Priest - Versündige dich mit mir - Kitty Stone - E-Book

Priest - Versündige dich mit mir E-Book

Kitty Stone

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Beschreibung

Ein Kloster voller Geheimnisse. Eine Frau am Ende ihrer Kräfte. Ich bin derjenige, den sie rufen, um Dämonen auszutreiben. Ein Exorzist! Ich folge dem Ruf trotz meiner Zweifel. Doch an der Frau, die ich vorfinde, ist nichts Teuflisches. »Versündige dich mit mir.« Es ist nicht ihr Mund, der mich lockt. Nicht ihr Blick, der mich herausfordert. Es ist ihr Herz, das um Hilfe schreit. Ihre Seele, die mich anfleht. Kann das Falsche sich wirklich so … gottverdammt richtig anfühlen?! Sündhaft-heiße Dark Romance. Düster und Grenzen überschreitend. Es gibt eine Inhaltswarnung - man sollte sie lesen. **** Alle Bücher der Dark Attraction-Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden und sind in sich abgeschlossen!

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Versündige dich mit mir

Kitty & Mike Stone

Dark Romance

Ein Kloster voller Geheimnisse.Eine Frau am Ende ihrer Kräfte.Ich bin derjenige, den sie rufen, um Dämonen auszutreiben.Ein Exorzist!Ich folge dem Ruf trotz meiner Zweifel.Doch an der Frau, die ich vorfinde, ist nichts Teuflisches.»Versündige dich mit mir.«Es ist nicht ihr Mund, der mich lockt.Nicht ihr Blick, der mich herausfordert.Es ist ihr Herz, das um Hilfe schreit.Ihre Seele, die mich anfleht.Kann das Falsche sich wirklich so …gottverdammt richtig anfühlen?!Sündhaft-heiße Dark Romance. Düster und Grenzen überschreitend. Es gibt eine Inhaltswarnung - man sollte sie lesen.

Deutsche Originalausgabe, 1. Auflage 2023

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darkstones.de

Impressum:

Kitty Stone & Mike Stone

Breslauer Str. 11, 35274 Kirchhain

© Januar 2023 Kitty Stone/Mike Stone

Alle Rechte vorbehalten!

Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der offiziellen Erlaubnis durch die Autoren.

Covergestaltung: Oliviaprodesign

Bilder: depositphotos.com

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Warnung vor dem Verlust der Unschuld

Risiken fürs Seelenheil bleiben als Nebenwirkung bestehen

Diese Dark Romance aus der Feder der Darkstones nimmt sich ein weiteres Mal religiöser und kirchlicher Themen an. Dabei wird es heiß, düster, gefährlich und romantisch. Und damit überaus sündhaft!

Lust und Leidenschaft spielen ebenso eine wichtige Rolle, wie Glaube, Religion und der Umgang mit schlimmen Erlebnissen und Erfahrungen der Vergangenheit. Schlimm, wie in Missbrauch der einen oder anderen Sorte, den jemand selbst erlebt oder bezeugt hat. Vergangenheit, wie in Jahre zuvor oder auch gerade eben.

Wer Probleme damit hat, dass ein Priester sich nicht verhält, wie es üblicherweise erwartet wird, sollte sich ein anderes Buch aussuchen. Wer Probleme mit ungewöhnlicher Auslegung von Glaubensfragen hat, ebenso. Wer findet, dass Lust und Glaube nicht miteinander vereinbar sind, ist hier falsch.

All das wird erfahrene Dark Romance Leser nicht überraschen und die Fans der Autoren schon gar nicht. Für alle neuen Leser wird folgender Hinweis gegeben:Dark Romance ist nicht lieb und will es auch nicht sein. Es geht mal hart, mal heiß, mal ziemlich brutal zu. Sex, Gewalt und Psychospiele sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel in diesem Subgenre.

Romance bleibt es aber dennoch. Ein Happy End ist also garantiert. Fragt sich nur, wer wie schlimm leiden muss, bis es so weit ist. Und ob die Bösen ihre gerechte Strafe erhalten oder gar selbst die Protagonisten sind.

Wer sich darauf einlässt, tut das auf eigene Gefahr. Es ist eine Gratwanderung. Jeder Leser empfindet anders. Ihr seid gewarnt.

Prolog

Dorian

Die Kammer ist klein und warm. Zu warm. Flackernde Kerzen geben Licht, das keinen Trost spendet. Zusammen mit zu vielen Körpern auf zu kleinem Raum bringen sie die Temperatur in schweißtreibende Höhen. Es ist heiß und drückend. Die Luft riecht nach Schweiß und anderen Ausdünstungen.

Ich stehe am Rand der Geschehnisse. Das ist mein Platz als Assistent des ausführenden Priesters. Ich halte das große, schwere, silberne Kreuz und rezitiere Litaneien, wie mit meinem Mentor besprochen. Ich bin seine Rückendeckung. Die Verstärkung im Kampf mit dem Bösen.

