Perry Rhodan Neo 113: Fischer des Leerraums - Rainer Schorm - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan Neo 113: Fischer des Leerraums E-Book und Hörbuch

Rainer Schorm

4,0

Beschreibung

PERRY RHODAN NEO Die Posbis - Teil 3 (von 10) Nachdem der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 2036 auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff entdeckt hat, beginnt sich die Menschheit zu einen. Eine Zeit des Friedens bricht an, die Terranische Union wird gegründet. Doch im Jahr 2049 tauchen beim Jupiter feindliche Raumschiffe auf. Rhodan verfolgt die Angreifer und entdeckt: Die Maahks planen einen Krieg gegen das Imperium der Arkoniden. Als Rhodan dieser Gefahr nachspürt, verschlägt es ihn mit seinem Raumschiff CREST in den Leerraum außerhalb der Milchstraße. Dort begegnet er einer aggressiven Roboterzivilisation - den Posbis. Rhodan will mehr über ihre Absichten herausfinden. Auf der Dunkelwelt Kem trifft er einen Menschen von der Erde - doch dieser ist schrecklich verändert. Auch das Team um Eric Leyden ist in der sternenleeren Weite des Weltalls gestrandet. Um den Weg zurück in die Heimat zu finden, sind die Wissenschaftler auf fremde Hilfe angewiesen. Sie treffen auf die Fischer des Leerraums ...

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Zeit:6 Std. 10 min

Sprecher:Axel Gottschick

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Band 113

Fischer des Leerraums

Rainer Schorm

Nachdem der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 2036 auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff entdeckt hat, beginnt sich die Menschheit zu einen. Eine Zeit des Friedens bricht an, die Terranische Union wird gegründet.

Doch im Jahr 2049 tauchen beim Jupiter feindliche Raumschiffe auf. Rhodan verfolgt die Angreifer und entdeckt: Die Maahks planen einen Krieg gegen das Imperium der Arkoniden.

Als Rhodan dieser Gefahr nachspürt, verschlägt es ihn mit seinem Raumschiff CREST in den Leerraum außerhalb der Milchstraße. Dort begegnet er einer aggressiven Roboterzivilisation – den Posbis. Rhodan will mehr über ihre Absichten herausfinden. Auf der Dunkelwelt Kem trifft er einen Menschen von der Erde – doch dieser ist schrecklich verändert.

Auch das Team um Eric Leyden ist in der sternenleeren Weite des Weltalls gestrandet. Um den Weg zurück in die Heimat zu finden, sind die Wissenschaftler auf fremde Hilfe angewiesen. Sie treffen auf die Fischer des Leerraums ...

Lonely you stumble 'to this life

and the same way you will leave.

Tryin' hard to stay alive.

In pain!

Wild horse's way, »Physical lament«, 2047, IMM (Independant Musical Mainstream) Charts, Platz eins für vier Wochen, 12,8 Millionen Downloads, 4,3 Milliarden Touchs

1.

Threeps interne Dialoge:

Ich bin es! Oder du?

»Musst du ständig diese alberne Melodie vor dich hin summen?«

»Stört dich das etwa? Ziemlich kleinkariert, Ennergasch, oder?«

»Für kleinkariertes Verhalten bist du zuständig, Clarence Threep. Soll ich dir sagen, warum du das tust?«

»Mach schon. Du kannst's ja ohnehin nicht lassen.«

»Du versuchst, deine Angst zu verdrängen. Spricht man bei euch nicht vom ›Pfeifen im Wald‹?«

»Im deutschen Sprachraum. Aber es stimmt. Und wovor genau soll ich mich fürchten?«

»Vor der Zukunft. Vor mir?«

»Was ihr uns angetan habt, ist bereits geschehen. Kann ja wohl nicht schlimmer werden. Wir sind nur ... Laborratten für euch. Jeder von uns weiß, was am Ende dieser Karriere steht. Labortiere entsorgt man. Außerdem hast du unrecht!«

»Inwiefern?«

»Ich verdränge nicht meine Angst, ich versuche, die Schmerzen auszuhalten. Das Lied hilft mir dabei. Du hast keine Ahnung, was Schmerzen sind. Aber eins lass dir gesagt sein: Es tut entsetzlich weh!«

»Ich spüre, was du spürst.«

»Dann weißt du ja, wie sich verbrennen anfühlt. Für dich ist das nur eine Empfindung unter anderen. In meinem Gedächtnis findest du Informationen über die historischen Geschehnisse Inquisition und Hexenverbrennungen. Die Foltermeister damals waren schreckliche Unmenschen. Ihr seid das ebenfalls ... Unmenschen!«

»Gar nicht so falsch! Wir wollen nur euer Bestes.«

»Ich nehme dir sogar ab, dass ihr das glaubt. Aber ihr habt uns entmündigt, gedemütigt, nehmt uns die Freiheit sogar über unsere Körper. Du erwartest keine Dankbarkeit dafür, hoffe ich?«

