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2017 begann Marianne den Spuren der Päpstin, aus dem gleichnamigen Buch, zu folgen und hat sich auf den Weg nach Rom gemacht. Aus der Zeit vor Corona stammt das erste Buch mit dem Titel Auf dem Weg nach Rom und dann kam alles anders. Nachdem das Reisen wieder möglich war, ist sie von Bozen in Südtirol bis Santa Sofia in Italiens Emilia-Romagna gegangen und hat ihre Erlebnisse hier niedergeschrieben. Neben den Pilgerabenteuern und Erfahrungen mit den Menschen unterwegs entdecken die Leser/innen wieder viele Urlaubstipps und Wissenswertes über die Gegenden und Orte auf der Via Romea in Italien. Wie im ersten Buch, erwartet den Leser eine feinsinnige Reisebeschreibung mit vielen Fotos. Die Autorin schreibt mit leichter Feder, interessant, nachdenklich, humorvoll, informativ. Lesevergnügen pur, nicht nur für Wanderer.
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Seitenzahl: 696
Veröffentlichungsjahr: 2025
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„Gehen ist des Menschen beste Medizin.“(Hippokrates von Kos, griechischer Arzt,um 460 v. Chr. – um 370 v. Chr.)
Marianne Birkmann, geboren 1960 in Nordwestmecklenburg, ist mit vier weiteren Geschwistern auf einem Bauernhof im kleinen Dorf Veelböken/Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen.
Von 2002 bis Ende 2018 lebte sie mit ihrem jüngsten Sohn in der Nähe von Stuttgart und war dort im Sekretariat einer Berufsschule tätig. In ihrer Freizeit entdeckte sie im sogenannten „Ländle“ das Wandern und auch das Bücherschreiben für sich. Die Mutter von drei Kindern ist inzwischen dreifache Oma und lebt nun wieder in Ostsee- und Familiennähe. Neben dem Pilgern und Bücherschreiben hat sie bis zu ihrem Ruhestand im Mai 2025 in einer Verwaltung in Ostholstein gearbeitet.
Obwohl die Anreise aus Norddeutschland in den Süden nun um einiges länger ist, hat Marianne das Wandern und Bücherschreiben nicht aufgegeben.
Von 2013 bis 2017 ist die Autorin bereits den Jakobsweg von ihrer Heimat bis zu ihrem damaligen Wohnort in Baden-Württemberg gegangen.
Einige Monate machte sie sich auf den Weg nach Rom, musste aber zwischenzeitlich wegen Corona aussetzten, bis sie ihre Wanderung 2022 fortsetzen konnte.
1.Etappe
Vorwort
Bozen – Auer (ca. 19 Km)
Auer – Kurtatsch (ca. 16 Km)
Kurtatsch – Trient (23 Km)
Pilgerfrei in Trient
Trient – Levico Terme (24 Km)
Levico Terme – Borgo Valsugana (16 Km)
Borgo Valsugana -Gringno (16 Km)
Gringno – Cismon (22 Km)
Cismon – Bassano del Grappa (25 Km)
Bassano del Grappa – Cartigliani (18 Km)
2. Etappe
Anreise
Padua
Padua – Monselice (21 Km)
Piazzola Sul Brenta – Padua (26 Km)
Monselice
Monselice – Rovigo (34 Km)
Rovigo – Polesella (20 Km)
Heimfahrt über Kufstein
3. Etappe
Anreise
Ferrara
Polesella – Ferrara (22 Km)
Pilgerfrei in Ferrara
Traghetto – Argenta (17 km)
Argenta – Anita 24 km
Anita-Casalborsetti 20 Km
Casalborsetti
Casalborsetti – Ravenna 20 km
Forli
Forli – Cusercoli 30 Km
Santa Sofia
Galeatha – Santa Sophia 6 Km
Cusercoli – Galeatha 10 Km
Ravenna
Ravenna Richtung Forli 10 Km
Heimreise über Brixen
Nachtrag
Endlich ist die Zeit von Corona überstanden und wir dürfen wieder ungehindert verreisen.
Nachdem ich bereits von Rothenburg ob der Tauber bis Klobenstein in Südtirol gelaufen bin war ich mir nicht sicher, ob ich jemals meinen Weg würde fortsetzen können.
Während der Pandemie hatte ich zwei Jahre Zeit, um das Buch über meine anfänglichen Wanderungen auf der Via Romea mit dem Titel „Auf dem Weg nach Rom – und dann kam alles anders“ zu schreiben.
Nun ist es so weit und ich kann meinen Weg fortsetzen.
Nach einer langen Anreise haben wir nun schon zwei Tage hier in Südtirol verbracht. Diese beiden Tage waren nur „zum Angewöhnen“ - sozusagen.
„Wir“, das sind meine Pilgerfreundin Regina und ich. Regina wohnt in der Gegend von München und ihre Anreise war nicht ganz so lang wie meine aus Norddeutschland.
Vorgestern sind wir von Maria Saal nach Klobenstein gegangen. Einen Teil dieses wunderschönen Wanderweges hatte ich letztes Mal ausgelassen und war im strömenden Regen nur bis zu den Sandpyramiden gewandert, die man vom Weg aus bewundern kann.
Dieses Mal hatten wir eine gute Sicht und ich muss sagen, es lohnt sich immer wieder, dieses Naturphänomen zu besuchen. Gestern war dann die Stadt Bozen unser Ziel. Auch auf jener Strecke bin ich zuvor noch nicht gewandert. Momentan fühle ich mich wie eine ganz gewöhnliche Touristin, nicht wie eine Pilgerin, aber das wird sich demnächst ändern.
Bozen – Auer (19 Km)
Tag 1 Montag, 09.05.2022
Wir waren heute schon kurz vor acht im Frühstücksraum und wollen in einer halben Stunde mit dem Bus zum Startpunkt unserer Wanderung fahren, unser Hotel ist nur ein paar Schritte von der Bushaltestelle entfernt.
Das Zimmer haben wir gestern Abend schon bezahlt, damit wir heute rechtzeitig loskommen. Regina konnte einen Preisnachlass aushandeln, weil wir nicht im ursprünglich gebuchten Hotel übernachten konnten. Ich bin beeindruckt von ihrem Verhandlungsgeschick, mir liegt das nicht.
Eigentlich hatte ich ein Zimmer in Klobenstein gebucht, dort wo ich am Ende meiner Pilgerreise 2019 zwei Nächte verbracht hatte. Der Wirt hat unsere Zimmerbuchung allerdings vergessen und wir standen nach einer 16- stündigen Anreise abends im Dunklen vor verschlossener Tür.
Glücklicherweise konnten wir unseren Vermieter nach unzähligen Versuchen dann doch noch telefonisch erreichen. Er war zu dem Zeitpunkt auf Sizilien und hatte dann seinen Vater beauftragt, uns abzuholen und zu beherbergen. Dessen Hotel, das unserem gebuchten ähnelt, befindet sich einige Kilometer außerhalb von Klobenstein, Richtung Bozen.
Ich mag mir gar nicht vorstellen wie ich mich gefühlt hätte, wenn ich alleine gewesen wäre. Seit dieser Erfahrung melde ich mich vorsichtshalber immer einige Tage vor der vereinbarten Anreise noch einmal im jeweils gebuchten Hotel.
Ich bin so froh, dass Regina mitgeht. Die letzten beiden Tage haben gezeigt, dass wir ein gutes Team sind. Vier Augen sehen mehr als zwei und was die eine nicht weiß, weiß vielleicht die andere. Außerdem scheint ihr Orientierungssinn besser zu sein als meiner.
Entdeckt auf dem Wanderweg nach Bozen
Unser derzeitiger Hotelbesitzer nervt manchmal mit seinem vielen Gerede. Auch hier hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen, wie er berichtet und es kommen weniger Gäste als vor Corona. Er ist sehr bemüht um das Wohl seiner Gäste in der Hoffnung, dass sie wiederkommen und ihn weiterempfehlen. Zum Glück sind wir nicht die einzigen Gäste und sein Redeschwall ergießt sich auch auf die anderen hier im Frühstücksraum.
Auch in diesem Hotel fühlen wir uns sehr wohl, alles ist liebevoll eingerichtet, das gesamte Personal angenehm freundlich und die Matratzen sind super. Das Haus ist etwas höher gelegen, vom Balkon aus hat man eine wundervolle Aussicht auf die Weinberge und die Stadt Bozen. Besonders am Abend ist der Blick auf die Stadt mit den vielen Lichtern sehr reizvoll.
Trotzdem bedaure ich, dass es mit der Pension in Klobenstein nicht geklappt hat. Mir hat die Zeit dort beim letzten Mal sehr gefallen. Auch der zentral gelegene Ort Klobenstein, in dem sich das Hotel in einer ruhigen Straße befindet, hat mir sehr gefallen. Von Klobenstein kann man mit der Schmalspurbahn nach Oberbozen und dann mit der Seilbahn weiter nach Bozen fahren. Auch der Bus fährt stündlich von und nach Bozen sowie in die andere Richtung von und nach Lengmoos und Maria Saal. Nun haben wir alle das Beste aus der Situation gemacht und in weniger als einer Stunde wird auch diese Unterkunft an der Straße zwischen Bozen und Klobenstein schon wieder Vergangenheit sein.
