Past Shadows - Nina James - E-Book

Past Shadows E-Book

Nina James

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Beschreibung

"Gegenüber auf dem Dach haben sich Elstern versammelt. Fast die ganze Spitze des Daches war voll. Nach und nach stürzten sich alle Elstern in die Tiefe, bis nur noch drei oben blieben. Zwei der drei flogen zeitgleich davon und ließen die eine Elster völlig allein. Kurze Zeit später kam eine weitere Elster angeflogen. Diese rutschte vorsichtig, ab ungefähr der Hälfte des Daches, auf die einsame Elster hinzu. Schließlich flogen beide gemeinsam davon. Wieso ich euch das erzähle? Ganz einfach. Ich bin diese Elster. Allesamt haben sie mich im Stich gelassen. Außer Shailene und Caroline. Ich sehe sie zwar nicht ständig, aber dennoch sind sie immer da. Und die Elster mit der ich gemeinsam weggeflogen bin, die gibt es auch. Niemals ist man wirklich allein. "

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Past Shadows

PrologKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17Kapitel 18Kapitel 19Kapitel 20Kapitel 21Kapitel 22Kapitel 23Kapitel 24Kapitel 25Kapitel 26Kapitel 27Kapitel 28Kapitel 29Kapitel 30EpilogImpressum

Mein Name ist Juliana. Mittlerweile bin ich einundzwanzig Jahre alt und dies hier ist meine Geschichte.

Ich verstehe nicht, wie ich damals so dumm und naiv sein konnte. Nur wegen ihr, wegen Annie, ist mein ganzes Leben zerstört. Bei keiner meiner Tätigkeiten kann ich mir sicher sein, ob ich das tue, was ich will oder ob es das ist, was sie mir immer verboten hatte. Ohne sie wäre mein Leben völlig anders abgelaufen. Besser. Aber was soll ich jetzt schon noch daran ändern? Bin ich einmal kaputt, bin ich immer kaputt. Genauso wie mein Leben. Wie bekomme ich das nur wieder hin?

Reisen wir mal ein paar Jahre zurück. Ich war also vierzehn Jahre alt, als ich Annie kennenlernte. Damals schien sie so unerreichbar zu sein. Das ist erstaunlich dafür, dass wir gerade mal in der Mittelstufe waren. Ich verstehe es nicht; ich wollte damals unbedingt ihre Freundin sein. Da ich in der Schule nicht an sie herankam, war ich sehr froh über den Yoga-Kurs, den wir beide besuchten.  Dies war die einzige Möglichkeit irgendwie an sie heran zu kommen. Ich tat wirklich alles, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie sollte mich mögen. Ich wollte um jeden Preis ihre Freundin sein.

Ganz schön dumm, was? Wie dem auch sei.

Immer wieder fuschte ich mich zwischen sie und ihren Bruder Jannik, welcher dies auch zuließ und mich sogar dabei unterstützte. Aber Annie lief immer wieder vor mir weg.

Weshalb auch immer hörte sie eines Tages damit auf und fing an mit mir zu reden. Ich war so froh und wollte unbedingt, dass sie mich als eine ihrer Freundinnen bezeichnete. Auch dies passierte nach wenigen Wochen.

Zum Ende des Schuljahres wurden wir wirklich gute Freundinnen. Unbedingt wollten wir für die Oberstufe in die gleiche Klasse. Mein Fokus lag einzig und allein darauf. Also mussten wir uns eine neue Schule suchen, da es bei uns nicht möglich war plötzlich die Klassen zu wechseln. So sagte ich es auch dem Direktor der Schule, zu dessen Anmeldung unsere beiden Familien gemeinsam gingen.

Das war der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Hört ihr die Ironie?

Auf jeden Fall lernten wir uns so kennen; freundeten uns so an. Was aber dann passierte erfahrt ihr natürlich noch.  Ich werde einfach nur meine Geschichte erzählen. Meine Kommentare stecke ich weg, sodass ihr ganz in diese Welt eintauchen könnt. Oder auch nicht. Das ist ganz euch überlassen, was ihr daraus macht...