»Ich verstehe, dass ihr unter dem Prozess leidet. Jeder von uns weiß das. Aber ihr seid wahres Leben ... und damit eine großartige Überraschung für uns. Wir müssen dafür sorgen, dass euer Potenzial frei wird. Euer Leiden wird ein Ende haben und allen anderen eurer Art helfen.«

»Die werden sich bedanken, Ennergasch. Das Schlimme ist, dass du nicht mal im Ansatz begreifst, was ihr uns antut.«

»Schmerzen gehören zum organischen Leben dazu. Eure weiblichen Exemplare leiden Schmerzen während der Geburt. Was hier geschieht, ist vergleichbar: Ihr werdet neu geboren. Warum sollten Schmerzen euch irritieren?«

»Ennergasch, manchmal ist deine Ahnungslosigkeit eine Zumutung. Ich sage, es tut höllisch weh, und alles, was dir einfällt, ist: Ihr seid es gewöhnt?«

»Nur keine Angst. Ich bin ja bei dir!«

»Soll mich das etwa beruhigen? Verschwinde aus meinem Kopf, Ennergasch! Du kotzt mich an!«

»Das wird nicht mehr lange dauern.«

»Du wirst mich also umbringen.«

»Nicht doch. Niemand hat so etwas vor. Ich am allerwenigsten. Du begreifst es wirklich nicht, aber das ist nicht schlimm. Du hältst dich für ein Individuum, aber du hast von wahrer Individualität nicht die mindeste Vorstellung. Du kannst mir glauben: Du brauchst keine Angst zu haben. Du wirst lediglich wachsen, das ist alles.«

»... sagte der Folterknecht und betätigte die Streckbank!«

»Du hast eine Neigung zur Melodramatik! Das ist lustig. Vielleicht ist die bevorstehende Ankunft eine Möglichkeit, dich von deinen Ängsten abzulenken.«

»Ankunft? Welche Ankunft?«

»Wart's ab. Sie sind beinahe angekommen. Sie sind von deiner Art. Ich werde sie willkommen heißen.«

»Nein. Nicht! Geh weg! Das ist mein Körper!«

»Ganz ruhig. Niemand wird ihnen etwas tun. Uns Bakmaátu ist an ihnen gelegen.«

»Endlich gibst du's zu! Du bist einer von ihnen. Kein Mensch!«

»Habe ich nie behauptet! Ich bin mehr als ein Mensch. Wenn du ausgewachsen bist, gilt das für dich ebenfalls! Hör jetzt auf, dich zu sträuben. Du bist zu schwach ...«

»Du widerliches Monster ... Lass mich frei, verdammt noch mal!«

2.

Perry Rhodan: Konfrontation

Perry Rhodan stockte der Atem. Die Frage stand im Raum, ohne dass einer der Menschen ringsum geantwortet hätte. Cel Rainbow und Tim Schablonski hatten sich gut im Griff, allerdings sah man ihnen die Spannung an. Schablonskis Mund blieb offen stehen.

»Seid ihr wahres Leben?« Aus dem Gegenlicht schälte sich die Gestalt, welche die Frage gestellt hatte. Die Dunkelheit, die Rhodan begleitet hatte, seit er und die weiteren Mitglieder seines Landetrupps sich auf Kem aufhielten, war verschwunden. Vor ihnen stand ein Mensch, daran bestand kein Zweifel. Ein Commander der terranischen Raumflotte.

Rhodan kannte ihn, obwohl sich sein Gegenüber furchtbar verändert hatte. »Commander Threep. Sind ... Sie das?«

Er bekam keine Antwort. Der britisch aussehende Mann starrte den Protektor regungslos an.

»Kennen Sie mich nicht mehr?«, fragte Rhodan und erntete erneut nur Schweigen.

»Was ist das für 'n Zeug?«, fragte Sergeant Schablonski angewidert. Jeder seiner Gefährten wusste, was er meinte.

Der Mensch, der einmal Clarence Threep gewesen war, trug eine schmutzige, teilweise fadenscheinige Uniform, die seit Langem nicht mehr gewaschen worden war. In dieser Umgebung der technischen Gerüche war der stechende Gestank überdeutlich. Ein blauer Energieschirm hatte hinter Rhodan und den anderen das Areal isoliert. Eine atembare Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre war aufgebaut worden, und so nahmen die Menschen alles mit ihren eigenen Sinnen wahr.

Sehr viel schlimmer als der Gestank war Threeps Entstellung. Über einen Großteil seiner Schädeldecke zog sich eine bläulich schimmernde Schicht, die auf unangenehme Weise an Psoriasis erinnerte. Sie wirkte metallisch. Schuppige Pusteln erstreckten sich über Threeps linke Stirnhälfte bis zum Auge. Weitere Areale fanden sich im Nacken, kleinere Flächen bedeckten unregelmäßig die linke Wange und den Unterkiefer.

