ONESPIRIT - Countdown 2012 - Wahid H. Mannes - E-Book

ONESPIRIT - Countdown 2012 E-Book

Wahid H. Mannes

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Beschreibung

Heiterer, fantastisch spiritueller Abenteuerroman um den Weltuntergang 2012. Das Buch erzählt das Abenteuer vom zackigen Journalisten Brian und seinem treuen Freund Ahmad, die das Schicksal über Nacht berühmt macht. Es erzählt von Julia, der Nachrichtensprecherin und von Anaki der Schamanenfrau, die durch ihre geistigen Fähigkeiten, den Lauf der Dinge verändert. Sie erzählt, wie durch das Fernsehen Kallisto's „verrückte Ideen“ verwirklicht werden. Und sie erzählt von der Macht der Banken und der Medien. Vor allem aber ist ONESPIRIT - Countdown 2012 die Geschichte einer Wandlung im Bewusstsein der Menschen, verursacht durch ein außergewöhnliches Ereignis, das alle Menschen und Lebewesen auf diesem Planeten, miteinander vereint - Onespirit.

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Wahid H. Mannes

ONESPIRIT - Countdown 2012

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

DER ABEND DAVOR

Samstag, 24. März „Kallisto. Kallisto wach auf!“ Brian hatte an Kallistos Zimmertür geklopft. Kopfschüttelnd, lächelnd, ging er mit leichten Schritten weiter zur Küche, ob Kallisto ihn überhaupt gehört hatte? Brian blieb bei der Türöffnung zur Küche stehen. Er runzelte die Stirn. Kallisto hatte wieder die Küche nicht aufgeräumt. Mit einem Seufzer begann Brian den Müll, der sich auf dem Tisch angesammelt hatte in die große Abfalltüte zu werfen, und das mitgebrachte Fast Food auszupacken. Ahmad, der mit Brian nach Hause gekommen war, hatte mittlerweile seine Kamera, mitsamt sonstiger Ausrüstung, sorgfältig in seinen Schrank gelegt und kam nun durch die offene Tür ebenfalls in die Küche. „Hey warte mal“, rief er mit angewidertem Gesicht, „lass mich mal erst den Tisch abwischen.“ „Okay, okay Sauberkeitsfanatiker!“ erwiderte Brian abwehrend „Es hat schon schlimmer ausgesehen, viel schlimmer. Du machst das mit dem Tisch und ich geh inzwischen Kallisto aufwecken.“ Und lies Ahmad allein in der Küche zurück. “Wow, hier sieht es ja wieder aus!“ Schlecht gelaunt nahm Ahmad den Lappen in die Hand und machte sich an die Arbeit. „Tabakreste, Brotkrümel, gebrauchte Kaffeetassen, geht’s noch? Ich sollte mal mit seiner Mama sprechen, in der Kindererziehung ist wohl einiges nicht so gut gelaufen. Oh, dieser Kallisto.“ Brian unterdessen, betrat leise, ohne noch einmal zu klopfen Kallistos Zimmer. Es war dunkel. Die Jalousien waren geschlossen. Die Luft war verbraucht und es roch nach kaltem Rauch. Brian verzog sein Gesicht, kniff die Augen zusammen und atmete ganz flach. Bei so wenig Sauerstoffgehalt in der Luft, könnte Kallisto schon tot sein. Brian schlich weiter im Dunklen am Bett des noch schlafenden Kallistos vorbei zum Fenster. Er ergriff mit beiden Händen den Jalousien Gurt und riss mit einem Ruck die Jalousien auf. „Hey du Faulpelz. Wach auf!