OMEGA - Die letzte Instanz - Irene Dorfner - E-Book

OMEGA - Die letzte Instanz E-Book

Irene Dorfner

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Beschreibung

Was geschieht mit brutalen Tätern, die der Justiz entgehen? Die aus den unterschiedlichsten Gründen ihrer gerechten Strafe entgehen? Es gibt eine Gruppe, die sich um solche Fälle kümmert: OMEGA. Dabei handelt es nicht um Spinner, sondern um Menschen, die für Gerechtigkeit sorgen. Fall 1: STRALSUND In der malerischen Stadt an der Ostsee gibt es einen florierenden Menschenhandel, der von Wilhelm Bader geführt wird. Da Bader mit seinem riesigen Vermögen, windigen Tricks und guten Beziehungen immer wieder davonkommt, schaltet sich OMEGA ein, um dem Treiben endgültig ein Ende zu setzen. Aber bevor OMEGA aktiv werden kann, wird Bader ermordet…

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Impressum

Anmerkung

Vorwort

Die Gruppe OMEGA

Stralsund

Mordfall Kriminalpolizei Stralsund

OMEGA - Der Fall STRALSUND

Die Analyse des Falles STRALSUND in der Gruppe OMEGA

Vorbereitungen Plan STRALSUND

Der Plan

Judith

Baders Anwesen

Judith ist zurück

Am Tatort

Hotel Fürstenhof, Stralsund

Martha Störmer

Alter Markt

St.Jürgen-Friedhof, Schill-Grab

Richter Krommel

Das Mädchen Tenneh

Frustration

Tenneh

Flughafen Hamburg 3.30 Uhr am nächsten Tag

Golfpark Strelasund in Süderholz

Berlin

Sierra Leone

Drei Stunden vorher, Stralsund, Alter Markt, 17.30 Uhr

In einem Lagerhaus in Stralsund

Alter Markt, Stralsund

Die Wahrheit

In Zeitlers Wohnzimmer

Vernehmung Beierling

Tenneh in großer Gefahr

St.Jürgen-Friedhof Stralsund

Bisher im Verlagshaus Wanninger erschienen:

Über die Autorin Irene Dorfner:

OMEGADie letzte InstanzDer FallStralsundThrillerIrene Dorfner

Impressum

Copyright © 2026Verlagshaus Wanninger e.K., Eichenweg 8a, 84556 Kastlwww.verlagshaus-wanninger.deAll rights reserved.ISBN: 978-3-98738-224-6Layout und SatzAutoren-Zuckerl, Kastlwww.autoren-zuckerl.deLektorat:FTD-Script Altotting,Earl und Marlies Heidmann, SpaltSabine Thomas, Stralsund© Copyright Bild Gorch Fock Ralf Luczyk, Stralsund

Anmerkung

Die Personen und Namen in diesem Buch sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig. Auch der Inhalt des Buches ist reine Phantasie der Autorin.

Vorwort

Der Begriff "Mensch" hat sowohl eine biologische als auch eine kulturelle und philosophische Dimension, die ihn von anderen Lebewesen unterscheidet und ihm eine einzigartige Stellung in der Welt verleiht. Es gibt Gesetze, Menschlichkeit und Mitgefühl. Wer sich nicht daran hält oder sie nicht besitzt, hat die Bezeichnung MENSCH nicht verdient.

Was macht man mit Menschen – wir nennen sie Subjekte - denen das Leben anderer nichts wert ist? Die kein Mitleid empfinden und kein Mitgefühl aufbringen? Die nur nach ihrem eigenen Vorteil streben, dafür Leid und Elend anderer in Kauf nehmen und sogar über Leichen gehen? Ich habe mit vielen Menschen gesprochen und die Antworten waren alle dieselben: Ekel, Abscheu und Ablehnung.

Und was empfindet man, wenn Verbrecher ihrer gerechten Strafe entgehen? Die aus unterschiedlichen Gründen selbst nach schwersten Verbrechen wieder auf freiem Fuß sind und ganz normal ihrem Leben nachgehen, als wäre nie etwas geschehen? In Deutschland nicht möglich? Doch, das ist möglich. Die Justiz ist oft machtlos, wenn sie manchmal nicht sogar dieses Treiben aktiv unterstützt. Verfahren werden durch teure Anwälte unendlich in die Länge gezogen, bis die Öffentlichkeit das Interesse verliert. Man findet Spitzfindigkeiten, die alles unendlich ausdehnen – und manchmal wird ein Schlupfloch für eine geringe Strafe oder gar einen Freispruch gefunden. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Verfahren ablaufen können. Es ist nicht selten, dass Verhandlungen nicht so ablaufen, wie man es sich vorstellt. Angeklagte werden aus den unterschiedlichsten Gründen trotz ihrer Vergehen auf freien Fuß gesetzt. Oft liegt es nur an einem Verfahrensfehler oder einer versäumten Frist. Wer von uns hat nicht schon an einer Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung gezweifelt, in der der Angeklagte nach guter Prognose schon nach kurzer Zeit wieder entlassen wurde? Wer rümpft nicht die Nase über die Lebensgeschichte eines Angeklagten, die Jahrzehnte zurückliegt und mit der man versucht, die schlimmsten Verbrechen irgendwie zu erklären. Versteht mich nicht falsch. Es gibt Täter, die dermaßen neben der Spur sind, dass man keine andere Wahl hat, als sie in die Psychiatrie zu stecken und zu versuchen, sie zu therapieren. Aber wer von uns hat nicht schon davon gehört, dass Entlassene zu Wiederholungstätern geworden sind und unser aller Leben bedrohen? Denn es kann jeden von uns treffen, da dürfen wir uns nichts vormachen.

Viele denken, dass das eben so ist und man nichts gegen derartige Ungerechtigkeiten tun kann. Man stumpft ab und nimmt alles als gegeben hin. Wir sind empört und erschrocken, wenn man von einem solchen Fall hört. Noch mehr beschäftigt er uns, wenn er in der Nähe, in unserer Nachbarschaft stattfindet. Aber was macht das mit Menschen, die direkt betroffen sind? Deren Liebste Opfer sind und man mitansehen muss, wie ein Täter einfach so davonkommt? Wenn man erfährt, dass es einen Verfahrensfehler, eine versäumte Frist oder einen Deal mit der Staatsanwaltschaft gab? Wenn Umstände im Leben des Täters berücksichtigt werden, die nichts mit der Tat zu tun haben, aber die Strafe auf ein lächerliches Minimum reduzieren? Es gibt unzählige Gründe, warum ein Täter/eine Täterin nicht die verdiente Strafe bekommt. Wie geht man damit um? Einfach hinnehmen und versuchen, sich damit abzufinden?

