Nicht-Ganz-Dichtkunst - Dieter Behrens - E-Book

Nicht-Ganz-Dichtkunst E-Book

Dieter Behrens

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Beschreibung

"Nicht-Ganz-Dichtkunst" ist der erste Lyrikband des Biologen, Kabarettisten und Musikers Dr. Dieter Behrens und enthält 88 komische Gedichte und einen Prosatext. Wer hintersinnige Wortspiele mit leichtfüßiger Ironie und gehobenen Quatsch in Reimform nach Art von Robert Gernhardt oder Heinz Erhardt mag, wird auch an diesem Gedichtband Freude haben.

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Seitenzahl: 48

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhaltsverzeichnis

Eine Frage vorweg

Anwendungshinweis

Bedingung

Gedanken des Dichters bei Betrachten seiner Socke

Bewerbung

Dichter und Mensch

Feder gegen Schwert

Ignoranz

Späte Geburt

Optimist und Pessimist

Slammer

Disput zwischen Schopenhauer und Hegel

Modus vivendi

Zwei Herzen

Die Bibel in Kurzform

Warenrückgabe

Amor vincit omnia

Italienischer Abend

Akademischer Gigolo

Reisetipp

So schön

Besitzrecht

Erotische Schifffahrtsregel

Liebesschmerz und Liebesleid

Väterliche Gefühle

Liebesgedicht

Das Einsamenkorn

Die Nachtigall

Großstadtgedickicht

Wachtel in Wein

Taube im Gras

Das Angebot

Setzkasten für Grabinschriften für einen…

Der Buntsandstein

Nachruf auf einen holländischen Dichter

Die Jahreszeiten

Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft

Überlegung

Nachrichten

Die Bedeutung der Psychologie in der Schifffahrt

Dankbarkeit

Gastronomische Erkenntnis

Gastronomische Enthüllung

Der Draufgänger

Gute Nachbarschaft

Hunde

Verteidigung der Deutschen Bahn

Trari trara

Halali

Informatik

Designer

Journalismus

Humanistische Erziehung

Humanitäre Hilfe

Musicals

Richtigstellung zoologischer Hierarchien

Kulturgeschichte

Positive politische Entwicklung

Kritik

Nachts in Neustadt

Streichquartett im Radio

Im Asia-Schnell-Restaurant

Meister Bär

Das Eigentüm

Der Held

Held und Schurke

Überlegung des Fürsten

Bitte der Contessa

Das Königsgeschenk

Kriminalistische Faustregel

Neues aus der Landwirtschaft

Mörder, Räuber, Sittenstrolche

Zahlenverse

Zahlenvers -Schöpfung

Musenküsse

Brandauer und ich

Prosa ist doof

Dichtung

Gedichttitel in alphabetischer Reihenfolge

Danksagung

Über den Autor

Eine Frage vorweg

Wäre ein Poem

genehm?

Anwendungshinweis

Nach jedem Gedicht

sollst Du innehalten,

sonst kann es nicht gut

seine Wirkung entfalten.

Bedingung

Der Dichter braucht Stift und Papier,

vor allem aber Zuversicht,

dass er da etwas Großes schafft,

sonst schreibt er eben einfach nicht.

Nur so fallen dem Dichter

Gedichte ein:

Er muss mit sich selbst

im Reimen sein.

Gedanken des Dichters bei Betrachten seiner Socke

Stoff

noch

dicht.

Noch

nicht

Loch.

Bewerbung

Lieber, guter Dichtersmann,

schau Dir meine Verse an,

empfiehl mich dann in Deinen Kreisen,

will auch immer Dein Werk preisen.

Sehr verehrtes Lektorat,

ich sende Ihnen mein Traktat,

damit Sie mein Talent ermessen

und in bare Münze pressen.

Wohlgeborenster Verleger,

Ihr Verlag ist so integer,

dass sich dies, mein Manifest,

bei Ihnen nur verlegen lässt.

Viel geliebtes Publikum,

höflich bitt’ ich Sie darum,

nehmen Sie mein Schaffen an,

dass ich vom Schreiben leben kann.

Dichter und Mensch

Der Dichter sitzt auf einem Stein

und horcht verzweifelt in sich rein,

ob überhaupt, und wenn ja, wann

und wie zer Werlt man leben kann.

