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Pauli´ s sarkastische Kurzgeschichten, die oftmals auf wahren Begebenheiten beruhen, lange vergangen oder aktuell sind und zwischendurch die imaginär moralische Grenze übertreten ... Sofern Sie dem süßen Geschmack der Satire und gnadenlosem Sarkasmus verfallen sind, werden Sie sicher in der ein oder anderen Geschichte fündig Ihrem Sarkasmus freien und fantasievollen Lauf zu lassen ... haben Sie keine Scheu, Dinge zu lesen und vor allem darüber zu schmunzeln, über die eigentlich das Gebot des Anstands und der Moral wacht! Viel Spaß mit Pauli´ s Aussetzern!
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Seitenzahl: 103
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Pauli´s
Aussetzer
satirische Kurzgeschichten
Paul G.
Impressum
Paul G.
Copyright © Paul G.
Jahr: 2023
ISBN
Paperback: 9789403726502
E-Book: 9789403726519
Covergestaltung: Paul G.
Verlagsportal:
Bookmundo, Delfstsestratt 33, 3013AE, Rotterdam, die Niederlande - gedruckt in Deutschland
Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verfassers unzulässig.
Vorwort
Wir alle kennen sie … diese Tage … Tage an denen Vorstellung, Hoffnung und Realität auf absurdeste Weise kollidieren … Zeiten, die dringlichst nach Ablenkung rufen, ja gar schon schreien …
die Möglichkeit abzudriften …
Diese findet Ihr hier …
Pauli´ s sarkastische Kurzgeschichten, die oftmals auf wahren Begebenheiten beruhen, lange vergangen oder aktuell sind und zwischendurch die imaginär moralische Grenze übertreten ...
Euer Pauli
Inhalt
Rocco Teil 1
Asconamanie Teil 1
Rocco Teil 2
Die Nachbarin
Rocco Teil 3
Ein wahres Schreiben an Credit Plus
Rocco Teil 4
Magenspiegelung
Rocco Teil 5
Missgeschicke eines Verzweifelten
Rocco Teil 6
Pauli
Rocco Teil 7
Rocco Teil 8
Martha Hirneisen
Asconamanie Teil 2
Ein wahres Schreiben an Algemarin
Ein wahres Schreiben an den ADAC
Idylle
Haben Sie einen Hund ??
Ein wahres Schreiben ans Finanzamt
Eine Seefahrt
Rocco Teil 1
Rocco Diamanti hatte die Schnauze gestrichen voll!
Seit zehneinhalb Stunden war er jetzt unterwegs, von Messina, an der Südspitze Kalabriens, war er bis hierhergekommen...zwei Kilometer noch bis zur Ausfahrt Stuttgart-Möhringen .
Und nun ...
Nun stand er auf dem Pannenstreifen mit seinem Maserati, den ihm sein Patrone Don Catalano "die Nadel" großzügig zur Verfügung gestellt hatte ... (von wegen ...."beste Automobile überhaupte, Rocco, musse Du behandeln wie wunderschöne Seniorina,
capish?“ )
Scheissdreck .... Seniorina .... die Warnlampen im Armaturenbrett hielten mit jeder Discokugel stand und der Motor klapperte wie ein Storch mit akuten Menstruationsproblemen!
Überhaupt ...
Rocco kotzte dieses ganze Mafiageschisse von oben bis unten an ... als Don Catalano in Messina ihm den Auftrag erteilte die 150.000€ zur Geldwäsche nach Stuttgart („brings du Stuttegarte, Rocco!“) zu bringen, nahm er Roccos Kopf in beide Pranken und drückte ihm liebevoll beide Wangen zusammen, sodass sein Kopf noch schmaler wurde als er zuvor schon war .... und dann küsste er ihn auch noch nass auf beide Backen .... (Rocco, Miamore ... isch vertraus dir ....)
Kotzen hätte Rocco können ....
... und jetzt lief diese sündhaft teure Dreckskarre nicht mehr ... der letzte, der einen Wagen der "Nadel" zu Schrott gefahren hatte, war jetzt Bestandteil eines Hotels in Sardinien ... im Sockel der Tiefgarage ...
