Pfefferkorn und Regentropfen - Helmut Etter - E-Book

Pfefferkorn und Regentropfen E-Book

Helmut Etter

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Beschreibung

"Pfefferkorn und Regentropfen" enthält 79 Gedichte und Gedankenblitze, illustriert mit 70 grösstenteils farbigen Bildern und Zeichnungen des Schweizer Malers, Poeten und Lebenskünstlers Helmut Etter (* 1921).

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Seitenzahl: 26

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Anmerkung

Die Anordnung der Gedichte und Illustrationen in diesem Buch folgt keinem Schema. Die Gedichte tragen keinen Titel, und die Bilder sind – mit wenigen Ausnahmen – keinem bestimmten Gedicht zugeordnet.

Die Gedichte stammen alle aus der Zeit vor 2000, die abgebildeten Gemälde und Zeichnungen aus verschiedenen Zeitabschnitten (ab ca. 1960 bis heute).

Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sich Helmut Etter immer mehr der bildenden Kunst zu. Die Malerei wurde zu seiner Haupttätigkeit. Seine Beschäftigung mit philosophischen und vermehrt politischen Fragen (Umweltzerstörung, Atomwaffen und -enegie usw.) veranlasste ihn, auch Texte und Gedichte – letztere oft mit ironischem Unterton – zu verfassen.

Ein fundamentaler Widerspruch beschäftigte ihn immer wieder, den zwischen Chaos und Kosmos (im Sinne von „Welt-Ordnung“). Er befasste sich damit philosophisch – in schriftlichen Entwürfen – und künstlerisch, in Bildern und Plastiken. 1975 erschien der grossformatige Bildund Textband „Der Mensch zwischen Chaos und Kosmos“, mit zahlreichen Essays, einigen Gedichten und vielen – themenbezogenen – Bildern.

Gegenüber der wirklichen Welt, einer der Zerstückelung und Zerstörung, entwirft er ein auf Ganzheitlichkeit und Harmonie fussendes Weltbild. Seine Werke – Bilder wie Schriften – kann man also als Zeichen einer Zivilisationskritik werten.

Helmut Etter sagte mir gegenüber in einem Interview (1997) einmal, unsere Zivilisation sei eine „Zu-Viel-Isation“, und das vorherrschende eindimensionale und zerstückelte („cartesianische“) Weltbild müsse durch eine „ganzheitliche Sicht der Dinge“ abgelöst werden.

Helmut Etter arbeitete bis 2005 hauptsächlich in der Casa Lucertola, seinem Tessiner Wohnsitz und Atelier in Astano. Nach dem Verkauf dieses Anwesens lebte und arbeitete er in Aesch BL und teilweise in Herrischried (Schwarzwald). Seit 2011 wohnt er in Frick AG.

Peter Angele, Februar 2015

Auf der Durchreise

Mit diesem Bild gewann der 14-jährige Schüler 1935 einen Mal- und Zeichenwettbewerb.

Casa Lucertola 1958…

Ich hab die Verse nicht bestellt,

doch denk ich drüber nach,

warum in dieser schönen Welt

sich häuft das Ungemach.

Du wolltest Dichter um Dich haben,

da hast Du sie!

Du kannst Dich ärgern oder dran erlaben,

doch entbehren nie.

Es gibt nicht alt,

es gibt nicht jung,

was zählt, ist immer nur der Schwung.

Da steht das Haus

ganz nah am Wasser

Venedig ist es nicht

doch innen wunderschön

mit goldnen, unsichtbaren Treppen

und Fenstern voller Farbenpracht und Licht

aus denen Wasserperlen quellen.

Dein Lächeln ist der Sonne gleich,

wenn sie am Abend und am Morgen,

wie eine Mutter alle Sorgen

dir sanft von Stirn und Wange streicht.

Hast du ein grosses Haus

und keinen Garten,

dann mach ein kleines Haus

und einen grossen Garten.

Die Menschen mehren sich

wo soll das enden?

Bedürfnis ist nicht abzuwenden

die Erde auch nicht aufzublasen.

Könnt ich befehlen: eins, zwei, drei!

gern wäre ich dann auch dabei.

Ein jedes müsst die Bahn benützen

anstatt im Auto krumm zu sitzen

und wären es nur sieben mal,

Mensch und Natur wär'n ohne Qual.

Ein Ökopass würd honorieren,

wer hülfe Luft fein zu sanieren,

da gäb's gar einen Öko-Sieger

anstelle eines Olympia-Kriegers.

Ein jeder müsste einen Garten

bestellen voll von Salaten.

Den Apfelbaum dürft keiner spritzen,

doch oft und gern darunter sitzen.