Ihr edler Schein dünkt ihm vermeintlich,

tatsächlich sei sie lebensfeindlich,

weil Menschen durch ihr Tun und Trachten

die Welt zu eben dieser machten.

Ach, könnte nur die Welt genesen!

Doch hapert’s an des Menschen Wesen.

Es müsst doch irgendwie gelingen,

den Menschen zur Vernunft zu bringen.

So forscht der Dichter, sucht mit Qual,

und birgt aus sich ein Ideal,

das allen Unrat niederschleift,

wenn es nach Menschenherzen greift.

An diesem muss die Welt gesunden,

gelobt sei der, der es gefunden!

Um Menschen auf den Weg zu leiten,

will er es eifrig nun verbreiten

und hört nicht auf, sein Lied zu singen,

um Mensch und Welt d’accord zu bringen.

Der Mensch spricht: „Was Du da gekritzelt,

das hat mir schön das Herz gekitzelt.

Auch insgesamt ganz kolossal.

Na ja, bis dann, ich muss dann mal.“

Da verfinstert sich dräuend die Dichterstirn,

nachtschwarze Gedanken umwölken sein Hirn

und er fährt wie ein Blitz vom Himmel herab

bis tief in die Tiefen der Erde hinab.

Und dort bezeugt er, was die Welt

im Innersten zusammenhält,

steigt aus dem Dunkel zum Menschen herfür.

Der fragt: „Holst Du mir aus dem Keller ein Bier?“

So verlässt der Dichter die Sphären der Welt

und steigt hinauf über das Sternenzelt.

Schwebt rastlos als reiner Geist durch das All,

sieht Schöpfung, Werden, Vergehn und Zerfall,

das Universum erblickt er am Ende der Zeit,

kehrt heim mit der Botschaft der Ewigkeit:

„Erkennt, ihr Menschen, dass Gott ist tot!“

Sagt der Mensch: „Einmal Pommes weiß-rot.“

Nun spricht der Dichter: „Ihr könnt mich mal!“

Der Mensch schweigt betroffen und ruft dann: „Genial!

Dieser Ausdruck, mit dem er den Rahmen sprengt,

und wie er uns zeigt, wo der Hammer hängt.

Diese Botschaft verfasst mit solch einer Kraft,

die uns so eindringlich Erkenntnis verschafft.“

Geläutert ruft er hinter dem Dichter her,

der ist schon weit fort und hört ihn nicht mehr:

„Dichter, wir werden Dich niemals vergessen!“

Und dann sagt der Mensch: „Was gibt’s heut zum Essen?“

Feder gegen Schwert

Historie hat uns oft gelehrt:

die Feder schlägt das Kriegerschwert.

Denn ob auch Weltreiche verblühen,

so leben fort die Theorien

der Denker, Wissenschaftler, Philosophen

und auch der Dichter Vers und Strophen.

Wie viele Völker kennt man nur,

durch die Errungenschaften der Kultur?

Wie viele Siege, ob sie auch errungen,

sind heut vergessen, da sie nicht besungen?

Doch Menschen, Orte, Reiche dauern fort

durch schriftlich ewig festgehalt'nes Wort.

Wie man’s auch wendet oder kehrt:

Feder stets mächtiger als Schwert.

Daher das Folgende doch stark verwundert,

wie war’s im vorigen Jahrhundert?

Konnten vielleicht die werten Kollegen

mit ihren Schreibmaschinen viel bewegen?

Konnten die Zeilen, die fleißig sie füllten,

verhindern, dass die Kanonen brüllten?

Man überhörte die Stimmen der Schreiber partout,

doch liest man sie heute, stimmt man oft zu.

Nun sitze ich da und überlege mir:

Können Kugelschreiber, Tastatur und Papier

verhindern, dass heute die Lenkraketen

Satelliten gestützt in Verwendung treten?

Schrieb ich: „Kein Krieg! Keine Religion!“

Wen interessierte das denn schon?

So bleibe ich sitzen, verstockt und versauert

und hoff, dass mein Text einen Krieg überdauert.

Ignoranz

Gedichte lesen macht keinen Sinn.