Noch einmal in den Norden - Marita Gutzeit - E-Book

Noch einmal in den Norden E-Book

Marita Gutzeit

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Beschreibung

Seit den siebziger Jahren reisen wir durch den Norden Europas. Durch den Kauf eines Ferienhauses, Mitte der neunziger Jahre bei Vänersborg, ist das Reisen mit dem Wohnmobil etwas vernachlässigt worden. So entschieden wir uns 2009 noch einmal mit unserem LT-28 auf eine mehrwöchige Nordlandreise zu gehen. Unsere Ziele waren die Nationalparks in Mittel- und Nordschweden, der höchste Wasserfall Schwedens, der Njupeskärfall im Fulufjället in Dalarna und der Ristafall in Jämtland, der als Glupafall in dem Film Ronja, die Räubertochter“ in die Fernsehgeschichte eingegangen ist. Unsere Reiseroute führte uns auch zum „Storforsen“ und zum „Döda Fallet“. Außerdem wollten wir die Strecke Kiruna-Narvik, den sogenannten Nordkalottvägen, den wir in den achtziger Jahren in der Bauphase gesehen hatten, endlich einmal abfahren. Auf diesem Wege kamen wir dann auch nach Abisko. Wir fotografierten die Felsformation „Lapporten“ und wanderten durch den Abiskocañon. Der Höhepunkt unserer Reise war dann der Besuch des Kreuzfahrtschiffes „Queen Mary 2“ im Geirangerfjord in Norwegen. Unterwegs fanden wir dann auch immer wieder nette Übernachtungsplätze, meistens an den idyllisch gelegenen Seen, wo wir dann im Schein der am Horizont stehenden Mitternachtssonne übernachteten.

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Seitenzahl: 230

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Das Leben ist wie eine Reise und die Erinnerungen,

die als Pfand zurückbleiben,

sind das einzigste Paradies,

aus dem wir nicht vertrieben werden können.

Noch einmal in den Norden

Natur und Reiseerlebnisse einer Skandinavienfahrt

Zu diesem Buch:

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wenn aus diesen Reisen eine Leidenschaft wird und das weitere Leben beeinflusst, entstehen auch neue Hobbys und Interessen. So kauften wir uns, nachdem wir schon seit den siebziger Jahren erst mit dem PKW, dann mit dem Wohnwagen und später mit dem Wohnmobil durch Schweden und Norwegen fuhren, 1994 ein Ferienhaus in der Nähe von Vänersborg.

Nach den Jahren der Renovierungsarbeiten wollten wir aber noch einmal mit unserem alten LT durch den hohen Norden fahren und im Sommer 2009 noch einmal das genießen, was man im allgemeinen als Europas letzte Wildnis betrachtet.

Aber auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben, wie wir feststellen mussten. Und so kamen uns immer wieder die Erinnerungen aus den siebziger und achtziger Jahren ins Gedächtnis.

J. Wolfsrevier

Brattfallet

Leksand

Spånsan

Gyllbergen

Nusnäs

Orsa Grönklitt

Fulufjäll

Idrefjäll

Grövelsjön

Sånfjället

Ristafall

Åreskutan

Fiskevägen

Blå Vägen

Hemavan

Vindelfjäll

Ammarnäs

Arjeplog

Storforsen

Hårspranget

Stora Sjöfallet

Dundret

Jukkasjärvi

Abisko

Lödingen

Linbanan

Döda Fallet

Särna Wildnis

Geiranger

Inhaltsverzeichnis

Im Bann des Nordens

Wolfsgesang

Am Klarälv in Värmland

Midsommar in Dalarna

Erinnerungen an Borlänge

Die Werkstatt der Dalapferdchen

Der Njupeskärwasserfall im Fulufjället

Weiter ins Idrefjäll und nach Grövelsjön

Auf Bärensuche im Sånfjället

Auf Ronjas Spuren

Durch die Wildnis Lapplands

Arjeplog und Umgebung

Der Storforsen

Am Polarkreis

Im Stora Sjöfallet Nationalpark

Auf dem Dundret

Kiruna und Jukkasjärvi

Auf dem Nordkalottvägen

Eine Cañonwanderung in Abisko

Weiter auf dem Kong-Olavs-veg

Über den Silvervägen zurück nach Arjeplog

Eine Übernachtung im Märchenwald

Der tote Wasserfall (Döda Fallet)

