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Die Heere des Robotkoordinators werden mobilisiert - denn die Kristallagenten kommen Menschen, die im 25. Jahrhundert leben, sollten an den Anblick technischer Großtaten gewöhnt sein. Nichtsdestotrotz wirkte das riesenhafte Gebilde, das in den Augusttagen des Jahres 2435 plötzlich aus dem Linearraum hervorbrach und mit seinen Tausenden von robotgesteuerten Ultraschlachtschiffen die Existenz des Solaren Imperiums zu bedrohen begann, auf alle, die es erstmals erblickten, wie ein Schock. Und das um so mehr, da der Riesenrobot, OLD MAN genannt, ganz offensichtlich nach terranischen Konstruktionsplänen erbaut worden ist. Gucky und "Söhnchen" lassen sich jedoch nicht verblüffen. Sie führen auch den ersten erfolgreichen Schlag gegen eine Einheit OLD MANs, indem sie den Robotraumer VIII-696 kapern. Das erbeutete Schiff bringt 22 Männer und eine Frau zum Riesenroboter, doch das von Perry Rhodan geleitete Kommandounternehmen steht unter keinem günstigen Stern. Sofort nach Betreten OLD MANs beginnt für Perry Rhodan und seine Begleiter ein Kampf auf Leben und Tod. Der Ring der Kampfroboter schließt sich immer enger um die Eindringlinge. Das Schicksal des Häufleins von Terranern und Mutanten scheint besiegelt, als der Koordinator seine Streitkräfte gegen einen neuen, unwirklichen Gegner einzusetzen gezwungen ist, der den ÜBERFALL AUF OLD MAN beginnt...
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2011
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Nr. 304
Überfall auf Old Man
Die Heere des Robotkoordinators werden mobilisiert – denn die Kristallagenten kommen
von H. G. EWERS
Menschen, die im 25. Jahrhundert leben, sollten an den Anblick technischer Großtaten gewöhnt sein. Nichtsdestotrotz wirkte das riesenhafte Gebilde, das in den Augusttagen des Jahres 2435 plötzlich aus dem Linearraum hervorbrach und mit seinen Tausenden von robotgesteuerten Ultraschlachtschiffen die Existenz des Solaren Imperiums zu bedrohen begann, auf alle, die es erstmals erblickten, wie ein Schock.
Und das um so mehr, da der Riesenrobot, OLD MAN genannt, ganz offensichtlich nach terranischen Konstruktionsplänen erbaut worden ist.
Gucky und »Söhnchen« lassen sich jedoch nicht verblüffen. Sie führen auch den ersten erfolgreichen Schlag gegen eine Einheit OLD MANs, indem sie den Robotraumer VIII-696 kapern.
Das erbeutete Schiff bringt 22 Männer und eine Frau zum Riesenroboter, doch das von Perry Rhodan geleitete Kommandounternehmen steht unter keinem günstigen Stern. Sofort nach Betreten OLD MANs beginnt für Perry Rhodan und seine Begleiter ein Kampf auf Leben und Tod. Der Ring der Kampfroboter schließt sich immer enger um die Eindringlinge.
Die Hauptpersonen des Romans
Perry Rhodan – Großadministrator des Solaren Imperiums.
Roi Danton – Ein junger Mann, dessen »Maske« so gut ist, daß ihn sein eigener Vater nicht erkennt.
Atlan – Lordadmiral der USO.
Orbiter Kaiman und Janine Goya – Zwei mysteriöse Oxtorner.
Tako Kakuta, John Marshall, Iwan Iwanowitsch Goratschin und Gucky – Mitglieder des Mutantenkorps.
1.
»Ich komme mir vor wie eine nackte Ameise in einem Bienenstock«, stieß Oro Masut zornig und hilflos hervor. Die Worte klangen seltsam hohl, da Masut nicht über den Helmsender, sondern über den direkten Helm-zu-Helm-Kontakt sprach.
Roi Danton lachte. Aber es war kein freudiges Lachen. Die Vorstellung, daß der ertrusische Riese sich als Ameise fühlte, entbehrte nicht einer gewissen Tragik, denn unter ähnlichen Vorstellungen hatten sie alle zu leiden.
Sie, das waren Perry Rhodan, Atlan, Roi Danton – alias Michael Reginald Rhodan –, Oro Masut, Gucky, Tako Kakuta, John Marshall, Iwan Iwanowitsch Goratschin, Orbiter Kaiman und seine Assistentin Janine Goya.
Dazu kamen noch dreizehn hervorragende Techniker, Kybernetiker und Kosmonauten.
