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Notfunk – Kommunikation in der Krise body { font-family: Arial, sans-serif; line-height: 1.6; background-color: #f4f4f4; color: #333; margin: 20px; } h1, h2 { color: #2c3e50; } .highlight { color: #c0392b; font-weight: bold; } ul { margin-left: 20px; } .callout { background-color: #e74c3c; color: #fff; padding: 15px; border-radius: 5px; margin-top: 20px; font-weight: bold; } Notfunk – Wie manage ich meine Kommunikation in der Krise? Praxishandbuch für Anfänger und Fortgeschrittene Effiziente Notfallkommunikation und Vorsorge In Zeiten von Krisen und Unwägbarkeiten ist eine stabile und zuverlässige Kommunikation entscheidend. Ein Blackout oder der Ausfall kritischer Infrastruktur, etwa durch Naturkatastrophen, zeigt, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Dr. Alexander Krah, erfahrener Amateurfunker und Experte im Bereich Notfunk, bietet mit "Notfunk" eine umfassende Anleitung, die Ihnen hilft, autarke Kommunikationssysteme aufzubauen und sicher einzusetzen – für den Ernstfall und darüber hinaus. Warum dieses Buch ein Muss ist: Praxisorientierte Inhalte: Von den Grundlagen der Funktechnik bis hin zur Auswahl der passenden Ausstattung und praktischen Anwendungen – dieses Handbuch liefert fundiertes Wissen und sofort umsetzbare Strategien. Vorsorge und Autarkie: Erfahren Sie, wie Sie unabhängig von öffentlichen Kommunikationsnetzen bleiben und Ihre Handlungsfähigkeit auch in schwierigen Situationen bewahren. Erprobt und bewährt: Die Inhalte basieren auf jahrelanger Erfahrung und wurden in enger Zusammenarbeit mit Experten aus Militär, Polizei und Rettungsdiensten abgestimmt, um realistische und praxistaugliche Lösungen zu bieten. Schritt für Schritt zur Sicherheit: Praktische Anleitungen, wie man ein verlässliches Kommunikationsnetzwerk einrichtet, ergänzt um wertvolle Tipps zum Aufbau einer widerstandsfähigen Gemeinschaft. Nach der Lektüre von "Notfunk" sind Sie vorbereitet, um in jeder Krise souverän zu kommunizieren – ein Wissen, das Sie von der Masse abhebt und Ihre Sicherheit erhöht. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Investieren Sie in Ihre Krisenvorsorge und sichern Sie sich diesen unverzichtbaren Begleiter für Notfälle!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 200
Veröffentlichungsjahr: 2024
© Dr. Alexander Krah
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung bedarf der ausschließlichen Zustimmung des Autors. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Verwertung, Übersetzung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
ISBN Softcover: 978-3-96967-451-2
ISBN E-Book: 978-3-96967-452-9
Originale Erstausgabe 2024© by Eulogia Verlags GmbH
Eulogia Verlags GmbHGerhofstraße 1–3
20354 Hamburg
Lektorat: Jennifer Krämer und Sandra Pichler
Satz und Layout: Tomasz Dębowski
Umschlaggestaltung: Aleksandar Petrović, unter Verwendung von © Guy J. Sagi/Shutterstock.com
