Opferrolle -Die Folgen von Misshandlung und Missbrauch - Sabine Guhr-Biermann - E-Book

Opferrolle -Die Folgen von Misshandlung und Missbrauch E-Book

Sabine Guhr-Biermann

0,0

Beschreibung

Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch werden in diesem energetischen Aufklärungsbuch unter die Seelenlupe genommen, durchleuchtet und wahrheitsgemäß angepackt. Die enormen Qualen und deren Folgen, die viele Kinder erdulden müssen, ohne dass den Erwachsenen auch nur ansatzweise bewusst wäre, was sie mit ihren unbedachten Handlungen anrichten, sollen wachrütteln, um mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Kindesmisshandlung, genauso wie Missbrauch, sind Themenbereiche, die zumeist familienorientiert von einer Generation über die nächste übertragen und vererbt werden. Damit diese permanente, unreflektierte, familiäre Strukturweitergabe ein Ende finden kann, wird in diesem Buch genau beschrieben, wie es sich in solchen Familiensystemen verhält und was man selbst tun kann, um sich daraus zu lösen. In diesem Buch werden aber nicht nur Opfer seelisch durchleuchtet, um zu verstehen, wie stark Kinder sein müssen, um solche Handlungen zu überleben. Nein, auch Täterprofile werden analysiert, um das hinter den Taten liegende Handlungsmotivationsmuster zu erkennen. Versteht man die Antriebsmechanismen von Tätern besser, ist man wachsamer, handlungsfähiger und kann Vorsicht walten lassen. Dieses Buch verspricht andere Sichtweisen der Motivationsaspekte, die erklären lassen, warum einem selbst so etwas passiert sein könnte. Der Blick auf karmisch geprägte Verhaltensmuster wird dem Verständniserfolg noch mehr Klarheit bringen. Opferrolle ist ein Vereinsbuch aus der Buchreihe der Opalia Family e.V.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 281

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Opferrolle

Die Folgen von Misshandlung und Missbrauch

Vereinsbuch aus der Buchreihe Opalia Family e.V.

Sabine Guhr-Biermann

Vereinsbuch aus der Buchreihe Opalia Family e.V. - Opferrolle

Ein Buch des Vereins Opalia-Family e.V.

Autorin: Sabine Guhr-Biermann

ISBN 978-3-947232-03-1 © Libellen-Verlag · Leverkusen

Coverbild: © Alena Ozerva / Adobe StockCovergestaltung: Bianca Lenzhölzer

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, sind dem Verlag vorbehalten.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

www.libellen-verlag.de

Inhalt

Das Vorwort 6

Die Einleitung 12

Die persönlichen Prägungen 22

Die Teilpersönlichkeiten 39

Die Täter-/Opfer-Teilpersönlichkeiten 51

Die Täterprofile 59

Die körperliche Misshandlung 71

Das gewaltvolle Familienkarma 85

Das Schuldbewusstsein 104

Die Sucht 119

Die suchtfreie Unabhängigkeit 131

Die Misshandlung / das Täterprofil 143

Die innere Abwehrhaltung 155

Die Misshandlung / das Opferprofil 164

Der Sexuelle Missbrauch / das Täterprofil 180

Der Sexuelle Missbrauch / das Opferprofil 193

Die Folgewirkungen 201

Die selbstgesteuerte Freiwilligkeit 214

Das Schlusswort 223

Das Vorwort

Kindesmisshandlungen und Kindesmissbrauch sind brutale, selbstsüchtige Handlungen, begangen an Kindern und jungen Menschen, die solche Handlungsaspekte an sich selbst bei weitem nicht vollzogen haben möchten. Dies ist ein Thema, welches mit Sicherheit schon öfters aufgefasst wurde, doch leider nicht oft genug, sonst läge die Dunkelziffer der nicht registrierten Fälle bei weitem nicht so hoch. Ich möchte mit diesem Buch darauf hinweisen, welche Auswirkungen fremdbestimmte Handlungen auf das Leben einer Erlebnisperson haben können. Auch möchte ich erklären, was man selbst tun kann, wenn man solche Situationen am eigenen Leibe erleben musste, um sich von Folgewirkungen, die mit Sicherheit vorhanden sein werden, befreien zu können.

Damit wir aber überhaupt mit diesem großen, in der Gesellschaft immer noch unter vorgehaltener Hand bestehendem Tabuthema beginnen können, ist es wichtig, genau darauf zu achten, in welcher Form Missbrauch überhaupt stattfinden kann und wann wir von einem Missbrauch oder einer wahrhaftigen Misshandlung sprechen können.

Es geht hierbei nicht immer nur rein um körperlich stattgefundene und ausgeübte Handlungen, durch die eine Kinderseele in Mitleidenschaft gezogen wird, was natürlich für jeden Betroffenen schwer zu durchleben ist, sondern es geht auch gerade um das große Thema der energetischen Übertragungsmuster, die extreme Auswirkungen für den Betroffenen haben werden, die aber trotz alledem oftmals gar nicht richtig in Augenschein genommen werden. Und um auch gerade diesen Themenbereichen mehr Klarheit und Aufmerksamkeit zu schenken, vor allem dann, wenn man selbst als Erziehungsberechtigter noch minderjährige Kinder hat, um die man sich natürlich liebevoll kümmern sollte, habe ich dieses Buch geschrieben, damit mehr Transparenz in dieses wichtige Thema gebracht werden kann.