Meine Hände sind um das schwere Symbol unseres Glaubens und unserer Entschlossenheit verkrampft. Viele Stunden schon ringen wir mit einer außerweltlichen Kraft. Einem Bösen, das in den Körper des Mädchens gefahren ist, um durch sie Unheil in die Welt zu bringen. Auf Drängen ihrer Eltern und mit ihrem, in einem Moment der Klarheit gegebenen Einverständnis treten wir einem Dämon entgegen, der von ihr Besitz ergriffen hat.

Hier und jetzt sind wir keine Priester, sondern Brüder eines kleinen, eingeschworenen Ordens innerhalb der Kirche. Wir sind Exorzisten und wir kennen unsere Pflichten. So wie wir auch die Gefahr für das arme, junge Ding und sogar unsere eigenen Seelen kennen. Doch mit eiserner Willenskraft und festem Glauben können wir bestehen und das Übel vertreiben. Wir müssen nur durchhalten und dürfen nicht nachlassen …

»Bitte!«, schluchzt es von den Lippen der an ihr Bett gefesselten, schweißüberströmten und sich windenden Amelia. »Ich kann nicht mehr. Bitte, nicht mehr weiter …«

»Weiche aus diesem Körper, Diener der Hölle«, erwidert Bruder Ignatius mit fester Stimme und sprenkelt Weihwasser über den Körper, der sich wie in Reaktion darauf anspannt und wie vor Schmerzen aufbäumt.

»Bruder«, wispere ich leise, als könne ich so meine Absicht verborgen halten vor den Ohren des Mädchens und des Bösen in ihr. »Vielleicht sollten wir …?«

»Standhaft bleiben, Dorian«, mahnt mich der Mann, der mehr ist als ein bloßer Vorgesetzter. Er ist mein Mentor und Lehrer in der Kunst der Austreibung. Bis heute habe ich seinem Wort und Urteil blind vertraut. Seine Glaubensfestigkeit ist unbestreitbar; seine Überzeugung unverbrüchlich; seine Willenskraft unzweifelhaft. Dennoch … beschleichen mich Zweifel.

»Ich flehe euch an, habt doch Erbarmen!«, wimmert das Mädchen.

Und ich sehe ihre Pein. Sie leidet. Nicht sprichwörtliche Höllenqualen, sondern buchstäbliche. Seit vielen Stunden steht sie unter höchster Anspannung. Dabei ist sie kaum mehr als ein Kind. Nicht einmal sechzehn Jahre alt und am Ende ihrer ohnehin von langen Entbehrungen geschwächten Kräfte.

»Es ist der Dämon, der zu uns spricht«, belehrt mich Ignatius scharf. »Fall nicht auf seine Täuschungen herein.«

Ich bescheide mich, denn ich vertraue meinem Bruder mehr als meiner eigenen Intuition. Doch in diesem Moment geschieht etwas Seltsames. Es ist, als würde sich meine Wahrnehmung zweiteilen und ein Teil von mir tritt aus mir heraus und wird zu einem Zuschauer.

Wie über mich selbst und das Geschehen erhoben sehe ich zu, wie der Exorzismus fortgeführt wird. Dabei bin ich frei zu denken und zu sprechen, doch Ignatius vermag mich nicht zu hören. Dennoch bin ich nicht allein.

»Ich wollte nur, dass ihr mir etwas Frieden lasst«, sagt das Mädchen leise.

Nicht rau und erschöpft klingt sie, sondern müde und traurig. Und ihre Stimme kommt nicht von dem Körper auf dem Bett, sondern von meiner Seite. Doch ich wage nicht hinzusehen, denn ich weiß, was für ein Anblick mich dort erwartet.

»Es tut mir leid«, ringe ich mir ab.

»Für wen?«, will sie wissen. »Für mich? Oder für dich, deinen Seelenfrieden und den Glauben, den du dabei bist zu verlieren?«

Ich weiß keine Antwort darauf. Oder vielleicht weiß ich sie, doch ich wage nicht, es auch nur zu denken. Ich weiß nur, dass wir noch weitere Stunden mit einem Ritual fortfuhren, das am Ende ergebnislos blieb. Kein Teufel offenbarte sich uns. Der Exorzismus vermochte nicht, seinen Zweck zu erfüllen. Auf mein Drängen hin übergaben wir das Mädchen später der Obhut eines Psychologen, der ganz und gar weltliche Ursachen für die Dinge fand, die von ihren Eltern – und auch von uns – als Hinweise auf eine Besessenheit gewertet wurden.

»Und warum erst danach?«, begehrt sie zu wissen. »Warum musste ich so lange leiden? Ist es nicht vorgeschrieben, zuerst medizinischen und psychologischen Rat zu suchen, bevor ein Exorzismus versucht wird?«

»Ist es …«, gestehe ich ein.