Der größte Bär der Welt

Zurück nach Vänersborg

Königlicher Besuch im Geirangerfjord

Im Bann des Nordens

Wenn einer eine Reise tut… Eine Mischung aus Neugierde und Abenteuerlust trieb uns im Frühsommer 1976 über die Europastraße 6, die zur damaligen Zeit eine zum größten Teil noch unbefestigte, abenteuerliche Schotterpiste war, bis in den hohen Norden Skandinaviens. In den nördlichsten Landesteilen glich die Straße mehr einem Feldweg, der sich durch die weitläufige nordische Wald- Fjäll- und Tundralandschaft schlängelte. In Nordnorwegen überquerten wir auf dem Hochplateau des Saltfjells, in der Nähe des Svartisengletschers, den Polarkreis. Weil sich hier damals an beiden Straßenrändern der Schnee vom letzten Winter noch über drei Meter hoch auftürmte, wunderten wir uns nur darüber, dass wir weder eine Hinweistafel für die Polarkreisüberquerung fanden, noch sonst irgendwie einen Hinweis darauf bekamen, wo diese für Mitteleuropäer magische Linie verlief, ab der die Sonne im Sommer für einige Wochen nicht untergeht, dafür aber im Winter für eine wochenlange Polarnacht sorgt. So übersahen wir auch prompt die kleine, bis über das Dach eingeschneite Polarkreishütte, die wohl im Mai auch noch geschlossen hatte. Auch die Hinweisschilder und der Polarkreisstein blieben uns damals unter mehreren Meter hohen Schneebergen verborgen.

Es sollte für uns nur mal eine Schnupperreise in den hohen Norden sein. Unser Ziel war eigentlich Narvik und wir spielten mit dem Gedanken, uns mit der Erzbahn, die damals auch Passagiere beförderte, nach Kiruna bringen zu lassen. Als wir in Narvik einen Campingplatz aufsuchten, um uns eine Übernachtungshütte zu mieten, empfing uns der Campingwart mit der Aussage, dass alle Hütten bereits vermietet seien und kein Platz mehr frei wäre. Seltsam! Wir hatten nicht ein Auto dort vor den Hütten stehen sehen. Nach dieser Abfuhr verließen wir Narvik und fuhren einige Kilometer weiter, bis wir in der Bergwelt, die auf uns wie eine bilderbuchartige Postkartenidylle wirkte, einen weiteren Campingplatz fanden. Auf meine vorsichtige Anfrage beim Campingplatzbetreiber ob noch eine Hütte frei wäre, überreichte er mir freundlich einen Schlüssel. Hier hatten sich auch noch ein paar andere deutsche Touristen eingemietet. Auch sie hatten es vorher in Narvik versucht und wurden wegen angeblicher Ausbuchung weitergeschickt.

Damit änderten wir kurzfristig unsere Reisepläne.

Ich breitete mir meine Straßenkarte auf dem Fußboden aus und suchte in dieser für uns abenteuerlichen Landschaft nach der nächsten Straße, die uns nach Schweden führen sollte. Wir fanden sie im Dreiländereck Norwegen-Schweden-Finland.

Am nächsten Tag sind wir die Europastraße 6 bis Skibotn weiter gefahren, bogen dann Richtung Kilpisjärvi/ Karesuando ab und fuhren dann auf der heutigen Europastraße 8 an der finnisch-schwedischen Grenze am Könkämaälven entlang, bis nach Karesuando. Unterwegs hielten wir auf einem Parkplatz an und entdeckten eine Felswand und einzelne Felsbrocken, die mit Farbe bemalt waren. Wir schauten uns die Felsmalereien etwas genauer an und stellten fest, dass sich einige von den wenigen Touristen, die in den siebziger Jahren durch den Norden Europas fuhren, mit Pinsel und Farbe, oder auch mit einer Farbsprühdose verewigt hatten. Weil wir aber weder Farben noch Pinsel oder eine Farbsprühdose mit auf unsere Reise genommen hatten, schossen wir nur ein paar Fotos von diesen Felsmalereien und fuhren bis Karesuando weiter. Hier überquerten wir damals noch mit einer Fähre den Grenzfluss, später wurde eine Brücke über den Fluss, der ab Karesuando als Muonioälv weiterfließt, gebaut, und fuhren mit unserem alten roten Volvo Amazon Baujahr 1966 über abenteuerliche Schotterpisten, auf denen sich häufig wandernde Rentierherden aufhielten, durch Nordschweden wieder südwärts. Um eine Kollision mit den Rentieren zu vermeiden, blieb uns manchmal nichts anderes übrig als anzuhalten. Und mehr als einmal musste ich aussteigen, um die Rentiere händeklatschend von der Straße zu scheuchen, bevor wir unseren Weg fortsetzen konnten.

In Dalarna besuchten wir dann, wie jedes Jahr, in Borlänge, südlich des Siljansees, die Pflegeeltern von Heinz, die uns schon erwarteten. Auf unser neugekauftes Dreimannsteilwandzelt, das wir damals im Kofferraum mit uns führten, konnten wir auf der Rundreise gänzlich verzichten, denn in ganz Norwegen und im nördlichen Teil von Schweden gab es auf den Campingplätzen und auch bei Privatpersonen kleine einfache Übernachtungshütten, die man für eine oder auch mehrere Nächte mieten konnte. Sie beinhalteten meistens ein Etagenbett, einen kleinen Tisch, zwei Stühle und manchmal auch eine Kochgelegenheit und kosteten zwischen 35 und 60 norwegische Kronen. Weil wir unabhängig sein wollten, kam das Zelt dann aber in Borlänge auf dem Campingplatz „Mellstaparken“ zum Einsatz.