Die Fragen, die sich nun stellen werden, sind: Wann sprechen wir von einem Missbrauch? Wann sprechen wir von einer Misshandlung? Und vor allem, was kann man für sich selbst tun, wenn man in der eigenen Kindheit von solchen Machenschaften getroffen wurde. Aber nicht nur die sogenannte Opferhaltung ist wichtig durchleuchtet und erkannt zu werden, sondern auch die Täterschaft in uns selbst, die eventuell sogar auch in der Lage wäre, situationsbedingt eine Art von Misshandlung durchzuführen. In den meisten Fällen, ist eine solche Handlung nicht bewusst gewollt und trotzdem geschieht es.

Die Frage, die sich dann jedoch auch stellt ist: Wie gehen wir in so einem Fall damit um, wenn wir selbst zum Täter geworden sind und vor allem, was können wir tun, um die Folgewirkungen, die sich aus der gelebten Situation entwickeln könnten oder sogar schon im Begriff sind, sich zu entwickeln, entsprechend zu entmachten?

Wenn wir uns dies vor Augen führen, dann erkennen wir relativ schnell, dass es in Familiensystemen ungewollte Übertragungsmuster gibt, die sich weiterführend von einer Seele auf die andere übertragen lassen. Wir sprechen dann oftmals von einer Art Familienkarma, welches sich über Generationen hinweg als eine Art Erbgut immer weiterübertragen lässt und welches irgendwann aufgelöst werden sollte, um die Musterübergabe endlich stoppen zu können. Würde dies nicht geschehen, dann würden unsere Nachfahren die vorgelebten Muster auch wieder erfolgreich übernehmen und übertragend weitergeben.

Auch wenn wir die stetige, erbliche Übertragung wahrhaftig nicht haben wollten, die Übergabe würde so oder so geschehen, wenn die Muster nicht aufgelöst würden. Somit ist es enorm wichtig, genau darauf zu achten, was wir selbst einst übernommen haben, und vor allem auch, was wir bisher wie weitergegeben haben und auch noch weitergeben könnten, wenn uns nicht bewusst würde, welches Erbgut wir in uns tragen.

Sollten wir in der Vergangenheit irgendwann eine Art aktive Täterfunktion übernommen haben, aus welchen Gründen auch immer, dann sind wir jederzeit in der Lage, uns von den gelebten Mustern auch wieder zu befreien, wenn wir wirklich gewillt sind, auf uns selbst zu achten und uns selbst unter die kritische Seelenlupe zu nehmen. Dafür ist aber ein sehr kritischer Blick auf unsere Handlungen notwendig, damit wir auch klar erkennen können, was wir tatsächlich gelebt haben. Nur wenn wir wahrhaftig gewillt sind, unseren bisher gegangenen Weg kritisch zu betrachten, dann werden wir auch Erfolg haben und uns bei unseren Mitmenschen aus reinem Herzen entschuldigen können, um uns auf einen neuen und friedvollen Weg begeben zu können.

Je mehr wir uns allerdings weiterhin etwas vormachen und unsere Handlungen legitimieren, indem wir so tun, als würden wir nichts tun, kommen wir nicht weiter. Je mehr wir denken, dass das, was wir gerade getan haben, keine Folgewirkungen haben wird, desto mehr erliegen wir aus gespielter Unwissenheit einer Art Leichtsinn und Unsicherheit. Wir sollten schon einen kritischen Blick auf unsere Handlungen werfen, damit wir erkennen können, was wir tatsächlich tun und getan haben. Je klarer wir also zu uns selbst sind und je wahrhaftiger wir unsere eigenen Handlungen werten, desto besser werden wir unsere eigenen Kinder erziehen können. Wir werden dann Fehler, die wir selbst eins gelebt und gesteuert haben, nicht mehr zulassen und verhindern, dass diese sich wiederholen könnten.

Und um die stetigen familiären Übertragungsmuster als Erbgut zu verhindern, habe ich dieses Buch geschrieben. Das Ziel dieses Buches ist es, Klarheit zu gewinnen, um zu schauen, was wir auch selbst tun können, wenn wir einst in unserer eigenen Kindheit als Betroffene Situationen erlebt haben sollten, die wir so, niemals durchlebt haben wollten.

Das heißt im Klartext: In dem hier vorliegenden Buch werden nicht nur die Folgewirkungen der Handlungen von bewusst ausübenden Tätern angesprochen, deren motivierendes Profil wir uns natürlich genauer betrachten werden. Wir werfen bewusst einen tieferen Blick auf die leichten Übertragungsmuster, die sich unbewusst entwickeln, die wir so mit Sicherheit auch nicht haben wollen, die aber trotzdem entstehen und Wirkungsarme ausbreiten können, die uns gefangen nehmen. Diese Muster entstehen automatisch und werden sich in unserem Leben ausbreiten, ohne dass wir dies bewusst merken.

Es geht in diesem Werk auch um die versteckte Täterschaft, die eine prägende und auch auswirkende Perspektive für unser Leben hat, wenn wir wissen, was wir uns einst vorgenommen haben und somit auch haben möchten. Je klarer wir mit uns selbst sind und je ehrlicher wir uns kritisch betrachten lernen, desto eher haben wir auch die wahrhaftige Möglichkeit, Themen die wir einst selbst am eigenen Leibe erlebt haben, aus unserem System zu löschen, wenn sie keinen Nutzen mehr für uns haben. Aber auch unliebsame, aktive gelebte Lebensthemen, die wir vielleicht rein aus Unwissenheit auf unser Umfeld übertragen haben, können wir wieder ausradieren, wenn sie nutzlos geworden sind, denn auch das geht.