»Und denkst du, deine Hände sind frei von Schuld, nachdem du deine Bedenken nicht früher und auch gegen den Widerstand deines Mentors hörbar machtest?«

Ich schüttele den Kopf, doch es ändert nichts. Ich blicke auf meine Hände, die nun, da das Erinnerungsbild von der Kammer und dem Exorzismus verblasst, in meinem Schoß liegen. Darin befindet sich ein Blatt Papier. Ein Abschiedsbrief.

Ich habe ihn nie wirklich gehalten, doch ich weiß, dass sie darin nicht nur ihre Eltern anklagt. Auch wir als Priester, die sie bis über die Grenze ihrer Kräfte hinaus trieben, tragen Schuld an dem, was wenige Wochen später geschah.

Unfähig mich noch länger zu widersetzen, wende ich mich ihr zu. Doch bevor ich das Antlitz der von eigener Hand Verstorbenen vor mir sehe, wie schon oft in diesem schrecklichen Traum … Bevor ich ihre letzten, anklagenden Worte vernehme und mir wieder die Frage stelle, ob es ihr Geist, mein schlechtes Gewissen oder doch ein Diener des Teufels aus der Hölle sein mag, der Zweifel in mir säen will … Bevor die von tiefem Sturz zerschmetterte Tote sich anschickt, mich verführen zu wollen … erwache ich.

Wie ich schweißgebadet dasitze und mir übers Gesicht reibe, dämmert eine neue Erkenntnis in mir herauf. Ein Begreifen, vor dem ich mich bisher erfolgreich gedrückt habe.

Ein Gefühl der Kälte überkommt mich, als ich erkenne, wie allein ich bin. Ohne Gott an meiner Seite, den ich immer bei mir wusste. Und ohne die Heilige Mutter Kirche, der ich immer vertraute …

Doch was, wenn sie dieses Vertrauen nicht verdient?

Erstes Kapitel

Mallory

Ich weiß, dass ich träume, als sich mein Bewusstsein gerade genug klärt, um die nackten Männerkörper wahrzunehmen, die mich umgeben. Doch das hilft mir nicht. Es gibt mir keine Kontrolle über die Geschehnisse und mildert auch nicht den Schrecken, der mich packt.

Ich bin umgeben von schemenhaften Gestalten, deren einzige, klar umrissene Merkmale die gewaltigen Erektionen sind. Meine Nase ist erfüllt von einer Mischung aus Schweißgestank und dem unverkennbaren Geruch männlicher Erregung. Grobe Hände betatschen meinen Körper. Ich kann nur hilflos wimmern und versuchen, zu begreifen.

»Geile, straffe Titten«, murmelt eine Stimme.

»Machs Maul auf, Schlampe«, fordert eine andere.

»Ich will als Erster ihren Arsch ficken«, kündigt ein Dritter an.

»B-benny?«, schluchze ich kraftlos.

»Stell dich nicht so an. Du willst es doch«, höre ich ihn aus der Ferne höhnisch lachen.

Und es stimmt! Mit jeder Berührung erwacht mehr von der Glut in mir, die mich schon beinahe so lange quält, wie ich denken kann. Seit ich kein Kind mehr bin, ist sie da und ich bin ihren Gezeiten so hilflos ausgeliefert, wie jetzt diesen Männern.

Ich will es nicht, aber in mir blitzt Erregung auf. Die Berührungen – ganz egal wie ungeschickt und egoistisch sie auch sein mögen – lassen mich nicht kalt. Und Benny weiß das. Nicht zum ersten Mal überlässt er mich anderen, die ihn bezahlen, um sich mit mir zu vergnügen. Es ist lediglich das erste Mal, dass es so viele auf einmal sind.

Ich werde geil, wie es fast immer geschieht, wenn ich auch nur an Sex denke. Vage spüre ich, dass sogar jenseits des Traums mein Körper reagiert. Doch in diesem Traum, der zugleich eine Erinnerung ist, überkommt es mich mit großer Gewalt.

Ich will es nicht, aber ich spiele meine Rolle und meinem Körper ist kein Widerwille anzumerken. Schwänze in den Händen, im Mund und schnell auch in Pussy und Arsch stacheln ein Feuer an, das nur durch Sex gelöscht werden kann. Wie sehr es mich auch anwidern mag, dass der Mann, dem ich mich anvertraut habe, sich daran bereichert, statt mir zu helfen – ich beginne schnell den Akt zu genießen.

Wie ungewaschen die Bastarde sind, die sich an mir befriedigen, spielt keine Rolle. Auch nicht, dass sie einen Dreck auf mich geben. Indem sie mich benutzen geben sie mir, was ein Teil von mir braucht. Und dieser Teil übernimmt die Kontrolle, wie er es immer tut. Feuert sie an und fordert sie heraus. Lockt sie mit Obszönitäten und verfällt dabei immer wieder in die Sprache meiner Mutter, als wäre das die Sprache, mit der ich groß wurde. Ohne dass ich irgendetwas daran ändern könnte …

***

Dann ist es plötzlich vorbei. Etwas reißt mich aus dem unruhigen Schlaf und damit auch dem erschreckenden und zugleich so verdammt geilen Traum.