Threep war noch als Mensch zu erkennen, aber Rhodan war sich nicht sicher, ob dieser Eindruck trog. Der Commander war Experimenten unterzogen worden, operativ oder auf andere Art und Weise.

»Das sind Implantate!«, erkannte Schablonski und holte tief Luft. »Sie haben ihm Teile ihrer Technik eingesetzt.«

»Sind Sie sicher?«, fragte Rhodan.

Schablonski presste die Lippen aufeinander, bevor er antwortete. »Sicher? Nein. Natürlich nicht – aber fällt Ihnen eine andere Erklärung ein? Diese ... Pusteln sind eindeutig metallisch. Wie tief sie reichen und was sie tun, kann ich nicht sagen. Ich glaube, diese bläuliche Schuppenschicht gehört ebenfalls dazu. Technoschorf, wenn Sie so wollen. Das arme Schwein!«

»Sergeant! Er kann Sie hören.«

»Ist doch wahr! Tut mir leid, Protektor!« Wut war in Schablonskis Stimme zu hören.

Threep schwieg nach wie vor. Zwar bewegten sich seine Augen, aber er fixierte niemanden.

Rhodan fühlte dasselbe wie Schablonski, dazu gesellte sich entsetzliches Mitleid. Der Versuch, sich das Leiden dieses Manns vorzustellen, scheiterte.

Auf beklemmende Weise war Threep Element der albtraumhaften Umgebung Kems geworden. Die Dunkelwelt stellte sich Rhodan und den anderen als gigantischer technischer Organismus dar; ein Labyrinth aus Fertigungsanlagen. Ein Ort, der die Zivilisation der Bakmaátu am Leben erhielt. Threeps Aussehen machte ihn zu einem Teil davon.

Rhodan wusste nicht, welchem Zweck die metallischen Applikationen dienten; er zweifelte aber keine Sekunde lang daran, dass die Bakmaátu – oder Posbis, wie Rhodans Sohn die Roboterwesen getauft hatte – die Verantwortung dafür trugen. Obendrein war es ein Beweis für die Gefahr, die diese technische Zivilisation darstellte.

Im nächsten Augenblick machte Rhodan ein Geräusch von hinten bewusst, dass diese unerwartete Begegnung ihre Wachsamkeit eingeschläfert hatte.

»Vorsicht!« Das war Captain Rainbows Stimme.

Sie haben uns erwischt!, dachte Rhodan, als über zwanzig Roboter den Kreis um die Menschen schlossen. Die aktivierten Waffen der Maschinenwesen hielten die Terraner im Fokus. Sie waren Gefangene. Gegenwehr wäre reiner Selbstmord gewesen.

Tim Schablonski hob seinen Strahler. Seine Nervosität war mit Händen zu greifen. Cel Rainbow zeigte keine Überraschung, obwohl niemand von ihnen die Annäherung der Roboter bemerkt hatte.

»Verdammt!«, klagte Schablonski verbissen. »Jetzt könnten wir die KAROS brauchen. Wo kommen die Metallkästen denn so plötzlich her? Ich hab sie nicht kommen sehen!«

»Irgendwo aus diesem technischen Labyrinth«, meinte Rhodan. »Woher sonst?« Die Umgebung hinter ihnen war ein Albtraum aus Leitungen, Maschinen, Aggregaten und Verstrebungen. Überall mochte es Kammern geben, in denen sich weitere Roboter aufhielten.

Captain Thi Tuong Nhi zeigte ihre Unruhe weniger deutlich. Rhodan bemerkte lediglich, dass sie hektisch die Gegend absuchte. Leutnant Ron Daltrey schlug wütend gegen ein dickes Rohrbündel.

»Kein Widerstand!«, befahl Rhodan halblaut. »Waffen sofort desaktivieren. Gegen ihre Reaktionszeit haben wir keine Chance!« Er regelte die Energiezufuhr seiner Offensiv- und Defensivsysteme nach unten. Die Roboter würden auf die Anmessung reagieren, sehr viel stärker als auf einfache Gesten. Er hörte, wie Tim Schablonski empört schnaufte. Dem Sergeant fiel die Kapitulation schwer. Die Aussicht darauf, zu enden wie Clarence Threep, tat ein Übriges. Cel Rainbow reagierte wie Rhodan selbst: sachlich und ohne zu zögern.

Die Roboter ringsum ähnelten einander, ganz im Gegensatz zur bisherigen Erfahrung der Menschen. Offenbar waren sie Modelle, die für den Kampfeinsatz konzipiert waren. Die Grundform war ein unten abgeplattetes, rotiertes Oval, ringsum zog sich eine ganze Reihe von Waffen und Projektoren. Rhodan erkannte, dass es für diese Maschinen keine toten Winkel gab.