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
Vorwort
Einstimmung
Kapitel 1: Die Krise
1. Einstimmung
2. Welche Notlagen können eintreffen?
2.1. Naturgewalten
2.2. Kriege
2.3. Blackout
2.4. Kriminelle Ereignisse und Ausschreitungen
2.5. Staatliche Maßnahmen
3. Erste Maßnahmen nach Eintritt einer Krise
4. Der Notfunk
4.1. Aufgaben des Notfunks
4.2. Was muss beachtet werden?
5. Rechtliche Lage
5.1. Notstandslage
5.2. Notstandshandlung
5.3. Subjektives Rechtfertigungselement
6. Nutzen von Funk zur Kommunikation
Kapitel 2: Technische Grundlagen
1. Einstimmung
1.1. Was sind Funkwellen?
2. Modulation
3. Ausbreitung von Funkwellen
4. Frequenzband
5. Analog oder Digitalfunk
6. Antennen
6.1. Polarisierung
6.2. Antennenlänge
7. Reichweite
7.1. Der Repeater / das Relais
8. Sichtfunk
9. Leistung Funkgerät
10. Digitale Modi
11. Funkdienste
11.1. Jedermannfunk
11.2. Amateurfunk – nur mit Lizenz
11.3. BOS-Funk
11.4. CB (Jedermannfunk)
11.5. Militärischer Funk
11.6. Flug- und Seefunk
11.7. Satellitenfunk
12. Töne
13. Von der Technik zur Praxis
14. Weiterführende Funkkommunikation und Projekte
14.1. Mesh-Network
14.2. JS8Call – Textnachrichten, Amateurfunk
14.3. Bürgernotfunk der Stadt Soest
Kapitel 3: Hardware
1. Einstimmung
2. Hardware im lokalen bzw. regionalen Notfunk
3. Grundlegende technische Unterscheidungen bei Funkgeräten
3.1. Stationsfunk
3.2. SDR – Software Defined Radio
3.3. Mobile Funkgeräte
3.4 Stecker
3.5. Kabel
3.6. Stromversorgung
3.7. Handgerät
3.8. Funkscanner
3.9. Zubehör
3.10. Aufbewahrung
3.11. Was brauche ich? Muster-Einkaufsliste für jedermann
Kapitel 4: Praktische Funkanwendung
1. Einstimmung
2. Funkgeräte einstellen
2.1. Grundbedienung eines Handfunkgerätes am Beispiel Baofeng/Quansheng
2.2. Verschiedene Geräte aufeinander einstellen
3. Rufzeichen
4. Funkspruch
5. Funkkette
6. Verbindungsprobleme
7. Funkdisziplin
8. Funkspruchklassen und Zeitangaben
9. Standardfunkspruch
10. Q-Codes
11. Brevity-Codes und Brevity-Matrix
12. Ten-Codes
13. Notfall-Funksprüche
14. 9-Liner
15. MIST
16. Weitere Funksprüche
17. Authentisierung (mil.)
18. Ein Sendeplan
19. Morsen
20. Privates Funken
Kapitel 5: Aufbau einer resilienten Gemeinschaft
1. Einstimmung
2. Resilienz aufbauen
3. Die Gemeinschaft
4. Ausfindigmachen von staatlichen Einheiten und Stellen
5. Standards schaffen
6. Aufbewahrung
7. Lagefeststellung
8. Lagebeurteilung, strategische, taktische und operative Planung
9. Praktische Anwendung
9.1. Rufzeichensystem
9.2. Sendeplan
9.3. Funkkreise
9.4. Stromversorgung
9.5. Landkarten
9.6. Festlegung von Risikogebieten
9.7. Dokumentation
10. Praxisübung
11. ATAK
10. Praxisübung
Anhänge
1. Buchstabier-Alphabet/NATO-Alphabet
2. Internationale Morsecodes
3. Internationale Standardabkürzungen im Morsecode
4. Q-Codes
5. Brevity-Matrix (Brevmat)
6. Sprechtafel – Zahlencodes / Numeral Code
7. Authentisierungs-Code-Tabelle
8. Zahlencodes
9. Ten Codes
10. Sprechcode-Tabelle
11. Funkfrequenzen für den analogen Empfang im PMR
12. Funkfrequenzen für den digitalen Empfang im PMR
13. Funkfrequenzen für den analogen Empfang im LPD
14. Funkfrequenzen für den analogen Empfang im Freenet
15. Funkfrequenzen für den digitalen Empfang im Freenet
16. Funkfrequenzen für den analogen Empfang im CB
17. CTCSS-Frequenzen
18. DCS-Frequenzen
19. Notfunkfrequenzen
20. Medevac 9-Liner
21. MIST-Report
22. Das W-Fragen-Formular
23. Standortbestimmung
24. Muster für Taschenkarten
25. Notfallstückliste
26. Handzettel „Grundkenntnisse Notfunk“
28. Links und Websites zum Thema Notfunk
27. FRS- und GMRS-Frequenzen (USA)
29. Index
30. Literaturverzeichnis
31. Endnoten und Referenzen
32. Abbildungsverzeichnis
33. Abkürzungen/Glossar
34. Danksagung
35. Persönliche Notizen
Nach dem unerwarteten Erfolg der ersten Auflage ist die zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage entstanden. Natürlich ist dies auch dem aktuellen Zeitgeist und der Krisen weltweit zu „verdanken“ – auch wenn ich auf diese Krisen gerne verzichten würde. Die private Prepper-Szene und die staatlich verordnete Krisenvorsorge erhöhen stetig die Nachfrage nach einer einfachen Erklärung von technisch anspruchsvoller Kommunikation mit Funkgeräten und deren „optimalen“ Auswahl. Auf besonderen Wunsch wurde der Preis dieses Fachbuches reduziert, auch wenn jetzt der Druck nicht mehr so hochwertig ist wie zuvor und die Auflage höher – an der Qualität des Inhaltes ändert sich natürlich nichts.
