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Sie verbünden sich - und führen den ersten Schlag Den ehemaligen Zellaktivatorträgern läuft die Zeit davon. Während sie Mitte 1171 NGZ davon ausgehen konnten, aufgrund der ihnen durch ES gewährten Zelldusche noch eine Lebensspanne von rund sechs Jahrzehnten zur Verfügung zu haben, wissen sie nun, rund ein Jahr später, dass die Uhren der Superintelligenz ganz anders gehen. Jedenfalls hat sich die ihnen zugestandene Gnadenfrist drastisch verringert, wie man ihnen zu verstehen gab. Sollen all ihre opfervollen Bemühungen, den Aufenthaltsort von ES und seiner Kunstwelt zu bestimmen, umsonst gewesen sein? Die ehemaligen Unsterblichen und ihre Helfer wollen es nicht glauben. Sie setzen vielmehr auch weiterhin alles daran, Wege zu finden, der gestörten Superintelligenz zu helfen, um auf diese Weise letztlich auch sich selbst zu helfen. Aber neben diesem Problem gibt es noch eine ganze Reihe anderer, mit denen sich Perry Rhodan und seine Galaktiker befassen. Da sind beispielsweise die Aktivitäten der Linguiden und Stalkers Machenschaften. Und da ist das ungeklärte Schicksal von Rhodans Frau und Tochter, die nach wie vor in Truillau verschollen sind. Die beiden geliebten Personen wiederzufinden ist Perry Rhodans ureigenes Anliegen. Und so erreicht der Terraner Mitte Oktober 1172 mit der BASIS das Gebiet seiner Suche. Dort wird erst erkundet, dann erfolgt DER ÜBERFALL ...
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 1561
Der Überfall
Sie verbünden sich – und führen den ersten Schlag
H. G. Ewers
Den ehemaligen Zellaktivatorträgern läuft die Zeit davon. Während sie Mitte 1171 NGZ davon ausgehen konnten, aufgrund der ihnen durch ES gewährten Zelldusche noch eine Lebensspanne von rund sechs Jahrzehnten zur Verfügung zu haben, wissen sie nun, rund ein Jahr später, dass die Uhren der Superintelligenz ganz anders gehen. Jedenfalls hat sich die ihnen zugestandene Gnadenfrist drastisch verringert, wie man ihnen zu verstehen gab.
Sollen all ihre opfervollen Bemühungen, den Aufenthaltsort von ES und seiner Kunstwelt zu bestimmen, umsonst gewesen sein? Die ehemaligen Unsterblichen und ihre Helfer wollen es nicht glauben. Sie setzen vielmehr auch weiterhin alles daran, Wege zu finden, der gestörten Superintelligenz zu helfen, um auf diese Weise letztlich auch sich selbst zu helfen.
Aber neben diesem Problem gibt es noch eine ganze Reihe anderer, mit denen sich Perry Rhodan und seine Galaktiker befassen. Da sind beispielsweise die Aktivitäten der Linguiden und Stalkers Machenschaften. Und da ist das ungeklärte Schicksal von Rhodans Frau und Tochter, die nach wie vor in Truillau verschollen sind.
Perry Rhodan – Der Terraner auf Erkundung.
Sato Ambush und Toshan – Perry Rhodans Begleiter.
Harold Nyman – Kommandant der BASIS.
Gorukule – Ein Vermittler kommt an Bord.
Chosel Achberad und Ischgur Legreldi
Perry Rhodan versteifte sich in seinem Kontursessel, als der Pilot der Space-Jet eine derbe Verwünschung ausstieß.
Toshan schien von allen guten Geistern verlassen zu sein. Immer wieder hieb er mit der Faust auf den EIN-Schalter des Grigoroffs, obwohl die Kontrollen doch anzeigten, dass die Grigoroff-Projektoren fehlerfrei arbeiteten. Allerdings leuchtete eine ganze Reihe von Warnfeldern in grellem Rot, was den programmwidrigen Rücksturz des Diskusschiffs in den Normalraum ankündigte.
»Was ist los?«, rief Rhodan dem Piloten zu.
Aber Toshan jedoch wandte ihm nur das Gesicht zu und zog eine Grimasse, ohne zu antworten, was umso verwunderlicher war, da der arkonidische Pilot ein kampferprobter Mann war.