Ein komplexes Linsen- und Sensorsystem deutete auf eine weit gespreizte Wahrnehmung. Wahrscheinlich deckte sie große Teile des elektromagnetischen Spektrums ab. Hinzu kamen sicherlich weitere Ortungseinrichtungen. Diesen Robotern würde nichts entgehen! Sie waren nicht groß, aber gefährlich. Daran zweifelte Rhodan keine Sekunde lang.

Die Maschinen schoben sich enger zusammen und drängten die Menschen nach vorn. Clarence Threep zeigte keine Regung. Er trat beiseite und machte so den Weg frei in den lichtdurchfluteten Bereich, aus dem er selbst gekommen war.

»Sehen Sie das?«, fragte Schablonski leise.

Rhodan hatte es längst registriert. Obwohl das Grundkonzept bei allen diesen Robotern identisch war, die Detailausführung war es nicht. Die Oberflächen bestanden aus unterschiedlichen Materialien, wiesen andere technische Strukturen auf. Sogar der Durchmesser ihrer Körper differierte so deutlich, dass man es auf den ersten Blick bemerkte.

»Ressourcenknappheit«, mutmaßte Rhodan ebenso leise. »Sie verwenden, was sie gerade zur Hand haben. Ich denke nicht, dass dies Auswirkungen auf die Funktionalität hat.«

Eine schlecht modulierte Stimme drang aus einer der Kampfmaschinen – verständlich, aber ohne jede Emotion oder Betonung. »Folgt dem Subjekt Threep. Leistet keinen Widerstand!«

»Tun wir, was sie sagen«, meinte Cel Rainbow. »Es bleibt uns keine andere Möglichkeit.«

»Waffen ablegen«, bestätigte Perry Rhodan. »Wir wollen keine Missverständnisse provozieren.«

Die Mitglieder des Einsatzteams legten ihre Quarterbacks auf den Boden. Ron Daltrey knurrte wütend.

Clarence Threeps Lippen bewegten sich leicht.

Er summt etwas vor sich hin, dachte Rhodan erstaunt. Zieht man den Grad seiner Entstellung in Betracht, hätte ich damit nicht gerechnet. Es sei denn, es ist ein Zeichen psychischen Zerfalls. Vielleicht eine Neurose. Niemand bleibt, was er war, wenn man ihm solche Dinge antut!

Perry Rhodan bemerkte, dass sich Rainbow direkt neben ihn geschoben hatte. Er warf dem Lakota-Indianer einen fragenden Blick zu. Der Captain behielt Clarence Threep im Auge, als dieser sich in Bewegung setzte. »Wir sollten vorsichtig sein. Er dürfte auch psychisch manipuliert worden sein.«

Rhodan deutete auf Threeps Nacken. Dort zeigte eine der ausgedehnten Technoschorfflächen einen eigenartigen Bewuchs. »Worum könnte es sich dabei handeln?«

Schablonski mischte sich ein. »Sieht beinahe aus wie Schimmel. Myriaden winziger Fäden. Ich habe bemerkt, dass sein Handgelenk komplett damit bedeckt ist. Der Technoschorf bildet dort eine Art Manschette. Da ist noch etwas ... Sehen Sie's?«

Threeps Finger glitten ständig über Gegenstände in seiner Nähe, als wolle er sie abtasten. Rhodan hatte zunächst vermutet, der Commander der BRONCO kompensiere damit eine Sehschwäche, hervorgerufen durch die Implantate. Aber für eine Einschränkung seiner Sehfähigkeit fand Rhodan keine Hinweise. Threep bewegte den Kopf normal und reagierte auf optische Reize. Das unablässige Abtasten musste andere Gründe haben.

Die Maschinenwächter zogen sich hinter die Menschen zurück, und Clarence Threep übernahm es, die Neuankömmlinge zu führen. Die Waffen blieben liegen, wo sie waren.

Rhodan zweifelte keine Sekunde daran, dass die Roboter ihre Offensivsysteme aktiviert hielten. Was ihn erstaunte, war die Art und Weise, wie der Landetrupp behandelt wurde. Sie waren Gefangene, das ja. Aber ansonsten hielten die Roboter sie offenbar weder für gefährlich noch für lästig genug, um die Menschen rücksichtslos auszuschalten. Stattdessen hatten die Posbis eine Begegnung mit Threep arrangiert, der sich offenbar seit Längerem auf Kem aufhielt.

Raffiniert, dachte Rhodan unwillig. Sie haben uns genau dorthin dirigiert, wo sie uns haben wollten. Sie haben einen Plan, und ich wüsste nur zu gerne, wie der aussieht. Wenn ich mir Threep so anschaue ...

