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Kennst du dieses Gefühl, wenn deine Welt kurz stehen bleibt und du kurz denkst, dass du nicht atmen kannst? Kennst du dieses Gefühl, wenn du von jetzt auf gleich solch eine starke Liebe empfindest wie nie zuvor in deinem Leben? Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, denn ich hatte es erlebt, als ich den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest gesehen hatte. Von diesem Moment an war mir klar: Jetzt bin ich eine Mutter und jetzt werde ich alles dafür tun, dass es meinem Baby gut gehen wird und dass ihm nichts auf der Welt passieren kann. Doch was passiert, wenn das Leben Geschichten schreibt? Richtig, sie bekommen nicht immer das "Happy End", welches sie verdient hätten. Ab wann ist man eine Mama? Ab der Geburt? Nein! Eine Mama bist du ab dem Moment, in dem du anfängst ein Stück von dir selber abzugeben, für ein kleines Wesen, welches du von Anfang an so sehr liebst, wie nichts anderes auf dieser Welt. Ab dem Tag, an dem ich den zweiten Strich gesehen hatte, war ich deine Mama. Para sempre em meu coracao! Für immer in meinem Herz Dies hier ist kein normaler Roman mit einer fiktiven Geschichte. Dies hier ist eine Sammlung von Erinnerungen und Gedanken aus und an eine Zeit an die ich sehr viel zurückdenken muss und die mein Herz auch heute noch ab und an schwer werden lässt. Ein Verlust ist immer schwer zu verarbeiten und ich weiß auch, dass jeder sein eigenes Tempo und seine eigenen Strategien dafür hat und ich möchte hier in diesem Buch über meinen Verlust schreiben und über die Zeit, die mich komplett verändert hat. Nicht jeder wird mich verstehen können und das muss auch nicht jeder, ich will einfach nur all das los- werden, was ab und an schwer auf meiner Seele liegt.
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Seitenzahl: 157
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Ab wann ist man eine Mama? Ab der Geburt? Nein! Eine Mama bist du ab dem Moment, in dem du anfängst ein Stück von dir selber abzugeben, für ein kleines Wesen, welches du von Anfang an so sehr liebst, wie nichts anderes auf dieser Welt. Ab dem Tag, an dem ich den zweiten Strich gesehen hatte, war ich deine Mama.
Para sempre em meu coracao! Für immer in meinem Herz
Heart Skips a Beat _ Olly Murs
Head & Heart _ Joel Corry, MNEK
A Thousand Years _ Christina Perri
Elbe – Bozza
In the End _ Linkin Park
Sollte nicht sein – Ufo361, Sonus031
4:30 – Ufo361
My Happy Ending _ Avril Lavigne
Leave Out All The Rest _ Linkin Park
Bilder von dir – Edin
Astronaut – Simple Plan
Never Go Back _ Dennis Lloyd
We Don´t Talk Anymore _ Charlie Puth
Dear Darling _ Olly Murs
Vermisst _ Aylo
Clean Eyes _ SYML
Zweifel _ Ufo361
Playlist _ Ufo361
Pass auf wen du liebst _ Ufo361
Ich müsste lügen _ Juju
Kein Schlaf _ Nimo, Hava
Savage Love _ Hiko
Vorwort
Zwei Striche
Abendroutine
Alles Gute zum Geburtstag
Sonnenaufgang
Schlägt es oder nicht?
Das Kinderzimmer
Schuhe im Schnee
Wie eine Weintraube
Der Biber
Born in 2021
Para sempre em meu coracao
Ein Herz hörte auf zu schlagen und eines zerbrach
Es sollte nicht sein
Nächstes Jahr zur gleichen Zeit sehen wir uns hier wieder und dann im Kreißsaal
Komplikationen
Kein Gynäkologischer Fall?!
Intensivstation
Auf dem Weg der Besserung
Schneeflöckchen, die zu Matsch zerfallen
Umgang mit der Wut
Zurück ins Leben kämpfen
Unterleibschmerz
Allgemeinchirurgisches Konsil
Materielle Erinnerungen
Nachwort
Dies hier ist kein normaler Roman mit einer fiktiven Geschichte.
Dies hier ist eine Sammlung von Erinnerungen und Gedanken aus und an eine Zeit in der ich sehr viel zurückdenken muss und die mein Herz auch heute noch ab und an schwer werden lässt.
Ein Verlust ist immer schwer zu verarbeiten und ich weiß auch, dass jeder sein eigenes Tempo und seine eigenen Strategien dafür hat und ich möchte hier in diesem Buch über meinen Verlust schreiben und über die Zeit, die mich komplett verändert hat. Nicht jeder wird mich verstehen können und das muss auch nicht jeder, ich will einfach nur all das loswerden, was ab und an schwer auf meiner Seele liegt.