In einer Therapie werden die Themen, die tief in unserem Unterbewusstsein begraben liegen durch Erinnerungsgespräche wieder aktiviert und nach vorne geholt. Dafür müssen wir uns jedoch auch wohlfühlen können und brauchen einen für uns sicheren Rahmen. Die verborgenen Themen werden dann im Gespräch mit einer Vertrauensperson wieder bewusst gemacht, somit nach vorne in unser Bewusstsein geholt, angepackt und gezielt bearbeitet. Je klarer wir zu uns selbst sind und je wahrhaftiger, desto eher werden wir auch die Themen, die sich wie ein Fels um unser Herz gelegt haben, ausmerzen und klären können.

Und nur darum geht es, dass es uns gut geht und wir wieder leicht sein können. Im Grunde genommen geht es um unsere innere Wahrheitsfindung, aber genauso um unsere Handlungsfähigkeit und oftmals auch um alles das, was uns umgibt, also das Außenfeld. Je offener wir mit uns selbst umgehen, desto weniger Versteckspiele werden wir Innen wie Außen erleben, und desto klarer und autonomer werden wir sein.

Es geht also nicht allein darum, den stagnierenden Schmerz, der sich vielleicht in uns befindet, zu durchleuchten, um zu erkennen, woher dieser kommt. Es geht vor allem um die Wahrheitsfindung, das heißt aber auch sich zu trauen, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Ein durchlebter Missbrauch könnte auch eine karmische Ursache beinhalten und somit als Folgewirkung in diesem Leben auf uns zugekommen sein. Genau diese Tiefenthematik, die Übertragungsmöglichkeiten aus früheren Leben und deren Folgewirkungen, werden wir uns in den nächsten Kapiteln genauer anschauen.

Also wird dieses Buch nicht nur versteckte kleinere Übertragungsmuster, die auch eine Form von Missbrauch darstellen können, sei es nun rein in der energetischen oder aber auch körperlichen Ebene, aufdecken und analysieren, um ein anderes Verständnis für uns selbst zu bekommen. Sondern wir werden uns auch tiefsitzende Aspekte der Übertragungsmuster, die der tatsächlich gelebten Täterschaft zuzuordnen sind, die sich zumeist von einer Seele zur nächsten über Generationen hinweg fortführen lassen, genauso durchleuchten, um solche Übertragungstäter aus ihrer gelebten Perspektive analysieren und aufdecken zu können.

Nun widmen wir uns dieser großen und vielseitigen Thematik und gehen in eine Welt, die mit Sicherheit nicht schön zu betrachten ist, doch ganz viel Weite und auch Heilung schenkt, wenn man sich traut in die Tiefen der Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu blicken.

Die Seelenprofilerin und Buchautorin

Die Einleitung

Wenn wir uns mit dem Grundthema einer Kindesmisshandlung auseinandersetzen wollen, dann müssen wir erst einmal eine Art innere Grätsche vollziehen und tiefgründig nachdenken, welche Misshandlungsformen es denn überhaupt gibt. Wann können wir definitiv von einer Misshandlung reden? Wo beginnt die misshandelnde Aktion und wo hört sie auf? Es gibt so viele unterschiedliche Varianten, die alle auf dasselbe hinauslaufen. Ein ausgewachsener und somit im Grunde genommen erwachsener Mensch, versucht mit einer Form von Gewalt seinen Zögling, der ihm absolut alleine durch seine körperliche Konstellation unterlegen ist, in seine Richtung zu erziehen und das mit allen Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen.

Die dafür angewandte Gewalt kann vielseitig sein. Das Ziel ist aber absoluter Gehorsam und Unterwerfung, bis hin zur eigenen Lustbefriedigung des ausübenden Misshandlers. Dieser wird sich immer mehr Macht über die legitim ausgeübten Spielchen holen, die er sich erlaubt, um dem Prinzip der Unterwerfungsstrategie gerecht zu werden, welche ihm Freude und Lustgewinn verspricht. Zumeist fängt der Radius der anfänglich vorsichtig gelebten Misshandlung im Kleinen an und wird dann immer größer, wenn der Täter durch seine Handlungen eine Art Stärke erfährt, die ihm im Leben mit Gleichaltrigen nicht widerfährt.

Er fühlt sich dann im Recht so handeln zu dürfen und versorgt sich weiterhin auf den kleinen Schultern seiner kindlich ausgewählten Opfer. Und solange ihn keiner bremst, wird er seine selbst gebastelte Legitimierungsstrategie gerne betreiben, da sein Zugewinn dadurch automatisch wachsen wird, was ihm wiederum Freude bereiten wird. Doch schauen wir uns die Möglichkeit der zwanghaften Energieübertragung, zumindest in ihrem Ursprung, genauer an.

Die oftmals gelebte und grobmotorische Möglichkeit der Erziehung ist die, dass ein Kind von einem Erwachsenen, der das legitime Recht der Genübertragung hat, da er mit dem Kind verwandt ist, geschlagen wird. Der Erwachsene denkt, dass es erzogen werden sollte und dass solche Maßnahmen normal, wichtig und auch richtig seien. Er passt sich der Norm und Gesellschaft an und meint, dass alle dies tun und dass solche Handlungen normal und gerechtfertigt wären. Er erzieht sein Kind nach seinen Regeln, ohne genauer zu hinterfragen, ob es nicht andere Erziehungsmöglichkeiten geben möge.

