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<h4><b>Dies ist die wechselhafte Geschichte von vier jungen Frauen aus Thailand.</b></h4>
<p>Dies ist auch eine Geschichte über Pattaya, Asiens Sin City – der Stadt der Sünde, welche polarisiert wie kaum ein anderer Ort auf der Welt, Himmel oder Hölle, geliebt oder gehasst.</p>
<p>Das Schicksal führt die vier Frauen vor Covid19 aus unterschiedlichen Gründen in den Schmelztiegel Pattaya. Dort werden sie konfrontiert mit der Welt der ausländischen Touristen und Expats auf deren Suche nach Party, Spaß, billigem Sex oder einem Neuanfang.</p>
<p>Dann kommt Corona und verändert das Leben der Frauen und den Rhythmus von Pattaya maßgeblich. Aber die Veränderung eröffnet unseren vier Heldinnen auch Chancen für eine bessere Zukunft.</p>
<p><i>Arthur R. Mayer hatte das Privileg viele Länder kennenzulernen. Sein Interesse galt dabei vor allem der Geschichte, der Kultur und den Menschen dieser Länder. Aber kein Land hat ihn so in den Bann gezogen wie Thailand, mit all seinen Klischees, Sonnen- und Schattenseiten.</i></p>
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Pattaya - Pattaya But Different
Pattaya - Pattaya But Different
Copyright © Arthur R. Mayer, 2023
First Published 2023
DCO Books
eBook Edition published by
Proglen Trading Co., Ltd.
Bangkok Thailand
http://www.dco.co.th
eBook ISBN 978-616-456-051-2
Alle Rechte Vorbehalten
Vorwort
Kapitel 1: Das Leben vor Pattaya
Kapitel 2: Der Weg nach Pattaya, vor Corona
Kapitel 3: Die Corona Zeit
Kapitel 4: Nach Corona
Ich bin wahrscheinlich nicht dorthin gegangen, wo ich hin gehen wollte, aber ich glaube, ich bin dort gelandet, wo ich sein sollte.
Douglas Adams
2006 kam ich zum ersten Mal nach Thailand und es war Liebe auf den ersten Blick. Viele weitere Besuche folgten, zuerst vor allem in den Tourismusregionen, dann zunehmend auch in Gegenden, wo Touristen das lokale Leben bisher nur wenig beeinflusst haben. Ganz besonders fasziniert hat mich aber die Stadt Pattaya. Ein verruchtes Zentrum der Sexindustrie, Schmelztiegel von Kulturen und Menschen, vor allem Männern aus aller Welt. Abstossend und faszinierend zugleich, 24 Stunden am Tag voller Leben.
Auf meinen Reisen durfte ich auch einige Bekanntschaften machen und musste erkennen, dass das gängige Bild vom Land des Lächelns nur der halben Wahrheit entspricht. Auch die Klischees, welche den thailändischen Frauen anhaften, wurden zunehmend relativiert. Auch wenn einige Vorurteile zutreffend erscheinen, erwiesen sich andere Vorstellungen als nicht haltbar. Nur eines war allen Frauen gemeinsam: der Wunsch nach einem glücklichen Leben. Aber was das heisst und beinhaltet, da gingen die Meinungen weit auseinander.
Meine letzte Bekanntschaft in Thailand, Dokumentationen und Filme über Pattaya und die Klischeebilder von Thailand und seinen Frauen bewogen mich, dieses Buch zu schreiben. Mir war es ein Bedürfnis, meine Erfahrungen mit den Frauen in Thailand und der Stadt Pattaya zu Papier zu bringen
Es ist die Geschichte von vier jungen Frauen in Thailand, deren Vergangenheit, Leben und Zukunft unterschiedlicher kaum sein könnten.
Es ist auch die Geschichte von Pattaya, Asiens Sin City – der Stadt der Sünde, welche wie kaum ein anderer Ort auf der Welt polarisiert, Himmel oder Hölle, geliebt oder gehasst.
Und es ist die Geschichte von Covid19 und wie das Virus das Leben der Frauen und den Puls der Stadt Pattaya zwischen 2019 und 2023 verändert hat.
Aus sehr unterschiedlichen Gründen führt der Weg der vier Frauen vor Corona in diesen Schmelztiegel der Kulturen. Dort treffen sie auf die Welt der Ausländer, in erster Linie der Farang. So bezeichnen die Thais etwas abschätzig die weissen Europäer, Nordamerikaner und Australier. Aber auch Männer aus Indien, China, Korea und sogar Araber kreuzen ihren Weg.
Es gibt viele gute Gründe, um einen Urlaub in Thailand zu geniessen. Der Wunsch nach Erholung oder Abenteuer, um die Kultur kennenzulernen, für einen Kochkurs oder ein Thaibox- Training, zum Meditieren oder auf der Suche nach Erleuchtung. Die Beweggründe nach Pattaya zu reisen, sind aber meist anders gelagert. Hier dreht sich fast alles um billigen Sex, Party und Spass. Damit lockt die Stadt vor allem Männer jeden Alters an die Strände am Golf von Siam und in die diversen Vergnügungsviertel.
Es gibt aber auch einige Ausländer, die in Pattaya eine neue Heimat gefunden haben. Viele davon sind alleinstehende Rentner; Digitalnomaden; Träumer, die glauben, hier das grosse Geld zu machen und Realisten, welche die Dynamik dieser Stadt fasziniert, die sich aber ebenso der Schattenseiten der Sin City bewusst sind.
Und auch all diese Männer, welche unsere vier Protagonistinnen kennenlernen, könnten heterogener kaum sein.
Keawta – das Herz der Eltern, geboren 1992 und aufgewachsen in der Provinz Prachuap Khiri Khan, hat zwei Kinder von zwei Männern. Vor Covid lebt sie in Bangkok und arbeitet bei Toyota in Samut Prakan, unmittelbar beim Erewan Museum, dem Zufluchtsort für ihre Träume. Über Hi5/Tagged lernt sie Männer aus aller Welt kennen. Zwei nehmen sie schliesslich mit nach Pattaya.