Man kann etwas tun, wenn man entschlossen und mutig ist. Es gibt eine Gruppe, die sich um die schlimmsten Verbrecher kümmert und somit die Gerechtigkeit wiederherstellt. Selbstlos, sauber und zuverlässig werden Subjekte für immer vernichtet. Manche mögen es Mord nennen, was es in der deutschen Rechtsprechung auch ist, aber die Gruppe hat dafür keine Bezeichnung. Sobald die Schuld des Subjektes einwandfrei feststeht, die Gruppe darüber ausgiebig diskutiert hat und man sich einig ist, wird dieser Auftrag zuverlässig ausgeführt.

In Deutschland nicht möglich? Doch, auch das ist möglich.

Irgendjemand muss sich in besonderen Fällen um Gerechtigkeit kümmern, weil es sonst niemand tut.

Die Gruppe OMEGA

Es gibt einen Namen für die zusammengewürfelte Gruppe: OMEGA.

OMEGA ist nicht nur der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und symbolisiert das Ende, sondern ist auch der Name einer Frau, die an der Spitze der Gruppe steht. Niemand kennt sie, niemand hat sie je gesehen. Ein direkter telefonischer Kontakt zu ihr ist nur wenigen Mitgliedern erlaubt. Omega ist vermutlich nicht ihr richtiger Name, aber einen anderen gibt es nicht. Omega ist nicht nur sehr gut informiert, sondern auch die Hauptfinanziererin der Gruppe, wobei die Mittel unerschöpflich scheinen. Omega entscheidet in letzter Instanz, nur sie allein kann ihr Veto einlegen. Und sie entscheidet auch, wer der Gruppe beitreten darf.

Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland und aus den unterschiedlichsten Berufen und Gesellschaftsschichten. Jeder ist hier gleich, niemand wird bevorzugt behandelt. Alle stehen auf einer Stufe und haben dasselbe Mitspracherecht. Sie bekleiden hohe Posten in der Justiz, arbeiten als Angestellte in Behörden, kommen aus ganz normalen Berufen, sind in Pension oder Rente. Viele sind Angehörige von Opfern oder sind selbst Opfer, einige sind sogar bei der Polizei. Dass die Mitglieder untereinander gut vernetzt sind, ist selbstverständlich. Die Gründe, dieser Gruppe beizutreten und hier mitzumachen, sind unterschiedlich. Was sie zusammenführt? Gerechtigkeit. Sie treten dort ein, wo die Justiz versagt. Man bereinigt Fehler, durch die Täter und Täterinnen mit einer lächerlich geringen oder ohne jegliche Strafe für schlimmste Verbrechen davonkommen. Es gibt sehr viele Gründe, warum ein überführter Täter/eine Täterin ohne Strafe davonkommt und weiter unbehelligt innerhalb unserer Gesellschaft lebt und somit für uns alle eine potenzielle Gefahr darstellt. Diese Gründe sind für die Gruppe zweitranging. Sobald die Schuld einwandfrei feststeht, worum sich qualifizierte Personen kümmern, und dem oder der Schuldigen keine gerechte Strafe widerfährt, kümmert man sich darum.

Für die Mitglieder gibt es ein Credo: absolute Verschwiegenheit. Man darf jederzeit einen Auftrag ablehnen oder aus der Gruppe austreten, das ist jedem selbst überlassen. Aber die Verschwiegenheit gilt für immer. Wer dagegen handelt, kommt auf die schwarze Liste. Noch niemals ist ein Mitglied wieder gegangen und noch niemals gelangte auch nur ein Wort nach draußen. Wie lange es die Gruppe gibt, ist nicht bekannt. Wer dabei ist? Eine Mitgliederliste gibt es nicht, so wie es nichts Schriftliches gibt. Man agiert im Stillen und vertraut sich gegenseitig bedingungslos. Nur so ist die Gruppe OMEGA erfolgreich.

OMEGA sorgt für Gerechtigkeit. Denn nicht nur Täter haben Rechte, auch Opfer haben eine Lobby - zumindest in dieser Gruppe.

Die Arbeit erforderte nicht nur einen hohen Zeitaufwand, sondern auch viel Geld. Das ist wichtig, denn man unterhält eine Einrichtung für traumatisierte Opfer am Starnberger See, die monatlich hohe Summen verschlingt. Ein weiteres Haus im schwäbischen Münsingen ist geplant und steht kurz vor der Umsetzung. Wie bereits erwähnt, wird die Gruppe vor allem von Omega finanziert. Darüber hinaus gibt es viele Spenden, die gerne und üppig von den unterschiedlichsten Quellen gezahlt werden. Es gibt Gönner, Unterstützer, Angehörige von Opfern und Anhänger aus allen Gesellschaftsschichten, die gerne ihren Teil dazu beitragen wollten, wenn sie persönlich nichts tun können. Dafür werden Galas, Konzerte, Sportveranstaltungen und vieles mehr veranstaltet. Finanzielle Probleme kennte die Gruppe nicht.

Handelt die Gruppe OMEGA richtig? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Stralsund

Stralsund (seit 1990 amtlich Hansestadt Stralsund) ist eine Stadt im Nordosten Deutschlands. Sie gehört zum Landesteil Vorpommern des deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern und ist Kreisstadt des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Stralsund erhielt 1234 das Lübische Stadtrecht und ist damit die älteste Stadt Pommerns. Als Gründungsmitglied der Hanse kam Stralsund durch internationalen Handel zu beachtlichem Wohlstand. Die Altstadt mit ihren zahlreichen Baudenkmälern und besonders wertvollen Zeugnissen der Backsteingotik gehört seit 2002 mit dem Titel Altstädte von Stralsund und Wismar zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Stralsund ist als Erholungsort und bedeutendes touristisches Zentrum der südlichen Ostseeregion zudem bekannt für das Meeresmuseum, das Ozeaneum Stralsund, das Stralsund Museum und für Veranstaltungen wie die jährlichen Wallensteintage und den Rügenbrücken-Marathon. Außerdem liegt seit 2003 das 1933 erbaute Segelschiff Gorch Fock 1 im Hafen Stralsund. Wir alle kennen die Gorch Fock 2, das 1958 in Dienst gestellte Segelschulschiff der Deutschen Kriegsmarine.

Wirtschaftlich dominiert der Tourismus in Stralsund. Weitere Wirtschaftszweige sind der Schiffs- und Maschinenbau, Dienstleistungsbetriebe, Logistik, die Gesundheitswirtschaft und Betriebe im Bereich der Informationstechnik und der Biomedizintechnik. Seit 1991 ist die Mittelstadt Sitz der Hochschule Stralsund.

Stralsund wird wegen seiner Lage am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee zwischen Festland und der Insel Rügen, als „Tor zur Insel Rügen“ bezeichnet.

