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Mit »paris nights« legt Marvin Wiegandt seinen ersten eigenständigen Gedichtband vor - eine Sammlung von 16 Gedichten, entstanden über ein ganzes Jahrzehnt, verdichtet zu einem stillen Panorama aus Melancholie, Sehnsucht, nächtlichem Zauber und der Suche nach Nähe. Der Autor führt seine Leser durch die Straßen von Paris, durch die Innenwelten eines jungen Mannes in der Quarterlife-Crisis und durch jene zarten, seltenen Augenblicke, in denen Liebe, Verlust und Hoffnung ineinander übergehen. Seine Texte sind von leiser Ironie durchzogen, zugleich mutig offen, direkt und ungekünstelt. »paris nights« zeigt einen Dichter, der seine eigene Stimme gefunden hat - einen Poeten unserer Zeit, dessen Worte gleichzeitig leicht und schwer, verspielt und ernst, weltmüde und lebenshungrig sind. Ein Debüt, das im Gedächtnis bleibt.
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Seitenzahl: 27
Veröffentlichungsjahr: 2026
Quaterlifecrisis
Paris
Gold
Daumen im Wind
Alles zu seiner Zeit
Flüstern der Vergangenheit
Nachtverse IV
Marí
Am Abend
Träume
Es regt sich im Morast
Es ist schwer
Ich komm zur Ruhe
Verschwommene Farben
Gedachtes Gespräch
Verstehst du die Gedichte, die ich dir schreibe?
Neujahrswind
Bis zum Ende der Nacht
Dunkelheit
Kino
„Ich habe große Angst davor, die Frau meines Lebens zu verpassen, weil ich zu beschäftigt damit bin, auf die Frau meiner Träume zu warten”
- Tagebucheintrag vom 23.Juli.2021
Fünfundzwanzig Jahre. Ein Vierteljahrhundert...
Fünfundzwanzig Jahre. Ach, wie die Zeit doch vergeht...
Er murmelt es wieder, wieder und wieder
Und starrt auf den Zeiger, der stets weiter sich dreht.
Doch es regt sich nichts. Kein Reim, kein Gedicht,
kein Gebet kann es ändern, dass die Zeit leis’ verrinnt.
Dabei war er eben, gerade noch eben,
ja gerade noch eben, doch grad’ noch ein Kind.
Fünfundzwanzig Jahre...Schon wieder ein Jahr!
Hatte er nicht grad’ erst Geburtstag gehabt?
Schneller und schneller ziehen die Jahre,
von der Wiege durchs Leben bis hin zum Grabe,
durch die Sommer und Winter, wie Wind durch den Wald,
in dem unbemerkt leise sein Schreien verhallt.
Er versucht zu begreifen, was in dieser Welt mal wird und war und sein Auftrag wohl ist,
Was sie im Innersten zusammenhält. Da, wo nur Anfang und Ende
und Dunkelheit ist.
Ein Versuch zu erleuchten, was im Schatten sich regt,
Zu erforschen, zu wissen, zu erträumen was geht.
Ein Versuch zu ermitteln, was das Herz denn bewegt,
Und zu verstehen was nach jedem Ende entsteht.
Wo ist der Sinn? Wo sind die Lehren?
Wie viel wiegt die Schuld auf Justitias Waage?
Wie viel wiegt das irdische, stille Begehren?
Wer zeigt ihm den Weg aus dieser misslichen Lage?
So stapelt sich langsam Frage um Frage
ein Turm in die Luft, der nach Antworten sucht.
Doch mitten im Bau, wie beim Turmbau zu Babel,
fehlt das Verständnis und so bleibt's beim Versuch.
Fünfundzwanzig Jahre. So viel Zeit ging ins Land.
Eine winzige Spanne im Leben der Welt.
Doch ein Viertel Jahrhundert, ein Drittel des Lebens,
Wenn man nicht in Erdzeit, doch Menschenzeit zählt.
Vielleicht sollte er reisen… nach New York oder Rom.
Um zu sich selber zu finden und zu Marí.
Nach Moskau, Shanghai, nach Köln in den Dom,
oder mit Wein und Baguette, an die Seine nach París.
Fünfundzwanzig, das heißt Quaterlifecrisis:
Es geht nur nach vorn und niemals zurück.
Doch es gibt Hoffnung, denn sogar Oasis,
gaben zuletzt ja ihr großes Comeback
Première impression: La grande catastrophe.
Voyageure, zu viele, am trottoir en passant.
Entlang der Cafés und der Damenboutiquen,
kann ich Cavaliers mit Damen erblicken,
die auffallend auffällig ihr petit décolleté, mit zeitlos modischer Mode versehen.
Ein flüchtiger Blick, oh pardon, ein faux pas,
bei dem ich beinah' meine Liebste vergaß.
Vergib meinen lüsterneren Augen chérie,
es ist nur l'amour in Paris ma jolie.
Ein Rendez-vous, in der pâtisserie
Auf der Rue femmes fatales, nahe der Galerie,
Ein soufflé mit zwei Löffeln in der chocolaterie,
und das Croissant au fromage vergesse ich nie.
Am Abend ein Wein auf der hôtel-chaise longue,
So beginnt für uns beide eine neue Liaison.
Sie kommt nicht von hier, doch ich mag ihren Stil.
Eine madame directrice,