Ich habe sehr oft von vorne begonnen dieses Buch zu schreiben und ich habe alle Entwürfe wieder verworfen, weil ich sie für nicht gut genug erachtet hatte.
Doch was heißt schon gut genug?
Wer bestimmt denn, ob es gut genug ist?
Ob ich meine Gedanken gut zu Papier gebracht habe?
Ich habe eigentlich bei meinen Büchern nie Selbstzweifel und ich bin immer voll und ganz von dem was ich schreibe überzeugt, doch bei diesem Buch ist es anders!
Ich habe immer das Gefühl, dass ich es nicht richtig herüber bringe oder dass ich etwas wichtig vergessen habe. Vielleicht habe auch an der ein oder anderen Stelle zu viel oder zu wenig geschrieben?
Ich will jetzt einfach nicht mehr so viel darüber nachdenken und bei diesem neuen Versuch mir einfach das von der Seele herunter schreiben, was mich immer noch viel zu oft belastet.
Ob es sich oft verkaufen wird ist mir auch komplett egal, denn ich schreibe dies hier mehr für mich als für irgendjemanden anderen. Ich will einfach nur, dass das was mir passiert ist nicht in Vergessenheit gerät und dass ich mich irgendwann später noch einmal daran erinnern kann, wenn die Erinnerungen verblassen sollten. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass diese Erinnerungen jemals verblassen könnten, doch will ich etwas schaffen, dass für immer bleibt.
Etwas das für die Ewigkeit besteht, genauso wie die Liebe die ich empfunden habe und immer noch empfinde.
Ich habe sehr lange gebraucht um dieses Buch fertig zu stellen und es hat mich viel Zeit und Überwindung gekostet.
Ich weiß, dass dies hier vielleicht auch Menschen lesen könnten, die mich kennen und die vielleicht meine Ansichten nicht teilen oder die sich von mir entfernt hatten in dieser Zeit, weil ich nicht richtig funktioniert hatte!
Auch diesen Menschen wünsche ich viel Spaß beim Lesen und vielleicht können sie ja nach dem sie dies gelesen haben etwas besser verstehen, was mich dazu bewegt hatte mich so zu verhalten, wie ich es getan hatte.
Auch wenn ich eigentlich daran zweifel, dass irgendeiner von ihnen dies lesen wird, denn Menschen die sich nur für sich selber interessieren werden wohl niemals anfangen zu versuchen einen anderen Menschen zu verstehen, aber davon werde ich später noch mehr schreiben!
Jetzt will ich anfangen mit diesem Buch, welches all mein Herzblut forderte und welches ich ab und an abbrechen musste zu schreiben, weil es zu sehr schmerzte sich wieder an diese Zeit zu erinnern. Was auch immer passieren wird, ich stehe zu allem, was ich getan habe und ich bereue nichts was ich gesagt oder getan habe, denn in dem Moment, wo ich es gesagt oder getan hatte war es das Richtige und nur darauf kommt es an.
Ob ich heute viele Sachen anders machen würde? Mit Sicherheit, aber man lernt aus seinen Erfahrungen und man wächst an seinen Hürden.
Das Einzige was ich wirklich bereue ist mein Verlust und die Tatsache, dass jeden verdammten Tag jemand in meiner Familie fehlt!
Para sempre em meu coracao.
Für immer in meinem Herzen.
Dieses Kapitel in meinem Leben, über dass ich hier nun anfange zu schreiben begann am 26. Dezember 2020.Die war der Tag, an dem sich alles für immer für mich verändern sollte.
Ich wachte erst am Nachmittag auf, da ich auch erst um halb acht morgens im Bett gewesen war. Ich kam morgens von der Nachtschicht nach Hause und schlief dann bis Nachmittags. Als ich aufwachte verspürte ich sofort eine starke Übelkeit, wegen der ich ins Badezimmer lief, doch ich musste mich nicht übergeben. Obwohl ich mir erst so sicher gewesen war, dass ich jedem Moment hätte mich übergeben musste, so blieb es mir doch erspart.
Wieso war mir so schlecht?
Ich dachte, dass ich vielleicht etwas falsches gegessen haben könnte in der Nacht zuvor und dachte darüber etwas nach. Ich stellte dann fest, dass ich in der Nach viele Süßigkeiten und Chips gegessen hatte und dachte erst, dass es daran gelegen haben könnte, dass mir so schlecht gewesen war nach dem Aufwachen, doch dann kam mir ein anderer Gedanke: Wann war meine letzte Periode gewesen?
