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Nur damit alles weiß ist, muss sich niemand bewegen. Nur damit alles weiß wurde immer wieder weiter gelebt. Marita Tank schickt den Leser aufs Glatteis der Sprache, ironisiert, irritiert und verblüfft, sodass der Leser erkennt, dass man die Sprache in eine andere Richtung lenken kann. (Hartwig Mauritz in seiner Buchbesprechung von Marita Tank "Lach mal Liebe".) Sämtliche Zeichnungen sind gnadenlos von ein und derselben Autorin, Marita Tank, gefertigt.
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2017
Vorwort
So viel zu
Denn da du
Vorher
Zur Autorin
Nur damit alles weiß ist, muss sich niemand bewegen.
Nur damit alles weiß wurde immer wieder weiter gelebt.
Marita Tank schickt den Leser aufs Glatteis der
Sprache, ironisiert, irritiert und verblüfft, sodass der
Leser erkennt, dass man die Sprache in eine andere
Richtung lenken kann. (Hartwig Mauritz in seiner
Buchbesprechung von Marita Tank "Lach mal Liebe".)
Sämtliche Zeichnungen sind gnadenlos von ein und
derselben Autorin, Marita Tank, gefertigt.
Angestrengte Gleichbetrachtung
Orangewolkig der Himmel unten heute
Orangehäutig die Augen unten heute
Wolken lassen von der Augenreise ab heute
Wolken schuppen sich nicht, schmieren sich
ineinander, wechseln Boden, sinken hautlos
übereinander, wuchten ab durch die Mitte
der Augenwerweiße zieht ein Orangefaden
ein Riesenfeinrißlein ein Sehnerv, wunder,
vor lauter Gucken ist alles gleich orange
geworden
die Wolken/der Himmel/die Augen
und du
Apfel sinnend schälend
München
I
Die Theresienwiese und ihre Schnellspurläufer drauf. Ein zugefrorener See in den Niederlanden, nahe den Bergen der Eiszeit. Davon ein Relikt, nein, eine Spur des Relikts: die Bavaria. Immer nickt sie, „Ja“ meint oder „Soso!?“ Zu den Bergen? Wo ist Bergen? Wo Bergen ist.
II
Ich teufle am Niedergang des taghellen Abends vorüber, sehne mir die Betbitte des Morgens zurück. Eingefaltet zittere ich Summlaute und näsele etwas wie Furchtleuchtkugelschwung. Die Sprüche Foreveryoung und Jüngeralsheuteniemehr sind ja nur das Gurgeln, Spucken, Röcheln und Hecheln des gesamten donnernden
Tages, der nachdröhnt wie wieder Anlauf nehmen. Zur Neige geht die Kehle, auch der Fingernagel am Seitenflügel der Nase kratzt nur limitiert. Jetzt kreuzbrav sich hingehaucht geben, betten und beugen den Rücken, das Kinn zum Knie und nichts als einholen. Luft. Vielleicht wird leicht dann schon noch was geschehn, dem erlaubt ist,
es sich zu nehmen und zu halten und genauso eingezartet zu flehen: Bergen bitte! Wie prompt und inbrünstig zu wissen Hier ist Bergen.
Im Alter Schnütchen
Greisens Fest im Schlafsaal
Will er sich hüten vor
Witz und Neugier sind sein Leben
Nachher geht er nicht zu Ende
Nicht zieht er Leine, säuft nicht
Raucht nicht, da und todesfern
Der Spannung Bogen, er sei bausch
Plumeau, so auszuhalten aber wie
Ein Immer wacht im Präsens, das Nie
im Konjunktiv, im Alter Schnütchen
An Stadt
Tatsächlich heißt ein Nest so
: Stadt. Wie Ball wie Himmel.
Im Hirn geht es ähnlich zu.
Alles fließt in einen Stau.
Man trifft sich. Fußwegweise.
Staunt was der Passant sagt: Dort
Wo ich hause, hasse ich auch.
Baal schlingt Himmel an Stadt.
Wo sich alles drängt, ist Kreuzpunkt.
Zentrum, weiß ein Schild. Zeigt Dort
Wo wortanders will nie sein als
an diesem magischen Nestwerk.
Binsen und störrische Fasern
und verlegenes Moos und nur noch Moos
der Länge lang dort erzählen
Wir wählen Höhenluftgerinnsel
gesammelte Höhenluft
Die Zeiger der albernen Uhren
zittern gleichmäßig Das wirkt
Wirkt wie allmählich uns bis hin zu den
mit Fug und Recht stets flugbereiten Pfauenaugen
Der Punkt
Punkte sind gar nicht so schlecht.
Gute Marien. Tausende. Hier guck.
Jetzt gelbe. Woher?