Mich plagen seit gestern mal wieder Magenprobleme, das kommt bei mir leider häufiger vor. Zu meiner großen Freude habe ich Wermut in einem der Kräutertöpfe des Hotels entdeckt. Wermutist mehr als ein Küchenkraut. Dank ihrer Bitterstoffe besitzt die mehrjährige Pflanze anregende Kräfte. Ihre Einsatzgebiete sind Beschwerden rund um Magen und Darm. (Wikipedia)
Das Personal ist gerade fleißig dabei, Töpfe mit prächtigen Blumen aufzustellen und auch sonst gibt es hier viele unterschiedliche Pflanzen, die zum Wohlbefinden der Gäste beitragen und auch das Auge erfreuen.
Entzückt über mein Interesse an ihren Kräutern hat mich die Wirtin gebeten, mich hier wie zu Hause zu fühlen. Sehr gerne darf ich etwas für den Eigenbedarf ernten. Das stimmt mein Kräuterherz überglücklich und ich habe bereits einige Stängel Wermut für meinen Magen und einige Blättchen Pfefferminze für einen Tee gepflückt.
Es ist Zeit zu gehen und wir verabschieden uns wie von Freunden. Wie immer, wenn ich Südtirol verlasse, stimmt mich auch dieser Abschied etwas traurig. Ich liebe diese Gegend und fühle mich hier zu Hause.
Als ich noch in Baden-Württemberg wohnte, war ich mehrfach in Südtirol zu Gast. Von meinem damaligen Wohnort war es nicht so weit, wie jetzt aus Norddeutschland.
Schweren Herzens verlassen wir unsere Unterkunft, die Bushaltestelle ist nur wenige Schritte entfernt, ein praktischer Umstand. Wir werden nach Bozen zur Talfer fahren, bis dorthin sind wir gestern schon gewandert.
Das wehmütige Gefühl ist mit der Ankunft des Busses wieder verflogen und nun sind wir gespannt auf unsere Wanderung. Wer weiß, was für ein Zimmer wir heute Abend finden werden. Wie immer habe ich noch nichts vorab gebucht und wir werden sehen, wie weit wir kommen.
Nun beginnt unsere eigentliche Wanderung und ich habe das Gefühl, schon eine Woche lang unterwegs zu sein, dabei sind wir erst vor drei Tagen zu Hause losgefahren.
Wir müssen am Bahnhof in Bozen noch einmal umsteigen, um an den Startpunkt zu gelangen, auch das haben wir gestern schon ausgekundschaftet. Erst jetzt wird mir bewusst, dass wir gestern wohl doch eine längere Strecke zurückgelegt haben, als gedacht.
Auch das Ötzi Museum haben wir nach unserer gestrigen Wanderung noch besucht. Der gute Verstorbene hat mir dabei eine Idee für ein weiteres Buch geliefert. Ob und wann ich diese Idee umsetzen kann ist ungewiss, aber ich bin begeistert von der Geschichte, die sich in meinem Kopf eingenistet hat. Nun muss ich sie allerdings in eine der hintersten Schubladen verbannen, unser Pilgerabenteuer wartet und will danach auch aufgeschrieben werden.
Jetzt ist es so weit, es ist 10:00 Uhr, wir sind am Ufer der Talfer, schultern unsere Rucksäcke und marschieren los.
Hier in Italien ist die Via Romea besser ausgeschildert als in Deutschland und Österreich.
Momentan geht es allerdings immer an der Talfer entlang, da können wir nicht viel falsch machen. Die Sonne scheint und wir sind bester Laune.
Die Talferist ein Fluss in Südtirol. Sie durchquert das Sarntal und die Sarntaler Alpen von Nord nach Süd.
Eigentlich kennen Regina und ich uns noch gar nicht so richtig. Ein Freund hat uns miteinander bekannt gemacht, weil sie auch gerne wandert und ich eine Begleitung gesucht habe.
Um zu sehen, ob es mit uns passt, haben wir uns vor einigen Monaten für ein gemeinsames Wanderwochenende in Görlitz getroffen. Es hat gut gepasst.
Wir haben uns während der Anreise in München auf dem Bahnhof getroffen, um dann gemeinsam weiter nach Klobenstein zu fahren.
Nun sind wir schon seit einer guten halben Stunde an der Talfer entlanggewandert und haben die Stadt immer noch nicht verlassen, Bozen ist groß. Momentan führt der idyllische Weg durch einen Park.
Eine blonde Frau mit glattem, schulterlangen Haar spricht uns an. Sie scheint in unserem Alter zu sein. Nanu? Sie begrüßt uns, als würde sie uns kennen, das kann aber nicht sein, so berühmt sind wir nicht.
Vielleicht ist sie auch schon gepilgert. Wir Pilgernde sind immer erfreut, Gleichgesinnte zu treffen und interessiert an ihren Geschichten.
Unser Gegenüber trägt einen pinkfarbenen Jogginganzug und macht anscheinend hier gerade ihren Frühsport.
Die Frau erscheint mir recht quirlig und erzählt uns von ihrem Buch, das sie über ihre schlimme Kindheit geschrieben hat. Das Buch sei hier in Italien ein Bestseller und ist auch bereits in Deutschland erschienen, erfahren wir. Aha. Also doch keine Gleichgesinnte bezüglich des Pilgerns.
Hat sie uns angesprochen, um ihr Buch zu bewerben? Die etwa 1,65 Meter große 60-erin ist mir sympathisch und vielleicht werde ich der Sache nachgehen, wenn ich wieder zu Hause bin und ihr Buch erwerben.
Beginn unserer Wanderung an der Talfer
Unsere Gesprächspartnerin hat großen Redebedarf und irgendwie hebt das Gespräch unsere gute Stimmung noch weiter.
Wir bitten sie, ein Foto von uns beiden Pilgerinnen mit den großen Rucksäcken zu machen. Der Beginn unserer allerersten, gemeinsamen Pilgerwanderung wird nun fotografisch festgehalten. Welch herrliche Begegnung, es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen.
Dann ergreift Regina das Wort und erzählt unserer Gesprächspartnerin, dass auch ich Bücher geschrieben habe, die man im Handel erwerben kann. Ich kann mich nicht so gut darstellen, bin ihr aber sehr dankbar dafür.
Frau Hafner, so heißt die Dame, scheint sehr interessiert an meinen Büchern zu sein und wir Autorinnen tauschen Infomaterial aus.
Sie hatte Glück und einen Verlag gefunden, der sich um alles kümmert. Ich mache immer noch alles alleine, im Selbstverlag. Die Hoffnung, dass mich irgendein Verlag entdeckt, ist gering. Es gibt unendlich viele Bücherschreiber und ich gehöre doch eher zu den unbemerkten, unscheinbaren Menschen. Aber ich gönne ihr den Erfolg von Herzen. Nach dem, was sie als Kind durchgemacht hat, hat sie den Erfolg auch mehr als verdient.
Sie hat mich neugierig gemacht und ich habe später, zu Hause, das Buch bestellt und auch im Internet recherchiert. Gisela Hafner „Nichts Gutes kommt aus diesem Hause“. Nach allem, was ich dann über diese bemerkenswerte Frau und ihre Zwillingsschwester gelesen und im Internet herausgefunden habe, hätte ich gerne Kontakt mit ihr aufgenommen, das hat leider nicht geklappt. Schade.
Allmählich werde ich nervös. So schön und interessant das Gespräch auch ist, wir haben noch einen weiten Weg vor uns und sind durch die Anfahrt mit dem Bus schon spät gestartet. Also geben wir ihr zu verstehen, dass wir losmüssen und verabschieden uns.
Sie ruft uns noch nach, dass wir die Erzengel um Schutz bitten sollen. Machen wir.
Weiter geht es an der Talfer entlang. Es dauert noch einige Zeit, bis wir keine Häuser mehr sehen und nur noch Grün um uns herumhaben. Es wird langsam warm, wir müssen unsere Jacken ausziehen und stellen unsere Rucksäcke auf eine Mauer, die uns von der Talfer trennt. Das Flussbett liegt momentan einige Meter tiefer als der Weg.
Upps, fast wäre mir mein Rucksack hinunter in den Fluss gefallen. Glück gehabt, ich konnte ihn noch rechtzeitig festhalten.
Na, das wäre was geworden! Ich mag gar nicht daran denken was wäre, wenn ich ihn nicht rechtzeitig zu fassen bekommen hätte. In diesem Gepäckstück ist mein gesamtes Hab und Gut, nur das Handy, der Schrittzähler und unsere Wegbeschreibung sind in meinen Hosentaschen verstaut. Im Nachhinein können wir glücklicherweise über diesen Umstand lachen.
Obwohl wir erst eine knappe Stunde Wanderzeit hinter uns haben, lassen wir uns auf der Mauer nieder und machen unsere erste Pause. Wenn wir schon mal unser Gepäck abgesetzt haben… Außerdem ist das Frühstück bereits eine Weile her und wir sind hungrig.
Vorsichtshalber schau ich noch einmal auf meinen Wanderplan. Wie es aussieht, führt uns der Weg nicht mehr lange an der Talfer entlang. Wir müssen nach etwa vier Kilometern diesen Fluss verlassen und an der Etsch weitergehen. So einfach ist der Weg also doch nicht, von wegen immer am Fluss entlang.
Ich muss an meine Wanderung auf dem Jakobsweg durch Lübeck denken. Dort gibt es auch mehrere Verzwei-gungen und wenn man den falschen Weg erwischt, kommt man ganz woanders heraus.