Die leeren Straßen und die beinahe menschenleeren unberührten Naturlandschaften in dieser für uns scheinbaren Unendlichkeit, wirkten auf uns Mitteleuropäer, als wären wir auf einem anderen Planeten. Die Überdosis von den Naturschönheiten, die wir damals entdeckten, hinterließ einen tiefen Eindruck in uns, der unser weiteres Leben bestimmte. Diese Horizonterweiterung lehrte uns allerdings auch schon früh, über unseren eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

In Norwegen faszinierten uns die Fjordlandschaften, die nach der letzten Eiszeit entstanden sind, als der bis zu drei Kilometer dicke Eispanzer, der auf der Nordhalbkugel lag, zu tauen begann und sich die tiefen Täler mit dem schmelzenden Gletscherwasser füllten. Gleichzeitig strömte das ansteigende Meerwasser in diese Täler. Die schroffen, teilweise schneebedeckten Berge wuchsen kontrastreich neben den grünen Wäldern direkt aus dem dunkelblauem Meer. Oder, man kann es auch anders formulieren: Norwegische Fjorde sind Berge, die das Meer umarmen. An unserem Autofenster zogen endlose Wälder und weite Tundra- und Moorlandschaften vorbei in denen Kraniche brüteten und manchmal zweifelten wir, wenn wir schon seit einer Stunde kein Auto mehr gesehen hatten, ob wir noch auf der richtigen Straße waren. Erst als wir irgendwo im Nirgendwo mal wieder die Hinweisschilder für eine Ortschaft entdeckten, wussten wir, dass wir uns auf den Schotterpisten noch nicht in den nordischen Weiten verfahren hatten. Auf dieser Fahrt wurden wir mit dem Nordlandvirus (Diagnose: unheilbar - Therapie: Reisen) infiziert, so dass wir gleich für das Jahr darauf eine Nordkappfahrt einplanten.

Wir waren also in dem sogenannten Bann des Nordens gefangen, der uns nie wieder losließ.

Auf unseren Reisen, durch Skandinavien entdeckten wir auch versteckt liegende, idyllisch gelegene, verwunschene Seen, so wie hier im Kroppefjäll, an deren Ufern nicht, wie in Mitteleuropa, schon überall Hotels und Restaurants auf Gäste warteten. Das Kroppefjäll ist ein Wildnisgebiet in der südschwedischen Provinz Dalsland und liegt nordwestlich von Vänersborg. Es ist ungefähr 30 Kilometer lang und 15 Kilometer breit.

Mein persönliches Interesse galt auch schon immer der Tierwelt und den komplexen Zusammenhängen in der Natur, in der alle biologischen Prozesse ineinander greifen, wie die Zahnrädchen eines mechanischen Uhrwerks und ich habe reihenweise Bücher darüber gelesen. Und seit der ersten Nordlandfahrt faszinierten mich auch die, von der Eiszeit geprägten, nordischen Naturlandschaften. Nach der These von dem englischen Naturforscher Charles Darwin (1809 - 1882) basiert der Erfolg der Evulotion auf die Anpassung an die vorhandenen Lebensbedingungen. So vermutet man auch, dass sich der, im Nordpolargebiet beheimatete Eisbär erst bei der Vereisung des Nordpols aus dem Braunbären entwickelt hat. Die, für ein Leben im Meer angepassten, flugunfähigen Pinguine, dagegen gibt es nur auf der Südhalbkugel.

Dadurch habe ich mir schon früh die Erkenntnis erschlossen, dass auch wir Menschen nur ein kleiner Teil des großen und ganzen Ökosystems sind, aber durch unsere massiven Eingriffe in den Naturkreislauf eine große Mitverantwortung für den Verlust der Artenvielfalt, die auch für unsere Überleben wichtig ist, tragen. Zwar sind inzwischen die Worte „Natur-Umwelt- und Artenschutz gesellschaftsfähig geworden, aber durch die weltweit immer mehr entstehenden Monokulturen, die wir als „Nachwachsende Rohstoffe“ bezeichnen, werden weltweit flächendeckend ganze Urwälder, ob in den Tropen oder in den gemäßigten Zonen, für Viehweiden und Monokulturen wie Palmölplantagen oder Maisanbau, abgeholzt und man nimmt dabei ein Aussterben von vielen Tierarten, den man buchstäblich den Lebensraum unter den Pfoten und Flügeln abholzt, billigend in Kauf. Inzwischen wird weltweit mehr Wald gerodet als nachwächst. Und während das neue Modewort „Nachhaltigkeit“ den gesellschaftlichen Wortschatz erobert, werden weltweit immer mehr wertvolle Naturflächen für Wirtschafts- und Prestigebauwerke geopfert. Nachhaltig! Ich habe den Respekt vor der Natur nie verloren, aber ich frage mich auch immer wieder, wohin eine Gesellschaft steuert, die im Bestreben nach immer mehr Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, die Ökosysteme unseres Planeten zerstört und damit letztendlich auch sich ihrer eigenen Lebensgrundlage beraubt.