»Mallory? Was ist mit dir? Geht es dir nicht gut? Du glühst ja!«

Nur mit größter Mühe schaffe ich es, die Augen zu öffnen. Im schummrigen Licht einer einzelnen Kerze kann ich kaum die Züge der jungen Frau erkennen, die sich über mich beugt. Doch nach einem Moment völliger Verwirrung fange ich an, mich zu erinnern, wer sie ist.

»Clara?«, wimmere ich und spüre die Hitze der Geilheit noch immer in mir. Nur dass es jetzt keine Männer mehr gibt, die sich meiner bedienen und damit zumindest eine kurzzeitige Erleichterung bewirken.

»Mallory, du fieberst«, urteilt die Frau, die sich seit Tagen fürsorglich um mich kümmert und mir Gesellschaft leistet. »Ich hole die Mutter Oberin!«

»Nein!«, keuche ich und packe ihr Handgelenk, bevor sie sich entfernen kann. »Nicht, ich … Mir ist nur … so heiß.«

Ich weiß nicht, wie ich mein Geheimnis wahren soll. Ich hatte gehofft, hier, in einem Kloster unter Frauen, würde mich die Begierde verschonen, die mir das Leben zur Hölle macht und mich so viele katastrophale Entscheidungen hat treffen lassen. Doch das war ein Irrtum.

Im Gegensatz zu dem jungen und offenbar unerfahrenen Ding, das sich in diesem Kloster als sogenannte Novizin auf ein Leben als Nonne vorbereitet, wird die Mutter Oberin wahrscheinlich erkennen, was mit mir los ist. Ich spüre meine steifen Nippel unter dem Nachthemd aus Leinen und die Nässe in meinem Schoß wird bald nach außen dringen.

Was wird eine Nonne mit einer extrem erregten Fremden tun? Wird sie mir weiter Gastfreundschaft und Zuflucht gewähren? Wohl kaum. Ich muss es überwinden. Ich muss es unterdrücken und darüber hinwegkommen. Das ist der Grund, aus dem ich hier bin. Kalter Entzug von Sex, der meine Droge ist und an dem ich kaputt gehe.

»Bitte! Ich brauche nur … Abkühlung. Ich will keinen Aufstand deswegen …«

Sie sieht mich an und in ihren Augen stehen Zweifel, aber sie will sich mir auch nicht entgegenstellen. Es ist beinahe niedlich, wie sie mit sich ringt und dabei immer wieder meinem eindringlichen Blick ausweicht, nur um ihn gleich wieder zu suchen. Verlegen und unsicher befeuchtet sie ihre Lippen und ihre Wangen röten sich.

»Ich, ähm … kann dir helfen, dich kalt zu waschen, wenn du denkst, das hilft«, haucht sie.

Ich muss an mich halten, nicht den Kopf zu schütteln. Meine Erregung versucht mir einzuflüstern, dass dieses unschuldige Ding auf mich mit Interesse reagiert. Doch das kann nicht sein. Sie ist vielleicht noch keine richtige Nonne, aber beinahe. Und sie ist nicht ohne Grund hier. Das Letzte, was sie interessiert, ist eine Frau, die von ihren Gelüsten beherrscht wird. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was sie werden will.

Ich ringe mir ein Nicken ab, denn ich bin bereit, nach jedem Strohhalm zu greifen. Kalte Wäsche, das klingt ungemütlich. Ob es hilft weiß der Geier. Oder Gott? Ich meine, vielleicht ist er hier und bereit, mich zu erhören. Ich könnte wirklich seine Hilfe gebrauchen, denn ich kann nicht mehr so weiterleben, wie bisher.

»Zieh dich aus, ich hole Wasser«, ordnet sie mir an und lässt mich blinzelnd und mit stockendem Atem liegen.

Ich weiß, dass ich es nicht tun sollte. Es ist keine gute Idee. Alle Arten von unguten Vorahnungen bedrängen mich von überall her. Doch ein Teil von mir sieht das alles anders und entreißt mir wie so oft die Kontrolle über meine eigenen Handlungen. Schnell ist das Nachthemd über meinen Kopf gezogen und neben dem Bett auf den Boden geworfen.

Als Clara zurückkehrt, stockt sie beim Anblick der unverhüllten Nacktheit, die ich ihr aufreizend präsentiere. Doch nur für einen Moment, dann – könnte ich schwören – huscht ein Lächeln über ihre Miene, bevor sie den Blick zu Boden richtet und die Waschschüssel hereinträgt.

Ich habe gerade noch genug Anstand übrig, zu erröten. Jedenfalls spüre ich die Hitze in meine Wangen steigen und nehme an, dass sie sich röten. Doch an meiner Haltung ändert das nichts. Ich liege auf dem einfachen, harten Bett ohne Decke und ohne Kleidung. Meine Nacktheit und dadurch auch meine Erregung offenbart.

