Paco erzählt ... - Stella Mons - E-Book

Paco erzählt ... E-Book

Stella Mons

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Beschreibung

Paco, ein zu groß geratener Havaneser, entdeckt die Welt! Das etwas andere Hundebuch - für Kinder die sich einen Hund als Spielgefährten wünschen, für deren Eltern um sie zum Nachdenken anzuregen und für Junggebliebene, die einfach mal Abschalten möchten. Ein Buch, aus der Sicht eines kleinen Hundes betrachtet - der so viel gibt an Liebe, Treue und Vertrauen … und in dessen Blick geschrieben steht: Du allein bist meine ganze Welt - Du bist alles für mich! Geschichten von Liebe und Vertrauen – zum Lachen komisch und zum Weinen schön!

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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Stella Mons

Paco erzählt ...

Aus dem aufregenden Leben eines Havanesers

© 2017 Stella Mons

Verlag und Druck: tredition GmbH, Grindelallee 188, 20144 Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7439-7516-3

Hardcover:

978-3-7439-7517-0

e-Book:

978-3-7439-7518-7

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheber-rechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Für G. R.

(die immer von diesem Buch geträumt hat)

Steckbrief

Offizieller Name: Paco of Moonflower

Rasse: Havaneser (mit vornehmem Stammbaum!)

Geburtsdatum: 15. Mai 2007

Kampfgewicht: 8 kg

Besonderes Erkennungsmerkmal: viiiel zu lange Beine!

Sonstige Kennzeichen:

Apportiert weder Bälle noch Stöcke …

rennt jedoch Leckerli und Würstchen hinterher …

die apportiert er allerdings auch nicht!

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Wer ich bin und woher ich komme

Hallo, mein Name ist Paco … nein, nicht einfach nur Paco, sondern Paco of Moonflower!

Moonflower – nein, das ist keine Mohnblume, das ist eine Mond-Blume! Ja, warum soll der Mond nicht eine Blume haben, wo er am Abend und in der Nacht so einsam am Himmel steht? Ich freue mich, wenn der Mond eine Blume hat - und er freut sich sicher noch viel mehr!

Ich bin also sozusagen ein Adliger (ein von und zu). Meine Oma hat viele Preise gewonnen - sie wurde mehrfach auf Ausstellungen ausgezeichnet und den Namen habe ich von meiner Züchterin, die wohnt im Ausland, gaaanz weit weg: in der Pfalz!

Dort lebte ich bei meiner Mama und elf krabbeligen Geschwisterchen, und es ging ganz schön drunter und drüber wenn wir uns um Mamas kleine Zipfelchen stritten, wo die leckere Milch rauskommt!

Ach ja, das habe ich ganz vergessen zu sagen: Ich bin ein ganz süßer kleiner Havaneser - das heißt so klein auch wieder nicht, denn ich habe besonders lange Beine, viel länger als meine Mama und mein Papa, die mich auf die Welt gesetzt haben (oder so ähnlich) - also bin ich wohl ein Havaneser XXL. Ich bin der Größte (glaub` ich jedenfalls)!

Herrchen hat mich ausgewählt - im Internet - und hat mich reservieren lassen. Als er dann aber selbst kam, hat er zur Züchterin gesagt: „Vergessen Sie alles - ich nehme den da!“ und das war wieder ich - Paco of Moonflower!

Ich bin ein Junge - ein Rüde, sagen die Zweibeiner und ich weiß was ich will - und auch, was ich nicht will!

Ja, aber da war erstmal die lange, lange Reise aus dem Ausland zu meinem neuen Zuhause. Das war damals noch Heidelberg und wir hatten einen schönen, wilden Garten mit Heidekraut, das so schön am Bauch kitzelt. Jetzt wohnen wir an der Bergstrasse, wo im Frühjahr die herrliche Baumblüte ist.

