Beim Umrühren kann ich endlich meinen neuen 12V-Akkuschrauber einsetzen und im Handumdrehen einen Pudding zaubern. Bei mir gibt es kein armseliges Rühren mehr mit der Hand am Arm.

Beim Schlagen von Schlagsahne hat es sich als besonders hilfreich erwiesen, dass ich meinen schweren Schraubstock und das entsprechende Schlagwerkzeug in meiner Werkstatt habe.

Mit dem richtigen Werkzeug in der richtigen Hand lassen sich leicht und locker leckere Speisen zubereiten. So macht sich zum Beispiel meine gute alte Hobelmaschine bei der Herstellung von Gurkensalat nützlich.

Jetzt suche ich noch ein Rezept, bei der ich meine Stichsäge sinnvoll einsetzen kann. Vielleicht überrasche ich meine Familie am Wochenende mal mit einem feinen Bienenstich. Die Kreissäge steht auch weiterhin etwas nutzlos in der Ecke herum.

Einfache Küchenzeilen

Kaum eine Hausfrau macht sich bewusst, in welche Lebensgefahr ihr Lebensgefährte mit manch' elektrischem Küchengerät in modernen Küchen gerät.

Das mit der Soße und der Anbindung hat leider nicht geklappt, der Rest meiner Familie war nicht zufrieden. Überhaupt sind meine Menüvorschläge nicht gerade der Hammer, obwohl ich mir dafür extra diesen nagelneuen Vorschlaghammer zugelegt habe. Schon etwas deprimierend für mich. Und der Bienenstich ist ebenfalls in die Hose gegangen. Und wie!

Nachher säge ich mir mit meiner Stichsäge für alle Notfälle ein paar neue Stichwörter aus. Manchmal muss da und dort noch etwas nachgebohrt werden. Und damit alles schön geschliffen klingt, feile ich zum Schluss ein bisschen an den Formulierungen herum. Wenn ich hier meine elektrische Kreissäge zum Einsatz bringe, kann daraus durchaus eine schöne runde Sache werden.

Der Computer ist seit kurzem mit Hilfe der Hotline sowohl mit dem Backofen als auch mit dem elektrischen Küchenherd vernetzt. Neben der ordinären Festplatte stehen mir nun vier zusätzliche Herdplatten zur Verfügung, drei davon sogar mit Gasanschluss. Ich bin damit relativ stromunabhängig, was hier in Spanien immer von unschätzbarem Vorteil ist bei entsprechenden Ausfällen.

Die Mehlbox habe ich selbstverständlich bei Tee-Online angemeldet und in meiner Freenetzeit werde ich mir bei web.de ein kleines Internet weben. Damit kann ich später in meinem trüben Pool fischen.

Für die fehlende Ansprache an den langen Vormittagen in unserem einsamen Anwesen steht für Notfälle ein Kontaktspray im Werkstattregal bereit. Aber im Moment besteht in dieser Richtung keinerlei Handlungsbedarf.

Wenn ich mich morgens auf den Weg mache durch die unzähligen Räume, die Innenhöfe und die weitläufige Gartenanlage, so kommt es schon gelegentlich vor, dass ich mich bei meiner Hausarbeit gedanklich etwas verlaufe und ich unversehens am PC hängen bleibe. Aber spätestens wenn die Sonne am späten Vormittag durch mein Fenster blinzelt und von der Seite auf den Monitor knallt, dann weiß ich Bescheid: Jetzt ist es wieder Zeit in die Küche zurückzukehren.

Zum Glück klingelt gerade der Eisbärmann von Bio-Frost an der Tür. Ich bin gerettet und der Rest der Familie wird sich bestimmt über die leckere Pizza freuen, die ich extra aufgebacken habe.

Liebe Grüße vom Hausmeister Sigi

Einfache Küchenzeilen

Bei der Zubereitung von Gurken- oder Karottensalat kommt es bei uns im Hause oft zu kleinen Reibereien!

* * * * *

Viele Köche verderben den BreiAber das schaffe ich zur Not auch ganz alleine.

