Pauline Schneeflocke - Ramona Langs - E-Book

Pauline Schneeflocke E-Book

Ramona Langs

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Beschreibung

Liebe Leser In diesem, ihnen vorliegenden Buch, finden Sie Märchen. Märchen die ich für meinen Sohn geschrieben habe, als Er im Alter von 3 Jahren im Koma lag. Heute ist Er 15 Jahre und liebt diese Geschichten noch immer. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen und Miterleben der Abenteuer von Pauline, ihren Freunden und den anderen Märchenwesen. Ihre Ramona Langs

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Ramona Langs

Pauline Schneeflocke

und andere märchenhafte Geschichten

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

1. Märchen - Pauline Schneeflocke

 

PAULINE SCHNEEFLOCKE

 

Es war Winter im Königreich Zimtstern. Der Winter hatte in diesem Jahr zeitig begonnen. Der Nachmittag war gerade vorbei als, im Dämmerlicht des frühen Abends es begann große weiße und flaumig weiche Schneeflocken vom Himmel zu fallen. Auf einem Hügel stand ein Schloss,mit hohen schlanken Türmen, grossen Fenstern mit allerlei Zierat darum herum. Umgeben war das Bauwerk von einer massiven Mauer mit einem grossen starken hölzernen Tor darin.Wenn man das Schloss betreten wollte, so musste erst eine Zugbrücke, die sich über den Honigbach spannte, passiert werden. Es gehörte dem Grafen Eugen von Marzipan, der es mit seiner Frau Gräfin Eulalia und ihrer beider Tochter,der Comtesse Genia bewohnte. Diese drei nun standen ganz dicht hinter den hohen Fenstern, von wo sie das schöne Naturschauspiel, voller Entzücken beobachten konnten. Alle waren ausgesucht kostbar gekleidet, in schimmernden Brokat und Samt, mit Pelzstolen gegen die Kälte. Am schönsten war aber Genia gekleidet. Sie trug ein langes Kleid aus schwerem dunkelblauem Samt, das ihre anmutige feine Gestalt, wie ein Rahmen umhüllte. Sie hatte lange schwarze Locken, die sich langsam im Luftzug bewegten. Bis auf ihren Rücken fielen die Flechten, nur gehalten von einem Zopf der um den Kopf gewunden war, mehr brauchte es nicht. Lange standen die Menschen am Fenster und konnten sich an dem Schauspiel nicht sattsehen, als in einem Moment, eine besonders große und vorwitzige Schneeflocke , ins geöffnete Fenster segelte. Diese landete geradewegs auf dem langen Haar der Comtesse.

Es war Pauline Schneefocke die sich hier so vorwitzig in Gefahr brachte. Gräfin Eulalia,die in diesem Moment sich umdrehte,und die Schneeflocke im Haar Genias entdeckte, staunte nicht schlecht über den entzückenden Anblick, den ihre Tochter bot. Sie sprach zu ihr: "Schau Genia, du hast eine Schneeflocke im Haar, es sieht aus als ob du einen Edelstein darin trügest". Pauline hatte es gehört und dachte sich, ein Edelstein,das muß etwas wunderbares sein, das die Menschen so davon ins Schwärmen gerieten.

Nun war es aber sehr warm in dem Raum, in dem in einem offenen Kamin, ein lustiges starkes Feuer brannte. Pauline fühlte wie sie begann zu zerschmelzen, denn Wärme und Schneeflocken passen nicht zusammen. Im allerletzten Moment, kam Paulines Freund, der sie schon eine geraume Weile gesucht hatte, zum Fenster herein. Es war ein kleiner sanfter Wind Säusel mit Namen. Er war schon immer, seit sie existierte mit Pauline zusammen um mit ihr zu spielen. Als er nun sah, das sich Pauline im Haar der Comtesse verfangen hatte, und schon ganz durchsichtig und schlecht aussah, stürzte er sich ins offene Fenster, erfasste Pauline und stob mit ihr in letzter Minute, hinaus in die klare kalte Winterluft, in der sich das Flöckchen dann erholen konnte. Mit Säusel an ihrer Seite musste sie sich nun schnell einen Platz suchen, an dem sie ruhig liegen konnte. Langsam wurde es merklich dunkler und die Winterkälte nahm zu. Es wurde ganz still auf der Welt, denn die Flöckchen wussten, das nun bald das Oberhaupt aller Schnee-und Eiswesen eintreffen würde. Selbst der Wind legte sich, alles wartete auf die Ankunft des großen Gevatter Frost.

