Perry Rhodan Neo 109: Der Weg nach Achantur - Rainer Schorm - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan Neo 109: Der Weg nach Achantur E-Book und Hörbuch

Rainer Schorm

4,0

Beschreibung

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Die Begegnung verändert die Weltgeschichte, sie leitet die Einigung der Menschheit ein. Nach einer Zeit des Friedens tauchen im Jahr 2049 beim Jupiter fremde Kampfraumer auf und eröffnen das Feuer. Rhodan setzt sich auf die Spur der Angreifer; er entdeckt eine riesige Kriegsflotte der Maahks. Sie ist unterwegs, um Arkon mit einem neuen Methankrieg heimzusuchen. Auf der Erde wird unterdessen Thoras und Rhodans Sohn in den Weltraum entführt. Mit einigen alten Weggefährten bricht Thora auf und spürt die Verbrecher auf. In letzter Sekunde misslingt die Befreiung ihres Sohnes. Der Feind eröffnet das Feuer. Droht Thoras Mission zu scheitern? Ein Hilferuf seines alten Mentors Crest hat Perry Rhodan zu einem geheimnisvollen Sonnenviereck geführt. Hier hofft er es zu finden, das gesuchte Achantur ...

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Zeit:6 Std. 18 min

Sprecher:Hanno Dinger

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Band 109

Der Weg nach Achantur

Rainer Schorm

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Die Begegnung verändert die Weltgeschichte, sie leitet die Einigung der Menschheit ein. Nach einer Zeit des Friedens tauchen im Jahr 2049 beim Jupiter fremde Kampfraumer auf und eröffnen das Feuer.

Rhodan setzt sich auf die Spur der Angreifer; er entdeckt eine riesige Kriegsflotte der Maahks. Sie ist unterwegs, um Arkon mit einem neuen Methankrieg heimzusuchen.

Auf der Erde wird unterdessen Thoras und Rhodans Sohn in den Weltraum entführt. Mit einigen alten Weggefährten bricht Thora auf und spürt die Verbrecher auf. In letzter Sekunde misslingt die Befreiung ihres Sohnes. Der Feind eröffnet das Feuer. Droht Thoras Mission zu scheitern?

Ein Hilferuf seines alten Mentors Crest hat Perry Rhodan zu einem geheimnisvollen Sonnenviereck geführt. Hier hofft er es zu finden, das gesuchte Achantur ...

1.

Geesen: Erstschlag

Der Lärm war ohrenbetäubend. Irgendetwas traf den stählernen Leib der LEPARD mit ungeheurer Wucht, und als die künstlichen Gravitationsfelder instabil wurden, schwankte die Umgebung. Die Männer und Frauen der Zentralebesatzung klammerten sich fest, so gut sie konnten. Etliche stürzten oder prallten gegen Konsolen. Für einen kurzen Augenblick verwandelte sich der Boden in eine schiefe Ebene.

Thora taumelte in die Zentrale und starrte ungläubig auf die Bilder der Außenbeobachtung. Davon waren nur wenige übrig, die zudem instabil flackerten. Grelle Glut fraß sich über den Rumpf des Schiffs und in ihn hinein. Die Alarmsirenen schrillten.

»Was ist das?«, hörte sie den Kommunikationsoffizier schreien.

Offenbar war Mercants Durchsage nicht überall gehört worden. Die Bordkommunikation war teilweise zusammengebrochen. Der Angriff der THORAGESH hatte die Besatzung der LEPARD vollkommen überrascht. Thora kannte die Antwort, und sie wusste auch, was sich da sengend und brennend ihrem Schiff entgegenschob.

»Waffenfeuer!«, keuchte sie und versuchte, auf die Beine zu kommen. »Die THORAGESH schießt auf uns! Das ist hochbeschleunigtes Plasma.«

Ron Daltrey, der Zweite Offizier, fuhr sich mit den Fingern durch das verschwitzte, schwarze Haar. »Es ist tatsächlich die THORAGESH. Sie steht schräg über uns und nimmt uns unter Feuer. Wir haben etliche Brüche im Rumpf. Ausfall der Triebwerke eins bis sechs. Energieversorgung läuft im Notfallmodus. Die Reaktoren drei und vier stottern. Bisher halten die Stützfelder das Schiff aufrecht, aber das kann sich bald ändern. Drei Landestützen sind weg!«

»Wo bleibt der Schirm?«, fragte die Kommandantin scharf. Thi Tuong Nhi zeigte weder Angst noch Unruhe. »Bauen Sie ihn partiell auf, wenn das möglich ist. Die THORAGESH ist uns momentan nur von einer Seite aus gefährlich. Die Raumhafensicherheit hat weite Teile der Umgebung mit Energieschirmen abgesichert.«

Das trockene Geräusch brechenden Metalls unterbrach sie. Aus der Tiefe des Schiffs kam ein vibrierendes Heulen. Einer der beschädigten Reaktoren lief endlich an. In einem flackernden Teilbild war durch das Glühen hindurch eine Silhouette zu erkennen: die THORAGESH, das Schiff von Agaior Thoton. Im selben Augenblick traf eine weitere Ladung die waidwunde LEPARD. Grellweißes Licht wischte alles weg. Das metallische Kreischen verstärkte sich. Dumpf waren Explosionen zu hören.