Schlagen ist eine sehr primitive Form der Erziehungsstrenge, die mit einem wirklichen Erziehungsnutzen wenig zu tun hat. Doch viele tun dies, da sie denken, dass sich dies so gehöre und handeln nach den Mustern, die ihre Vorfahren an ihnen schon verübt haben. Doch Schlagen bringt gar nichts. Klare Regeln, an die sich Erwachsene natürlich auch halten sollten, dienen dabei wesentlich mehr.

Ein Kind braucht einen Rahmen, an den es sich halten kann, damit es weiß, was es darf und was nicht. Sind diese Rahmen nicht klar definiert, da der Erwachsene selbst ohne Struktur lebt, wird das Kind die Strukturlosigkeit, da es keine zielgerichtete Orientierung hat, natürlich unbewusst ans Tageslicht bringen, was den Erziehenden mit seinem eigenen inneren Chaos der Unsortiertheit konfrontiert, die er natürlich nicht wahrhaben möchte.

Das Kind wird dann oftmals als Sortierungsstatist der Erwachsenen in der Konfrontation zurecht gewiesen, obwohl es gar nichts für die Sorglosigkeit der anderen kann. Es lebt sich nur nach den Vorgaben, die da sein sollten, und wenn keine da sind, wird es ihm auffallen und es wird nachfragen. Dieses nervt dann die „Alten“, die am liebsten mit ihren eigenen Belangen in Ruhe gelassen werden wollen. Sie fühlen sich dann ertappt und versuchen das chaotische Spielfeld, welches aufgedeckt wurde, zu überdecken, indem sie das Kind, welches die Mankovorgaben demonstrativ aufgedeckt hat, maßregeln, damit wieder sorgloser Frieden einkehrt. Diese Maßnahme wird dann unter Strenge ausgeübt, im Notfall mit Gewalt untermalt.

Viele denken immer noch, dass eine kleine, hin und wieder erteilte Backpfeife den großen und erfolgreichen Nutzen mit sich bringen wird. Diese Art der Erziehungsschläge werden legitimiert und fallen nicht unter das Prinzip einer Misshandlung, sondern dienen angeblich rein erzieherischen Maßnahmen. Die Folgeprägungen solcher Aspekte schauen wir uns natürlich später auch noch einmal genauer an.

Eine wirkliche Misshandlung beginnt zumeist, wenn das Kind den Erwachsenen durch seine unbedachten Handlungen in eine Art von Wut bringt, so dass dieser sich angesprochen fühlt und entsprechend wehrend reagieren wird. Das heißt, er wehrt den ihm entgegengebrachten Schmerz ab und versucht seinen Schmerzbringer, in unserem Fall das Kind, davon abzuhalten, ihn weiterhin an seine tiefgebunkerten, eingelagerten, inneren Schmerzen zu erinnern.

Er versucht es abzuhalten weiterzumachen und, je nachdem wie groß der Reizimpuls, der in ihm animalische Kräfte zum Leben erwecken lässt, sein mag und wie wenig der Erwachsene sich für seine eigenen Handlungen selbstreflektierend verantwortlich fühlt, wird er eine Form von Unterlassungsgewalt anwenden, die grenzenlos zu sein scheint.

Schon diese Formen der Anwendung von angeblichen Erziehungsmaßnahmen beinhaltet definitiv eine Art von Misshandlung, vor allem gerade dann, wenn der Erwachsene sich in Wut bringen lässt und unkontrolliert seinen Zorn herauslässt. Wut zu haben ist ein Hinweis auf einen Energiestau, den er in sich tragen wird. Im Grunde genommen ist er wütend auf sich selbst, da er sich wahrhaftig nicht lebt und diese Form von Eigenentwicklung wahrscheinlich schon in seiner eigenen Kindheit unterbunden wurde.

Der Erwachsene reagiert dann auf eine äußere Situation unkontrolliert und entledigt sich seiner Energie, welche in unserem Fall dann aber zumeist eine Art von in sich gestauter Wutpower ist, die sich wie ein Vulkanausbruch automatisch entleert. Ein Energiestau ist immer ein Hinweis auf eine Art Unfreiwilligkeit, auf ein innerlich gelebtes und auferlegtes, zwanghaftes Muster, welches uns die Freiheitsluft, der großen weiten inneren, wie äußeren Welt, zum Atmen nimmt.

Wir alle leben tagtäglich in Verhaltensmustern, die viel von uns abverlangen und auch erwarten, dass wir uns um all das kümmern, was auf unserer Tagesliste steht. Diese oftmals auf der Tagesbewältigungsliste aufgeschriebenen und aufgelisteten Lebensaspekte und Verpflichtungen möchten bewältigt werden. Und je mehr wir den Anforderungen der Gesellschaft und unseres Umfeldes entsprechen müssen, desto mehr Druck wird sich in uns aufbauen. Unbewusst wollen wir den gesellschaftlichen Haltungsanforderungen natürlich auch entsprechen, nur haben wir in dem ganzen Spiel unsere Freiwilligkeit vergessen.

Alles das, was wir gerne und ihn Freiwilligkeit tun, ist das, was uns auch gut tut wird. Auch wenn wir viele Arbeiten zu erledigen haben, fällt es uns doch relativ leicht diese zu bewältigen, wenn wir unsere Ziele oder manchmal nur Teilziele vor Augen haben und diese wirklich erreichen wollen. Alles das was wir tun, weil wir es machen müssen, beinhaltet eine Art Druck, der uns mit Sicherheit nicht gut tun kann.