Ach ja, übrigens: Die Geschichte spielt sich über mehrere Jahre ab.

Kapitel 1

 Karneval! Bald war das erste Mal Karneval an meiner Schule.  Ich hasste Karneval! Diese ganzen maskierten Menschen jagten mir wirklich Angst ein. Aber diese Angst musste ich wohl oder übel beiseite stecken.  Annie liebte es dafür umso mehr. Gleich für uns beide mit. Ihr zuliebe würde ich dann mal eine Ausnahme machen. So wie jedes Jahr. Aber was tut man nicht alles für seine beste Freundin?

"Lina, als was verkleidest du dich dieses Jahr?" riss mich Annie aus meinen Gedanken.

Ich hasste es, wenn sie mich so nannte. Aber auch das nahm ich einfach so hin. Schließlich war sie ja meine beste Freundin. Ich meine, wie oft geben die eigenen Eltern einem irgendwelche bescheuerten Spitznamen? Und im Kindergarten erst…

"Ich weiß es noch nicht. Irgendwas schlichtes." antwortete ich ihr.

Aufgebraust rief sie "Aber nächste Woche ist doch schon Karneval! Wieso hast du denn noch kein Kostüm?"

"Ich...."

"Also ich verkleide mich als Indianer." erklärte sie jetzt wieder noch aufgebrauster als vorher, falls das überhaupt möglich ist. "Das wäre doch toll, wenn wir beide als das gleiche gehen würden."

Bestätigend nickte ich ihr zu, sodass sie mitbekam, dass ich ihr zuhörte.

Okay. Also würde es dieses Jahr der Indianer werden. Vielleicht würde meine Oma ja noch in dieser Zeit ein Kostüm herzaubern können. In der Grundschule hatte sie meiner kleinen Schwester Veronica und mir auch immer die Kostüme gemacht. Obwohl, jetzt hatte sie nur so wenig Zeit. Würde sie es überhaupt noch schaffen? Ich wollte Annie doch nicht enttäuschen. Mein Kostüm musste bis dahin fertig sein. Obwohl, vielleicht passte mir ja noch mein altes? Schließlich bin ich in dieser Zeit nicht allzu sehr gewachsen. Dann ist es eben was kürzer und was enger. Hauptsache, ich hatte ein Kostüm.

"Komm schon Lina. Oder willst du, dass wir zu spät kommen?" trällerte Annie und riss mich somit mal wieder aus meinen Gedanken.

"Nein, natürlich nicht."

Kaum, dass wir in den Raum stürmten, klingelte es auch schon erneut.

"Annie, Juliana. Setzt euch. Und macht mal ein bisschen schnell, ich will anfangen." stellte Frau Heinrich, unsere Deutschlehrerin klar.

Gerade, als wir uns auf unseren Plätzen niederließen, fing Annie auch schon an zu flüstern "Ich mag Frau Heinrich nicht.  Sie ist so streng und gibt immerzu jede Menge Hausaufgaben auf. Das ist doch nicht normal."

"Stimmt." flüsterte ich zurück "Frau Heinrich ist ein richtiger Drache."

"Juliana! Das habe ich gehört!" rief Frau Heinrich.

"Aber ich...." versuchte ich mich zu verteidigen, doch sie redete auch schon weiter.

"Gleich nach Unterrichtsschluss werden wir gemeinsam deine Eltern anrufen. Dann kannst du ihnen von deiner Respektlosigkeit erzählen. Und jetzt setz dich woanders hin. So könnte Annie zumindest noch etwas mitbekommen, wenn du schon nicht aufpassen willst. Außerdem werde ich dir eine sechs für heute aufschreiben."

„Aber wieso denn das Frau Heinrich? Das ist nicht fair!“ rief ich aus.

Böse schaute sie mich an. Beinahe flüsternd antwortete sie mir schließlich „Dir habe ich hier nichts zu erklären. Jetzt Klappe.“

Entschuldigend schaute Annie mich an. Aber das brachte jetzt ja auch nichts mehr. Sie hatte ihren Stuhl weit von mir weggerückt, auf die Kante des Tisches. Vielleicht war es ja besser so. So bekam Annie nicht auch noch Ärger.