Die zierliche Vietnamesin war blass, als sie sich an Thora und Lesly Pounder wandte. Thi Tuong Nhi setzte zu sprechen an, aber die Bordpositronik unterbrach sie bereits.

Die synthetische Stimme war ein Symbol für den Zustand des Schiffs. Schlecht moduliert, blechern und häufig von Aussetzern unterbrochen. »Ausfall der vitalen Sysssss...teme ssssteht bevor. Eine Kompen...sssssation ... ist nicht mehr möglich. Evakuierung ... empfohlen.«

Thora sagte nichts. Sie war lange genug Kommandantin gewesen und kannte die Zeichen. Die LEPARD war verloren. Sie registrierte, dass Thi Tuong Nhi das Signal zur Räumung des Schiffs gab. Niemand hatte mit einem Beschuss gerechnet; nicht, während das Schiff sich in der Umgebung eines offiziellen Raumhafens aufhielt. Obwohl Geesen eine Freihandelswelt war, existierte mit dem Fürbitterkonvent Geesen, dem FÜGE, eine Autorität. Die Privilegien wurden von Arkon garantiert, aber sie konnten entzogen werden, wenn die Bürokratie des Großen Imperiums chaotische Zustände feststellte. FÜGE hatte somit kein Interesse daran, dass sich Händler und Käufer mit solchen Mitteln in die Haare bekamen.

Ein tiefes, rauschendes Brummen zog durch die Zentrale, vermischt mit dem Knacken erhitzten Metalls. Die Luft stank nach geschmolzenen Dichtungen und Isolierungen.

Thora bemerkte unruhig, dass die ersten Lifte ihre Arbeit einstellten. Der Mannschaft blieb bald nur der zentrale Antigravschacht, wenn sie nicht den Umweg durch die Ringkorridore nehmen wollte.

Bai Jun gesellte sich zu ihnen. Pounder hob fragend die Augenbrauen, und der alte Asiate schüttelte den Kopf. Er hatte wohl die gleichen Überlegungen angestellt wie Thora. »Das können wir nicht riskieren! Die Gravitationsfelder sind instabil. Ich möchte nicht aus dieser Höhe abstürzen.«

»Wer möchte das schon?«, knurrte Pounder. Man hatte ihn in früheren Zeiten gerne als »alten Knochen« bezeichnet, und mittlerweile war er das: alt.

Bai Jun zeigte ein schwaches Lächeln. Wie untrügliche Warnzeichen zogen sich arrhythmische Vibrationen durch die Zentrale.

Thora entschied sich. Captain Thi Tuong Nhi organisierte die Evakuierung von Schiff und Zentrale. Sie selbst aktivierte eines der Akustikfelder und nahm Kontakt mit der OLD MEN auf. Sie erhielt die Empfangsbestätigungen von Homer G. Adams und Allan D. Mercant. Dann die von William Tifflor. Das Signal von Eric Manoli kam etwas später. Wahrscheinlich war der Arzt beschäftigt. Thora hoffte, dass Manoli nicht zu lange warten würde.

Ein Signal sirrte. Thora hob den Kopf.

Die Kommandantin reagierte ebenfalls sofort. »Der Schirm steht!«, sagte sie erleichtert. »Er ist nicht sehr stabil, aber er steht. Wenn die Reaktoren nicht schlappmachen, verschafft uns das die Zeit, die wir brauchen. Auf! Wir müssen raus! Die LEPARD ist so gut wie tot!«

»Kommen Sie mit?«, erkundigte sich Bai Jun beiläufig.

Thi Tuong Nhi winkte ab. »Ich komme nach, wenn mir die Zeit bleibt! Gehen Sie jetzt! Sofort! Und sehen Sie nicht zurück.«

Thora nickte und schob die beiden Männer, die nach wie vor zögerten, vor sich her. Ein Blick auf den Antigravschacht zeigte, dass zumindest die ersten drei Decks unterhalb der Zentrale sicher erreichbar waren. Zwei weitere Reaktoren liefen an und stabilisierten die Systeme – wahrscheinlich nur vorübergehend. Jede Minute zählte. Jeder Meter, den sie nicht zu Fuß zurücklegen mussten, konnte entscheidend sein.

