Perry Rhodan Neo 127: Jagd im Sternenmeer - Rainer Schorm - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan Neo 127: Jagd im Sternenmeer E-Book und Hörbuch

Rainer Schorm

4,0

Beschreibung

Nachdem der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 2036 auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff entdeckt hat, einigt sich die Menschheit – es beginnt eine Zeit des Friedens. Doch 2049 tauchen beim Jupiter fremde Raumschiffe auf. Es sind Maahks, und sie planen einen Krieg gegen das Imperium der Arkoniden. Als kurz darauf 100.000 Kampfraumschiffe der Maahks das Arkonsystem verheeren, können Perry Rhodan und die Menschen zunächst nur hilflos zusehen. Schließlich gelingt Rhodan ein Vorstoß bis zur Ursprungswelt der Maahks – wo er erschütternde Erkenntnisse über sie erlangt, die alle Sichtweisen verändern. Währenddessen gelingt den Wissenschaftlern um Eric Leyden die Rückkehr zur Erde. Dorthin ist auch Empona unterwegs – die Mehandor ist im Besitz wertvoller Unterlagen, mit denen man eine Transformkanone bauen könnte. Es entwickelt sich eine Jagd im Sternenmeer ...

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Zeit:5 Std. 57 min

Sprecher:Hanno Dinger

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Band 127

Jagd im Sternenmeer

Rainer Schorm

Nachdem der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 2036 auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff entdeckt hat, einigt sich die Menschheit – es beginnt eine Zeit des Friedens. Doch 2049 tauchen beim Jupiter fremde Raumschiffe auf. Es sind Maahks, und sie planen einen Krieg gegen das Imperium der Arkoniden.

Als kurz darauf 100.000 Kampfraumschiffe der Maahks das Arkonsystem verheeren, können Perry Rhodan und die Menschen zunächst nur hilflos zusehen. Schließlich gelingt Rhodan ein Vorstoß bis zur Ursprungswelt der Maahks – wo er erschütternde Erkenntnisse über sie erlangt, die alle Sichtweisen verändern.

Währenddessen gelingt den Wissenschaftlern um Eric Leyden die Rückkehr zur Erde. Dorthin ist auch Empona unterwegs – die Mehandor ist im Besitz wertvoller Unterlagen, mit denen man eine Transformkanone bauen könnte. Es entwickelt sich eine Jagd im Sternenmeer ...

Flashback

Maui John Ngata

Haftanstalt Terrania: Sonnenbrand

»Reden Sie!«

Die beiden Männer machten einen deprimierten Eindruck. Sie befanden sich in Untersuchungshaft; die Vorwürfe, mit denen man sie konfrontierte, waren massiv. Neben Raumpiraterie, Nötigung, Kidnapping und Diebstahl tauchte immer häufiger der Tatbestand des Hochverrats auf.

Dr. Olaf Vennegutt und Pablo Ramirez waren keine Menschen mit krimineller Vergangenheit oder zwielichtigem Hintergrund. Vennegutt war Ordinarius der Astrophysikalischen Fakultät der Universität Terrania, ein älterer Mann, der ausgezeichnete Cocktails mixte, und Pablo Ramirez, ein kleiner Mexikaner, war Spezialist des derzeit inaktiven Space Evaluation Centers SPEC. Beide waren kaum in der Lage, mit diesen Beschuldigungen umzugehen – zumal die juristische Beratung ihnen sehr schnell klargemacht hatte, dass Aussagen wie »Wir sind unschuldig« oder »Wir mussten es tun« vor Gericht alles andere als die gewünschte Wirkung erzielen würden.

Maui John Ngata, Interimsadministrator der Terranischen Union, erinnerte sich an eins der Protokolle. Auf Vennegutts entsprechende Einlassung hatte der öffentlich bestellte Rechtsberater nur erwidert, juristische Naivität wie diese habe er nicht mal während des vorgeschriebenen Vorsemesters kennengelernt. Ngata verzog die Mundwinkel. Dr. Vennegutts Reaktion war mitleiderregend gewesen. Der hochintelligente Mann war in sich zusammengesunken, wie ein Patient, der eine letale Diagnose erhalten hatte. Ngatas Mitleid hingegen hielt sich in Grenzen. Er verabscheute diese Art von Willensschwäche; er selbst blieb sogar in schwierigster Lage ein Energiebündel.

Ngata war Pragmatiker und gekommen, ein wenig Licht in die reichlich undurchsichtige Sachlage zu bringen. Von Physik verstand er zwar nicht genug, um die von der ILIOS mitgebrachten Informationen in ihrer ganzen Tragweite erfassen zu können. Dennoch hatte er beschlossen, sich selbst ein Bild zu machen.

»Nun?«, hakte Ngata nach, als keiner der beiden Inhaftierten reagierte.