Auch wir sind wenig später an einer Gabelung und uns nicht einig. Regina ist der Meinung, wir sollten zur Straße und dort den Schildern folgen. Ich bin der Meinung, dass es weiterhin an diesem Flussufer entlanggeht, sonst hätten wir hier ein Schild der Via Romea mit einem wegweisenden Pfeil vorgefunden. Außerdem zeigt mein Schrittzähler noch keine vier Kilometer an. Ganz sicher sind wir uns beide nicht. Dass die Flüsse aber auch keine Namensschilder tragen…
Mit gemischten Gefühlen gehen wir weiter, so wie ich es vorgeschlagen habe. Sind wir richtig oder müssen wir wieder zurück? Die Sonne brennt und wieder unterbrechen wir unseren Marsch. Weit sind wir noch nicht gekommen und meine Unruhe mahnt zum Weitergehen. Das machen wir dann auch kurz darauf, nun in sommerlicher Kleidung, mit Hut und Sonnenbrille. Auch die Sonnencreme hatte gerade ihren Einsatz.
Ich habe ein schlechtes Gewissen und hoffe, dass wir den Weg jetzt nicht umsonst gegangen sind und wieder zurückmüssen. Wir hätten vorhin doch wenigstens auf den Schildern an der Landstraße nachsehen können, wohin sie weisen, es wären nur etwa 100 Meter gewesen. Wieder einmal ärgere ich mich über mich selbst.
Zum Glück sind wir nicht allein auf dieser Strecke, wenn auch die einzigen Fußgänger. In Bozen sind uns hin und wieder Spaziergänger begegnet, nun liegt die Stadt weit hinter uns und kaum jemand nimmt bei diesen Temperaturen zu Fuß diese Strapazen auf sich.
Der Weg ist eben, ideal für Radtouren. Immer wieder werden wir überholt oder es kommen uns sportliche Biker in ihren farbigen Trikots und schnittigen Helmen entgegen. Zum Glück hält es sich in Grenzen.
Damals, als mich Bärbel einige Tage am Lech begleitet hat, war der Weg dermaßen mit Radfahrern bevölkert, dass es kaum Gelegenheit gab, nebeneinander zu gehen. Immer wieder musste ich zur Seite springen, wenn wir es gewagt hatten, plaudernd nebeneinander zu gehen.
Nur selten hat jemand durch dezentes Klingeln auf sich aufmerksam gemacht. Ich sah mich ständig gezwungen, nach hinten zu schauen und mich zu vergewissern, dass wir weiterhin friedlich nebeneinander gehen konnten oder ich gleich wieder Platz machen musste.
Seitdem habe ich ein „Fahrradtrauma“. Diese Eigenart habe ich immer noch, wenn ich das Gefühl habe, dass Radfahrer in der Nähe sind.
Was wohl passiert wäre, wenn ich mich nicht immer wieder umgesehen hätte? Hätten sie mich dann umgefahren? Ich wollte es nicht darauf ankommen lassen.
Unser heutiges Ziel ist der Kalterer See und darauf freuen wir uns beide schon. Wir haben vorsichtshalber Badesachen dabei, auch wenn der See wohl noch zu kalt sein wird. Die Nächte sind doch noch recht kühl.
Der Kalterer Seeist der wärmste Badesee der Alpen. Vier Badebetriebe erlauben den Zugang zum Kalterer See, der die Schwimmer durch die sehr gute Wasserqualität gleichermaßen begeistert, wie durch die abwechslungsreiche Farbenbracht. So steht es im Internet geschrieben, wir sind gespannt.
Eine schwarzhaarige Radlerin rastet gerade auf einer idyllischen Bank. Sie hat schnittiges, kurzes Haar und ist schätzungsweise 40 Jahre. Eine Italienerin? Ihr durchtrainierter, brauner Körper steckt in einem grünen Funktionsshirt und einer hellgrauen Fahrradhose mit grünen Streifen an den Seiten. Der farblich passende Helm liegt neben ihr auf der Bank. Entspannt hebt sie ihre weiße Trinkflasche an dem Mund und schaut dabei durch ihre Sonnenbrille verträumt auf den Fluss.
Ist das jetzt der richtige Moment, sie anzusprechen? Unschlüssig stehen wir etwas abseits des Rastplatzes, während uns die Sonne auf die Stoffhüte knallt.
Welch herrliches Plätzchen im Schatten der Bäume mit Blick auf den Fluss. Leider nicht für uns, wir wollen vorwärtskommen und haben noch keine Zeit zum Pausieren. Wir sind uns immer noch nicht sicher, ob wir hier auf dem richtigen Weg sind. Auch jetzt, nach etwa einer Stunde, haben wir noch kein Schild der Via Romea entdecken können und meine innere Unruhe hat sich nicht gelegt.
Noch weiß die Frau nicht, dass sie eine Auserwählte ist. Ich habe sie für eine Auskunft auserwählt und hoffe, dass sie unsere Sprache spricht und sich hier auskennt.
Mir fällt einer meiner ersten Pilgertage in Deutschland ein. Auch dort sind mir nur Radfahrer begegnet und ich habe einen Herrn nach dem Weg gefragt, als er gerade auf meiner Höhe mit seinem Rennrad vorbeifuhr. Der arme Mann hat vor Schreck so kräftig gebremst, dass er fast gestürzt wäre.
An einem Sturz möchte ich nicht schuld sein, aber diese Bikerin sitzt und wird sicher nicht gleich wegen meiner Frage von der Bank fallen.
Erstaunt dreht sie ihren Kopf in unsere Richtung, als ich sie anspreche. Wir sind erleichtert, sie versteht meine Worte und spricht Deutsch mit einem südländischen Akzent.
Wir sind hier richtig, diese erleichternde Botschaft lässt eine Last von mir abfallen. Wir müssen nur noch um den Berg herum, teilt sie uns mit, dann sind wir auch bald dort, heißt es weiter. Das klingt einfach.
Wir bedanken uns zufrieden und setzen unsere Wanderung voller Zuversicht fort. „Nur noch um den Berg herum“. Die zwei Wörter „nur noch“ gefallen mir. Allerdings ist es ein großer Unterschied, ob wir mit dem Rad fahren oder zu Fuß um den Berg herumgehen.
Anscheinend hat unsere „Auskunftsgeberin“ diesen Umstand nicht bedacht und die Strecke zieht sich schwerfällig dahin.
In einer Ortschaft, von denen es auf diesem Weg nur wenige gibt, finden wir auf einer Infotafel auch eine Landkarte. Während wir an der Karte rätseln, welcher Weg zum Kalterer See führt, spricht uns ein älterer, etwa 80-jähriger, Herr an.
Während sein Schäferhund geduldig wartet erklärt er uns, dass wir nach Kaltern einige Höhenmeter bewältigen müssten. Das kann doch nicht sein! Es hieß doch „nur noch um den Berg herum“ und jetzt sollen wir hinüber?!
Ein Hauch von Unbehagen krabbelt in mir hoch. Oh nein! Ich will das nicht! Wir sind doch jetzt schon erschöpft und dann noch über den Berg, damit haben wir nicht gerechnet. Hatte sich die Radfahrerin vorhin geirrt? Ihre Auskunft klang so einfach. Vermutlich ist der Weg über den Berg kürzer, als drumherum.
Ich erzähle dem Weißhaarigen in seiner braunen Cordhose und dem karierten Hemd, dass wir morgen weiter nach Salurn und dann nach Trient wollen. Er rät uns, hier am Fluss weiter zu gehen, dann kämen wir direkt dorthin und der Weg wäre nicht so anstrengend, wie über Kaltern.
Das klingt gut. Verschwörerisch sehen Regina und ich uns an. Wir sind uns einig und haben beide heute keine Lust mehr einen Berg zu besteigen, auch wenn uns dadurch die Bekanntschaft des Kalterer Sees entgeht. Aber irgendwo müssen wir heute übernachten.
Im Moment befinden wir auf dem Radwanderweg rechts der Etsch, hier gibt es viel Natur und kaum Ortschaften. Die andere Seite des Flusses ist dichter besiedelt, dort finden wir genügend Übernachtungsmöglichkeiten, erfahren wir.
Wir sind hier also an der Etsch. Dann war mein schlechtes Gewissen glücklicherweise umsonst. Irgendwie sind wir doch tatsächlich von der Talfer an die Etsch geraten, ohne es zu bemerken.
Die Etschist mit ihren 415 km der zweitlängste Fluss in Italien. Sie entspringt in den Bergen in Südtirol, durchfließt das Etschtal und die Po-Ebene in Oberitalien und mündet südlich der Laguna Veneta in die Adria, ein Seitenbecken des Mittelmeeres.
Dankbar beherzigen wir den Rat des Herrn, überqueren die Brücke zum anderen Ufer der Etsch und folgen dem Flusslauf weiter.
Der Schweiß läuft uns schon seit Stunden am Körper herunter und wir witzeln darüber, dass unser Geruch wohl nicht besonders anziehend ist. Bei dem Tempo, in dem die Radfahrer an uns vorbei sausen, werden sie es kaum bemerken und ansonsten begegnen wir niemandem. Und wenn, wäre es uns im Moment auch gleichgültig. Bald werden wir eine erfrischende Dusche vorfinden.
Wir sind ziemlich kaputt und im Laufe der Stunden langweilt uns der Weg. Immer nur am Fluss entlang, das ist so eintönig. Die Füße haben zu tun, sie gehen und gehen, aber mein Kopf braucht Beschäftigung. Ich glaube ich rede zu viel. Meine Begleiterin versichert mir auf meine Nachfrage, dass es ihr nichts ausmacht. Sie ist sehr introventiert und sagt kaum etwas. In solchen Fällen sprudeln die Worte aus meinem Munde wie ein unaufhaltsamer Wasserfall, zumindest habe ich das Gefühl.