“ rief Brian mit lauter Stimme. Mit einem dumpfen Laut riss es Kallisto aus dem Schlaf in eine fast vertikale Sitzposition. „Es ist kurz vor Sonnenuntergang“ bemerkte Brian lächelnd. Die abendliche Sonne strahlte hellgelb, rötlich direkt ins Zimmer. Wie Suchscheinwerfer schnitten die einzelnen Strahlen durch die halboffenen Vorhänge in Kallistos nebliges Zimmer hinein. Kallisto hatte sich inzwischen in seinem Bett aufgesetzt. Er hielt seine Hände schützend vor seinem Gesicht, griff sich an die Stirn. Entschied im nächsten Augenblick die Hände doch eher vor seinen Augen zu lassen. Die plötzliche Lichtflut, so kurz nach diesem schreckhaften Aufwachen, war ihm zu viel. Seine langen, dunklen, fast schon schwarzen, Haare hingen zerzaust über seinem Gesicht. Durch seine blinzelnden Augen erkannte er grob die Umrisse von Brian. „Guten Morgen, gut geschlafen?“ fragte Brian in einer freundlich, frischen Art, in der vielleicht eine Krankenschwester morgens ihren Lieblingspatienten weckt. Brian sah mit einem Lächeln auf seinen Freund hinunter, der sich die Augen rieb und sich murmelnd zu beschweren versuchte. Inzwischen war Kallistos Bart ziemlich lang geworden. Der Übergang zu seinen Haaren war, nicht mehr erkennbar. Seine markante, scharf geschnittene Nase, seine scharfen Augenbrauen und seine sonst nur leicht slawischen Gesichtszüge, kamen durch den langen Bart erst richtig zur Geltung. „Hey wir haben was zu essen dabei. Komm! Kaltes Essen schmeckt nicht. Und außerdem habe ich dir einen extra einen großen, Kaffee mitgebracht. Also los, beweg dich!“ Kallisto winkte aufgebend ab, gegen diese gut gelaunte Energie von Brian war er wehrlos. Er fühlte sich vergleichsweise schwach und müde. Aufgebend ließ er sich mit einem Seufzer rückwärts ins Bett fallen. Das war das definitive Ende seiner Siesta, das war ihm klar. Brian musste lachen und sagte beim Hinausgehen: „In fünf Minuten komm ich mit einem Eimer Wasser zurück - so better get up boy, wir müssen mit dir reden.“ Kurze Zeit später kam Kallisto träge aus seinem Zimmer. Er hatte seine Meditationsmusik angemacht und torkelte schlaftrunken zur Küche. „Oh.“ sagte Kallisto überrascht, als er die Küche betrat und die auf ein menschenwürdiges Niveau aufgeräumte Küche bemerkte. „Hab ich's doch noch geschafft die Küche aufzuräumen?“ fragte er verwirrt, sich erinnern versuchend. „Ja, ja, toll hast du die Küche aufgeräumt, Kallisto.“ bestätigte Ahmad mit säuerlichem Ton. „Setz dich doch, Kallisto. Kaffee?“ Brian reichte Kallisto einen großen Pappbecher. Kallisto nahm diesen entgegen, rückte den Holzstuhl zurecht und setzte sich an den Tisch. „Und“, fragte er, „was gibt's Neues? Was so Wichtiges zu besprechen? Habt ihr wieder mal eine von euren tollen Ideen?“ Kallisto schlürfte laut seinen Kaffee und sah die Beiden, die „tolle Idee“ erraten wollend, an. „Habt ihr wieder einen Traumjob für mich, oder so was?" „Volltreffer.“ sagte Ahmad sichtlich überrascht. Seine angesäuerte Laune war mit einem Mal verflogen. „Es geht wirklich um einen Job für dich!“ sagte Ahmad mit weit aufgerissenen Augen, und als er Kallistos skeptischen Blick bemerkte: "Hey aber, dieser Job wird dir echt gefallen. Er ist genau das Richtige für dich.“ „Wir machen dich zum Star.“ warf Brian euphorisch ein. „Wir wollen eine Dokumentation über Menschen machen, die, na ja, "etwas anders" sind als andere. Und wir dachten da an dich als Showmaster.