»Die Schiffsfunktionen sind in Ordnung«, erklärte Sato Ambush, der in einem Kontursessel nicht weit von Rhodan saß. »Es ist der Hyperraum, der gestört ist. Warum weiß ich allerdings auch nicht.«
Die vierte Person in der Steuerkanzel, ein anderthalb Meter hoher, mit einer »Lederhülle« bekleideter Fladen, blubberte leise vor sich hin.
Im nächsten Moment war der Rücksturz beendet, und die Space-Jet befand sich im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum – und in höchster Gefahr, denn sie glitt scheinbar unaufhaltsam in eine Umlaufbahn um ein Schwarzes Loch vom Kerr-Typ, um das eine schwache, blauweiß leuchtende Akkretionsscheibe rotierte.
»Alarm!«, rief der Syntronverbund. »Starke Schwerkraftwellen! Das Schiff befindet sich in der äußeren Photonensphäre eines Black Holes.« Toshan tat endlich etwas Sinnvolles. Er ließ den Grigoroff Grigoroff sein und aktivierte das zweifach gestaffelte Paratronschirmfeld. Die unsichtbare Sphäre aus sechsdimensionalen Energien schützte vor sehr vielen Fremdeinwirkungen. Gegen ein Black Hole war sie allerdings auch völlig machtlos.
Aber noch schien keine unmittelbare Gefahr zu bestehen, auch wenn die Störungen des Hyperraums, die den programmwidrigen Rücksturz der Space-Jet in den Normalraum bewirkt hatte, auf eine unbekannte Gefahrenquelle schließen ließen.
Das Black Hole war jedoch wohl kaum damit identisch. Sowohl die Anzeigen der Ortungssysteme als auch die Holos der Außenbeobachtung verrieten, dass es sich um ein ganz normales Black Hole handelte. Der Begleiter, ein blauer Überriese, rotierte in sicherer Entfernung. Seine Oberfläche stieß nur einen relativ geringen Partikelstrom aus, so dass sich um das unsichtbare Schwarze Loch nur eine schwache Akkretionsscheibe gebildet hatte.
Auch die Spektralanalysen zeigten nichts Bedrohliches, sondern nur die schnellen Röntgenimpulse, die von der Reibungshitze der rotierenden Akkretionsscheibe erzeugt wurden. Sie stellten keine Gefahr für die Space-Jet dar – und innerhalb der äußeren Photonensphäre war sie auch nicht gefährdet, denn sie konnte mit halber Beschleunigung jederzeit dem Sog der Schwerkraftwellen entkommen.
Aber jemand anderer schien weniger Glück zu haben. Der Hyperkom der CAPRICORN, wie Sato Ambush den Diskus vor kurzem erst getauft hatte, zeigte durch blinkende Leuchtflächen und den Text auf einem Datensichtschirm an, dass er permanent Impulsgruppen eines anderen Hyperkoms empfing, die er als Notsignale einstufte.
»Entfernung des Senders?«, fragte Rhodan den Syntronverbund.
»Wegen Schwerkraftwellen keine exakte Bestimmung möglich«, erklärte der Syntron. »Aber Taster erfassen innerhalb der inneren Photonensphäre ein 200 Meter durchmessendes Objekt, von dem die Funkimpulse ausgehen. Das Objekt wird in spätestens zwei Stunden in die Ergosphäre stürzen, in der nur solche Objekte eine Fluchtmöglichkeit besitzen, die sich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit bewegen. Keine Identifikation möglich.«
Sato Ambush schwang mit seinem Sessel herum und schaltete am Hyperkom, um eine Verbindung zu dem georteten Objekt herzustellen.
»Keine Reaktion«, stellte er kurz darauf fest. »Ich versuche es weiter.«
»Geh näher heran!«, befahl Rhodan dem Piloten. »Wir brauchen eine bessere Ortung!«
Toshan hatte sich wieder beruhigt, nachdem klar geworden war, dass der Grigoroff den Rücksturz nicht verursacht hatte, und nachdem er an seinen Kontrollen abgelesen hatte, dass der Wert für die Strangeness außerhalb der Space-Jet gleich null war, man also nicht in ein fremdes Universum geraten war, wie das bei programmwidrigen Unterbrechungen von ÜL-Etappen vorkommen konnte.