Eine der peripheren Zentraleschleusen öffnete und schloss sich in einem hypnotischen Rhythmus. Dicker, schwarzer Qualm drang in das weite Rund. Es stank bestialisch nach erhitztem Kühlmittel und ausgeglühtem Stahl.

»Dort hinein!«, befahl Thora und kontrollierte die Feldstabilität. »Drei Decks sind frei. Das müssen wir nutzen.«

Bai Jun verzog das Gesicht und hustete. »Ich hoffe, dieser Gestank kommt nicht gerade von dort.« Unwillig folgte er Pounder in den Antigravschacht. Die nach unten gepolten Felder trugen sie sicher, obwohl aus der Tiefe beunruhigender Lärm zu ihnen drang: ein knirschendes Quietschen.

»Das sind die restlichen Landestützen!«, murmelte Pounder. »Sie haben sicher einiges abgekriegt. Ist zwar verdammt stabil, das Zeug, aber direkter Beschuss ... Das macht sogar Spezialstahl nicht lange mit! Wenn die Antigravfelder jetzt ausfallen, bricht die Statik innerhalb von Sekunden zusammen wie bei einem Haufen angesengter Zahnstocher!«

Ein Ruck ging durch die LEPARD.

»Noch ein Treffer!«, meinte Bai Jun. »Ich frage mich, warum der Mistkerl sich dermaßen zurückhält. Er hat uns mit heruntergelassener Hose erwischt, und die THORAGESH hätte durchaus die Feuerkraft, uns mit einem Schlag den Garaus zu machen. Es ist ein Schlachtschiff, verdammt noch mal. Warum also dieses Klein-Klein?«

Thora sah den Ausgang zum Hangardeck wie in Zeitlupe auf sie zukommen. Ihr Fall war langsam, die Gravitationsfelder waren nur schwach, weil ein Großteil der Energie in den Schutzschirm floss.

»Thoton tut das nicht freiwillig«, sagte sie. »Der Raumhafen liegt zu nahe an Tiraloore – von der Peripherie und den angrenzenden Handelsvierteln ganz zu schweigen. Wenn er dort Schäden anrichtet, bekommt er Ärger mit den Verantwortlichen auf Geesen. Er hat einen Ruf zu verlieren. Egal wie sehr er uns hasst – er kann es sich nicht leisten, seine Lizenzen und Privilegien zu verspielen. Das könnte ihn ruinieren. Genau davor fürchtet sich ein Händler mehr als vor allem anderen. Er muss von einer Position aus agieren, bei der er die sensiblen Bereiche von Raumhafen und Stadt nicht in Gefahr bringt. Das war unser Glück.«

»Beruhigt mich ungemein!«, schnappte Pounder und fing ebenfalls zu husten an. »Mein Leben hängt von der Geldgier eines Kaufmanns ab. Gefällt mir.«

Thora lächelte nicht, obwohl sie die Situation auf eine absurde Art und Weise genoss. Die Hilflosigkeit der letzten Zeit hatte ihr Nervenkostüm stärker belastet, als ihr lieb war. Die Angst um Thomas und davor, was ihm zustoßen mochte, war allgegenwärtig. Es war die reine Hölle, nichts tun zu können. Sie hatte auf eine passende Gelegenheit warten müssen, und das widersprach ihrem aktiven Naturell. Sie hatten die JOKKLAS, das Schiff, auf dem ihr entführter Sohn transportiert worden war, nach Geesen verfolgt. Durch den Leerraum, um vor dem Mehandorschiff vor Ort sein zu können. Das war misslungen, und Thora verstand den Grund dafür noch immer nicht. Die LEPARD hatte lediglich 29.700 Lichtjahre zurücklegen müssen – die JOKKLAS via Hela Ariela eigentlich deutlich mehr.

Auf Geesen war der Versuch gescheitert, Thomas freizukaufen. Die erneute Entführung frustrierte sie. Nun konnte sie zwar zumindest etwas tun, und das in einem Umfeld, das ihr vertraut war: am Leben bleiben. Es war indes nur ein schwacher Trost.

Sie schwebten am zweiten Unterdeck vorbei und bemerkten bei einem Ausgangsportal auf der linken Seite des Schachts einen Technikertrupp, der versuchte, die energieversorgende Infrastruktur instand zu setzen. Wahrscheinlich hatten sie den Evakuierungsbefehl nicht mitbekommen. Schwarze Schmauchspuren zogen sich den Gang hinunter bis zum Ort einer Explosion. Kabel und verbogene Metallfetzen hingen aus einem großen Riss, in dem rote Glut waberte. Sie winkte den Technikern zu, das Schiff zu verlassen.