Ein gelebter Druck bedeutet auch gleichzeitig eine Art innerer Widerstand. Wenn wir in unserer Kindheit durch den Umgang mit alltäglichen Arbeitsanforderungen durch unsere Eltern gelernt haben sollten, dass man Dinge nur tun muss und nicht aus Lust und Liebe freiwillig tun kann, dann kann es sein, dass wir diese Art des Aufwandumgangs übernommen haben und als Erwachsene uns immer wieder im unbewusst selbstaufgebauten Druck überfordert fühlen.

Jede Art von Druck, den ich auf mich selbst ausübe, beinhaltet auch gleichzeitig eine Gegenwehr, quasi eine Art Abwehrhaltung, somit eine Ablehnung gegenüber mir selbst. Je mehr mir dieses, zumeist unbewusst gelebte Verhaltensmuster bewusst wird, desto besser kann ich auch damit umgehen und mir den selbstauferlegten Druck auch wieder nehmen. Wenn ich also Druck in mir verspüre, sollte ich diesem wichtigen Aspekt auf den Grund gehen und für mich eine neue Perspektive zu der Sache gewinnen. Es liegt also grundsätzlich an mir selbst, wie ich mit mir und den geforderten Lebensverpflichtungen umgehe, um mir mein Leben schön und in selbstgelebter Freiwilligkeit zu gestalten. Die innere Einstellung zur Sache beinhaltet auch gleichzeitig die Lebensqualität der Freude.

Für viele Eltern ist aber schon das große und allumfassende Thema Kindererziehung ein Druck in sich und stellt oftmals eine Überforderung da. Sie wissen, sie müssen sich kümmern und auch die Kinder versorgen, doch gleichzeitig fühlen sie sich schon alleine bei dem Grundgedanken unter Druck gesetzt. Sie haben Bilder der Überforderung in sich abgespeichert und diese fühlen sich dann auch schon bei dem Durchführungsgedanken der eigenen Kinderpflege angesprochen und kommen mit Gegendruck, also einer unbewussten Abneigungsabsicht, ins Bewusstsein.

Wenn das eigene Kind dann auch noch nervt, da es instinktiv spürt, dass seine Existenz vom Umfeld abgelehnt wird, dann kann es sein, dass der Erwachsene sich durch normale, spielerische Handlungen seiner Kinder genervt fühlt und entsprechend unkontrolliert und wütend reagiert. Die gestaute Wutenergie eines Erwachsenen ist eine sehr heftige und unkontrollierte Kraftanstrengung, die man nicht unterschätzen sollte.

Je bewusster der Erwachsene sich selbst gegenüber ist, je klarer er sich über seine eigenen Energieverhältnisse ist, desto besser wird er auch mit seinem Umfeld in Frieden umgehen können. Fühlt er sich allerdings permanent unter Druck gesetzt, da er das Gefühl hat, er müsse täglich alles Mögliche regeln, was ihn persönlich absolut überfordert, da er meint, den Lebensansprüchen nur noch dienend gerecht werden zu müssen, dann kann alleine das Lachen einer kleine Nervensäge, die vielleicht einmal gerade fünf Jahre alt ist, dazu beitragen, dass die innere Bombe platzt.

Wenn dann der Erwachsene mit all seiner gestauten Energie aggressiv auf das kleine Kind zugeht, sei es nun verbal oder anders, indem er Gesten zeigt, die eindeutig einer Drohgebärde gleichkommen, dann wird das Kind durch dieses Erlebnis eine extrem große Unsicherheit entwickeln. Es ist wichtig, dass wir darauf achten, dass so etwas nicht passieren kann. Wenn wir uns überfordert fühlen, dann sollten wir versuchen eine Lösung zu finden und Stresssituationen aus dem Weg zu gehen.

Kinder erwarten von den Erwachsenen, dass diese wissen, worum es in ihrem Leben geht und verantwortlich die Familie führen. Dies passiert wenn Eltern ein selbstbewusstes Leben führen und die ihnen gestellten Aufgaben meistern können. Dann fühlen sich die eigenen Kinder in einem geschützten Rahmen und können sich selbst entfalten, da sie sicher sein können, dass die Erwachsenen absolut wissen, was sie tun. Diese Kinder fühlen sich angenommen und sind Zuhause. Sie können sich entfalten, entwickeln und auch manchmal ganz bei sich selbst, in ihrer eigenen Mitte, sein.

Das Kind, individuell betrachtet, weiß dann, was es selbst leben kann und vor allem auch, was es leben will. Jedem heranwachsenden Menschen ist es vollkommen bewusst und klar, dass er sich in seiner eigenen Kindheit entfalten darf. Wir sprechen hier von einem Naturgesetz, welches sich automatisch für die Entwicklung des Kindes einsetzt.

Es darf Fragen stellen, ohne dass ein Erwachsener sich genervt fühlen wird. In Familien, in denen das Selbstverständnis fehlt, werden nervende Fragen nicht gerne beantwortet, weil sie oftmals der eigenen Entwicklung der Erwachsenen nicht dienlich sind, da sie diese nicht beantworten können, da sie sich nie damit auseinandergesetzt haben und es ihnen unangenehm ist, sich nun eine Art Blöße geben zu müssen.

Doch in Familien, die Wert auf die Entwicklung ihrer Kinder legen, sind solch unlogischen Handlungen nicht angesagt. Kinder fragen nicht, weil sie etwas nervend erfragen wollen, sondern Kinder fragen, weil sie etwas wissen wollen und gerade wir Erwachsene sind dazu da, uns ihrer anzunehmen und die interessiert gestellten Fragen mit Antworten zu füllen.

