Perry Rhodan 314: Chaos über Modula - H.G. Ewers - E-Book

Perry Rhodan 314: Chaos über Modula E-Book

H.G. Ewers

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Beschreibung

Sie kommen als Retter - doch sie geraten in das Inferno der Schlacht Auf der Erde schreibt man die dritte Novemberwoche des Jahres 2435. Während Staatsmarschall Reginald Bull, seit dem 8. November Kommandant der Solaren Flotteneinheiten, die in Jellicos System stationiert und mit der Bewachung des Riesenroboters OLD MAN betraut sind, ein folgenschweres Kommandounternehmen auf das "Geschenk der Zeitreisenden" einleitet, befindet sich Perry Rhodan irgendwo in Magellan. Nach aufregender Verfolgungsjagd, die die terranischen Schiffe durch weite Teile der kleinen Nachbargalaxis führt, kehren die CREST IV, das Flaggschiff der Solaren Flotte, und die FRANCIS DRAKE, der Raumer des Freihändlerkönigs, nach Keegans System zurück, dem Ausgangspunkt der Abenteuer in Magellan. Fünf Männer der Solaren Flotte, die das Geheimnis von Modula enträtseln sollen, geraten im Zuge ihrer Ermittlungen in Schwierigkeiten und flüchten in das Lager der Löwenmenschen. Perry Rhodan ist nicht gewillt, seine Späher auf Modula im Stich zu lassen. Mit mehr als hundert Spezialisten geht er an Bord einer Korvette, um eine großangelegte Rettungsaktion einzuleiten. Das Raumschiff landet - und gerät in das CHAOS ÜBER MODULA!

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Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Nr. 314

Chaos über Modula

Sie kommen als Retter – doch sie geraten in das Inferno der Schlacht

von H. G. EWERS

Auf der Erde schreibt man die dritte Novemberwoche des Jahres 2435. Während Staatsmarschall Reginald Bull, seit dem 8. November Kommandant der Solaren Flotteneinheiten, die in Jellicos System stationiert und mit der Bewachung des Riesenroboters OLD MAN betraut sind, ein folgenschweres Kommandounternehmen auf das »Geschenk der Zeitreisenden« einleitet, befindet sich Perry Rhodan irgendwo in Magellan.

Nach aufregender Verfolgungsjagd, die die terranischen Schiffe durch weite Teile der kleinen Nachbargalaxis führt, kehren die CREST IV, das Flaggschiff der Solaren Flotte, und die FRANCIS DRAKE, der Raumer des Freihändlerkönigs, nach Keegans System zurück, dem Ausgangspunkt der Abenteuer in Magellan.

Fünf Männer der Solaren Flotte, die das Geheimnis von Modula enträtseln sollen, geraten im Zuge ihrer Ermittlungen in Schwierigkeiten und flüchten in das Lager der Löwenmenschen.

Perry Rhodan ist nicht gewillt, seine Späher auf Modula im Stich zu lassen. Mit mehr als hundert Spezialisten geht er an Bord einer Korvette, um eine großangelegte Rettungsaktion einzuleiten.

Die Hauptpersonen des Romans

Perry Rhodan – Großadministrator des Solaren Imperiums.

Atlan – Der Lordadmiral hat eine schwerwiegende Entscheidung zu treiben.

Roi Danton – König der interstellaren Freihändler und Perry Rhodans Sohn.

General Ems Kastori – Kommandant eines Eliteverbandes der Solaren Flotte.

Major Tschai Kulu – Ein Terraner, der gezwungen wird, Perry Rhodan im Stich zu lassen.

Melbar Kasom – USO-Spezialist von Ertrus.

Captain Art Huron

1.

»Vorwärts, Kameraden, wir gehen zurück!« rief Leutnant Mark Berliter seinem Nebenmann, dem Leutnant Luigi Bernardo, zu.

Berliters Stimme ging in dem ohrenbetäubenden Lärm der Kernkraftaggregate unter, dennoch wurden die Worte nicht nur von Luigi Bernardo verstanden, sondern auch von Major Tschai Kulu, dem Kommandeur der Dritten Beibootflottille der CREST IV, der zur Lagebesprechung in die Kommandozentrale des Ultraschlachtschiffes gekommen war.

Tschai Kulu blieb stehen. Er wandte sich langsam um. Seine dunklen Augen funkelten den Leutnant an.

Mark Berliter hätte sich am liebsten in irgendeinen Winkel des Flottenflaggschiffes verkrochen. Der Blick des muskulösen, 1,90 Meter großen Afroterraners flößte ihm Furcht ein. Die wulstigen Stammesnarben in dem schwarzen Gesicht verstärkten noch den Eindruck, es mit dem bösen Dämon einer Urwelt zu tun zu haben.