Während ich mich in früheren Jahren überwiegend mit meinen Haustieren beschäftigt hatte, interessieren mich inzwischen hauptsächlich die Tiere in der Natur.

Als dann später das Reisen, erst mit dem Wohnwagen und danach mit dem Wohnmobil dazu kam, erweiterte ich auf den Skandinavienreisen meine zoologischen Kenntnisse in der Wildnis. Dabei musste ich allerdings auch feststellen, dass die Menschen den allweltlichen Vernichtungsfeldzug gegen einheimische Raubtiere, wie Wolf, Bär, Vielfraß und Luchs sogar hier in den einsamen Weiten geschafft haben. So gab es in den siebziger Jahren nur noch ganz wenige Braunbären, die sich in einigen unwegsamen Nationalparks zurückgezogen hatten und erst 1966, nachdem so gut wie alle Wölfe abgeschossen waren, stellte man ihn endlich unter Naturschutz.

Inzwischen streifen, durch gute Schutzmaßnahmen wieder ungefähr 3000 Braunbären, 300 Wölfe, 1000 Luchse und ungefähr 500 Vielfraße durch die schwedischen Wälder. Einer weiteren Ausbreitung der Raubtiere steht allerdings eine dominante Jägerlobby entgegen. Diese hegt den Wunsch ihr Wild, das ist alles was Fell oder Federn hat, selber zu „verwalten“. So dürfen jedes Jahr ungefähr 300 bis 400 Bären und über 100 Luchse offiziell geschossen werden (inzwischen hat man wohl festgestellt, dass man den Luchsbestand überjagt hat und die Abschussquoten abgesenkt) und kaum hat sich der Wolfsbestand etwas erholt, rufen die Jäger, die den Wolf als Jagdkonkurrenten betrachten, schon wieder zum Halali und würden ihn, wenn man sie ließe, am liebsten wieder ausrotten.

1976/77 sind einige Wölfe von Finnland aus über Nordschweden eingewandert und gleichzeitig entdeckte man dass sich im Dreieck Värmland / Dalarna und das norwegische Hedmark eine Wolfsfamilie gebildet hatte. Aber erst 1983 wurden die ersten Wolfswelpen in Nordvärmland geboren. Inzwischen lebt der überwiegende Teil der Wolfspopulation in Mittelschweden wie in Värmland, Dalarna, Örebro-Län, Gävleborgs- Län, Härjedalen und einige auch in Västra Götaland. Im dünnbesiedelten Nordschweden dürfen alle Raubtiere, die den Rentieren gefährlich werden könnten, von den Rentierhirten, den Samis, mit behördlicher Genehmigung abgeschossen werden. Durch die hohen Abschussquoten von teilweise über 100.000 Elchen jährlich, wird den Raubtieren der Zugang zu den natürlichen Nahrungsquellen erschwert und so wildern die Wölfe manchmal auch in nicht ausreichend gesicherten Schafgehegen, sie haben die Schafe im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern und ziehen sich damit den Zorn von Landwirten zu. Dieses führt zwangsläufig zu noch mehr Konflikten und so fordern Landwirte und Jäger den Wolfsbestand zu „verwalten“. Aber aus der Sicht der Wölfe gesehen ist es doch ein gefundenes Fressen, wenn einem das Futter direkt vor die Schnauze serviert wird, anstatt in den, von Menschen leergeräumten Wäldern zu jagen. Würde der Mensch nicht genauso handeln?

Seitdem laufen in Skandinavien heiße Diskussionen, ob und in welcher Anzahl, der Wolf nun in Schweden und Norwegen (über)leben darf oder nicht. Um den Jägern und Landwirten gerecht zu werden, durften in den Wintern 2009/10 und 2010/11 je über 20 Wölfe durch eine Lizenzjagd abgeschossen werden. Mehr zu dem Thema „Raubtiere in Skandinavien“ gibt es auf der Internetseite: Svenska rovdjursföreningen.se. Ich wollte selber herausfinden wie „(un)gefährlich“ Wölfe wirklich sind und plante deshalb eine Nacht mitten in einem Wolfsrevier zu übernachten.