In Rocco entwickelte sich gerade das Gefühl, das dies heute möglicherweise nicht sein bester Tag sei, als er im Rückspiegel Blaulicht blinken sah ... na also ...
Ein Polizist stieg aus, der andere blieb im Fahrzeug. Langsam kam er näher, sah Rocco im Seitenspiegel ... zu kurze Hosen, zu weite Jacke, teigiges bleiches Gesicht, blonde Haare ... deutsch ... Mamma Mia - dachte Rocco ...
Rocco wollte höflich sein und keinen Ärger provozieren ... die "Nadel" hatte ihn gewarnt ... keinen Kontakt zur deutschen Polizei ("Rocco, keine Komplikatione mit Nazischweine") ...
... und ließ die Seitenscheibe herunter ...
"Grüüs Gottle, Wachtmeischter Schafhäutle, Fahrzeugbabiere und dä Füührerschein" sagte er im Glauben reinsten Hochdeutschs ...
"Wägä wa standet sie hier aufm Pannästroifä, wissed sie net das des verbodde isch ...?"
Rocco war nicht der hellste in Don Catalanos Truppe, aber so ziemlich der mit der kürzesten Zündschnur ... und so sah Rocco sofort zwei ernsthafte Notwendigkeiten den Kerl einfach auf der Stelle abzuknallen ...
Grund Nummer eins - die Frage, warum er auf dem Pannenstreifen steht ...!!
Grund Nummer zwei - dieser vollbeschissene Dialekt !!
Rocco griff nach seiner Beretta, denn er war sicher, sogar der europäische Gerichtshof würde auf Selbstverteidigung plädierin angesichts dieses Spätzle fressenden kulturlosen fleischkäsigen Adolfverschnitts ... immerhin war er, Rocco, Italiener reinsten Blutes und somit direkter Nachfahre von Cäsar und Caligula !
Und die hatten einst die Weltmacht ...
Gerade als Rocco anlegen wollte, sagte der Fleischkäse mit Blick auf Roccos Papiere: "Aussteigen Herr Roggo Diamandii. Und dann glättere mir erscht mol über die Leidblange. Wägä där Sicherheit, gell!“
Rocco dachte an den europäischen Gerichtshof ... und er dachte an die 150.000 € in der Reisetasche im Kofferraum ... und er dachte an "die Nadel" ... und an die Tiefgarage in Sardinien .........
Rocco entschied vorerst die Beretta stecken zu lassen ... vorerst ...
Fortsetzung folgt ...
Asconamanie Teil 1
Es war wunderschön den kleinen Vogel zu beobachten, der vor meinem vergitterten Fenster auf dem Ast eines blühenden Kirschbaumes, sein in der Sonne schillerndes Gefieder putzte.
Gerade hörte ich durch meine offenstehende Zimmertüre wie Guntram, mein Pfleger, im Büro der Stationsschwester Isolde sagte „Morgen Isolde, also die Karre macht mich noch wahnsinnig ......“
Sechs Monate zuvor ...
Es war ein wunderbarer Morgen. Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie morgens aufstehen und ganz tief in Ihrer Seele spüren, das wird ein schöner Tag. So ein Tag war heute. Ich spürte es in jeder Faser meines Körpers. Rasch ging ich ins Badezimmer, um meine Morgentoilette zu erledigen. Ich putzte mir die Zähne, ohne mir auch nur an einer einzigen Stelle im Mund das Zahnfleisch aufzureißen und die Rasur brachte ich derart bravourös hinter mich, dass ich vollkommen ohne Hansaplast auskam. Selbst meine Augen brannten nicht, weil ich das Rasierwasser genau dosiert auftrug. Lediglich mein ständig verfilztes Haar bereitete mir Schwierigkeiten. Aber mit den paar Knoten wurde ich heute spielend fertig. Als ich auch noch meiner Notdurft Rechnung getragen hatte, kam mir das Geräusch der Klosettspülung wie das Rauschen eines Wasserfalles auf einer Südseeinsel vor.
Ich hatte Urlaub!