Ich bitte Regina, mir ehrlich und direkt zu sagen, wenn etwas nicht stimmt oder sie etwas stört. Schließlich verbringen wir noch einige Tage 24 Stunden am Stück miteinander. Dabei kennen wir uns noch gar nicht so wirklich. Ich mag es, wenn mein Gegenüber ehrlich und direkt ist, anstatt „um den heißen Brei“ herumzureden oder mir etwas vormacht.
Regina sieht das anders. Sie möchte niemandem weh tun und behält ihre Meinung und Bedürfnisse meist für sich. Das finde ich sehr ehrenwert, und auch ich möchte niemandem weh tun. Allerdings finde ich es sehr hilfreich und fair, wenn die Menschen direkt sagen, was sie denken. Dann weiß man, woran man ist und kann sich darauf einstellen. Außerdem kann man mit Schweigen keine Missverständnisse aus dem Weg räumen. Es gibt natürlich auch Situationen, in denen man diplomatisch sein sollte, um den Menschen nicht zu verletzen, das sehe ich auch so.
Ich erzähle meiner Begleiterin eine Geschichte, die ich zu diesem Thema erlebt habe:
Ein türkischer Mitarbeiter meiner ehemaligen Arbeitsstätte wollte den Kollegen eine Freude machen und hat zu türkischen Würsten eingeladen.
Auf die Frage, ob die Wurst denn geschmeckt hat, lobten die anderen Kollegen diese begeistert, was den türkischen Kollegen sehr glücklich gemacht hat. Er wollte daraufhin bald wieder einmal dazu einladen.
Hinterher habe ich dann gehört, wie unser Chef zu einem Mitarbeiter gesagt hat, dass ihm die Würste überhaupt nicht geschmeckt haben. „Aber das kann man ihm ja nicht sagen,“ hieß es seinerseits.
Ich war erschüttert über diesen Umstand und wünsche mir, dass mir niemals jemand so etwas vorspielen möge. Der Vorgesetzte hat für mich daraufhin stark an Glaubwürdigkeit verloren.
Berechtigte Kritik ist sehr hilfreich. Ich habe einen guten Freund, durch dessen umfangreiche Kritiken ich viel dazu gelernt habe. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Ich bitte Regina nochmals, mir zu sagen, wenn etwas nicht stimmt oder sie nicht einverstanden ist, mit dem was ich mache. Es ist doch schlimm, wenn ein Mensch „schmollt“ und man weiß nicht warum.
Sie meint, es störe sie nicht, wenn ich viel erzähle. Dann will ich es ihr mal glauben. Es ist auch nur in der ersten Zeit so, irgendwann ist alles gesagt. Außerdem mag ich manchmal, besonders wenn ich erschöpft bin, nicht mehr reden. Dieser Zeitpunkt nähert sich gerade.
Ich habe auch festgestellt, dass sie mit ihren Gedanken meist ganz woanders ist und gar nicht zuhört. Dann passt das doch wieder mit uns beiden. Ich führe Selbstgespräche, während Regina ihren Gedanken nachhängt. Wir ergänzen uns wunderbar. Nach etwa 15 Kilometern Fußmarsch erscheint wieder ein Ort in Sichtweite. Ich würde gerne dort die Nacht verbringen, mir reicht es für heute. Regina möchte noch weiter gehen. Allerdings wissen wir nicht, wieviele Kilometer es bis zum nächsten Ort wären. Außerdem befindet sich diese Ortschaft nicht direkt am Fluss und wir haben noch einige Kilometer bis dorthin zu laufen.
Es beginnt zu nieseln und wir verlassen den Radwanderweg an der Etsch. Nach etwa zwei Kilometern sind wir am Ortseingang von Auer. Nun beginnt die Zimmersuche.
Inzwischen scheint wieder die Sonne und auch Regina ist nun froh, dass wir abgebogen sind. Die Erschöpfung hat uns beide fest im Griff.
Mit offenen Augen schlendern wir durch den Ort, der sich doch etwas in die Länge zieht. Wir kommen an einem Bahnhof vorbei, der nützt uns momentan wenig. Am Bahnhof gibt es ein Hotel und die Versuchung ist groß, uns dort einfach einzuquartieren. Dann hätten wir es morgen früh nicht so weit zurück an den Fluss. Aber wir möchten uns nachher noch den Ort ansehen, also marschieren wir weiter Richtung Innenstadt.
Der Bahnhof liegt etwas außerhalb und nach etwa 500 Metern kommen wir an den ersten Wohnhäusern vorbei. Und dann, nach weiteren 300 Metern entdecken wir ein Hotel.
Die Außenanlage ist ein Traum, wunderschön und dekorativ bepflanzt. Begeistert umkreisen wir das Anwesen. Auf dem Gelände gibt es sogar einen überdachten Außenpool, einen Whirlpool und zwei große Holzbirnen. Was mögen sie wohl beinhalten? Unter einigen schattigen Bäumen picken zufriedene Hühner entspannt in einem eingezäunten Teil des Gartens ihr Gras. Hier gibt es vermutlich sogar frische, hoteleigene Eier.
Das gesamte Anwesen ist wunderschön, friedlich, idyllisch und sicher sehr teuer, daher werden wir weitersuchen. Regina ist der Meinung: fragen kostet nichts. Da hat sie Recht. Außerdem hängt am Eingang ein Schild, dass Radfahrer herzlich willkommen sind. Wir sind zwar keine Radfahrer, aber ich gehe mal davon aus, dass auch Wanderer herzlich willkommen sind, auch wenn diese hier in der Minderheit sind.
Erfahrungsgemäß sind Unterkünfte für Wanderer und Radfahrer eher bescheiden, aber preiswert. Ich überlasse es wieder Regina zu fragen und halte mich zurück im sicheren Glauben, dass wir hier, in diesem traumhaften Ambiente, kein Doppelzimmer unter 200,- € bekommen.
Und dann – oh Wunder - ein Doppelzimmer mit Frühstück kostet nur 90,- €, das sind 45,- € für jede von uns. Ich kann unser Glück gar nicht fassen und wir buchen überglücklich.
Unsere Wirtin erledigt die Formalitäten und zeigt uns dann das Zimmer. Es ist unglaublich, alles ist neu und wir haben auch hier einen Balkon mit Blick in den Garten. Eine der Holzbirnen ist eine Infrarotkabine und die andere eine Sauna, erfahren wir. Die Benutzung ist im Preis enthalten. Es ist unfassbar, welch eine schöne Belohnung nach diesem anstrengenden Tag.
Nachdem wir wieder alleine sind, stehen wir andächtig auf unserem Balkon und bewundern das Anwesen. Die anderen Gäste scheinen unterwegs zu sein, die Liegestühle sind leer.
Wir werden erst einmal duschen und dann den Ort besichtigen und dort unser Abendessen einnehmen. Auch hier im Hotel kann man zu Abend essen, aber wir wollen noch in den Ort und danach dann den Wellnessbereich nutzen.
Das Hotel Villa Groffist eine Jugendstilvilla, deren Name sich von einem Adelsgeschlecht ableitet. Seit fast hundert Jahren hat Familie Graiff nun das Haus für Gäste geöffnet, die ihren Urlaub in Südtirol verbringen.
Alle Gäste der Villa Groff bekommen kostenlos den WINEPASS mit vielen Vorteilen:
Freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Südtirol, Freier Eintritt in rund 90 Museen, Burgen, Schlösser und Sammlungen, Rabatte in viele Freizeiteinrichtungen (Schwimmbäder, Seen, Minigolf u.v.m.), Rabatte auf über 40 Weinerlebnisse.
Nachdem wir geduscht und uns ein wenig erholt haben, verlassen wir unsere Herberge wieder.
Der Ortskern ist nicht besonders groß, wir benötigen nicht einmal eine halbe Stunde um die altertümlichen Häuser zu besichtigen. Die Kirche gewährt uns keinen Einlass, also gönnen wir unseren schmerzenden Füßen eine Pause und lassen uns an einem der einladenden Tische auf dem Marktplatz nieder.
Es ist erst 17:00 Uhr, noch etwas früh für ein warmes Essen, also bestellen wir uns als „Vorspeise“ einen Aperol Spritz. Damit hatten wir bei unserer Anreise in Bozen ja schon begonnen und wie es scheint, wird es hier in Italien für mich zur Tradition.
Die Marktgemeinde Auer befindet sich im Südtiroler Unterland, südlich der Landeshauptstadt Bozen. Mit seinen historischen Ansitzen, engen Gassen und Höfen konnte das Weindorf bis heute seinen bäuerlichen Charme bewahren.
Große Teile des hangaufwärts gelegenen Ortskerns bestehen aus engen verwinkelten, kopfsteingepflasterten Gassen mit oftmals beidseitig übermannshohen Natursteinmauern.
Die Sage: Untergang der Goldenen Stadt Auer
„An der Stelle des heutigen Dorfes Auer stand einst eine große Stadt, die wegen ihrer Schönheit und ihres Reichtums die ‚Goldene Stadt‘ genannt wurde. Da die Bewohner jedoch einen ausschweifenden und lasterhaften Lebenswandel führten, beschloss Gott die Stadt zu vernichten.