Die Experimente, denen man ihn unterworfen hatte, brauchten Zeit. Außerdem kannte sich der Commander in den Eingeweiden der Dunkelwelt augenscheinlich bestens aus. Er führte die Gefangenen ohne jedes Nachdenken weiter in die technische Albtraumlandschaft hinein. Vor Ort gab es allerdings Licht und eine Atmosphäre. Der Bereich also war für den Aufenthalt von Menschen eigens vorbereitet worden.

Vielleicht wird Threep manipuliert, dachte Rhodan schaudernd. Eine Marionette, die von unsichtbaren Fäden gehalten, von einem unbekannten Willen gelenkt wird. Was haben sie nur mit ihm gemacht?

Etwas anderes fiel ihm auf. Threep legte bisweilen den Kopf ein wenig schräg, gerade so, als lausche er einer für andere unhörbaren Stimme. Rhodans Verdacht erhärtete sich. Steht er mit den Posbis in Kontakt? Wie funktioniert eine solche Verbindung? Oder ist es ganz etwas anderes?

Rhodan wurde nicht schlau aus Threeps Verhalten. Zum einen war da dieses ständige Abtasten. Zum anderen aber stieß der Commander häufig mit der Kopfseite, die die meisten Implantate trug, gegen Rohre, die in den Gang ragten, gegen Leitungen oder andere Vorsprünge. Er schien nichts davon zu spüren, obwohl er etliche kleine Platzwunden und Risse dabei erlitt.

Irgendetwas stimmt mit seiner Wahrnehmung nicht, dachte Rhodan beunruhigt. Es sieht so aus, als bemerke er nichts davon. Wie kann das sein?

Die Gruppe erreichte einen engen, gebogenen Korridor, der nach links führte, bis alle vor einem menschengroßen Schott standen. Die Umgebung war anders, als die Terraner bisher auf ihrem Weg durch Kems Katakomben kennengelernt hatten. Die Menge der technischen Installationen hielt sich hier in Grenzen, bot sogar den einen oder anderen Freiraum. Der Ort ähnelte nicht mehr einem wirren Ersatzteillager, sondern eher der normalen Umgebung eines Raumschiffs. Nach wie vor war es ein Gewirr aus technischen Installationen, Geräten und Dingen, bei denen sich Rhodan nicht sicher war, welche Funktion sie wohl haben mochten. Aber der Eindruck eines chaotischen Labyrinths verschwand zunehmend. Es war nun sehr viel einfacher, sich zu bewegen, ohne an irgendeinem Bauteil hängen zu bleiben. Daltrey und Thi sicherten nach links. Schablonski und Rainbow nach rechts.

Sichern ist die Übertreibung des Jahres!, dachte Rhodan. Von Sicherung kann man kaum reden. Es ist ein kläglicher Versuch, den Anschein von Kontrolle zu wahren. Mehr nicht!

Threep gab einen Kode ein, und die Schleuse öffnete sich. Rhodan schaute zurück. Die Roboter folgten ihnen nicht. Rhodan registrierte beiläufig, dass Tim Schablonski sich mit erstauntem Gesichtsausdruck an die Hüfte griff. Dann konzentrierte der Soldat sich erneut auf die Umgebung. Rhodan war nicht überrascht, als sich vor ihm und seinen Begleitern bewohnbare Räume zeigten, die etwas von einem Krankenhaustrakt an sich hatten. Eine andere Frage war ebenfalls beantwortet: Clarence Threep, der Kommandant des Leichten Kreuzers BRONCO, war nicht der einzige Überlebende. Bald hatte sich um die Neuankömmlinge eine Traube von Menschen gebildet. Niemand davon war unversehrt.

Um Himmels willen, schoss es Rhodan durch den Kopf.

3.

Empona: Sonnentanz

Der Schmerz der Entmaterialisierung verwandelte sich übergangslos in den der Rematerialisierung. Empona zischte leise, als die Hölle losbrach. Warnlichter zuckten in wildem Rhythmus durch die Zentrale, und das Heulen der Alarmpfeifen machte das Chaos komplett. Die Submatriarchin war genauso überrascht wie die restliche Zentralebesatzung. Ein Blick auf die Holobatterie des Piloten zeigte ihr, dass der Grund für den Alarm nicht auf der LI-KONNOSLON zu finden war. Die Maschinen, Strukturkonverter und Meiler zeigten keine Fehlermeldungen. Die Letzteren allerdings waren dabei, ihre Energieproduktion weit über das zulässige Maximum hinaus hochzufahren.

Rotes Glühen beherrschte die Außenbordbeobachtung. Ein unheimliches, bösartiges Flackern, das die LI-KONNOSLON zwang, ihre Schutzschirme auf höchste Leistung zu bringen. Störgeräusche drangen aus den Akustikfeldern. »Notfall!«, quäkte es kaum verständlich dazwischen. »Notfall! Notfall!«

Das tiefe Brummen der Meiler steigerte sich zu einem wilden Tosen. Die LI-KONNOSLON zog jedes mickrige Kilojoule aus den Fusionsreaktoren, das diese bereitstellten. Ein leichtes Vibrieren deutete an, dass die Antigravitationssysteme ebenfalls auf Volllast liefen.