Je bewusster und erwachsener wir uns in unserem eigenen Leben entfalten können, desto eher sind wir auch in der Lage, unseren Kindern alles das zu geben, was sie für ihr Leben brauchen. Haben wir selbst Eltern erlebt, die so mit uns umgehen konnten, dann werden wir dies auch tun können. Es ist wichtig, dass wir unsere eigenen Muster neutral sehen und uns in unserer Lebenshaltung genau erkennen, damit wir uns auch von inneren unliebsamen Störbereichen trennen können, sollten wir diese in uns übernommen haben.

Je besser es uns selbst geht, desto freier können wir auch unsere Kinder erziehen. Kümmern wir uns aber zu wenig um uns selbst, dann leben wir in einer großen spannungsgeladenen Disharmonie. Wir stellen uns dann gegen unsere eigenen, oftmals unfreiwillig gelebten Muster, da wir so, wie wir leben, nicht leben wollen. Wir lehnen uns, symbolisch gesehen, selbst ab. In so einem Fall ist es dann auch für unsere Kinder nicht einfach, mit den Lebenssituationen, die wir ihnen präsentieren, umzugehen.

Angepasste und nachgelebte Mustersysteme erkennen wir auch gut, wenn wir unser Schulsystem betrachten. Unsere Kinder bekommen Lernaspekte vorgegeben, die sie lernen und erfahren sollen, da es irgendjemand, der für die Schulsysteme verantwortlich war, vor langer Zeit so vorgegeben hat. Natürlich wird dies auch hin und wieder überprüft, aber oftmals lässt man die alten Systeme bestehen und ändert nicht wirklich etwas. Unseren Kindern persönlich entsprechen die Lernmethoden der zu erfahrenden Allgemeinbildung oftmals viel zu wenig.

Da unsere Kinder heutzutage viel individueller sind als dies früher während unserer Schulzeit der Fall war, wäre es für ihre persönliche Entwicklung wichtig, dass man mehr auf ihre Individualität eingehen würde. Sie brauchen oftmals andere, für sie persönlich wichtige Informationen, doch das können sie sich aus dem gelebten Schulalltag nicht holen, da dies nicht auf dem Lehrplan steht.

Das Wissen, welches sie benötigen, können sie sich aber über gezielt bewusste Recherchewege in ihrer Freizeitgestaltung einholen. Tatsache aber ist, unsere Kinder brauchen, um sich für ihr Leben vorbereiten zu können, viel mehr praktisches Wissen, welches man ihnen bereitstellen sollte, damit sie es aufnehmen können, um für das Leben gewappnet zu sein. Die Ansprüche, die das Leben gerade zukünftig an unsere Kinder stellt, ist enorm und wenn sie dann im Erwachsenenleben nicht scheitern wollen, brauchen sie jetzt tatkräftige Unterstützung, nur dass dies nicht angepackt wird.

Wenn wir uns analytische Prognosen anschauen, dann wissen wir ganz genau was passieren wird, und dass die Welt – und gerade die Wirtschaftspolitik – zukünftig viel mehr Dynamik und Flexibilität von uns verlangen wird, als dies bisher der Fall war. Es wird aber in Punkto unserer Schulsysteme trotzdem nicht reagiert, wie an so vielen anderen Stellen auch. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass während ihrer Amtsperiode nichts geschehen wird und da sie die Folgewirkungen nicht zu interessieren scheint, wird auch nichts unternommen. Und solange Systeme, an die wir gebunden sind nicht aktualisiert werden, haben wir keine Möglichkeit, einen wahrhaftigen Nutzen aus dem Ganzen zu ziehen.

Viele Wissensthemen, die unsere Kinder nach den Lernvorgaben gelehrt bekommen, sind nicht ihre persönlichen Favoritenthemen und sie müssen Dinge erlernen, die sie für ihr Leben im Grunde genommen niemals brauchen werden. Wenn sie dann im Unterricht innerlich abschalten, da die Themen, die sie gerade versuchen in ihr Hirn zu meißeln, sie persönlich nicht interessieren, müssen sie aber trotzdem gute Noten schreiben sowie auch ihre Hausaufgaben zur vollkommenen Zufriedenheit erledigen, da dies von ihnen erwartet wird.

Erst wenn unsere Kinder wirklich die Bereitschaft haben, sich nicht gegen die Vorgaben aufzulehnen und trotzdem für sich selbst das zu lernen, was sie brauchen, werden sie dem vorgegebenen Schulsystem auch gerecht werden und entsprechend gute Noten schreiben. Sie werden dann mit den gestellten Ansprüchen gut weiterkommen, da sie mit der Schulsituation einfach klarkommen.

Anhand dieser Konstellation können wir sehr schnell feststellen, dass unsere Kinder sehr wohl anpassungsfähig sind und auch früh genug persönliche Entscheidung treffen können, die für ihr Leben wichtig sind. Manchmal sind unsere Kinder erwachsener, als die Erwachsenen selbst Manchmal reagieren unsere Kinder besser, als wir es tun. Manchmal sind sie unbelasteter, als wir dies in unserer eigenen Kindheit erfahren haben und trotzdem ist es unsere Pflicht, dass wir Eltern darauf achten, dass es unseren Kindern gut geht, denn auch dann geht es uns selbst gut.

Kein Elternteil wird in Zufriedenheit sein können, wenn es das Gefühl hat, sich um Dinge kümmern zu müssen, die es gar nicht will. Wenn unsere Kinder zufrieden sind, dann sind auch wir zufrieden und darum geht es. Es geht um unsere Klarheit. Es geht um unsere Weisheit. Es geht um unser Wissen, dass wir wissen, wie wir mit den an uns gestellten Lebenssituationen gut umgehen können.