Schnell brachte ich das Frühstück hinter mich und vergaß dabei sogar, dass ich mir die hinteren Backenzähne hätte, besser ziehen lassen sollen als neue Füllungen einzusetzen. Denn jedes Mal, wenn ich jetzt darauf biss, hatte ich das Gefühl darin, wie Dustin Hoffmann in dem Film „Der Marathon Mann“, wo ein irrer ehemaliger KZ-Arzt Dustin Hoffmann ständig ohne Betäubung in die Schneidezähne bohrte und immer wieder die Frage stellte „Sind Sie außer Gefahr?“
Aber ich hatte Urlaub und das genoss ich von der ersten Stunde an. Ich hatte auch konkrete Pläne.
Denn ich hatte „ihn“ gesehen! Schon vor zwei Tagen hatte ich „ihn“ entdeckt. Und ich wusste, dass er noch da war, denn ich bin gestern Nacht um 1.30h noch einmal hingegangen. Und jetzt ging ich wieder hin. Weil ich wusste, endlich tat ich einmal das richtige für mich! Nichts konnte mich aufhalten.
Und dann stand ich vor „ihm“. Er und ich . Ich und er.
Wir schauten uns an und es bedurfte keiner weiteren Erklärungen mehr. Alles war gesagt. Alles war gedacht. Er „Mein“. Mein OPEL – ASCONA !
Silbern war er, wunderschön anzuschauen. Kaum ein Rostfleckchen, obwohl er immerhin schon vierzehn Jahre alt war. Unglaublich gepflegt. Als wenn ihn jemand all die Jahre nur für mich konserviert hätte.
Ich war schon versucht auf die Probefahrt zu verzichten, denn er war ja sowieso schon mein, als ich mir dann sagte, ach warum auch nicht. Etwas nervös wurde ich schon als der Autoverkäufer in einer rüden Art die Haube öffnete, um die rote Nummer einzuhängen und dann die Haube rücksichtslos wieder zuklatschte – also bitte, wäre Ihnen das nicht auch an die Nieren gegangen?
Und dann fuhr ich los. Es war das schönste Gefühl, das ich je erlebt hatte. Seltsam ruckelte der Motor, das Ausrücklager der Kupplung sang mir unentwegt das ewig wehmütige Lied der weiten russischen Taiga und der Zahnriemen rasselte wie die Rätschen in unserem Narrenverein.
Überglücklich kam ich im Autohaus wieder an und sagte, dass ich sofort den Kaufvertrag unterschreiben wolle, was auch noch innerhalb der nächsten zwanzig Minuten geschah.
Auf meine schüchternen Fragen hin, ob denn wohl die diversen Geräusche und das Ruckeln normal seien, hatte ich das unglaubliche Glück endlich wieder einmal auf Menschen zu treffen, die einem immer das antworten, was man hören will. Eine seltene Gabe.
So wurde mir also bildreich alles erklärt, das Ruckeln käme davon, weil der Wagen zu wenig gefahren wurde, und ich solle ihn auf der Autobahn einmal richtig ausfahren. Das Geräusch von dem Ausrücklager wäre unerheblich und über den rasselnden Zahnriemen sprachen wir gar nicht. Man muss ja nicht alles zum Exzess treiben. Und so durfte ich dann voller Freude meinen Ascona mit nach Hause nehmen.
Am darauffolgenden Tag entschloss ich mich die guten Ratschläge in die Tat umzusetzen und fuhr mit meinem ruckelnden Ascona pfeifend und klappernd zweihundert Kilometer über die Autobahn.