Damals haben sie mich einfach aus der Pfalz verschleppt, entführt - weg von Mama und Papa und meinen kleinen Geschwisterchen! In so ein großes, brummendes Ding haben sie mich gezerrt und sind damit umhergefahren – stuundeenlaang! Das hat geschaukelt und gerüttelt und mir war ganz elend und sooo schlecht! Da habe ich der Frau vom Herrchen, die Silke heißt, einfach auf die Jeans gekotzt. Sie hat dann ein Handtuch drunter gelegt, aber da war sowieso schon alles zu spät. Na ja, ich bin ja vorher noch nie Auto gefahren – und weg von meiner Mama, meinem Papa und den vielen Geschwisterchen ist doch zum Kotzen, oder etwa nicht?

Und dann habe ich mein Frauchen kennen gelernt! Sie hatte Geburtstag und sie haben mich einfach in ihre Arme gelegt. Ich war knuddelklein und Frauchen hat ganz große Augen bekommen. „So ein kleines Bündel - so ein großes Glück!“ hat sie gedacht. Man hat es ihr angesehen - auch wenn sie im Moment sprachlos war.

Verschleppt – das darf man nicht so eng sehen, denn alles hat auch seine Vorteile: Jetzt habe ich ein eigenes Frauchen ganz für mich allein und muss es nicht mehr mit meinen Geschwisterchen teilen. Sie hat mich adoptiert und nun bin ich ihr Hundekind!

Wir verstehen uns toll, Frauchen und ich, auch wenn noch nicht alles so klappt wie es eigentlich sollte. Zum Beispiel mit dem Pipi machen habe ich noch so meine Probleme: Mal klappt`s - mal nicht. Das heißt, es klappt eigentlich immer - nur mit dem Ort wo es klappt, ist Frauchen nicht immer einverstanden. Sie ist schon auf allen Vieren zur Tür gekrabbelt und hat gebellt - aber ich kann damit nichts anfangen!

Eines habe ich aber sehr schnell kapiert: Wenn ich ganz lieb und brav bin, darf ich überall mit hin gehen, aber wenn ich Terror mache oder wilder Mann spiele, muss ich zuhause bleiben und jaulen.

Frauchen fletscht ganz oft die Zähne, aber sie will mich trotzdem nicht beißen, das habe ich ganz schnell begriffen - sie ist dann immer ganz besonders lustig. Komisch, diese Zweibeiner!

Ich beiße sowieso nicht - nur beim Spielen will ich immer ganz vorsichtig an Frauchens Ohr knabbern, wie früher bei meiner Mama. Und das darf ich auch!

Manchmal ist so ein Hundeleben gar nicht so einfach: Wenn man noch so ganz, ganz klein und tollpatschig ist (weil die kleinen Hundepfötchen noch nicht in der richtigen Reihenfolge laufen wollen - es sind schließlich vier, die man koordinieren muss) – ja, dann finden diese großen Zweibeiner einfach alles was man tut „süüüß“ und „fein“.

Später sieht das dann ganz anders aus! Zum Beispiel: Ich soll auf meiner Kuscheldecke bleiben, wenn uns die nette Nachbarin von nebenan so herrlich duftende Bouletten bringt - tut mir leid, aber bei aller Liebe zu Frauchen: Das kann ich nicht!!

Oder ich darf nicht hochspringen, wenn Frau Bellmann (so heißt unsere Nachbarin) weiße Hosen anhat. Ist mir doch egal was sie anhat, das stört mich doch nicht! Ich finde sie immer gleich nett und ich muss sie schließlich begrüßen, das gehört sich doch so!

Oder die Nachbarskinder, mit denen ich so furchtbar gerne spiele, sie rufen: „Paco, hoch!“ und Frauchen ruft: „Paco, runter!“ – was soll ich jetzt machen? Ich mache dann einfach hoch-runter, hoch-runter. Aber das ist Frauchen auch wieder nicht recht …

Frauchen sagt, ich kann nicht richtig brav an der Leine gehen - ich soll nicht so ziehen! Manchmal sagt sie auch: „Paco, Du bist ein Hütehund und kein Schlittenhund!“ – was immer das bedeuten soll …

Natürlich ziehe ich, denn es ist einfach alles so furchtbar interessant! Frauchen denkt doch nicht etwa, ich trottle ihr dauernd hinterher? Ich bin doch kein Trottel! Ja, wenn sie öfter mit mir spielen würde - aber sie sagt immer, sie hat keine Zeit, sie hat zu tun. Ich habe ihr schon meinen Kauknochen hinterher geschmissen, so dass es ordentlich gepoltert hat, aber das half nur kurze Zeit …

Da ist mir schon lieber, wenn Linda kommt - das ist unser Enkelmädchen (sagt man so?). Linda ist immer lustig und fröhlich und tobt mit mir. Da ist was los!