Auch wenn die Forstwirtschaft nach immer höheren Abschussquoten ruft, weil die Elche den Wald durch Verbiss schaden, stelle ich mir manchmal die berechtigte Frage wie viel Schaden der Mensch durch seine Eingriffe der Natur zufügt. Schon einmal im 19. Jahrhundert war der Wildbestand in Schweden durch eine übermäßige Bejagung durch den Menschen komplett zusammengebrochen und nur durch Wiederansiedelung von Elchen, Bibern und weiteren Wildtieren und gute Schutzmaßnahmen hat sich der Wildbestand in Schweden einigermaßen stabilisiert. Meine Devise ist eher leben und leben lassen. Ich bin so gut wie jeden Tag auf der Pirsch und freue mich auch über meine Jagderfolge, nur meine Waffen sind das Fernglas und der Fotoapparat und meine Beute: ein gut gelungenes Bild.

Am 18. 6. 1977 standen wir dann auch nach einer achttägigen Reise um 21.00 Uhr auf dem Nordkappplateau, damals für 10 norwegische Kronen Parkgebühren. Die berühmte Mitternachtssonne hielt sich allerdings hinter einer Wolkendecke verborgen. Aber auch ohne die Mitternachtssonne war es für uns ein einmaliges Erlebnis.

In den siebziger Jahren waren Touristen auf dem Nordkapp noch eher eine Ausnahme. Nur vereinzelt trafen wir unterwegs mal auf einige wenige Nordlandtouristen. Man begegnete sich auf der einzigsten Nord-Südverbindung, der Europastraße 6, grüßte einander und oft traf man sich einige Tage später und mehrere hundert Kilometer weiter wieder.

Bevor wir aber das Nordkapp erreichten, haben wir uns noch in der kleinen Polarkreishütte, die direkt an der schmalen E6 stand, in ein Polarkreisüberquerungsbuch eingetragen. Dieses Mal war der Schnee schon bis auf ein paar hartnäckige Reste getaut und wir fotografierten uns stolz mit den blauen Polarkreisschildern, bevor wir die nur vier bis fünf Meter breite Europastraße 6 weiter in Richtung Norden fuhren. Eine Fähre, die über den Magerøyasund führte, brachte uns damals in 1 ½ Stunden von Repvåg aus nach Honningsvåg auf die norwegi - sche Insel Magerøya. Von hier aus waren es noch 33 Kilometer Schotterpiste bis zum Nordkapp. Unterwegs begegneten wir damals hauptsächlich Soldaten vom norwegischen Militär, die stramm marschierend bis zum Nordkapp, das sich 307 Meter aus dem Nordmeer erhebt, gewandert sind und sich in der damaligen Nordkapphalle erst einmal erholt haben. Auf dem Rückweg kehrten wir erst bis nach Alta zurück, um dann die Bergtundra der Finnmarksvidda zu überqueren. Nachdem wir anschließend ein kleines Stück durch Finnisch-Lappland fuhren, landeten wir wieder in Nordschweden und schauten uns bei dieser Gelegenheit auch die Eisenerzgruben von Kiruna an.

Neugierig geworden und vom chronischen Fernweh begleitet, stürzten wir uns 1978 in ein neues Abenteuer und eroberten in Westnorwegen die Gebirgsgegend Jotunheimen und den mit 200 Kilometern längsten und 1300 Meter tiefsten Fjord in Norwegen, den Sognefjord. Die Straßen, oder besser gesagt die Schotterwege, die durch das Gebirge führten, waren damals kaum mehr als vier Meter breit und nur selten begegnete uns ein Auto. Dafür mussten wir aber ab und zu mal eine Notbremsung machen, weil einige Ziegen und Schafe mitten auf der Straße spazieren gingen. Freilaufende Kühe, Ziegen und Schafe von den einsamen Bergbauernhöfen hatten und haben in Norwegen immer Vorfahrt. Auch in dieser Gegend waren Touristenbegegnungen ein eher seltenes Ereignis.

Schon damals stellten wir fest, dass man Skandinavien im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“ muss, denn im Gegensatz zu den südeuropäischen Ländern gab und gibt es keine Touristenbettenburgen. Aber auch in Skandinavien gibt es touristische Höhepunkte, die durch den inzwischen boomenden Tourismus weiterentwickelt wurden, wie zum Beispiel Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby, das Aquädukt in Håverud am Dalslandkanal, der Klarälv in Värmland, der Siljansee in Dalarna und natürlich die Dalapferdchenwerkstatt in Nusnäs oder die Städte Stockholm und Göteborg. Auch die Küstengebiete mit ihren Schärengarten, die Inseln Öland und Gotland haben ihren Charme.