»Wir sind zu langsam!«, sagte Thora und kontrollierte die Rückmeldungen aus dem Hangar. »Die Disk ist startbereit«, berichtete sie ihren Begleitern. »Mehr Informationen bekomme ich nicht; die Kommunikation ist unzuverlässig. Offenbar gab es in diesem Bereich des Schiffs aber kaum Schäden. Die Fluchtkapseln sind alle draußen!«

»Wie groß sind die Verluste?«, erkundigte sich Pounder mit heiserer Stimme.

Thora presste die Lippen zusammen. Sie rief die Information aus dem Kommandostream ab. »Ich kann das nicht genau sagen. Etliche Sektionen melden sich nicht. Aber ich rechne damit, dass wir etwa die Hälfte der Besatzung verloren haben ... oder verlieren werden.«

Pounders Gesicht war blass und starr. »Bist du sicher?«, fragte er.

Thora Gesichtsausdruck war düster. »Sicher? Nein, das nicht. Aber ich verfüge über einige Erfahrungen, was das angeht. Leider.«

Bai Jun deutete auf das Portal, auf das sie zuschwebten. »Wir sind da.«

Thora war froh über die Ablenkung. Die Beschäftigung mit der Anzahl der Toten war allzu bedrückend. Die LEPARD vibrierte, als stünde sie unter Strom. Die knackenden Geräusche reißender Stahlträger bildeten einen beängstigenden Chor im Hintergrund. Der erste Treffer hatte einen Großteil der Triebwerke derart beschädigt, dass ein Start unmöglich war. Das Schiff befand sich im Todeskampf.

Thora schwang sich durch das Portal und begann sofort zu laufen. Hinter sich hörte sie die Schritte ihrer Begleiter. Eines der Tore zu den peripheren Hangars öffnete sich vor ihr mit einem derart grellen Kreischen, dass ihr die Haare zu Berge standen.

»Hoffen wir, dass die Außenschotten sich öffnen lassen!«, keuchte Pounder hinter ihr.

Damit sprach er ihre größte Sorge laut aus. Sie befürchtete, dass sie sich den Weg aus dem Innern dieses brennenden Wracks würden freischießen müssen. Jede weitere Beschädigung indes würde den verbliebenen Besatzungsmitgliedern das Überleben erschweren.

»Wenn sich die Stützfelder abbauen, fällt dieser Schrotthaufen in sich zusammen wie ein Soufflé in kalter Luft«, bemerkte Bai Jun. »Die Statik ist längst zum Teufel!«

»Dort ist sie!« Thora deutete nach rechts. Eine Space-Disk wartete mit geöffneter Zugangsschleuse auf ihre letzten Passagiere. Eine weitere Disk war abflugbereit.

»Sie verzögert den Start. Das ist die Antwort auf unsere Frage«, sagte Bai Jun.

Die Arkonidin drängte zur Eile. »Die Außenschleusen öffnen sich nicht. Die anderen warten mit dem Start, bis wir an Bord sind. Wenn sie die Schotten jetzt sprengen, sterben wir innerhalb einer Sekunde.«

Die drei rannten, so schnell sie konnten. Die Luft war heiß und rauchgeschwängert. Über allem lag der Gestank des heißen Stahls. Thora ahnte, dass der äußere Rumpf der LEPARD glühte, wahrscheinlich unter der Wirkung eines direkten Treffers. Ihre Einschätzung, dass in diesem Bereich der Hangars keine größere Gefahr bestand, war falsch gewesen.

Ein großer, eleganter Mann mit dunklem Haar erschien in der Schleuse der Disk und winkte hektisch. Ein paar Sekunden später drängten sich Thora, Bai Jun und Lesly Pounder in der Schleusenkammer.

»Geschafft!«, ächzte Pounder. Als William Tifflor, der Mann, der auf sie gewartet hatte, die Schleuse schließen wollte, winkte Pounder hektisch. »Nein. Noch nicht!«

Auf der anderen Seite des Hangars hatte sich ein Personenschott geöffnet, eine zierliche Gestalt taumelte in die Halle. Ihr Raumanzug war schwer beschädigt, geschwärzt, teilweise sogar verkohlt. Ein müdes Flackern bewies, dass die Mikropositronik versuchte, einen Schutzschirm aufzubauen, aber scheiterte.

Nicht genug Energie!, dachte Thora entsetzt. Kleine Detonationen schleuderten Bruchstücke von Aggregaten, Verkleidungen und sogar Kabelteile durch die höllische Umgebung. Wenn der Anzug reißt ...

»Das ist die Kommandantin!«, schrie Bai Jun. »Captain Thi Tuong Nhi. Sie hat sich bis hierher durchgekämpft. Wir müssen warten.«

»Das wird knapp«, sagte Lesly Pounder gepresst.

