Nichts als Erlösung - Gisa Klönne - E-Book

Nichts als Erlösung E-Book

Gisa Klönne

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Beschreibung

Die Jagd nach dem Täter führt Hauptkommissarin Judith Krieger von Köln über Südhessen bis nach Griechenland. Und zu einem lange verschwiegenen Kapitel deutscher Geschichte: dem Schicksal der Heimkinder in der Nachkriegszeit. Doch der Mörder verfolgt seinen eigenen Plan. Einen Plan, in dem Judith die Hauptrolle spielt ...

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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www.piper.de

Für meinen Vater,

Karl-Heinz Klönne

978-3-492-97405-9

September 2016

© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016

Erstausgabe: Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2011/Ullstein Verlag

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen

Covergestaltung: Mediabureau Di Stefano, Berlin

Covermotiv: Den Reader/Arcangel (Schaufel und Untergrund); kjohansen/Getty Images (Rahmen)

Datenkonvertierung: Kösel Media GmbH, Krugzell

Sämtliche Inhalte dieses E-Books sind urheberrechtlich geschützt. Der Käufer erwirbt lediglich eine Lizenz für den persönlichen Gebrauch auf eigenen Endgeräten. Urheberrechtsverstöße schaden den Autoren und ihren Werken. Die Weiterverbreitung, Vervielfältigung oder öffentliche Wiedergabe ist ausdrücklich untersagt und kann zivil- und/oder strafrechtliche Folgen haben.

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1. Teil

Zuhause

Wenn es je einen Ort gab, der mir ein Zuhause wurde, dann dieser. Jetzt, da ich Abschied nehme, wird mir das erst bewusst. Ich gehe noch einmal durch die stillen Zimmer. Das Wohnzimmer, das trotz seiner Möbel und Teppiche niemals wohnlich war. Das Schlafzimmer, wo die Verzweiflung nistet. Ich betrachte den Stuhl, auf dem ich so oft gesessen habe. Hier wog die Last nicht ganz so schwer, fühlte ich mich dir nah. Ich schiebe den Stuhl an den Tisch, vergewissere mich, dass ich wirklich nichts übersehen habe. Es tut weh, diesen Ort zu verlassen, damit habe ich nicht gerechnet. Ein neuer Schmerz, der sich zum vergangenen fügt.

Der Koffer in meiner Hand ist leicht. Ich brauche nicht viel. Alles, was wichtig ist, habe ich schon vor Jahren in Sicherheit gebracht. Ich wusste ja immer, dass meine Zeit hier nur gestohlen war. Dass ich nicht bleiben durfte, jedenfalls nicht für immer.

Die Handschuhe kleben an meinen Fingern, eine feuchte, lebendige, zweite Haut. Ich widerstehe der Versuchung, sie auszuziehen, tupfe mir mit dem Jackenärmel Schweiß von der Stirn. Geliehene Zeit, geliehenes Leben. Zuerst war ich wütend, als ich begriff, dass sie mich auch von hier wieder vertrieben. Dann sah ich die Chance, die sich daraus ergab. Die Möglichkeit, es zu Ende zu bringen. Jetzt, endlich, nach all diesen Jahren.

Ein letzter Blick, ein stummer Gruß. Dann ziehe ich die Tür hinter mir zu und verschwinde im Schatten der Hecken. Es gibt kein Zurück mehr. Ich habe alles geplant und vorbereitet. Nichts wird nun je wieder sein, wie es war. Ich lächle, als ich an unser Wiedersehen denke. Ich hoffe, dass Du mir gnädig bist.

Samstag, 1. August

Der Mond ist noch nicht aufgegangen, kein künstliches Licht erhellt das Gelände, und einen Moment lang erscheint ihm die dunkle Masse des Waldes bedrohlich. Als ob die dicht stehenden Stämme und Büsche ein einziges Lebewesen seien, ein Organismus, der ihn belauert, ja, näher zusammenrückt und sich ihm entgegenstemmt. Absurd, so etwas zu denken, völlig absurd. Der Wald ist sein Freund, war das immer schon. Eric Sievert blickt auf den Feldweg, der sich als hellgraue Spur in den Schatten verliert. Nichts ist dort, niemand, er ist allein hier. Der Revierförster ist ein scharfer Hund, vor ein paar Wochen hätte der ihn um ein Haar erwischt. Aber daraus hat er gelernt, inzwischen kommt er später und verzieht sich, lange bevor die Dämmerung die ersten Jäger zum Ansitz aus den Betten lockt. Und er fährt die letzten Kilometer zum Wald mit dem Rad, lässt sein Auto in Biblis, wo es seine Anwesenheit im Naturschutzgebiet nicht verrät.

