Nur für Selbstgespräche - Fredrik J. Lyles - E-Book

Nur für Selbstgespräche E-Book

Fredrik J. Lyles

0,0

Beschreibung

Die Flut weicht auf den von Zukunftsängsten zerfurchten inneren Kern und wäscht heraus aus dem versandeten Déjavu der Vergangenheit seine uralte Mahnung

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



„Entscheide dich,

heute ein guter Mensch

zu sein,

und nicht erst morgen

einer zu werden.“

(Marc Aurel)

für Chrissi

Inhalt

Prolog

Wessen Jacke man trägt

Salz der Wörter

Ungeheuer und andere Unmenschen

Kind des Krieges

Vergessener Tanz

1 zu 5

Living in a box

Verkehrte Welt

Die Saat

Aus der Gruft

Es ist gefährlicher geworden

Brüllaffe und tollwütiger Bär

Lügen

Fake it till you make it

Zahlen lügen nicht

Es ist Zeit

Emigranten- Monolog

Vernarbtes Land

Butscha

Brüder im Ungeiste

Der Zauberlehrling

Bühne frei!

Wörter brennen

Erinnere dich!

Bullentanz

Kleptopia

Schattenkreislauf

Alternativlos

Digitales Echo

Wir erinnern uns

Die Engel des Teufels

Flaschenpost Made in China

Angelus Novus

Angelus Fractus

Entgleisung

Zeiten und Räume

Gesprengte Ketten

Celebrate me home

Seelengel

Der unsichtbare Zaun

Zeitblasenwörter

Gewisse Nächte

Trauere nicht zu lange

New York, halb drei

Terrasse, halb vier

ohnMacht

Ohne sie

Das Auge des Orkans

Ich - Du - Wir - Du - Ich

Tote Bilder lügen nicht

Der verlorene Schlüssel

Still die Wut

Phänotypische Plastizität

Dünnes Eis

Das Ende des Raums

Letzter Akt

Netz aus Stahl

Wirt vs. Zecke

Not time to die

Ein Lächeln zieht aus

Da ist nichts

Freigeschaltet

Nochmal das Gleiche bitte

Der Taucher

Es weihnachtet wieder

Silvesterabend

Neujahrsmorgen

Nicht zum letzten Mal

Kalter April

Skyfall

Monopoly

Frühlingslied

Rosa Himmel

Blaue Stunde

Die Untermieter

Fastnacht der Tiere

Was der Frühling alles tun muss

Netter Versuch

Am Weg

Ausgerechnet

Ausgeparkt

Von Heimat und Fremde

Einsamer Abend

Fremde Heimat

Zu Gast

Mauern singen

Mit mir nicht

Unzertrennbares

Leben und Schreiben

Als das Reden aufhörte

Rollten Steine

Blähte sich Zeit

Sprachen Hände

Transformierte sich

Klarte sich auf

Vergewisserte sich

Tanzte es

Die Blume

Die Hymne

Nur ein Experiment

Dem Leser

Lachen und Weinen

Sein und Wirklichkeit

Ausgeblendet

Sicht der Dinge

Kühler Kopf

Asche zu Asche

Von Klängen und Träumen

Lied der Stille

Dancing hands over D

Buka

World of sound and silence

Bleiben und Gehen

Husten

Die letzte Packung

Glockengeläut

Der alte Mann und sein Meer

Oldtimer

Und doch frei

Spurrillen

Feel like home

Nirgendland

Das Immergleichspiel

Spielverderber

Weißes Blatt

Wachkomadate

Die Unterlassung

Die Frage

Die Insel

Die Joggerin

Tauchgang eines Blinden

Das Pendel

Tod und Sterben

Durchs 94-jährige Telefon

2½ Gläser Honig

Memento

Sterbende Hände

Bluthund

Zum letzten Mal

Whiskey um halb vier

Letzter Weg

Dem Vater

Die Treppe

Ein Zurück Zwei vor

Ich sah in ihrem Blick

Die Glaskugelseherin

Was würde geschehen?

