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Aus Gedichten, Tagebucheinträgen und Texten entstand das Buch "Nichts ist vorgeschrieben", das Ratgeber und Roman zugleich ist. Auf unterhaltsame, aber auch tiefgründige Weise werden verschiedene Situationen und Abschnitte des Lebens thematisiert. Dabei handelt es sich um Themen, die jeden Menschen betreffen. Die Kapitel sind abstrakt geschrieben, sodass persönliche Deutungen und Interpretationen möglich sind. Bildhaft und mit vielen Metaphern bringt das Buch den Leser dazu, über das Leben nachzudenken, ganz nah an den Gefühlen lässt es die Reise nach innen beginnen und uns zu anderen Erkenntnissen gelangen, als wir vorher erwartet hätten. Dieses Buch beantwortet die Frage, was man im Leben muss - und was nicht. "Nichts ist vorgeschrieben" ermutigt, einen eigenen Weg zu gehen - und zwar dem, dem man wirklich folgen will.
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2019
NICHTS IST VORGESCHRIEBEN
©2019 Christian Holzkamp
ISBN (eBook):
978-3-7497-1325-7
Verlag und Druck:
tredition GmbH
Halenreie 40-44
22359 Hamburg
Bilder:
AnastasiaShehovtsova/Shutterstock.com
DifferR/Shutterstock.com
Rasica/Shutterstock.com
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Es ist deine Entscheidung.
Welchen Wegen Du folgst und aus welcher Motivation heraus Du etwas tust. Ob Du dich von einer Pflicht steuern lässt oder etwas aus purer Überzeugung machst.
Es liegt an dir, was Du für dich behältst und wie Du Veränderungen gegenüberstehst. Du kannst dich auf sie einlassen oder ihnen ausweichen. Glaubst Du daran, dass sie dich bereichern können oder siehst Du in ihnen eine Gefahr?
Behältst Du dabei dich selbst im Blick?
Schaffst Du es, die Anteile in dir, die manchmal verborgen liegen, endlich zu zeigen? Wegen, die Du nicht gehen willst, musst Du nicht folgen. Gewohnheiten, von denen Du jetzt noch umgeben bist, müssen nicht mehr lange bestehen bleiben. Die Veränderungen, die Du so gerne sehen willst, kannst Du selbst herbeiführen.
Das Potenzial besitzt Du, lediglich entfalten musst Du es.
Funken in der Nacht
Sie sind unverzichtbar. Offenbar sind sie Teil eines jeden Lebens. Und schon immer waren sie faszinierend, denn sie haben etwas Einzigartiges an sich. Ohne sie wäre das Leben eine Leere, aus der es kein Entkommen gäbe, weil etwas Grundlegendes fehlte.
Geheimnisse sind vieldeutig und verhüllt; ohne sie wäre es unmöglich, einzigartig zu sein. Nichts ist so individuell und besonders wie ein Geheimnis, das nur Du kennst und in dir verschlossen hältst. Geheimnisse erschaffen einen besonderen Anteil in deiner Persönlichkeit. Sie sind mehr als nur Wissen, denn Du verbindest mit ihnen Erinnerungen. Sichtbar sind sie von außen nicht, nur Du kennst sie. Du hast sie für dich erschaffen. Geheimnisse können dir Kraft geben und ermöglichen, zu dir selbst zu finden. Denn deine Geheimnisse zeigen dir, was Du wirklich willst, und das kannst nur Du selbst wissen. In deinem Inneren werden sie geschaffen, dort spürst Du sie sehr intensiv. Sie geben dir Hoffnung und lassen dich träumen.
Von außen können sie nicht gesehen werden. Nur Du kannst dafür sorgen, dass sie den Weg nach außen finden. Wenn Du nicht willst, dass sie nach außen gelangen, musst Du immer wieder aufs Neue darauf achten, sie für dich zu behalten. Denn nicht alles soll offenbart werden. Manche Erlebnisse oder Handlungen müssen zurückgehalten werden. Dadurch dass Du sie verdeckst, wird ein Raum geschaffen, in dem sich die Geheimnisse ansammeln. So sollen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken verdeckt werden, denn manches darf nicht an die Oberfläche kommen, seien es längst vergangene Tatsachen oder bloße Befürchtungen im Hier und Jetzt. Weil Du ständig aufpassen musst, nicht alles nach außen dringen zu lassen, lernst Du, dich selbst zu kontrollieren. Doch manche Situationen können dadurch sehr komplex werden.