Endlich regte sich Dr. Vennegutt. »Was wollen Sie wissen?«, fragte er leise.

Ngata hielt Distanz. »Ich will wissen, warum Sie all das getan haben. Die Schwere der Vorwürfe muss ich Ihnen nicht erklären – ich denke, das hat Ihr Rechtsbeistand ausgiebig getan. Ich will wissen, warum Sie das riskiert haben.«

Vennegutt räusperte sich. »Sie erinnern sich bestimmt an Ihr Gespräch mit Julian Tifflor, nicht? Er hat Sie gewarnt – und Sie haben alles in den Wind geschlagen.«

Ngata wurde unleidlich. »Unbewiesene Behauptungen und Hysterie. Sie glauben nicht ernsthaft, dass sich Politik nach so etwas richten sollte?«

Vennegutt winkte ab. »Ohne Sie beleidigen zu wollen: Nur ein kompletter Idiot bewertet Dinge, von denen er nichts versteht. Wir haben getan, was zu tun war, um die nötigen Beweise zu besorgen. Ihre einzige Reaktion bestand darin, uns nach unserer Rückkehr einzusperren. Ich habe mein Zutrauen in die Kompetenz von Behörden und Politik begraben; also versuchen Sie gar nicht erst, mich mit diesem Getue zu beeindrucken. Ich kann Ihnen den Grund für die Sonnenaktivität zeigen. Aber dazu müssen Sie mir eine Datenverbindung zu den Speicherinhalten der ILIOS schalten.«

Ngata zögerte eine Sekunde, dann tat er, was Vennegutt verlangte. Der Wissenschaftler gab einige Daten ein, anschließend eine persönliche Kennung.

»Es ist nicht viel. Aber eine quasibildliche Aufzeichnung soll Ihnen klarmachen, was wir gesehen haben – und was auf die Erde zukommt.«

Ein dreidimensionales Bild baute sich auf. Die Qualität war mäßig, aber Ngata wusste sofort, was er da sah: die glühende, kochende Oberfläche der Sonne.

... und darin klaffte ein Spalt. Ein Riss von unglaublicher Größe. Ein Schlund, in dem man zu versinken glaubte.

»Ein Sonnenchasma«, sagte Dr. Vennegutt mit einem leichten Vibrieren in der Stimme. »Ein Riss, wenn Sie so wollen. Er destabilisiert die Sonne. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass sie kollabiert. Und was das bedeutet, sollten selbst Sie begreifen.«

Ngata fühlte bis auf eine alles ausfüllende Kälte gar nichts. Er stand auf. Fragen der beiden Häftlinge ignorierte er. Er verließ den Kontaktraum, ohne sich umzusehen.

Die Fahndung nach Julian Tifflor muss intensiviert werden!, dachte er.

1.

Sue Mirafiore

Makarina: Spuren im Staub

Die Auflösung vollzog sich lautlos; ein stilles Sterben.

Sue Mirafiore erweiterte die Bildwiedergabe auf Maximalgröße. Das sonderbar geformte Schiff auf dem Landefeld des Raumhafens von Tiga-Kyagos verwandelte sich vor ihren Augen in Staub.

Es hatte Ähnlichkeit mit einem Gyroskop gehabt, nun allerdings war davon fast nichts mehr übrig. Leichte Böen, verursacht durch ringsum startende oder landende Raumschiffe, trugen die feinkörnigen, amorphen Überreste in weiten Fahnen vom Landeplatz weg, obwohl das Gyroskopschiff in einem ruhigen Randbereich des Raumhafens geparkt gewesen war. Es war ein verstörender Anblick: ein robustes Raumschiff, das zunehmend jegliche Substanz verlor. Im Licht der roten Sonne konnte man den Eindruck gewinnen, das Schiff trockne mit blitzartiger Geschwindigkeit aus.

Staub zu Staub, dachte Sue. Auch Raumschiffe sterben. Und das hier besonders spektakulär!

»Muss schwer sein, das Zeug!«, murmelte Thi Tuong Nhi nachdenklich. »Es sinkt schnell zu Boden, obwohl die Luftströmungen momentan ziemlich heftig sind. Der Dicke da wirbelt alles durcheinander.«

Sue beobachtete, wie eine riesige Mehandorwalze in etwa einem Kilometer Entfernung aufsetzte. Die Prall- und Schmiegefelder hielten die Luftmassen zwar im Zaum, aber sie kompensierten nicht alles. Das gewaltige Handelsschiff hatte offenbar einen langen und wahrscheinlich gefährlichen Flug hinter sich. Der Rumpf trug Spuren von Beschuss: Schwärzungen, die sich über ein gutes Drittel des Schiffs zogen. Verkrustungen zeigten, dass die Treffer schwer genug gewesen waren, um das Metall aufzuschmelzen. Dicke Pockennarben verunzierten den Bug. Drei der Landebeine waren nur noch rudimentär vorhanden. Die untere Hydraulikzone fehlte komplett, bei zwei weiteren waren die Auflageteller deformiert.