Major Kulu sagte nichts. Er verlor niemals unnötige Worte; man nannte ihn mit Recht: »den großen Schweiger«.

Leutnant Berliter versuchte vergeblich, Haltung anzunehmen. Er konnte nicht verhindern, daß sein Unterkiefer zu zittern begann.

»Ich ... b... bb ... bbitte um Ver... zeihung, Sir!« stammelte er. »Ww... war ja nn... nur ei... ein Späßchen.«

Seine Augen quollen noch weiter vor als gewöhnlich, und Luigi Bernardo, der den Freund beobachtete, bekam plötzlich Angst, sie könnten ganz herausfallen.

Unvermittelt zog sich Tschai Kulus Mund in die Breite. Grinsend entblößte der Major zwei Reihen blendend weißer Zähne.

»Hoffentlich!« sagte er, drehte sich um und schritt federnd davon.

Marks Knie gaben nach. Er retirierte zum nächsten Notsitz und ließ sich hineinsinken.

Luigi Bernardo wiegte den kraushaarigen Kopf.

»Das hätte ins Auge gehen können, Mark. Ein anderer Offizier hätte Ihre Bemerkung vielleicht als Gefährdung der Kampfmoral angesehen und Sie vors Kriegsgericht gebracht.«

Mark Berliter wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn.

»Mann, o Mann! Dabei habe ich wirklich nur Spaß gemacht. Jeder weiß schließlich, warum die CREST und die DRAKE sich wieder in den Ortungsschutz der Sonne zurückziehen, nachdem sie ihn nicht einmal richtig verlassen hatten!«

»Aber nicht jeder kennt Ihre Vorliebe für faule Witze, mein Lieber.«

Mark Berliter nahm dankbar die Zigarette, die der schmächtige Luigi ihm anbot. Er inhalierte den Rauch in tiefen Zügen und beruhigte sich dabei ziemlich rasch. Dennoch hatte sein Blick noch immer etwas Geistesabwesendes an sich, als er dem Freund nachsah, der zum Getränkeautomaten hinüberschlenderte und mit zwei Gläsern schäumenden Mato-Coke zurückkehrte.

Hastig stürzte er den Inhalt seines Glases hinunter. Dann entspannte er sich.

Er stand auf und schickte sich an, die geräumige Kommandozentrale der CREST IV zu durchqueren.

»Wo wollen Sie hin?« rief Bernardo ihm nach.

»Mich bei Major Kulu entschuldigen, Luigi«, gab der Leutnant über die Schulter zurück.

»Idiot!« knurrte Leutnant Bernardo erzürnt. »Entschuldigung, aber das wäre die zweite Dummheit, die Sie innerhalb weniger Minuten machten. Sehen Sie nicht, daß der Major mit dem Chef konferiert? Was glauben Sie, was er Ihnen erzählt, wenn Sie ihn dabei stören?«

Mit hängenden Schultern kam Mark Berliter zurück.

»Ich benehme mich heute tatsächlich wie ein Esel«, gab er freimütig zu. Er seufzte. »Nur gut, daß unser Mentor-Offizier nicht hier ist.«

Luigi Bernardo verzog das Gesicht, als hätte er in einen sauren Apfel gebissen.

»Das wird Ihnen nicht viel nützen, Mark. Der gute José Alcara sieht alles, hört alles und riecht alles, was seine Schützlinge betrifft. Er wird Ihnen schon noch den Kopf waschen.«

Leutnant Berliter stöhnte unterdrückt.

»Und alles wegen dieser verrückten Birnenraumer! Mußten diese Idioten ausgerechnet erscheinen, als wir Modula II erobern wollten? Und gleich mit fünfhundert Schiffen. Ich möchte bloß wissen, was für Monstren in den Kästen sitzen!«

Luigi lächelte dünn.

»Jedenfalls sehr tapfere ›Monstren‹ – und vor allen Dingen keine Freunde der Kristallagenten. Wie sie sich auf die vier Ultraschlachtschiffe OLD MANs gestürzt haben, war einfach bewundernswert. Um ein Haar hätten sie die Giganten vernichtet.«

»Sie haben es aber nicht geschafft. Und nun werden die vier Schiffe von OLD MAN ihnen einheizen. Ich wollte, der 82. GSV wäre schon hier, dann würden wir dem Spuk sehr schnell ein Ende bereiten.«

Er blickte nachdenklich auf die wabernden Gaszungen der Sonne Modula, die das ganze Rund der Panoramagalerie ausfüllten.