Eines Tages erschien dem einzigen gottesfürchtigen Jüngling ein Engel und überbrachte ihm die Botschaft, er solle am nächsten Morgen sich auf den Berg begeben, dann werde er die Wunder des Herrn sehen. Er tat wie ihm aufgetragen.
Alsbald öffneten sich die Schleusen des Himmels und er wurde Zeuge wie die sündhafte Stadt in den Fluten versank – nur einzig und allein die Peterskirche blieb wunderbarerweise verschont.“ (Auszug aus: Landeskundlicher Wanderführer für Auer Aldein-Neumarkt-Montan-Truden-Altrei, Verkehrsverbund Auer) Heute erinnert das Fresko von Robert Scherer am Gebäude der Sparkasse an die Sage.
Nach dem leckeren Abendessen, es gab Schweinefilet mit Spargel, schlendern wir zurück zu unserem Hotel. Wir haben noch etwa eine Stunde Zeit, um den Wellnessbereich zu nutzen.
Kurz nach unserer Rückkehr erscheinen wir dann in Badeanzügen und mit Handtüchern „bewaffnet“ unten im Garten.
Es war zwar heute am Tage ziemlich warm, aber nun hat es sich wieder abgekühlt und wenn wir schon die Gelegenheit haben, lassen wir uns den Saunabesuch nicht entgehen.
In einer Infrarotkabine war ich vorher noch nie und lasse mich anschließend auch hier mehr oder weniger entspannt nieder.
Der Whirlpool wartet schon auf Badegäste und es ist bald 21:00 Uhr. Also dauert die Erfahrung mit der Infrarotkabine nicht lange und ich teste den Whirlpool, während Regina noch in der Sauna verweilt.
Wir sind total begeistert und froh, dass wir auf den älteren Herrn gehört haben und nicht nach Kalter gegangen sind. Hier gefällt es uns so gut, dass wir gerne noch einmal für etwas länger wiederkommen würden. Vielleicht machen wir das ja wirklich noch einmal und besuchen dann auch den Kalterer See.
Das Schwimmbecken ist noch etwas kalt und muss auf unseren Besuch verzichten. Wir haben das Gelände für uns allein, unfassbar. Dieser Wellnessabend tut unseren beiden Muskelkatern richtig gut. „Watt hebbt wi datt doch gaud“ (was haben wir das doch gut). Das Leben kann so herrlich sein.
Gegen 21:30 Uhr liegen wir dann erschöpft, aber glücklich, in unseren gemütlichen Einzelbetten. Nun ist Gelegenheit, die letzten Tage Revue passieren zu lassen:
Die Bahnfahrt bis München war doch recht abenteuerlich und es ging Einiges schief. Glücklicherweise war ich trotzdem noch 10 Minuten vor Abfahrt unseres Zuges, der uns nach Bozen bringen sollte, in München. Dort hat Regina mich schon erwartet.
Ich muss schmunzeln, als ich an unsere Begrüßung denke. Wie schön es doch ist mit uns Beiden. Wir haben sogar eine ähnliche Haarfarbe und Frisur. Regina ist noch etwas höher gewachsen als ich mit meinen 1,73 Metern und es kommt im Laufe der Wanderung immer wieder vor, dass man uns für Schwestern hält. Seitdem habe ich ein „Fahrradtrauma“.
Links die Infrarotkabine, rechts die Sauna
Links ein Stück des Wirlpools, rechts das Schwimmbecken
Ich bin so aufgedreht, dass ich noch nicht einschlafen kann, während meine Zimmergenossin schon gleichmäßig atmet. Heute haben wir jede ein eigenes Bett, während wir uns in den vergangenen drei Nächten ein Doppelbett teilen mussten.
Nun sehe ich auch gelassen darauf zurück, dass wir abends um 21:30 Uhr vor einem dunklen, verschlossenen Hotel standen, obwohl der Wirt mir geschrieben hatte, die späte Anreise sei kein Problem, er werde auf uns warten.
Regina und ich sind dann am folgenden Tag mit dem Bus nach Maria Saal gefahren und den Wanderweg zu den Erdpyramiden gegangen. Dieses Mal hatten wir herrliches Wetter und gute Sicht. Bei meinem letzten Besuch hat es in Strömen geregnet und ich konnte nicht viel von dem Naturphänomen bewundern. Man kann die Erdpyramiden leider nur aus der Ferne betrachten.
Das Material, aus dem die Erdpyramiden entstehen ist rund 25.000 Jahre alt.
Erdpyramiden bestehen aus kegelförmig aufgeschüttetem Lehm und dem darauf liegenden Felsbrocken und bilden oft bizarre Landschaftsformen. Entstehen können sie in Böden aus späteiszeitlichem Moränenlehm, der hier am Ritten vom Eisacktaler Hauptgletscher und einigen lokalen Nebengletschern zurückgeblieben ist.
Diese Böden sind in trockenem Zustand steinhart, während sie – sobald es regnet – zu einem weichen Brei werden, abrutschen und so 10 bis 15 Meter hohe Steilhänge bilden.
Weitere Regenfälle waschen diese Hänge aus, liegen allerdings im weicheren Erdmaterial Gesteinsbrocken, wird der Lehm unter diesen Felsen vor dem Regen geschützt und während das umliegende Material weiter und weiter vom Wetter abgetragen wird, wachsen die majestätischen Erdpyramiden förmlich aus dem Boden heraus.
Ganz schnell vorbei ist es mit einer Erdpyramide, wenn der Deckstein erst einmal von der Spitze der Pyramide fällt: Das Material ist dadurch schutzlos dem Regen ausgesetzt und die Säule wird bei jedem Regen kleiner. Und während durch diesen Vorgang die eine Erdpyramide verschwindet, entsteht weiter oben am Hang schon die nächste.
Die Erdpyramiden von Lengmoos
Von dort aus sind wir weiter über Lengmoos bis Oberbozen gegangen und hatten dann auch 11 Kilometer Fußmarsch hinter uns. Zurück zum Hotel sind wir dann erst mit der Seilbahn hinunter nach Bozen und von dort mit dem Bus zur Unterkunft gefahren. Ich kenne mich inzwischen hier ja aus.
Allmählich möchte sich nun doch der erholsame Schlaf einstellen. Mal sehen, wann wir morgen früh erwachen. Ich stelle mir für meine Wanderungen nie einen Wecker, es sei denn, ich muss den Bus oder Zug schaffen. Ich bin immer rechtzeitig wach und uns treibt auch nichts.
Auer – Kurtatsch (16 Km)
Tag 2 Dienstag, 10.05.22
Wider Erwarten habe ich nicht besonders gut geschlafen, das kenne ich schon. Während der ersten Zeit als Pilgerneuling habe ich kaum eine Nacht durchgeschlafen und bin morgens oft wie gerädert erwacht. Die Wanderungen waren dann immer eine wahre Tortur. Inzwischen habe ich mich an die Situation und die täglich wechselnden Schlafstätten gewöhnt und morgen früh werde ich sicher erholter sein als heute.
Meine Zimmergenossin hat geschlafen wie ein Murmeltier und räkelt sich genüsslich, als ich leise mein Bett verlasse und ins Bad schleiche. Regina ist schon im Ruhestand und steht gewöhnlich nicht vor acht Uhr auf.
Das passt. Bis sie richtig wach ist, bin ich im Bad fertig und sie kann sich frisch machen. Ich hatte in den vergangenen Jahren wechselnde Begleitungen. Fast immer war ich die Erste, die morgens das Bett verlassen hat.
Während meine Begleiterin noch im Bad herumwuselt, beginne ich schon mal meinen Rucksack zu packen und aufzuräumen. Das ist schnell erledigt und auch Regina hat ihre Habseligkeiten schnell zusammengepackt, wir haben nicht viel dabei. Noch ein Rundblick, wir haben nichts vergessen. Ein letzter Blick vom Balkon: Schön ist es hier, richtig schön, und wieder bedauern wir, dass wir schon weitermüssen und ziehen es in Erwägung, wiederzukommen.
Wir sind pünktlich um 08:00 Uhr unten im Frühstücksraum und können nicht fassen, was hier geboten wird, das Frühstücksbuffet ist unglaublich!
Immer wieder entgleitet mir oder meiner Pilgerkameradin ein begeistertes „Schau mal hier“ und „schau mal da“. Eine große Auswahl an leckeren und gesunden Sachen wird angeboten, sogar gluten- und laktosefreie Produkte sind dabei. Die Eier sind sicher von den glücklichen Hühnern, die wir gestern schon bewundern durften. In meinen Augen hat dieses Hotel 5 Sterne verdient.
Nachdem wir uns gestärkt und auch Proviant für unterwegs eingesteckt haben, geht die Wanderung weiter. Der Muskelkater, der uns seit gestern belästigt, hat sich leider nicht verzogen. Auch die Sauna konnte ihn nicht vertreiben.
Ich weiß gar nicht, warum mich diese Schmerzen plagen, schließlich bin ich schon über die Alpen gegangen, das war viel schwieriger mit den ganzen Höhenmetern. Aber die Corona-Zeit hat auch mich etwas bequem gemacht. Meist habe ich nur lange Spaziergänge unternommen, anstatt größere Wanderungen. Ich bin also untrainiert, was sich nun bemerkbar macht. Ich nehme mir vor, es künftig nicht mehr so weit kommen zu lassen und nach meiner Rückkehr regelmäßig wandern zu gehen. Weiß aber jetzt schon, dass es nicht klappen wird, schließlich bin ich vollberufstätig und Wandern ist nicht mein einziges Hobby.