Manchmal fällt es schwer, ein Geheimnis zu verbergen, und Du hast Angst vor möglichen Konsequenzen, wenn Du es nicht für Dich behältst. Was Du verborgen hältst, bewahrt dich vor Aufdeckung, fesselt dich aber zugleich. Denn was Du verschließt, kannst nur Du selbst wieder loslassen. Gerade das macht Geheimnisse besonders und individuell. Dadurch, dass Du Teile deines Wissens und deiner Erfahrungen für dich behältst, wird in deinem Inneren der Raum geschaffen, der unendlich tief gehen kann. Es ist deine Entscheidung, wie viel Du verschlossen hältst. Der Inhalt dieses Raumes ist unbeschreiblich wertvoll, auch wenn es sich manchmal anfühlt, als befände sich darin nur Verborgenes und Verdrängtes. Teilweise fallen Erinnerungen so tief dort hinein, dass sie mit der Zeit immer weiter unter der Oberfläche verschwinden.
Manchmal sehnst Du dich danach, diesen Raum irgendwann vollständig vergessen zu können. Hin und wieder glaubst Du, dass dir etwas fehlt. Vielleicht ist es in diesem Raum zu finden. Vielleicht liegen hier Lösungen für Probleme oder Ängste.
Manche von ihnen werden möglicherweise immer im Dunkeln bleiben, weil Du dir nicht vorstellen kannst, sie hier zu finden. In manchen Zeiten scheint es besser zu sein, den Raum nicht zu betreten und sein Inneres ruhen zu lassen, in der Hoffnung, dass Du es zumindest vorübergehend vergessen kannst. Stattdessen die Tore aufzustoßen und in das Verborgene zu blicken, könnte unerträglich werden; es könnte vieles durcheinanderbringen, anstatt Klarheit zu schaffen. Vieles könnte unvorhersehbar werden und Du kannst nicht abschätzen, welche Konsequenzen es hätte, wenn Du das Verborgene nicht mehr geheim halten würdest. Vor allem könnte es passieren, dass eine solche Enthüllung alles zerstören und sich jeglicher Schutz auflösen würde.
Ob das jemals geschieht, ist unvorhersehbar und deswegen entscheidest Du dich dafür, vieles für dich zu behalten.
Schließlich willst Du nicht das Risiko eingehen, dass alles in sich zusammenfallen könnte. Um dies zu verhindern und dich zu schützen, schaffst Du durch das Bewahren mancher Geheimnisse diesen Ort, den nur Du betreten kannst. Du hast uneingeschränkte Kontrolle über den Zugang zum Verborgenen. Unbeobachtet kannst Du dort herausfinden, wer Du bist und was dich besonders macht. In Deinem tiefsten Inneren spürst Du einen Funken, der selbst in den dunkelsten Zeiten nicht verblasst. Du weißt, dass er existiert.
In Wahrheit bist Du frei von Fesseln und musst nichts unversucht lassen.
Mit Funken und dem Raum in dir beginnt alles. Dort ist alles natürlich und Du fühlst dich geborgen. Selbst über die Zeit kannst Du dort selbst bestimmen. In vergangene Zeiten kannst Du versinken und ebenso die Gegenwart stillstehen lassen. Hauptsächlich befinden sich in dem Raum Erinnerungen und Geheimnisse, die nicht nach außen kommen sollen. Doch auch Träume sind dort zu finden, viele von ihnen liegen hinter Ängsten. Wie weit entfernt Träume in manchen Zeiten auch wirken können, Du weißt, dass sie jederzeit präsent sind, klar und deutlich kannst Du sie sehen. Manchmal tauchen sie plötzlich auf und verschwinden genauso schnell wieder. Irgendetwas lässt sie zum Vorschein kommen, doch oft beachtest Du sie nicht länger - Du befürchtest, dass einige von ihnen sich niemals bewahrheiten werden. Um später nicht enttäuscht zu werden, versuchst Du sie von Anfang an zu bedecken.
Viele der Ängste scheinen groß genug zu sein, um deine Ziele zu verdecken, fast so groß, dass sie unter ihnen begraben werden könnten. Nur Du kannst das verhindern. Nur für dich ist diese Kammer zugänglich, solange Du sie nicht öffnest. Sie ist der einzige Ort, an dem Du alles ungeformt sehen kannst - sowohl Ängste als auch Träume. Es liegt allein an dir, ob und wie weit das Dunkel erhellt wird; inwieweit das, was Du nach außen vorgibst, mit deinem inneren Zustand übereinstimmt. Was Du für dich behältst und was Du offenbarst, entscheidest Du danach, was aus einer Offenbarung folgen würde.