Herrchen spielt auch - aber ganz anders! Da läuft mir schon bei dem Gedanken daran das Wasser im Schnäuzchen zusammen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals ohne Wienerle kam! Die darf ich dann suchen. Oooh, schmecken die lecker! Wenn Herrchen an der Tür klingelt, schreie ich schon immer vor Wonne - Frauchen muss mich dann festhalten, sonst schreie ich das ganze Treppenhaus zusammen!

Es kommt schon mal vor, dass ich aus Versehen etwas umreiße – das poltert und kracht dann und wir bekommen beide einen Schreck. Aber Frauchen bestraft mich nicht dafür. Sie sagt: „Ich weiß, Du wolltest das nicht. Aber sieh´ Dich besser vor!“ Und das mache ich dann auch. Ich will ja keinen Ärger, wo Frauchen doch so lieb zu mir ist!

Wenn Frauchen mich allein lässt weil sie zum Doktor muss wo ich nicht mitkommen darf, lässt sie alle Zimmertüren offen und ich darf überall rumlaufen. Sie weiß, dass ich nichts anstelle. „Vertrauen gegen Vertrauen!“, sagt sie und ich bin ganz furchtbar stolz und würde sie nie, nie enttäuschen!

Als Welpe habe ich gar nicht gewusst wie man das macht: Bellen! Keiner hatte es mir gezeigt! Meine Mama hat nicht gebellt, sie war ganz lieb. Aber später habe ich es mir von den großen Hunden abgeguckt. Manche sind böse und dann belle ich zurück. Nun soll ich aber nicht so oft bellen, sagt Frauchen (weil es angeblich stört!), besonders wenn sie mal weg ist und ich allein in der Wohnung bin. Dann ruft mich unser Nachbar Herr Bellmann an und sagt, dass mein Frauchen gleich wieder kommt und ich nicht bellen muss. Dabei hat Frauchen vor einer Weile auch immer gebellt, das hat sich gefährlich angehört. Sie hat den ganzen Tag im Bett gelegen und furchtbar gebellt, aber keiner hat mit ihr telefoniert und sie getröstet!

Dann habe ich noch gelernt wie ich Pipi machen muss. Das hat mir mein Papa gezeigt. „Du kannst Dich nicht einfach hinsetzen wie ein Mädchen“, hat er gesagt. „Du wirst einmal ein Mann sein, ein Rüde wie die Zweibeiner sagen, und da darfst Du stolz Dein Beinchen heben“. Ich habe es gleich probiert. Ein paar Mal bin ich umgefallen, aber dann hat es immer besser geklappt! Zum Schluss hat es solchen Spaß gemacht, dass ich gar nicht mehr damit aufhören wollte. Ganz hoch habe ich das Beinchen gestreckt – ich war der Größte und der Beste!

Also unser Papa, der hat sich ja nicht viel um uns gekümmert – das werde ich ganz anders machen wenn ich mal Papa bin! Dafür war unsere Mama aber besonders fürsorglich: Sie hat sich bequem hingelegt und uns ihren Bauch hingehalten. Da waren ganz viele Zitzen dran, fast jeder hatte eine eigene. Pepe war unser kleinster Bruder – klein, aber frech wie Oskar (das sagt man so, habe ich irgendwo aufgeschnappt). Also Pepe war ein Drängler – er hat sich immer vorgedrängelt, aber sonst war er ganz lieb. Mit Pepe hätte ich gern noch weiter gespielt, er hätte gedrängelt und ich hätte ihm dafür ins Ohr gebissen, nur so ein bisschen damit es nicht wirklich weh tut.