Auf den einsamen verwunschenen Seen und Flüssen wie der Klarälv, paddeln jedes Jahr Kanutouristen aus ganz Europa. Und im skandinavischen Bergland finden Wildnistouristen und Wanderer ihr Paradies. Im Winter locken die Skigebiete in Sälen, Idrefjäll, Branäs und Åre immer mehr Skitouristen an. Und das Eishotel in Jukkasjärvi ist inzwischen in der ganzen Welt bekannt. Sogar Japaner und Chinesen lassen sich hier trauen und verbringen dann eine Nacht oder auch mehrere Nächte im Eishotel. Als besondere Abenteuer werden Schlittenhundetouren oder Schneeskooterfahrten durch die einsame verschneite Winterlandschaft angeboten. Auch im norwegischen Bergland gibt es regelrechte Wintersportzentren. Die Sommermonate sind in ganz Skandinavien für Naturfreunde, Angler, Bergwanderer und Camper ein Touristenparadies. Für Freizeitkapitäne, die auf den Wasserstraßen wie dem Dalslandkanal, Götakanal oder auf dem 5648 Quadratkilometer großen Vänersee, dem größten See in Schweden unterwegs sind, gibt es kleine schön gelegene Gästehäfen.

Die für uns so vertrauten und wohlklingenden Namen der norwegischen kleinen Städte und Ortschaften, durch die wir damals fuhren, wie Hamar, Lillehammer, Otta, Dombås, Oppdal, Trondheim, Steinkjer, Mosjöen, Mo I Rana, Fauske, Narvik, Bardu und Alta, lernten wir der Reihe nach schnell auswendig. In Dombås, am Fuße des Dovrefjälls, wo sich die heutige E136 Richtung Åndalsnes (früher E69) und die E6 kreuzen, haben wir die Metamorphose des Touristenzentrums über mehrere Jahre verfolgt, in den siebziger Jahren gab es hier nur ein kleines Geschäft und eine Bäckerei, die leckeres frisches Brot verkaufte und einige fliegende Händler, die ihre Handwerkskunst verkauften, später entwickelte sich ein großes Touristenzentrum daraus.

Die Schulkinder, die in den Ortschaften an der E6 wohnten, machten sich einen Spaß daraus, am Straßenrand zu stehen um zu winken, die fremden Autos zu zählen und die Autokennzeichen aufzuschreiben.

Unsere Reiseerinnerungen hielten wir damals in kurzen Super-8 Filmen und in einigen wenigen Fotos aus einem einfachen Fotoapparat fest. Später, im Diazeitalter, schafften wir uns eine preiswerte Spiegelreflexkamera, einen Diaprojektor und eine Leinwand an und veranstalteten nach unseren Reisen familieninterne Diaabende.

Als wir einige Jahre später mit unseren Kindern unterwegs waren, wurde jede Reise mit der Videokamera festgehalten und wieder zu Hause angekommen, in mühevoller Kleinarbeit geschnitten und mit der passenden Hintergrundmusik versehen.

Nachdem unser Sohn Björn geboren wurde, mieteten wir uns im darauffolgenden Frühsommer bei Borlänge für zwei Wochen ein Ferienhaus. Am meisten erholt hatte sich damals unser sieben Monate alter Sohn. Ich war dagegen damit beschäftigt, das Geheimnis der Sonne zu lüften, die mich erst mit ihren warmen Strahlen nach draußen gelockt hatte und nachdem ich mich für ein Sonnenbad umgezogen und die Sonnenmilch aufgetragen hatte, mit einem „Ätsch“ auszulachen und sich wieder hinter einer dicken schmutziggrauen Wolke versteckte. Bin ich aber auf Grund der noch rauen Frühlingsluft wieder in meine lange Hose geschlüpft, schoben die Höhenwinde die scheinbar undurchdringliche Wolkenwand mit einem weiteren „Ätsch“ zur Seite und die Sonne ließ ihre wohltuenden Wärmestrahlen auf meinen durchgefrorenen Körper nieder. Der Höhepunkt der Wetterkapriolen in den zwei Wochen erwartete uns am 20. Mai: Als wir am Morgen aufstanden, lag eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke auf dem schon grünen Rasen. Und in der Borlänges Tidning war am 21. Mai 1980 ganz groß auf der Titelseite zu lesen: TITTA DET SNÖA. (Sieh mal es schneit).