Die Akustikfelder übertrugen das lang gezogene Heulen von Warnpfeifen. Offenbar lief die Landung unter erschwerten Bedingungen ab. Welche Schäden das Handelsschiff im Innenbereich davongetragen hatte, war nicht einzuschätzen. Die achtundzwanzigjährige Bio-Stabilisiererin verspürte den starken Drang, zu helfen, ein Nebeneffekt ihrer Paragabe, der sich in jüngster Zeit stärker bemerkbar gemacht hatte. Nervös rieb sie sich den linken Arm, der ihr vor vielen Jahren nachgewachsen war. Ob diese Erfahrung etwas damit zu tun hatte? Sue wusste es nicht.

Macht bringt Verantwortung!, dachte sie, wie so häufig. Machtlosigkeit hinterlässt dafür stärkere Spuren!

Das wuchtige, aber schwer angeschlagene Handelsschiff stand nun; anscheinend stabil.

»Das ist die ... AKKA'THONN!« Thi Tuong Nhi hatte offenbar einige Mühe, die Bezeichnung am Rumpf zu entziffern. Ein Treffer hatte den unteren Teil des aufgebrachten Schriftzugs beinahe unleserlich gemacht. »Sie kommt ziemlich heiß rein!« Die zierliche Vietnamesin hatte mit der LEPARD vor nicht allzu langer Zeit selbst ein Schiff verloren. Die Landung des schwer beschädigten Mehandorschiffs schien ihr zuzusetzen.

»Warum schreibt man im Zeitalter der automatisierten Identifikation den Namen des Schiffs eigentlich unverändert auf die Außenhaut?«, wunderte sich Sue. »Die Kodes werden von den Positroniken auf Anfrage sofort übermittelt. Wenn das nicht geschieht, nützt der aufgemalte Name ohnehin kaum etwas.«

»Tradition!«, sagte Thi Tuong Nhi leise. »Ein Schiff ist ein Schiff ... ist ein Schiff! Das hat mit Nützlichkeit oder Praktikabilität nicht viel zu tun. Man müsste ihnen schließlich keine Namen im engeren Sinn geben. Eine Produktions- oder Registriernummer würde denselben Zweck erfüllen.« Die ehemalige Kommandantin der LEPARD zeigte auf das merkwürdig geformte Raumschiff, das sich immer mehr auflöste. »Ich bin sicher, sogar dieses ... Ding hat einen Namen.« Sie deutete auf die Stelle, an der ein letzter großer Staubklumpen die ehemalige Existenz des Gyroskopschiffs verriet.

»Einen sehr fremdartigen, vermute ich mal!« Sue kniff die grauen Augen zusammen und beobachtete den fortschreitenden Zerfall skeptisch. Ihre zerbrechliche Gestalt spannte sich. »Haben wir Informationen über solche Einheiten oder ihre Herkunft in unseren Speichern?«

Thi Tuong Nhi schüttelte den Kopf. »Nein. Gar nichts. Ich habe eine Kurzanfrage an die Raumhafenverwaltung geschickt und mich erkundigt, ob der Vorgang eine Gefahr für unsere Disk bedeutet – und falls nicht, welche Bedeutung er hat.«

»Und?«, fragte Sue. »Hast du eine Antwort bekommen?«

Thi Tuong Nhi winkte ab. »Nur ein Standardkommuniqué. Keine Gefahr zu keinem Zeitpunkt und so weiter. Nähere Informationen über das Schiff oder die Ursache der Auflösung hält man nicht für nötig.«

»Unsinn!« Sue zischte amüsiert. »Die Behörde weiß nichts darüber. Ganz simpel. Obwohl man uns sicher nichts sagen würde, wenn es anders wäre. Ich bin sicher, in den Kontrollklausen drehen die Operatoren momentan durch. Erst wird Arkon in Schutt und Asche gelegt, und jetzt so was.«

»Glaubst du, sie nehmen einen Zusammenhang an?«, fragte Thi Tuong Nhi.

Sue überlegte kurz. »Nein. Wahrscheinlich nicht. Solange die Hafensteuer und die fälligen Gebühren entrichtet werden, nicht! Das ist eine Handelswelt. Die Kundschaft ist nicht nur bunt, sie folgt keinem Muster. Ich bin sicher, von der Hälfte der Planeten, von denen Schiffe hierherkommen, hat man nie zuvor gehört. Oder höchstens den Namen. Sicher ist man bizarre Vorfälle gewohnt. Aber ein neuer Methankrieg ... Ich habe keine Ahnung, wie Bürokratien darauf reagieren. Das letzte Mal ist zehntausend Jahre her; da kann man sich kaum auf Routinen berufen. Außerdem: Das sieht nicht nach Methans aus. Die legen höchstens Wert auf die Auflösung der Kolonie, nicht auf die eines einzelnen Schiffs.«