Die malerische Hansestadt Stralsund mit ihren gut 54.000 Einwohnern ist aber nicht ganz so beschaulich, wie es den Anschein erweckt, denn die Statistik der Polizeiinspektion Stralsund und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern besagen etwas anderes: über 14.900 Straftaten wurden 2023 für Stralsund bestätigt. Die Mordrate wurde nicht genau beziffert, liegt aber 2024 in der Statistik zwischen 5 und 10 Opfer. Die Fälle gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegen bei über 300. Genaue Zahlen findet man hier: https://www.polizei.mvnet.de/static/POL/Dateien/PDF/IM/Jahresbericht%20PKS%202024.pdf

Mordfall Kriminalpolizei Stralsund

In den frühen Morgenstunden des 24. März wird eine Leiche im Hafen an der Fährbrücke direkt neben dem stolzen Segelschiff Gorch Fock I entdeckt. Eine Touristin schoss Bilder des Schiffes und schrie laut, als sie das, was sich auf den Wellen hin und her bewegte und dem Schiffsbug sehr nahe kam, als Mensch erkannte. Wie ein Spielzeug schaukelte der zarte Körper mit dem Gesicht nach unten im Wasser ruhig dahin. Die Schreie der Frau passten nicht zu der Idylle des Hafens. Schaulustige eilten herbei und riefen die Rettungskräfte. Schnell waren Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr zur Stelle. Unter ihnen auch die einundvierzigjährige Kriminalhauptkommissarin Sabine Schmitt. Als die Leiche vor ihr lag, zuckte sie innerlich zusammen. Die dunklen Augen schienen sie anzustarren, was sie bis ins Mark traf.

„Eine junge Frau, noch keine zwanzig Jahre alt“, murmelte sie und versuchte, sich wieder zu fassen.

Der Leiter der Spurensicherung Michi Straßner hatte die leisen Worte gehört.

„Das ist fast noch ein Kind“, schob er nach.

Straßner begann mit der oberflächlichen Untersuchung der leicht bekleideten Leiche, deren Körper eine grünliche Farbe angenommen hatte. Die Morgensonne verstärkte den Farbton, der fast künstlich aussah. Die Blessuren, die über den ganzen Körper verteilt waren, konnte man mit bloßem Auge erkennen.

„Misshandlungen?“

„Danach sieht es aus. Die Leiche liegt schon länger im Wasser. Der Fäulnis-Prozess ist fortgeschritten. Siehst du die grünliche Verfärbung, die fast schon ins bräunliche geht?“

„Natürlich sehe ich die“, maulte Sabine Schmitt ihren Kollegen Michi Straßner an. Der immer gutgelaunte Mann war dafür bekannt, seine Kollegen wie Anfänger zu behandeln, was viele nervte. „Wie lange ist sie tot?“

„Das lässt sich nur schwer sagen, weil das kalte Wasser der Ostsee den Fäulnis-Prozess verlangsamt hat. Ich gehe von mehreren Tagen bis einigen Wochen aus.“

„Nicht länger?“

„Nein, danach sieht es nicht aus.“

„Todesursache?“

Michi Straßner deutete auf den Hals der Leiche und drehte den Kopf vorsichtig hin und her. So behutsam, als wollte er sie nicht verletzen.

„Erwürgt?“

„Meiner ersten Einschätzung nach ja, aber ich sehe sie mir genauer an.“

Sabine Schmitt machte mehrere Fotos. Das war eigentlich unnötig, da das die Spurensicherung bereits übernommen hatte. Trotzdem musste sie irgendetwas tun, um nicht immer wieder in die Augen der jungen Frau sehen zu müssen, die sie nicht mehr losließen.

Sabine Schmitt machte sich sofort an die Arbeit. Vermisstenmeldungen liefen ins Leere. Niemand schien die junge Frau, deren Alter von Michi Straßner zwischen vierzehn und achtzehn Jahre geschätzt wurde, zu vermissen. Wie war das möglich? Obwohl Sabine die Suche auch auf die benachbarten Länder ausweitete, passte keine der Beschreibungen zu der Leiche.

Der Obduktionsbericht war eindeutig. Das Opfer, das unter dem Namen Gorch Fock geführt wurde, war tatsächlich erdrosselt worden. Es gab frische und ältere Knochenbrüche, die darauf hinwiesen, dass das Opfer massiv misshandelt worden war. Dazu wurde festgestellt, dass sie mehrfach vergewaltigt worden sein musste und mindestens eine Geburt hinter sich hatte. Straßner hatte beantragt, die Knochen genauer untersuchen zu dürfen, da er die Herkunft der Frau südlich des Äquators vermutete. Das wurde aufgrund der hohen Kosten abgelehnt, was vor allem Sabine Schmitt wahnsinnig ärgerte. Sie machte sich Luft, indem sie zum Alten Markt ging, sich dort hinsetzte und einen Eiskaffee bestellte. Das war eine Angewohnheit, die sich in den letzten Monaten häufte. Immer, wenn sie sich ärgerte oder beruflich in einer Sackgasse steckte, flüchtete sie hierher. Der Alte Markt war für sie zu einem Zufluchtsort geworden, der sie beruhigte und an unbeschwerte Kinderjahre erinnerte. Wie oft sie hier saß und ihren Eiskaffee trank, konnte sie schon nicht mehr zählen, allerdings hinterließen die vielen Kalorien des Getränks ihre Spuren. Im letzten Jahr hatte Sabine sechs Kilo zugenommen. Aber diese Äußerlichkeiten waren ihr egal. Für sie gab es nur die Arbeit, ein Privatleben war ihr fremd.

Sabine Schmitt kam im Fall Gorch Fock keinen Schritt weiter. Sie recherchierte und ermittelte gründlich, aber sie musste den Fall zu ihrem Bedauern zu den Akten legen. Wieder einer dieser Fälle, die sie nachts nicht mehr ruhig schlafen ließen. Und ein weiterer Fall, an dem sie dranblieb, auch wenn der neue Vorgesetzte das aus Kostengründen nicht gutheißen würde.

Dass eine Wende auf sie zukam, die sie direkt zu diesem Fall führte, ahnte Sabine Schmitt nicht.

OMEGA - Der Fall STRALSUND

Der zweiundvierzigjährige Wilhelm Bader aus Stralsund ist angeklagt wegen Menschenhandel, Zwangsheirat nach § 237 und illegalen Einschleusens von Nicht-EU-Bürgern. Aus diesen Vorwürfen resultieren mindestens drei Todesopfer, bei denen es sich um minderjährige Frauen handelt. Außerdem wird Bader vorgeworfen, Dokumente gefälscht und gewerbsmäßig in Umlauf gebracht zu haben. Bader selbst hat nicht getötet, die Taten aber durch seine Arbeit ermöglicht, gefördert und geduldet. Ob er davon wusste? Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, denn Bader wurde nicht zum ersten Mal angeklagt. In den letzten sieben Jahren stand der Geschäftsmann drei Mal vor Gericht, er wurde immer freigesprochen. Die Gründe waren unterschiedlich, das Ergebnis immer dasselbe.

Und jetzt stand er wieder hier. Grinsend und siegessicher.