Insgesamt dreiundzwanzig Mann!
Dreiundzwanzig Terraner in einem wabenförmig aufgegliederten Gebilde von 25.000 Kubikkilometer Rauminhalt, einer gigantischen Plattform, die dennoch nicht mehr war als eines von zwölf Anhängseln des noch viel größeren Hauptgebildes, einer halbkugelförmigen sogenannten »Trägerkuppel« von 20,77 Millionen Kubikkilometern Rauminhalt ...
Einige Kubikkilometer »ihrer« Plattform kannten sie bereits!
Doch niemand wußte genau, was sie in der Trägerkuppel erwarten würde – und diese Trägerkuppel war ihr Ziel; denn dort hofften sie, eine Umschaltvorrichtung zu finden, die OLD MAN in ihre Gewalt brachte.
Vorläufig aber schwebte der Riesenroboter mit seinen zwölf Hangarplattformen noch im Wega-System, ließ seine Ultraschlachtschiffe ausschwärmen und jeden Widerstand brutal zerschlagen.
Die Flotte des Solaren Imperiums wartete in vielen Lichtstunden Entfernung außerhalb des Wega-Systems. Näher durfte sie sich nicht wagen, wenn sie nicht die Vernichtung riskieren wollte.
Die dreiundzwanzig Terraner in OLD MAN waren auf sich allein gestellt.
Zwischen dem Großadministrator und Roi Danton flimmerte die Luft, dann materialisierte der Mausbiber Gucky.
Er nickte, das war das Zeichen dafür, daß die nächste Abteilung der achten Sektion ungefährdet betreten werden konnte. Unterhaltungen über Telekom hatte Perry Rhodan verboten; nachdem es feststand, daß man nicht geortet worden war – und das trotz der verwirrenden Vorgänge im Labyrinth des Todes –, wäre es seiner Ansicht nach bodenloser Leichtsinn gewesen, eine Entdeckung durch Abhören ihrer Kommunikationsfrequenz zu riskieren. Gespräche konnten notfalls durch direkten Kontakt zwischen den Druckhelmen stattfinden; die Luft innerhalb der Helme leitete die Schwingungen über die Wände weiter.
Rhodan hob die rechte Hand, ballte sie zur Faust und stieß sie dreimal ruckartig nach oben. Das war in dem Augenblick, in dem sich das Schott vor ihm öffnete und eine Gruppe stumpfsinnig dahintrottender Wartungsroboter durchließ.
Die Männer des Einsatzkommandos verstanden das Signal.
Sie folgten dem Großadministrator durch das offene Schott. Mit langen Sprüngen und dennoch so leise wie möglich hetzten sie vorwärts.
Hinter dem Schlußmann knallte das schwere Panzertor in die Hermetikdichtung zurück.
Langsamer gingen sie weiter.
In etwa hundert Metern Entfernung würden sie auf das nächste Schott stoßen – und wiederum darauf warten müssen, bis es sich von selbst öffnete, um Wartungs- oder Kampfroboter oder Versorgungskarren durchzulassen.
Es war eine Art des Fortkommens, die den Menschen ihre gefährliche Lage zusätzlich demonstrierte. Wahrscheinlich hätten die Öffnungsmechanismen der Schotte auch angesprochen, aber höchstwahrscheinlich wurde jeder dieser Vorgänge kontrolliert und ausgewertet, und wie eine Auswertungspositronik auf die Tatsache reagieren würde, daß sich Schotte scheinbar geisterhaft selbständig öffneten und schlossen, ohne jemanden passieren zu lassen, konnte sich jeder selbst ausrechnen.
Innerhalb von Sekunden wäre die Tarnung durch Individualabsorber und Lichtwellenreflektoren nutzlos geworden.
Roi hielt sich noch immer in der Nähe seines Vaters, der nicht ahnte, daß dieser junge Mann, der sich als durchtriebener Gauner mit den Manieren eines Stutzers vom Hofe des Siebzehnten Ludwig von Frankreich gebärdete, sein leiblicher Sohn war – und daß er den Vorsatz hatte, sich notfalls für den Vater zu opfern, da dessen Leben wichtiger für die Existenz des Solaren Imperiums war als das seine.
Neben Roi Danton wiederum hielt sich beharrlich die Riesengestalt Oro Masuts, seines ertrusischen Leibwächters.
Orbiter Kaiman bildete den Schluß.
Roi sah es, als er sich einmal umwandte.
Er billigte diese Einteilung, denn er schätzte den Kampfwert des Oxtorners sehr hoch ein. Dieser angebliche Anthropologe hatte schon mehr als einmal bewiesen, daß er selbst mit den verworrensten Situationen fertig wurde. Eine bessere Rückendeckung als ihn konnte man sich für die kleine Kampfgruppe gar nicht vorstellen.