Die Sensoren meldeten eine Anomalie. Thi Tuong Nhi aktivierte eine Messeinheit. In einem holografischen Ball baute sich eine ungewöhnlich spitz zulaufende Zufallsverteilung auf. »Was ist denn das?«

Sue runzelte die Stirn und ließ einen Analysealgorithmus über die Messdaten laufen. »Hyperortung. Sonderbar. Mit diesem Bereich des Fünf-D-Spektrums haben wir kaum einmal zu tun. Das ist der ultrahochfrequente Sektor. Vielleicht könnte einer unserer Hyperphysiker was dazu sagen. Außerdem kann man das kaum eine stabile Messung nennen. Sieht aus, als diffundiere diese Strahlung ins Nichts. Sieh mal!« Sie zog ein Subholo auf. »Sie verändert ihre Struktur mit dem Ablauf der Auflösung. Die Hyperstrahlung beginnt eine Femtosekunde, bevor die ersten materiellen Destrukturierungen auftraten.«

»Ein desintegrierendes Feld?« Thi Tuong Nhi machte aus ihren Zweifeln keinen Hehl. »Das hat für mich keine Ähnlichkeit mit einem Desintegrator.«

»Hat es auch nicht«, pflichtete ihr Sue fasziniert bei, während sich die Reste des Gyroskopschiffs in davonwehenden Staub verwandelten. »Das ist ganz was anderes. Und wie ich das sehe, sind wir nicht die Einzigen, die überrascht sind. Da!«

Direkt bei der Landestelle – der ehemaligen Landestelle – des zerbröselnden Schiffs waren menschliche Gestalten sichtbar geworden.

»Wer ist das?«, fragte Thi Tuong Nhi verblüfft.

Sue biss sich auf die Unterlippe. »Die sind von der CREST!«

Thi Tuong Nhi blieb gelassen. »Natürlich sind sie das. Aber die CREST ist nicht gelandet, das wäre uns nicht entgangen.«

»Ich sehe eine Space-Disk dort in der Nähe. Deren Besatzung muss in das Gyroskopschiff eingedrungen sein, und sie haben dabei wahrscheinlich ein Sicherheitssystem aktiviert.« Sue holte tief Luft. »Sie können froh sein, dass sie das überlebt haben. Ich nehme an, andere Eigner hätten Eindringlinge nicht ungeschoren davonkommen lassen.«

»Stattdessen lösen sie ihr eigenes Schiff auf!«, staunte Thi Tuong Nhi. »Eine ungewöhnliche Reaktion.«

»Das auf alle Fälle«, bestätigte Sue langsam und leise. »Aber ich finde die Ursache sehr viel interessanter.«

»Ursache?«

»Egal was dem Besitzer des Schiffs sonst wichtig war«, antwortete Sue. »Eines war ihm wichtiger als alles andere. Er wollte seine Geheimnisse schützen. Und das um jeden Preis!« Sie drehte sich zu Thi Tuong Nhi um. »Eine derart radikale Lösung liegt nicht gerade nahe.«

»Der Auflösungsprozess beschleunigt sich«, sagte Thi Tuong Nhi. »Ich wette, da bleibt nicht mal ein Skelett zurück – oder sonst irgendwas, das identifizierbar wäre.«

In der Außenbilddarstellung verwandelte sich der letzte Klumpen in ein zu Boden fließendes Rinnsal aus dunklem Staub.

»Haben sie uns entdeckt?«, fragte Sue.

»Die Leute von der CREST? Ich glaube nicht. Sie starren nach vorn. Wahrscheinlich sind sie froh, dass sie heil rausgekommen sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir auf der Prioritätenliste dieses Kommandos sehr weit oben stehen.«

Die transparente Glassitkuppel bot den zwei Frauen eine gute Sicht auf den Rand des Raumhafens. Die Space-Disk hing in Warteposition in einem Bereitstellungsraum. Bisher war Sue und Tuong Nhi kein Standort zugewiesen worden. Die Entfernung zum ehemaligen Gyroskopschiff war recht groß, die Bildwiedergabe bot sehr viel mehr Details.

Sue starrte düster auf das Landefeld hinaus. »Ich weiß nicht recht, ob Kommandant Deringhouse das auch so sieht. Und Perry Rhodan ist zwar kein Kommisskopf, aber er fühlt sich bestimmt von uns hintergangen – völlig zu Recht. Ich bin mir längst nicht mehr sicher, ob es sinnvoll oder notwendig ist, was wir tun. Vernünftig ist es auf keinen Fall. Rhodan wird ein Exempel statuieren müssen, wenn er die Disziplin aufrechterhalten will. Die Stimmung an Bord der CREST ist ohnehin angespannt. Die Besatzung hat genug und will nach Hause. Und in dieser Situation kommen wir daher und machen alles noch komplizierter.«

Thi Tuong Nhi schwieg.