Thora hörte, dass Tifflor eine Meldung durchgab. Offenbar hielt der Kommandant der OLD MEN das Risiko für vertretbar. Captain Thi Tuong Nhi rannte, stolperte, raffte sich auf und fiel Thora in der Schleusenkammer förmlich in die Arme. Durch die Sichtscheibe sah die Arkonidin verbrannte Brauen, gerötete Haut und einen tiefen Riss, der sich die linke Wange hinabzog. Darin steckte ein bösartig aussehender Glassplitter. »Kommen Sie, Captain. Sie haben's geschafft. Fürs Erste. Überlassen Sie den Rest uns.«

William Tifflor meldete dem Piloten den Verschlusszustand. Der ehemalige Staranwalt blieb ruhig. Pounder holte tief Luft, während sich draußen der Lärm zur Kakofonie steigerte. Sogar durch den Rumpf der Disk war zu hören, dass dort die Hölle ausbrach.

»Sie haben das Feuer auf die festgefressenen Hangartore eröffnet!«, stellte Tifflor fest und schob sich in den schmalen Gang in Richtung auf die oben liegende Zentrale der Disk. »Ich hoffe, es ist nicht zu spät!«

Thora kämpfte sich durch die Menge der Flüchtlinge, die sich in den Gängen der OLD MEN drängten, und betrat die transparente Sichtkuppel. Der Anblick war beängstigend. Druck und Hitze rissen die Stahlplatten auseinander. Die Waffen der beiden Diskusschiffe schleuderten ultraheißes Plasma gegen die Außentore. Rot glühendes Metall warf Blasen, und Glutfluss platzte durch die kochende Luft.

»Schneller! Beeilt euch!«, murmelte Tifflor. Trotz seiner 64 Jahre war sein Haar dunkel und dicht. Einige Haarspitzen waren allerdings versengt.

Thora beobachtete, dass zwei Stahlträger im Bereich des Lastenlifts sich bogen wie erhitzter Kunststoff. Dicker Qualm hüllte große Teile der Halle in ein fettig schwarzes Tuch. »Jetzt!«, hörte sie jemanden schreien. Der Druck der Impulsgeschütze fetzte die Hangartore aus ihren Verankerungen und warf sie nach draußen.

»Start!«, schrie Thora, als wolle sie die OLD MEN selbst fliegen. Sie beobachtete, wie sich die Space-Disk neben ihnen in Bewegung setzte und langsam, dann immer schneller auf den gewaltsam geschaffenen Ausgang zuschwebte. Ihr eigenes Schiff verließ in dieser Sekunde die LEPARD und hielt sich damit im Luftraum von Geesen auf.

»Scheiße!«, brüllte Tifflor neben ihr. Eine rot glühende Deckenplatte stürzte nach unten und traf die zweite Disk im Bereich des Ringwulstes. Metallbrocken regneten in die Umgebung wie die Funken einer Wunderkerze, das Schiff schwankte.

»Um Gottes willen!«, keuchte Pounder entsetzt.

Der Pilot der Disk kämpfte um sein Leben und um das aller Menschen, die in ihr Schutz gesucht hatten. Obwohl er den Hangar nicht verlassen hatte, aktivierte er den Schutzschirm. Die Energie zerfetzte das Metall von Decken, Wänden und Boden, wo die energetische Blase damit in Berührung kam. Die herabgestürzte Platte wurde von der Kraft des Schirms weggeschleudert. Sie hinterließ schwarze Brandflecken und einen verbeulten Rumpf, aber die Space-Disk stabilisierte sich.

»Gut gemacht«, ächzte Tifflor. Er stützte sich ab. »Er bekommt sie unter Kontrolle!«

Die Disk folgte der ihren, obwohl ihre Fluglage keineswegs ideal war.

»Die Korrekturtriebwerke arbeiten asynchron«, sagte Thora ruhig. »Aber das kann der Pilot ausgleichen. Machen wir, dass wir wegkommen. Hoffen wir, dass die THORAGESH nicht auf Flüchtlinge feuert.«

In einiger Entfernung war die imposante Silhouette Tiraloores zu sehen. Auf die Hochstraßen, Bogenbrücken und die gewaltigen Gebäude achtete sie nicht mehr. Thomas war erneut verschwunden, und sie kämpfte um ihr Leben. Um ihres und das ihrer Freunde.

Die OLD MEN gewann Höhe und schlug einen Kurs ein, der sie in den Orbit führte. Thora sah sich um. In der Kommandokanzel war es nicht ganz so überfüllt wie im Rest des Schiffs. Erst nun erkannte sie neben Homer G. Adams und Eric Manoli auch Allan D. Mercant. Der kleine Mann, dessen weißer Haarkranz in den vergangenen Jahren beinahe völlig verschwunden war, hantierte an einigen Holokontrollen, die weder mit der Schiffsführung, der Fluglagenkontrolle noch mit der Schiffsüberwachung zu tun hatten. Sie erkannte Positionskoordinaten und eine Anflugkurve, die mit der OLD MEN nichts zu tun hatte. Nach Sid und Sue suchte sie vergebens.