Alle Erweiterungen und Ergänzungen entstanden aufgrund von Nachfragen und dem Wunsch auf Vertiefungen. Beispiele sind hier der Betrieb von Repeatern/Relais zur Erhöhung der Reichweite, mehr Informationen zu CB-Funk, mehr Entscheidungshilfen zur Auswahl des „richtigen“ Funksystems (PMR446, Freenet, oder CB), mehr Informationen zu Software Defined Radio (SDR), Digitalfunk und Übertragen von Text, dem Aufbau von Gemeinschaften und Kommunikationsplänen, sowie zu Antennen.
Ein anderer Wunsch war es, eine Art „Quicktipps“ zu bekommen, um die wichtigsten Informationen auf einen Blick zu sehen. Quicktipps beantworten gestellte Fragen oder geben komprimierte Informationen zu einem Sachverhalt, die wichtig sind. Ich wünsche Euch wieder viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass uns die Krise, in der wir Funk als Kommunikationsmittel nutzen müssen, nicht trifft. Bedenke, dass die private Notfall-Kommunikation (durch Funk) nicht die staatliche Informations- und Kommunikationspflicht bei Notfällen ersetzt, sondern diese nur ergänzt.
In der ersten Auflage spitzte sich die Ukraine-Krise zu und eskalierte zum Krieg – anschließend ging es in Israel los – was kommt als Nächstes? Taiwan?
Liebe Grüße oder 73
OM Dr. Alexander Krah
Internationales Rufzeichen DO2KRA
Wenn man sich mit dem Thema Notfunk beschäftigt, gibt es immer den Spagat zwischen „Was kann passieren?“ und „Was wird passieren?“. Die Wahrscheinlichkeit des Eintrittes sollte auch berücksichtigt werden, um eine Entscheidung zu treffen, ob das Gehirn mit dem Sonderwissen beschäftigt werden soll und ob ich meine Zeit dafür jetzt oder besser später investiere.
Der Notfunk bzw. die Frage „Wie kommuniziere ich in einem Notfall“ sollte ein Teil der Krisenvorsorge sein und ist damit eine Sonderfähigkeit für solch eine Situation. Zusätzlich stellt sich die Frage, welche Arten von Funkgeräten es gibt und welche überhaupt genutzt werden dürfen. Immer wieder sehe ich bei Onlinehändlern günstige, meist chinesische Funkgeräte, die einen großen Frequenzbereich abdecken und eine recht hohe Leistung anpreisen. Aber darf damit jeder funken? Denn kaufen darf sie ja offensichtlich jeder (Um die Frage vorab zu beantworten: Ja, besitzen darf sie jeder, empfangen/zuhören auch, aber nicht senden/funken.)
Gilt diese „Nicht senden/funken“-Regel auch in einer Notlage? Wenn ich dieses oben genannte günstige Funkgerät nur zum Hören/Empfangen nutzen will, welche Frequenzen müssen eingestellt werden? Dies ist eine wichtige Information, denn vom Lieferanten aus sind diese alle nicht vorprogrammiert. Gibt es ein Funkgerät, das ich nutzen kann? Quasi ein Funkgerät für jedermann? Wie kann ich verschiedene Funkgeräte einstellen, sodass sie sich untereinander verstehen? All diese Fragen und mehr werden in den einzelnen Kapiteln – aufeinander aufbauend – beschrieben.
Das erste Kapitel des Buches befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und einem drei-stufigen Notfunksystem (regional, national und international), gefolgt von technischen Grundlagen im Bereich Funk in Kapitel 2. Ein großer und wichtiger Teil ist Kapitel 3, das sich mit der technischen Ausstattung, Stromversorgung, Reichweite etc. beschäftigt.
Es folgt der praktische Teil in Kapitel 4, der sich mit dem Themenblock „Funkpraxis“ beschäftigt. Das darauffolgende Kapitel 5 beinhaltet die Möglichkeiten des Aufbaus eines Notfall-Kommunikations- und Informationssystems mit und ohne Einbindung öffentlicher Organisationen. Was genau wird in meiner Funknotfallkiste (inkl. Hardware und Dokumentationen) benötigt? Kapitel 6 zeigt auf, welche weiteren Aspekte im Bereich Funk von Interesse sein könnten, aber ohne tiefer ins Detail zu gehen, da es nur für Funkamateure sinnvoll (und erlaubt) ist.
Am Ende des Buches, das heißt im Anhang, gibt es viele nützliche Tabellen und Formulare, die das praktische Funken vereinfachen und einen Einblick in andere Funkbereiche geben, z. B.: Was ist eine Brevity-Matrix ? Wie wird gemorst? Wie authentisiert sich das Militär beim Eintritt in einen neuen Funkkreis? Was versteht man unter dem 9liner – zur Anforderung von medizinischer Hilfe? Wie buchstabiere ich korrekt?