War ich überfällig gewesen?
Hätte ich nicht schon längst meine Tage bekommen müssen?
Desto mehr ich darüber nachdachte, desto weniger ließen mich diese Fragen los und ich entschloss, einfach nur zur Sicherheit, einen Schwangerschaftstest zu machen. Ich hatte noch einen vorrätig zu Hause und war froh darüber, dass ich immer einen zur Vorsicht im Haus hatte.
Ich hatte es mir angewöhnt immer einen Test zu Hause zu haben, da ich immer schnell panisch wurde. Ich wusste, dass es durchaus normal war, wenn man mal seine Regel ein paar Tage später bekam, aber dennoch machte ich mich immer sofort verrückt und hatte jedes Mal Angst, dass ich dieses Mal schwanger sein könnte, aber ich denke das kennt jede Frau.
Ich nahm also den Test aus der Verpackung und nachdem ich das Stäbchen auf ein Tuch an der Seite meines Waschbeckens legte um auf das Ergebnis zu warten wurde ich immer nervöser.
Die drei Minuten, die ich warten musste, bis ich das Ergebnis ablesen konnte schienen eine Ewigkeit anzudauern und dann traf mich ein kleiner Schlag! Ich spürte, wie mein Puls schneller wurde und mein Herz schien mir fast aus der Brust zu springen, da war er: Der ganz blasse zweite Strich!
In seinem sehr blassem Rosa tauchte er auf einmal auf dem Test auf und dieser Moment ließ alles in mir still stehen!
Wie viele Minuten ich dort stand und einfach nur auf diese Schwangerschaftstest starrte?
Ganz ehrlich?
Ich weiß es nicht mehr, doch es fühlte sich erneut wie eine Ewigkeit an!
Eine Ewigkeit in der sich meine Gedanken im Kreis drehten und in der sich mit einem Mal alles veränderte!
Eine Ewigkeit, die wegen einer so kleinen und unscheinbaren Sache wie einem kleinen Teststreifen mit zwei blassen Rosa Strichen, mein ganzes Leben auf den Kopf stellte!
Wie konnte das sein?
War das ein Fehler gewesen?
Ich dachte kurz darüber nach, in eine Notfall Apotheke zu fahren und mir einen neuen zu kaufen, um zu schauen, ob dieser auch positiv sein würde, doch dann verwarf ich diesen Gedanken wieder, denn ich hatte dafür einfach keine Zeit!
Wie sollte ich denn auch meinem Partner erklären, dass ich irgendwo hinfahren würde ohne ihm zu sagen, wieso ich es tat?
Ich wollte es ihm noch nicht sagen, denn es stand ja auch noch gar nicht richtig fest!
Vielleicht war es ja auch ein Fehler?
Es gab sicher noch andere Gründe, wieso ein Test positiv sein könnte oder?
Also erst mal noch keine Panik verbreiten war meine Entscheidung, doch dann hielt ich es schon einige Minuten später nicht mehr aus und stürmte aus meiner Wohnung und rannte eine Etage nach unten zu der Wohnung meiner besten Freundin Viola, die praktischer weise mit mir in einem Haus wohnte. Ich klopfte an ihre Tür und schloss dann sofort die Tür mit meinem Schlüssel auf, den ich für alle Fälle hatte und sie kam sofort zur Tür gelaufen und fragte mich was denn los sei.
Viola schaute mir in die Augen und wusste sofort, dass irgendwas nicht stimmen würde. Sie fragte mich, ob ich mich mit meinem Partner gestritten hatte oder wieso ich so panisch aussehen würde und ich schüttelte nur den Kopf. Dann sagte ich ihr, dass ich glaubte schwanger zu sein und sie gratulierte mir sofort. Ich sagte ihr dann, dass es ja noch gar nicht fest stand und sie riet mir am Abend auf der Arbeit zur Sicherheit noch einen erneuten Test zu machen und bis dahin zu versuchen Ruhe zu bewahren. Immerhin stand ein anstrengender Tag vor mir und ich könnte in diesem Moment sowieso nichts an meiner Lage ändern. Ich entschloss mich dann, es genauso zu machen, wie sie es mir geraten hatte und verließ etwas später wieder ihre Wohnung.