Spurrille 7 / 2024

Vermisstenmeldung

Stunde Null

Es tickt rückwärts

Zurück auf Los!

Was warum wohin wahrscheinlich

hoffentlich seinwird

Berg und Tal

In die Wellen!

Kugelkreis

Epilog

Versteht sich von selbst

Reportagen (arte, 3sat, ARD)

Zitierte Texte und Autoren

Bilder

Gehörte Musik

Im Buch zitierte Musik

Über den Autor

PROLOG

Wessen Jacke man trägt

Ein Leben mehr nach außen,

mit hohem Kilometerstand,

auf navigationstechnisch

vorherbestimmten Straßen,

ohne Abweichungen

oder sonstigen Überraschungen,

dafür aber auf allen Bühnen,

die man kriegen kann,

mit zuverlässig eintrudelnder Anerkennung

im digitalen Briefkasten und Kontostand,

einem Freundeskreis,

der bei anlassbezogenen Feiern,

regelmäßig den räumlichen Rahmen

des Hauses und die Kontakt-App sprengt,

das Sprechen, aus sich heraus,

plant Termine im Voraus,

hält Dämonen proaktiv draußen,

die man nie hineinlassen wird,

mit einer Familie,

die mit hohem Aufwand,

an Liebe und Verantwortung,

die erbrachte Lebensleistung wiederspiegelt,

dessen Urlaubsort

niemals der gleiche ist,

immer in Bewegung,

um mit Sport und gesunder Ernährung

das Alter hinauszuzögern,

ein Leben,

das sich vorzeigbar im Griff hat,

und nie akzeptieren wird,

stetig gesteckte Ziele

nicht auch zu erreichen.

Oder ein Leben mehr nach innen,

mit niederem Kilometerstand,

auf eisglatten und

verschlungenen Pfaden,

bei schlechter Sicht,

ohne Fahrspurassistenz,

abseits von Straßenlaternen,

ohne Publikum und Applaus,

oder sonst etwas Belohnenswertem,

auf sich allein, und nicht

auf Besuch eingestellt,

sich nicht mehr sicher sein,

wie man sich verhält,

wenn man eingeladen wird,

ein Sprechen nach innen,

als Obzeitloser aus

bürgerlicher Zeiterfassung herausgefallen,

mit Dämonen wie mit

Kuscheltieren aufgewachsen,

in einer Familie,

die nie ein sicherer Hafen war,

durch Versagen und Selbstbetrug,

niemals feste Bande knüpfen konnte,

immer an denselben Urlaubsort zurückkehrt,

um irgendeinen verlässlichen

Anker zu haben,

Bewegungen innwändig vollzieht,

mit absehbarem Gesundheitsrisiko,

mit der immergleichen spärlichen Kost

jeden Spiegel täuscht,

der nutzlos im Haus hängt,

wie eine lästige Fliege an der Wand,

ein Leben,

in dem nichts oder

sonst wie vorzeigbar ist,

das sich keine Ziele mehr stecken will,

die man erreichen sollte.

Salz der Wörter

Es befreit / selbst auferlegte Konzept aufzugeben / aus dem ersten Gedichtband / ohne Wenn und Aber

Allerdings trenne ich Sätze und Gedanken / mit Strichen / oder auch nicht

Manchmal tut es gut / alte Regeln zu brechen / wie die Form von Zweizeilern /

Die Schreibweise in diesem Band / ist ein unablässiger Dialog / mit ständiger Suche / nach neuen Formen / ein Experimentieren

Man gehe immer weiter

bleibe niemals stehen

genauso hebe man

jeden gefundenen Gedanken auf

wie eine schöne fremde Blume

Man entwickelt sich, ohne Plan, aber mit Absicht, überarbeitet, ändert, extrahiert, setzt wieder zusammen, verfeinert, immer von Neuem das Geschriebene, mit dem Anspruch, alles bleibe reine Fantasie, pure Lust der Auseinandersetzung. Sich immer den freien Lauf versprechend, überlässt man sich hoch und heilig, mit ehrlichen Worten, seinem bewegten und dennoch scharfen Spiegelbild dieser Auseinandersetzung in stetigem Fluss.