1 von 1988 bis 1994 an der Deutschen Schule Barcelona

03 - Sprachgeschichten

Wie ich mich mit meinem bisschen Spanisch bescheiden durch die Gegend schlage

oder

Wie ich mich mit meinem bescheidenen Spanisch ein bisschen durch die Gegend schlage

Eigentlich läuft es mit meinem Spanisch gar nicht so übel. - Im Dorf habe ich mich für einen Spanischkurs für Menschen mit Migrationshintergrund angemeldet, der Mitte Oktober beginnt.

Damit ihr euch mal ein Bild davon machen könnt, was bei mir so abgeht, habe ich ein paar schöne Fotos gemacht. Es wird sich schon noch entwickeln. Hier nun mein erstes Stimmungsbild:

Anmeldung beim Bürgermeisteramt

1. Kapitel - Montag, kurz vor zwölf

Massarrojos ist ein sehr kleines Dorf. Trotzdem ist es nicht so einfach, das Bürgermeisteramt zu finden. Ich stelle das Auto in einer kleinen Seitenstraße ab, da entdecke ich genau über mir die spanische Nationalflagge, gleich daneben die Fahnen von Valencia und Europa. Hier bin ich wohl richtig.

Auf dem Schild neben der Tür steht auch deutlich geschrieben: "Ayuntamiento". Wunderbar! Hier residiert also der Bürgermeister. Ich gehe durch die Tür rechts daneben und betrete einen dunklen Wartesaal. Alles scheint perfekt organisiert zu sein. Es gibt genügend Sitzplätze, von 24 sind 15 besetzt. Auf dem Gehweg vor der Tür warten weitere Besucher. An der Wand hängt ein braunes Schwarzes Brett mit einem wilden Durcheinander an Zeitungsausschnitten und unzähligen mehr oder weniger wichtigen Informationen über das gesellschaftliche und kulturelle Leben vor Ort: Sprechstunde des Bürgermeisters. - Wann kommt der Zahnarzt ins Dorf? - Massarrojos hat jetzt eine eigene Homepage!!! - Wo findet die nächste Grippeschutzimpfung statt? ...

Inmitten der Blätterwand hängt ein rotes Automätchen und streckt mir seine grüne Zunge entgegen. Auf der Zungenspitze ist eine Nummer aufgedruckt. "Du kommst erst später dran, ätsch!", soll das wohl heißen. So etwas habe ich schon mal in unserer Dorfmetzgerei gesehen. Mit den Nummernkärtchen soll der Besucheransturm in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Es ist inzwischen kurz vor 12 Uhr. Ich werde die Anmeldung wohl auf morgen verschieben müssen.

2. Kapitel - Dienstag, 10 Uhr

Vor der Tür kette ich mein Fahrrad sorgfältig an ein Regenrohr und betrete wieder den fast leeren Wartesaal. Heute könnte es eventuell was werden mit der Anmeldung, nur acht Plätze sind besetzt.

Ich stürze mich sofort auf den roten Kartenspender, lasse mir die Nummer 37 ausspucken und setze mich zufrieden auf einen der freien Stühle. In der Zwischenzeit sind weitere Besucher dazugekommen. Alle scheinen sich gut zu kennen, sie begrüßen sich freundlich und machen Späßchen. Leider verstehe ich fast kein Wort, alle sprechen nur "Valenciano", so hört es sich zumindest für mich an. Gelangweilt lese ich ein weiteres Mal die Informationen an der Pinnwand. Der Wartesaal füllt sich zusehends. Doch irgendwie scheint es überhaupt nicht vorwärts zu gehen. Da ist wohl jemand in einer wichtigen Angelegenheit beim Bürgermeister. Krampfhaft halte ich mein Nummernkärtchen in der Hand und lese weiter ... 15 Minuten, eine halbe Stunde, 45 Minuten, eine ... m ... meine Nummer ist weg!!! Gerade hielt ich sie noch fest in der Hand. Sie muss mir im Schlaf aus den Fingern gerutscht sein.

