Oma und Opa - Julia von Steinhagen - E-Book

Oma und Opa E-Book

Julia von Steinhagen

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Beschreibung

Oma und Opa ist eine Kurzgeschichte und wird zunächst aus Sicht des Kindes Charlotte erzählt. Charlotte findet eine alte Kiste im Hause ihrer Großeltern. Sie merkt, dass in der Vergangenheit des scheinbar liebevollen Großvaters eine Geheimnis liegt und begibt sich 25 Jahre später auf eine Reise in die Vergangenheit des mittlerweile verstorbenen Großvaters. Dabei stößt sie auf die Verbrechen der Wehrmacht im Baltikum während des zweiten Weltkriegs. Die Kurzgeschichte ist größtenteils in ihrer Beschreibung von Charlottes Kindheit autobiografisch. Das überraschende Ende ist fiktiv. Beim Schreiben der Kurzgeschichte gab sich die Autorin tatsächlich auf die Suche der Vergangenheit ihres Großvaters. Auch hier gab es ein Geheimnis und es wurde in der Familie nie darüber gesprochen.

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Seitenzahl: 26

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Julia von Steinhagen

Oma und Opa

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Oma und Opa

Baltikum, Sommer 2005

Drei Monate später

Sechs Monate später

Impressum neobooks

Oma und Opa

Charlotte war sieben Jahre alt und liebte die Ferien bei Oma und Opa.

Es gab einen großen, langgestreckten Garten mit Kirsch,-Apfel- und Pflaumenbäumen. Hinter dem Garten floss ein kleiner Fluss, der mindestens einmal im Jahr das Grundstück überschwemmte. Dann reichte das Hochwasser bis in den Keller, was diesem einen ständig modrigen Geruch verlieh. Hinter dem Haus waren Gemüsebeete angelegt.

Neben dem Garten befand sich eine Pferdekoppel. Die Pferde wurden täglich von Charlotte und ihrer Schwester Franziska mit Äpfeln und Möhren gefüttert. Manchmal sprang ein Pferd über den Koppelzaun und landete im Garten der Großeltern. Dann durften die Kinder das Haus nicht verlassen und die Männer, bestehend aus Opa, Vater und diversen Onkeln, versuchten das Pferd wieder einzufangen während die Kinder und die Frauen der Familie, bestehend aus Oma, Mutter und diversen Tanten, johlend an den Fenstern hingen. Dieses Gebaren verschreckte wiederum selbst das stoischste Pferd und führte leider erst zu dem gewünschten Erfolg, wenn man endlich den Pferdebesitzer telefonisch erreichen konnte und dieser mit vor Anstrengung hochrotem Kopf und vielen Möhren seine Pferde wieder einfing.

Charlotte und Franziska waren nahezu den ganzen Tag an der frischen Luft. Jede hatte ihr eigenes Blumenbeet und zusätzlich zogen sie Tomaten und Zierkürbisse. Besonders beliebt waren die Fahrten auf dem Fluss mit einem selbstgebauten Floß. Charlotte, Franziska sowie die zahlreichen Cousins und Cousinen manövrierten das Floß über den Fluss und hatten riesigen Spaß, wenn sie es fast zum Kentern brachten.

Bereits Charlottes Vater und seine Brüder hatten dieses Vergnügen während ihrer Kindheit erfahren. Oft liefen ihnen andere Kinder nach, die ebenfalls Floßfahren wollten. Die drei Brüder waren früher für das Unkrautjäten im Garten zuständig. Kurzentschlossen gab es zum Floßfahren neue Spielregeln. Für eine Viertelstunde Floßfahren mussten die anderen Kinder eine Parzelle von 1 bis 2m2 umgraben.

Charlotte und Franziska lebten frei und es gab kaum Verbote für die Kinder. Man rief sie lediglich zum Mittag- und Abendessen in das große Haus und überließ sie ansonsten sich selbst.

Am Wochenende machte Opa seinen berühmten Schmorbraten, und die komplette Familie versammelte sich am Tisch. Dass der Opa ein guter Koch war, sah man ihm von weitem an. Er war groß und sehr dick. Während des Essens redete man über Politik und andere Dinge, die Charlotte nicht im Mindesten interessierten. Immer anwesend war ein Foto, welches Opa in Wehrmachtsuniform zeigte. Das Foto stand auf einer Anrichte, und auf diesem Bild blickte er mit einem strengen Blick auf die versammelte Familie. Über den Krieg wurde fast nie gesprochen.