Sie fragte nach. Homer G. Adams wirkte bedrückt und zupfte am Ärmel seines fadenscheinigen Anzugs. »Sie sind nicht an Bord. Wir haben einige Male versucht, sie zu erreichen, aber keine Antwort bekommen. Wir wissen nicht, wo sie sind ... und ob sie leben! Du hast das Chaos selbst miterlebt.«

Perry ist nicht hier, Tom ist verschwunden, ebenso wie Sue und Sid, dachte Thora deprimiert. Ich habe das Gefühl, ich bin bald die Einzige, die übrig ist! Sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.

Der nachtfarbene Himmel wurde dunkler und schließlich samtig schwarz. Sie hatten Geesens Atmosphäre verlassen. Im Orbit waren sie zunächst in Sicherheit. Thora hoffte zumindest, dass dies der Fall sein würde. Zur Sorge um ihren Sohn gesellte sich die Ungewissheit über das Schicksal der anderen, diese Angst würde so schnell nicht verschwinden.

2.

CREST: Staub der Jahrhunderte

Bordbuch der CREST: 24. April 2049, Eintrag Conrad Deringhouse:

»Wir befinden uns auf Schleichfahrt in Hamtar Rhag Nar Rhug – seit dem 21. April bereits. ›Hamtar Rhag Nar Rhug‹ ist arkonidisch und bedeutet: Die Insel der versammelten Todgeweihten. Ich kann nicht sagen, dass mich diese Bezeichnung beruhigt. Ich bin üblicherweise nicht abergläubisch, aber im Zusammenhang mit dieser ›Toteninsel‹ gibt es derart viele beunruhigende Fakten, dass ich mich frage, unter was für einem Stern diese Expedition steht. Selbstverständlich müssen wir hier sein. Die Warnung der Anchet Avandrina di Cardelah hing wie das berühmte Damoklesschwert über der Gegenwart – neben Crests Botschaft und vielen anderen Details. Dennoch: Ich werde diesen Druck in der Magengegend einfach nicht los.

Perry scheint davon unberührt, aber ich weiß, dass man ihm solche Dinge nicht ansieht. Er hat sich derart gut unter Kontrolle, dass mir angst und bange werden könnte.

Die Wissenschaftler scheinen von all dem gleichermaßen unbeeindruckt zu sein. Sie sind in ihrem Element, und die Untersuchungen der Umgebung nehmen sie in Beschlag. Oxley, Leyden und die anderen sind geradezu vernarrt in diesen Sternhaufen. Dabei ist in dieser Gegend derart wenig los, dass man gemütskrank werden könnte. Wir haben keine Zivilisationen gefunden, keine Siedlungen, Kolonien, nicht einmal lokales Leben, das der Erwähnung wert wäre. Hier ist gar nichts. Nur die Sterne, und die sind von einer Normalität, wie sie im astronomischen Lehrbuch steht.

Bis auf diese Anomalie im Zentrum des Haufens. Aber was das zu bedeuten hat, weiß von den Wissenschaftlern keiner. Immerhin wird ihnen nicht langweilig werden.

Für den Rest der Besatzung gilt das leider nicht. Alle sind gespannt und wissen um die Gefahr. Wenn wir nicht bald etwas Interessantes finden, wird die Frustration zu- und die Konzentration abnehmen. Das ist keine gute Kombination.

Wir bereiten den Sprung direkt ins Zentrum vor. Wir werden sehen, was das neue System uns bringt.«

Perry Rhodan verließ den Antigravschacht in der Nähe der astrometrischen Abteilung. Er folgte dem Gang, der sich in sanfter Biegung durch die wissenschaftliche Sektion der CREST zog. Ingenieure und Wissenschaftler in sandbraunen Bordkombinationen kamen ihm entgegen und grüßten den Protektor formlos, sobald sie ihn erkannten. Rhodan erwiderte die Gesten gelassen. Er empfand die Reaktionen der Wissenschaftler angenehmer als die der militärisch geprägten Besatzung. Vor ihm öffnete sich ein Schott, und er betrat das astrophysikalische Kontrollzentrum, in dem Eric Leyden sich förmlich eingegraben hatte. Rhodan hatte erfahren, dass er sich sogar sein umfangreiches Frühstück hierherbringen ließ.