Kaimook – die Perle, ihr Spitzname ist Mook. 1996 geboren, ist sie in der Provinz Sa Kaeo aufgewachsen und arbeitet vor Corona als Hilfsschwester in einem Krankenhaus in Pattaya. Sie hat zwei kleine Kinder, den Vater hat sie während der zweiten Schwangerschaft verlassen. Sie verdient sich gelegentlich etwas dazu, wenn sie mit Touristen ins Hotel geht.
Kanda – was Frau bedeutet, ihr Nickname ist Ai – schüchtern. Geboren 1997 in der Provinz Nong Khai im Isaan als Kind von Kleinbauern. Sie hat eine Tochter, die bei ihren Eltern lebt. Die finanzielle Not treibt sie erst in die Region um Bangkok in eine Fabrik, dann nach Pattaya, wo sie schnell und manchmal schmerzhaft lernt mit ihrer Rolle als Prostituierte zurecht zu kommen.
Ganogwan – die goldene Hautfarbe: ihr Nickname ist Hwan – süss. Sie kommt 1999 in der Provinz Phetchabun zur Welt. Ihre Eltern haben eine grosse Farm primär für Gemüseanbau und sind relativ wohlhabend. Ihr war dieses Leben viel zu eng und nach wiederholten Problemen mit ihren Eltern verliebte sie sich auf einem Party Trip in der Sin City ausgerechnet in einen Europäer.
„Es ist besser allein zu sein als mit jemandem, der einen nicht liebt“. Nach zwei gescheiterten Beziehungen mit je einem Kind war dies Keawta´s Lebensmotto. Den Glauben an die große Liebe und einen zuverlässigen Partner hatte sie verloren.
Sie war sich bewusst, dass auch sie viele Fehler in ihrem Leben gemacht hatte, aber das Schicksal hatte ihr auch einige Hürden und Steine in den Weg gelegt.
Geboren 1992, wuchs sie in Bang Saphan auf, einer landschaftlich schönen Gegend zwischen dem Golf von Thailand und der bergigen Grenze zu Myanmar. Trotz dieser Schönheit verirren sich nur wenige Touristen in diese Gegend, liegt sie doch fernab eines größeren Flughafens. Aber es gibt die eine oder andere Frau, welche hier mit einem Farang Ehemann lebt, einem Ausländer, meist aus Westeuropa. Diese leben oft in einem schönen Haus, zurückgezogen und wie es den Anschein machte, glücklich.
Keawta‘s Kindheit war geprägt von einer Mutter, deren Geschäftssinn ihre Liebe und Fürsorge für ihre Tochter und ihren Ehemann bei weitem übertraf. Wobei auch ihr Vater weder ein großartiges Vorbild für ein Kind noch ein verlässlicher Ehemann für ihre Mutter war. Auch die ständigen Streitigkeiten der Eltern, welche auch physisch ausgetragen wurden, prägten schon sehr früh ihr Bild von der Beziehung zwischen Mann und Frau.
Ihr Vater war eine Art Mädchen für alles. Meistens half er ihrer Mutter bei ihren geschäftlichen Aktivitäten, sei es in der Gummibaum- und Ananasplantage, sei es beim Bau eines Hauses für ihre Mutter, sei es beim Handel von verschiedenen Produkten, welche die Mutter als Zwischenhändlerin in der Gegend anbot und zu den Kunden nach Hause lieferte. Keawta‘s Mutter machte alles Legale und moralisch Anständige, sofern sie damit Geld verdienen konnte.
Keawta war kaum fünf Jahre alt, als sie zu ihrer Großmutter geschickt wurde und dort aufwuchs, bis sie mit 15 schwanger wurde, heiratete und zu ihren Schwiegereltern zog. Ihre Großmutter war und blieb der einzige Mensch, von dem sie sich je bedingungslos geliebt fühlte, auch wenn sie manchmal sehr streng sein konnte und ihr gelegentlich auch mal eine Ohrfeige gab. Ihre Großmutter wollte nur das Beste für Keawta. Ihr war nicht bewusst, dass ihr Handeln ihre Großmutter oft traurig machte oder ihr sogar das Herz brach, zum Beispiel wenn sie die Schule schwänzte, im kleinen Laden der Mutter etwas stahl oder sich schon mit 14 heimlich mit Jungs im Gummibaumwald hinter dem Haus traf.
Ihren ersten Sex hatte sie mit ihrem späteren Ehemann. Sie war sehr neugierig, aber nicht aufgeregt und hatte keine Angst. Sie wollte es erleben, denn Sex schien etwas Verwerfliches zu sein. Nur hinter vorgehaltener Hand wurde darüber berichtet, aber offenbar interessierte das Thema jeden. Sie liebte diesen Jungen, war verrückt nach ihm, denn er war beliebt, trug meist eine dunkle Sonnenbrille und wirkte sehr cool damit. Auch für ihn sollte es das erste Mal sein, was ihn sehr nervös machte. Sie hatten schon zuvor darüber gesprochen, dass sie es probieren wollten. An jenem besonderen Tag hatte der Junge eine große Decke in den Wald mitgebracht, damit sie beide auf dem Boden liegen konnten.
Keawta trug noch ihre Schuluniform mit dem weißen Shirt und dem dunklen, knielangen Rock. Als sie beide auf der Decke saßen, begann der Junge ihre Oberschenkel zu streicheln und ließ seine rechte Hand unter ihren Rock gleiten. Als er zum ersten Mal ihre Scham berührte, zuckte ihr Körper zusammen, wie bei einem schwachen, elektrischen Schlag. Sie küssten sich und nach einer Weile zog der Junge ihre weiße Unterhose aus. Dann zog er seine Schulhose, ebenfalls dunkel und knielang, und auch seine Unterhose aus und begann wieder Keawta´s Schamlippen zu streicheln. Sie berührte seinen Penis, sie war schon lange neugierig, wie es sich anfühlen würde. Es fühlte sich wie ein angespannter Muskel an und war grösser, als sie erwartet hatte. Er war länger als ihre Hand breit war und als sie daran rieb, wurde er noch etwas härter und länger.