Er beschleunigte die CAPRICORN und steuerte sie nach den Vorgaben des Syntronverbunds, der den richtigen Vorhaltewinkel berechnete, in Richtung des fremden Objekts.
Perry Rhodan fragte sich, als was es sich entpuppen würde. Zwar schien es hilflos zu sein, aber es wäre ein mehr als unwahrscheinlicher Zufall gewesen, wenn es zwischen ihm und den Störungen der Hyperraumstruktur keine Verbindung gegeben hätte.
Vorsichtshalber fuhr der Terraner die Geschützkuppel aus der Oberseite des Diskus, aktivierte die Transformkanone und schaltete auf Zielerfassung und Zielverfolgung. Er traute dem Frieden nicht, denn er hatte schon zu viele unangenehme Überraschungen erlebt.
Für kurze Zeit gedachte er des auf Keliapo umgekommenen Technikers Goodman Goyd, den sie im Weltraum beigesetzt hatten. Sein Tod war nicht auf direkte Feindeinwirkung zurückzuführen. Es war ein tragisches Ereignis gewesen. Immerhin hatte es alle Beteiligten drastisch darauf hingewiesen, dass man niemals in seiner Wachsamkeit nachlassen durfte – schon gar nicht in einer fremden Galaxis, in der ein Mächtiger herrschte, für den die Moral und Ethik normaler Intelligenzen bedeutungslos war.
»Identifikation!«, meldete der Syntronverbund. »Bei dem georteten Objekt handelt es sich um das Wrack eines fremden 200-Meter-Kugelraumschiffs. Schäden lassen auf Beschuss durch schwere Impulsgeschütze schließen. Die Hyperfunk-Impulsgruppen gehen eindeutig von dem Wrack aus und haben sich nicht geändert.«
»Das Wrack eines zweihundert Meter durchmessenden Kugelraumschiffs«, wiederholte Sato Ambush. »Von der BASIS ist es nicht, das wissen wir. Aber wer sonst fliegt in Truillau mit solchen Schiffstypen herum?« Er blickte Ler-O-San an.
Der Truillauer bewegte sich pulsierend auf der Stelle.
»Fremde«, sagte er mit der kindlich hellen Stimme aller truillauschen Genormten. »Sie müssen aus einer anderen Galaxis gekommen sein.«
»Das Wrack ist energetisch so gut wie tot«, erklärte Toshan. »Soll ich anlegen?«
»Nur angleichen!«, sagte Perry Rhodan. »Dann können wir unseren Paratronschirm aktiviert lassen. Ich werde hinübergehen. Du schaltest für den Übergang kurzzeitig eine Strukturlücke, Toshan!«
Der Arkonide machte eine bejahende Geste.
»Ich möchte mitkommen«, sagte Ambush.
Rhodan musterte den Pararealisten prüfend, dann nickte er. Sato war ein Mann, der sich bisher in allen Situationen bestens bewährt hatte. Er würde eine echte Hilfe sein.
»Ich komme ebenfalls mit!«, entschied Ler-O-San und rollte ein Stück in Richtung Zentraleschleuse.
Auch dagegen hatte Rhodan nichts einzuwenden, denn der Genormte war ein außerordentlich kampferprobter Führer der truillauschen Widerstandsbewegung Topar.
Toshan steuerte die Space-Jet bis auf fünfzig Meter an das Wrack heran, dann brachte er sie auf Parallelkurs. Jetzt trieben beide Fahrzeuge auf die Ergosphäre des Black Holes zu. Dahinter lauerte unsichtbar der Ereignishorizont und der sichere Untergang.
»Fertig machen!«, sagte Perry und schloss seinen SERUN. Die Gefährten taten das Gleiche, dann verließen die drei Personen die CAPRICORN, flogen mit Hilfe ihrer Gravo-Paks durch die im Paratronschirm geschaltete Strukturlücke und hielten auf das Wrack zu ...
*
Das Loch in der Außenhülle des Kugelraumers wirkte aus der Nähe wie der aufgerissene Rachen eines Ungeheuers. Das war der erste Gedanke Perry Rhodans, als er sich dem Wrack näherte. Natürlich fühlte er sich nicht von ihm bedroht, aber es kündete zumindest von Not und Tod, denn der Treffer aus einem Impulsgeschütz musste eine ganze Schiffssektion den Folgen einer explosiven Dekompression ausgesetzt haben.