Empona stellte sich ein Zusammenbrechen lieber nicht vor. »Was ist das da draußen?«, schrie sie.

Acosch drehte sich nicht um. Sein mächtiger Bart sträubte sich, als stünde er unter Strom. Schweiß glänzte auf seiner Glatze und reflektierte das rote Licht. Acoschs Konzentration galt einer Projektion, die sich vor ihm aufbaute und die aktuellen Orterdaten zu einem komplexen Szenario verband. »Ein Plasmastrom. Er ist hochdynamisch, und wir stecken mittendrin! Die Schirme halten noch, aber das bleibt garantiert nicht mehr lange so.«

»In Empanas Namen, warum verschwinden wir nicht?«

Acoschs Hände flogen über die Kontrollen. »Das geht nicht. Wenn wir die Haupttriebwerke jetzt aktivieren, schiebt es uns direkt ins Zentrum! Das überleben wir keine Zentitonta!«

»Korrekturtriebwerke aktivieren. Dreh das Schiff. Wird's bald! Muss ich eigentlich alles selbst ...«

»Korrekturtriebwerke blockiert. Ich bekomme keinen Zugriff. Fehleranalyse läuft«, meldete Acosch mit gepresster Stimme. Leichte Panik schwang darin mit.

Die Alarmsignale leuchteten penetrant, und ihre Zahl nahm zu. Das Schiff war kaum zu halten. Die Submatriarchin sah, dass nur ein einziges Bremstriebwerk gegen den mörderischen Sog des Plasmastroms ankämpfte. Vergeblich. Solange nicht die komplette Triebwerkssektion arbeitete, würde ihr Raumfahrzeug von diesem brodelnden Fluss atomarer Teilchen mitgerissen werden: direkt ins Verderben.

Ein Schlag traf die LI-KONNOSLON, und Empona hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sie sah Pintpol gegen eine Konsole prallen. Die schlanke Frau blieb benommen liegen.

»Schirm an der Belastungsgrenze!«, hörte Empona jemanden brüllen.

Sie glaubte die Hitze des Plasmas körperlich fühlen zu können. In der Bildwiedergabe waren zwei eng beieinanderstehende Sonnen zu sehen, zwischen denen ein rot glühender Plasmastrom lohte.

»... haben uns verrechnet!«, schrie Acosch. »Der angemessene Sonnenimpuls könnte auf dieses teuflische Ding zurückzuführen sein. Wer denkt denn an so was?«

Oh, dieselbe Frage wird mir die Matriarchin stellen, dachte Empona düster und distanziert. »Kind«, wird sie fragen, »wie konntest du deine Neugier über unser Eigentum und das Wohl deiner Leute stellen? Ich bin sehr, sehr ... unzufrieden mit dir!«

Das Wummern der Meiler im betagten Körper der LI-KONNOSLON bekam etwas Drohendes. Empona beobachtete, wie das Fangschiff immer weiter abtrieb.

»Wir geraten in eine Scherung!«, keuchte Omkans, ein Schrank von einem Mann, dessen helle Stimme ganz und gar nicht zu seiner Gestalt passen wollte. Der Haklot projizierte die Flugbahn des Fangschiffs in die dreidimensionale Darstellung der Sonnenhölle. Es knisterte. Elektrische Ladungen bauten sich auf. Die ersten Instrumente fielen aus.

»Wo bleiben die Triebwerke?«, schrie Empona wütend. »Ich will was hören!«

»Keine Verbindung zur Antriebssektion«, antwortete Omkans. »Die Haupttriebwerke melden keinen Defekt, aber in unserer Fluglage sind sie nutzlos. – Gerade bekomme ich eine Klarmeldung. Die Hilfsgeneratoren laufen an. Endlich!«

Empona klammerte sich vorsichtshalber fest, obwohl sie wusste, dass sie sich bei einem Versagen der Antigravaggregate nicht würde halten können. Es war reiner Instinkt.

Nervtötend langsam schob sich die LI-KONNOSLON aus dem Zentrum des lodernden Plasmastroms. Die anspringenden Korrektur- und Bremstriebwerke liefen nun mit voller Kraft; die sie versorgenden Meiler arbeiteten mit Volllast.

Wir haben es Sonnenimpuls genannt, dachte Empona bitter. Was für eine Ironie. Wir haben mehr Sonne bekommen, als gut für uns ist. Verdammt. Die Hyperortungsanlage wird uns zusammenschmelzen, wenn wir nicht schleunigst rauskommen aus diesem Höllenofen! Die Alte zieht mir jede Rippenplatte einzeln aus der Brust!