Da ich mir weiteren Ärger ersparen wollte, verließ ich meinen Platz ohne ein weiteres Wort. So wäre es sicherlich am besten.

Sofort nach Unterrichtsschluss stürmte Annie zu mir

"Es tut mit so leid. Ich wollte nicht, dass du Ärger bekommst." quasselte sie auch schon gleich los.  

"Schon gut Annie, ich hätte ja leiser reden können."

"Okay. Ich warte draußen auf dich, ja? Bis dann." mit diesen Worten verschwand sie auch schon nach draußen, ohne, dass ich noch hätte antworten können.

Vielleicht hat Frau Heinrich ja vergessen, dass sie bei mir daheim anrufen wollte. Vielleicht würde ich genauso unbemerkt durch die Türe verschwinden können, wie Annie. Vielleicht....

"Nicht so schnell Fräulein!" nahm mir Frau Heinrich auch schon meine Hoffnung "Wir hatten noch etwas vor."

Sie packte mich am Arm und zog mich hinter sich her zum Sekretariat. Nach einer kurzen Absprache mit der Sekretärin durfte sie auch schon ans Telefon.

"So, dann werden wir jetzt ja mal sehen, wohin dein Benehmen führt." sagte sie zu mir und hielt mir den Hörer hin.

Stumm tippte ich meine Telefonnummer in das Gerät.

Tut. Tut. Tut. Tut.

Nichts. Gut. Umso besser. Da wir im Moment keinen Anrufbeantworter hatten, wo wir hätten etwas draufsprechen können, legte ich den Hörer wieder beiseite.

"Was soll das?" verlangte meine Deutschlehrerin zu wissen.

Also erklärte ich "Es scheint niemand da zu sein. Und wir haben gerade auch keinen Anrufbeantworter. Also können Sie auch nicht draufsprechen."

"Beim nächsten Mal hast du aber nicht mehr ein solches Glück. Und jetzt verschwinde!"

Mit schnellen Schritten lief ich davon, bevor sie es sich nochmal anders überlegte.  In nur wenigen Sekunden kam ich auch schon an die Stelle auf dem Schulhof, wo wir unsere Fahrräder abstellten. Doch von Annie war keine Spur mehr.

Ich schnappte mir mein Fahrrad und fuhr einmal komplett um das Gelände herum. Doch auch dort war meine beste Freundin nirgends zu sehen.

Kapitel 2

Annie hatte vorgeschlagen in den Osterferien zu zelten. Bei mir im Garten. Ich hatte keinerlei Erfahrung. Aber gut, wieso auch nicht?  Ich war ja schließlich nicht allein.

Die Zelte mussten wir natürlich selbst aufbauen, was natürlich kein Problem war. Wir konnten uns ja gegenseitig helfen. Annie hatte extra ein großes Zelt mitgebracht, damit wir auch schön viel Platz hatten. Da sie zwei Geschwister hatte, waren ihre Zelte alle etwas größer. Zumindest vermute ich, dass das der Grund war, wieso sie darauf bestanden hatte, ihr Zelt mitzubringen.

Mein Vater schlief ausnahmsweise im Wohnzimmer auf der Couch, sodass er die Türe im Blick hatte, welche die ganze Nacht geöffnet blieb, falls jemand von ins zur Toilette musste oder irgendetwas passierte. Aber was sollte schon passieren? Wir waren doch nur in unserem Garten und nicht in der tiefsten Wildnis. Aber gut. Mein Vater wollte eben einfach nur helfen, wofür ich ihm auch wirklich dankbar war.

In der Nacht im Zelt, als alle anderen aus meiner Familie schon schliefen flüsterte Annie mir zu "Lina, bist du noch wach?"

"Mmmmh." machte ich nur.  Ich war kurz davor gewesen wieder einzuschlafen.

Die Augen zu öffnen war mir in dem Moment zu anstrengend, weswegen ich sie trotz Annie´s folgendem Protest geschlossen hielt.