Mit einem sieben Monate alten Kleinkind waren wir allerdings nicht mehr so flexibel und wir mussten unsere Unternehmungen kindgerecht anpassen. In unseren Köpfen reiften wieder einmal neue Ideen, nachdem wir interessiert mehrere Familien, die mit Wohnwagengespannen unterwegs waren, beobachtet hatten. Aus der Überlegung, uns auch so ein Campingfahrzeug anzuschaffen, wurde dann sehr schnell Realität. So kamen wir im wahrsten Sinne des Wortes wieder zu einem für uns neuen Hobby. Denn der erste Wohnwagen, den wir im Herbst 1980 erwarben, war ein gebrauchter „Hobby 460“. Eigentlich war es schon der zweite Wohnwagen, den wir den unsrigen nennen konnten. Den Ersten haben wir wegen einer fehlerhaften Eintragung im Kaufvertrag ohne Verlust nach wenigen Tagen wieder an seinen Vorbesitzer zurückgegeben. Das Jahr der Erstzulassung stimmte nicht mit dem Baujahr überein. Der Wohnwagen stand schon einige Zeit unangemeldet auf einem Campingplatz und hat dort wohl einen Wasserschaden abbekommen, den wir erst feststellten nachdem wir ihn besaßen. Wir hefteten das Ganze als eine Lebenserfahrung mehr, in den großen Aktenordner des Lebens, der sich im Laufe unseres (Reise)lebens ständig füllte und suchten weiter. Auch die spöttischen Bemerkungen unserer Mitmenschen: „Ihr mit eurem überdimensionalen Eierkarton“ ignorierten wir stoisch, ja wir amüsierten uns sogar darüber und schmiedeten neue Reisepläne. Aber bevor wir daran dachten mit unserem rollenden Hotelzimmer an der Anhängerkupplung auf eine größere Reise zu gehen, lernten wir erst einmal die Campingplätze in unserer Umgebung wie Harz und Heide kennen und sammelten die ersten Campererfahrungen. Zu unserem Erschrecken mussten wir dabei feststellen, dass sich unser alter Volvo mit seinem frisierten Motor (original 68 PS und später 103 PS) nicht als bestes Zugfahrzeug herausstellte. Also trennten wir uns schweren Herzens davon und kauften uns das Nachfolgemodel, einen orangefarbenen P-142 Baujahr 1973.

Als wir durch einen Umzug keine Abstellmöglichkeit mehr für den Wohnwagen hatten, mieteten wir uns für einige Jahre einen Jahresplatz auf einem Campingplatz in der Lüneburger Heide. Der Campingplatz und das Reisen mit dem Wohnwagen machte uns immer mehr Spaß. Es war dieses kleine bisschen Freiheit, das uns am Campingleben reizte.

Egal wo wir uns aufhielten, wir waren immer Zuhause. Wir schliefen in unseren eigenen Betten, hatten immer einen Fensterplatz und bestimmten selber, wann und was wir aßen. So entwickelten wir uns zu regelrechten Wandervögeln und eroberten auf diese Art und Weise Teile Deutschlands, Holland, Dänemark, Norwegen und natürlich Schweden.

Nach zwei bis drei Tagen Aufenthalt auf einem Campingplatz zogen wir meistens weiter. Auch unser Sohn Björn freute sich jedes mal, wenn wir wieder „rausfuhren“. Er liebte, genauso wie wir das Nomadenleben und lernte dadurch auch andere Spielkameraden und Campingfreunde kennen. Mit zunehmenden Alter übernahm er dann auch kleinere, aber wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel das Herunterkurbeln der Kurbelstützen und er lernte wie eine Wasserwaage funktioniert, die wir immer beim Kurbeln auf die Deichsel legten, um den Wohnwagen beim Aufstellen in Waage zu bekommen, denn bei einer allzu großen Schräglage hätte der Absorberkühlschrank nicht mehr richtig gekühlt. 1982 wagten wir dann mit unserem knapp dreijährigen Sohn und dem Wohnwagengespann eine große Nordlandrundfahrt. Wir sind damals wieder die E6 in Norwegen über die noch nicht vollständig ausgebauten Straßen des Dovrefjälls in Richtung Norden gefahren und haben am Polarkreis festgestellt, dass hier in den letzten Jahren ein völlig neues Polarkreiscenter mit einem großzügigen Parkplatz und einem neuen Touristenshop entstanden ist. Über die uns schon bekannte Strecke Kilpisjärvi- Karesuando sind wir dann durch Nordschweden wieder bis nach Dalarna südwärts gefahren.

Als dann Mitte der achtziger Jahre unser zweiter Sohn Sven zur Welt kam, suchte ich nach einem Wohnwagen mit einem Waschraum in dem man kleine Jungens nach ihren überstandenen Abenteuern abschrubben konnte, ohne dass der Teppich, den wir in dem Hobbywohnwagen im Waschraum liegen hatten, lange Geschichten danach erzählte.

Um immer auf dem Laufenden zu sein und uns zu informieren, was es in der Campingwelt an Neuerungen gab, fuhren wir auch regelmäßig auf Camping- und Freizeitmessen. Ich schaute mir diverse Wohnwagen an und hatte danach eine genaue Vorstellung von dem, was ich als zukünftiges Reisegefährt haben wollte. Irgendwann wurden wir auch fündig, nachdem wir zahlreiche Wohnwagenbesichtigungen hinter uns hatten. Es war ein sechs Jahre alter „Bürstner Lux 470“. Es war bei mir die sogenannte Liebe auf den ersten Blick und ich sagte nur noch zu Heinz, der erst einmal damit beschäftigt war den Caravan von außen unter die Lupe zu nehmen, „den oder keinen.“ Die Aufteilung, das rustikale Ambiente, die Polster und der Waschraum, eine sogenannte Nasszelle, alles so, wie ich mir das vorgestellt hatte, hier stand er nun, mein Traum.