In der Mitte des großen, hallenähnlichen Raums hatten die Astronomen eine komplette Holodarstellung des Sternhaufens Hamtar Rhag Nar Rhug aufgebaut, die den natürlichen Gegebenheiten entsprach, soweit dies möglich war. Entfernungen und Größen waren einer optimalen Auswertung angepasst, dasselbe galt für die Eigenbewegung der exakt 60 Sterne. Die Ballung schwebte etwa eineinhalb Meter über dem Boden.

Die Insel der versammelten Todgeweihten ..., schoss es Rhodan durch den Kopf. Am Anfang kam mir diese Bezeichnung manieriert vor – barock, beinahe ein wenig peinlich. Aber diese Ballung hat irgendetwas. Es zeigt sich nicht sofort, aber man spürt es nach einer Weile. Diese Sterne hüten ein Geheimnis!

Rhodan blieb stehen. Die Aufmerksamkeit ringsum galt nur kurz ihm. Die Astronomen und Physiker wandten sich stattdessen sofort wieder ihrer Arbeit zu. Im ganzen, dämmrig abgedunkelten Raum war nur das leise Wispern der akustischen Datenwiedergabe zu hören.

Perry Rhodan ließ das gewaltige Bild auf sich wirken. Wie immer fühlte er sich vom Anblick der Sterne berührt, und Hamtar Rhag Nar Rhug besaß über die bloße Majestät des Weltraums hinaus für die Menschheit eine kaum zu unterschätzende Bedeutung.

Sie waren hergekommen, um Achantur zu finden und Crest. Achantur war zudem womöglich das Refugium der Ersten; das Versteck, in das sie sich nach der Flucht von der Erde zurückgezogen hatten.

Hierfür gab es bislang noch keine handfesten Beweise, aber die diffusen Hinweise verdichteten sich zu einem Verdacht, wenn man nur ein wenig länger darüber nachdachte. Irgendwohin mussten die Liduuri sich ja zurückgezogen haben – und Hamtar Rhag Nar Rhug war ein nahezu idealer Ort dafür. Die Arkoniden hatten ihr Reich in M 13 womöglich nicht zufällig in der »unmittelbaren«, nur 6000 Lichtjahre entfernten Nachbarschaft begründet. Passenderweise lag im Nebel der Vergangenheit verborgen, woher sie selbst einstmals gekommen waren.

Dann war da der Name des Sternhaufens: Hamtar Rhag Nar Rhug – die Insel der versammelten Todgeweihten. Auch der Umstand, dass der kleine Sternnebel ein verbotener Ort geworden war, um den sich Mythen rankten, verwies auf ein Ereignis vor sehr langer Zeit, das diese 60-Sonnen-Insel offenbar maßgeblich geprägt hatte.

Die große Namensähnlichkeit von Rhag Nar Rhug zum irdischen Ragnarök passte gleichfalls dazu. Ragnarök bedeutete »Götterdämmerung« oder »Niedergang der Götter«. Mit nur einer Nuance in der Bedeutungsvarianz ließ sich daraus ein »wohin die Götter gingen« bilden ... nach Achantur, den Ort der Stille? Hatten sich verblasste Erinnerungen an den Exodus der Liduuri in den nördlichen Göttersagen niedergeschlagen? Vielleicht.

Ja, es sprach viel dafür, in dieser Region den Rückzugsort der Liduuri oder Ersten wenigstens zu vermuten. Ob die CREST mit ihrer Besatzung diesem Zufluchtsort einen Schritt näher gekommen war, würde sich bald zeigen.

Die offene Sternballung lag 28.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, in direkter Richtung zum Arkonsystem. Für eine Zuflucht eine enorme Entfernung, die Zeugnis davon ablegte, wie groß die Gefahr gewesen sein musste, der sich die Ersten entzogen hatten.

»Hamtar Rhag Nar Rhug liegt außerhalb von M 13. Bis nach Arkon sind es gute 6000 Lichtjahre«, murmelte Perry Rhodan nachdenklich. »Es muss einen guten Grund geben, warum die Arkoniden diesen Sternhaufen mit einem so starken Tabu umgeben und sogar ein offizielles Sperrgebiet daraus gemacht haben – Akanth'toor, einen ehemaligen Wallfahrtsort. Was um alles in der Welt ist passiert, dass das Große Imperium einen derartigen Respekt entwickelt? Das ist nicht die Art der Arkoniden!«

Er erinnerte sich an die Bezeichnung, die das Arkonidische für die Milchstraße verwendete: die Öde Insel; ein Name, der den Welten der Galaxis unrecht tat, besah man sich die nähere Umgebung Arkons: M 13 war ein typischer Kugelsternhaufen, in dem alte und metallarme Sterne dominierten. Durch die große Nähe und die daraus entstehenden Gravitationswirkungen war M 13 darüber hinaus arm an Planeten. Im Gegensatz zur Muttergalaxis war der Kugelsternhaufen Thantur-Lok ein unwirtlicher Ort. Warum also ausgerechnet die Milchstraße als »Öde Insel« bezeichnet wurde, war unverständlich. Im Vergleich zur Sterndichte in M 13 indes war die Entfernung zu Hamtar Rhag Nar Rhug sehr groß, und die Ballung lag tatsächlich in einer Ödnis: dem intergalaktischen Leerraum, vor dem die Arkoniden für gewöhnlich einen gewaltigen Respekt hatten. Warum also belegte man diesen kleinen Sternhaufen mit einem zusätzlichen Tabu?