Bader schwieg zu den Vorwürfen und erschien vor dem Amtsgericht Stralsund auch jetzt wieder mit seinem bewährten Verteidigerteam, das aus drei Anwälten bestand, von denen einer aus Berlin (Dr. Liebrecht) und der andere aus Hamburg (Dr. Dr. Beierling) angereist war. Beim dritten Anwalt handelte es sich um den Stralsunder Erich Möhringer, der dafür bekannt war, alle medienwirksamen Fälle zu übernehmen, wenn es sein musste auch pro bono. Möhringer liebt es, im Mittelpunkt zu stehen und mächtig Staub aufzuwirbeln. Unter den Kollegen der Staatsanwaltschaft war er nicht gern gesehen. Richter rissen sich nicht gerade um den Vorsitz seiner Verhandlungen, denn die zogen sich nicht nur in die Länge, sondern waren von einem Spektakel begleitet, auf den niemand scharf war.

Die Beweise gegen Bader waren erdrückend, diesmal wird er nicht einfach so davonkommen, davon ist man von Seiten der Staatsanwaltschaft überzeugt.

Aber auch diesmal lief nicht alles so, wie es sein sollte.

Der Anwalt Möhringer hatte bereits im Vorfeld der Verhandlung dafür gesorgt, dass gegen die in seinen Augen haltlosen Vorwürfe keine stichfesten Beweise vorlagen. Dass das nicht der Wahrheit entsprach, war Möhringer egal. Er gab jede Menge Interviews und machte Andeutungen, von denen er genau wusste, dass er haarscharf an einer Verleumdungsklage entlangschrammte. In seinem Fokus stand dabei von Anfang an die zuständige Staatsanwältin Doktor Larissa Schönfelder. In Möhringers Augen war die neununddreißigjährige Frau für einen solchen Fall nicht geeignet, was nicht nur seine Meinung war. Es gab nicht wenige, die die Frau schon allein aus dem Grund nicht mochten, weil sie eine Frau war. Dazu kam, dass die Schönfelder keine gebürtige Stralsunderin war, sondern aus Köln stammte.

Larissa Schönfelder wechselte vor drei Jahren nach Stralsund, da sie die offene Stelle reizte. Ein solches Angebot konnte sie nicht abschlagen, zumal die Karrierechancen in Köln nicht annährend so gut waren wie in Stralsund. Dass sie sich nicht um diesen Fall riss, wussten nur wenige. Da sich sonst niemand fand, der den erneuten Fall Bader übernehmen wollte, blieb Frau Doktor Schönfelder nichts anderes übrig, als ihn zu übernehmen. Möhringer war die junge Frau ein Dorn im Auge, denn für Frauen in solch wichtigen Berufen hatte er nichts übrig. Für ihn gehörten Frauen an den Herd und sollten sich um das Wohl der Familie kümmern. Eine antiquierte Ansicht, mit der er leider nicht allein dastand.

Nach Bekanntwerden der neuen Anklage war von Anfang an klar, dass das eine Schlammschlacht werden würde, wie man sie selten miterlebte. Möhringer wählte diesmal eine Strategie, die zwar unterste Schiene war, ihre Wirkung aber nicht verfehlte. Immer wieder machte er Andeutungen zur üppigen Figur und der geringen Körpergröße der Staatsanwältin – und zwar so, dass man wusste, wen und was er meinte, aber nie den Namen der Frau nannte. Es dauerte nicht lange und Doktor Schönfelder war eine Lachnummer weit über Stralsund hinaus, auch unter Nennung ihres Namens von anderer Seite. Es verging kaum ein Tag, an dem keine Witze über sie in der Zeitung standen, wofür anfangs Möhringer verantwortlich war, die sich aber dann schnell verselbstständigten. Wie üblich fanden sich auch hier Hetzer, die auf den Zug aufsprangen. Ein Künstler meinte sogar, Karikaturen über die Staatsanwältin anfertigen zu müssen und diese dann in ganz Stralsund auf Plakaten zu verteilen. So lange, bis die dann auch in den Zeitungen landeten.

Es gab nicht wenige, die Frau Doktor Schönfelder nahelegten, den Fall abzugeben, aber die ehrgeizige Staatsanwältin war dagegen. Sie wollte sich nicht kleinkriegen lassen und beschloss, die Attacken und Unverschämtheiten gegen sie zu ignorieren. Es gab nicht eine Äußerung von ihrer Seite darüber, was ebenfalls in der Presse breitgetreten und als Schwäche ausgelegt wurde.

Die Verhandlung war ein Desaster. Baders Verteidiger drängten auf eine öffentliche Verhandlung, die der zuständige Richter Doktor Krommel genehmigte. Der Gerichtssaal war proppenvoll. Viele kamen, um die Staatsanwältin live zu erleben - und natürlich fallen zu sehen. Jede ihrer Äußerungen wurde belächelt, niemand nahm sie ernst. Aber noch wichtiger war, dass die ganze Anklage an Gewicht verlor und die Verteidiger aus jedem Satz, jedem einzelnen Punkt, jeder Geste und aus fast jedem Wort einen Witz machten. Der Zuschauerraum glich einem Theatersaal. Die von der Staatsanwältin vorgebrachten Todesopfer sorgten nur einen kurzen Moment für Ruhe, danach ging das Schauspiel weiter. Es wurde gelacht, viele Kommentare sorgten bereits im Ansatz für Heiterkeit. Frau Doktor Schönfelder kam mit ihren Beweisen nicht durch, man nahm sie nicht ernst. Man hätte dem Ganzen ein Ende bereiten können, aber anstatt die Verhandlung abzubrechen, fuhr Richter Krommel einfach fort. Er ermahnte zwar ab und zu, unternahm aber nichts, um die Anwälte zu stoppen. Es ging sogar so weit, dass auch er lachen musste.

Nach vier Stunden war alles vorbei und Wilhelm Bader verließ auch jetzt wieder als freier Mann den Gerichtssaal. Doktor Larissa Schönfelder konnte nichts dagegen tun. Alle Anklagepunkte wurden von den Verteidigern zerpflückt und so lange besprochen, bis die Beweise an Gewicht verloren. Aber es kam noch schlimmer. Es wurden Zeugen präsentiert, von denen die Staatsanwältin im Vorfeld nichts wusste, vom Richter aber zugelassen wurden. Allesamt fragwürdige Zeugen, deren Aussagen ihren Zweck erfüllten. Die Staatsanwältin erhob jede Menge Einsprüche, aber auch die wurden alle vom Richter abgelehnt.

Bader war ein freier Mann, freigesprochen aus Mangel an Beweisen. Richter Krommel ermahnte den Angeklagten, aber seine Worte waren reine Floskeln. Bader nickte brav und spazierte hoch erhobenen Hauptes als freier Mann abermals aus dem Gerichtssaal.

Dr. Schönfelder war sprachlos, denn die Beweise lagen auf dem Tisch und reichten völlig aus, um ihn diesmal zu verurteilen. Aber Richter Krommel sah das anders. Ob eine Revision zugelassen wurde, war fraglich, da der Richter eine Andeutung machte, die Doktor Schönfelder sauer aufstieß.