Wenn du keine Lust hast, dieses Buch jetzt zu lesen, besorge dir die auf der Notfallstückliste im Anhang 25 aufgeführte notwendige Hardware, die Software (auf Papier) hast du bereits in deiner Hand. Lege das Buch zu der Hardware. Du wirst wissen, wann du es lesen solltest bzw. lesen musst. Falls du dich entschieden hast, es doch jetzt schon zu lesen, freue ich mich umso mehr – denn ich konnte jemanden begeistern, sich mit einer alten, aber immer noch aktuellen Technik zu beschäftigen und sich gleichzeitig auf eine Krise vorzubereiten. Mit viel Glück wirst du dich sogar dazu entscheiden, ein lizenzierter Amateurfunker zu werden, denn damit hast du die Möglichkeit, nicht nur in deinem kleinen regionalen Umfeld aktiv zu werden, sondern bist in der Lage, weltweit Funkverbindungen zu empfangen und zu versenden.
Aber selbst in deinem unmittelbaren Umfeld, z. B. in deiner Community, in deiner Familie, in deinem Wohnort oder einfach mit anderen Gleichgesinnten – sich so zu verbinden ist ein tolles Gefühl. In einer Krise kannst du z. B. deinen älteren Nachbarn ein Funkgerät geben und ihnen die Angst nehmen, denn sie sind nicht allein und bekommen Informationen. Der Kontakt zu Menschen, die du nicht kennst, wird dich weiterbringen und vielleicht kannst du sogar irgendwann mal Menschen durch dein Funkwissen helfen oder sogar Leben retten – Möglichkeiten gibt es genug. Eine Funkverbindung verbindet zwei oder mehrere Menschen direkt miteinander, keine staatliche Infrastruktur wird benötigt. Du bist gleichzeitig Sender und Empfänger und dazwischen ist nur der Raum – nichts weiter. Du brauchst keine Telefonnummer zu speichern, denn es gibt keine Telefonnummer. Du sprichst einfach in dein Funkgerät und mit etwas Glück wird dich jemand hören! In einer Krise ist die Kommunikation das Balsam für die Seele!
Das Funken verbreitet Informationen an jeden, der auf deiner Frequenz in deinem Funkbereich ist, so wie die FM-Radios. Somit bist du, auch bei einem Ausfall von öffentlichen Kommunikations- und Informationsmitteln, in der Lage, zu kommunizieren und zu informieren. Eine Standard-Vorgehensweise in Staatskrisen ist es, die Kommunikation und Informationsgewinnung zu unterbinden – zum letzten Mal sichtbar während der Ausschreitungen in Kasachstan im Januar 2022, wo der Staat das Mobilfunknetz und das Internet ohne Vorwarnung abgeklemmt hat, um Information und Kommunikation der Bevölkerung zu unterbrechen (dieses Verhalten sieht man auch oft in Afrika und Südamerika). Andere Maßnahmen sind die Einschränkung der Mobilität und das Blockieren wichtiger Transport-/Infrastrukturpunkte (Flughafen etc.). Den gleichen Ansatz können auch Kriminelle/Hacker haben – damit die Opfer/Betroffenen im „Dunkeln“ tappen und ohne Information/Kommunikation ortsgebunden bleiben.
Früher hieß es im US-Militär „Not your wires, not your comm“ – damit ist gemeint, dass wenn du von einer anderen Kommunikations-Infrastruktur abhängig bist (Internet, Telefongesellschaft, Starlink oder Ähnliches), es nicht deine Kommunikation ist.
Aber fangen wir endlich an!
1. Einstimmung
Zu Beginn dieses Kapitels beschäftigen wir uns zunächst einmal mit dem Begriff des Notfalls beziehungsweise der Krise. Grob gesagt, kann eine Krise als eine Abweichung von dem von uns angestrebten Normalzustand gesehen werden. Krisen und Katastrophen sind interne oder externe Ereignisse, durch die akute Gefahr droht und oftmals das eigene Leben gefährdet ist. Krisensituationen können durch verschiedene Anlässe wie Naturereignisse, technisches oder menschliches Versagen, durch Terrorismus, Kriminalität oder Krieg ausgelöst werden. In Krisensituationen muss der Mensch von seinen gewohnten Verhaltensmustern abweichen, was ihn vor einige Herausforderungen stellt. Diese neu benötigten Verhaltensweisen betreffen das gesamte Leben und verlangen wichtige Entscheidungen. Die Entscheidungen bieten in der Regel die Chance zur Lösung der Konflikte, können diese aber auch verschärfen und sollten daher gut durchdacht sein.