Die beiden Frauen beobachteten, wie sich um das nun leere Landefeld Aktivität entwickelte. Neben den längst aktivierten Schutzgittern tauchten die ersten Untersuchungs- und Roboterkolonnen auf. Der Vorfall war außergewöhnlich, und mit Sicherheit wurde die Kontrollzentrale des Raumhafens mit Anfragen bombardiert. Die Nerven lagen bei allen blank. Im Kugelsternhaufen M 13 herrschte Krieg, und das Zentrum arkonidischer Macht war verwüstet worden.

Die Ortungsanlage meldete einen Kontakt. Die Space-Disk dort unten startete.

»Sie sind weg!«, sagte Thi Tuong Nhi.

Sue dachte nach. Ich bin sicher, dass man auf der CREST mehr über diesen Vorgang weiß. Rhodan hat nicht irgendjemanden für diese Mission ausgesucht. Vielleicht hat er den Einsatz selbst geleitet. Wie auch immer: Sie haben sich Informationen beschafft. Vielleicht nicht die, die man gesucht hat, aber etwas bleibt immer im Netz hängen. Für unsere Suche wäre das ziemlich wichtig. Aber momentan können wir nicht nachfragen. Wir haben schon Ärger genug. Also müssen wir eigenständig etwas herausfinden.

»Sie sind weg!«, wiederholte Thi Tuong Nhi. Ihre Stimme holte Sue zurück in die Realität.

Nur ein paar Sekunden später kam die Durchsage des Kontrollzentrums, eingeleitet durch ein alarmierendes Pfeifen. »An die Nutzer der Landesektoren dreiundzwanzig bis dreißig: Ein Flüchtlingskonvoi wird eingewiesen. Leiten Sie umgehend den Start ein, sobald Sie freigegeben sind. Ausweichpositionen werden Ihnen parallel zu dieser Meldung übermittelt. Wir benötigen einen freien Korridor für die Hilfsarbeiten. Gebühren fallen für diese Positionswechsel nicht an. Geben Sie die Landeflächen umgehend frei!«

Die Akustikfelder übermittelten ein schnell ansteigendes Dröhnen. In den genannten Sektoren aktivierten etliche Schiffe ihre Hilfstriebwerke, um die Ausweichpositionen anzufliegen. Sue bemerkte das leichte Flirren bodengebundener Traktorprojektoren. Zwei Raumschiffe, die mitten in einer Reparatur steckten, wurden komplett mit allen technischen Installationen, die außen angebracht oder beim Rumpf positioniert waren, in nahe liegende Sicherheitsbereiche verschoben.

»Sieht aus, als hätte die Hafenkontrolle alles im Griff!«, murmelte Sue. »Ich hätte mit etwas mehr Chaos gerechnet.«

»Makarina liegt nicht weit von Arkon entfernt«, sagte Thi Tuong Nhi. »Wir sind im Kernbereich des Imperiums. Das Tenossystem ist ein stark frequentierter Handelsknoten. Ich nehme an, auf Makarina wird man mit noch ganz anderen Dingen fertig. Der interstellare Handel brodelt an solchen Orten mit all seiner Unvorhersehbarkeit. Ein Angriff der Maahks würde das vielleicht ändern, aber ein simpler Flüchtlingskonvoi sicher nicht. Havarien gibt's bestimmt ziemlich häufig.«

»Da. Das sieht mir nicht nach einer simplen Havarie aus!«, rief Sue.

Um die beschädigte Mehandorwalze herum flammten plötzlich bläulich schimmernde Isolationsfelder auf. Mehrere Dutzend Sprührohre traten in Aktion und bedeckten einen großen Bereich im hinteren Drittel der Walze mit einem dicken, flockigen, rötlichen Schaum.

»Die haben Probleme mit ihren Meilern!«, stellte die Vietnamesin fest. »Hinter dem Rumpf muss die Hölle los sein. Sie stabilisieren ihn mit diesem Flexpolymer. Wahrscheinlich ein endothermer Energieschlucker. Er verkrustet wie Schorf und absorbiert die nach außen dringende Energie.«

»Ob das hilft?«, fragte Sue bedrückt. »Wenn du recht hast, ist die Strahlen- und Hitzebelastung dort drin wahrscheinlich mörderisch. Wie war das mit dem Teufel und dem großen Haufen?«

Weitere Alarmpfeifen heulten auf. Aus einer tief hängenden Wolkendecke senkten sich langsam die ersten Schiffe des Konvois herab. Einige hielten ihre Flugbahn ruhig, andere hatten sichtlich Probleme, Kurs und Geschwindigkeit des Sinkflugs zu kontrollieren. Ein kleines, mitgenommen aussehendes Kugelschiff sackte plötzlich ab und schaffte es erst zwanzig Meter über dem Landefeld, den Sturz abzubremsen. Dennoch schlug das Raumschiff mit brutaler Gewalt auf. Stahl barst, die erst zum Teil ausgefahrenen Landestützen knickten wie dürre Äste. Qualm waberte über den Boden. Glühende Funken tanzten im Qualm umher. Die Bordpositronik der Disk dämpfte die Tonübertragung; trotzdem war der Lärm kaum auszuhalten. Rings um das brennende Wrack setzten andere Schiffe zur Landung an; die meisten davon geordnet, andere wiederum nur mit Müh und Not.