Es lag auf der Hand, dass hier einiges lief, das nicht astrein war, aber dagegen kam sie nicht an. Enttäuscht saß die Staatsanwältin noch eine halbe Stunde im leeren Gerichtssaal. Draußen wartete die Pressemeute, die sie wieder in der Luft zerreißen würde und darauf hatte sie keine Lust. Zum ersten Mal in ihrer Laufbahn würde sie heute den Hinterausgang wählen. Eine Entscheidung, die ihr heute Morgen noch unmöglich schien.

Die Analyse des Falles STRALSUND in der Gruppe OMEGA

Der inzwischen pensionierte Leiter der Stralsunder Kriminalpolizei Michael Zeitler trug den Fall als Powerpoint-Präsentation vor, wobei er vom Staatsanwalt Doktor Eberwein, der aus dem Süden Bayerns angereist war, unterstützt wurde.

„Und trotz dieser Beweise wurde Bader freigesprochen?“

„So ist es. Unglaublich, aber wahr. Es gab nicht mal eine Bewährungsstrafe, absolut nichts. Wir gehen davon aus, dass Schmiergelder geflossen sind, sauber lief das auf keinen Fall ab. Es kann nicht sein, dass so ein Mann ständig davonkommt. Schon wieder wurde er freigesprochen, obwohl die Beweise für eine Verurteilung ausgereicht hätten, das seht ihr ja selbst. Über den Richter, der das Skandalurteil möglich gemacht hat, rege ich mich wahnsinnig auf, aber um den müsst ihr euch nicht kümmern. Wir konzentrieren uns nur auf Wilhelm Bader. Seit seiner Freilassung geht er wieder munter seiner Tätigkeit nach, was wir nicht tolerieren können.“

„Geht es auch darum, dass es sich mit Doktor Schönfelder um eine deiner Kolleginnen handelt? Oder liegt es an Stralsund?“ Hans Hiebler sah den Staatsanwalt Doktor Eberwein und Michael Zeitler abwechselnd an. Hans war neu in der Gruppe, wurde aber schnell integriert. Der ehemalige Kriminalhauptkommissar der Mühldorfer Kriminalpolizei hatte sich entschieden, als vollwertiges Mitglied nach seiner freiwilligen Pensionierung aktiv in der Gruppe mitzumachen. An seiner Seite saß seine Frau Anita Seidl, die schnell von dem Konzept der Gruppe überzeugt war. Mit am Tisch saßen neben Zeitler und Eberwein unter anderem die Mitglieder Werner Grössert aus München, Martha und Fritz Störmer aus Stralsund, Jörg Greisinger aus Wiesbaden, sowie Judith und Thorsten Köllhofer aus dem schwäbischen Spraitbach. Die beiden letztgenannten Personen mussten nach dem letzten Fall ins Ausland flüchten, konnten aber dann wieder zurückgeholt werden, nachdem sich der Staatsanwalt Eberwein um die Feinheiten gekümmert hatte. Das bedeutet: Die Namen der beiden wurden aus den Ermittlungsakten gelöscht und durch ähnlich klingende Namen ersetzt, so ähnlich verfuhr er auch mit der Adresse. Außerdem waren die Personenbeschreibungen abgeändert worden. Das Ehepaar Köllhofer konnte sich wieder unbehelligt überall frei bewegen, es gab keinen einzigen Eintrag mehr. Ein unbescholtenes Paar, wie es so viele in Deutschland gab. Die Köllhofers waren ausgeruht und brannten darauf, endlich wieder aktiv zu werden.

„Du meinst also, dass es persönliche Gründe für diesen Fall gibt?“, ging Eberwein auf Hans‘ Frage ein. Es war üblich, dass man bei OMEGA über alles sprach, daran sollte sich Hans gewöhnen. „Ich muss zugeben, dass mir die Art und Weise, wie die Kollegin Schönfelder bereits im Vorfeld behandelt wurde, überhaupt nicht gefällt. Das war respektlos, schäbig und einfach eines Staatsdieners nicht würdig. So geht man nicht mit jemandem um, der für das Recht unseres Landes einsteht.“ Eberwein verzog angewidert das Gesicht. „Unsere Rechtsprechung hat einen riesigen Schaden genommen, auch wenn sich das Urteil nur auf Stralsund bezieht. So etwas darf es nicht geben. Aber das ist es nicht, was mich an dem Fall überzeugt. Bader ist schuldig. Wenn ihr euch die Unterlagen genau anseht, werdet ihr mich verstehen. Jemand, der so schäbig mit Menschen handelt, Kapital aus ihrem Schicksal schlägt und sich daran bereichert, dem das Leben dieser armen Geschöpfe völlig egal ist, darf nicht einfach so davonkommen. Die Beweise liegen auf dem Tisch, er hätte niemals als freier Mann den Gerichtssaal verlassen dürfen. Er kann jetzt wieder munter seiner ekelhaften Tätigkeit nachgehen und zur persönlichen Bereicherung mit Menschenleben spielen – und das sogar mit Erlaubnis des Gerichts. Das ist etwas, was ich mit meinem Gewissen, mit meinem Sinn für Gerechtigkeit nicht vereinbaren kann. Nicht als Staatsanwalt und schon gar nicht als Mensch. Gemeinsam mit Michael habe ich über den zuständigen Richter Krommel eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, die hoffentlich zu unserer Zufriedenheit ausfällt. Daran zweifle ich nicht, denn ich werde nicht lockerlassen. Krommel muss für sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden. Ich hasse es, wenn man sich nicht auf die Neutralität eines Richters verlassen kann. Er hat diesen Wahnsinn erst möglich gemacht und in meinen Augen auch unterstützt. Michael und ich kümmern uns um den Richter, ihr seid für Bader zuständig.“

„Die Zeitungen waren auch nach Wochen noch voller Spott über Frau Doktor Schönfelder, worüber ich mich heute noch aufregen könnte. Aber noch mehr rege ich mich über diesen Winkeladvokaten Möhringer auf.“ Michael Zeitler war sehr aufgebracht. „Dieser mediengeile Anwalt hat es mit seiner hinterfotzigen Art geschafft, dass der Verbrecher Bader weiterhin frei herumlaufen darf und unbehelligt seiner Arbeit nachgeht. Ich kenne solche Typen. Wenn sie trotz stichhaltiger Beweise den Kopf immer wieder aus der Schlinge ziehen, fühlen sie sich unverwundbar. Und Bader ist schon mehrfach mit denselben Vergehen davongekommen. Es würde mich nicht wundern, wenn er nach dem neuesten Urteil seinen Wirkungskreis sogar noch ausweitet. Damit ihr alle versteht, worum es hier genau geht, seht euch das an.“ Michael Zeitler legte Fotos auf den Tisch, die ihre Wirkung nicht verfehlten. „Das sind einige der Opfer des Verbrechers. Seht sie euch in Ruhe an und urteilt selbst, welche Strafe Bader verdient hat.“

Hans wurde schlecht. Auf den Fotos waren minderjährige Frauen, fast noch Kinder, bei ihrer Hochzeit abgebildet, an deren Seite ausschließlich ältere Männer standen. Dann Fotos von denselben Frauen bzw. Kindern, nachdem sie misshandelt wurden – drei überlebten nicht.