Wir haben meine Mama dann mal in der Pfalz besucht. Sie lag wieder mit vielen kleinen Welpen in der Welpenkiste und sie hat sich ganz lieb um ihre Kleinen gekümmert aber Pepe war nicht mehr da! Ob er wohl auch ein so schönes Zuhause gefunden hat wie ich?

Hunde-Ausstellung? Ich habe davon gehört. Aber ich kläff` was drauf, obwohl ich eigentlich kein Kläffer bin. Frauchen und ich, wir wollen beide, dass ich ein glückliches, natürliches Hündchen bin - kein Prämierter. Deshalb muss ich auf keine Ausstellung. Na Gott sei Dank!

Da müsste ich stunden- und tagelang still sitzen und ein blasiertes Gesicht machen - wo ich doch so furchtbar gern herumtolle und renne …. da bin ich wirklich der Schnellste. Ist kein Witz! Ich glaube, das ist wegen meiner langen Beine und eben wegen dieser langen Beine hätten sie mich vielleicht sowieso nicht zugelassen. Mein Fell müsste ganz lang sein, das hängt mir die Augen zu, so dass ich schon mal gegen eine Laterne gelaufen bin, weil ich sie nicht gesehen habe - und am Bauch schleift das Fell auf dem Boden. Nein danke!

Aber na ja, wem`s gefällt … Sollen sie sich doch ruhig ausstellen und prämieren lassen - vielleicht haben sie irgendwelche Komplexe. Ich habe keine! Ich weiß nicht, wie meine Oma das alles ausgehalten hat. Sie muss wohl sehr tapfer gewesen sein und sehr diszipliniert!

Ja, mit dem Gucken ist das so eine Sache: Nicht so einfach, wenn einem die Fransen wolkig und dicht über die Augen hängen. „Ein rassetypisches Merkmal“, sagen die Experten (das sind die, die es wissen müssen) - „das kann man nicht einfach so wegschneiden!“ Aber ein Schleifchen oder eine Spange auf dem Kopf finde ich lächerlich und albern. Das kann ich absolut nicht leiden - ich habe sie mir sofort weggerissen. Ich bin doch kein Mädchen - soll Frauchen doch besser auf mich aufpassen wenn eine Laterne kommt!

Neulich waren wir in einem Hundesalon - bei einer netten Friseurin. Wie bereits erwähnt, darf das ein Havaneser eigentlich nicht. Da müssen die langen Seidenfransen bis zum Bauch und noch tiefer hängen und weit über die Augen. Aber nachdem ich ständig mit dem Kopf gegen Stangen, Bäume, Büsche und die besagte Laterne gerannt bin, sagte Frauchen: „Paco, wir pfeifen auf die Vorschriften! Dein Kopf ist mir wichtig - er soll heil bleiben!“ Also waren wir in diesem Hundesalon. Jetzt ist mir nicht mehr so heiß und man kann meine schönen großen Kulleraugen wieder sehen.

Meine Fans waren zuerst erschrocken als sie mich sahen. Aber Frauchen hatte sie bereits vorgewarnt, dass ich einen seelischen Schock erleiden würde wenn sie mich auslachen und so überspielten sie es tapfer. „Es wächst ja wieder!“, sagte Frauchen beschwichtigend und „bis zum Winter ist alles so lang dass Du nicht mehr frierst!“. – „Er hat lange, schlanke Beine und seine großen Kulleraugen hat man vorher gar nicht gesehen!“, sagten die Fans und inzwischen haben sie sich daran gewöhnt, dass ich die erste Zeit aussehe wie ein geschorenes Schaf. Aber: Das wächst ja alles wieder!

Ein anderes Mal bei der Friseurin war es wirklich schlimm! Eigentlich ist sie ja ganz nett, aber da hat sie mich fast zu Tode gequält! Und das Schlimmste: Frauchen und Herrchen haben mir nicht geholfen – sie haben mich sogar noch festgehalten! Ich sage euch, scheinheilig ist das! Am Abend habe ich zur Strafe kein Wort mehr mit ihnen gesprochen. Auf den Arm wollten sie mich nehmen und trösten – nein danke, ich habe auch meinen Stolz!