In diesem Falle konzentrieren wir uns nur auf die neuen Handlungsoptionen im Bereich der Kommunikation und der Informationsbeschaffung. In unsicheren Zeiten muss die Kommunikationstechnik gut gewählt werden, da sie in der Lage sein muss, auch nach dem Zusammenbruch einer staatlichen Kommunikationsinfrastruktur zu funktionieren. Dazu bietet es sich an, eine altbewährte Technik zu verwenden – die Funktechnik (analog). Die staatliche Kommunikationsinfrastruktur kann schnell zusammenbrechen, beispielsweise durch einen Stromausfall. So kann es passieren, dass in kürzester Zeit kein Fernseher, kein Radio, kein Internet oder Handynetz mehr funktioniert. Die bisher üblichen und alltäglichen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung fallen somit – ohne jede Vorwarnung – weg. Das Eintreten einer Krisensituation oder Katastrophe wird in der bekannten Prepper-Szene1 „SHTF“ genannt – „Shit hits the fan“. Damit kann sich sicherlich jeder bildlich vorstellen, was passieren wird. Manche Angehörige der Prepper-Szene halten oftmals auch eine Invasion durch Aliens oder Zombies, Asteroideneinschläge oder Atomkriege für sogenannte SHTFs. Dies hält ein Großteil der Bevölkerung für sehr unwahrscheinlich und unrealistisch, weshalb wir diese Möglichkeiten einer Krise ausschließen und uns in diesem Buch auf die wahrscheinlicheren Ursachen einer Krise konzentrieren.
Eine der wichtigsten Fragen nach dem Eintreten einer Krise ist die Frage nach der Dauer des Zustands. Diese Frage wird schwer zu beantworten sein, weil der Zustand meist nicht sofort klar ist und damit keine Aussage über die Dauer getroffen werden kann. Es ist jedoch wichtig zu wissen, wie lange diese Situation anhält, um sich korrekt zu verhalten. Es sollte die Frage gestellt werden, ob die Krise flächenmäßig begrenzt ist, denn in diesem Falle könnte Hilfe von außen kommen. Wichtig zu wissen ist auch, ob der Staat die Lage noch unter Kontrolle hat, dies lässt sich aber meist auch sehr schwer feststellen, da der Staat alles dafür tun wird, den Schein der Kontrolle aufrechtzuerhalten.
Doch wie verhält man sich nun richtig beim Eintreten einer Krise? Den ersten Schritt in Richtung Krisenbewältigung hast du schon getan, denn du liest dieses Buch und bist daher bezogen auf dieses Thema sensibilisiert und ziehst zumindest die Möglichkeit einer Krise in Betracht. Eine gewisse Vorbereitung sollte getroffen werden, bevor es überhaupt zum Eintreten einer solchen Situation kommt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)2 bietet dazu auf seiner Webseite wichtige Informationen, die jeder von uns gelesen haben sollte. Dort werden verschiedene Themenbereiche der Vorsorge in Krisensituationen behandelt, beispielsweise zu den Themen Essen und Trinken, Medikamente, wichtige Dokumente, Hygiene, Notgepäck, Sicherheit am Haus und zur Informationsbeschaffung. Dazu stellt das BBK auch Checklisten bereit, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. In der Politik wird immer häufiger der Begriff „Resilienz3“ benutzt, das die psychische Widerstandskraft oder die Fähigkeit beschreibt, schwierige Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen. Es umfasst eine gewisse Robustheit, die jeder Einzelne verinnerlichen sollte, um auf alle möglichen Formen von Krisen bestmöglich vorbereitet zu sein und diese so gut es geht zu überstehen. Dazu sollten auch Familienmitglieder, Freunde, und vor allem Kinder, sensibilisiert und darauf aufmerksam gemacht werden. Im 20. Jahrhundert, zur Zeit des Kalten Krieges, kam es mehrmals zu bedrohlichen Situationen, die einen „heißen“ Krieg zwischen den Supermächten näher rücken ließen. In dieser Zeit war jeder auf den Ernstfall vorbereitet und wusste, was im Katastrophenfall zu tun ist. Dies wurde vom Staat unterstützt. Mittlerweile wird diesem Thema kaum mehr Beachtung geschenkt und uns wird das Gefühl gegeben, dass wir in Sicherheit leben und Krisen weit von uns entfernt sind. Doch spätestens mit der Corona-Krise, die Deutschland unerwartet traf, hat sich diese Sichtweise bei vielen geändert.