Die persönlichen Prägungen

Wenn wir in unserer eigenen Kindheit selbst Eltern erlebt haben, die für uns da waren, über die wir lernen konnten und die uns gelassen und unseren Willen nicht gebrochen haben, dann sind wir Menschen, die später selbst erwachsene und verantwortungsvolle Eltern sein können, die mit Leichtigkeit den Anforderungen der Erziehungsberechtigung gerecht werden. Haben wir allerdings eine solche Grundbasis in unserer Kindheit nicht erfahren, dann kann es sein, dass wir uns mit Erziehungsmaßnahmen schwertun und nicht wissen, wie wir uns als Eltern wahrhaftig verhalten sollen.

Unsere Kinder werden uns so oder so an unsere Verhaltensmuster erinnern, denn sie werden uns unbewusst herausfordern und somit auch provozieren. Dies entsteht nicht alleine aus ihnen heraus, sondern es ist die Kombination zwischen Eltern und Kindern, die sich eine ganze Menge geben können und die gemeinsam während der Erziehungszeit viel Erfahrung sammeln werden. So ist das Leben. Wir übertragen und übernehmen.

Unsere Kinder lernen nicht nur von uns, sondern wir lernen auch von ihnen. Es ist immer ein Wechselspiel der gegenseitigen Gefühle, verbunden mit Erkenntnismöglichkeiten, die für uns eine geistige Erweiterung darstellen. Das eine geht nicht ohne das andere. Es werden Muster übertragen und weitergegeben. Wir sammeln Erfahrungen und geben diese weiter. Unsere Kinder sind automatisch lernwillig und wissbegierig, das ist das Ziel, welches sie in sich tragen. Und darum geht es. Das Wissen, was wir als Eltern in uns tragen, das können wir unseren Kindern auch mitgeben.

Wenn wir als Kind in einem Elternhaus groß geworden sind, indem man uns gelassen und gefördert hatte, unsere eigene Persönlichkeit entwickeln zu dürften, da wir alles das lernen konnten, was uns persönlich wichtig war, dann wird es für uns ein Leichtes sein, diese selbst erfahrenen Verhaltensmuster an unsere eigenen Kindern weiterzugeben. Wir lassen sie dann ihre persönlichen Erfahrungen machen und erfreuen uns an deren Entwicklung, so wie diese für sie sein sollte. Wir freuen uns über unserer Kinder und bestärken sie in ihren eigenen Entwicklungsschritten. Wir können diese kleinen Seelen sich selbst entwickeln lassen. Wir wissen tief in unserem Inneren, dass sie all das erfahren werden, was sie für ihr Leben benötigen und auch brauchen.

Wir brauchen nichts zu kompensieren und wir werden uns auch nicht über sie ärgern. Wenn zwischenmenschlich ein kleiner Disput auftreten sollte, der geregelt werden muss, dann werden wir dies regeln, da wir dazu in der Lage sind. Wir sind die Alten, wir sind reif genug, zu wissen, worum es wirklich geht. Und es ist wunderschön, wenn man als erwachsener Mensch im reifen Alter, noch einmal in die Spielzeugabteilung gehen kann, um all das Spielzeug zu besichtigen und eventuell sogar auch zu kaufen, welches man sich selbst als Kind gewünscht hat.

Man hat, wenn man selbst Kinder oder auch Enkelkinder hat, die innere Legitimation, dass man einen wirklichen Grund hat, solche Käufe zu tätigen. Denn kaum ein Erwachsener wird freiwillig in die Spielzeugabteilung gehen und sich selbst noch einmal eine Barbiepuppe kaufen, nur da es ihm danach gelüstet. Das macht man zumeist nicht, es schickt sich nicht. Aber wenn wir Kinder haben, dann können wir all das tun, dann wissen wir, wir sind auch wieder in der Lage, dieses zu erleben. Unsere eigenen Kindheitserinnerungen werden wieder wach und wir erinnern uns, wie wir uns als Kind gefühlt haben, das sollten wir nicht vergessen.

Aber Kindheitserinnerungen müssen nicht immer nur schön sein. Auch Schmerz- und Traueraspekte, die wir einst erfahren haben, werden sich unbewusst angesprochen fühlen. Wenn wir dann nicht auf uns und unser Verhalten gegenüber unseren eigenen Kindern Acht geben, dann kann es sein, dass wir diese Schmerzerfahrungen unbewusst auf unsere eigenen Kinder übertragen. Auch wenn wir dies bewusst nicht tun wollen, kann es trotzdem passieren, wenn wir uns nicht ausgeheilt haben. Im Grunde genommen ist es so: Wir übergeben unbewusst – zumeist automatisch – das, was wir selbst in uns tragen.

Wenn wir unreflektiert sind und wenig über unsere eigenen Verhaltensmuster nachgedacht haben, dann kann es sehr wohl sein, dass wir in uns geprägte Lebensmuster, einst von unseren Eltern übernommen, immer noch aktiv leben und unbewusst weiterreichen. Wir haben oftmals mit der unreflektierten Übernahme gefärbter Prägungen gelernt, wie das Leben angeblich funktioniert. Sollte dies der Fall sein, dann werden wir die übernommenen Erfahrungen auch wieder übertragen, wenn wir mit demselben oder einem ähnlichen Thema konfrontiert werden. Es liegt also alleine an uns selbst, wie wir mit Situationen umgehen. Es liegt alleine in unserer Hand und in unserer Macht, was wir letztendlich tun.