"Gut, dann eben nicht.“ gab sie nach „Du triffst sich doch nicht regelmäßig mit den anderen Mädchen oder?"

"Doch Annie. Das machen Freunde nämlich. Völlig normal. Du etwa nicht?"

"Aber was ist, wenn du dann keine Zeit mehr für mich hast?" fragte sie besorgt.

"Das wird nicht passieren. Versprochen." versuchte ich unser Gespräch zu beenden, sodass ich endlich schlafen konnte.

"Die meiste Zeit bekomme aber ich oder? Wir sind doch beste Freundinnen. Wir tun alles füreinander." flüsterte sie weiter.

"Aber natürlich."

"Versprochen?"

"Annie. Du bist meine beste Freundin. Natürlich verbringe ich die meiste Zeit mit dir." antwortete ich jetzt leicht genervt.

"Okay." das war das letzte, was ich von ihr hörte. Scheinbar war zumindest sie eingeschlafen. Ich selber lag noch einige Zeit wach.

War Annie etwa eifersüchtig? So kannten ich sie ja gar nicht. Teilweise hatten wir uns auch in kleineren Gruppen getroffen, was niemals ein Problem war. Aber gut. Ich würde die anderen weniger sehen, wenn es meine beste Freundin glücklich machte. Schließlich wollte ich sie nicht verlieren. Ich würde für sie einfach alles tun. Sicherlich würde sie das auch für mich tun. Schließlich waren wir doch beste Freundinnen.

Kapitel 3

Klassenfahrt! Heute fahren wir auf Klassenfahrt!

Was freute ich mich. Ja, wir fuhren nun wirklich nicht gerade weit weg. Gerade mal zwei Stunden dauerte die Fahrt. Aber das auch nur, weil auf der Autobahn Stau war.

Das Zimmer teilten wir mit zwei anderen Mädchen. Eines war eine Freundin von Annie. Die andere durfte ich in unser Zimmer einladen. Also mehr als gerecht. Nach Annie´s Anfall von Eifersucht hätte ich das nicht gedacht. Auch, wenn sich das wieder ein wenig eingerenkt hatte, habe ich trotzdem den Kontakt zu einigen meiner Freunde abgebrochen, mit denen Annie sich nicht allzu gut verstanden hat. Schließlich hatte sie neben mir auch nicht viele andere Freunde. Also war das doch gerecht, oder?   

"Wir sind daaaa!" rief Annie voller Freude, als der Bus vor einem Gebäude hielt. Das war ja mal wirklich cool. Wir hatten das ganze Gebäude für unsere Klasse.

"Kommst du Lina? Wir müssen uns dich das schönste Zimmer raussuchen. Am liebsten das da."  sagte sie und deutete auf eines der Fenster.

Ich sprang auf und lief ihr hinterher nach draußen. Dort schnappten wir uns unsere Koffer, die zum Glück als eine der ersten ausgeräumt wurden und liefen zur Tür, um bloß als erste da zu sein, damit wir noch Chance auf das schönste Zimmer hatten. Häufig waren die Zimmer in Jugendherbergen dann doch ein wenig heruntergekommen, ja teilweise sogar dreckig. Aber wir würden dieses Zimmer nicht bekommen. Wir würden das schönste von allen bekommen. Dafür würden wir schon sorgen. 

"Stopp!" rief unsere Klassenlehrerin "Wir gehen alle zusammen! Außerdem habe ich noch ein paar Dinge klarzustellen!"

Als nun auch endlich die anderen ihr Gepäck bekommen hatten, durften wir das Gebäude betreten. Vor den Treppen mussten wir letztendlich doch wieder stehen bleiben.