In manchen Situationen ziehst Du dich zurück, an genau diesen Ort, weil die Wahrheit manchmal nicht offenbart werden kann. Dann ist sie hier. Verdeckt. Von außen kann nicht erahnt werden, wie viel und was dort verborgen liegt. Je größer ein Geheimnis ist und je mehr Du verheimlichen willst, desto stärker müssen die schützenden Grenzen sein, die verhindern, dass es enthüllt wird. Du fürchtest dich davor, dass es plötzlich erhellt werden könnte und nichts mehr verheimlicht werden kann. Deswegen wendest Du viel Kraft auf, um es immer wieder verschweigen zu können. Doch manchmal ist es kompliziert, den Überblick zu behalten über das, was noch geheim ist und über das, was schon offenbart sein könnte.
Immer öfter fragst Du dich, was Du noch behalten kannst und was nicht länger verschwiegen werden sollte.
Auf Dauer ist es anstrengend, denn manchmal ist es schwer, immer wieder neue Erklärungen zu finden. Es kann zu einer Zerreißprobe werden, sich immer wieder die Frage zu stellen, ob der Inhalt dortbleiben oder den Weg nach außen finden sollte. Immer wieder muss aufs Neue entschieden werden, wie die Grenzen zum Verschwiegenen gelegt werden sollen. Manchmal willst Du sie einfach nur aufheben. Nichts mehr verleugnen und verstecken, sondern einfach alles nach außen lassen.
Es wirkt verlockend, die Mauern einzureißen, die das verhindern und sich dir immer wieder in den Weg stellen. Du stellst dir vor, wie Du irgendwann nichts mehr für dich behältst und stattdessen alles herauslassen kannst. Der Gedanke daran wirkt gefährlich und gleichzeitig wie eine Erlösung. Doch Du fürchtest, dass all die Dinge, die von innen pochen, eher alles außer Kontrolle geraten ließen, wenn Du sie nach außen lässt. Deshalb scheint es besser zu sein, sie nicht zu zeigen.
Doch wenn Du sie stattdessen krampfhaft für dich behältst, könnten sie dich irgendwann von innen quälen. Denn vollständig fort werden sie niemals sein. Du kannst sie nicht vergessen oder verdrängen. Wenn Du versuchst, die Gedanken daran zu unterdrücken, siehst Du nur noch deutlicher die Dinge, vor denen Du die Augen verschließen willst. Sie werden für immer ein Teil deiner Erinnerungen sein.
Unerwartet erscheinen sie und aus ihnen können sich absurde Ängste und fürchterliche Szenarien entwickeln. Zwanghaft stellst Du dir dann vor, wie direkt vor Deinen Augen alles zusammenbricht.
Selbst wenn es lediglich unrealistische Ängste sind, können diese Bilder verunsichern – über das, was wahr oder lediglich Befürchtung ist. Ein Geheimnis, das Du für dich bewahrst, ist unsichtbar und zugleich Realität. So sehr es auch verborgen scheint, für dich ist es dauernd präsent. Selbst wenn Du es vergessen willst, wird es immer ein Teil von dir sein. Dadurch entstehen in dir zwei unterschiedliche Anteile, die versuchen, sich gegenseitig zu überwinden. Dadurch dass Du manche Dinge gerne nach außen lassen würdest, aber glaubst, es nicht zu können oder zu dürfen, konnten diese beiden Anteile entstehen, die grundlegend verschieden sein können.
Durch die Aufteilung in einen Raum, der von außen nicht eingesehen werden kann, und eine andere Sphäre, die zugänglich ist, sind die beiden Anteile entstanden. Beide versuchst Du irgendwie zu vereinen, denn sonst, - so befürchtest Du, - könnten sie beide außer Kontrolle geraten.
Wenn das, was Du verdrängen willst, immer wieder auftaucht, beginnst Du zu zweifeln, ob der Teil, der es dich vergessen lassen will, sich jemals durchsetzen wird.
Viel zu oft hast Du dich schon von Zweifeln aufhalten lassen, die gar nicht erst hätten aufkommen müssen. Doch mit der Zeit ist das Gefühl entstanden, sich unterwerfen zu müssen – den Dingen, die Du irgendwann einmal erlebst hast und mit denen Du scheinbar niemals abschließen kannst. Sie wirken unvergesslich, sind aber oft nur ein Trugbild oder eine Erinnerung an etwas, das Du erlebt hast und das dich nicht mehr loslässt.