„Siebenundachtzig Vermittlungen gehen auf Baders Konto. Die sind belegt, die Dunkelziffer dürfte noch sehr viel höher liegen“, sagte Eberwein so nüchtern wie möglich.

„Dieses Mädchen war bei ihrer Heirat erst vierzehn Jahre alt, ihr Ehemann siebenundfünfzig. Bei der Geburt des ersten Kindes nur neun Monate später starb sie. Ihr Körper war für eine Geburt noch nicht ausgebildet.“ Zeitler musste sich zusammenreißen.

„Was sind das für Flecken auf ihrem Körper?“ Thorsten Köllhofer war erschrocken. Solche Bilder hatte er noch nie vorher gesehen.

„Die sind dem Bestatter aufgefallen und er hat sie der Polizei gemeldet. Dadurch kam die ganze Sache ins Rollen. Die Leiche wurde obduziert. Es ist amtlich, dass der Gatte seine Frau misshandelt hat, was im Übrigen keine Seltenheit ist. Diese Mädchen werden in solchen Zwangsehen sehr schlecht behandelt. Sie werden als minderwertig angesehen und haben keine Rechte.“

„Sie wurde misshandelt, obwohl sie schwanger war?“ Thorsten war erschrocken, so etwas war ihm völlig fremd.

„Vielleicht genau deshalb. Noch eine Person, für die der Ehemann sorgen musste.“

Thorsten wurde schlecht. Auch er war neu in der Gruppe; das zumindest hatte er mit Hans Hiebler gemeinsam. Aber sonst einte sie nichts. Während Hans durch seinen vorherigen Job bei der Kriminalpolizei mit Verbrechen zu tun hatte, war Thorsten völlig unbedarft. Es war sogar so, dass er noch niemals vorher eine Leiche gesehen hatte. Warum er sich trotzdem für OMEGA entschieden hatte? Wegen seiner Frau Judith. Sie war schon lange ein Mitglied und arbeitete aktiv mit. Den Grund dafür kannte er gut, denn Judiths Nichte wurde im Alter von sechs Jahren entführt, missbraucht und ihr toter Körper dann auf einer Müllkippe entsorgt. Die Kleine wurde erwürgt, ihr Körper wies deutliche Spuren von Gewalt auf. Das alles wusste Thorsten und auch er war wütend über die Tat und vor allem über die Tatsache, dass der Mörder nach einer eineinhalbjährigen Haftstrafe wieder auf freien Fuß kam. Das wurde mit der schlechten Kindheit und guten Sozialprognose begründet, was niemand verstand. Und trotzdem war es so, der Mörder war wieder auf freiem Fuß und konnte ein neues Leben beginnen. Es dauerte sehr lange, bis Thorsten das verkraften konnte. Seine Frau Judith wählte einen anderen Weg, mit der Trauer, dem Schmerz und der Wut umzugehen – sie trat dieser Gruppe bei. Alle Details darüber erfuhr er während das Aufenthalts in Taiwan, das er hoffentlich nie wieder sehen musste. Von Anfang an fühlte sich Thorsten dort unwohl und konnte es nicht erwarten, dass er endlich wieder nach Deutschland reisen durfte. Jetzt saß er als neues Mitglied der Gruppe hier und konnte selbst nicht glauben, welche Wendung sein vorher so biederes, ruhiges Leben nahm. Ob er es tatsächlich schaffte, jemanden zu verfolgen, vielleicht auch zu schlagen oder gar zu ermorden? Er wusste es nicht. Trotz aller Zweifel war er von der Sache überzeugt und blieb - ganz egal, was ihn erwartete.

„Wie ist eine Zwangsheirat in Deutschland möglich? Das ist doch verboten“, unterbrach Anita Seidl ebenfalls sichtlich geschockt die eingetretene Stille.

„Bei den Ehemännern handelt es sich um Migranten, die zwar in Deutschland leben und auch meist die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, mit den hiesigen Gepflogenheiten aber nicht vollständig klarkommen. Die Wurzeln der eigenen Herkunft und das Umfeld, in dem diese Menschen unter Gleichgesinnten leben, machen eine Öffnung für ein westliches Leben beinahe unmöglich. Es gehört sich für einen Mann nicht, dass er allein lebt und er wird schief angesehen. Die Männer suchen sich selbst keine neue Frau, so wie wir es tun würden. Außerdem wollen sie keine europäische Frau, die gelten als schwierig, zickig und streitbar. Diese Männer bevorzugen eine Frau aus ihrem eigenen Kulturkreis. Für jemanden, der in Deutschland lebt, ist das nicht einfach. Ältere Frauen sind nicht gewünscht, da man auch sie als schwierig ansieht. Sie sind oft selbstbewusster, was ein Mann nicht brauchen kann. Und die Tatsache, dass eine ältere Frau bereits sexuelle Erfahrungen gemacht hat, geht für viele dieser Männer überhaupt nicht. Die Frau hat eine Jungfrau zu sein. Auch deshalb fällt die Wahl in den meisten Fällen auf ein sehr junges Mädchen, die man als gefügig und formbar ansieht. Wir dürfen dabei das männliche Ego nicht vergessen. Männer mit sehr viel jüngeren Frauen sind hoch angesehen“, führte Eberwein aus.

„Da man um das Verbot von Zwangsheirat vor allem mit Minderjährigen weiß und die deutschen Behörden fürchtet, wendet man sich an einen Vermittler, der sich um ein geeignetes Mädchen kümmert. Der Bräutigam in spe reist nach erfolgreicher Suche zurück in die Heimat oder in eines der Nachbarländer, heiratet dort und kommt mit seiner Frau zurück nach Deutschland. Um das Alter der Frau zu verschleiern, werden gefälschte Papiere ausgestellt. Ein Geschäft für die Familie der Frau, die dadurch das eigene Überleben sichert. Äußerst lukrativ für den Vermittler, aber ein Martyrium oder sogar ein Todesurteil für viele der jungen Frauen. Die Ehemänner zahlen für diese Vermittlung sehr viel Geld. Manchmal legt die Gemeinschaft zusammen, oder der Mann nimmt sogar einen Kredit auf.“ Zeitler hatte sich lange und ausführlich mit diesem Thema auseinandergesetzt, was ihn viele schlaflose Nächte gekostet hatte.

„Was bekommt man für das Leben der Tochter?“ Judith war angeekelt, versuchte aber, sich zusammenzureißen.