"Also gut!" fing unsere Klassenlehrerin mit erhobener Stimme an zu erklären "Als erstes gilt hier: Schuhe aus. Oben sind nur Hausschuhe erlaubt. Genauso in den Aufenthaltsräumen hier unten. Ich hoffe, ihr habt alle daran gedacht welche mitzunehmen. Des Weiteren gilt: Keine Jungs in den Mädchenzimmern und anders herum. Wenn ihr euch untereinander treffen wollt, sind dafür die Aufenthaltsräume gut. Rechts geht es hoch zu den Mädchen, links zu den Jungs. Frühstück findet um acht Uhr statt und das Abendessen um sieben. Ich bitte euch dies zu beachten. Ich denke, der Rest der Klasse wäre nicht gerade dankbar, wenn sie weniger Zeit zum Essen hätte."

"Dürfen wir jetzt?" fragte jemand.

"Um Punkt sieben Uhr werdet ihr alle wieder hier unten sein! Und denkt daran, eure Schuhe hier unten zu lassen!" Mit diesen Worten verschwanden sie und die andere Lehrerin durch zwei der Türen hinter der Treppe.

"Scheiß auf die Schuhe.  Komm!" forderte Annie und zog mich hinter sich her.

Die Koffer hinter uns her schleifend rannten wir nach oben. Gleich das erste Zimmer war ein Viererzimmer. Dort stellten wir schonmal unsere Sachen ab und schauten uns die anderen Zimmer an. Das zweite war zwar auch ein Viererzimmer, aber der Ausblick war nicht gerade schön. Von hier aus konnten wir genau auf die Abfallstelle der Küche blicken.

„Ich wette, hier stinkt es immer total, wenn das Fenster auf ist. Lass uns die restlichen Zimmer auch noch anschauen Lina.“ bat Annie und verschwand auch schon wieder.

Als wir im dritten Zimmer - einem Sechserzimmer - ankamen, stürmten auch schon die anderen Mädchen nach oben.

"Gut, dass wir unser Zimmer schon haben." sagte Annie und zog mich durch den Strom unserer Klassenkameradinnen wieder zurück in unser Zimmer. Auch die beiden Mädchen, mit denen wir unser Zimmer teilten, kamen jetzt an der Tür vorbei.

"Florenza, Zarah! Hier!" rief ich und streckte den Arm aus der Türe hinaus.

"Schönes Zimmer." stellte Florenza mit einem leicht spanischen Akzent fest.

Ihre Eltern kamen aus Spanien, hatte sie uns auf der Fahrt erklärt.

Annie hatte uns beiden schon die unteren Betten reserviert.  Also mussten Zarah und Florenza wohl die oberen nehmen. Man sah Zarah an, dass sie das nicht toll fand, etwas klettern zu müssen. Aber sagen tat sie nichts. Niemand konnte sich Annie widersetzen. Alle würden nur verlieren, wenn sie es doch versuchen würden. So konnte ich auch einige Vorteile daraus schaffen. Was hatte ich ein Glück, sie als meine beste Freundin zu haben.

Als nun wir alle unsere Betten bezogen hatten, brachte ich schnell meine Schuhe nach unten, in der Hoffnung, dass es niemand sehen würde.

Tja, zu früh gehofft.

"Juliana, was tust du da?" fragte mich meine Klassenlehrerin.

Erschrocken fuhr ich herum und ließ die Schuhe zu Boden fallen.

"Also haben wir heute schon jemanden für den Abwasch. Sehr schön." stellte sie fest und verschwand wieder in die Richtung, aus der sie gekommen sein musste.

Schnell lief ich wieder nach oben. Meine drei Zimmergenossinnen schienen ihren Spaß zu haben. Ich hörte sie durch die Türe laut lachen.

Auch, wenn ich mich unwohl fühlte, das zu unterbrechen, was dort wohl war, betrat ich den Raum.

"Spielst du mit Lina?" fragte mich Annie.

Fragend sah ich sie an. Was sollte ich mitspielen?

 Zarah antwortete anstelle meiner besten Freundin "Wir spielen Wahrheit oder Pflicht."

Schulterzuckend ließ ich mich auf meinem Bett nieder. Warum denn auch nicht?

"Juliana." sagte Florenza bestimmt. "Wahrheit oder Pflicht?"

Meine beste Freundin flüsterte mir zu "Pflicht. Nimm Pflicht."