Er kam mit seinen Nachtpferden und er war herrlich anzuschauen.Seine große kräftige Gestalt, trug einen weissen glitzernden Mantel, weisse Stiefeln, eine weisse Pelzmütze, sogar eine langer weisser Bart,der von den Ohren bis zum Nabel reichte, durfte nicht fehlen. Seine Augen, waren von vielen Falten umgeben, von einem leuchtendem Eisblau. Seine ganze Gestalt funkelte im Mondschein. Gütig schaute der Alte sich um und nickte, er war zufrieden. Zweimal drehte sich der Frost um sich selbst und hob dabei seine Arme. Was die Schneeflöckchen noch nicht geschafft hatten zu bedecken, das vollendete nun der Frost. Wenn so etwas überhaupt möglich war, wurde die Welt nun noch stiller und schöner. Alle Bäume und Sträucher, ja jegliches Ding auf der Erde, erhielt einen Überzug aus Raureif, so das es aussah als ob alles überzuckert wäre. Die Schneedecke knirschte und knackte, bei jeder Bewegung und sang so ihre ganz eigene Wintermelodie in der Landschaft. Ganz zum Schluss, pustete der Frost, zur Vollendung, noch Milliarden von klitzekleinen Eiskristallen über die Landschaft, so das es nun aussah als wenn sich Diamantstaub über alle Dinge und Gegenstände gelegt hatte. Noch einmal blickte sich der große Frost um. Er forderte nun den Mond auf, diese Pracht zu beleuchten. Da sah man ein Glitzern und Funkeln, das schwer zu beschreiben ist so schön war es. Noch einmal nickte der große Frost zufrieden und gebot nun die Nachtruhe.

Stunden später zappelte Pauline immer noch umher. Sie konnte an nichts anderes denken als an einen Edelstein, immer wieder redete sie, wie schön das doch wäre und wie sie es anstellen könnte einer zu werden. Pauline wusste das Sie mit Säusel über alles reden konnte. Aber der war müde. Unmutig wehte Säusel vor sich hin "Was ist denn nun schon wieder , sag schon oder gib endlich Ruhe". Aber Pauline musste sich ausspechen. Schließlich seufzte Säusel und meinte: "Ich schlage vor, du schläfst jetzt und sammelst Kräfte.  Morgen früh suchen wir den Großen Frost auf. Ich weiss das er dich besonders gerne mag, er wird dir ehrlich antworten". Damit kam Auch Pauline endlich zur Ruhe und schlief nun doch erschöpft ein, es war ein langer Tag der hinter ihr lag. In ihren Träumen, sah sie sich an einem Kleid, wie die Comtesse eines trug,  glitzern und funkeln und sie lächelte glücklich im Schlaf. Gerade als sie sich im Traum noch einmal vor einem grossen Spiegel bewundern wollte, fühlte sie wie sie aufgehoben wurde. Verschlafen blinzelte sie ins Licht und merkte wie sie schon von Säusel in die Luft getragen wurde.