Mit schwachem Schlag berührte Masuts Druckhelm den seinen.
»Ich möchte meinen Helm gern wieder einmal abnehmen, Monsieur!« flüsterte der Ertruser. Die Stimme klang seltsam verzerrt und hohl.
Roi grinste.
»Falls Sie Stickstoffatmer sind, bitte ...!«
Oro fluchte unterdrückt, dann zog er seinen Kopf wieder zurück.
Roi Danton grinste nicht mehr. Auch er hätte ein ungezwungenes, freies Atmen diesem Vegetieren innerhalb des Raumanzug-Kreislaufs vorgezogen. Aber was sollte man tun, wenn die Räume unterhalb des Hauptdecks nur eine Stickstoffatmosphäre besaßen? Ganz im Gegensatz zu dem Schleusenhangar, in dem sie angekommen waren! Stickstoff genügte für die Roboter und das Material der Inneneinrichtungen. Selbst das Vakuum des Weltraums hätte keine Schäden hervorgerufen – jedenfalls nicht sofort. Aber eine Stickstoffüllung garantierte die maximale Lebensdauer des Materials, eine höhere Lebensdauer, als es bei einer Sauerstoffatmosphäre irdischer Zusammensetzung der Fall gewesen wäre.
Perry Rhodan streckte den Arm aus. Die flache Hand bedeutete Halt!
Roi Danton sah das geschlossene Schott.
Wieder einmal würden sie warten müssen, bis es sich öffnete, um Roboter oder Gerätekarren durchzulassen.
So, wie ein Hund geduldig wartete, bis sein Herr die Tür öffnete, um hinauszugehen ...
Der Freihändler lächelte bei diesem Vergleich voller Zynismus.
Ob der Durchschnittsbürger auf Terra und den saturierten Kolonialwelten sich die »Eroberung des Universums durch den ewig vorwärtsdrängenden menschlichen Geist« so vorstellte?
Kaum!
Diese Leute dachten dabei an Raumschlachten, an Supermänner, die mit einem Blaster und zwei harten Fäusten bewaffnet ganze Welten unterwarfen.
Dabei mußte jedem der gesunde Menschenverstand sagen, daß so etwas ins Reich der Fabel gehörte.
Roi wünschte, einige dieser Zeitgenossen – die es in jeder Generation im Überfluß gab – würden bei der Eroberung von OLD MAN dabei sein können, bei diesem geduldigen Vorantasten, dem klugen Abwägen aller Fakten und der beinahe übermenschlichen Geduld, die zur Durchführung einer solchen Aktion gehörte.
Jawohl, Leute wie Perry Rhodan, Atlan und Goratschin waren in gewissem Sinne Supermänner: Sie überragten ihre Zeitgenossen in bezug auf Ausdauer, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und der Bereitschaft, ihrer Rasse bedingungslos und mit ihrer ganzen Person zu dienen!
Das war der wesentliche Unterschied zwischen den Comic-strip-Superhelden und dem stillen Heldentum jener Männer und Frauen aus Fleisch und Blut.
Zischend fuhren die Tore des Schotts zur Seite.
Eine Kavalkade von acht robotgesteuerten Gerätewagen rollte auf kleinen, breitflächigen Rädern an den wartenden Männern vorbei.
Wieder stieß Rhodans Faust nach oben.
Wieder sprangen die Männer vorwärts, versammelten sich in einem kuppelförmigen Raum, von dem aus mehrere Flure und Antigravlifts abzweigten.
Der Großadministrator wandte sich um und musterte seine Leute.
Dann ertönte seine Stimme aus den aktivierten Helmempfängern. Er schien seine anfängliche Besorgnis wegen der Funkortungsgefahr teilweise abgebaut zu haben.
»Noch können wir uns dafür entscheiden, ein Ultraschlachtschiff zu erbeuten und damit zu fliehen ...«
»Und bringe uns nicht in Versuchung ...«, murmelte Roi.
Einige Männer lachten, andere stießen leise Verwünschungen aus.
Der Großadministrator verzog mißbilligend das Gesicht. Roi Danton sah es deutlich durch den transparenten Kugelhelm hindurch; er sah aber auch im Hintergrund der Augen des Vaters die leichte Belustigung.
Rhodan deutete mit der Hand auf einen der Gänge.