Notfunk könnten man auch „Bürger-Notfunk“ nennen, da es primär den besorgten Bürger betrifft – der Staat agiert anders. Somit ist auch die Zielgruppe des Buches klar: der besorgte Bürger, der sich nicht blind darauf verlassen will, dass die staatliche Infrastruktur (Kommunikation) immer einwandfrei funktioniert. Es gibt eine kleine Unterscheidung, die gemacht werden sollte: der Unterschied zwischen Notruf und Notfunk. Der Notruf ist nur im Notfall (lebensbedrohlich) zu tätigen (wie das Wählen von 110 und 112). Der Notfunk umfasst auch die normale Informationsermittlung und -verteilung während einer Krise bzw. Katastrophe.
Ergänzung: So schön und praktisch unser Mobiltelefon auch ist – leider wurde das drahtgebundene Festnetz auch auf Internet VoIP-umgestellt und ist damit Internet-Service-abhängig. Dasselbe gilt für WIFI – was ist, wenn das Internet weg ist? Oder die Stromversorgung – die Stromversorgung ist der wichtigste Punkt für den Notfunk, denn ohne eine Stromversorgung funktioniert die staatliche Infrastruktur nicht mehr.
Gerade in einer Krise ist die Möglichkeit der Informationsgewinnung für jeden Einzelnen sehr wichtig und auch eine Kommunikationsmöglichkeit.
2. Welche Notlagen können eintreffen?
Eine Katastrophe bezeichnet den Wendepunkt einer Handlung und ist damit ein entscheidendes Ereignis im Leben eines Menschen oder eines Volkes. Mit einer Katastrophe geht eine größere Gefährdungs- und Gefahrenlage oder ein Schadensereignis einher. Es können verschiedene Notlagen eintreten, die im Folgenden genauer beschrieben werden.
2.1. Naturgewalten
Naturgewalten sind Prozesse in der Natur mit hoher, bedrohlicher Energie, die von außen herbeigeführt wurden. Dazu gehören Unwetter, Tornados, Vulkanausbrüche, Überflutungen, aber auch Kometeneinschläge. Diese Ereignisse sind meist regional begrenzt und treten unterschiedlich stark auf. Aufgrund des Klimawandels hat sich die Häufigkeit der Extremwetterlagen in den letzten Jahren stark erhöht und auch die Intensität nachweislich zugenommen. Durch Naturgewalten können Menschen und ganze Landstriche von der Außenwelt abgeschnitten werden und es kann oftmals mehrere Tage dauern, bis die Menschen gerettet werden können.
2.2. Kriege
Kriege zählen ebenfalls zu extern herbeigeführten Ereignissen, die flächenmäßig begrenzt sein können. Ein Krieg kann konventionell, punktuell (regional sehr begrenzt) oder hybrid geführt werden. Bei der konventionellen Kriegsführung wird auf künstlich hergestellte Massenvernichtungswaffen verzichtet. Hybride Kriegsführung ist gekennzeichnet von einer Kombination aus klassischen Militäreinsätzen, wirtschaftlichem Druck, Computerangriffen bis hin zu Propagandaeinsatz in den sozialen Netzwerken und Medien.
Auch ein koordinierter Cyberangriff auf den Staat ist als Kriegsereignis möglich, denn die Schädigung der staatlichen Energieversorgung und der Kommunikationsinfrastruktur ist ein sehr effizientes und beliebtes Ziel zur Schädigung eines Landes. Dadurch kann es zwischenzeitlich zu einem kompletten Zusammenbruch des Wirtschafts- bzw. Geldsystems kommen.
2.3. Blackout
Als Blackout bezeichnet man einen plötzlichen, überregionalen Stromausfall großer Stromnetze. Dieser kann über längere Zeit anhalten und dadurch zu weitreichenden Infrastrukturausfällen führen. Ausfälle kann es bei der Telekommunikations-, Wasser-, Abwasser-, Geld-, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung geben. Auch nach dem Stromausfall kann es noch zu erheblichen Einschränkungen kommen.
Ursprünge für das Auftreten eines Blackouts können mehrere sein, unter anderem auch eine nicht durchdachte Energiepolitik mit nicht grundlastfähigen Energiequellen. Aber auch Naturereignisse, Sabotage, Kriegseinwirkungen oder sonstige technische Ursachen können zu einem Blackout führen.
2.4. Kriminelle Ereignisse und Ausschreitungen
Hervorgerufen durch sozialen Unfrieden oder durch Banden können sich Ausschreitungen mit mutwilliger Zerstörung der kritischen Infrastruktur entwickeln. Kriminelle Ereignisse müssen aber nicht unbedingt körperlicher Natur sein, auch Cyberangriffe gehören dazu und können durch das illegale Eindringen in Rechnersysteme Infrastruktursysteme lahmlegen.