»Ich weiß nicht, ob es richtig ist, daß wir uns in den Ortungsschutz der Sonne verkriechen. Vielleicht sollten wir lieber in den Kampf eingreifen und den Fremden in den Birnenraumern zeigen, daß wir ihre Freunde sind.«

»Und uns von den OLD MAN-Schiffen in eine Gaswolke verwandeln lassen!« ergänzte Luigi Bernardo sarkastisch. »Nein, der Chef weiß genau, warum er noch abwartet. Gegen die vier Ultraraumer hätten wir kaum eine Chance.«

*

Ein gequälter Ausdruck erschien auf Perry Rhodans Gesicht, als ihm die Ankunft Roi Dantons gemeldet wurde.

Atlan bemerkte es und lächelte ironisch.

Der Großadministrator sah den Arkoniden stirnrunzelnd an. Vorwurfsvoll sagte er:

»Das Lächeln wird dir eines Tages vergehen, dann nämlich, wenn dieser verrückte Gauner dir das Fell über die Ohren zieht.«

Atlan winkte ab. Er lächelte noch immer.

»Er mag ein Gauner sein, aber er ist niemals ein Schurke, Perry. Ich halte ihn für eine gelungene Mischung zwischen Gentleman, Forscher und Händler.«

»Ich weiß«, gab Rhodan unwirsch zurück. »Du hast den Wunderknaben ins Herz geschlossen.« Um seine Mundwinkel zuckte die Andeutung eines Lächelns. »Leider habe ich ebenfalls eine Schwäche für ihn. Ich kann ihm einfach nie lange böse sein, diesem charmanten Gauner. Dabei hatte ich bisher immer geglaubt, meine Handlungen basierten auf streng logischen Überlegungen ...«

Am Doppeltor des Achsliftschachtes entstand Bewegung. Die beiden dort postierten Leutnants nahmen Haltung an und legten die Hände grüßend an die Schilder ihrer Dienstmützen.

Eine riesenhafte Gestalt im silbergrauen Kampfanzug erschien. Der Helm war zurückgeklappt und hing als schlaffes, kapuzenähnliches Gebilde auf dem Rücken, so daß man das Gesicht erkennen konnte.

Oro Masut, der ertrusische Leibwächter und Diener Roi Dantons, grinste über das ganze Gesicht. Gegen seine sonstige Gewohnheit führte er keinen Parfümzerstäuber bei sich, und er schrie auch nicht sein stereotypes »Platz für den König!«.

Masut machte zwei Schritte, dann trat er respektvoll zur Seite.

Der König der Freihändler von Boscyks Stern stieg aus dem Aufwärtsschacht.

Neben Atlan pfiff plötzlich Melbar Kasom durch die Zähne, brach nach einem verweisenden Blick seines Chefs aber sofort wieder ab.

Allerdings vermochten selbst Atlan und Rhodan ihre Überraschung kaum zu verbergen.

Roi Danton hatte alles Stutzerhafte abgelegt. Er trug einen schmucklosen Kampfanzug mit dem Emblem der Freihändler auf der Brust. Mit festem Schritt näherte er sich der Seite des Kartentisches, an der der Großadministrator saß. Oro Masut folgte ihm in etwa zwei Metern Entfernung.

Erst als der Freihändler näherkam, entdeckte Perry Rhodan den bekannten Zierdegen am breiten Waffengürtel. Ganz hatte Danton also doch nicht auf seine antiquierte Ausrüstung verzichten wollen. Immerhin aber wußte der Großadministrator, daß der Degen einige geheime Ausrüstungsgegenstände enthielt, um die jeder Agent der Galaktischen Abwehr den Freihändler beneidet hätte.

Drei Schritte vor Rhodan blieb der Freihändler stehen und salutierte nach Art der Flottenoffiziere.

Seine Worte allerdings straften sein Äußeres Lügen.

»Bonjour, Messieurs!« sagte er in dem singenden, näselnden Tonfall, der charakteristisch für seine Rolle als Stutzer aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts war. »Sie haben mich rufen lassen, und ich bin gekommen!«

Er neigte den Kopf in Rhodans Richtung.

»Grandseigneur! Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung.«

Mit kaum merkbarem Lächeln wandte er sich dem Lordadmiral zu.

»Sire! Es ist mir ein Vergnügen, Sie anzutreffen.«

»Bitte, nehmen Sie Platz!« sagte Perry Rhodan knapp.

Die beiden Freihändler hatten inzwischen schon ihre Stammplätze am Kartentisch der Kommandozentrale, so daß sie nicht erst eingewiesen werden mußten. Sie ließen sich in ihre Sessel sinken.