Keawta lag flach auf dem Rücken, ihre Beine zwar leicht gespreizt, aber nicht angewinkelt. Vorsichtig legte sich der Junge auf sie und versuchte umständlich, in sie einzudringen. Erst als sie die Beine anzog, fand er die richtige Stelle und mit etwas Druck drang er in sie ein. Einen Moment lang fühlte sie einen Schmerz im Unterleib, aber der Schmerz störte sie nur kurz, genauso kurz, wie dieser erste Sex dauern würde. Schon nach weniger als einer Minute hörte der Junge auf, sich zu bewegen, erhob sich und legte sich schließlich neben sie. Er atmete etwas stärker, aber sonst zeigte er keine besonderen Reaktionen ihr gegenüber. Keawta hatte das Gefühl genossen, doch es ging alles viel zu schnell. Am Abend würde sie im Bett liegen und sich ihre Vagina massieren, bis sie selbst ihren ersten Höhepunkt erlebte. Es war wie eine Flucht aus dem Alltag, einen Moment waren alle Sorgen und Ängste ausgeblendet. In der Zukunft würde sie diese kleine Flucht oft nutzen, um ihrem unruhigen Leben zu entfliehen.
Als sie dann nach buddhistischer Tradition heirateten, war dies das größte Ereignis in ihrem bisherigen Leben. Sie war verliebt, schwanger und es war klar, dass sie heiraten würden. Ihr Mann war 16, also genau wie sie noch sehr naiv und unerfahren. Seine Eltern waren weder überzeugt von Keawta als Partnerin für ihren Sohn noch begeistert von den Heiratsplänen der beiden Liebenden, wobei sich die Eltern beider Ehepartner zumindest in dieser Hinsicht einig waren. Schon am Morgen der Hochzeit braute sich ein Gewitter über der ganzen Veranstaltung zusammen, welches sich am Abend bei der Party nach der offiziellen Zeremonie heftig entlud. Es begann mit verbalen Angriffen ihrer Mutter, Vorwürfen sowohl an Keawta als auch an ihren Ehemann und endete mit heftigen Wortgefechten zwischen ihrer Mutter und den Eltern ihres eben erst angetrauten Mannes. Das Brautpaar hielt sich raus, wollte und konnte sich erst gar nicht zu Wort melden.
Das neue Leben bei ihren Schwiegereltern wurde bald schwierig. Zwar war Keawta immer hilfsbereit und willens zu tun, was ihr aufgetragen wurde. Aber ihre wechselnden Launen und ihre introvertierte Art sorgten oft für Unmut und Missverständnisse. Und so war es wohl unvermeidbar, dass auch ihr Mann immer weniger Zeit zuhause verbrachte und lieber mit seinen Freunden um die Häuser zog, und Party machte.
Als Keawta‘s Tochter geboren wurde, war das für sie ein überwältigendes Gefühl. Die Unschuld und Hilflosigkeit weckten ihre Muttergefühle und sie kümmerte sich liebevoll um das Baby. Aber schon nach einigen Monaten, wohl auch aufgrund der immer grösser werdenden Distanz zu ihrem Mann und ihren Schwiegereltern, empfand sie ihre Tochter zunehmend als belastende Verpflichtung. Ihr wurde langsam bewusst, dass sie die Chance, richtig frei zu sein und ihr Leben ungebunden leben zu können, mit einem Mann und einem Kind aufgegeben hatte.
Sie begann schon kurz nach der Geburt zu arbeiten, erst in einem 7-Eleven als Verkäuferin, dann in einem Nudelshop an einer großen Tankstelle an der Nationalstraße 4. Jene Straße, welche von Bangkok bis an die Grenze von Malaysia führte. Diese Straße, welche sie weit weg von der Enge und all den Problemen in Bang Saphan bringen könnte. Bei der Arbeit fiel es ihr schwer, sich unterzuordnen. Schnell gab es Streit mit anderen Mitarbeiterinnen, sie reagierte launisch und impulsiv. Den ersten Job schmiss sie schon nach kurzer Zeit hin, im Nudelshop wurde ihr nach nur wenigen Monaten gekündigt.
2012, als ihre Tochter erst drei Jahre alt war, erfuhr Keawta, dass ihr Mann sie betrog, und zwar schon seit geraumer Zeit. Schon länger hatte sie diesen Verdacht gehegt, denn ihre Beziehung driftete immer weiter auseinander und auch Sex hatten sie kaum noch. Diesen Vertrauensbruch nahm sie schließlich zum Anlass, ihren Mann und das Haus ihrer Schwiegereltern zu verlassen. Es kam ihr gelegen, denn schon lange wollte sie ausbrechen, fortgehen und ein freies Leben beginnen. Dass sie dabei ähnlich wie ihre Mutter handelte und ihre Tochter einfach bei den Schwiegereltern zurückließ, wollte sie sich nicht eingestehen.
Es war Zeit, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Sie zog nach Hua Hin, um in einem Hotel zu arbeiten, welches ein Onkel von ihr leitete. Sie bekam einen Job an der Bar, musste Bier und Softdrinks ausgeben und lernte Cocktails für die Hotelgäste zu mixen. Ihr Gehalt von ca. 9000 Bath reichte gut zum Leben, denn ihr stand ein kostenloses Zimmer im Hotel zur Verfügung. Zusätzlich kam noch etwas Geld aus der Trinkgeldbox dazu, deren Inhalt die Mitarbeiter des Restaurants und der Bar jede Woche unter sich aufteilten.
Die Gäste im Hotel waren mehrheitlich aus dem Westen und aus China und verhielten sich sehr unterschiedlich. Insbesondere Farang Männer mit blonden Haaren und blauen Augen gefielen ihr und manchmal stellte sie sich vor, wie wohl ein Baby mit so einem Mann aussehen würde, ihre dunklen Haare, seine blauen Augen und eine schlanke, westliche Nase, wie sie sich Keawta immer wünschte. Aber sie war viel zu scheu, die Männer anzusprechen, traute sich noch nicht mal ihnen in die Augen zu schauen. Und wurde sie angesprochen, lächelte sie nur und sagte praktisch kein Wort. Denn obwohl sie in der Schule Englisch gelernt hatte und in diesem Fach eine der Besten der ganzen Klasse war, traute sie es sich nicht zu, diese Sprache auch zu sprechen. Sie war überzeugt, dass man sie nicht verstehen würde.