Der Terraner schaltete nun seine Helmlampe ein, dann schwebte er vorsichtig über den teilweise scharfkantigen Schmelzrand des zirka fünf Meter durchmessenden Loches. Dahinter lagen halb zerschmolzene Wandungen mittelgroßer Räumlichkeiten. Die noch intakten Wände waren geschwärzt. Ganz im Hintergrund erblickte Rhodan drei unversehrte Sicherheitsschotte. Sie waren offenbar von der Katastrophenschaltung des Schiffes im Augenblick des Treffers geschlossen worden. Dahinter würde also wahrscheinlich eine relativ normale Atmosphäre sein. Woraus sie bestand, war nicht sicher. Rhodan schloss allerdings aus allen bisherigen Anzeichen, wie der Größe der Schotte und der Höhe der Räume sowie der Kugelform des Schiffes, auf hominide Intelligenzen und dementsprechend auf eine Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre ähnlich der terranischen.
»Worauf wartet ihr?«, erkundigte sich Ler-O-San über die Helmfunkfrequenz der Galaktiker. »Brechen wir doch einfach ein beliebiges Schott auf!«
»Ich habe gewartet, weil ich davon überzeugt bin, dass uns hinter den Schotten Gefahr erwartet«, sagte Sato Ambush. »Von irgendetwas müssen die Störungen des Hyperraums, die unseren ÜL-Flug unterbrachen, ausgegangen sein – und da es hier weit und breit außer diesem Kugelraumer kein anderes dafür in Frage kommendes Objekt gibt, ist die Annahme berechtigt, dass es der Ausgangspunkt der Störungen war.«
»Das nehme ich auch an«, pflichtete Rhodan ihm bei. »Dass wir nach unserem Rücksturz keine solchen Einflüsse mehr orteten, könnte bedeuten, dass jemand uns in eine Falle locken möchte.«
»Er ist selber schuld, wenn ihm das gelingt!«, blubberte der Genormte vielsagend und schwenkte den schweren Variostrahler, den er mit zwei Pseudopodien festhielt.
»Nehmen wir das linke Schott!«, entschied Rhodan und tastete es mit dem Multidetektor seines Armbandgeräts ab.
Als er das einfache Kontaktschloss entdeckt hatte, legte er die Hand auf die Fläche, unter der es sich verbarg.
Die Schotthälften glitten lautlos auseinander. Die Schleusenkammer dahinter war beleuchtet, enthielt aber keine Luft. Immerhin gab es ein paar reifbedeckte Stellen, die verrieten, dass die Luft erst vor kurzem abgesaugt worden war.
Die drei Personen stiegen in die Schleusenkammer. Hinter ihnen schloss sich das Außenschott wieder, dann strömte erwärmte Luft ein, bis ein Druck von 0,8 Atmosphären hergestellt war. Danach öffnete sich das Innenschott.
Dahinter lag ein zwei Meter hoher und anderthalb Meter breiter, in düsterrotes Licht getauchter Korridor, der nach etwa 15 Metern eine Biegung nach rechts beschrieb.
»Gravitation 1,13 g«, las Rhodan am Datenfenster seiner Helmscheibe ab, während er den Korridor betrat. Er hielt seinen Kombistrahler schussbereit. So leise wie möglich bewegte er sich durch den Korridor. Als er um die Biegung kam, sah er in zirka fünf Meter Entfernung eine Verteilerhalle.
Doch auf diesen fünf Metern sah er noch etwas anderes: einen flachen Haufen aus Metallplastiksplittern, durchsetzt mit silbrig schimmernden Plättchen und milchigweißen Kristallen. Es sah aus, als wäre hier ein Gerät mit einem Vorschlaghammer zertrümmert worden.
Rhodan war bereits an dem Haufen vorbeigegangen, als etwas in seinem Gehirn »Klick« machte und in seinem Bewusstsein der Begriff »Detonator« aufblitzte.
»Schutzschirme aktivieren!«, rief er dem Pikosyn seines SERUNS und seinen Gefährten zu.
Und während sich um ihn der Paratronschirm aufbaute, zeigte ihm der Pikosyn mit einer Projektion auf der Helminnenseite, dass in rund vier Metern Entfernung schräg links voraus ein Hochenergiegerät aktiviert wurde.