Die Sorge bleibt, zu viel Reden beim Schreiben, dass die Texte von der Realität eingeholt werden, die schneller schießt, als ihr Schatten schreiben kann, reduziert fiese Füllwörter, unscharfe Hilfsverben, zu offensichtliche Emotionen, die jedes Gedicht verwässern wie Wasser den schlechten Wein, bis endlich diese eine zufriedenstellende, zart glitzernde Salzkruste, die pure Essenz der Wörter übrigbleibt, von deren Existenz der Schreibende überzeugt ist.

UNGEHEUER UND ANDERE UNMENSCHEN

Kind des Krieges

„Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“

(Dan Diner, Ludwig-Boernepreis 2025)

Der Hass / ist das unsterbliche / nimmersatte Kind des Krieges / gezüchtet und wiedergeboren / gegen jedes zarte Pflänzchen Frieden

Kriegsherren droht die Vergessenheit / wenn ihre Gegner / nicht neue Kämpfer auserkoren / um weiter zu töten

Die Muttermilch des Hasses / aus Jahrzehnten des Terrors / nährt es / trichtert es ein / das alte Kind / verschmäht sie nicht

Das Versprechen / niemals ein Schritt aufeinander zu / kein kleines Miteinander des Lebens / kann diesen Prozess stoppen

Der alte Feind / stets neuer Feind / anerzogen / erlernt / erwartet / ein immerwährendes Leben und Sterben / für den Krieg

Der Feind / lauert unentwegt und überall / lenkt ab / von der Unfähigkeit und jedem Unwillen / zum Anderssein und Reden

Niemals die 180 Grad zu wagen / denn Ruhm erlangt man nur / auf dem Schlachtfeld / allezeit / und immer tödlich

Generationen von Hass / der ewige Kreislauf des Bösen / rekrutiert wieder und wieder / neue Kämpfer

Ihre Opferrolle / angefüllt mit tradiertem Hass / legitimiert ihr Töten / wie Tiere / befreit / von Verantwortung und Schuld

Alle Akte der Brutalität / geschehen von allein / an Kindern Frauen Alten und Schwachen / entspringen immer dieser Autorität / des Kindes

Vergessener Tanz

Unter dem friedlich lauen Himmel des Mittelmeers / verstummt die Musik für immer / am 7. Oktober im Wüstensand

Speien drachenreitende Maschinengeschosse / in fliehende Leiber / malen ihre todroten Gemälde in den staubweißen Sand

Der Hass der Verblendeten / zu Land und aus der Luft / überfallen den friedlichen Oktobertag / und bleckt seine blutigen Zähne

Begleitet unter dem Jubel / der fahnenschwingenden Angreifer / auf kreischenden Mopeds der Verachtung

Zeichnet das panisch verwackelte Handy / nackte Todesangst auf / von hastig flüchtenden / zuvor noch tanzenden Beinen / im Staub

Bis sie schutzsuchend / im tiefen Untergehölz auf den Boden gepresst / erschöpft und erstarrt liegenbleiben / um sich nicht zu verraten

Vor den fanatisch entfesselten Jubelsalven / und den Schlachtrufen eines grausamen Gottes

Gepresst flacht Atem / der jeden Augenblick zu Ende gehen kann / todesstill erstarrt / kauern Leiber / wimmernd leise / in den Äther

A sad lonely sea of tears washes away so many lifes of those we loved under the merciless sun of cruel hatred

Who will help me still cryin‘

even when all my tears have dried up

1 zu 5

Die Rache wartet nicht lange / ausufernder als je zuvor / erwacht wieder das Füllhorn des Krieges zu neuem Leben