“ erklärte Ahmad mit einem Lächeln. Das leichte Kopfschütteln, die gerunzelte Stirn und der ungläubige Blick Kallistos bracht Ahmad zum Schweigen. „So ein Quatsch“ begann Kallisto „Brian ist der verdammte Showmaster-Typ. Ihr denkt doch nicht wirklich, dass ich bei so etwas mitmachen könnte?“ Schier endlose Momente vergingen als Kallisto seine Freunde eingehend betrachtete, dann lächelte er. „Glaubt ihr wirklich, die wollen so einen Typen wie mich im Fernsehen? So 'nen Hippie wie mich? Hey, lasst mich da raus! Ich bin kein Showmaster.“ Er lachte schnaubend in sich hinein und nahm noch einen Schluck von seinem Kaffee – schlürfend. „Kallisto hör zu.“ sagte Ahmad mit beschwichtigender Stimme in die entstandene Stille hinein. „Wir haben echt darüber nachgedacht. Wir wollen, dass du eine Möglichkeit hast all deine verrückten, äääh also, verrückt klingenden, Ideen und Vorstellungen zu präsentieren. Du sollst nicht der „Showmaster“ sein, du bist derjenige, der die richtigen Fragen stellt. Du bist der, naja der Fachmann eben auf diesem Gebiet. Wir interviewen Priester, Politiker, Mystiker, Freaks, einfache Leute von der Straße und stellen ihnen, na ja, so was wie spirituelle Fragen. So was wie „Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen wir? Wohin gehen wir, wenn wir sterben? Und so was. Halt das ganze Zeug, worüber du immer sprichst - Dimensionen, Esoterik, Astrologie, andere Welten usw. Brian macht die Interviews, ich filme und du machst die Vorbereitungsarbeit, die Recherchen und gibst Kommentare ab und verbindest die Aussagen oder so, je nach dem. Ach was weiß ich. Das ist eben dein Job.“ Ahmad lehnte sich, scheinbar erschöpft, nach hinten an die Stuhllehne und nahm ebenfalls schlürfend einen Schluck Kaffee. Für eine Weile sagte keiner etwas. Einzig das Schmatzen und Schlürfen, das Rascheln der Papierverpackung und die sanfte Meditationsmusik im Hintergrund waren zu hören. Etliche Schmatzer später ergriff Kallisto das Wort: „Und ich könnte mir aussuchen wen wir interviewen, und kann diejenigen praktisch fragen, was ich will?" „Ja.“ erwiderte Ahmad, über Kallistos Neugier erfreut „Du gibst das Inhaltliche vor, du machst die konzeptionelle Arbeit, schreibst die Fragen auf, brauchst aber nicht unbedingt vor der Kamera zu stehen. Hm, also eigentlich wär's schon besser, wenn du „life dabei“ wärst. Vielleicht könnten wir dich auch tatsächlich als Ko-Moderator einsetzen. So könntest du gleich auf die Aussagen der Befragten cool esoterisch reagieren und das Gespräch in die esoterische Richtung führen, und so.“ Dann beendete Ahmad seinen Satz mit Seitenblick auf Brian: „Brians Fachgebiet beschränkt sich ja leider nur auf Frauen, ein bisschen Politikwissenschaft und auf blöde Sprüche klopfen.“ Es dauerte einen kleinen Moment des Verstehens, dann lachten die drei Freunde. Ahmads knappe Zusammenfassung der Fähigkeiten und Interessen Brians, war nur zu treffend gewesen. Brian selbst konnte sich kaum vor Lachen halten. „Ich habe ja auch alle drei Fachgebiete jahrelang studiert.“ kam es kaum verständlich, lachend aus Brian hervor, „Erst die Frauen, dann die Politik, und seitdem ich den Job als Journalist habe, werde ich immer besser mit meinen Sprüchen. Du hast schon Recht. Ha, ha ha.