Verzweifelt suche ich auf dem Stuhl, in meiner Tasche, auf dem Fußboden. Ach, da liegt sie ja - und zum Glück entdecke ich im Raum noch einige der vor mir angekommenen Besucher. Eigentlich sind es noch alle acht, die bereits seit einer Stunde mit mir warten. Seltsam! Außerdem sind inzwischen genauso viele dazugekommen. Zudem wartet eine Gruppe von fünf Leuten draußen auf der Straße.

Als eine etwas "jüngere" Frau mittleren Alters (ca. 50 Jahre alt!!!) den Raum betritt, wird mir erst bewusst, dass hier ausschließlich ältere oder sogar sehr viel ältere Mitbürger warten. Leicht verwirrt lese ich weiter in meiner Wandzeitung. Hier hängen erstaunlich viele Plakate, die sich mit gesundheitlichen Themen befassen: Arzttermine, Klinikadressen, Grippeschutzimpfung, Schwangerschaftsberatung ...

Das kommt mir doch jetzt etwas „spanisch“ vor. Bin ich überhaupt im richtigen Film? Ich bahne mir einen Weg ins Freie. Über mir flattern immer noch die gelb-rot-gestreiften Fahnen im Wind. Neben der Tür hängt immer noch das goldene Schild und darauf steht immer noch mit schwarzer Schrift "Ayuntamiento".

Aber links neben dem Schild hat sich in der Zwischenzeit eine völlig unscheinbare zweite Tür aufgetan. Ich möchte wetten, vor einer Stunde war diese Tür nicht da!

Mit der Anmeldung hat es trotzdem nicht geklappt, weil ich nicht alle erforderlichen Papiere mitgebracht hatte. Am nächsten Dienstag – der Herr Bürgermeister hat nur am Dienstag Dienst - darf ich es noch einmal versuchen.

Jetzt weiß ich wenigstens schon mal, wo die richtige Tür zu finden ist.

3. Kapitel – Eine Woche später, 10:30 Uhr

Jetzt habe ich immerhin die Formulare bekommen. Beim Dorfarzt nebenan ist heute tote Hose und das Wartezimmer ist wie leergefegt.

4. Kapitel – Eine Woche später, 11:15 Uhr

Jetzt habe ich immerhin die Formulare abgegeben. In 14 Tagen darf ich wieder kommen. Die rechte Tür ist abgesperrt. Komisch! Dem Dorfarzt wird doch nichts passiert sein.

Fortsetzung folgt!

Das hört sich nach „Unendliche Geschichte“ an. Aber auch die hatte mal ein Ende. Christiana sagte nach jedem neuen Kapitel zu mir: "So kommst du wenigstens immer mal wieder aus dem Haus, Mann!"

Para mí también

Wenn ich mit Freunden in eine Bar oder in ein Restaurant gehe, bestelle ich zum Trinken mit Vorliebe „Para mí también“1. Ich muss allerdings zuvor so lange warten, bis ein anderer genau das bestellt, was ich gerne trinken will. Bis jetzt war ich mit meiner Wahl immer sehr zufrieden.

Der Trick funktioniert beim Essen ebenso: Ich warte höflich ab, lasse zuerst meine Mitesser bestellen und schlage im richtigen Moment beim richtigen Gericht zu.

Nachteil: Als Alleinstehender bzw. -reisender wird man mit dieser Methode kaum satt werden.

Und wenn ich doch mal was anderes bestellen möchte, bestelle ich einfach "Lo mismo"2, dann bekomme ich auch immer das Gleiche.

Halb-so-Schlimmerick

Manchmal reagier' ich ganz panisch, wenn ich was sagen soll auf Spanisch.