Am Anfang kam ihr Mann sie gelegentlich in Hua Hin besuchen und die beiden verbrachten die Nacht zusammen. Sie beendete den Kontakt erst, nachdem sie sich mit einem Mitarbeiter des Hotels angefreundet hatte und sich daraus eine aufregende Beziehung entwickelt hatte. Zwar waren Männerbesuche in ihrem Zimmer nicht erlaubt, aber Keawta hatte sich noch nie zu sehr um Regeln und Konventionen geschürt und ignorierte diese Vorgabe. In ihrer Freizeit chattete sie aber auch mit anderen Männern im B-Talk, einer in Thailand verbreiteten Kontaktapp.
Vier Jahre blieb sie im Hotel in Hua Hin. Sie blieb auch, als ihr Freund sich von ihr trennte, weil er sich entschied in einen Tempel einzutreten, um Mönch zu werden. Es folgte eine toxische Beziehung mit einem reichen, verheirateten Mann, welcher sie stalkte, nachdem sie die Beziehung beendet hatte. Dann freundete sie sich online mit einem Mann aus Bangkok an und schon bald ging sie ihn ein erstes Mal an einem freien Wochenende besuchen. Die beiden hatten viel Spaß und es folgten einige weitere Wochenenden bei ihm, wobei der Trip nach Bangkok und zurück nach Hua Hin jedes Mal mehrere Stunden in Anspruch nahm. Langfristig war dies keine Lösung, schon bald zog Keawta in Betracht nach Bangkok zu gehen, um bei ihm einzuziehen. Ihr Onkel war traurig, als sie ihm erklärte, dass sie Hua Hin verlassen würde. Er mochte sie sehr, half ihr, wenn immer möglich und drückte beide Augen zu, wenn sie mal wieder etwas vergeigt hatte.
In Bangkok angekommen, fand sie einen Job in einem Big C Shopping-Center als Produkt Promotorin für Kosmetika. Doch schon bald wurde ihr der konstante Umgang mit den Kundinnen zu viel, sie wollte lieber allein und in Ruhe arbeiten. Nur wenig später fand sie bei Toyota in Samut Prakan einen Job, welcher ihr großer Spaß machte. Als Mitarbeiterin der Qualitätsabteilung musste sie kleine Musterserien prüfen oder gelegentlich auch schlechte Teile aus der Serienproduktion aussortieren. Sie mochte es, selbständig zu arbeiten, möglichst selten gestört zu werden und genau zu wissen, was von ihr erwartet wurde und was zu tun war.
Das Zusammenleben mit ihrem neuen Freund gestaltete sich nicht immer einfach, aber alles in allem lief es gut. Sie wünschte sich ein Kind von ihm und nach zwei Jahren stimmte er zu und sie wurde schwanger. Als ihr Sohn im März 2018 zur Welt kam, steckte ihre Beziehung in einer ersten, tiefen Krise und die beiden gingen sich in der Freizeit immer häufiger aus dem Weg. Schon bald nach der Geburt nahm sie die Arbeit in der Fabrik wieder auf und ihre Schwiegermutter zog vorübergehend bei ihnen ein, um sich um das Baby zu kümmern. Ein Umstand, welcher die Beziehung des Paares zusätzlich belastete. Nach sechs Monaten ging die Mutter zurück aufs Land und nahm ihren Sohn mit. Keawta sollte ihn nur noch zweimal sehen in den nächsten 12 Monaten, nach der Trennung von Vater des Sohns brach der Kontakt zu ihrem Sohn komplett ab.
In der zweiten Hälfte 2019 war ihre Beziehung nur noch Fassade. Sie arbeitete in der Tagschicht, er in der Nachtschicht und wenn sie mal gleichzeitig nicht arbeiten mussten, vermieden sie es, gemeinsam in der Wohnung zu sein, respektive etwas zusammen zu unternehmen. Keawta genoss dir Ruhe, das Alleinsein, sie war froh, wenn niemand sie störte, sie mit niemanden sprechen musste. In ihrer Freizeit ging sie oft ins Erewan Museum in Samut Prakan, welches direkt gegenüber von ihrem Arbeitsplatz lag. Sie betete dort und genoss die Atmosphäre im Park, insbesondere wenn nur wenige Leute dort waren und sie auf einer Bank sitzend in Ruhe ihre Gedanken ordnen konnte.
Nachdem sie ihren Freund im Sommer erwischt hatte, wie er mit anderen Frauen chattete und auch Dates ausmachte, erstellte auch sie ein neues Profil auf der Social Media Plattform Hi5, wobei sich ihre Suche primär an Ausländer richtete.
Anfang Januar 1996 wurde Kaimook in Sa Kaeo in der gleichnamigen Provinz als zweites von drei Kindern geboren. Ihre Mutter führte zusammen mit Mook‘s Großmutter einen Laden, ihr Vater arbeitete meist auf dem Bau, machte daneben aber auch Gelegenheitsjobs. Die Familie lebte einfach, aber es mangelte an nichts und Mook konnte nach der obligatorischen, neunjährigen Schulzeit auch die drei Zusatzjahre der Oberstufe, welche staatlich finanziert werden, besuchen. Für diese drei Jahre wählte sie den berufsbildenden Zweig. Den akademischen Zweig, welcher ihr die Möglichkeit eröffnet hätte, anschließend eine Universität zu besuchen, war aus finanzieller Sicht nicht möglich. Hinzu kam, dass ihre schulischen Leistungen zwar gut, aber nicht hervorragend waren.