»Die Arkoniden müssen hier einige üble Erfahrungen gemacht haben, anders ist diese Tabuisierung nicht zu erklären. Ich hoffe, wir stechen nicht in ein Wespennest!«

»Wespennest ist übertrieben, Mister Rhodan«, hörte er jemanden hinter sich sagen. Er drehte sich um. Professor Oxley kam näher. Unwillkürlich schaute Rhodan auf dessen Mund. Der fähige Hyperphysiker kaute ausnahmsweise auf nichts herum.

»Hab ich was im Mundwinkel?«, erkundigte sich Oxley irritiert und wischte sich mit dem Handrücken über die Lippen. Er war unrasiert wie meistens, trotz seiner Größe von 1,79 Metern machte er einen stämmigen Eindruck.

»Nicht doch, Professor.« Rhodan lächelte. »Entschuldigen Sie, dass ich so hereinplatze. Ich hätte mich ankündigen sollen.«

Oxley fegte die Bemerkung mit einer energischen Handbewegung zur Seite. »Ach was. Sie sind der Chef, und im Gegensatz zu manch einem Klugscheißer an Bord haben Sie wenigstens ein bisschen Ahnung. Zumindest wissen Sie, wann Sie etwas nicht wissen.«

Rhodan lächelte. »Ich danke für das Kompliment. Wenn es denn eines war ...«

»War es. War es.« Oxley schob die abgegriffene Umhängetasche nach hinten, die er häufig bei sich trug. Offenbar war sein Vorrat an Leckereien erschöpft. Er runzelte die Stirn, sein mächtiger Schnurrbart zuckte. »Aber sicher sind Sie nicht meiner Hochachtung wegen hergekommen. Sie haben von einem Wespennest gesprochen. Ich versichere Ihnen: Hamtar Rhag Nar Rhug zeigt keinerlei Anzeichen, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen könnte. Daran hat sich seit unseren ersten Untersuchungen nichts geändert.«

Er drehte sich um und deutete auf eine Gestalt mit wirrem Haar, die sich über die Kontrollen beugte und einen gewaltigen Datenstrom beobachtete: Eric Leyden.

Der junge Norweger reagierte nicht auf Rhodans Anwesenheit.

»Der Kollege ist allerdings anderer Meinung«, sagte Oxley. »Er verfolgt die Strömungen, die wir im Taalstaub gefunden haben. – Sofern man von Strömungen sprechen will. Ich bin nicht überzeugt, dass wir ein zusammenhängendes Flussverhalten vor uns haben, aber Gegenbeweise kann ich bislang nicht bieten. Unsere Messmethoden sind, was die Transitionen des Taalstaubs angeht, ausgesprochen ungenau. Dazu kommt dieses quasiintelligente Verhalten. Was also war das mit dem Wespennest?«

Rhodan kniff die Augen zusammen. Eric Leyden hatte im Zentrum des Sternhaufens etwas markiert. Anschließend konzentrierte sich der Protektor wieder auf den Professor. »Meine Bemerkung war eher kulturhistorisch gemeint. Ich vermute, dass sich in diesem Sternhaufen einschneidende Ereignisse abspielten, die sich im soziokulturellen Kontext der Arkoniden festgesetzt haben. Zwar können kleine Ereignisse in einer Überlieferung große Bedeutung bekommen. Aber damit man in dieser Entfernung vom Zentrum des Imperiums eine verbotene Zone einrichtet – da muss schon etwas Gravierendes geschehen sein. Umso interessanter sind die völlige Tabuisierung danach und das Fehlen einer erklärenden Legendenbildung.«

Professor Oxley sah Rhodan nachdenklich an. »Damit werden Sie wohl recht haben. Wir Physiker neigen dazu, solche Erklärungsmodi zu ignorieren, obwohl sie ihre Berechtigung haben. Leider kann ich dazu nicht viel sagen. Wir haben bisher kaum Anhaltspunkte im Bereich der Physik und Hyperphysik gefunden, die hilfreich wären.«

Rhodan hob den Kopf. »Sie sagen kaum? Also haben Sie etwas gefunden, können es aber nicht einordnen?«