»Was ist mit den Hyper-D-Antennen?«, wollte Empona wissen.

Pintpol hatte sich aufgerappelt. Sie schleppte sich zu den Antennenkontrollen. Ihr schmaler, lang gestreckter Schädel zeigte eine gewaltige Beule und auf der Stirn eine blutende Platzwunde. »Bisher alles im grünen Bereich!«, verkündete sie mit rauer Stimme. »Die Temperatur ist hoch, die Strahlenbelastung aber stabil.« Sie keuchte und wischte sich Blut aus den Brauen. »Das sollte uns keine Probleme machen.«

»Acosch! Was machen meine Triebwerke?«, rief Empona.

Im selben Moment brachte ein dumpfes Orgeln die Umgebung zum Schwingen. Tosend sprangen die vier mächtigen, überschweren Impulstriebwerke der Tendersektion an. Die gleichzeitig weiterlaufenden Korrekturtriebwerke änderten den Flugvektor der LI-KONNOSLON, bis ein Fluchtkurs anlag. Das Schiff kämpfte gegen die Schwerkraft zweier Sonnen und die brodelnde Glut des Plasmastroms an, der sich zwischen den beiden G-Typ-Sternen austobte – mit allem, was es hatte!

»Mach schon. Mach schon. Mach schon!« Die Stimme Acoschs war drängend wie ein Gebet.

»Strahlungsintensität nimmt ab!«, meldete Pintpol. »Teilchendichte sinkt. Belastung der Schirme reduziert sich auf Nominalwert. Wir schaffen es!«

Empona griff nach ihrem G'ruul. Sie fühlte die poröse Struktur des knorrigen, kleinen Duftholzzweigs zwischen den Lippen. Sofort tränkte der am Ende aufgesetzte, goldfarbene Aktivator das Holz mit der leicht alkoholischen Lösung, und das samtige Aroma machte sich in ihrem Mund breit. Ein Genuss! Die Benutzung eines G'ruuls war nicht verboten, wurde aber nicht gerne gesehen. Empona scherte sich darum genauso wenig wie um andere Vorschriften. Sie war die Kommandantin, und sie würde die Kontrolle behalten. Bis man sie ihr wegnahm.

Beunruhigt dachte sie an die Rückkehr nach Direm. Die Zentralwelt der Empanasippe umkreiste im Bereich von Canis Major eine rote Riesensonne. Dort, weitab vom Einfluss Arkons, ging die Menhandorgruppe ihren Geschäften nach – recht erfolgreich. Fangschiffe wie die LI-KONNOSLON durchstreiften den Leerraum, trotz des imperialen Dekrets, das genau dies verbot. Die Suche nach Relikten der Enthach und An'etisk war lohnend. Leerfischer nannten sich die Besatzungen der Fangschiffe, und sie waren stolz auf ihre geschäftlichen Erfolge. Die Relikte brachten auf dem Schwarzmarkt gute Gewinne. Das lag weniger an der Qualität der Technik, die jene von Schrott selten überstieg, als an der Exotik. Fremdartigkeit hatte ihren Reiz.

Den Leerfischern war das gleichgültig, solange der Preis stimmte. Eines allerdings konnte Empana, die greise Matriarchin, auf den Tod nicht leiden: Übermut und mangelnde Vorsicht, welche die Geschäfte in Gefahr brachten. Die Submatriarchin Empona wusste nur zu gut, dass sie ihr Kommando über die LI-KONNOSLON gegebenenfalls schneller verlieren würde, als ihr lieb war. Matriarchin Empana mochte alt sein: Närrisch war sie keineswegs, und überall an Bord ihrer Schiffe sorgten die Mastik Tusdor dafür, dass ihr nichts verborgen blieb. Lauscher, Spitzel, Spione, Denunzianten ... Es gab viele unschöne Worte für sie, die weder an ihrer Existenz noch an ihrer Tätigkeit etwas änderten.

Empona biss sich wütend auf die Unterlippe. Nach der Ortung des »Sonnenimpulses« hatte sie ihrer Neugier nachgegeben und nun beinahe mit dem Verlust von Schiff und Leben dafür bezahlt. Wenn sie Pech hatte, wäre dies das angenehmere Schicksal gewesen. Schäden am Schiff und mangelnde Erträge brachten die greise Matriarchin schnell zur Weißglut. Jeder, der dafür verantwortlich war, bereute es.

Wenn sie erst mal damit angefangen hat, meine Entscheidungen infrage zu stellen, wirft sie mir alle meine Laster wieder vor!, dachte Empona wütend. Die Alte vergisst nie etwas! Nur meine Fähigkeiten haben mich in meine Position gebracht; weil sie Leistung honoriert!

Der Geschmack des G'ruuls wurde bitter. Wie immer wirkte sich die Stimmung auf die Wahrnehmung des bizarren Duftstoffs aus; eine Besonderheit der G'ruulsträucher, die es nur auf El'Dneah'Htor gab.