Fröhlich, mit zwar immer noch einem Ruckeln sowie der anderen Symptome kam ich wieder in meinem Heimatort an und just in dem Moment, wo ich gemütlich an der Bäckerei vorbeiruckelte – zerriss es mir mit der Wucht einer atomaren Kernspaltung den mittleren Auspufftopf. Natürlich hielt ich sofort an und stieg aus, als auch schon „Hop-Sing“ aus der Backstube gerannt kam und erstaunt auf das Geschehen niederblickte. Er hieß natürlich nicht wirklich „Hop-Sing“, diesen Spitznamen hatte er weg, seit er als Kind nach jeder Folge von Bonanza versuchte mit dem Teppichmesser seine Augenlieder so zu bearbeiten, dass er aussah wie der Koch der Cartwrights. Aber er ist ein lieber Kerl und von den Narben an den Augen sieht man heute fast nichts mehr. Das Einzige, was hängen blieb war eben der Spitzname und dass er sich auch heute noch stur dagegen wehrt das „r“ auszusprechen. So kam er also raus, wir kennen uns schon seit der Schulzeit, und rief: „Mensch Petel, was wal denn das fül ein Klach?“
Naja, ich erklärte ihm die Situation und wir besprachen, um keinen unnötigen Bombenalarm auszulösen, wäre es wohl besser, wenn ich den Motor nicht mehr anmachte. Sein Tick mit dem „r“ machte mir übrigens schon lange nichts mehr aus und er half mir auch das Auto abzuschleppen. („Will blingen ihn in die Welkstatt!“) Dort wurde der Auspuff alsbald repariert und ich konnte mit meinem Ascona wieder weiterruckeln.
Vier Monate später hatte sich die Situation einigermaßen verschärft und das Verhältnis zu meinem Ascona war nicht mehr das ursprüngliche! Inzwischen hatte sich das Lied der Taiga, welches das Ausrücklager verursachte, verwandelt in ein Inferno von Tönen, die Jimmy Hendrix in den letzten Sekunden eines tödlichen Drogenrausches auf seiner Gitarre herunterschmetterte. Das Rasseln des Zahnriemens war zu einer Lautstärke angeschwollen, die nur eine Hundertschaft Hansele mit ihren Rätschen erzeugen konnte. Und das Ruckeln war noch immer da. Ich hatte inzwischen 14.298,- DM (pedantisch hatte ich alles aufgeführt) in die verschiedensten Werkstätten getragen, um das Ruckeln wegzubekommen. Das hieß mit anderen Worten, dass ich auf meinem Girokonto zurzeit mit 12.316,- DM in den Miesen war. Und die Karre ruckelte immer noch! Ich hatte inzwischen alles auswechseln lassen. Nein nicht alles -> der Rückspiegel war noch der alte.
Natürlich ist dies alles nicht vollkommen spurlos an mir vorbeigegangen. Ich hatte mich verändert. Physisch. Psychisch. Einfach überhaupt. Mein ständig verfilztes Haar war ein einziger Klumpen – keine Chance jemals wieder auch nur an einen Kamm zu denken. Mein Teint hatte die Farbe und Konsistenz einer eines vor vierzehn Tagen verendeten Fisches angenommen. Wenn ich morgens aufstand und im Badezimmer meine gewohnte Morgentoilette erledigen wollte, musste ich mich um äußerste Konzentration bemühen. Nichts ging mehr leicht von der Hand. Schon beim Zähneputzen ... ach, lassen wir das ...
Rocco Teil 2
Warum immer wieder ihm ... warum nur ... von einer Scheisse in die andere wurde er katapultiert ... jetzt stand er also mit der kaputten Schleuder hinter der Leitplanke an der Autobahn Stuttgart-Möhringen mit diesem "deutschen Kretino"... und Don Catalano "die Nadel" wartete in Messina auf den Anruf aus der Pizzeria seines Neffen Fredo in Möhringen, dass die Kohle angekommen ist ...
... und die lag immer noch auf der anderen Seite der Leitplanke im Kofferraum dieser Angeberkarre ...
So viel konnte Rocco gar nicht essen, wie er kotzen könnte ...
"Härbert ... komm etz endlich mol dohär ..." rief der Schafhäutle-Fleischkäse seinem Kollegen im Polizeifahrzeug zu ... „und leeg mol des scheiß Händy aufzeidä, Mensch ..."
Die Beifahrertür am Polizeifahrzeug ging auf ... und Rocco wurde es schon wieder komisch im Bauch ... der Typ, der sich da aus dem Wagen schälte, hatte Schwimmflossen an ... so sah es aus der Ferne zumindest für Rocco aus ... in was war er hier nur reingeraten ...