Wir werden nicht den Rat des alten Herrn von gestern befolgen und nicht weiter an der Etsch entlanggehen. Der Weg am Fluss ist doch etwas eintönig und gefällt uns beiden nicht so besonders. Jetzt sind wir (noch) ausgeruht. Trotzdem müssen wir erst einmal wieder zurück zur Brücke, um auf die andere Seite des Flusses zu gelangen.
Regina schlägt vor, hier im Ort weiter zu gehen und nicht wieder zurück zu der Brücke, über die wir gestern gekommen sind. Wir sind uns beide aber nicht sicher, ob wir dort auch über den Fluss kommen.
Ich will kein Risiko eingehen. Sollte ihr Plan nicht aufgehen, wären das noch zusätzliche Kilometer, das muss nun auch nicht sein. Wer weiß, wie viele Umwege uns unterwegs noch erwarten. Also gehen wir etwa drei Kilometer zurück zur Etsch, dorthin, wo wir gestern abgebogen sind und überqueren die Brücke. Auch heute haben wir wieder herrlichen Sonnenschein. Es ist erst neun Uhr und noch etwas frisch, ideal zum Wandern. In ein bis zwei Stunden werden wir unsere Jacken dann wieder ausziehen müssen.
Nach etwa einem Kilometer auf der anderen Seite der Etsch verlassen wir zufrieden das Flussufer. Jetzt bekommen wir landschaftlich etwas Abwechslung.
Leider geht es in Autobahnnähe weiter. Diese Geräusche haben mich während meiner letzten Etappe, vor drei Jahren, täglich begleitet. Auf der Strecke von Brenner bis Klobenstein war die Brennerautobahn immer in meiner Nähe, manchmal über und zur Abwechslung auch mal unter mir.
Hoffentlich führt uns der Weg bald fort von dem Zivilisationslärm.
An einer Unterführung entdecken wir ein Hinweisschild, das zurück nach Auer führt. Wie es aussieht, hatte Regina doch Recht und wenn wir ihrer Idee gefolgt wären, wären wir wohl hier herausgekommen. Nun ist es nicht mehr zu ändern.
Heute verläuft unsere Wanderung überwiegend schweigend. Es ist alles gesagt und auch ich hänge eigenen Gedanken nach. Nur wenn der Weg nicht ganz eindeutig ist, reden wir miteinander. Der nächste Ort in meinem Plan ist Tramin, ich kenne den Wein aus dieser Gegend. Auf diesen Ort sind wir beide schon gespannt.
Ein Blick ins Internet verrät mir, dass als Traminer (Wein) Varianten bzw. Mutationen einer Rebsorte bezeichnet werden, die als
Gewürztraminer (Roter Traminer mit roten Beeren, Gewürztraminer mit hellroten bis gelb-rosa Beeren, Gelber Traminer mit gelblichen Beeren),
Savagnin blanc (Weißer Traminer) und
Savagnin rosé (Rosa Traminer) vorkommt.
Diese drei Rebsorten sind sich genetisch sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch in ihren ampelographischen Merkmalen wie Traubengröße, Beerenfarbe, Blattform, Wuchs und Ertrag und ihrer Anfälligkeit für Rebkrankheiten. Darüber hinaus ergibt jede Spielart ein für sie typisches Aroma.
Aha. Was das Internet doch alles weiß. Und ich dachte, der Wein heißt so, weil er nur in der Gegend von Tramin angebaut wird.
Wir gehen inzwischen durch einen Wald, die Vögel zwitschern und alles ist so friedlich und harmonisch, dass man diese Ruhe nicht mit Worten stören möchte. Allerdings ist es kurz darauf vorbei mit der Ruhe und mein Navi führt uns heraus aus dem Wald zu einem Radweg auf der anderen Seite einer Fernverkehrsstraße.
Sollten diese Häuser hier schon zu Tramin gehören? Dann hätten wir schon fast die Hälfte der Strecke für heute geschafft, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Leider gibt es an Waldwegen selten Ortsschilder, sodass wir nicht wissen, wo wir sind.
Da wir auch nicht, wie geplant, vom Kalterer See kommen, weiß ich nicht genau, wie weit wir heute gehen müssen. Laut Plan hätten wir heute 20 Kilometer bis Salurn zu bewältigen, das ist eine normale Tagesetappe. Allerdings kommen wir nun von Auer und ich kann die Entfernung nicht einschätzen.
Na mal sehen, wie weit wir kommen, wir haben noch kein Zimmer gebucht und können übernachten, wo immer wir wollen.
Mein Navi führt uns weiter auf dem Radweg an der Fernverkehrsstraße entlang. Das gefällt uns gar nicht, aber wenn das Handy uns das sagt, wird es wohl stimmen.
Am Ortsende ist es dann auch mit dem Radweg vorbei und wir sollen uns nun die Straße mit den Autos teilen, säuselt uns die freundliche Navi-Stimme zu. Das kann doch nicht richtig sein… Wir sind beide ratlos, hier wollen wir nicht entlanggehen, es fahren zu viele Autos.
Ich schlage vor, noch einmal etwa 500 Meter zurück zu gehen, dort sind wir vorhin an einer Bar vorbeigekommen. Es ist ca. 10:30 Uhr, die Eingangstür steht offen und wir treten ein.
Ein Mitarbeiter ist gerade dabei, das Lager mit Kisten zu bestücken. Etwas zerzaust und verschwitzt hält er bei unserem Anblick inne und sieht uns, mit einem großen Karton im Arm, fragend an. Anscheinend befürchtet er, dass wir schon etwas essen wollen und er doch noch eine Autoladung Kartons im Inneren des Hauses verstauen muss.
Er spricht in italienischer Sprache auf uns ein. Vermutlich will er uns mitteilen, dass noch gar nicht geöffnet ist. Da kann ich ihn beruhigen, wir möchten nur eine Auskunft.
Ich gebe ihm mit Gesten und dem Wort „Tramin“ zu verstehen, wohin wir wollen. Er deutet auf den Radweg in die Richtung, in die wir schon gegangen sind und gibt uns zu verstehen, dass wir nur kurz an der Fernverkehrsstraße entlanggehen und dann rechts, Richtung Kalterer See, abbiegen müssen.
Von der Straße abbiegen klingt gut, aber wir wollen nicht zum Kalterer See. Wir erfahren, dass wir vor dem See an einem Abzweig nach Tramin zu gelangen.
Nun sind wir mit der Auskunft zufrieden und verabschieden uns dankbar. Wie einfach war es doch, als die Menschen noch die gleiche Sprache, wie wir gesprochen haben. Damit ist es nun für den Rest der Pilgerreise bis Rom vorbei. Glücklicherweise spricht Regina fließend Englisch und auch einige Worte italienisch.
Es ist inzwischen wieder ziemlich warm und, unsere Jacken haben schon Feierabend. Meine räkelt sich nun an meinem Bauch, ich habe die Ärmel vorne zusammengeknotet. So mache ich es immer. Das ist zwar auch warm, stört mich aber weniger. Regina hat ihre Softshelljacke im Rucksack verstaut. Sie hat wohl weniger Gepäck dabei als ich.
Dann geht es erleichtert und frohen Mutes weiter. Die Straße nach Kaltern ist beschriftet und wir sind froh, dass wir abbiegen können, um der Straße zu entgehen. Eigentlich haben wir gedacht, dass es nun auf einem Wanderweg weitergeht, aber wir müssen weiterhin mit einer Teerstraße vorliebnehmen. Glücklicherweise kommt nur selten ein Auto vorbei, dafür aber umso mehr Fahrräder.
Der Weg ist eben und auch hier sind wir wieder die einzigen Wanderer zwischen den vielen Fahrrädern. Die Landschaft ist traumhaft, das zieht natürlich die Urlauber an.
Meine Begleiterin erzählt von früher. Sie hatte es als Kind nicht einfach und ist bei ihrer Oma aufgewachsen. Die alte Dame war oft nicht gerade nett zu ihr.
Manchmal entdecke ich bei Regina immer noch kindliche Züge, obwohl sie zwei Jahre älter als ich ist. Das macht sie mir noch sympathischer und erweckt bei den Herren der Schöpfung sicher einen Beschützerinstinkt.
Mein Navi gibt uns zu verstehen, dass wir links abbiegen müssen und was sehen unsere fröhlichen Wanderer-Augen? Das Zeichen der Via Romea. Wenn wir geradeaus gehen, kommen wir zum Kalterer See. Das erscheint sehr verlockend, aber das wäre unser gestriges Ziel gewesen. Jetzt wollen wir weiter nach Tramin und biegen links ab. Die Tatsache, dass wir nun wieder auf dem richtigen Weg sind, stimmt uns noch fröhlicher.
Immer wieder sind wir entzückt von der Landschaft, die etwas anders aussieht, als die Gegend an der Etsch.
Nun begegnen uns viele Fußgänger auf der Straße. Das wundert mich nicht, der nächste Ort ist schon in Sicht und rechts vom Weg versteckt sich hinter den Sträuchern ein wunderschönes Biotop, das man auf einem Bretterweg begehen kann. Dieser Weg wirkt sehr verführerisch und es wäre viel angenehmer dort im Schatten zu gehen. Hier auf der Straße ist kaum Schatten und die Sonne lechzt schon danach, uns einen Sonnenbrand zu verpassen. Das wird ihr hoffentlich nicht gelingen, wir haben mit Sonnencreme und Sonnenhüten vorgesorgt.