»Gestatten Sie mir eine komprimierte Wiederholung des Lageberichtes«, begann Rhodan. »Vor dem Auftauchen der fünfhundert Guerillaschiffe war es meine Absicht, Modula II in einem blitzartigen Landemanöver zu besetzen, die vorhandenen Kristallmengen zu zerstören und Majore Hole Hohle und seine Leute zu befreien.

Das alles sollte noch vor dem Eintreffen des 82. GSV unter General Kastori geschehen. Der 82. hätte uns dann die vier Schiffe von OLD MAN vom Halse halten können.

Leider kamen die Guerillas uns dazwischen. Wir konnten nicht eingreifen, wenn wir nicht riskieren wollten, potentielle Verbündete durch unser plötzliches Auftauchen zu einer Kurzschlußhandlung zu verleiten, was sowohl die Besetzung Modulas in Frage gestellt als auch die geplante Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zu den Fremden äußerst erschwert hätte.«

Er blickte den Freihändler an.

Roi Danton lächelte.

»Kurz gesagt, Messieurs, die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.«

Er schnippte mit den Fingern, und Oro Masut überreichte ihm ein Bündel Plastikfolien.

Roi legte die Symbolstreifen auf den Tisch.

»Die Wissenschaftler an Bord der FRANCIS DRAKE schlagen vor, wir sollten versuchen, die Schwingungsfrequenz des von Major Hohle entdeckten Anti-Modulatorfeldes herauszufinden, das die hypnosuggestive Beeinflussung der Kristalle kompensiert. Dazu müssen wir wenigstens einen Anti-Modulatorprojektor in unseren Besitz bringen und genauestens untersuchen. Ich schlage deshalb vor, ohne Rücksicht darauf, ob der 82. Gemischte Stabilisierungsverband eintrifft oder nicht, ein Kommandounternehmen nach Modula II zu starten.«

Atlan und Rhodan wechselten einen raschen Blick. Major Tschai Kulu grinste sogar ganz offen.

»Die Wissenschaftler der CREST IV kamen zum gleichen Ergebnis«, sagte der Großadministrator bedächtig. »Für unseren Kampf gegen die Hypnokristalle und ihre Herren ist es eminent wichtig, herauszufinden, welche Art von Energiefeld die Eigenschaft besitzt, die natürlichen hypnosuggestiven Ausstrahlungen der Kristalle zu kompensieren. Wenn uns das gelingt, dürfte es nicht mehr schwer sein, gleichwertige Feldprojektoren zu entwickeln.«

»Wir sind uns also im Prinzip einig«, stellte Danton fest. »Wie denken Sie über meinen Vorschlag, einen Kommandotrupp auf Modula II abzusetzen?«

Perry Rhodan sah den Chef der Dritten Flottille fragend an.

»Major ...?«

»Die KC-31 steht startbereit und mit voller Ausrüstung im Schleusenhangar, Sir!« meldete der Major.

»Danke.«

Rhodan blickte zum Chef des Landungskommandos.

»Captain Alcara ...?«

»Das Spezialkommando von hundert Mann wartet abrufbereit in Bereitstellungsraum 3001, Sir.«

Rhodan bedankte sich und blickte wieder zu Roi Danton.

»Mit Ihnen, Masut und mir wären das genau 103 Mann, die zur Stammbesatzung der KC-31 hinzukämen, Monsieur Danton. Das heißt, falls Sie bereit sind, uns bei diesem Unternehmen zu begleiten.«

Sekundenlang malte sich Überraschung auf Dantons Zügen, dann hatte der Freihändler sich wieder gefaßt. Er lachte trocken.

»Mein Kompliment, Grandseigneur! Bitte, verfügen Sie über mich. Ich habe das Kommando über die FRANCIS DRAKE bereits an Rasto Hims übergeben und ihm befohlen, sich dem Oberkommando des edlen Lordadmirals zu unterstellen.«

Nun war die Reihe, überrascht zu sein, an Perry Rhodan.

Der Großadministrator beugte sich weit vor.

»Woher wußten Sie, daß Atlan als Kommandeur der beiden Raumschiffe zurückbleiben soll?«

Roi lächelte hintergründig.

»Einer von Ihnen beiden muß zurückbleiben, Grandseigneur. Und da Sie selbst in der Rolle des passiv Abwartenden keine glückliche Figur machen würden ...«

Rhodan errötete.

Alcara, Kulu und sogar Atlan aber mußten unwillkürlich lachen. Dieser Freibeuter hatte das Temperament ihres Chefs wieder einmal treffend definiert.