“ Brian war amüsiert. Sich langsam beruhigend, nahm er einen großen Schluck von seinem Kaffee und sagte, nachdem er sich wieder gesammelt hatte: „Jetzt mal Spaß beiseite, Kallisto. Das Ganze ist zwar von „oben“ noch nicht abgesegnet, aber wenn wir mit einem guten Konzept ankommen, kann ich den Boss sicher davon überzeugen. Er lässt dann die Kohle springen und wir fahren in der Weltgeschichte herum und Interviewen alle die was Spirituelles, Mystisches, Esoterisches oder sonst wie Abgefahrenes zu sagen haben, vom philosophischen Penner auf der Straße über den Medizinmann aus Papua Neuguinea bis zum Papst. Das klingt doch gut oder?“ „Und ihr glaubt wirklich euer Boss würde so etwas unterstützen?“ fragte Kallisto ungläubig, dessen Augen trotzdem erwartungsvoll zu leuchten begannen. „Wenn der Boss schon von meinen Sprüchen so begeistert ist“, sagte Brian wieder belustigt „dann wird er von deinen Spinnereien total überwältigt sein, Kallisto. Das steht auf jeden Fall fest. Eine steile Karriere steht vor dir...“ „Der einzig wirklich Leidtragende bin sowieso ich.“ kommentierte Ahmad mit einem verschmitzten Lächeln „Ich bin doch der Arme, der den Spinner und den Sprücheklopfer ständig anschauen und auch noch mit der Kamera aufnehmen muss - oh welch grausames Schicksal. Welch schlechtes Karma...“ An diesem Abend wurde noch viel geredet, fantasiert, gewitzelt und gelacht. Keiner der Drei konnte wissen, dass sich ihr Leben bald sehr ändern würde. Kallisto hatte in letzter Zeit öfter ein „komisches Gefühl“ gehabt. Ein „komisches Gefühl“, das ihm zu sagen schien, dass etwas Undefinierbares „im Anflug“ war. Dinge würden sich ändern. Doch selbst Kallisto, mit seinem „siebten Sinn“ konnte den Zeitpunkt und das Ausmaß der Veränderung, nicht mal ansatzweise erahnen. In persönlichen, familiären, beruflichen Belangen gibt es im Leben immer wieder Veränderungen. Mal große, mal kaum spürbare Veränderungen. Hin und wieder gibt es Veränderungen, die ein ganzes Land betreffen oder ein ganzes Gebiet heimsuchte. Doch meistens wurden diese Ereignisse seelisch isoliert, aus der Entfernung, als etwas, das anderen, entfernt lebenden Menschen widerfuhr, wahrgenommen.. Große Katastrophen, sterbende Menschen, nur anfangs bewirken sie ein loderndes Interesse mit schmerzlichem Mitgefühl. Ist man nicht direkt davon betroffen, weicht das Interesse und die ohnehin geringe seelische Verbundenheit mit den Opfern anderen „interessanten“ Geschehnissen, die sogar ganz banaler Art sein können. Das Interesse für viele, scheinbar wichtige Dinge, ist oftmals mit einem überraschend kurzen Verfallsdatum gekennzeichnet. Ereignisse, die "global", direkt für fast alle spürbar erlebt werden, gibt es nur sehr selten. Ein Endspiel einer Fußball Weltmeisterschaft, dem viele Millionen Menschen vor ihren Fernsehern auf dem ganzen Planeten zusehen, könnte man als eines dieser raren Ereignisse bezeichnen. Bald sollte es noch so ein „globales“ Ereignis geben. Ein Ereignis, das es uns allen sehr schwer machen wird, zum gewohnten Alltag zurückzukehren. Wahrscheinlich gab es etliche Menschen, mit Sicherheit aber viele Tiere, die so mit dem „Fluss der Zeit“ verbunden waren, dass sie die auf schnellen Beinen herannahende Stunde fühlen konnten. Die Stunde, die alle Wesen auf diesem Planeten vor ein, gänzlich unvorhersehbares, unabwendbares, gleiches Schicksal stellen würde.