»Dort geht es zu einem Hangar. Dort winkt das Tor zur Freiheit.« Er wies mit einer Kopfbewegung auf das Doppeltor des Lifts. »Hier geht es Gefahren entgegen, die wir nur vage kennen. Entscheiden Sie sich.«
Roi Danton wandte sich ebenfalls um. Er breitete die Arme aus und rief den Männern theatralisch zu:
»Messieurs! Sie haben es gehört. Aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach hatten wir uns bereits entschieden, bevor wir zu diesem Unternehmen aufbrachen. Wir waren bereit, den Gefahren kühn ins Auge zu blicken und notfalls unser Herzblut hinzugeben für die große Idee der Freiheit und der Würde des Menschen, der sie besitzt.«
Lordadmiral Atlan lachte rauh.
»Sehr scharfsinnig, Monsieur Danton. Aber immerhin: Ich befürworte ebenfalls, daß wir das einmal begonnene Unternehmen so oder so zu einem Ende bringen. Auch ohne die Spezialausrüstung in der VIII-696 sind wir nicht zu verachten. Jeder Mann besitzt in seinem Ausrüstungstornister genügend Mikrosprengkörper, um OLD MAN entscheidend schädigen zu können. Doch das sollte wirklich nur getan werden, wenn alle anderen Möglichkeiten endgültig ausgeschlossen werden müssen.«
Zustimmende Rufe wurden laut.
»Im Notfall zerstöre ich OLD MAN ganz allein!« rief Iwan Goratschin.
»Und seine Blicke waren wie die Blitze aus dem Himmel, wie das Feuer aus den Vulkanen und die Eruptionen auf der Sonne!« sagte Roi todernst.
»Ach hören Sie doch auf!« brauste John Marshall auf. »Wir brauchen hier keinen Hofnarren, sondern klardenkende Menschen!«
Roi griff nach einem imaginären Degen.
»Das ist eine tödliche Beleidigung, Monsieur! Ich werde Ihnen meine Sekundanten schicken!«
»Schweigen Sie!« befahl Perry Rhodan.
Einige Sekunden lang redeten die Männer durcheinander. Außer Atlan schien niemand zu merken, daß sich der Freihändler über die Wirkung seiner Worte königlich amüsierte.
Als Stille eintrat, sprachen sich auch die restlichen Mutanten sowie die Techniker und Kosmonauten für eine Fortsetzung des Unternehmens aus.
»Ich danke Ihnen«, sagte Perry Rhodan schlicht. »Und ich denke, wir werden Erfolg haben.«
Er wandte sich um und schritt auf einen der Liftschächte zu.
*
Ein kurzer Peilstrahl hatte die Entfernung bis zum Ende des Schachtes mit zweieinhalb Kilometern ausgelotet.
Zweieinhalb Kilometer, das war die Hälfte der Strecke bis zum Hauptdeck, das die Plattform VIII in zwei große Abteilungen unterteilte.
Roi brauchte sich nicht anzustrengen, um auszurechnen, daß man nur noch drei gleichartige Liftschächte benötigen würde, um zum Oberdeck der achten Sektion zu gelangen.
Aber zwischen Theorie und Praxis klafft oft eine unüberbrückbare Kluft.
So auch hier.
Sie hatten etwa die Hälfte der zweieinhalb Kilometer zurückgelegt, als sich in der vier Meter durchmessenden Röhre ein dunkles Etwas herabsenkte.
Eine Lastenplattform!
»Zurück!« befahl Perry Rhodan.
Das war leichter gesagt als getan.
Sie befanden sich im Bann eines gravitatorischen Umkehrsogs, der die Abschlußdecke des Schachts zur Bodenfläche einer imaginären Welt von etwa 0,2 Gravos machte – so hatten sie jedenfalls bisher geglaubt, weil es in ihren Raumschiffen so war.
Doch das konnte nicht stimmen, denn sonst hätte sich die Plattform nicht herabsenken können.
»Partial-Situationsschaltung!« rief Orbiter Kaiman. »Wir müssen die Plattform herankommen lassen und dann versuchen, sie zu entern!«
»Gucky, Kakuta!«
Das war wieder Perry Rhodans Stimme.
Der Großadministrator hatte erkannt, daß Kaimans Vorschlag besser war als sein erster. Aber er schwebte an der Spitze der Kolonne und besaß deshalb einen besseren Überblick als der Oxtorner.
Und Roi Danton erkannte, was seinen Vater zu seinem alarmierenden Ruf veranlaßt hatte.
Der Zwischenraum zwischen Wandung und Plattform betrug höchstens einen halben Meter, und er schwankte zudem hoch, da die mächtige Platte leicht schlingerte.