Am Wegesrand entdecken wir auf der linken Seite eine kleine Raststätte mit Tisch und Bänken. Es wird Zeit für eine Pause. An dieser Stelle gibt es allerdings auch keinen Schatten. Die Raststätte befindet auf der anderen Seite des Biotops und nur sehr wenige, kleine Bäumchen säumen den Weg. Also Pause in der Sonne. Es ist ganz schön warm. Glücklicherweise spenden uns die Schirme unserer Hüte etwas Schatten, zumindest im Gesicht.
Regina beobachtet, dass einige Fußgänger weiter hinten ins Dickicht abbiegen und an einer anderen Stelle wieder herauskommen. Also machen wir es ihnen nach der kurzen Stärkungspause nach und gehen auch den schöneren und schattigeren Bretterweg.
Hier ist die Luft ist so wunderbar rein und der Schatten tut gut. Leider ist der Weg nach etwa 300 Metern schon wieder zu Ende. Schade. Aber es hat sich gelohnt.
Leider ist auch der nächste Ort noch nicht das ersehnte Tramin und wir müssen unsere schwitzenden Körper noch einige Kilometer weitertragen. Dabei ist Tramin schon zu sehen und wirkte anfangs doch näher, als es in Wirklichkeit ist.
Die Beschilderung führt uns nun weiter auf einem Radweg an einer Nebenstraße entlang. Wir hatten schon schönere Streckenabschnitte als diesen hier.
Es ist gerade Mittagszeit, als wir Tramin erreichen. Wir haben beide Appetit auf ein kühles Radler und lassen uns auf der Terrasse eines Cafés am Markt nieder.
Heute ist Markttag und die wenigen Stände unterhalten uns mit ihrem trägen Treiben. Die Füße schmerzen und der Muskelkater plagt uns weiterhin. Aber so lässt es sich aushalten.
Entspannt räkeln wir uns auf unseren Stühlen unter dem schattenspendenden Schirm und fühlen uns für diese Zeit der Entspannung wie „normale Touristen“.
Ein Herr am Nachbartisch verspeist genüsslich ein Stück Erdbeerkuchen. Mir läuft bei dem Anblick das Wasser im Munde zusammen und ich bestelle mir nun auch ein Stück.
Es ist Mittagszeit und Regina hat Appetit auf etwas Herzhaftes. Ich noch nicht, wir haben vor einer Stunde erst unsere Frühstücksbrote gegessen. Hier im Café gibt es kein warmes Essen, also flitzt Regina nach nebenan an den Marktstand und kommt mit einer Tüte Pommes zurück.
Es ist so herrlich entspannt hier unter dem Schirm zu sitzen, während Regina ihre Pommes und ich meine Erdbeertorte bei einem kühlen Radler genießen. Nur die großen Rucksäcke verraten momentan, dass wir Pilgerinnen sind.
Irgendwann ist alles mal vorbei, auch diese geruhsame Zeit unter dem Sonnenschirm. Die Markthändler sind inzwischen dabei, ihre Stände abzubauen.
Ich habe nun wieder meine Wanderschuhe gegen die Trekkingsandalen getauscht und die Schuhe doch tatsächlich noch im Inneren des Rucksacks verstauen können. Nun ist die zu tragende Last zwar größer, aber meine Füße haben mehr Freiheit und laufen viel leichter.
Tramin an der Weinstraßeist eine italienische Gemeinde mit ca. 3438 Einwohnern im Unterland in Südtirol.
Bekannt ist das Weindorf für Weine aus der Rebsorte Gewürztraminer und den traditionellen Egetmann-Umzug, der am Faschingsdienstag in ungeraden Jahren durchgeführt wird.
Wir gehen noch einmal in einen kleinen Laden, der im Ort auf unserem Weg liegt. Regina braucht Magnesium, das man bei dieser Anstrengung einnehmen sollte. Es hilft auch gegen Muskelkater. Momentan teilen wir uns meine Ration, aber ich hatte die Tabletten abgezählt, für jeden Tag eine.
Leider gibt es das hier keine Nahrungsergänzungsmittel.
Ich erkundige mich bei der Verkäuferin nach dem Weg, der nach Kurtatsch führt, das wäre der nächste Ort auf unserer heutigen Strecke. Sie erzählt uns, dass der offizielle Wanderweg wegen Steinschlag gesperrt ist und wir dort wieder umdrehen müssten. Das hätte uns nach der ganzen Anstrengung in dieser Hitze noch gefehlt. Gut, dass ich gefragt habe.
Die freundliche Verkäuferin erklärt uns einen anderen Weg dorthin. Wir sind ihr sehr dankbar dafür.
Der Weg ist wunderschön, allerdings haben wir nun etwa 400 Höhenmeter zu bewältigen, um danach wieder hinabzugehen.
Kurz vor Kurtatsch erkundigt sich ein alter Mann bei uns, ob es demnächst auf dem Weg eine Bank im Schatten gibt. Wir können ihm dabei leider auch nicht weiterhelfen und haben nicht darauf geachtet, ob es an den Bänken am Wegesrand schattig war.
Der alte Mann erzählt, dass er in einem der ersten Häuser des Ortes, in dem alten Schießstand, wohnt.
Während wir drei noch plaudernd am Wegesrand stehen, spaziert eine Dame im mittleren Alter an uns vorbei und grüßt den Mann mit „Grüß Gott Herr Lehrer“. Regina und ich grinsen uns an. Das ist ja interessant, unser Gesprächspartner war also einmal ein angesehener Lehrer im Ort. Mir erscheint er etwas verwirrt.
Wir verabschieden uns mit dem Versprechen, dem Alten Schießstand unsere Aufmerksamkeit zu widmen. Bei bester Laune und amüsiert über das „Grüß Gott Herr Lehrer“ reimen wir uns seine Geschichte zusammen und vergessen dabei doch glatt den Schießstand zu betrachten.
Es geht steil bergab ins Ortsinnere und wir wollen wegen des Schießstandes nicht noch einmal umkehren. So wichtig ist uns das Gebäude nun auch nicht. Wir sind erschöpft, die Füße tun weh und der Muskelkater plagt uns.
Nun sind wir in Kurtatsch, es ist erst 15:00 Uhr und wir könnten locker noch 1 – 2 Stunden gehen. Aber werden wir in den nächsten Orten ein Zimmer finden?
Ich schlage vor, die Touristeninfo zu besuchen, dort wird man uns kompetente Auskunft geben. Wie gut, dass Regina mit ihren Sprachkenntnissen dabei ist, ansonsten würde sich die Verständigung schwieriger gestalten. So hat jede von uns ihre Aufgaben. Regina ist für die Verständigung zuständig und ich für den Weg.
Die freundliche Dame in der Touristeninfo telefoniert für uns herum. Hier im Ort gibt es auf alle Fälle Zimmer für eine Nacht. Mein Schrittzähler zeigt an, dass wir heute bisher nur 16 Kilometer gelaufen sind. Der nächste Ort wäre Margreit, bis dort sind es weitere 4 Kilometer, das wäre machbar. Allerdings scheint das ein kleinerer Ort zu sein und das einzige Zimmer, das wir dort bekommen könnten, ist uns zu teuer.
Also bleiben wir hier und buchen das günstigste Zimmer für 30,€ pro Person im Plattenhof. Dort gibt es nur eine Etagendusche und keinen Fernseher. Das ist uns egal, wir sind schließlich Pilger, das passt.
Nun haben wir das Gegenteil vom Zimmer der vergangenen Nacht. Unsere heutige Herberge ist nicht luxuriös, aber wir fühlen uns sofort wohl. Es ist groß und hell. Die Einrichtung, sowie die Böden, bestehen aus massivem Holz. Sogar ein Waschbecken und ein Spiegel sind im Zimmer vorhanden, sodass wir nicht zum Händewaschen hinüber zum Waschraum gehen müssen.
Wir haben einen wundervollen Blick auf die Berge und einen großen Spielplatz, es ist ein idealer Ort für Familien mit Kindern.
Unser Zimmer in Kurtatsch
Zu den Sanitärräumen geht es ein Stück über den großen, breiten Flur, mit seinen knarrenden dunklen Holzdielen und dann noch ums Eck. Na hoffentlich finde ich den Lichtschalter heute Nacht, falls ich mal raus muss. Aber für solche Fälle habe ich immer eine kleine Taschenlampe dabei.
Kurtatsch
Nachdem wir uns vom Straßenstaub gereinigt haben, geht es in „Ausgehkleidung“ zur Ortsbesichtigung.
Dieser Ort oberhalb der Weinberge scheint ein Geheimtipp zu sein. Es gibt einige verträumte Gassen und wie es scheint nur wenige Touristen. Aber auch hier begegnen uns Fahrradfahrer. Zu unserer Freude entdecken wir sogar ein Auto mit Münchner Kennzeichen vor einem der historischen Gebäude. Das weckt besonders bei Regina Heimatgefühle, schließlich lebt sie in der Münchener Gegend.
Es sind 24 Grad und in der Sonne ganz schön heiß. Noch ist es zu früh für ein Abendessen, also schlendern wir weiter durch die schattenspendenden Gassen, ein Stück hinaus aus dem Ort, zu einer Kapelle.
Von hier oben haben wir einen traumhaften Blick auf die Weinberge.
Kurtatsch an der Weinstraßeim südlichsten Südtirol thront auf einem Sonnenbalkon über dem Etschtal.