Heimlich habe ich mich vor den Spiegel gestellt: Ich war fast so nackt wie Frauchen wenn sie aus der Dusche kommt! Und gefroren habe ich wie im tiefsten Winter. Frauchen hat gesagt: „Das wächst doch wieder!“ Ich hab´ so getan als ob ich es nicht höre …wie gesagt, scheinheilig finde ich das! Aber andererseits: Haare abschneiden macht zwar nackt, aber es ziept danach nicht mehr so beim Bürsten! Ich glaube, ich bin Frauchen und Herrchen dann doch nicht länger böse!

Manchmal gehe ich sogar ganz gern zum Hundefriseur. Allein deshalb, weil Frauchen geradezu ausflippt weil ich danach so schön bin! „Paco, Du bist sooo süß, Du bist ein ganz feiner Bub!“ Also Frauchen ist danach jedes Mal hin und weg!

Und die Friseurin ist begeistert: „Er hält so schön still und er schnappt auch nicht nach mir!“ – Dabei stemme ich mich mit ganzer Kraft gegen Frauchen oder Herrchen, sodass sie zwischendurch sogar wechseln müssen, weil es einer allein nicht die ganze Zeit durchhält. Zwischendurch singe ich ein bisschen oder ich zittere am ganzen Körper – weil das großen Eindruck macht! Die sollen sich ruhig um mich kümmern, wenn sie mich schon zu der Friseurin fahren!

Gebadet wurde ich auch noch! Pudelnass und ganz voll Schaum wäre ich am liebsten aus der Wanne gesprungen. Aber die stand zu hoch und es war zu gefährlich!

Bei Frauchen habe ich das einmal gemacht. Es war ihr erster und letzter Versuch mich zu baden! Ich bin ihr, voll mit Schaum, aus der Wanne gehopst und den ganzen Flur entlang gerannt. Dabei habe ich mich ordentlich geschüttelt! Frauchen hat mit mir geschimpft – und dabei sagt sie doch immer, wenn wir aus dem Regen zurück nach Hause kommen: „Paco, schüttel Dich!“ – soll einer die Zweibeiner verstehen! Na ja, angeblich lernen wir ja alle ein Leben lang – Frauchen muss eben auch noch eine Menge lernen!

Ich hab´ mir beim Gassi gehen mal was geschnappt was ich gefunden habe und es nicht wieder hergegeben, obwohl Frauchen in meinem Schnäuzchen rumgebohrt hat. Hab` es schnell runtergeschluckt. Frauchen war wütend: „Du bist wohl mit dem Kopf zu oft gegen eine Laterne gerannt“, hat sie gesagt. Später habe ich verstanden, was sie meinte - als es in meinem kleinen Bauchi geblitzt und gedonnert hat - man sollte wohl doch nicht alles fressen, was man so findet!

Was ich noch faszinierend finde, das sind Toilettenpapier-Rollen: Man kann sie ganz lassen und herum rollen. Man kann in sie reinbeißen, man kann sie abrollen - wir haben einen langen, langen Flur - das macht richtig Spaß! Später kann man sie dann in ganz kleine Stücke zerfetzen, das ist einfach wunderbar - da ist einem stundenlang nicht mehr so langweilig! Frauchen findet das nicht so toll, aber das ist ihr Problem! Mein Problem ist nur, wenn ich es zu toll getrieben habe – aber wer kann da schon aufhören, wenn man vor Freude wie im Rausch ist?

Die meisten Zweibeiner verstehen nicht, warum ich etwas zerfetze - aber das ist alles meine Beute … und Beute muss man zerlegen - ob das nun ein Tempotuch ist, das ich Frauchen aus der Jackentasche stibitzt habe, oder die Theaterkarte von dem kleinen Beistelltisch - das macht keinen Unterschied! Fetzen ist nämlich meine Aufgabe, glaube ich zumindest - und ein Mann muss doch eine Aufgabe haben, oder?