Wer von ihrem Rand gegen die Wandung gepreßt wurde, der würde einen schmerzhaften Tod sterben.
Die beiden Teleporter mochten es gesehen haben oder nicht. Jedenfalls handelten sie, ohne detaillierte Befehle abzuwarten. Sie kannten ihren höchsten Vorgesetzten fast ebenso gut wie sich selbst; für sie war er ein vertrauter Gefährte durch die Jahrhunderte – und das machte sich in Lagen wie dieser tausendfach bezahlt.
Roi spürte, wie sich eine Hand auf seine Schulter legte. Dann verschwamm alles um ihn her und machte im gleichen Moment dem Raum oberhalb der Plattform Platz.
Neben ihm materialisierten sein Vater und Masut. Danach kamen Atlan, Goratschin und Marshall.
Und endlich waren alle Teilnehmer der Expedition auf der Plattform versammelt.
Keine Sekunde zu früh.
Ein Ruck verriet, daß die schwer beladene Platte am Grund des Schachts aufgesetzt hatte.
»Wenn da noch einer darunter gewesen wäre ...!« murmelte ein Kosmonaut bedeutungsvoll.
Niemand ging darauf ein.
Es hätte auch keiner Zeit dazu gefunden.
Die Partial-Situationsschaltung stand immer noch auf Abwärts. Das hieß: Alles, was sich oberhalb der Unterkante der Plattform befand, wurde nach unten gezogen – in diesem Fall: am Schachtgrund festgehalten.
Verladeroboter auf Gleisketten fuhren heran und streckten von drei Seiten ihre mächtigen Greifklauen aus, um die Ladung zu löschen.
Die Terraner vollführten einige Minuten lang einen ekstatisch anmutenden Tanz, um den hart zupackenden Greifern und den durch die Luft schwebenden Kisten auszuweichen.
Am schlechtesten waren die Riesen Goratschin und Oro Masut daran.
Der Ertruser erhielt einen Stoß gegen die Brust und stürzte genau zwischen die stumpfen Zähne einer Greifklaue.
Geistesgegenwärtig packte Orbiter Kaiman zu. Der Oxtorner hielt mit seinen titanischen Körperkräften die Greifklauen gegen den Druck der Hydromatik solange auseinander, bis sich Masut in Sicherheit befand. Hinterher waren die Backen so weit auseinandergebogen, daß sie nicht mehr faßten.
Iwan Goratschin mußte zwar keine Todesängste ausstehen, aber auch er kam in große Verlegenheit, als sein Ausrüstungstornister erfaßt wurde. An einer Greifklaue hängend, wurde der Zündermutant auf die Ladefläche des Verladeroboters gesetzt.
Fluchend kroch er auf die Plattform zurück.
Endlich war auch diese Gefahr vorübergegangen, ohne daß man ihre Anwesenheit entdeckt hatte.
Nur einer der Techniker hegte Bedenken wegen der verbogenen Greifbacken.
»Die Verladeroboter haben zwar selbst nicht soviel Verstand, um die Ursache der Beschädigung zu ergründen: Für sie existierte ganz einfach nur ein Widerstand – und verging wieder.
Anders ist es, wenn eine Positronik der Sache auf den Grund geht und herauszufinden versucht, weshalb die Kraft der Klauenbacken nicht ausreichte, die betreffende Last festzuhalten.
Sie könnte auf den Gedanken kommen, daß hier eine Manipulation Unbefugter vorliegt.«
Atlan stimmte dem Mann zu.
»Es braucht nur noch die Belastung der Plattform vor und während der Entladearbeiten überprüft zu werden, dann ist unser Trick mit den I-Absorbern und den Reflektoren nichts mehr wert. Die Hauptpositronik wird anhand der gesammelten Fakten innerhalb weniger Minuten zum richtigen Schluß kommen.«
»Wenn ihr der Vorfall überhaupt gemeldet wird«, warf Roi Danton ein. »Ich nehme an, derartige Kleinigkeiten werden von Reparaturrobotern bereinigt, ohne daß kriminalistische Nachforschungen angestellt werden. Bestenfalls wird man die Programmierung des betreffenden Entladeroboters überholen und die beschädigte Greifklaue ersetzen.«
»Ich teile Ihren Optimismus nicht ganz, Monsieur«, sagte Perry Rhodan sarkastisch. »Sie haben sich in der Vergangenheit ein wenig zu oft als zu optimistisch erwiesen. Wir werden lieber auf Nummer Sicher gehen. Von nun an wird kein Lift mehr benutzt. Es muß andere Aufgänge geben.«
»Anstrengendere!« warf Gucky ein.