Überschüttet die Bewohner / am Sandstreifen des Mittelmeers / mit Bombenterror / Wühlmäuse sprengen geheime Tunnel

Die anderen / von Hunger Ausgezehrten / unter denen sich das Netzwerk der Terroristen eingenistet hat / können nicht entrinnen

Es sind immer die Falschen / die im Krieg sterben wie die Fliegen / Die ihn nicht gewollt haben / deren Leben keiner rechnet

Das Leid der Landsleute / der Verschleppten und Getöteten / kümmert außer den Familien niemand / schon gar nicht die Wühlmäuse des Todes

Die graben jeden Zentimeter Wüste um / suchen angeblich nach Opfern und Verschleppten / in Wahrheit aber die Angreifer und ihre Waffen

Der Anführer der Wühlmäuse / braucht diesen Krieg unbedingt / hat eigene Pläne / wie der Unterstützer jenseits des Meeres

Riviera des Nahen Ostens / mit schicken Hotels / wenn alles unnötige Ungeziefer deportiert oder vernichtet ist

Indes der Anführer der Wühlmäuse / seine KI- gesteuerten Ungeheuer von der Leine lässt / die alle verdächtigen Verbindungen aufspürt

Eingelockt in der Nähe eines Oktoberterroristen / wird mit Haut und Haar zerbombt / im todsicheren Verhältnis 1 zu 5

Die Bombe auf einen Terroristen / kalkuliert fünf unschuldige Treffer / ein tödlicher Verbindungsnachweis

Die Überlebenden / verdienen keinen Platz an dieser Riviera / Die sollen Koffer packen / froh sein / diese noch tragen zu können

Living in a box

Raketen von Norden

Nordwand explodiert

Trümmer schreien

Keine Zeit

Leichen zu beweinen

Bombenhagel

Nacktes Überleben

Auf der Flucht

In den Süden

Keine Hoffnung

Hunger zu stillen

Auf zerstörten Straßen

Panzer von Süden

Südwand explodiert

Trümmer schreien

Kein Entrinnen

Auf der Flucht

Zurück in den Norden

Hunger stirbt Kinder

Ohne Chance zu leben

Nur zu sterben

Kein Ausweg

Aus der toten Heimat

Der Trümmer

Verkehrte Welt

Der Persilschein wurde öffentlich ausgestellt / von der politischen Parteienmitte unseres Landes

In der Annahme / je öfter man ihn wiederholt / wird er glaubhafter / Was man nicht sehen will / soll es auch nicht geben

Das Recht auf Selbstverteidigung / nicht etwa Vertreibung / Bekämpfung von Terroristen / nicht Okkupation des gesamten Gaza

Lautstarker Protest von israelischen Demonstranten / bei der Eröffnungsrede der amerikanisch- jüdischen Fotografin Nan Goldin /

Vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin / klagt sie ihr Land an / wird Verräterin und Nestbeschmutzerin / mit ungewollten Wahrheiten

Kuratoren und Kulturminister betonen eiligst / die Ausstellung sei schon drei Jahre lang geplant / man schätze ihre Kunst

Sie schweigen unbequeme Wahrheiten kollektiv unter den Teppich / Welch verkehrte Welt

Israel begehe Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung / in Gaza / achte nicht das Völkerrecht

Hielt Hilfsgüter und medizinische Versorgung / Betreibe Vertreibung / und Deutschland / liefert die Waffen dazu

Übertroffen wird der kulturpolitische Skandal vom aktuellen Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag

Haftbefehl gegen den israelischen Premier / den Verteidigungsminister / und den Militärchef der palästinensischen Terrororganisation Hamas

Verbrechen gegen die Menschlichkeit / lautete das Urteil / zum ersten Mal in der Geschichte dieser Organisation / gegen das Land Israel

Nicht ein Wort / nicht ein Kommentar dazu / in der deutschen Außenpolitik / oder vom Kanzler

Das heiße Eisen / nimmt keiner freiwillig in den Mund / ohne sich zu verbrennen / verkehrte groteske Welt