Was mich dazu treibt, trotz eines letzten Anflugs von Scham so zu verbleiben, ist dieses Tierhafte in mir. Ich nenne es den ›Hunger‹, wenn ich darüber nachdenke. Was ich meist vermeide, denn selbst davon kann es erwachen. Und wenn es sich einmal regt, gibt es keine Ruhe, bevor ich Sex und einen oder mehrere Höhepunkte hatte.

Bei einer Frau habe ich es noch nie verspürt. Doch ich bin seit Tagen ungevögelt und das macht mich mehr und mehr fertig. Es fällt mir kaum auf, dass sich die Begierde diesmal auf jemanden richtet, der keinen Penis hat. Wie das den Hunger zumindest für eine Weile befriedigen soll, weiß ich nicht. Und ich kann auch nicht darüber nachdenken.

Clara kommt um das Bett herum und stellt die Schüssel auf den Nachtschrank. Dann schiebt sie die Ärmel ihres Nachthemds von der gleichen, einfachen Art wie meines es war hoch. Doch sie rutschen sofort wieder abwärts, denn sie haben keinen Gummizug oder überhaupt etwas anderes als eine simple Naht am Ende. Der Stoff findet keinen Halt, um oben zu bleiben.

»Hoffentlich mache ich es mir nicht nass«, kommentiert die Kloster-Novizin und sieht kurz zu mir.

Es blitzt und funkelt in ihren Augen, was einen elektrischen Schlag durch meinen Körper fahren lässt. Bei einem Mann kenne ich jedes Anzeichen auch der leichtesten Erregung, bei einer Frau kann ich nur von mir auf andere schließen. Doch ich habe keinen Zweifel, dass dieser Blick lustvoll ist. Es war einfach zu überdeutlich.

Ich kämpfe um einen einzigen Atemzug, weil meine eigene, unwillkommene aber nicht mehr zu ignorierende Geilheit mir den Atem raubt. »Zieh es doch aus«, ringe ich mir heiser ab.

Sie zuckt zusammen und ich mache es ihr nach. Das geht zu weit. Ich bin dabei, eine Nonne zu verführen. Eine Nonne! Das kann nicht passieren!

Und doch zögert sie nur eine Winzigkeit, bevor sie sich das Leinenteil über den Kopf zieht und einen jugendlich straffen, wenn auch etwas zu schlanken Körper enthüllt. Röte bedeckt ihr Dekolletee vom Hals bis auf ihren Brustansatz hinunter. Schöne, kleine, feste Brüste sind das. Mit sehr niedlichen, fast rosigen Nippeln. Einladend recken sie sich mir entgegen.

Unter dem Nachthemd enthüllt sich nur ein einziges, weiteres Kleidungsstück. Die Unterhose ist ein wahrer Liebestöter, aber meine Erregung kann sie ebenso wenig dämpfen, wie meine Begierde. Allein die Tatsache, dass diese Dienerin Gottes sich vor mir nicht ohne Hintergedanken entblößt, feuert meine Lust an. Denn die muss sie haben. Es muss all den Schwüren widersprechen, die sie bestimmt abgelegt hat. Oder tut man das als Novizin noch nicht? Ich habe keine Ahnung. Aber … ich kann es mir nicht vorstellen.

»E-es ist nur, damit ich dir … besser helfen kann«, haucht sie und setzt sich zu mir aufs Bett.

Ich kann ein Aufstöhnen kaum unterdrücken, als ihre kühle Haut auf meine heiße trifft. Hart beiße ich mir auf die Unterlippe und nicke gezwungen. Vernunft und das Wissen darum, dass ich nicht zulassen sollte, was sich gerade anbahnt, bleiben immer weiter zurück. Ein Zittern überläuft mich und zwischen meinen fest zusammengepressten Schenkeln wird die hervorkommende Nässe spürbar. Ich muss sie aneinanderreiben. Ich kann es nicht unterdrücken.

»Es könnte ein Fieber sein«, wispert Clara und taucht einen Waschlappen in die Schüssel.

Als sie ihn nur leicht ausgewrungen zu mir führt und kühle Tropfen auf meinen Körper perlen, bäume ich mich stöhnend auf und kralle die Hände in das Laken. Es ist so unglaublich intensiv und die Spannung, die sich aufbaut, raubt mir fast den Verstand.

Ohne Umschweife reibt sie sachte mit dem Lappen über meine Brust und streift dabei den vor Sehnsucht dumpf pochenden Nippel. Ein atemloser, lautloser Schrei entsteht in meiner Kehle. So sanft hat mich vielleicht noch nie jemand liebkost. Es ist Folter! Pure, blanke, nervenzerfetzende Folter!

»Entspann dich. Ich kümmere mich um … alles«, flüstert Clara.