„Das ist unterschiedlich. Eine Kuh, manchmal zwei oder drei Schafe, oft gibt es nur einen Sack Reis. Diesen Familien kann man keinen Vorwurf machen, die sind auf diese Deals zur Erhaltung und Absicherung der Familie angewiesen. Moralisch verwerflich, aber verständlich. Es trifft die Ärmsten der Armen. Pro Jahr werden auf diese Weise rund 12 Millionen Mädchen zur Zwangsheirat verkauft. Ich bevorzuge die Bezeichnung verkauft, da das für mich keine Vermittlung mehr ist. Die heiratswilligen Männer sind in ihren alten Kulturen gefangen, stehen in der Familie, bei Freunden und Nachbarn unter Druck. Ich will deren Vergehen nicht schmälern, versteht mich nicht falsch, aber ich will an die Hintermänner ran, die diese Sauerei überhaupt erst ermöglichen. Und im vorliegenden Fall ist das Wilhelm Bader, der erwiesenermaßen eine sehr große Nummer in dem Geschäft ist. Er agiert nicht nur hier in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland. Wenn ihr mich fragt, macht er auch vor den Grenzen unserer Nachbarländer nicht halt, aber das ist nicht erwiesen. - Bader hat die erforderlichen Kontakte, er fädelt das alles ein. Ohne ihn wäre das Geschäftsmodell überhaupt nicht möglich.“ Michael Zeitler war emotional mitten in der Sache drin. Zum einen, weil er sich seit Monaten mit dem Fall Bader beschäftigte, und zum anderen, weil er im schönen Stralsund lebte und es einfach nicht gut fand, dass solche widerlichen Subjekte in seiner Heimat unbehelligt lebten und von hier aus ihrer ekelhaften Arbeit nachgingen.

„Arbeitet Bader allein?“

„Das ist ein Punkt, den wir bis heute nicht beantworten können. Außer Bader konnten wir niemanden ausfindig machen, obwohl wir davon überzeugt sind, dass es Hintermänner – oder Frauen – geben muss. Soweit ich ermittelt habe, ist diese Vermittlungsarbeit für eine Person allein kaum zu bewältigen, es muss also Hintermänner geben. Aber bis heute konnten wir niemanden finden. Offiziell arbeitet Bader allein, was wir nicht glauben. Wie auch immer: Für uns steht Bader ganz oben auf der Liste.“

„Und wenn sich Komplizen während unseres Jobs herauskristallisieren?“ Hans musste alles genau wissen, da er das Procedere nicht kannte.

„Dann müssen wir erneut beraten. Wichtig ist aktuell: Bader muss weg. In meinen Augen ist er für den Tod dieser armen Mädchen verantwortlich, er ist unser nächstes Ziel“, sagte Zeitler sehr überzeugt.

„Das ist auch meine Meinung“, bestätigte Doktor Eberwein. Auch er hatte sich ausführlich mit der Thematik und dem vorliegenden Fall befasst. „Wir wissen sehr gut, dass Bader diese Mädchen nicht eigenhändig umgebracht hat, aber er ist der Dreh- und Angelpunkt, nur durch ihn waren und sind diese widerlichen Zwangsehen möglich.“

„Wenn Bader weg ist, kommen wir vielleicht auch an die eventuellen Hintermänner ran. Wir müssen diesem Treiben ein Ende setzen.“

„Ich weiß nicht“, sagte Judith. „Bader hat niemanden getötet. Ja, er ist ein Arschloch und macht dreckige Geschäfte, das ist mir klar. Aber direkt hat er mit diesen toten Mädchen nichts zu tun. Er ist kein Mörder. Warum muss er sterben?“

„Weil solche Leute diese Morde erst ermöglichen“, konterte Michael Zeitler, obwohl er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag auf sehr dünnem Eis bewegte. „Omega hat das alles initiiert und bittet darum, dass wir uns der Sache annehmen.“

Der Hinweis auf Omega, dem Kopf dieser Gruppe, überzeugte alle.

„Das hier sind Baders Kontoauszüge und das hier sind Gelder, die er vor den Behörden versteckt, die wir jedoch gefunden haben“, warf er die diversen Auszüge auf den Tisch. „Bader ist nicht nur reich, er ist stinkreich. Und wie kam er zu diesem Reichtum? Indem er mit Menschen handelt, wobei ihm die Schicksale völlig egal sind.“

Es entstand eine Diskussion, in der Judith die einzige Gegnerin war, alle waren für Baders Tod.

„Ist ja gut, ich habe verstanden. Trotzdem habe ich Einwände und die werde ich vorbringen dürfen.“

„Sicher darfst du das. Wenn du lange genug darüber nachdenkst, wirst du uns verstehen. Wenn nicht, dann bitte ich trotzdem um dein Verständnis, dass Bader unser nächstes Ziel ist.“

„Ich habe Berichte für jeden von euch zusammengefasst“, sagte Zeitler und teilte Mappen aus. Er wartete einige Minuten, dann blickte er in die Runde. „Wer ist dabei? Wir brauchen fünf Leute.“

Hans Hiebler meldete sich sofort, auch Thorsten Köllhofer, Jörg Greisinger und Martha Störmer meldeten sich. Fritz Störmer musste wegen einer Augen-OP diesmal leider passen, was ihm sehr leid tat. Auch Anita Seidl war verhindert, da einige Termine anstanden, die sie nicht verschieben konnte. Alle waren überrascht, dass Judiths Hand trotz ihrer Zweifel nach oben ging. Nachdem Werner Grössert die Bilder erneut ansah, ging auch seine Hand nach oben. Das war ungewöhnlich, denn Grössert war beruflich im Innenministerium München stark eingebunden. Er zog sonst im Hintergrund die Fäden, aber diesmal wollte er selbst dabei sein.

„Warum du, Werner?“

„Ich habe selbst eine Tochter. Wenn ich nicht das Glück gehabt hätte, in Deutschland geboren worden zu sein, hätte meine Tochter vielleicht auch irgendwann dieses Schicksal ereilt. Ich möchte diesmal dabei sein, um für diese Mädchen einzutreten. Irgendjemand muss sich deren Schicksal annehmen, deshalb wäre ich gern dabei. Zeitlich bekomme ich das hin, keine Sorge.“

„Sicher?“

„Ich bin dabei, ihr könnt euch auf mich verlassen.“

Zeitler sah in die Runde. Alle, die sich gemeldet hatten, nickten. Dass sich Jörg Greisinger ebenfalls meldete, war zwar löblich, aber er wurde nicht gebraucht. Noch nicht. Fünf Personen reichten vorerst aus, das hatten Zeitler und Eberwein im Vorfeld vereinbart. Greisinger war enttäuscht. Der BKA-Beamte wurde noch nicht oft eingesetzt und schon allein deshalb war er scharf darauf, sich endlich wieder aktiv einzubringen.

„Okay, unsere Einsatzkräfte stehen. Wir nennen den Einsatz der Einfachheit halber STRALSUND. Macht euch euer eigenes Bild und überlegt euch eine Strategie. Schnell, sauber, zuverlässig – alles ohne Schnickschnack. Nichts kompliziertes, das viel Vorbereitung in Anspruch nimmt. Und natürlich keinen Tod, der die Kriminalpolizei auf den Plan ruft. Nächste Woche treffen wir uns wieder und diskutieren erneut, dann legen wir den endgültigen Plan fest. Der Treffpunkt wird euch wie immer einen Tag vorher übermittelt.“ Michael Zeitler teilte den fünf Freiwilligen die neuen Handys aus, die zu jedem neuen Fall bereitgestellt wurden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, die sich in den letzten Jahren bewährt hat. Auch die Treffpunkte wurden kurzfristig gewählt. Jeder einzelne der Gruppe hatte sehr viel zu verlieren, wenn ihnen jemand auf die Spur kam.