Als ich wieder in meiner Wohnung ankam, war es auch schon Zeit um zu meinen Eltern zu fahren, um dort Weihnachten zu feiern. Also machten mein Partner und ich uns bepackt mit den Tüten voller Geschenken für meine Eltern und Viola, die den Abend auch mit uns und meinen Eltern verbrachte wie jedes Jahr, auf den Weg zu meinem Auto und während der fahrt redet ich so gut wie kein Wort mit ihm! Ich hatte zu viel Angst, dass ich mich verplappern könnte und so schaltete ich das Radio ein und wählte mit meinem Handy eine Playlist aus, die ihm auf jeden Fall gut gefallen würde. So war er abgelenkt von der Musik und ich musste nicht mit ihm sprechen während der Fahrt! Mein Plan gelang und er fing an voller Freude die Lieder mitzusingen, die er so gerne mochte.
Während der ewig wirkenden 40 Minuten die wir fuhren, bis wir bei meinen Eltern waren überlegte ich die ganze Zeit, wie ich es schaffen sollte ein normales Gespräch mit ihm zu führen, ohne irgendetwas zu verraten.
Wie ich mich fühlte?
Panisch, ängstlich, überfordert aber gleichzeitig auch überglücklich!
Auch wenn es für mich noch nicht zu Einhundert Prozent sicher war, so fühlte ich dennoch, dass es schon sein könnte, dass diese Übelkeit am Nachmittag nicht nur zu viele Süßigkeiten und Chips zu verschulden war, sondern einem kleinen Wesen in meinem Bauch, was sich ankündigen wollte. Ich hatte die letzten drei Nächte mit meinem Arbeitskollegen und mittlerweile auch guten Freund Linus verbracht. Wir hatten uns zusammen für die Nachtdienste um die Feiertage herum eingetragen und verbrachten die Nächte damit neben der anfallenden Arbeit Filme zu schauen und viel zu viele Chips und Süßigkeiten zu essen. Man sollte meinen, dass man keinen Hunger mehr hätte, wenn man erst einige Stunden zuvor mit der Familie Weihnachten gefeiert und dabei viel zu viel gegessen hatte, doch ich hatte in den Nachtdiensten immer Hunger! Immer! Egal ob ich vorher etwas aß oder nicht. So brachte Linus jeden Abend eine oder zwei Packungen seiner Lieblingschips mit und ich hatte immer Gummibärchen, Schokolade und natürlich passend zum Anlass Plätzchen dabei und so aßen wir, wie kleine Kinder am Weihnachtsabend viel zu viele Süßigkeiten und dass einige Nächte hintereinander!
In diesem Moment, in dem ich neben meinem Partner im Auto saß und nicht wusste wo mir der Kopf stand war ich mir aber sicher, dass ich wohl nichts essen könnte. Ich war zu nervös, zu ängstlich und zu panisch! Dennoch nahm ich mir vor zu mindestens einen kleinen Teller bei meinen Eltern zu essen, denn meine Mutter hatte sich ja die Mühe gemacht und sie wäre sicher traurig gewesen, wenn ich nicht gegessen hätte und das wollte ich nicht.
Bei meinen Eltern angekommen setzten wir uns alle sofort an den Tisch und begannen zu essen. Ich schaffte es mir, trotz dessen dass ich keinen Hunger hatte, einen Teller von dem Weihnachtsessen zu nehmen und ihn auch komplett aufzuessen. Alle um mich herum unterhielten sich über dieses und jenes und die Stimmung war locker, fröhlich und ausgelassen. Nur ich sagte nichts. Ich konnte nicht, denn ich hatte so viele Gedanken in meinem Kopf und ich hatte Angst, dass ich jeden Moment das, was sich in meinem Kopf abspielte einfach heraus zu plaudern und das wollte ich nicht!
Ich versuchte so wenig wie möglich daran zu denken, doch der Gedanke daran, dass ich wirklich schwanger sein könnte bohrte sich so fest in meine Gedanken, dass er sich nicht mehr vertrieben ließ! Nachdem wir alle zusammen gegessen hatten fragte mich meine Mutter, ob denn alles in Ordnung sei, weil ich so still wäre und Viola antwortete sofort für mich, dass ich ja Nachtdienst hatte und es sicher daran läge. Ich bestätigte ihre Aussage und war ihr in diesem Moment so dankbar, dass sie mich aus dieser heiklen Situation gerettet hatte. Ich fügte ihrer Aussage dann noch hinzu, dass es ja schon die dritte Nacht gewesen war und der dritte Nachtdienst immer am anstrengendsten war für mich. Dort fiel es mir immer am schwersten wach zu bleiben und es lägen ja auch noch drei Dienste vor mir, was die Situation nicht besser machte.
Mein Partner lachte dann und fügte noch hinzu, dass ich aber ganz schon beim Essen „reingehauen“ hatte dafür, dass mir ja vorhin schlecht gewesen sei. Ich war geschockt!