Wenn das kein verheißungsvoller Ton ist, dann habe ich noch nie einen erlebt. Wobei ich nicht einmal sagen kann, ob schon irgendwann jemand auf diese Weise zu mir gesprochen hat. Eigentlich nehmen sich die Männer meist, was sie wollen und ich kann nicht anders, als sie gewähren zu lassen. Erst später, wenn ich völlig den Verstand verliere, weil Schwänze in mir stecken, verlassen auch Worte meinen Mund. Obszöne Anfeuerungen und perverse Forderungen, die mir wie von einer fremden Macht eingegeben werden.

»Du musst nicht …«, ächze ich mit letzter Willenskraft.

»Ich helfe gern«, beschwichtigt sie schnell. »Und du … brauchst Hilfe, nicht wahr?«

Ich erstarre, als sie den Lappen in ihrer Hand auf meinen Bauch und weiter hinab wandern lässt. Erst presse ich die Schenkel noch fester zusammen, um einen Hauch von Druck an meiner Perle zu spüren, doch dann fallen sie auseinander und öffnen sich der näherkommenden Berührung.

»Nicht wahr?«, wiederholt sie mit einem Hauch von forderndem Unterton.

»Ja!«, platzt es aus mir heraus. »Ja, hilf mir! Bitte, ich … Ich verbrenne!«

»Du bist voller Hitze«, bestätigt sie und richtet ihre Aufmerksamkeit auf meine Körpermitte. »Sie scheint von dort zu kommen. Soll ich dich dort auch kühlen? Würde dir das helfen?«

»Ja!«, schluchze ich und spüre Tränen auf meinen Wangen.

Gott, ich würde dafür töten, dass sie mich jetzt dort berührt. Was auch immer sie hören will, ich sage es ihr. Der Hunger hat mich nun voll im Griff und ich kenne keine Ablehnung und keine Hemmungen mehr. Dass diese Frau mir gewiss nicht wehtun wird, wie manche Männer es schon taten, ist ein kleiner Trost. Doch ich bin der Begierde dabei nicht weniger ausgeliefert. Es ist nicht viel anders als sonst.

Das, wovor ich zu fliehen versuchte, hat mich eingeholt. Oder es war nie wirklich fort. Selbst hier, in einem Kloster, findet das Schlechte in mir Wege, andere zu verführen. Clara merkt es vielleicht gar nicht, doch sie wird zu einem meiner Opfer. Zu einem weiteren Diener meiner Gelüste, die offenbar niemanden verschonen, selbst vor einer Frau nicht haltmachen und sogar ein Gotteshaus nicht respektieren.

»Fuck!«, stoße ich aus, als ihre Finger – ohne Lappen! – über meinen Lustknopf und meine Spalte gleiten.

»Schhh«, macht Clara und legt mir Finger ihrer anderen Hand auf die Lippen.

Ich rieche Lust! Ich schnappe zu und sauge sie in meinen Mund. Es schmeckt nach Erregung und die Novizin keucht erregt auf. Was mich nur noch mehr anfeuert.

»Gefällt dir das?«, ächze ich. »Knie dich über mein Gesicht und ich zeige dir, wie geil es sich anfühlen kann. Gib mir deine Pussy und ich lecke sie, bis du deinen Namen nicht mehr weißt, du kleine, geile Nonne …«

»Gott im Himmel«, keucht sie und spannt sich an.

Doch sie entzieht mir keine ihrer Hände, während sie sich langsam erhebt, sich der Unterhose entledigt und auf das Bett zu steigen beginnt. Sie will es. So wie ich auch. Und ich werde es ihr geben. So wie sie mir …

Zweites Kapitel

Dorian

Der Gedanke an einen Horrorfilm schießt mir durch den Kopf, als der Lichtkegel meines Wagens die Mauer des Anwesens erfasst. Es ist mitten in der Nacht und es gibt keine anderen Gebäude in näherer Umgebung. Das Kloster ist abgelegen und das ist auch so beabsichtigt. Als Kulisse für einen gruseligen Schocker wäre es vermutlich ideal. Und das Thema bietet sich auch sehr an …

Stirnrunzelnd rufe ich mich selbst zur Ordnung, während ich nach einem Platz suche, wo ich das Auto abstellen kann. Ausgewiesene Parkplätze hat der Konvent ebenso wenig, wie Außenbeleuchtung um das Grundstück herum. Doch auch das ist zu erwarten.

Nach dem Telefonat mit der besorgten Mutter Oberin musste ich erst einmal nachforschen, was es mit dieser kleinen Schwesternschaft eigentlich auf sich hat. Der Name war mir nicht bekannt. Es ist ein sehr kleiner Orden. Selbst zu Höchstzeiten vor einem halben Jahrhundert gab es nicht mehr als ein paar hundert Nonnen in vier oder fünf Konventen. Eine sehr exklusive und äußerst zurückgezogene Gemeinschaft, die nur in diesem Land existiert und keine Zweige oder Mutterhäuser anderswo hat.