Mit der Zeit hat sich die Überzeugung gefestigt, dass Du niemals darüber hinwegkommen kannst und dich damit abfinden musst, dass es immer etwas geben wird, gegen das Du dich nicht wehren kannst. Diese Überzeugung hast Du schon so sehr verinnerlicht, dass Du die Existenz dieses Teils für selbstverständlich hältst. Wie von selbst hast Du in diesem Teil von Dir so viele Dinge angesammelt, die immer weiter unter die Oberfläche gesunken sind. Der verborgene Anteil ist manchmal ein Zufluchtsort, aber niemals darfst Du vollständig darin versinken, weil es dann passieren könnte, dass Du nicht mehr den Weg hinaus findest.
Manchmal scheint von ihm ein Sog auszugehen. Dieser Sog lenkt Deine Gedanken in eine bestimmte Richtung; und oft führt er sie zu Zweifeln und Ängsten. Zu selten wehrst Du dich gegen diesen Sog und lässt stattdessen zu, dass Du an nichts anderes mehr denkst und Dich gefangen fühlst. Machtlos siehst Du dich den Ängsten und Sorgen gegenüber, von denen Du glaubst, dass sie unüberwindbar sind. Sie bringen dich dazu, dass Du nichts mehr von deinen Zielen wissen willst, weil es aussichtslos scheint, für sie zu kämpfen. Diese Zweifel und Ängste scheinen auf Fehlern deinerseits zu beruhen.
Zumindest fühlst Du dich, als hättest Du etwas falsch gemacht, auch wenn Du nicht genau weißt, was gewesen sein könnte.
Solange dies ungewiss ist, bleibt nur das Gefühl, dass es irgendetwas gibt, das nicht außen gelangen darf und deswegen lieber abgeschirmt werden sollte – auch wenn dich dies in deinem Inneren zunehmend beunruhigt.
Manchmal kommt dir der Gedanke ob es nicht besser wäre, endlich alles, was Du verdeckt hältst, zu offenbaren und nichts mehr zu verheimlichen. Doch Du glaubst, diesen Gedanken zurückhalten zu müssen, weil Du befürchtest, dass er dich in die Irre führen will. Dass es ein Fehler wäre, die verborgenen Seiten zu offenbaren. Doch vielleicht sind in Wahrheit die Gedanken, die versuchen, dich davon abzuhalten, ein Fehler. Wenn Du ein immer wieder aufkommendes Gefühl unterdrückst, lässt es dir keine Ruhe, sondern greift dich von innen an. Manche Gedanken und Gefühle versuchst Du krampfhaft zu verbergen, und je weniger Du sie nach außen leben kannst, desto klarer siehst Du sie innerlich. Sie häufen sich an, zu einem Berg, der immer größer wird. Er kann viel Unglück verursachen, wenn er nicht überwunden wird. Wenn er nicht aufgelöst wird, wirst Du dich irgendwann mit ihm abfinden, doch so weit solltest Du es nicht kommen lassen. Auch wenn manche Dinge nicht ungeschehen oder vergessen gemacht werden können, ist es niemals zu spät, sich von ihnen zu lösen.
Doch stattdessen zieht dich die Angst immer weiter aus der Wirklichkeit heraus und lässt dich glauben, dass das Verdeckte irgendwann ans Licht kommen wird.
Jedes Mal ist es eine Auseinandersetzung zwischen dem Teil in dir, der loslassen will, und den Ängsten, die das nicht zulassen. Viel zu oft gibst Du den Ängsten nach. Du lässt es zu, dass sich Hoffnungslosigkeit in dir breitmacht. Du befürchtest, dass bald alles Verdeckte ans Licht kommen und vieles einstürzen wird. Es fühlt sich so an, als wären die Ängste tief in deinem Inneren verankert, obwohl sie häufig nichts weiter als oberflächliche Einbildung sind. Doch mittlerweile wirken sie so real, dass Du sie für offensichtlich hältst und überzeugt bist, nicht vor ihnen fliehen zu können. Es scheint kein Entkommen mehr zu geben. Du fühlst dich von ihnen gefesselt.
Es hat damit begonnen, dass sich scheinbar bedeutungslose Geheimnisse angehäuft haben, bis sie nicht mehr zu überblicken waren. Sie gerieten außer Kontrolle, obwohl sie sich gegenseitig verdecken sollten. Obgleich sie ursprünglich so unbedeutend schienen, nehmen sie inzwischen einen viel zu großen Raum ein. Mit der Zeit sind immer mehr Geheimnisse hinzugekommen, manchmal scheinen es so viele zu sein, dass Du dich in diesen Raum eingesperrt fühlst.
Es bleibt unvorhersehbar, was sich aus diesen ursprünglich scheinbar unbedeutenden Geheimnissen entwickeln wird.