Hatte er mitbekommen, dass ich so lange im Bad gewesen war?
Ja musste er wohl, denn sonst hätte er das ja nicht gesagt!
Viola war aber wie immer sofort mit der passenden Antwort zur Rettung und sagte dann, dass ich im Nachtdienst bestimmt wieder viel zu viel Unfug gegessen hätte und ich nickte. Ich erklärte dann dass Linus viel zu viele Chips und Süßigkeiten mitgebracht hatte, weil er sich auf einen Film gefreut hatte und so hatten wir als es etwas ruhiger war diesen Film gesehen und dabei viel zu viel ungesundes Essen in uns hineingestopft. Ich hatte ihm versprochen, dass wir in dieser Nacht seinen Lieblingsfilm sehen würde, da ich ihn noch nicht kannte und die Vorfreude darauf war so groß, dass wir noch mehr ungesundes Essen verzehrten, als wir es sowieso schon immer in den Nachtdiensten taten!
Ich entschuldigte mich dann und stand vom Tisch auf, um zur Toilette zu gehen. Im Flur vor der Badezimmertür hing ein großer Spiegel, in dem man sich komplett betrachten konnte und ich blieb kurz vor diesem Spiegel stehen und zog mein Shirt nach oben. Ich starrte in mein Spiegelbild und fasste mir mit der linken Hand auf meinen Bauch.
„Bist du wirklich da drin?“, fragte ich das Spiegelbild und meinte damit das kleine Wesen, welches wohl gerade anfing in meinem Bauch zu wachsen. Ich blieb noch einige Minuten so vor dem Spiegel stehen und zog dann mein Handy aus meiner Hosentasche und machte glücklich ein paar Bilder von meinem Spiegelbild mit entblößtem Bauch.
Ich wollte unbedingt in diesem Moment ein „Vorher-Bild“ machen, falls es denn wirklich der Fall gewesen wäre, dass ich schwanger war.
Wieder am Essenstisch angekommen tauschten wir alle Geschenke aus und ich schaffte es den Abend über noch einen seriösen und völlig normalen Eindruck zu machen. Dann nahm Viola meinen Partner wieder mit nach Hause, da ich direkt durchfahren musste um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Bei der Arbeit angekommen schnappte ich mir heimlich sofort einen Schwangerschaftstest und verschwand damit auf die Toilette.
Ich wartete und wartete und es fühlte sich wieder an, als würde die Welt um mich herum still stehen und als wären schon Stunden vergangen und nicht nur Sekunden.
Dann kam er wieder zum Vorschein: Der sehr blasse und kaum sichtbare zweite Streifen!
Es bestand für mich in diesem Moment kein Zweifel mehr!
Ich war mir mehr als sicher: Ich war schwanger! Schwanger!
Was das bedeutete!
Ich setzte mich mit mehr als tausend verschiedenen Gedanken die in meinen Kopf kreisten an den Tisch im Pausenraum und hörte mir die Übergabe vom Spätdienst an. Danach sollte mein Dienst beginnen. Vor mir lagen mehr als neun Stunden Arbeit auf der Station, auf der ich seit April des gleichen Jahres als examinierte Krankenschwester arbeitete und ich war mir unsicher, ob ich diese Nacht überstehen würde ohne mich zu verplappern.
Ich hatte den ganzen Block, der aus sechs Diensten bestand, über Dienst mit meinem guten Freund Linus und einem weiteren Kollegen aus der Zeitarbeit mit dem ich mich auch ganz gut auf Kollegialer Ebene verstand.
Nachdem der Spätdienst sich in den Feierabend verabschiedet hatte sagte ich den beiden Männern, dass ich mich nicht so gut fühle und dass ich vielleicht eine Erkältung bekommen würde.
Ich hatte Angst!
Angst um das kleine Wesen in meinem Bauch! Wir steckten im Dezember 2020 noch mitten in der schlimmsten Zeit der Pandemie und wir hatten auf unserer Station fast ausschließlich Patienten liegen, die mit Covid infiziert waren.
Ich wollte nichts riskieren und so verbrachte ich die meiste Zeit am Computer und dokumentierte oder stellte die Tabletten für alle Patienten für den kommenden Tag. Auch wenn Linus und der andere Kollege vielleicht den Eindruck hätten bekommen können, dass ich faul gewesen war, so war mir das egal! Es gab etwas wichtigeres und das war das Wesen in meinem Bauch.
Mein Baby!
Baby?
Ja es war ein Baby!
Vom ersten Moment an, in dem ich anfing zu realisieren, dass ich schwanger war fing ich an mich darauf zu freuen!