Der große Frost stand in seiner prächtigen weissen Robe am großen Teich von Zimtstern, der von dunklen alten Weiden umstanden war. Er war gerade dabei,den Teich mit einer starken Eisschicht zu überziehen, sehr zur Freude der Kinder im Königreich. Jetzt konnten die Kinder nicht nur Rodeln, sondern auch auf dem Eis des Teiches Schlittschuh laufen. Als Pauline und Säusel bei ihm ankamen, drehte sich der Frost lachend um und zeigte auf seine vollendete Arbeit. Die beiden Freunde sollten sich mit ihm freuen. Er sprach: "Was teibt euch denn schon so früh hierher, ihr solltet doch noch ruhen. Nicht das jetzt noch andere Flocken auf die Idee kommen umher zu stieben." Pauline jedoch nahm ihren Mut zusammen und fragte den großen Frost: "Großvater, ich habe gestern ein Mädchen gesehen, mit einem Kleid aus funkelndem Edelgestein. Es hat mir so sehr gefallen. Ach wenn ich doch auch nur so ein Edelstein sein könnte, nur ein ganz klitzekleiner, so wäre ich sehr glücklich. Großvater wenn du einen Weg weißt, wie ich mir diesen Wunsch erfüllen könnte, dann Bitte sag es mir." Der große Frost sah sein kleines Flöckchen lange nachdenklich an. Schließlich antwortete er ihr sehr ernst: "Pauline mein kleines Flöckchen, ich würde dir ja gerne helfen, aber schau, im großen Kreislauf der Natur ist es nicht vorgesehen, das Schneeflocken zu Edelsteinen werden. Ihr Schneeflocken könnt nur existieren, solange ich an der Reihe bin zu regieren. Später dann werdet ihr zu Wasser, tränkt die Felder und Wälder, fließt in Bäche und Flüsse bis ins große Meer. In der ganzen Zeit aber in der ihr flüssig seid, zieht euch Frau Sonne in Form von Dampf nach oben, bis ihr wieder bei Mutter Wolke seid und erneut darauf wartet als Regen oder Schneeflocke zur Erde zu fallen, immer und immer wieder. Da ist kein Platz für Edelsteine, aber das weißt du ja auch nicht wahr." Trotzdem machte es ihn betroffen, das er sein Lieblingsflöckchen so traurig machen musste und er sann darüber nach, wie ihr zu helfen wäre. Plötzlich fiel ihm doch noch etwas ein und er schmunzelte erleichtert als er nun zu sprechen anhub: "Liebe Pauline, vielleicht gibt es doch noch eine Lösung für die Erfüllung deines Wunsches, nicht ganz so wie du es dir vorstellst, aber doch recht ähnlich. Dazu muss ich dich auf eine lange Reise schicken, an einen Ort sehr, sehr weit weg von hier. Dieser Ort heißt Nordpol. Du weißt das du am Ziel bist, wenn du unter dem klaren blauen Himmel einen Palast erblickst. Dieser Palast ist von einmaliger Schönheit, weil aus kristalklarem, reinem Eis erbaut. Du wirst ihn schon von weitem sehen können, sein Strahlen kannst du nicht übersehen. Über allem wird auch noch das Polarlicht leuchten. Dort wohnt meine Schwester die liebliche Eisfee, sie heißt Krystel. Bitte richtet ihr meine besten Grüße aus, wenn Sie erfährt das ich euch gesendet habe, bin ich sicher das sie mit ihrem Wissen versuchen wird euch zu helfen." Noch einmal überlegte der Frost. Dann sprach er "Da meine Regierungszeit, hier noch nicht zuende ist, werde ich euch mein Nachtpferdegespann mit auf die Reise geben, das wird die Reise für euch nicht so anstrengend machen. Liebe Pauline, ich bitte dich noch um eines, bevor du nun auf die Reise gehst, verabschiede dich von Mutter Wolke. Sie wird dich sonst vermissen und sich sorgen."