Wir brauchten nicht lange um uns einig zu werden und der Wohnwagen gehörte uns.

Weil wir nun zu viert waren, brauchten wir auch einen Viertürer und so tauschten wir unseren orangefarbenen P-142 Volvo gegen einen siebenjährigen blauen P-244 Volvo.

Unsere Jungs entwickelten sich zu richtigen Wohnwagenkindern, die sich überall, wo wir auch waren, zu Hause fühlten und für die Heimweh ein Fremdwort war. Schon eine Woche vor den Schulferien holten wir unseren Wohnwagen vom Campingplatz ab und das Packen und Beladen versetzte uns jedes Mal in vorfreudige Urlaubsstimmung.

Wir umrundeten die Nordsee, von Holland bis nach Dänemark und standen oben in Grenen bei Skagen, wo das Kattegatt und Skagerrak zusammentreffen, symbolisch mit einem Bein in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee.

Ein besonderes Highlight für meine Söhne und auch für uns waren die Besuche im Legoland, bei Billund in Dänemark.

Aber meistens waren wir auf den Campingplätzen in Schweden und Norwegen unterwegs.

Nach einigen Jahren Campingplatzerfahrung stellten wir fest, dass immer mehr Touristen mit Campingbussen und Wohnmobilen unterwegs waren. So liebäugelte auch Heinz mit einem Wohnmobil. Ich war darüber weniger begeistert, denn ich wollte mich keineswegs von meinem geliebten Wohnwagen trennen. Nach reichlich langen Diskussionsabenden und Planungen wollten wir es wagen uns ein Wohnmobil selber zu bauen. Mit unserem eigenen Wohnwagen. Als Basisfahrzeug sollte ein LT-28 Pritschenfahrzeug gekauft werden. Die Idee dazu kam uns, als wir in Dänemark auf den Campingplätzen und unterwegs auf den Straßen in Schweden mehrere selbstgebaute Wohnmobile mit einem aufgesetzten Wohnwagen sahen.

Unsere Ideen reiften allerdings zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, denn als 1989 die Grenzen Richtung Osten fielen, gingen alle Fahrzeuge die der TÜV noch nicht aus dem Verkehr gezogen hatte in die Neubuläs (neue Bundesländer).

Irgendwann fand Heinz in Norddeutschland einen ausgedienten Coca-Colatransporter, restaurierte ihn und schraubte unseren Wohnwagen auf einen zusätzlichen Hilfsrahmen, der nach den Anforderungen des Technischen Überwachungsvereins auf die Pritsche des LT aufgesetzt werden sollte (Heinz ist vorher mit seinen Bauzeichnungen zum TÜV gefahren und hat sich gute Ratschläge geholt, damit wir nicht hinterher eine böse Überraschung erleben mussten).

Damit wir einen Durchgang nach hinten hatten, nahm er das Bugfenster heraus und sägte einen 50 Zentimeter breiten Ausschnitt in die Wohnwagenwand.

Die oberen Staufächer, auf die wir nicht verzichten wollten, blieben uns aber durch unsere geschickte Planung erhalten. Nachdem wir dann Anfangs eine Dachbox auf dem Führerhaus hatten, was mir optisch absolut nicht gefiel, setzten wir noch ein abgesägtes GFK-Originalhochdach als Staufach auf das Führerhaus. So bekam unser Wohnmobil den nötigen optischen Schliff und wir hatten genug Platz für Campingstühle und Liegematten. Jetzt fehlte nur noch ein Name für unseren Reisebegleiter. Mir gefiel der Name Albatros, weil ich mich auch für die gleichnamigen Vögel interessierte. Seitdem schmückte nicht nur ein schwarzer Elch das Heck unseres Wohnmobils sondern auch noch ein großer schwarzer Vogel und ein Schriftzug vorne und hinten mit dem Namen Albatros.

Durch einen Zufall in einer Zeitung erfuhren wir, dass es in unserer Nähe einen Wohnmobilclub gab, in dem auch mehrere Camper einen sogenannten „Eigenbau“ hatten, egal ob es sich um selbstausgebaute Kastenwagen handelte, oder um einen aufgesetzten Wohnwagen auf einem Pritschenfahrzeug. So tauschten wir dann unseren Buckel-Volvo-Club, (wir hatten mit dem Lebensgefährten meiner Mutter in den achtziger Jahren einen schwarzen Buckelvolvo PV-544 aus Schweden importiert und liebevoll restauriert) gegen den Wohnmobilclub.

Mit unserem Albatros eroberten wir dann im Sommer 1992 den Trollstigenpass und den Geirangerfjord. In Norwegen sind schon alleine die Straßen eine Sehenswürdigkeit.