Mook wuchs zu einer hübschen, zierlichen, sanftmütigen und immer hilfsbereiten Frau heran und als sie mit 17 aus der Schule kam, fand sie eine Stelle im lokalen Spital in der Reinigungsequipe. Dort traf sie auch ihren ersten Freund, welcher acht Jahre älter war als sie. Zwei Jahre später brachte sie im September 2015 ihren ersten Sohn zur Welt. Zuvor hatten die beiden kurzfristig im April gemäß buddhistischem Ritual geheiratet. Es war eine Liebeshochzeit, die beide wollten, sie die etwas naive, verliebte Teenagerin und er, der für seine hübsche Partnerin von Freunden beneidet wurde, auch wenn er gelegentlich fand, dass Mook zu brav und langweilig war. Wie viele andere Paare in Thailand auch, verzichteten sie auf eine standesamtliche Trauung.
Auch bei dieser Beziehung gab es schon im Vorfeld der Eheschließung Spannungen zwischen ihren künftigen Schwiegereltern und ihren Eltern. Obwohl der soziale Stand der beiden Familien ähnlich war, hatte die Mutter des Bräutigams alles versucht, ihren Sohn umzustimmen und Mook nicht zu heiraten. Er als einziger Sohn solle eine Frau aus besserem Hause finden, wobei er mit 27 eigentlich schon längst eine Familie hätte gründen sollen.
Nach der Hochzeit zog Mook bei ihrem Mann und seiner Familie ein. Sie hatte ihre Stelle gekündigt, kümmerte sich um ihren Sohn und half der Schwiegermutter im Haushalt, im Garten und im Geschäft.
Anfänglich kümmerte sich ihr Mann gut um sie und den Sohn, aber es fiel ihr nicht immer leicht, sich der dominanten Schwiegermutter unterzuordnen. So sehr sich Mook auch bemühte, als Schwiegertochter wurde sie nie wirklich akzeptiert. Immer wieder wurde Mook von ihrer Schwiegermutter vor Augen geführt, dass ihr Sohn eine bessere Partie hätte machen können, ein Mädchen aus wohlhabenderem Hause hätte heiraten sollen.
Schon einige Monate nach der Geburt war Mook erneut schwanger. Nur 16 Monate nach dem ersten Sohn gebar sie Anfang 2017 einen zweiten Sohn. Während der Schwangerschaft hatte ihr Mann sie zunehmend vernachlässigt und ging abends immer häufiger mit Freunden weg. Ihre Schwiegermutter gab Mook die Schuld, dass ihr Sohn nicht bei ihr sein wolle und machte Mook Vorwürfe, dass sie schon wieder schwanger sei. Von einer Freundin, welche sie am Tag nach der Geburt besuchte, erfuhr sie schließlich, dass ihr Mann sich regelmäßig mit einem knapp 16-jährigen Mädchen traf. Auch wenn Mook nicht naiv war und auch über ein solches Szenario nachgedacht hatte, brach, nun das es eingetreten war, für sie eine Welt zusammen.
Als sie wieder zuhause bei ihrem Mann und seiner Familie war, kam es zu einem heftigen Streit, als Mook ihn mit der Affäre konfrontierte. Wie nicht anders zu erwarten war, verteidigte die Schwiegermutter den Standpunkt ihres Sohnes, während ihr Schwiegervater sich zurückhielt und sich nicht einmischte. In dieser Nacht blieb sie mit den beiden Kleinkindern allein im Zimmer. Wo ihr Mann war, wusste sie nicht. Mit ihren Eltern wollte und konnte sie nicht über ihre Situation sprechen, denn auch sie waren eigentlich gegen diese Ehe gewesen, trauten der Familie ihres Mannes nicht. Ihnen erzählen was jetzt passiert war, hätte höchsten eine „wir haben dir doch immer gesagt, dass der Mann nichts taugt“ Reaktion hervorgerufen.
So vertraute sie sich einzig ihrer Tante an, zu welcher sie ein sehr inniges Verhältnis pflegte und welche sie in ihrer Kindheit gelegentlich besucht hatte. Diese Tante lebte allein, ihr Mann, war vor ein paar Jahren gestorben und mit seiner Hinterlassenschaft konnte sie angenehm leben. Sie besaß ein hübsches Haus in Pattaya, schrieb gelegentlich Artikel für eine lokale Zeitung und machte daneben noch andere Dinge, aber genaueres wusste Mook nicht. Eigene Kinder hatte sie keine, auch hier kannte Mook den Grund dafür nicht.
Der Mann ihrer Tante war ein Ausländer gewesen, welcher deutlich älter war als sie. Zu der Zeit, als er noch lebte, hatte sich Mook nie viele Gedanken darüber gemacht, außer, dass sie nie mit ihm sprechen konnte, weil er nur etwa gleich viel thailändisch verstand, wie sie englisch, also nur sehr wenig.
Sie schrieb ihrer Tante via Messanger, wie schwierig ihr Leben sein, ihr Mann sie kaum beachte und sie ständig stritten wegen Geld, Kindererziehung und weil er sich nicht um die Familie kümmere. Auch stellte Mook ihr die Frage, ob sie ihre Eltern fragen soll, ob sie zurück nach Hause kommen darf. Darum zu bitten, wäre für sie eine große Demütigung gewesen und eigentlich war auch kaum genug Platz für sie und die beiden Söhne, aber Mook hielt sich an jedem Strohhalm fest.
Irgendwann fragte ihre Tante, ob sie nicht zu ihr kommen möchte. Sie hätte Platz genug und würde sich freuen, nicht immer allein zu sein und auch eine Stelle hätte sie bereits gefunden. Dank ihren Beziehungen könnte sie für Mook eine Stelle als Hilfsschwester in einem Krankenhaus in Pattaya arrangieren.