Eric Sievert schiebt sich ins Unterholz, fühlt einen trockenen Ast an seiner Wange, dann in seinem Haar, spannt die Muskeln an. Das Rascheln des toten Laubs unter seinen Füßen scheint in der Stille regelrecht zu explodieren. Irgendwo schreit ein Nachtvogel auf, klagend und hoch, und verstummt so abrupt, dass es unnatürlich wirkt. Eric tastet sich weiter voran, blind beinahe, nach Gefühl, saugt den Geruch des Waldes tief in die Lungen. Seit er denken kann, hat es ihn nach draußen gezogen. Schon als Junge ist er aus der Enge der elterlichen Wohnung und dem winzigen Zimmer, das er mit seiner Schwester teilte, so oft es nur ging in den Wald geflohen. Menschen betrügen dich, die Natur tut das nie. Er zerrt an einem Ast, der sich in seinem Rucksack verhakt hat. Das Holz splittert, laut, wieder ruft der Vogel, noch näher jetzt, fast direkt über ihm. Instinktiv hebt er den Kopf, kann den Schreihals jedoch nicht entdecken. Vielleicht ein Waldkauz. Wahrscheinlich sogar.

Eric bleibt stehen und tastet nach seinem GPS-Gerät, das einsatzbereit neben Klappspaten, Taschenlampe, Messer und Pointer an seinem Gürtel hängt. Hier im Ried ist es tatsächlich noch schwüler als in Darmstadt, und die Motorradlederjacke ist definitiv viel zu warm, auch Gummistiefel und Jeans sorgen nicht gerade für Abkühlung. Aber das kann er ab, er ist schließlich sportlich, und immerhin ist er so einigermaßen vor Mücken und Dornen geschützt. Er checkt sein GPS-Gerät, um sich zu orientieren. Geradeaus liegt die Ruine der Festung Zullestein, dahinter mündet die Weschnitz in den Rhein, westlich davon sind die Sternschanzen aus dem Dreißigjährigen Krieg, noch 19 Grad weiter westlich ist die Stelle, wo er gleich am ersten Tag den perfekt erhaltenen Bronzeschild gefunden hat. Ein Original aus der Römerzeit, eine echte Sensation, 17 000 Euro hat ihm der gebracht. Vor fünf Jahren noch hätte er so etwas nicht für möglich gehalten. Römer, Kelten, Germanen und Nibelungen waren für ihn in erster Linie Gestalten aus Schulbüchern oder AsterixHeften gewesen. Dass die tatsächlich vor seiner Haustür gelebt und gekämpft hatten und dass man die Spuren davon tatsächlich wieder ans Tageslicht bringen kann, hatte er erst durch Kurt erfahren. Kurt der Korrekte, der entsetzt wäre, wenn er ihn hier sähe, und sofort wieder über die Schäden der Raubgräberei für die Archäologie lamentieren würde.

Eric löst seinen Deus XP vom Rucksack. Deus. Gott. 1400 Euro hat er dafür berappt, schwarz und in bar, ein Deal übers Internet, jeden Cent wert. Er hängt sich die Funkkopfhörer um den Hals und erweckt den Metalldetektor mit einem Knopfdruck zum Leben. Das Display blinkt auf, die Sonde vibriert. Natürlich, ja, Kurt hat schon recht. Korrekterweise dürfte er nicht hier sein, und selbstverständlich hätte er seinen Fund dem Landesamt für Denkmalpflege melden müssen, statt ihn an einen Händler im Internet zu verticken. Er wischt Schweiß von seiner Stirn, stolpert über eine Wurzel, fängt sich wieder. Der Geruch von modrigem Blattwerk steigt ihm in die Nase, faulig und schwer. Der Steiner Wald ist ein Auenwald, die Bäume krallen sich in sumpfigen Grund. Immerhin hat die Hitze der letzten Wochen dazu geführt, dass er nicht mehr bei jedem Schritt knietief in den Modder sinkt. Dafür sind die Mücken heute extra aggressiv. Obwohl er sich reichlich mit Autan eingeschmiert hat, jucken im Nacken schon die ersten Stiche.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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