Sollten wir beispielsweise Eltern erlebt haben, die uns aus stagnierender Lebensfrustration, aus Unwissenheit oder anderen Lebensaspekten, misshandelt haben, dann hat dies eine entsprechende Prägung in uns hinterlassen. Wir haben dann gelernt, dass jemand sich erlauben kann, ungerecht mit uns umzugehen, indem er seine eigenen Aggressionen auf uns ablegt, die mit uns persönlich gar nichts zu tun haben. Wir erfahren dann eine Prägung, die unseren eigenen Lebensweg extrem begleiten kann, wenn wir diese nicht wegräumen.

Wir tragen dann Themen in uns, ähnlich einer Krankheit, die wir aus unserem eigenen Lebensweg wegräumen sollten, da sie nicht wirklich zu uns gehören. Tun wir das nicht, dann kann das sehr wohl sein, dass wir bei unseren eigenen Kindern ähnlich reagieren, so wie wir dies in unserer eigenen Kindheit selbst erfahren haben, obwohl wir dies so niemals tun wollten.

Unsere Kinder drücken dann unbewusst auf unseren inneren, vorhandenen Schmerz und wir fühlen uns ausgeliefert, unwohl und handlungsunfähig. Wir wissen dann nicht, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Wir spüren instinktiv, dass wir abwehrend und uns selbst schützend auf den angeblichen Angriff reagieren müssen, obwohl wir dies bewusst gar tun nicht wollen. Doch wir tun es automatisch, da wir so programmiert sind.

In so einem Fall bilden wir im tiefen Inneren durch gelebte Unzufriedenheit eigene Aggressionsfelder, welche wir dann auf unser Kind schleudern, wenn wir uns emotional angesprochen fühlen und uns nicht unter Kontrolle haben sollten. Das Kind wiederum wird dementsprechend geschockt sein und auch nicht wissen, wie es mit der Situation umzugehen hat. Höchstwahrscheinlich ist es uns in unserer eigenen Kindheit dann genauso ergangen. Unbewusst leben wir dann das aus, was wir so niemals leben wollten.

So funktionieren leider systemische, familiär gesteuerte Übertragungsmuster, wenn wir diese nicht unterbrechen. Sollten wir sie jedoch unterbrechen, da uns bewusst geworden ist, dass die Handlungsweisen unsere Eltern, uns gegenüber nicht gerecht waren, dann können wir diese Funktionen in unserem eigenen System verändern. Wir sind immer handlungsfähig. Es liegt allein an uns selbst, was wir aus unserem Leben machen. Wenn uns diese Art der Handlungsfähigkeit klar ist, dann können wir viel besser leben und uns für unsere eigene bewusst gelebte Lebenssteuerung selbst lieben.

Wir sind diejenigen, die die vorgegebenen Systeme unterbrechen können. Wir sind aber auch diejenigen, die die Themen in sich tragen. Sollten wir, aus irgendwelchen Gründen auch immer, Angst vor unserem leiblichen Vater gehabt haben, dann stecken diese Angstthemen immer noch in uns drin. Die Angst, die sich dann in uns manifestiert hat, wird ihren Platz im Außen suchen und dies nicht nur in unserer eigenen Kindererziehung, sondern im gesamten Alltagsleben. Somit ist es ganz wichtig, dass wir uns Gedanken über unsere eigene, erlebte Kindheit und auch die familiär übernommenen Muster machen, die wir einst kopiert und übernommen haben, die aber nicht wirklich zu uns gehören.

Erst wenn uns bewusst wird, dass wir etwas in uns tragen, was wir so gar nicht haben wollen, sind wir handlungsfähig und können uns von diesen unliebsamen Geistern auch wieder befreien. Auch Schmerzen, die wir einst erlebt haben und die immer noch in uns spürbar sind, die können wir heilen. Es ist also unsere Handlungsfähigkeit, die uns ermächtigt, anders zu handeln, als unsere Familie das mit uns getan hat.

Es gibt Frauen, die aus negativen Erfahrungsbildern, geprägt durch ihre Kindheit, nicht gewillt sind, selbst Mutter zu werden. Die Angst, Kinder in die Welt zu setzen und dann vielleicht ähnliche Verhaltensmuster an den Tag zu legen, wie sie selbst am eigenen Leibe erleben mussten, ist dann so groß, dass sie das Thema Kinderkriegen für ihr eigenes Leben ausschließen werden. Doch irgendwann, eines Tages, wird sie die Entscheidung einholen und sie werden sich fragen, warum sie so reagiert haben? Warum sie sich von dem eigenen Wunsch Kinder zu bekommen, haben abhalten lassen?

Sie wissen es im Grunde genommen nicht wirklich. Es war lediglich ihr Instinkt, der sie dazu getrieben hatte, es so zu leben. Im Grunde genommen sind sie selbst traurig, dass sie sich nicht erlaubt haben, Mutter zu werden und das nur aus der Angst heraus, einst kopierte Übertragungsmuster nicht besiegt zu haben. Je bewusster ihnen dieser Tatbestand wird, desto größer wird die Trauer sein.

Wir sollten uns immer mal wieder mit uns selbst auseinandersetzen, um stets in der Handlungsfähigkeit zu bleiben, damit wir auch alles das, was wir leben möchten, leben können. Und wenn meine innere weibliche Uhr tickt und ich Kinder haben möchte, dann sollte ich nach Möglichkeit alle Muster aus dem Weg räumen, die mich daran hindern könnten, mir Selbstvertrauen zu schenken, tatsächlich eine gute Mutter zu sein.