2.5. Staatliche Maßnahmen
Um mögliche zuvor genannte Ausschreitungen zu unterbinden, kann auch der Staat die Unterbrechung der Kommunikations- und Informationsinfrastruktur bewirken. Dies kann ein gewolltes Mittel des Staates sein, um Ausschreitungen und deren Konsequenzen abzumildern oder zu verhindern. Die Unterbrechung hat zum Ziel, dass sich die Massen nicht mehr koordinieren und zusammentun können, und damit in ihrem Plan gestört werden. Im besten Falle kann damit wieder Ruhe herbeigeführt werden, oder es kann Zeit gewonnen werden, um weitere exekutive Maßnahmen zu planen und durchzuführen.
Nicht bei jeder Art von Notlage muss zwangsläufig die Kommunikationsinfrastruktur zusammenbrechen, und nur in wenigen Fällen wird sie längerfristig gestört sein. Daher erfordert auch nicht jede Krise eine Notfallkommunikation mithilfe von Funkgeräten, jedoch ist es gut, für den Ernstfall darauf vorbereitet zu sein und dadurch einen Vorteil gegenüber anderen zu erhalten. Beim Funken kann zwar theoretisch jeder mithören, der ein Funkgerät besitzt, doch wahrscheinlich ist durch den aktuellen Überwachungswahn der Globalisten ein offenes Funkgespräch trotzdem noch privater als eine Nachricht auf Facebook, WhatsApp und Co oder ein Telefonanruf.
3. Erste Maßnahmen nach Eintritt einer Krise
Falls uns unerwartet eine Krise aus der Komfortzone reißt:
■ Ruhe bewahren!
■ Notsituation analysieren – habe ich sie im Griff? Hier gilt Eigenschutz vor Fremdschutz. Erst dann den Schutz von innen nach außen erweitern und den Lebensraum sichern.
■ Was ist passiert? Wie lange wird die Situation voraussichtlich andauern? So lange wie möglich die Informationsbeschaffung durch FM-Radio oder öffentliche TV-Sender sicherstellen.
■ Wie ist das weitere Vorgehen? Gedanken sollten gesammelt und konstruktiv bewertet werden, was als Nächstes getan werden sollte. Dabei nicht in Panik verfallen!
■ Analyse der Situation: Liegt ein Notfall oder eine Krise vor? Was kann ich tun, um mögliche Gefahren abzuwenden?
■ Wie kann ich Kontakt zu anderen aufbauen?
Nachdem wir die Krise erkannt und akzeptiert haben, müssen wir verinnerlichen, dass wir unser Verhalten und unsere Lebensgewohnheiten kurzfristig ändern müssen.
4. Der Notfunk
Kommen wir nun jedoch auf den Notfunk zurück und beschäftigen uns intensiv damit. Als Notfunk bezeichnet man den Funkbetrieb, mit dem in einer Not- und Katastrophensituation von Funkamateuren oder auch im Bereich Jedermannfunk (Kapitel 2) Hilfe geleistet werden kann. Dies kann geschehen, indem Funkamateure Hilfsorganisationen und andere Behörden unterstützen oder empfangene Notrufe an diese weiterleiten.
Der Notfunk kann in vier Säulen eingeteilt werden:
■ Lokal (Welfare), die direkte Umgebung (der Ort, der Stadtteil etc.)
■ Regional, die Region, in der man lebt
■ National, auf Bundesland- bzw. Nationalstaatsebene
■ International, weltweit
Abbildung 1: Die vier Bereiche des Notfunks
Unter Welfare-Traffic5 versteht man die lokale, klassische Nachbarschaftshilfe durch Funker. Die vorhandene Funktechnik kann im Notfall Nachbarn, Freunden oder Familienmitgliedern zur Verfügung gestellt werden, um Hilfe zu rufen oder Nachrichten an Verwandte oder andere zu übermitteln. Regionaler Notfunk bezieht sich wie der lokale Notfunk zunächst auf den unmittelbaren Bereich des Funkers, kann sich aber auch auf eine ganze Region ausweiten, die auch mehrere Orte oder Städte und damit Kilometer umfasst. Der Jedermannfunk ist hier besonders hervorzuheben. Beim nationalen Notfunk werden primär Behörden, Ämter, Ministerien und kritische Infrastrukturen unterstützt. Über Funk mit diesen werden Absprachen und Vereinbarungen über die Unterstützung in verschiedenen Bereichen getroffen.
Internationaler Notfunk wird zwischen Funkamateuren und Ländergrenzen hinweg betrieben und bietet grenzüberschreitende Hilfe an, zum Beispiel bei großen Unglücken.