Benannt ist er nach einer Frau, die ihr Leben Gott und der Hilfe für missbrauchte Frauen verschrieb. Ihr gehörte auch das Anwesen, vor dessen Tor ich notgedrungen am Straßenrand parke. Es ist das einzige, verbliebene Haus des gesamten Ordens und nach allem, was ich herausfinden konnte, leben nicht mehr als zwanzig Schwestern hier, die zudem größtenteils längst das Rentenalter erreicht haben.

Es ist kein Ort, den ich normalerweise besuchen würde. Nicht aus freien Stücken und auch nicht im Rahmen meiner momentan pausierten Berufung. Ich wäre nicht einmal hierhergerufen worden, wenn ich nicht der einzige Priester mit Kenntnissen im Bereich des Exorzismus in weitem Umkreis wäre. Jemand – wer genau wurde mir nicht eröffnet und ich habe auch nicht nachgefragt – hat Mutter Agatha vom Orden der seligen Margrit Barlowe mitgeteilt, dass sie einen Exorzisten keine halbe Autostunde von sich entfernt zu finden vermag. Und die besorgte Frau hat mich mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt.

Böse bin ich ihr deswegen nicht. Sie hat mich aus meinem stets wiederkehrenden Albtraum gerissen. Zwar bin ich von meinem Orden beurlaubt, sodass ich zu mir selbst und zu Gott finden kann, doch das befreit mich weder von meinen priesterlichen Pflichten gegenüber Hilfebedürftigen, noch nimmt es mir die Autorität, Exorzismen durchzuführen. Selbst wenn ich darauf nicht sonderlich scharf bin.

Nein, das ist eine zu schwache Formulierung. Ich will nichts weniger als noch einmal in diese Rolle zu schlüpfen. Was mein letztes Ritual unter der Obhut meines Mentors vor meinem selbstständigen Dienst für die Kirche hatte sein sollen, war der sprichwörtliche Strohhalm, der den Rücken des Kamels brach. Der Selbstmord des jungen Mädchens hat mich zutiefst erschüttert und mich mit Zweifeln vieler Arten gefüllt. Selbst Gott und meiner Beziehung zu ihm bin ich mir nicht mehr sicher. Ich bin also in keiner guten Verfassung für das, was mir bevorstehen mag.

Doch ich habe gar nicht vor, der Bitte der Mutter Oberin zu entsprechen. Ich will nur verhindern, dass sie einen anderen an meiner statt beruft. Jemanden mit weniger Zweifeln. Oder weniger Skrupeln. Jemanden, der vielleicht nicht zögern würde, ein schädliches Ritual an einer vermutlich hilflosen Frau zu vollziehen.

Vor dem Tor schüttele ich den Kopf, um mich von all diesen Gedanken zu befreien. Ich urteile, bevor ich wissen kann. Das ist falsch. Ich bin hier, weil meine Hilfe benötigt wird. Das ist eine Aufgabe, der ich mich zu stellen habe. Was genau diese Hilfe beinhaltet, werde ich entscheiden, wenn ich ein besseres Bild von der Lage habe.

»Ich bitte nochmals um Verzeihung«, wiederholt Mutter Agatha, nachdem wir das Haupthaus betreten haben.

Sie hat mich vom Tor abgeholt und in ihrem Eifer, mich in Kenntnis zu setzen, erstaunlich wenige Informationen preisgegeben. Ich weiß nun, dass es einen erschütternden Vorfall gab, in den eine Novizin und eine Besucherin des Konvents verwickelt sind. Die Fremde ist eine Hilfesuchende, die hier vor einigen Tagen aufgenommen wurde. Und der Vorfall selbst … ›ist kaum in Worten zu beschreiben‹, wie mir bereits dreimal berichtet wurde.

»Es gibt keinen Grund für eine Entschuldigung, ehrwürdige Mutter«, beschwichtige ich. »Wenn ich helfen kann, bin ich bereit dazu. Ich muss allerdings zunächst besser verstehen, was eigentlich vorgeht.«

»Gewiss, Reverend«, lautet die Antwort, der jedoch keine weitere Erläuterung folgt.

Ich korrigiere die altertümliche Ansprache nicht. Schwester Agatha ist definitiv jenseits der Siebzig und sie sieht die Kirche, Gott und den Dienst in seinem Namen in einem anderen Licht als ich. Ihr Orden hat es verpasst, sich zu modernisieren. Zusammen mit dem Rückgang religiösen Interesses in der Bevölkerung wird das – trotz des im Geiste guten Gedankens, dem sich die Schwestern verschrieben haben – zu seinem Ende führen. Es gibt kaum neue Schwestern, die sich anschließen wollen. Auch wenn es gewiss nicht an Frauen mangelt, die Schutz vor Missbrauch oder Hilfe bei dessen Bewältigung brauchen mögen.