Das apodiktische Erbe der altmerkelschen Staatsräson / Lebt zombiehaft weiter / als Staatslüge

Unauflösbarer Widerspruch / huscht gespensterhaft leise durch die Nachrichtenkanäle / mit der Last der historischen Schuld

Das Leichentuch verbietet andere Möglichkeiten und Entscheidungen / als alle Widersprüche unter das Leichentuch zu kehren

Niemand in Europa wird den Haftbefehl vollziehen / schon gar nicht im Land der Täter

Der Konflikt / wird mit zweierlei Maß gemessen / diplomatisch galant / unkenntlich verpackt

Mit der Methode Totschweigen / lauterem Brüllen / man stehe / uneingeschränkt an der Seite Israels / wie sie es immer taten

Die einst einfache / reflexartige deutsche historische Verantwortung funktioniert schon lange nicht mehr störungsfrei

Wir unterstützen die Ukraine militärisch in ihrem Freiheitskampf/ und Israel mit Waffen in ihrem Vertreibungskrieg / das ist Fakt

Laufzeit des Persilscheins / bestimmt wie immer die Macht der Bilder / wenn die Zahl der Verhungerten und Vertriebenen unretuschierbar wird

Die Saat

der Neofaschisten geht erneut auf / nicht nur im deutschen Land / überall in West und Ost / in Nord und Süd

Massenhaft verbreitet durch Netzwerke / sind sie auf dem Vormarsch / Smarter als der von Hybris verseuchte Schlächter aus Österreich

Demokratisch gewählt / harmlos aber zahlreich versteckt / unter dem Deckmantel der europäischen Union

höhlen sie ihre Länder aus / zuerst die Intellektuellen / freie Presse und Literaten / Schritt für Schritt / die Justiz und die Gewaltenteilung

Streuen geschickt ihre Droge von Angst Überfremdung und Verfall / angedockt an die Sorgen der Frustrierten

Versprechen Sieg Heil in einfachen Utopien seliger Vergangenheit / Zurück in die Zukunft / streuen sie ihr Gift der kollektiven Verachtung

Sündenböcke gibt es immer / die Fremden und die liberalen Eliten / Predigen Ruin und unaufhaltbaren Verlust von Identität

Lenken ab / von der Komplexität des notwendigen Wandels / und ihrem eigenen Unvermögen / mit diesem zu leben

Verbreiten emsig die Suchtstoffe / befriedigen die schale Sucht nach einfachen Antworten / ihren Ruf nach einem starken Mann

Warten geduldig an den Wahlurnen / die Saat ist schon aufgegangen / streben nach der Macht / um die Gewaltenteilung zu zerstören

Etablierte Parteien / unterschätzen die stille Revolution / Stoßen getrieben aus Angst vor schwindenden Wählerprozenten /

ins gleiche Horn / hoffieren ihre wölfischen Themen im Schafspelz / suchen auch ihre Sündenböcke / verstärken die aufgehende Saat

Aus der Gruft

Je länger man darauf starrt / es wird nicht besser / aber immer klarer / die Uhren ticken im Rückwärtsgang

Im alpinen Vaterland des Terrors / weht ein alter Hauch der Lüge / wie in vielen Ländern / wieder ein alter Virus / durchs Land

Das braune Gespenst aus Branau / das Wagner mochte nicht Mozart / sickert unbehelligt durch alle Grundwasser Europas

Rumort aus der verbrannten Gruft / sein Virus der Versuchung / nach fast einem Jahrhundert Nie wieder! / noch hochansteckend

Aus den billigen Urnen / folgen Zombies / blind angelockt vom Aas / und billigen Wahrheiten / der toxischen Spur eines braunen Imitats

Wie soll man den Albtraumpickl beim Kärntner Möchtegernkanzler ausdrücken / wenn der den Hautarzt scheut / wie die freie Presse

Der bequeme Mythos einer weißen Unschuld / eines Überfalls / war nie gezerrt worden / ins grelle Scheinwerferlicht der 68er