Nach drei schwierigen Wochen und ohne Aussicht auf Besserung musste sie nicht lange überlegen und nahm das Angebot ihrer Tante dankend an. Ihr war bewusst, dass die Ankündigung ihren Mann und seine Eltern zu verlassen und die Säuglinge mitzunehmen nicht ohne Reibungen von statten gehen würde. Am Ende ging es dann aber trotzdem relativ glatt. Ihr wurde schmerzhaft bewusst, dass er froh war, sie los zu sein und auch die Kinder, welche oft auch mitten in der Nacht heulten und für Unruhe sorgten. Es war offensichtlich, dass ihr Mann nicht nur ein schlechter Ehemann war, sondern auch ein unfähiger Vater. Einzig ihr Schwiegervater schien traurig zu seine, dass sie ging. Wenn sie gelegentlich mit ihm allein war und die beiden redeten, zeigte er sich ihr gegenüber immer solidarisch und versuchte ihr gut zuzureden. Er ließ auch durchblicken, wie sehr er sie mochte und auch die Enkel ihm viel Freude bereiten. Aber seiner Frau die Stirn bieten, dass wollte oder konnte er nicht, sodass er sich, wenn ein Streit losbrach, meist zurückzog und neutral blieb.
Als Ai 1997 nahe der Grenze zu Laos, rund eine Autostunde westlich der Provinzhauptstadt Nong Khai geboren wurde, war ihr Weg eigentlich schon vorgezeichnet. Sie war das erste Kind von Eltern, welche selbst noch fast Kinder waren und später noch drei weitere Kinder haben sollten. Entweder würde sie einen Mann finden, der sich eine eigene Familie leisten konnte und auch ihre Familie unterstützen konnte oder sie würde, wie viele junge Frauen aus dem Isaan wegziehen, entweder um in einer der vielen Fabriken rund um Bangkok zu arbeiten oder in einem der Vergnügungsviertel in einer Touristenhochburg für Unterhaltung der männlichen Klienten zu sorgen.
Bereits als Ai noch klein war, konnte ihr Vater einen kleinen Bauernhof von seinem Großvater übernehmen: Zuckerrohr, Hühner, ein paar Schweine und ein Fischteich. Hungern oder einen sonstigen Mangel leiden musste die Familie nicht, aber es gab nur wenig Luxus, welchen sie sich leisten konnten. Dazu gehörte der älterer Pickup Truck, den der Vater zusammen mit der Farm bekam. Ein Auto hatte bei weitem nicht jeder Kleinbauer im Isaan.
Ihre Kindheit lebte Ai auf kleinem Raum, der Farm und dem Dorf. Einmal im Monat gab ein Ausflug in ein Nachbardorf und ein- bis zweimal pro Jahr fuhren sie bis nach Nong Khai. Es war eine glückliche Kindheit, dann obwohl ihre Eltern noch jung waren, als sie heirateten, führten sie eine gute, respektvolle und von Liebe geprägte Beziehung. Diese Nestwärme übertrug sich auf ihre Kinder, welche anständig, arbeitsam und hilfsbereit waren.
Nur selten plagten ihre Eltern Sorgen, meist wenn jemand aus der Familie krank wurde oder einen Unfall hatte oder wenn etwas kaputt ging und das Geld für die Reparatur fehlte. Aber am Ende fand sich immer eine Lösung.
Der schlimmste Tag in ihrer Kindheit war, als sie eines morgens aufstand und ihr Vater ihr mit Tränen in den Augen klagte, dass seine Mutter, Ai‘s Großmutter, unerwartet in der Nacht verstorben war. Ai war damals erst sechs Jahre alte und konnte nicht wirklich verstehen, dass sie ihre Großmutter nie wieder sehen würde. Ai hatte ein enges Verhältnis zu ihr, auch weil sie gelegentlich bei ihren Großeltern Zeit verbrachte und dies immer so ein bisschen als Urlaub empfunden hatte. Und wenn sie bei ihr war, hat die Großmutter sich immer äußert liebevoll um Ai gekümmert und nahm sich viel Zeit für die Kleine, redetet mit ihr, zeigte und erklärte ihr, wie man kocht oder einen Blumenkranz bindet oder welche Dinge im und ums Haus passierten. Ai war sehr traurig, musste diese Woche nicht mehr in die Schule gehen. Sie erlebte auch hautnah die fünftägige Trauerfeier, welche mit einer Messe, gehalten von vier Mönchen, begann und der Einäscherung endete. Am nächsten Tag fuhr Ai mit ihrer Familie, sowie den Familien der vier Geschwister ihres Vaters an den Mekong zum Tempel Hin Mak Peng. In der Nähe, von einem Felsen aus, streuten sie die Asche in den großen Strom.
Mit 15 schloss sie die Pflichtschuljahre ab und arbeitete danach auf dem väterlichen Bauernhof. Immer häufiger betreute sie auch den Marktstand ihrer Mutter und lernte mit ihren Geschwistern für die Schule. Insbesondere ihr drei Jahre jüngerer Bruder war ein sehr guter Schüler und nun da er in die Oberstufe eingetreten war, wurde immer deutlicher, dass er nicht nur strebsam, sondern auch außerordentlich intelligent war. Ai konnte noch nicht ahnen, dass dieser Bruder der Grund sein würde, warum sie nur wenige Jahre später den Isaan verlassen würde, um in Bangkok ein neues Leben zu beginnen.
Kurz vor ihrem 17. Geburtstag brachte Ai ein Mädchen zur Welt. Der Vater war ein Mann Anfang 20 aus dem Nachbardorf, welchen sie auf einem Dorffest kennengelernt hatte. Heimlich freundete sie sich mit ihm an, verliebte sich in ihn. Zwar wollte sie damals keinen Sex, aber er hatte nicht lockergelassen, bis sie es geschehen ließ, er ihre Naivität ausnutzen konnte. Ai war von ihm beeindruckt, denn er hatte ein richtiges Motorrad und immer Geld dabei und lud sie manchmal auf ein Eis oder Süßigkeiten ein. Doch je häufiger sie etwas von ihm annahm, desto verpflichteter fühlte sie sich ihm gegenüber, bis er schließlich bekam, was er von ihr wollte: ihre Jungfräulichkeit.
