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Nachdem Niklas mit Omi und Opi im herbstlichen Kühlungsborn Steine am Strand gesammelt hat, entdeckt er in einem kleinen Laden sieben flauschige Wesen - die Labubus. Jedes ist anders: rot wie Liebe, orange wie Freude, grün wie Ruhe, blau wie Hoffnung, pink-gelb wie Freundschaft, lila wie Glück - und eines geheimnisvoll schwarz-grau, mit Regenbogenglitzer. Doch Niklas ahnt nicht, dass die Labubus zum Leben erwachen können. In stillen Nächten und leuchtenden Träumen begleiten sie ihn, helfen ihm bei Sorgen, Mutproben und Herzensfragen - und zeigen ihm, dass in jedem Kind ein ganzer Regenbogen steckt. Eine warmherzige, farbenfrohe Geschichte über Freundschaft, Gefühle und das Vertrauen in sich selbst. Ein Buch voller Magie, Trost und Hoffnung - für Kinder ab 6 Jahren und alle, die an das Gute im Herzen glauben.
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Seitenzahl: 34
Veröffentlichungsjahr: 2025
Prolog – Die sieben vom Meer
Teil 1 – Love und das verschwundene Lächeln
Teil 2 – Happiness und der Regen, der lachte
Teil 3 – Loyalty und das große Versprechen
Teil 4 – Serenity und der Sturm im Kopf
Teil 5 – Hope und der Tag der Schatten
Teil 6 – Luck und das verschwundene Glück
Teil 7 – Secret und das Geheimnis der Farben
Epilog – Die Farben in uns
Für alle,
die noch an das Leuchten glauben,
das im Herzen eines Kindes wohnt.
Für alle Kinder,
die weiterträumen,
auch wenn es dunkel wird.
Für alle Herzen,
die Farben tragen,
die nur sie selbst sehen.
Eure Träume sind echt.
Eure Farben sind stark.
Und irgendwo – ganz nah –
wacht ein Labubu über euch.
Der Wind über der Ostsee war kühl und salzig. Es war Oktober in Kühlungsborn – die Ferien mit Omi und Opi, die jedes Jahr ein kleines Abenteuer bedeuteten.
Die Wellen rauschten, Möwen kreisten, und der Himmel war so klar, dass man das ferne Licht des Leuchtturms sehen konnte.
Niklas stapfte mit seinen Gummistiefeln durch den feuchten Sand. In seiner Hand klapperte eine kleine Dose, in der er glatte Steine sammelte.
„Der hier sieht aus wie ein Herz!“, rief er und hielt Omi stolz einen grauen Kiesel entgegen.
Omi lachte. „Dann nimm ihn mit. Vielleicht ist das ein Glücksstein.“ Opi nickte. „Oder ein Zauberstein. Wer weiß, was das Meer alles heranspült.“
Am Nachmittag wurde es kühl. Die drei gingen in die kleine Einkaufsstraße hinter der Düne, wo sich das Licht in den Schaufenstern spiegelte.
Niklas’ Blick blieb an einem Laden hängen, den er noch nie gesehen hatte: eine schmale Tür, über der in geschwungenen Buchstaben stand: „Das Haus der kleinen Wunder“
Hinter der Scheibe glitzerten Dinge, die aussahen, als gehörten sie in Träume: kleine Glasfiguren, Windlichter, bunte Papierdrachen, winzige Glocken und Muscheln, die leuchteten, wenn das Licht sie traf.
„Darf ich da mal rein, Omi? Bitte?“ „Aber nur kurz, mein Schatz“, sagte sie lächelnd. „Ich hol uns derweil Kakao.“
Als Niklas die Tür öffnete, klingelte eine kleine Glocke – zart und hell. Drinnen roch es nach Tee und Meer. Und hinter dem Tresen stand eine Frau, die vielleicht alt war – oder vielleicht gar nicht. Ihr Haar war schwarz und glänzend, und sie trug einen warmen, weiten Schal in Farben, die sich veränderten, wenn sie sich bewegte.
Ihre Augen funkelten wie Wellen im Mondlicht. „Ni hao“, sagte sie freundlich. „Willkommen, kleiner Reisender.“ Niklas wurde ein bisschen rot. „Ich… ich wollte nur gucken.“ „Man findet hier nichts, was man sucht“, sagte sie leise. „Aber manchmal findet einen etwas.“
Er sah sich um – und entdeckte in einer Ecke ein kleines Regal mit flauschigen Figuren. Kleine, rundliche Wesen mit Hasenohren, großen Augen und buntem Fell.
Eines war rot, weich wie Samt. „Was ist das?“, fragte Niklas. „Ein Labubu“, antwortete die Frau. „Sie kommen nicht aus einer Fabrik. Sie kommen aus Geschichten.“ Niklas lächelte. „Dann darf ich eines mitnehmen?“
Die Frau nickte. „Wenn es dich gewählt hat – ja.“
Niklas nahm das rote in die Hand. Es fühlte sich warm an. „Ich nenne dich Love“, flüsterte er. Die Frau nickte, als hätte sie genau das erwartet. „Liebe ist immer ein guter Anfang.“
Am nächsten Tag kam Niklas wieder. Es war windig, die Wellen hoch, und Möwen kreisten über der Seebrücke.
„Du bist wieder da“, sagte die Frau, als er eintrat. „Das Meer hat mir gesagt, du würdest kommen.“ „Ich wollte nur gucken“, sagte Niklas. „Vielleicht gibt es ja noch… andere?“
In der Ecke glitzerte nun ein neues Wesen – orange, mit einem leuchtenden Lächeln. „Das ist Happiness“, sagte die Frau, bevor Niklas fragen konnte. „Freude kommt selten allein – sie sucht Gesellschaft.“ Niklas grinste und nahm es mit.
So kam er Tag für Tag zurück. Während Omi und Opi am Strand spazierten oder im Café saßen, schlich Niklas leise in den kleinen Laden, und jedes Mal wartete ein neues Labubu auf ihn.
Ein pink-gelbes mit einem goldenen Band am Ohr – „Loyalty“, das von Freundschaft flüsterte.