„Alles halb so schlimm, denn das ist doch immer noch viel besser als Japanisch.“

Ja, panisch brauchsch do beschdimmd ned werde, wenn amol was ned verschdehsch, im ausland moin i.

sisch ja so, dass mir als schwoba meischdens gans guad durchkomme inneme ausländische land – middem richdige DEUTSCH.

i sagmer nemlich immer so: wennamol - zum beischbiel im subbermargd oder so - ned weisch, wie was zum beischbiel auf schpanisch heisd oder so, dann DEUTSCH hald drauf.

ja, mir schwoba kenned oifach alles. un des sogar meischdens no a bissle besser: wennde nemlich inneme andere ausland - nemmemer zum beischbiel idahlien oder so - amol a baar ausländische ausländernachem richdige weg froge willsch oder so, wie du aufen durm von pisa komme kannsch - bloos soo als beischbiel hald amol, - no brauchsch den gar ned so schief ogugge, - den ausländer moin i, ned den schiefe durm!

un wenn des jez auslender sen, die jez auno aus lender sen, die ned so bsonders guad idaljenisch schwätze kenne, dan langds doch glad, wennde do oifach blos so abissle auf den durm HOCHDEUTSCH.

forrabaar jor war i omol in griechenland, in olümbia, middebaar andere leid von iberall her aus deutschland - bei grad omol 42 grad - i glaub des haddsogar im schadde ghed!

anama schene dag do wolde mer ina museum, do war anedde äldere dame ausm sexische dabei, die had sich do tadsächlich ned gedraud, ire wasserflasch mid nei ins museum zu nemme.

nachher had se uns auch forzehlt warum: am eigang war nämlich a schild, un do hendse laud un deidlich druff gschriewe:NO FLASH!

sell war an selldn „dämlicher“ geischdesbliz. i glaub die dame had ächd an schadde ghed! sowas konn ons schwoba ned bassiere, gell.

1 Auf Deutsch heißt das für mich auch.

2 Auf Deutsch ist das das Gleiche.

04 - Zwischengericht: Mail-Brei

Inzwischen ist ziemlich viel Mail hier eingetroffen, das ich unbedingt verarbeiten möchte, bevor ich mit meinem Tagebuch fortfahre.

Sabine R. aus U. hat uns gebeten, wir sollten auch mal schreiben, wie es uns „in echt“ geht. Ich habe sofort Christiana dazu bereit erklärt, diese schwierige Aufgabe zu übernehmen, komplett mit Füller, Briefpapier und dem ganzen Programm, also Papier in Umschlag rein, Marke drauf und zum Briefkasten rennen.

Der Tipp von Hausfrau und Schwägerin Tanja fand bei mir sofort offene Ohren: „Salate lassen sich mit 15W40-Öl nett verfeinern“. „Raffiniert!“, dachte ich und wollte das gleich mal ausprobieren. Zuerst lief auch alles wie geschmiert. Aber als ich schließlich mit meinem Experiment fettig war, meinte Mireya nur: „Nein, das essig nicht!“ Jetzt hab’ ich den Salat! Und den kann ich nicht mal unserem Hasen geben.

Oder hat mich Tanja mit dem Öltipp etwa nur angeschmiert? Muss bestimmt heißen; „Salate lassen sich mit 15W40-Öl net verfeinern.“

Trotzdem vielen Dank, liebe Tanja, dass du mir immer so schön beim Wortspülen hülfst. Daneben könnte ich noch jemand brauchen, der mir ab und zu beim Abtrocknen der Tränen unter die Arme greift.

Manchmal hatte ich schon gedacht, beim zweiten Kapitel mit den „Knallfröschen und Feuerwerkern“ habe ich vielleicht ein bisschen stark übertrieben. Ganz so schlimm ist es doch gar nicht. Aber dann trafen sich vor ein paar Tagen Pyrotechniker aus Europa und dem Rest der Welt zu einem internationalen Knallwettbewerb und überzeugten mich wieder vom Gegenteil. Einmal darfst du raten, wo dieser Wettbewerb stattfand! Genau! Mitten in Valencia! Und obwohl wir zehn Kilometer entfernt wohnen, haben diese Knallköpfe fast zwei Stunden lang bei uns im Haus sämtliche Fenster zum Klirren und alle Türen zum Wackeln gebracht. Zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens! Geschlagene zwei Stunden!