»Sicherheitsabstand erreicht. Die Schiffssysteme laufen rund und ohne Auffälligkeiten!«, ließ sich Pintpol mit ihrer tiefen Stimme vernehmen, die Empona bei anderer Gelegenheit durchaus in Erregung versetzte. Die hörbar mitschwingende Erleichterung ähnelte einer kleinen Euphorie. Zumindest würden die Mehandor nicht sterben – vorerst! Empona war nach dem missglückten Sprung für diese positive Wendung sehr dankbar.

»Der Matriarchin sei Dank!« Omkans lehnte sich weit zurück und legte kurz den mächtigen Kopf in den speckigen Stiernacken. »Das war knapp! Hat jemand von euch jemals so eine Konstellation gesehen? Die Hyper-D-Ortung wirft mir ständig komplett irre Werte aus! Kein Wunder, dass der Sonnenimpuls derart kräftig war. Ich nehme an, wären wir zu dem Zeitpunkt in der Nähe gewesen, hätte er unsere elektronischen und positronischen Systeme gegrillt.«

Empona empfand die Äußerung als Kritik und warf Omkans einen bösen Blick zu. Mehr würde jedoch nicht passieren. Ihr Fehlverhalten war zu krass und zu eindeutig, als dass ein Ablenkungsmanöver sinnvoll gewesen wäre.

»Wie sieht die Umgebung aus?«, fragte sie stattdessen. »Gibt's außer den beiden widerlichen Sonnen irgendwas Interessantes in diesem System?« Empona hoffte, dass sich die Gelegenheit zu einer lohnenden Transaktion ergeben würde. Sollte sie keinen Erfolg vorweisen können, war ihr Kommando, war ihre Position in der Sippe keinen Uumphpilz mehr wert. Das würde danach für viele Jahre so bleiben. Die Alte hatte ein Gedächtnis wie ein Naat!

Acosch rief eine Gesamtansicht auf. Nach wie vor sickerten Schweißtropfen in seinen Bartwald. Zahlenkolonnen liefen durch die Holobatterie. »Die Sonnen gehören zum G-Typ. Bis auf die Entfernung voneinander und das mörderische Plasmaband ist nichts Besonderes an ihnen. Stopp. Eines vielleicht: Die zwei Sonnen sind sich extrem ähnlich. Zu ähnlich. Sieht fast aus, als hätte da jemand dran gedreht.«

»Schwachsinn«, grunzte Omkans. »Das ist unmöglich.«

»Wenn du meinst«, brummte Acosch beleidigt. »Aber auffällig ist es trotzdem. Das Plasmaband hat die Form eines liegenden Doppelkreises. Könnte an den wirren 5-D-Feldern liegen, die wir anmessen.«

»Und sonst?«, wollte Empona wissen. »Ich brauche keinen Lehrkurs in Astrophysik. Ich will Informationen, mit denen ich was anfangen kann. Ist irgendwo da draußen ein lohnendes Ziel oder nicht?«

»Ein Planet«, antwortete Acosch betreten. »Ein einziger Planet. Perfekter Orbit um beide Sonnen. So stabil, dass es beinahe wehtut! Durchmesser: 11.188 Kilometer, Schwerkraft 0,8 Gravos. Durchschnittstemperatur 18 Grad Celsius, Sauerstoff-Stickstoffatmosphäre. Die detaillierte Analyse läuft. Ansonsten gibt's hier nichts Ungewöhnliches. Ein paar Asteroiden – das war's.«

Empona war enttäuscht. Es bestand zwar die Möglichkeit, dass es Bodenschätze gab, die einen Abbau lohnten. Allerdings war dergleichen nicht gerade die begehrteste Erwerbsquelle von Sippe und Matriarchin. Der logistische Aufwand war groß, und er band zu viele Mittel und Arbeitskräfte – bei einem Gewinn, der zeitlich enorm gestreckt sein konnte.

Die Submatriarchin registrierte die eintreffenden Meldungen. Viele Bereiche der LI-KONNOSLON waren beschädigt. Es waren keine Defekte, die zu einer Havarie führen würden, aber sie waren so massiv und zahlreich, dass ein Vertuschen unmöglich war. Die Matriarchin würde also in jedem Fall vom Versagen ihrer Submatriarchin erfahren. Empona knurrte unwillig und unterdrückte den Drang, aufzustampfen. Nicht zum ersten Mal hatte ihre Spontaneität sie in eine unangenehme Lage gebracht. Derart übel wie an diesem Tag hatte es allerdings nie zuvor ausgesehen.

Verliere ich etwa mein Gespür für lohnende Gelegenheiten?, schoss es ihr durch den Kopf.

»Sind die Hyperorter beschädigt?«, fragte sie.