Anfänglich war er noch geduldig und zärtlich, aber als sie schließlich den Slip ausgezogen und er die Jeans abgelegt hatte, legte er sie hin und kniete sich über sie. Mit seiner Hand am Penis suchte er einen Moment die richtige Stelle, an der er in sie eindringen konnte und stieß dann einfach zu, ohne Feingefühl und Rücksicht. Ai verspürte einen brennenden Schmerz, wollte sich lösen, aber er lag längst auf hier und stieß immer und immer wieder zu. Nach nur wenigen Minuten war alles vorbei, eine Zeitspanne, welche Ai viel länger vorkam und vor allem langfristige Konsequenzen haben würde. Sie hatten nur einmal Sex, danach war sein Interesse an ihr verflogen. Aber weder er noch sie hatten im Traum daran gedacht, dass diese eine Mal schon einmal zu viel war.
Als ihre Schwangerschaft schließlich bestätigt war, begann ein Gezeter zwischen ihren Eltern und der Familie des werdenden Vaters. Eine Abtreibung stand im Raum, aber ihre Eltern waren strikt dagegen. Auf der anderen Seite waren der Mann und seine Eltern ebenso strikt gegen eine Heirat, da Ai nicht standesgemäß war und er sie auch nicht wollte. Am Ende einigte man sich auf eine einmalige, erhebliche Zahlung. Durch diese Zahlung wurde er von seiner Verpflichtung gegenüber dem Kind und dem Risiko einer Anzeige durch Ai´s Eltern freigekauft.
Mit diesem Geld machten ihre Eltern ein paar dringend notwendige Investitionen am Haus und der Infrastruktur der Farm, den Rest legten der Vater beiseite. Ai oder ihre Tochter würden von diesem Geld nie etwas bekommen, aber ihre Eltern würden schon bald die Pflege und Verantwortung für ihre Tochter und auch die damit verbundenen Kosten übernehmen.
Ganogwan´s Leben war geprägt von einem starken, erfolgreichen, stattlichen Vater und einer Mutter, welche die Rolle der Hausfrau und Mutter nie in Frage stellte. Hwan wurde 1999 geboren und wuchs mit zwei Brüdern auf. Einer davon war älter, einer jünger und beide Jungs wurden geprägt durch die klare Rollenverteilung der Eltern. Auch gegenüber ihrer Schwester wollten sie zunehmend eine dominierende Rolle übernehmen.
Doch schon in der Schulzeit begann Hwan gegen diese Konvention zu rebellieren. Sie war intelligent, eigensinnig und hatte zunehmen das Gefühl, ihren Brüdern und Schulkollegen überlegen zu sein. Sie hatte nur eine enge Freundin, Som, welche 2019 ihr Leben in eine Achterbahnfahrt verwandeln würde, an deren Ende kein Happyend auf Hwan zu warten schien.
Schon früh interessierte sie sich mehr für die Spiele und das Rollenverständnis der Jungs und auch wenn dies nicht möglich war, hätte sie viel lieber die Zeit mit den Jungs verbracht als im Kreise der Mädchen. Es war nicht sexuelle Neugier oder Anziehung, sondern der Wunsch unabhängig und der Boss zu sein.
Einzig Som, die Tochter eines Polizisten und ortsbekannten Schürzenjägers und einer Mutter, welche neben dem Haushalt noch einen kleinen Gemischtwarenladen führte, der pro Tag einige zusätzliche Bath in die Kasse spülte, schien ähnliche Gefühle und Interessen, wie sie, zu haben.
Hwan war eine sehr gute Schülerin, hatte wiederholt die besten Noten der Klasse während der sechsjährigen Grundstufe und auch in die ersten drei Jahren der Oberstufe. Nach Abschluss der neun Pflichtjahre begann sie die drei Zusatzjahre der Oberstufe und wählte dafür den akademischen Bildungsweg, welcher ihr nach Abschluss der zwölften Klasse den Eintritt in eine Universität ermöglichen würde.
Doch ihre Noten wurden schlechter, denn sie lernte immer weniger, war kaum motiviert und in ihren Gedanken konstruierte sie sich zunehmend ein neues, aufregenderes Leben. Die Schule schien ihr steif, einengend und von Regeln geprägt. Sie aber war neugierig auf Neues, wollte ausbrechen aus der Enge ihrer Welt und ihres Zuhauses im Bueng Sam Phan Distrikt. Sie wollte etwas erleben, träumte von Bangkok, der großen Stadt mit den vielen Möglichkeiten, welche sie zweimal mit ihren Eltern besucht hatte. In Bangkok zu sein war gleichzeitig beängstigend und faszinierend, aber auf Hwan wirkte dieser Moloch zunehmend wie ein Magnet, der sie immer stärker anzog.
Ihre Fantasie wurde angeregt durch diese andere Welt und die vielen Lebensgeschichten, welche ihr im Fernsehen präsentiert wurden und in welche sie auf ihrem ersten Smartphone eintauchen konnte. Anfänglich interessierte sie sich für das Leben von thailändischen Models, Schauspielerinnen und Musikerinnen. Insbesondere hatte sie ein Auge auf Davika Hoorne geworfen, welche sie im Alter von 13 das erste Mal im Fernsehen gesehen hatte. Hwan konnte noch nicht ahnen, dass die Faszination für Davika ihr Leben noch maßgeblich beeinflussen würde.
Obwohl ihre schulischen Leistungen nachgelassen hatten, konnte sie 2017 an die Universität von Phetchabun wechseln und damit kam sie auch endlich weg von ihrem Zuhause.
Am schwersten fiel ihr die Trennung von ihrer Freundin Som, welche nach der Schule eine Stelle bei einer Versicherung in Bangkok fand. Obwohl auch Sie im zweiten Teil der Oberstufe den akademischen Weg eingeschlagen hatte, waren zuletzt ihre Leistungen für eine Übertritt in eine Universität zu bescheiden. Dank einer Verwandten fand Som die Stelle als kaufmännische Sachbearbeiterin bei der Versicherung.
Die beiden Freundinnen genossen die neu gewonnene Freiheit, chatteten und telefonierten fast täglich und vertrauten einander auch ihre intimsten Geheimnisse an.
