Nie passiert - Claudia M. Poltéra - E-Book

Nie passiert E-Book

Claudia M. Poltéra

0,0
7,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Diese Geschichte handelt von einem Tabuthema, über das leider in der heutigen Zeit immer noch geschwiegen wird. Abtreibung. Frauen, die eine Abtreibung durchführen ließen, fühlen sich schuldig und lassen der Trauer keinen Raum. Sie reden nicht mehr darüber, da man eine gesellschaftliche Ablehnung erfahren hat und die Akzeptanz sehr klein ist. Es wird nicht hinterfragt, warum man sich so entschieden hat, welche Hintergründe dabei eine Rolle gespielt haben. Man wird verurteilt ohne Verhandlung. Abtreibungen zählen zu den häufigsten Eingriffen in der Gynäkologie und sie sind legal. Trotzdem spricht niemand öffentlich darüber.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Diese Geschichte handelt von einem Tabuthema, über das leider in der heutigen Zeit immer noch geschwiegen wird.

Abtreibung.

Frauen, die eine Abtreibung durchführen liessen, fühlen sich schuldig und lassen der Trauer keinen Raum.

Sie reden nicht mehr darüber, da man eine gesellschaftliche Ablehnung erfahren hat und die Akzeptanz sehr klein ist.

Es wird nicht hinterfragt, warum man sich so entschieden hat, welche Hintergründe dabei eine Rolle gespielt haben. Man wird verurteilt ohne Verhandlung.

Abtreibungen zählen zu den häufigsten Eingriffen in der Gynäkologie und sie sind legal. Trotzdem spricht niemand öffentlich darüber.

Es war Frühling. Die Luft roch schon nach aufgetauter Erde und die Vögel pfiffen so, als würden sie jedem sagen wollen, dass die schönste Jahreszeit begonnen hatte.

Ich spazierte überschwänglich, jedoch etwas verwirrt im Einkaufsladen umher.

Ich wusste nicht einmal mehr, was ich eigentlich einkaufen wollte.

Überall sah ich zwei Streifen.

Meine erste positive Euphorie verwandelte sich innerhalb von Sekunden in Panik, dann aber überkam mich wieder eine Art Hochgefühl, bis in der nächsten Minute sich abermals die Angst in mir ausbreitete. Ich überlegte, wie und wann ich es meinem Freund Chris sagen wollte. Mir kam die Idee, eine Karte zu kaufen, mit irgendwelchem Baby-Zeugs drauf.

Ich würde sie ihm übergeben oder irgendwo hinstellen, wo er sie dann selber finden würde.

Nachdem ich alles in meinem Korb hatte, lief ich rasch zu dem Kartengestell.

Sofort blieben meine Augen auf zwei winzigen kleinen Babyfüsschen hängen.

Die war es.

Eilig ging ich nach Hause, setzte mich an meinen Esstisch, kramte die Karte aus der Tasche und legte sie direkt beim Eingang auf die kleine alte Holzkommode neben der Tür.

Ich war so aufgeregt. Mein Herz schlug so schnell, dass ich es in meinem ganzen Körper spüren konnte und das Gefühl hatte, wie ein Vulkan fast zu explodieren.

Freut er sich darüber? Meine Hoffnung war immens, denn unsere Liebe dauerte bereits knapp zwei Jahre. Diese eine Stunde, die ich auf Chris warten musste, fühlte sich ewig an.

Erinnerungen donnerten wie ein Rennwagen in meine Gedanken.

Ich hatte die Pille schon vor fast sieben Monaten abgesetzt, da mir mein Arzt davon abgeraten hatte.

Als ich 18 Jahre alt war, wuchs ein Tumor an meiner Schilddrüse, dieser wurde aber sofort entfernt.

Leider musste man einen Teil meiner Schilddrüse mit entfernen, da der Tumor seine Arme schon anfing nach allem, was ihm in den Weg kam, auszustrecken.

Somit funktionierte der Rest meiner Schilddrüse nicht mehr hundertprozentig und ich musste regelmässig Tabletten einnehmen, um meinen Hormonhaushalt in Waage zu halten.

Die Gefahr, ein Blutgerinnsel zu bekommen, war zu hoch, da ich zu allem Übel auch dem Rauchen hörig war.

Das Gesamtpaket in dieser Kombination offenbarte dann eine erhöhte gesundheitliche Gefahr.

Chris und ich waren auf einer Party, wie fast jedes Wochenende. In dieser bestimmten Nacht tanzten wir ausgelassen zu Trance und House Music, dazu ein paar Drinks und Zigaretten. Wie immer fuhren wir anschliessend in die Wohngemeinschaft von Chris, die er sich mit zwei Freunden teilte. Dort liebten wir uns. Wir hatten keine Kondome mehr und dachten, dass schon nichts passieren würde, dieses eine Mal.

Die Wochen vergingen. Wir besuchten weiterhin Partys. Irgendwann merkte ich, dass ich meine Periode schon lange nicht mehr bekommen hatte. Ich führte nicht Buch darüber, wann diese verfluchten Tage eintrafen, darum konnte ich absolut nicht abschätzen, wie lange diese schon überfällig waren.

Einen Moment lang sah ich, wie eine Seifenblase über mir schwebte und im Inneren der Blase ein kleines Baby lag. Es zog sich in mir alles zusammen.

Konnte es wirklich sein, dass ich schwanger war? Natürlich kann es sein, du Depp, brüllte es in mir.

Am selben Tag kaufte ich mir einen Schwangerschaftstest in der Apotheke.

Rasch ging ich nach Hause und sofort auf die Toilette. Zum Glück drückte meine Blase schon ziemlich, denn man muss gezielt auf einen kleinen Streifen pinkeln.

Dann hiess es warten. Fünf bis zehn Minuten. Ich legte den Test auf den Badewannenrand und ging in die Küche.

Abwesend räumte ich die Küche ein wenig auf, dann schaltete ich das Radio an.

Das Lied Teardrop von Massive Attack, einer britischen Trip-Hop-Band, lief gerade.

Zögerlich ging ich auf den Test zu.

Ich sah schon von Weitem zwei saftig dicke Striche. Meine Hände griffen zitternd nach der Gebrauchsanweisung.

Ein Strich – nicht schwanger, zwei Striche – schwanger.