Der berüchtigte Balkon in der Hauptstadt / bleibt auf ewige Zeiten kontaminiert / in kultureller Unterordnung

Beim Blick auf die Uhr / werden wache Geister / sich im Schlaf ihr Genick verrenken und fragen / Wie konnte es soweit kommen

Es ist gefährlicher geworden

Da draußen

auf Saurons Straßen

splittern Leute

krachend durch

alle Latten ihres Zaunes

mit jaulenden Autos

sogar mit Baggern

Häuser Tankstellen

und Menschen

töten, als wäre

es nichts

Jedes Fest

jedes Beisammen

in friedlich kalter Nacht

auf ihren brüllenden Reifen

des aufgestauten Hasses

machten sie unheiliger

als sie eh schon waren

Welcher Prophet des Teufels

sponn die Jungfrauengespinste

in ihr von allen guten Geistern

verlassenes Hirn

Es scheint als haben die Geister

längst aufgegeben

ihre Fassung nicht zu verlieren

wenn Männer Finger

und gleich ihr Leben

aus purer Lust am Kick

sich freiwillig wegballern

sind froh

wenn das blutrote

Flammenauge Saurons

sie nicht ins Visier

nimmt

Brüllaffe und tollwütiger Bär

Wie dreist wird da gelogen gehetzt und bestochen / bei den Möchtegerndiktatoren in Ost und West

Der orangene Brüllaffe steht dem wildgeworden / sibirischen Bär / in nichts nach

Sie lassen gelassen / jegliche Scham und Vernunft hinter sich / der wilde Bär bestimmt jede Wahl außerhalb seines Großreiches

Verführt und kauft Stimmen der Armen / nutzt jede Chance / erodiert freie Demokratien / auf der ganzen Welt

Die Armee der Internettrolle / destabilisiert alles und jeden / kauft Verbündete und Abhängige / mit billigem Öl

Vom Strafgerichtshof geächtet / schert der sich einen Dreck / um Gerichtsurteile und Sanktionen

Reichtum fest im Visier / verstummt jede anders denkende Stimme / bis sie vor Angst erstarrt

Der brüllende Affektaffe / vom Vater zur Korruption verdorben / von ultrarechten Ideologen geimpft / bezahlt und getrieben

Baut sein Imperium der Gleichschaltung aus / nach eigenem Plan / Supreme Court / in der Tasche / schart er Meute um sich

Gewaltbereite Jasager und Extremisten / die alles nachbrüllen / was immer sein dauerwütendes Hirn ausspuckt

Belohnt Schmeichler / bestraft Presse und Universitäten / verklagt jeden in den Ruin / der sich seinem Willen nicht beugt

Wer nicht freiwillig / den Speichel ableckt / der von seiner heiligen Mission heruntertropft / die Nation vorm Untergang zu bewahren

Lügen

Lügen haben / in der zivilisierten Welt / längst die längeren Beine / dem langen Thuesday in den USA

Dreiste Lügner / krönen sich zu Gewinnern / eines Kampfes / der ohne sie nicht stattfindet

Es kann noch schlimmer kommen / belehren sie uns eines Besseren / Böcke machen sich zu Gärtnern

Verurteilte Straftäter / machen sich zu Richtern / unter den Augen der schockstarren Welt

Fanatische Anhänger / eint der Jubel / ob des starken Mannes / der sich alles erlauben / sich nie entschuldigen wird

Selbst / wenn jene auf offener Straße töten / Fuck off! / im Volk der unbegrenzten Möglichkeiten

Selbst / wenn er seine Jasager / und schamlosen Hasardeure / die ihn / hinter vorgehaltener Hand / heimlich gewählt haben

Verraten / und hinters Licht führen wird / betrügt und verhöhnt / Lügner / machen keine Politik / für das Volk

Sie machen Deals / für sich und die Lobbyisten / Steuererleichterungen / gibt es nur für Reiche