Thi Tuong Nhi starrte auf das sterbende Schiff. Sue ahnte, was der ehemaligen Kommandantin der LEPARD durch den Kopf ging: Bilder des eigenen Schiffs und seines Untergangs. Die Vergangenheit holte sie ein; die Erinnerungen würden qualvoll sein. »Wenn dort die Prallfelder nur eine Sekunde lang ausgesetzt haben, sind die Leute bloß noch eine dünne, rote Schicht auf Boden und Wänden!«, sagte Tuong Nhi.

Sue fror. Der Konvoi bestand aus fünfzehn unterschiedlich großen Einheiten. An den meisten Schiffen erkannte sie keine offensichtlichen Schäden. Einem Kampf schienen sie nicht entflohen zu sein.

Thi Tuong Nhi überlegte kurz. »Wahrscheinlich sind sie mit einer viel zu geringen Eintauchgeschwindigkeit in die Transition gegangen. Dafür haben sie sich gut gehalten.«

Sue schüttelte den Kopf. »Wir haben keine Ahnung, wie viele den Sprung nicht überlebt haben. Vielleicht hängen die anderen als Schrottsammlung irgendwo im Weltraum.«

Die Vietnamesin biss sich auf die Unterlippe. Sie wusste allzu gut, welches Schicksal die Besatzungen erlitten hatten ... oder sie erwartete. Der Tod im Weltraum hatte viele Gesichter – und keines davon war freundlich.

Die Bordpositronik meldete sich. »Die zentrale Hafenkontrolle hat uns eine Landezone im Randbereich freigegeben. Da wir die Parkgebühr in Chronners entrichten konnten, werden wir dort sofort eingewiesen.«

Jedes Beiboot der CREST verfügte über eine ökonomische Reserve an virtuellen Zahlungsmitteln, um solche Beträge abzudecken. Die Währung im Bereich des Großen Imperiums war bekannt, und die GCC hatte für eine mehr als üppige Ausstattung gesorgt: ein großzügiges Erbe von Homer G. Adams.

Die Space-Disk wurde von einem Leit- und Traktorstrahl erfasst. Sie glitt an den traurigen Überresten des havarierten Kugelraumers vorbei, ließ die gewaltige Mehandorwalze AKKA'THONN hinter sich und erreichte nach etwa zwei Minuten ein abgelegenes Areal im nördlichen Bereich des Raumhafens. Dort senkte der Traktorstrahl die Space-Disk gemächlich ab.

»Das nennt man wohl ›aufs Abstellgleis schieben‹!«, kommentierte Sue. »Aber vielleicht ist das für uns gar nicht schlecht. So sind wir aus dem Hexenkessel des Raumhafens raus und können uns unbeobachtet Informationen beschaffen. Wir müssen nach Tiga-Kyagos. In den Speckgürtel, der den Raumhafen umgibt. Wenn Crest und Thora entführt wurden, werden wir im Raumhafen selbst kaum eine Spur von ihnen finden. An Bord des Gyroskopschiffs waren sie nicht. Sie wären während des Auflösungsprozesses zweifellos ebenso sichtbar geworden wie der Trupp der CREST. Wir haben aber eine Chance, wenn sie das Schiff zuvor verlassen haben. In dem Fall werden sie ihre Zeit nicht auf den Landefeldern verbracht haben. Wenn sie Kontakte gesucht und gefunden haben, dann nur in der Stadt ringsum. In diesem Bienenstock eine Spur zu finden, wird zwar schwer werden. Aber wenn sie sich frei bewegen konnten, dürften sie irgendwo aufgefallen sein. Wir sollten daher die lokalen Subnetze überprüfen. Irgendjemand wird einen Kommentar hinterlassen haben. Gerüchte sind in solchen Vierteln so normal wie Betrügereien. Und Kolonialarkoniden sind genauso geschwätzig wie Hauptweltarkoniden und Menschen. Trotzdem könnte sich das hinziehen.«