»Das Abstrahlfeld eines Detonators!«, flüsterte der Pikosyn ergänzend.
Durch Zuruf aktivierte Rhodan sein Gravo-Pak und beschleunigte mit relativ hohen Werten in Richtung Verteilerhalle. Er war kaum gestartet, als die Mündung einer Strahlwaffe aus der linken Abzweigung in der Halle auftauchte. Es blitzte auf, dann verschwand die Mündung wieder.
»Detonatorenergie! Projektorbelastung dreißig Prozent!«, meldete der Pikosyn.
Perry Rhodan flog in die Verteilerhalle und steuerte nach rechts, während er die linke Abzweigung beobachtete und ganz hinten in dem betreffenden Korridor schemenhafte Bewegung sah. Er schoss mit dem auf Paralyse-Modus geschalteten Kombistrahler, konnte aber keine Reaktion feststellen.
Rhodan ließ sich nicht zu einer Verfolgung provozieren, sondern wartete, bis seine Gefährten ihn eingeholt hatten. Dann berichtete er.
»Ich nehme an, es handelte sich um einen Hominiden, ich bin mir aber nicht sicher«, ergänzte er.
»Eine einzelne Person, mit einem Detonator bewaffnet«, stellte Sato nachdenklich fest. »Ich habe das Trümmerhäufchen im Gang gesehen. Das könnte ein Roboter gewesen sein, der mit einem Detonator zerstört wurde.«
»Demnach wurde das Schiff von Robotern angegriffen«, sagte Ler-O-San. »Sie müssen das angeschossene Schiff geentert haben – und sie verließen es, nachdem sie die Besatzung getötet oder gefangen genommen hatten. Das würde erklären, warum sich jetzt keine Roboter mehr an Bord befinden. Den Hominiden, der auf uns geschossen hat, müssen sie übersehen haben.«
»Und das alles ist schon eine ganze Weile her, sonst hätten wir nach dem Rücksturz der CAPRICORN Energieausbrüche geortet«, meinte Ambush. »Dann beruht sein Angriff wahrscheinlich auf einem Missverständnis«, sagte Rhodan. »Wir sollten folglich sein Leben schonen, werden aber nicht darum herumkommen, ihn auszuschalten, indem wir ihn paralysieren. Ich schlage vor, Ler-O-San legt sich hier auf die Lauer, während Sato und ich versuchen, ihn aufzuscheuchen und hierher zu treiben.«
»Einverstanden!«, erwiderte der Genormte.
Er schwebte ein Stück in die rechte Abzweigung hinein, während Perry und Sato in den mittleren der drei Gänge eindrangen. Ihre Paratronschirme ließen sie aktiviert.
Das war ihr Glück, denn nach ungefähr 25 Metern lösten sie einige getarnte Minen aus, die kugelförmige Desintegrationsfelder erzeugten. Ihre Schutzschirme wurden mit 60 Prozent ihrer Kapazität belastet.
»Wir sind auf dem richtigen Weg!«, frohlockte Sato und deutete nach vorn. »Irgendwo dort hat der Gegner sich wahrscheinlich verschanzt.«
Rhodan sagte nichts dazu, aber er flog mit dem Pararealisten zusammen geradeaus weiter. Als nun eine T-förmige Verzweigung in Sicht kam, explodierte wenige Meter vor den beiden Terranern eine Spezialmine, die ein kurzlebiges Hyperschockfeld erzeugte.
»Deckung!«, rief Rhodan, als er erkannte, dass die Ortungssysteme seines SERUNS so stark gestört wurden, dass sie praktisch nutzlos waren, solange das Hyperschockfeld existierte.
Er und Sato warfen sich zu Boden. Da ihre Paratronschutzschirme noch immer aktiviert waren, verhinderte eine Sicherheitsschaltung selbstverständlich, dass sie wirklich Bodenberührung bekamen. Stattdessen schwebten sie ein paar Zentimeter darüber.
Im selben Augenblick blitzte eine Serie von Strahlschüssen auf. Die Energieentladungen erzeugten Lärm und Hitze. Die Luft im Korridor kochte.
Sato Ambush feuerte zurück, hörte aber auf damit, als er Rhodans Handbewegung sah.