Das taten unsere beiden Freunde auch. Mutter Wolke war nicht sehr glücklich darüber, eines ihrer Schneeföckchen ins Ungewisse gehen zu lassen, aber sie merkte auch das es Pauline mit ihrem Wunsch sehr ernst war. Mutter Wolke wollte ihr Flöckchen nicht ohne Hilfe ziehen lassen, deshalb überließ sie ihr ein Geschenk, das sie erst kürzlich von ihrem Freund dem Sumpfnebel erhalten hatte. Neugierig schaute Pauline auf den Gegenstand den ihre Mutter nun brachte. Es war ein verschließbares Glas, darin grüne Blätter und eine kleine goldene Leiter, inmitten des Ganzen saß ein kleiner grüner Frosch. Aufmerksam schaute das kleine Wesen durch seine gläserne Behausung nach draussen. Mutter Wolke erklärte nun Pauline das, daß kleine Geschöpf, ein besonderer Frosch war. Er gehörte zur Gattung der Wetterfrösche, die alle 100 Jahre nur einmal geboren werden. Diesen hier, wollte sie den beiden Freunden mitgeben. Sie erzählte ihnen das der Frosch Otto heißt. Er verstand Wetterlagen, da besonders Warmfronten, vorrauszusagen. Dazu sollten sie die Bewegungen des Tieres beobachten. Wenn es beginnen würde, seine Leiter hinauf zu steigen, dann wäre eine Warmfront in der Nähe. Die müßten sie dann meiden. Pauline würde sonst schmelzen und es würde sehr, sehr lange dauern bis sie wieder eine Schneeflocke sein könnte. Jetzt schien alles wichtige beredet zu sein.Trotzdem fiel allen der Abschied schwer. Noch einmal herzte Mutter Wolke die beiden Freunde und dann ging es los.

Husch erfasste Säusel Pauline. Auch die Nachtpferde setzten sich in Bewegung, die Reise ins Abenteuer begann. Sie flogen und flogen dahin, Stunde um Stunde, Tag um Tag. Sie vergaßen niemals Otto zu beobachten, sorgten aber auch dafür das es dem kleinen Kerl an nicht fehlte. Der wiederum fühlte sich bei den beiden sehr wohl und so entstand so ganz nebenbei auch noch eine Freundschaft. Wenn sie vom vielen Fliegen erschöpft waren, dann rasteten sie. Denn sie mußten Kräfte sammeln, zum Überqueren des grossen Wassers. Endlich hatten sie es erreicht, staunten und waren doch erschrocken über die Größe des Ozeans, so groß hatten sie ihn sich nicht vorgestellt. Aber nun da sie einmal so weit gekommen waren, wollten sie es auch wagen. Noch einmal rasteten Sie und dann ging es los. Es war schön über das kalte blaue Wasser zu fliegen, tief unten sahen sie Fischschwärme ziehen. Wassernixen winkten ihnen zu und wünschten ihnen Glück. Gerne hätten sie verweilen wollen um sich noch mehr umzuschauen. Als ihr Blick auf den Wetterfrosch fiel. Otto saß ganz oben auf seiner Leiter und war ganz aufgeregt. Er hatte bemerkt, das sich ihnen eine gewaltige Warmfront näherte. Sie flogen Hin und Her, aber es gab keine Möglichkeit, diese Warme Luft, die vom Sandprinzen aus der Wüste geschickt war, zu umfliegen. Sie war gar zu gewaltig. Da war guter Rat nun teuer. Was sollten sie tun. Umkehren, nur wenn alle Überlegungen keine Lösung brachten. Säusel war es, der die rettende Idee hatte. Pauline sollte sich auf einer im Wasser treibenden Eisscholle ausruhen.  Er selbst würde mit Otto zurück fliegen. Otto könnte sich bei Säusels anderer Freundin, bei Brise ,dem Sommerwind, aufwärmen. Der arme Kerl wäre an ihrem Ziel, in der Polarkälte bestimmt ganz starr geworden. Nachdem das erledigt war ,holte Säusel , seine beiden Windhunde Orkan und Tornado aus ihrem Gewölbe. Die wollte er mitnehmen, um mit ihrer Kraft und Geschwindigkeit , schnell den Nordpol zu erreichen. Mit Sturmgeschwindigkeit, ging es jetzt zurück zu Pauline. Orkan und Tornado, froh darüber, endlich frei zu sein, wirbelten unsere Reisegefährten hoch in die Luft und mit Leichtigkeit über die drohende Warmfront hinweg, weit, weit ins Eisland hinein. Etwas unsanft wurden die Freunde abgesetzt, Orkan und Tornado verzogen sich zum Ausruhen in eine Schneehöhle und die Freunde blickten sich, ob der Geschwindigkeit der Reise, noch etwas benommen um.