Die Vietnamesin blieb gleichmütig. »Immerhin gibt es ein paar Details, die unsere Suche ein wenig vereinfachen. Crest und Thora sind unverkennbar adlige Arkoniden von der Stammwelt. Deren Spannungen mit den Kolonialplaneten sind dieselben wie überall. Sofern sie keine Spiegelfeldprojektoren verwendet haben, finden wir sie. Dass sie sich getarnt haben, glaube ich nämlich nicht. In einer Situation wie dieser wird sich kein Arkon-Geborener verkleiden. Das wäre würdelos und sähe nach Angst aus. Vor Kolonisten ist das ausgeschlossen. Hat Crest je den Eindruck gemacht, er würde sich wegducken? Und für Thora gilt dasselbe. Sie sind im Herzen ihres Reichs – sie werden sich nicht verbergen wie Diebe.«

Sue kratzte sich am Arm. »Du gehst also davon aus, dass sie in ihrer wahren Gestalt unterwegs waren?«

»Zumindest als Arkoniden, ja. Bei dem Chaos, das im Zentrum des Imperiums herrscht – vielleicht haben sie ihre persönlichen Erkennungsmerkmale etwas verändert. Mehr sicher nicht.«

»Ich bin nicht ganz so zuversichtlich wie du. Wir werden sehen!«

Die Disk setzte endgültig auf. Ganz in der Nähe sammelten sich etliche andere Schiffe, die meisten eher kleinere Modelle. Viele davon waren erkennbar nicht auf dem aktuellen Stand der Technik.

»Sie haben uns in einem Schrottplatz abgestellt«, murrte Thi Tuong Nhi. Stirnrunzelnd aktivierte sie die Lande- und Parkprozeduren. Die Positronik der Space-Disk würde nun alle Systeme des Schiffs auf Probleme untersuchen. Bis zur Rückkehr der zwei Frauen würde es startklar, aufgetankt und uneingeschränkt flugfähig sein. Hierfür war es vorerst nicht nötig, externe Hilfe anzufordern; das geschah nur bei Schäden und Defekten, die nicht von der internen Schiffsinfrastruktur behoben werden konnten.

»Also, fangen wir an!«, beschloss Sue. Sie schuf eine Funkverbindung zum offiziellen Informations- und Kommunikationsnetz des Raumhafens, das jeder Besucher kostenlos nutzen durfte. Lediglich für Transaktionen, die auf diesem Weg abgeschlossen wurden, erhoben die Behörden Gebühren oder Provisionen. Die Mutantin runzelte die Stirn. Sie fand den Zugang zu den üblichen Subnetzen, in denen sich alles tummelte, was weniger offiziell oder nur scheinbar wichtig war. Die Menge an Kontakten war kaum zu fassen. »Das dauert ewig!«, raunte sie verdrossen. Sie aktivierte einen potenten Suchalgorithmus und wartete. Die Zahl der Treffer ging sprunghaft zurück.

»Wenigstens etwas«, sagte Thi Tuong Nhi. »Vielleicht sollten wir die Handels-Chatrooms zuerst checken. Wir brauchen Gerüchte, keine Wichtigtuereien! Zentralweltarkoniden sind in aller Regel potente Handelspartner, wenn sie vor Ort auftauchen.«

»Gute Idee«, pflichtete ihr Sue bei und folgte dem Rat. Nach einigen Sekunden reduzierte sich die Anzahl der passenden Posts ein weiteres Mal. »Da!«, sagte sie und richtete sich auf. »Ein paar Berichte ... na ja, eher Gerüchte über einen alten Arkoniden, der sich sehr herausfordernd benimmt – mehr als bei Arkon-Gebürtigen üblich. Die Chats zeigen einige Kommentare. Eine Frau ist dabei.«

»Sind die beiden tatsächlich allein unterwegs?«, wunderte sich Thi Tuong Nhi. »Also stimmt unser Verdacht: Es war keine Entführung, sondern eine Passage hierher? Wen wollen sie treffen, und wo? Und wo ist der Pilot des Gyroskopschiffs, der sie hergebracht hat?«

»Ich habe mindestens sechs Adressen, bei denen wir mit unseren Nachforschungen ansetzen können«, teilte Sue mit und speicherte die nötigen Angaben auf einem mobilen Datenträger.

»Haben wir alles, was wir brauchen?«, fragte Thi Tuong Nhi.

Sue Mirafiore studierte ein gutes Dutzend Holos, in denen die Umgebung des Raumhafens zu sehen war und darüber hinaus alles, was man wissen musste: Eigenheiten, Tabus, Möglichkeiten.

»Ich schlage vor, wir beginnen in Thuk-Kloon«, sagte die Mutantin. Sie zoomte drei Wiedergabebereiche groß. »Crest und Thora sind keine Frischlinge. Sie werden sehr zielgerichtet nach einem Ort gesucht haben, der ihnen entweder bekannt war oder den sie ausfindig gemacht hatten. Wir gehen davon aus, dass sie jemanden treffen wollten. Also dürften sie nach Etablissements Ausschau gehalten haben, die zwei bestimmte Eigenschaften haben: Erstens muss dort ein exotischer Kontakt möglich sein, ohne aufzufallen. Zweitens darf der Ort nicht so exponiert und frequentiert sein, dass man irgendwelche größeren wirtschaftlichen Interessen stört.«

»Mafia?«, erkundigte sich Thi Tuong Nhi.