Hwan war zu einer sehr schönen, selbstbewussten Frau herangewachsen, welche mit ihren 170 cm das größte Mädchen ihrer Klasse war. Sie genoss es zwar an der Uni endlich auch mehr Zeit mit den männlichen Schulkollegen zu verbringen, wobei dies bei ihr noch immer keine sexuellen Gelüste auslöste. Viel mehr wollte sie ein Kumpel sein, einer von ihnen. Die meisten Mädchen in ihrer Klasse waren ihr zu oberflächlich, Markenkleider, Haarstyling und materielle Themen waren für sie das Wichtigste. Hwan dachte manchmal schmunzelnd, dass gewisse Klassenkameradinnen aus besserem Hause viel Energie und Zeit damit verschwendeten, gut und sexy auszusehen. Trotzdem konnten sie ihr aber das Wasser nicht reichen, wenn es um die Aufmerksamkeit der Jungs ging. Dann vermisste sie Som, welche ähnlich wie sie dachte und den ganzen Markenzirkus auch eher als amüsant und als unter ihrer Würde betrachtete.
Viele gleichaltrige Jungs hatten Hemmungen auf Hwan zuzugehen, aufgrund ihres Aussehens, aber auch aufgrund ihrer Schlagfertigkeit. Sie spielte nicht und war auch nicht arrogant, sie wollte sich einfach nicht kontrollieren oder einschränken lassen und lies dies ihr Umfeld anständig, aber unmissverständlich wissen.
Sie war deutlich reifer als ihre gleichaltrigen Klassenkameraden und Klassenkameradinnen und so war es nicht verwunderlich, dass sie sich zu etwas älteren Männern hingezogen fühlte, insbesondere zu einem verheirateten, knapp 30-jährigen Englischlehrer. Mit ihm tauschte sie gelegentlich ein paar Gedanken aus und es schien klar, dass das Interesse auf Gegenseitigkeit beruhte.
Eines Tages fragte er sie, ob sie ihn nach Lom Sak begleiten möchte, wo er ein paar Dinge zu erledigen hätte. Hwan sagte ohne Zögern zu, wohl wissend, dass dies eigentlich falsch war und unter Umständen zu mehr als nur einem netten Gespräch führen könnte. Sie hatte auch kein schlechtes Gewissen, weil der Lehrer verheiratet war. Sie kannte seine Frau nicht und vermutete, dass sie ihn wohl vernachlässige und er daher ihre Nähe suchte.
Sie trafen sich am Sonntagmorgen weit außerhalb des Universitätsgeländes und fuhren dann zügig aus der Stadt Richtung Norden. Schnell entwickelte sich das Gespräch hin zu persönlicheren und schließlich sogar zu intimen Themen. Hwan ließ sich darauf ein und reagierte auch nicht abweisend, als er seine linke Hand auf ihren Oberschenkel legte. Viel mehr begann sie nach einem Moment die Beine etwas zu spreizen, was ihre Bereitschaft zu mehr unmissverständlich erkennen ließ. Trotzdem ging der Mann nicht weiter und sie spekulierte warum. Vielleicht weil sie bereits kurz vor Lom Sak waren oder er ihr Signal zur Bereitschaft nicht erkannt hatte. Oder wollte er ihr nochmal Bedenkzeit gewähren oder begannen plötzlich Gewissensbisse ihn zu plagen?
Nachdem er bei einem kleinen Händler eine Kommode auf seinen Toyota Pickup aufgeladen hatte, fragte der Lehrer sie, ob sie Lust hätte, zum atemberaubenden Wat Phra Thart Pha Sorn Kaew zu fahren und dann via Khao Kho zurück nach Phetchabun. Hwan hatte Lust und stimmte sofort zu. Sie war erst einmal als Kind bei diesem Tempel gewesen und erinnerte sich an diesen wunderschönen Ausflug mit ihrer ganzen Familie.
Nach dem Besuch im Tempel fuhren sie hinauf nach Khao Kho. Er streichelte wieder ihre Schenkel und nach einer Weile nahm sie seine Hand führte diese zu ihrer Scham. Durch ihre enge Jeans spürte sie seine sanfte Massage kaum, aber zum ersten Mal in ihrem Leben verspürte sie eine unglaubliche Lust mit einem Mann intim zu werden.
Bei einem Aussichtspunkt hielt der Lehrer. Sie blieben im Auto sitzen und kurz nach ihrer Ankunft fuhr der einzige andere Wagen auf dem Parkplatz weg. Sie waren nun allein und langsam neigte er sich zu ihr rüber. Sie ging ihm entgegen und sie begannen sich zu küssen. Er hielt mit der rechten Hand ihren Nacken und streichelte mit der linken ihre kleinen, festen Brüste. Als erneut ein Auto auf den Parkplatz bog, schnellte er zurück, startete den Wagen und die beiden fuhren weiter Richtung Berge. Sie beugte sich zu ihm hinüber und legte ihren Kopf an seine Schulter. Als er von der Straße in einen kleinen Waldweg abbog, war ihr klar, was gleich geschehen würde.
Bei einer kleinen Lichtung stellte er den Wagen ab, stieg aus und ging auf ihre Seite des Wagens. Er öffnete ihr die Türe, nahm sie bei der Hand und als sie ausgestiegen war, umarmte und küsste er sie. Er war nur wenig grösser als sie, aber sie fühlte sich bei ihm sicher und geborgen. Als er ihren Po an sich drückte, konnte sie seinen harten Penis deutlich an ihrem Oberschenkel spüren.
Schließlich stiegen sie auf die Hinterbank des Pickups, wo er sogleich begann ihr das Sweatshirt auszuziehen, dann ihren BH nach oben schob und sanft ihre Nippel mit seinen Lippen verwöhnte.
Sie ließ sich fallen und einfach geschehen, was er mit ihr machte. Er war sehr rücksichtsvoll und nahm sich Zeit und sie bemerkte, dass er sich ein Kondom überzog. Als er dann zügig in sie eindrang, verspürte sie stechenden Schmerz und stöhnte, was er offenbar als Luststöhnen und nicht als Leiden deutete, denn er machte einfach weiter.