In diesem Buch beschäftigen wir uns primär mit dem lokalen und regionalen Bereich und überlassen den nationalen und internationalen Teil den Amateurfunkern, die technisch in der Lage sind, diesen Bereich abzudecken – siehe Cooper-Color-Code-Methode in Kapitel 5, Punkt 9.6. Amateurfunker sind bei einem Ausfall der kommerziellen Telekommunikationsnetze oft die Ersten, denen wieder ein Kontakt zur Außenwelt gelingt. Exkurs: Der Deutsche Amateur-Radio-Club e.V. (DARC6) ist mit rund 33.000 Mitgliedern der größte deutsche Amateurfunkverband. Der Zweck des Clubs ist zum einen die Förderung des Amateurfunks, zum anderen steht die Unterstützung gemeinnütziger Vereine im Vordergrund.
Der DARC bietet Behörden und gemeinnützigen Vereinen seine Unterstützung bei Großschadenslagen an, indem Nachrichtenverbindungen aufgebaut werden können. Mitglieder des DARC sollten sich bei den lokalen Behörden wie der Kreisverwaltung ihres Wohnortes melden und ihre technischen Fähigkeiten angeben, sodass sie in Notsituation hinzugezogen werden können. Sie könnten dann als Anlaufstellen für Mitbürger fungieren, Notrufe weiterleiten und die Kommunikation aufrechterhalten.
4.1. Aufgaben des Notfunks
Die wichtigsten Aufgaben des Notfunks bzw. der Kommunikation in einer Krise sind:
■ Feststellung der aktuellen Situation. Als Grundlage dafür sollte die Informationsgewinnung über Radio oder wenn möglich TV (öffentlich-rechtliche Sendeanstalten, wir zahlen ja auch gerne die GEZ-Gebühr7) an erster Stelle stehen, aber persönliche Informationen können das Lagebild abrunden bzw. ergänzen – speziell in lokaler und regionaler Betrachtung.
■ Aufgaben- und Befehlsverteilung an beteiligte bzw. betroffene Personen.
■ Kommunikation mit Behörden und Organisationen, Mitteilung der aktuellen Lage und möglicher Probleme.
■ Was wird gebraucht, gibt es Verletzte, drohen weitere Gefahren?
■ Notfunk fördert den Gemeinschaftssinn, denn „zusammen sind wir stark“. Man ist in dieser hilflosen Situation nicht alleine und kann Hilfe anfordern.
■ Im Kapitel „Praktisches Funken“ werden viele Standardprozeduren aufgezählt und erläutert. Im Anhang befinden sich außerdem Formulare, die einiges erleichtern.
4.2. Was muss beachtet werden?
Die Stromversorgung ist der wichtigste Teil des Notfunks, ohne die das Funkgerät keinen Nutzen hätte. Wichtig ist also, dass das Funkgerät regelmäßig kontrolliert wird, um zu prüfen, ob die Akkus noch leistungsfähig und aufgeladen sind, ob genügend Batterien vorhanden und die Stromversorgung gesichert ist. Die meisten Funkgeräte können mit Notstrom, Batterien, Solar, Generator und Akku betrieben werden, wenn die lokale Stromversorgung ausfällt.
Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen – darf ich auch Frequenzen nutzen, die nicht dem Jedermannfunk zugeteilt sind? Ein Notstand wird im Strafgesetzbuch § 348 unter „rechtfertigender Notstand“ behandelt. Dort wird geregelt, dass in einer Notstandslage ein rechtsgutsverletzendes Verhalten gestattet wird. Dies ist interessant zu wissen, da im Normalfall nur Funkamateure die Frequenzen des Notfunks verwenden dürfen. In einer Krisensituation ist es also, da es sich um eine gegenwärtige Gefahr für Menschenleben handelt, aufgrund des § 34 auch den nicht lizenzierten Funkern erlaubt, den Notfunk in anderen Frequenzbereichen, als ihm erlaubt sind, zu nutzen. In der Regel ist der Notfunk den Funkamateuren zugeschrieben, im DARC gibt es verschiedene Abteilungen dazu. Die berechtigten Personen haben von der Behörde für diesen Funk eine Frequenzzuweisung erhalten und dürfen daher auf dieser Frequenz funken. Weltweit gibt es etwa 2 Millionen Funkamateure, bei denen dank der Zeitverschiebung immer jemand erreichbar ist. Sie verfügen regional und länderübergreifend über zahlreiche Kontakte und können damit Hilfsorganisationen und Behörden in der Notfallkommunikation unterstützen. Nicht lizenzierte Funker dürfen die den Amateurfunkern zugewiesenen Frequenzbereiche nicht nutzen, sondern lediglich den