Die Weichen waren gestellt, STRALSUND stand. Jetzt gab es keinen Weg mehr zurück, das war allen klar.

Vorbereitungen Plan STRALSUND

Während Werner Grössert und Martha Störmer parallel an ihren Rechnern saßen und Hintergrund-Informationen im Netz sammelten, wählten Hans Hiebler und das Ehepaar Köllhofer den direkten Weg. Hans saß in seinem Wagen und beobachtete das Haus der Zielperson Wilhelm Bader im Küstenring in Stralsund-Andershof. Die Häuser mit Blick auf den Sund und damit auf die Insel Rügen direkt gegenüber waren nicht nur heiß begehrt, sondern vor allem sehr teuer. Wer hier lebte, gehörte zur gehobeneren Einkommensklasse, in der auch Bader zu finden war.

Hans fühlte sich in seinen früheren Polizeijob zurückversetzt, in dem Überwachungen nicht unüblich waren. Er war mit allem versorgt, was er für die nächsten Stunden brauchte. Für normale Menschen war das hier verschissene Zeit, aber für Hans ergab sich ein Bild der Zielperson, was sehr wichtig war. Er registrierte jedes Detail, das sich langsam mit der Stille um ihn herum zu einem Plan formte.

Judith Köllhofer war voller Tatendrang, auch wenn sie ihre Zweifel bezüglich des Jobs hatte. Sie joggte mehrfach an Baders Haus vorbei, borgte sich einen Hund und ging damit am Haus vorbei spazieren, hatte vermeintlich volle Einkaufstüten dabei, und so weiter. Dass sie sich mehrfach umzog und sogar Perücken wechselte, gehörte für sie dazu. Nichts ließ sie unversucht, um nicht aufzufallen und alles aufzunehmen, was sie für wichtig erachtete. Und sie fiel offenbar nicht auf, was in dieser teuren Wohngegend ein Kunststück war. Niemand sprach sie an, nirgendwo sah man aus dem Fenster, noch nicht mal eine Gardine wackelte. Judith empfand sich als genial und kam sich vor wie eine Geheimagentin. Natürlich sah sie Hans in seinem Wagen sitzen, was sie dämlich und sehr ungeschickt fand, aber das war nicht ihr Problem. Wenn er aufflog, dann hatte sie das nicht zu kümmern. Sie drehte ihre Runden – und zwar so lange, bis sie alles von Bader wusste, was für den Plan erforderlich war.

Thorsten war zwar vom Geschick seiner Frau begeistert, ging aber ganz anders vor. Er kam mit Nachbarn ins Gespräch, setzte sich auf Bänke an der Uferpromenade und sprach mit Passanten. Er gab alles, um irgendwie an Informationen über Bader zu kommen. Aber irgendwann fiel er auf, was er an den Blicken der Menschen erkannte. Auch Judith beschloss, mit ihrer Taktik aufzuhören, da sie sich immer unwohler fühlte. Die beiden Köllhofers einigten sich auf eine andere Strategie.

„Wir sollten hier nicht ständig herumlungern, das führt zu nichts mehr. Außerdem fallen wir auf. Es wäre eine Katastrophe, wenn Bader unsere Gesichter erkennen würde“, sagte Thorsten, wobei er darauf achtete, dass ihn niemand hörte.

„Hast du eine bessere Idee? Wir sollten aufhören. Mein Plan steht. Was ist mit dir?“

„Ich bin noch nicht so weit, ich weiß noch nicht genug.“

„Und wie willst du das bewerkstelligen?“

„Nutzen wir den Sund“, grinste Thorsten und zeigte auf das Wasser.

„Du willst ein Boot nehmen?“

„Warum nicht? Wir sind hier direkt am Wasser. Hier gibt es sicher genug Boote zum Mieten. Du musst ja nicht mitkommen.“

„Das könnte dir so passen, selbstverständlich komme ich mit!“

Wenig später saßen die beiden tatsächlich in einem Schlauchboot, das Thorsten zielsicher in Richtung des fraglichen Hauses steuerte. Dort machte er den Motor aus. Beide warteten und sahen abwechselnd durch das Fernglas. Es wurde dunkel. Durch den aufkommenden Wind schaukelte das kleine Schlauchboot auf den Wellen, was Judith langsam auf den Magen schlug und Thorsten nicht entging. Er beobachtete, wie sie mit der Übelkeit kämpfte, während es immer dunkler wurde.

„Lass uns endlich zurückfahren. Dir geht es nicht gut und wir sitzen hier sehr bald völlig im Dunkeln.“

„Wir verlassen auf keinen Fall unseren Posten. In der Dunkelheit sind wir geschützt, eine bessere Ausgangsposition bekommen wir so schnell nicht wieder.“

Die Zeit verging. Thorsten wurde langweilig, Judith kämpfte mit ihrer Übelkeit. Gerade, als Thorsten erneut vorschlagen wollte, endlich aufzugeben, rief Judith:

„Endlich! In Baders Haus gehen die Lichter an, er ist zuhause!“ Judith war aufgeregt und erleichtert. Endlich rührte sich etwas, mit dem man arbeiten konnte. „Ich glaube, dass eine weitere Person im Haus ist, zumindest meine ich, dass ich sie gesehen habe. Nur schemenhaft, leider nicht mehr. Wir müssen herausfinden, ob ich mich geirrt habe oder richtig liege. Von hier aus haben wir eine sehr gute Sicht.“

Thorsten merkte eine Veränderung bei seiner Frau. Während sie zuhause ruhig und eher zurückhaltend war, war sie jetzt taff und zielgerichtet. Die Übelkeit schien plötzlich verschwunden zu sein. Judith machte jede Menge Fotos und ließ das fragliche Haus nicht mehr aus den Augen. Nach Mitternacht waren die Lichter im Haus Bader immer noch an.

„Bader geht in den Garten. Wo geht er hin? Die Bäume versperren mir die Sicht! Ich muss näher ran. Weißt du was? Lass uns an Land fahren“, schlug Judith vor.

„Spinnst du? Der Typ hat sicher Kameras rund ums Haus angebracht.“

„Dann muss ich eben aufpassen. Los, starte den Motor und fahr ans Ufer!“

Judith diskutierte nicht. Sie musste mehr über die Zielperson herausfinden, alles andere war jetzt unwichtig. Sie hatte nur noch Bader im Auge.

„Näher kommen wir nicht ran“, sagte Thorsten, der befürchtete, dass der Außenbordmotor im seichten Wasser des Ufers Schaden nehmen könnte.

---ENDE DER LESEPROBE---