Im Ortskern finden sich viele alte Höfe und Ansitze, Zeugen der Wohlhabenheit der ehemaligen adeligen Besitzer.
Wir entdecken nur ziemlich teure Lokale, also lassen wir uns an einem der wenigen Tische einer Pizzeria nieder. Erstaunlicherweise befindet sich der dazugehörende Außenbereich auf der anderen Straßenseite, unter einem großen Baum, der vor der erbarmungslosen Sonne schützt.
Nun genehmigen wir uns den traditionellen Aperol Spritz. Es ist zwar noch keine 18:00 Uhr, aber der Wirt versichert uns, dass er durchgehend warme Küche hat, allerdings gibt es nur Pizza. Darauf haben wir heute keinen Appetit, die hatten wir schon vorgestern.
Immer wieder lassen sich, vermutlich Einheimische, junge Leute hier nieder um etwas zu trinken und sind dann auch schnell wieder verschwunden.
Interessant. Geht man hier nur zum Trinken und nicht zum Essen aus? Wir haben keine Lust, weiter nach einer geeigneten Speiselokalität zu suchen, so viel Auswahl gibt es in diesem kleinen Ort ja auch nicht. Also bestellen wir uns doch Pizza.
Nach dem Essen schlendern wir noch ein wenig durch die Gassen und suchen nach der Fortsetzung unseres Weges für morgen. Die Dame in der Touristeninfo hat uns empfohlen, dem Weinwanderweg zu folgen. Das werden wir machen.
Kurz schlendern wir nun auch noch am Plattenhof vorbei bergauf. Von dort sind wir vor einigen Stunden gekommen. Prompt entdecken wir ein Lokal mit großer Terrasse, Urlaubern und Fahrradfahrern.
Ein Blick auf die Speisekarte zeigt, dass die Preise hier erschwinglich sind. Schade. Hier gibt es Speisen, auf die wir mehr Appetit hätten, als auf Pizza und, wer weiß, vielleicht wären wir sogar mit deutschsprachigen Touristen ins Gespräch gekommen, vielleicht sogar mit dem Münchener.
Wir waren während unserer Ankunft noch dermaßen mit der Auswertung unseres Gesprächs mit dem Lehrer beschäftigt, dass wir das Lokal gar nicht wahrgenommen hatten. Nun ist es zu spät und wir sind satt.
Wir sind um 18:30 Uhr bereits wieder in unserem Zimmer. Heute übernachten wir in einem besonders geschichtsträchtigen Haus.
Jede ist noch mit verschiedenen Dingen beschäftigt, bis wir um 20:30 Uhr das Licht löschen. Hoffentlich haben wir dann nicht schon um Mitternacht ausgeschlafen. So geht es mir manchmal, wenn ich so früh ins Bett gehe.
Frühstück gibt es erst um 07:30 Uhr, viel früher können wir dann auch nicht losgehen, auch wenn wir dann schon fit sind. Man wird sehen.
Kurtatsch – Trient (23 Km)
Tag 3 Mittwoch, 11.05.22
Die Morgensonne scheint durchs Fenster und ich schau verschlafen auf die Uhr. Ich möchte immer wissen wie spät es ist, selbst wenn ich keinen Zeitdruck habe. Mir fehlt die Gelassenheit, die Zeit einfach Zeit sein zu lassen. Vielleicht lerne ich das noch irgendwann, spätestens im Ruhestand, der allerdings nach heutigem Stand noch fünf Jahre entfernt ist.
Regina liegt regungslos auf der anderen Bettseite und hat mir den Rücken zugedreht. Vielleicht schläft sie noch, ich will sie nicht wecken.
Dann wendet sie sich gemächlich mir zu, auch sie ist gerade erst erwacht und erkundigt sich mit belegter Stimme nach der Uhrzeit. Wir sind beide erstaunt, dass es schon 6:00 Uhr ist. Nun haben wir doch tatsächlich neun/einhalb Stunden tief und fest geschlafen, unglaublich! Ich war nur nachts einmal kurz mit meiner Taschenlampe zur Toilette unterwegs, ansonsten hatte ich das Gefühl mich in einem sehr tiefen „Standby – Modus“ befunden zu haben. Regina erging ebenso.
Was für ein wundervoller Ort. Regina schüttelt ungläubig den Kopf und wir müssen beide lachen. Unfassbar, dass wir tatsächlich mehr als neun Stunden! geschlafen haben. Vielleicht sollte wir noch einmal hierher zur Schlaftherapie kommen, scherzen wir.
Da fällt mir ein, dass ich bei meiner Freundin, die im österreichischen Kärnten lebt, auch die „Schlafsucht“ hatte. So nenne ich dieses seltene Ereignis scherzhaft. Das habe ich nie zuvor erlebt. Vermutlich liegt es an der frischen Bergluft.
Nun haben wir anderthalb Stunden Zeit bis zum Frühstück. So ergeht es mir oft auf meinen Wanderungen. Meist bin ich schon viel früher fertig und muss dann warten, bis es das „Morgenmahl“ gibt.
In Innsbruck hatte ich bei meinem Start zur Alpenüberquerung ein bescheidenes Zimmer im Volkshaus, das ähnelte einer Jugendherberge. Dort gab es kein Frühstück. Ich war morgens schon sehr früh wach, habe mir meinen Tee mit dem heißen Wasser aus dem Hahn zubereitet und ein Croissant verzehrt, das ich am Tag zuvor schon erworben hatte.
An jenem Tag habe ich schon um 06:00 Uhr die Unterkunft verlassen, um meine Wanderung zu beginnen. So früh bin ich allerdings nicht immer wach.
Inzwischen gönne ich mir übrigens den Luxus und habe immer einen kleinen Reisetauchsieder und einen Becher dabei. Damit koche ich dann gleich meinen Tee, wenn ich aufgestanden bin und habe, wenn es Zeit zum Frühstücken ist, schon einen Teil der Tagesration an Flüssigkeit in mir.
Die Zeit bis zum Frühstück bekommen wir dann auch gut und ganz entspannt rum. Nach der üblichen Morgentoilette sind die Rucksäcke schnell gepackt. Regina ist sehr viel mit ihrem Handy beschäftigt, auch ich sende täglich Fotos unserer Reise an die Außenwelt. Meine Begleiterin ist nicht sehr gesprächig und somit habe ich dann auch noch Zeit, um mir Notizen für das nächste Buch zu machen.
Dann ist es so weit und wir folgen den knarrenden Stufen hinunter in den großen Vorraum, der mit alten Schränken, Truhen und anderen Gegenständen ausgestattet ist und einem altertümlichen Museum gleicht.
Der Haus- und Hofhund Leo, von der Rasse eines Bernhardiners, liegt auf den kühlen dunklen Fliesen und sieht uns gelangweilt an, ohne sich die Mühe zu machen und den Kopf zu erheben. Anscheinend hält er es nicht mehr für nötig, uns mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Während unserer Ankunft gestern kam er uns noch mit lautem Gebell entgegen. Nun gehören wir für ihn wohl schon zum Inventar und es lohnt sich nicht, uns mehr als einen trägen Blick zu widmen.
Wir können der Versuchung nicht widerstehen und kraulen ihm zu seinem Entzücken kurz das Fell, bevor wir den Frühstücksraum betreten. Hier sind wir allein.
Es nächtigen zurzeit nur noch zwei Arbeiter in diesem Quartier, erfahren wir von unserer Wirtin, die anscheinend schon auf uns gewartet hat. Die Arbeiter haben bereits das Haus verlassen und verrichten schon ihren Dienst. Hätten wir das gewusst, wären wir auch schon eine halbe Stunde früher unten gewesen.
Sie bringt für Regina Kaffee und mir Tee. Brötchen, Marmelade, Wurst und Käse warten bereits auf den Verzehr. Auch zwei Äpfel, sicherlich aus dem hauseigenen Garten, liegen für uns bereit.
Heute erhalten wir ein rustikales Frühstück, mit allem was benötigt wird. Es ist nicht so üppig und überladen wie in den Hotels. Hier bleibt kaum etwas übrig und doch ist alles da, was wir brauchen.
Mir fällt ein Frühstück auf dem Jakobsweg bei einer älteren Dame ein. Sie lebte, nachdem die Kinder ausgezogen sind und ihr Mann verstorben ist, allein. Die leerstehenden, ehemaligen Kinderzimmer hat sie zu preiswerten Gästezimmern umfunktioniert, die vom Touristenbüro vermittelt wurden.
Ich hatte sie am Vorabend gebeten, morgens nicht zu viel aufzudecken, ich benötige nur ein Marmeladenbrötchen und ein Brötchen oder Brot mit Käse für unterwegs. Dazu ein Kännchen Tee, mehr brauche ich nicht. Wir waren uns einig.
Nachdem ich morgens das Wohnzimmer betrat, in dem ich mein Frühstück einnehmen sollte, fand einen ich einen üppig gedeckten Esstisch vor. Solch eine Verschwendung war doch unnötig. Ich konnte nicht einmal die Hälfte von alldem verwerten. Schade drum.
Damals war ich allein und hatte gehofft, wir frühstücken zusammen, aber sie saß mit ihrem Kaffee nebenan in der Küche und ich allein in ihrem Wohnzimmer. Auf meine Bitte, sich zu mir zu setzen meinte sie, sie frühstücke nie mit ihren Gästen. Das habe ich sehr bedauert.
Auf dieser Pilgerreise muss ich nun nicht alleine im Frühstücksraum sitzen und genieße die Zweisamkeit.