Als sich Perry Rhodan räusperte, kehrte wieder Ruhe ein. Der Großadministrator verzichtete darauf, einen Kommentar zu Dantons Bemerkung zu geben. Er machte ein völlig ernstes Gesicht, und nur ein kurzes Funkeln im Hintergrund seiner Augen bewies seinem Sohn Michael – alias Roi Danton –, daß der Vater den Seitenhieb gegen seine Angewohnheit, die gefährlichsten Unternehmungen meist persönlich anzuführen, mit Humor hingenommen hatte.

»Wir brechen in einer halben Stunde auf, meine Herren«, gab Rhodan bekannt. »Atlan, du übernimmst bitte auch das Oberkommando über die hundert Schiffe des 82. GSV, sobald sie eintreffen. Wenn sich Major Hohle noch einmal melden sollte, unterrichtest du ihn von unserem Unternehmen. Aber ich fürchte, das plötzliche Abbrechen der Hyperfunkverbindung weist darauf hin, daß Hohles Space-Jet zerstört wurde – kein Wunder bei dem schweren Bombardement, das auf den betreffenden Raumhafen niedergegangen ist.«

Er erhob sich.

»Hoffentlich leben die Leute wenigstens noch!«

*

Major Tschai Kulu flog die KC-31 selbst, da es sich um das Flaggschiff seiner Korvetten-Flottille handelte.

Seine größte Sorge waren noch immer die vier Ultraschlachtschiffe von OLD MAN. Wenn, die Korvette von ihnen geortet würde, wäre sie so gut wie verloren. Im günstigsten Fall konnte die Flucht in den Linearraum gelingen, doch dann würden die Robotschiffe gewarnt sein und dem terranischen Kommandotrupp bestimmt keine zweite Chance geben, auf Modula II zu landen.

Doch dann geschah etwas, das die Aufmerksamkeit der feindlichen Ortungszentralen von der KC-31 wirkungsvoll ablenkte.

Etwa dreihundert Birnenraumschiffe der Guerillas, der »Gurrads«, wie sie sich nach den Angaben von Major Hohle selbst nannten, warfen sich den zurückgekehrten Robotschiffen entgegen.

Aber im Unterschied zu ihrem ersten Angriff wurden sie nicht mehr durch das Überraschungsmoment unterstützt.

Schaudernd beobachteten die Männer in der Korvette-Zentrale, wie sich die vier Ultragiganten zu einem dichten Pulk zusammenschlossen und, aus allen Transformgeschützen feuernd, gegen die Gurrad-Schiffe vorrückten. Das Feuer der Gigasalven wirkte wie ein gewaltiger Halbkreis explodierender Sonnen, der sich in gleichbleibender Entfernung vor den Robotschiffen herschob.

Die erste Formation der Birnenraumschiffe konnte nicht mehr ausweichen. Die Schiffe vergingen in dem gigantischen Explosionsring. Die anderen schossen gleich silbern schimmernden Tropfen davon, kurvten teils über den vier Robotraumschiffen, teils versuchten sie, den Gegner zu umgehen und ihn von hinten anzugreifen.

Es war, als wollte ein Mückenschwarm in einen Hochofen vordringen. Die Ultraschlachtschiffe des Riesenroboters OLD MAN legten eine Kugelschale von Transformexplosionen um sich. In diesem Glutwall verdampfte jedes angreifende Raumschiff.

Innerhalb weniger Minuten hatten sich die Reihen der Guerillaschiffe beträchtlich gelichtet. Die anderen flüchteten in panischer Hast, von Besatzungen gesteuert, die halb wahnsinnig vor Furcht waren, gelähmt von dem Grauen, das sie hatten mit ansehen müssen.

Perry Rhodan hatte den Kampf mit zusammengepreßten Lippen beobachtet. Sein Gesicht war sehr blaß geworden. Er mußte daran denken, daß in den Gurradschiffen potentielle Freunde der Menschheit gesessen hatten, und daß es Menschen gewesen waren, die mit den Erzeugnissen menschlicher Technik zugeschlagen hatten – zwar hypnosuggestiv beherrschte Menschen, aber eben doch die eigenen Leute.

Aber diese Raumschlacht hatte es der KC-31 ermöglicht, unbemerkt von den Robotschiffen den Planeten Modula II anzufliegen.

Doch auch dort tobte der Kampf.

Hatten die Birnenraumschiffe der Gurrads anfänglich gute Erfolge erzielt, weil sie die Abwehr des Planeten überraschen konnten, so wurden ihre Landeanflüge nun mehr und mehr zerschlagen. Ununterbrochen blitzten die Abschüsse der Planetenforts auf, stürzten sich Robotbomben auf die Angreifer und dezimierten ihre Reihen.