»Nicht unbedingt. Aber sobald eine Subökonomie existiert, will üblicherweise jemand seinen Anteil am Geschäft einstreichen – egal worum es konkret geht. Was Revierverhalten betrifft, ticken Arkoniden nicht sehr viel anders als Menschen oder Mehandor. Grundsätzlich zumindest.«

»Exotischer Kleckerkram also?«, fragte die Vietnamesin. »Bunt, aber ziemlich unergiebig?«

»Genau das!« Sue deutete auf ein kleines Viertel, das dem Raumhafen im Norden von Tiga-Kyagos vorgelagert war. »Thuk-Kloon.« Eine dreidimensionale Karte erschien. »Ein Sammelbecken für Künstler, Aussteiger und absonderliches Volk. Dort sind allein vier der Adressen zu finden, die ich für vielversprechend halte.«

Thi Tuong Nhi lachte hart auf. »Absonderliches Volk. Ich würde sagen, das findet man auf einer Handelswelt wie Makarina überall, oder?«

Sue grinste müde. »Das schon. Aber in Thuk-Kloon sind die zu Hause, die ihre großen Erfolge noch vor oder bereits hinter sich haben. Oder glauben, sie hätten ihn vor sich. Man kann in diesem Umfeld keine Gewinnmargen erzielen, die einen Vollbluthändler auch nur im Ansatz interessieren würden.«

Thi Tuong Nhi wirkte übergangslos deprimiert. »Kleckerkram«, sagte sie. »Wie ich's mir gedacht hatte ... Also los. Mischen wir uns unter die Erfolglosen, die Nichtskönner und die Dampfplauderer!«

Sue fühlte sich ähnlich. Sag's doch einfach, dachte sie bitter. Wir sind gelandet, wo wir's verdient haben: bei den Losern!

2.

Reginald Bull

Erde: You're not welcome!

Die Meiler der ISAAC NEWTON brüllten auf. Kommandant Thurge Harriet reagierte sofort. Das vormalige Forschungsschiff beschleunigte mit Werten, die eindeutig im roten Bereich lagen. Marud al-Chem, dessen Rematerialisierungsmanöver im Bereich des Jupitermonds Io eine Meisterleistung gewesen war, saß verkrampft in seinem Pilotensitz, wild umschwirrt von all den Anzeigen, die er benötigte.

Die LI-KONNOSLON war ihnen voraus. Wenn Reginald Bull eins begriffen hatte, war es Eric Leydens Warnung vor dem, was die Empanasippe mit sich führte. »Transformkanone«, murmelte Bull unruhig. »Ich bin mir nicht sicher, ob ich wissen will, was so ein verdammtes Ding anrichtet. Aber wenn Leyden panisch wird ...«

»Beschleunigung maximal!«, hörte er Harriet sagen. »Transition in zwanzig Sekunden. Alle Stationen in Bereitschaft. Ich will jeden hellwach auf seinem Posten haben, wenn wir rauskommen!«

Bull aktivierte ein Akustikfeld und die externe Kommunikation. »Anfrage an die TERRANIA, Kommandant Everson: Können wir vier Schwere Kreuzer vom Dädalus-Sperrriegel abziehen? Wenn möglich, sofortiger Befehl an die SHARK, die CAIMAN, die BEAR und die LION: Sprungangleichung. Wir brauchen Verstärkung!«, sagte er. »Die ISAAC NEWTON kann diesen Brocken von Schiff wahrscheinlich nicht allein in Schach halten. Mag sein, dass es nur ein Tender oder ein reines Handelsschiff ist – aber es sind Mehandor. Die lassen sich ihre Ladung auf keinen Fall so ohne Weiteres abnehmen.«

»Bestätigt. Die Schiffe nehmen Fahrt auf«, meldete Miles DeBrand.

In der Orterdarstellung erkannte man vier Punkte, die sich in Bewegung setzten: Die Kampfschiffe, die Bull zur Unterstützung angefordert hatte, beschleunigten.

»Transition in fünfzehn Sekunden«, verkündete die Positronik. »Warnung – die Fernortung zeigt massiven Sonnenkoronarauswurf im Zielgebiet an. Die ISAAC NEWTON wird in starken Plasma- und Strahlenbändern rematerialisieren. Dadurch Überlastung von Schirm- und Reaktorleistung um fünf Prozent zu erwarten. Gesonderte Freigabe erforderlich!«

»Erteilt!«, autorisierte Harriet die entsprechende Schaltung.

»Transition in zehn Sekunden!«