Hund Bonito hat sich erstaunlicherweise mit diesem Lärm abgefunden. Vor einigen Wochen verkroch er sich noch beim Öffnen einer Sektflasche im hinterletzten Winkel, inzwischen lässt ihn so ein Feuerwerk eher kalt. Das soll jetzt keine plumpe Anspielung auf sein hohes Alter und seinen Gesundheitszustand sein, aber vor einigen Tagen ging’s ihm tatsächlich hundeelend. Irgendwas war ihm an die Nieren gegangen. Er war extrem abgemagert, wollte überhaupt nichts mehr fressen (nicht mal meine Lieblingskekse) und konnte kaum noch gehen. Wenn er mal musste, dann mussten wir ihn geradezu in den Garten schieben und dort ist er nur hilflos über den Rasen gestolpert. Es war zu befürchten, dass er dabei ins Gras beißt.

Wir fanden zum Glück im Nachbardorf einen guten Tierarzt, der ihn wieder ordentlich auf die vier Pfoten gebracht hat. Jetzt ist Bonito wieder fast wie neu und er kann sogar beim Pinkeln ein Bein heben.

Mit meiner arbeitslosen Tischkreissäge habe ich auch im zweiten Teil ein Thema angeschnitten, das anscheinend mehrere Leserinnen aus dem Leserkreis meines Hausmann-Reports beschäftigt. Jedoch gehört das Schneiden von Brot oder Wurst weniger zu den Tätigkeiten, die einem einigermaßen handwerklich begabten Hausmann größere Schwierigkeiten bereiten könnte. Wenn ich frühmorgens die Pausenbrote für den Rest der Familie zubereite, schneide ich die Scheiben immer mit Hilfe eines speziellen Winkelmessers in exakt gleichmäßige Stücke. Mit dem Winkelschleifer wird sodann das Pausenbrot form- und passgenau in die Tupperdose eingearbeitet.

Viel problematischer nach meinen bisherigen Erfahrungen als Hausmann ist die Herstellung exakt runder Pfannkuchen. Wie ich den Teigfladen auf meiner Kreissäge auch drehe und wende, die Pfannkuchen haben danach immer wieder sehr unschöne Ecken, vor allem am Rand. Für viele mag das zwar nur eine Randerscheinung sein, aber bei mir kreisen die Gedanken seit Tagen nur um dieses eine Problem: Wie werden meine Pfannkuchen schön rund und wie kann ich meine Kreissäge bei diesem Vorgang sinnvoll einsetzen?

Neulich Nacht ging mir doch noch ein kleines Lämpchen auf. Endlicht! Wie wär’s denn mit einem einfachen Stromkreis? Für eine elektrische Tischkreissäge sollte das kein allzu großes Problem darstellen. Vor lauter Spannung konnte ich es kaum erwarten, bis der Rest der Familie das Haus verlassen hatte.

Als ich endlich ungestört war, wagte ich mich an mein Elektrizitätswerk. Es war aber dann doch nicht so eine einfache Sache mit diesem einfachen Stromkreis.

Im Stromkreise meiner Familie hatte ich ja eigentlich bei meinem Vorhaben mit heftigem Widerstand gerechnet, aber nicht damit, dass bei denen beinahe sämtliche Sicherungen durchbrennen könnten. Die waren vielleicht negativ geladen, als bei mir zur Mittagszeit kein fertiges Futter auf dem Tisch stand. Dabei hatte ich ihnen doch gar nichts gemacht! Aber das war ja mehr deren Problem.

Ich mache jetzt besser Kurzschluss und schieb schnell eine Pizza in den Ofen. So gibt’s heute endlich einmal eine runde Sache. Und wenn meine Lieben nachher nach Hause kommen, sage ich zu ihnen: „Von mir aus könnt ihr essen Watt ihr Volt!“ Auf solche albernen Späßchen fahren die voll drauf ab. Mireya meint dann immer: „Mama, da musst du jetzt lachen. Der Papa hat das doch irgendwie witzig gemeint!“

Bei einem der nächsten Berichte will ich mich ganz ernsthaft auf den Weg in die Stadt machen. Ihr werdet in dieser Richtung bestimmt noch was von mir zu hören und zu lesen bekommen.

Liebe Grüße vom Hausmann Sigi und dem Rest der Familie

Ganz schön beschränkt