Nocturnus - Yvonne Wacker - E-Book

Nocturnus E-Book

Yvonne Wacker

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Beschreibung

Um dem heimatlosen Rudel von Gron die Hand zu reichen, überließ die Vampirin Kassandra ihnen eine alte Kirche in ihrem Bereich der Stadt. Als einer ihrer Zirkelmitglieder von einem Werwolf getötet wird, wird die Allianz auf eine harte Probe gestellt. Mit vereinten Kräften versuchen sie den Täter zu finden.

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MOBI

Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Nocturnus

NocturnusZusammentreffenSeelenschattenSeelenlichterDie Macht der AhnenDie letzte Ehre eines KriegersNeuanfangNocturnuspedia - WerwölfeImpressum

Nocturnus

Zusammentreffen

„Ich dulde keinen Bruch des Paktes!“, fegte die Stimme des Alphas über sein Rudel hinweg. Mit schweren Schritten stieg er die schwarz marmorierten Stufen des Altares hinab in das Querschiff der verfallenen Kirche. Mit einem Winseln gaben die Werwölfe ihm den Weg frei und senkten demütig den Kopf, wenn der Blick seines verbliebenen Auges auf sie fiel. „Wie lange dauert es, bis ihr versteht, dass hier nicht unsere Wälder sind?“ Er blieb inmitten seines Rudels stehen. Murren regte sich hinter ihm und verstummte, sobald er sich in die Richtung wandte.  „Wir können auch hörig zu ihren Füßen kriechen.“ Grons buschige graue Augenbrauen zuckten. „Wer hat das gesagt?“ Bedächtig drehte er sich im Kreis. Lemuras weiße Nackenhärchen stellten sich auf. Es war normal, dass Gron seine Stimme erhob. Gefährlich wurde es, wenn er sie senkte. Das Rudel bildete eine Gasse und ließ einen Schlägertypen vortreten. Ein Grollen kam aus der Kehle des Alphas. Sein Muskelshirt spannte sich über dem Oberkörper, als er sich vor dem Mann aufbaute. „Du stellst meine Entscheidung infrage?“ „Ja“, er kam Gron so nah, dass sich ihre Brust berührte, und hob spöttisch das Kinn. „Dein Alter trübt dein Urteilsvermögen. Es wird Zeit, dich abzusetzen.“ Ein drahtiger, blonder Mann stellte sich an die Seite des Alphas. „Mäßige deinen Ton.“ „Vexo“, fuhr Gron seinen Stellvertreter an, der sofort zurück in den Hintergrund trat. „Und was dich angeht.“ Es blitzte in Grons Auge auf. Die einzige Warnung, die sein Herausforderer bekam, bevor der Alpha ihm einen kräftigen Schlag in den Magen gab. Wimmernd sank er auf die Knie und drückte die Hände auf den Bauch. „Alter bedeutet nicht nur körperliche Gebrechen, sondern auch Lebenserfahrung.“ Gron richtete sich an das Rudel. „Gibt es noch jemanden, der an mir zweifelt?“ Er nickte die folgende Stille ab und stieg zurück auf den Altar.  Das Neonlicht, das von der anderen Straßenseite durch die bunten Kirchenfenster flackerte, ließ die Falten seiner gräulichen Haut wie Krater wirken. Er wusste, dass seine Zeit bald abgelaufen war. Das nasskalte Wetter schlug sich in seinen Gelenken nieder. Seit Tagen schmerzte ihn jeder Schritt, und die Demonstration seiner Stärke hatte ihn mehr Kraft in den Händen gekostet, als er erwartet hatte. Mit einem Wink rief er Lemura zu sich. Sie senkte respektvoll den Kopf und strich das weiße Haar aus dem Gesicht, bevor sie, getrieben von der Feindseligkeit der Krieger in ihrem Rücken, hastig zu ihm hinaufstieg. „Ich will wissen, wer für den Tod des Vampirs verantwortlich ist.“  Es war die letzte Chance für den Täter, sich zu stellen oder ihn zu nennen.  Schweigen. Ein Rudelmitglied verriet man nicht. „Lemura“, raunte Gron. Sie schloss die Augen und streckte ihre mentalen Fühler aus. In der Schwärze wurden die Gefühle des Rudels zu ihren eigenen.Unsicherheit. In Ketten lag sie um die Seelen der Wölfe. Gepaart mit Angst vor der Zukunft. Sie saugte die Farben aus ihren Gedanken. Werwölfe kämpfen, wenn sie sich bedroht fühlten, und jetzt waren sie verdammt, abzuwarten. Angst und die Enge, in der sie hier lebten, heizten ihr Blut an. Sie hob die Lider. „Sie sind unschuldig.“ Gron sah zu ihr. „Bist du sicher?“ „Ich spüre kein Seelenecho.“ Sie ließ den Blick ihrer kristallblauen Augen auf den Werwölfen ruhen. Zwei Dutzend Männer und Frauen, die versuchten, unerschrocken zu wirken und vor dem zitterten, das auf den Straßen lauerte: Vampire. Fest verwurzelt und gleichzeitig unerkannt wandelten sie unter den Menschen und hielten die Stadt in ihren Händen. Das Kratzen der metallbeschlagenen Tür auf dem Steinboden ließ die Meute aufblicken. Zwei bullige Männer zerrten einen Halbstarken hinter sich her, der kaum einen Schritt vor den anderen setzen konnte. „Wir haben den Attentäter gefunden!“ „Caeco!“ Lemura sprang die Stufen herab, stieß zwei Frauen beiseite und eilte zu ihm.  Er ruderte mit den Armen, suchte das Gleichgewicht und schlug mit den Knien auf den Boden, als die Schwerkraft gegen seine wackligen Beine gewann. „Caeco …“ Lemura strich ihrem Freund das dichte schwarzbraune Haar aus dem Gesicht. Es war klebrig nass. Ruckartig zog sie die Hand zurück. Blut glänzte im Schein der Kerzen an ihren Fingerspitzen. Eine Platzwunde verlief quer über seine Stirn. „Was ist mit dir passiert?“ In seinen warmen braunen Augen sammelten sich Tränen. Seine verschorften Lippen bewegten sich, aber er brachte keinen Ton heraus. Vexo kniete sich neben Lemura und riss ihm das Sweatshirt vom Leib, das nur noch aus Fetzen bestanden hatte. Vier tiefe Schnitte zierten seinen Oberkörper. Vexo rümpfte die Nase, als er mit den Fingern darüberstrich und an ihnen roch. „Du stinkst nach Verwesung.“ „Was?“, donnerte Gron.  Vexo wich dem heranstürmenden Alpha aus, der Caeco an den Haaren packte und ihn auf die Beine zwang. „Du hast ihn umgebracht!“