Das nehme ich jedenfalls an. Denn persönlich habe ich von Frauenbelangen stets einen gewissen Abstand gehalten. Den Gelüsten, die sie in mir wecken, begegne ich am besten durch Distanz. So habe ich mein zölibatäres Gelübde stets ohne Schwierigkeiten einzuhalten vermocht. Was – wie ich aus Erzählungen weiß – anderen Kirchenmännern in der heutigen Zeit schwerer zu fallen beginnt.

»Sprechen wir über den Vorfall«, schlage ich mit genug Autorität vor, um die Führung des Gesprächs zu übernehmen. »Was genau ist geschehen?«

Sofort verfinstert sich das Gesicht der betagten, aber rüstigen Nonne. Ihre Miene nimmt einen Ausdruck an, den ich schon oft gesehen habe. Sie stählt sich gegen etwas, was sie als Inbegriff des Bösen versteht und zieht sich hinter ihren Glauben als Schild vor dem Übel zurück.

»Es ist einige Stunden her«, beginnt sie ihren Bericht. »Ich habe meinen letzten, abendlichen Rundgang gemacht. Wir haben zwei Schwestern, die dem Orden noch nicht sehr lange angehören, und eine junge Novizin hier. Manchmal suchen sie zur späten Stunde nach der persönlichen Zwiesprache im Gebet Zuspruch oder haben Bedarf an einem geduldigen Ohr. Sie müssen wissen, Reverend, die Mitglieder unseres Ordens haben teils schreckliche Dinge durchlitten und müssen lernen, diese Erfahrungen mit Gottes Hilfe und festem Glauben zu bewältigen.«

»Ich habe davon gehört und bewundere die Arbeit des Ordens und das Werk, das Sie hier tun, Schwester Agatha«, versichere ich und meine es auch so. Ihre Miene entspannt sich eine Winzigkeit bei diesen Worten und sie nickt dankbar.

»Auf dem Rundgang habe ich Laute aus der Kammer der Novizin vernommen«, fährt sie fort. »Dort ist auch unser Gast untergebracht. Eine Frau, die voller Furcht und offenkundig auf der Flucht zu unserem Tor kam, wie es schon viele vor ihr taten. Aus den Gesprächen mit ihr kann ich schließen, dass sie traumatische Erlebnisse mit Männern durchlitt. Jemanden in einer solchen Lage abzuweisen, wäre gegen die Prinzipien, denen sich der Orden verpflichtet hat. Und ein solch armes Geschöpf in der Nacht alleinzulassen wäre grausam. Daher ist es Sitte, ihr eine Novizin oder Schwester zur Seite zu stellen, die stets bereit ist, Hilfe zu holen oder ein offenes Ohr zu haben.«

Ich lausche und lasse die Mutter Oberin die Dinge auf ihre Weise schildern. Sie setzt mich dabei in Kenntnis, was ihr Orden ist und wie die Dinge unter ihrer Führung und gemäß den Traditionen gehandhabt werden. Das sind wichtige Informationen, um mir ein umfassendes Bild zu machen. Von den Geschehnissen, wie auch von den Beteiligten.

»Die Geräusche, die an mein Ohr drangen, sie …« Zum ersten Mal zögert die Ordensschwester. »Sie waren erschütternd. Ich erkannte einige davon als Laute der … Laute der Wollust!«

Ich lasse meine Miene keinerlei Reaktion zeigen, auch wenn Schwester Agatha mich erwartungsvoll ansieht. Ich habe etwas Derartiges erwartet. Wäre Schlimmeres geschehen, wäre sie nicht auf die Suche nach einem Exorzisten gegangen. Doch in meinen Augen ist menschliche Lust nicht für sich genommen verwerflich. Was diese Frau offenkundig anders sieht. Nicht, dass ich ihr daraus einen Vorwurf machen könnte oder wollte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch Agatha einmal Schreckliches erlebt hat und es in einem Zusammenhang mit Fleischeslust steht. Das kann ich bei jeder Nonne und auch der genannten Novizin von vorneherein annehmen.

»Nur weiter, ehrwürdige Mutter«, ermutige ich sie ruhig und gefasst. »Jede Beobachtung, Wahrnehmung und Information kann für mich und meine Arbeit von entscheidender Bedeutung sein. Sie müssen nicht fürchten, mich zu erschrecken. Sprechen Sie offen und berichten Sie jedes Detail.«

Sie verzieht kurz das Gesicht, wie von einem unangenehmen Geschmack oder Geruch. Eine Reaktion auf das, woran sie sich erinnert, nehme ich an. Ein beinahe unmerkliches Seufzen geht der Fortsetzung der Erzählung voran.

»Es war ein heftiges Keuchen und Schnaufen aus … zwei Kehlen. Und Stöhnen. Brünstiges, wollüstiges Stöhnen einer der beiden Frauen, die dort … in unnatürlicher Umarmung miteinander …«

»Ich bitte um Verzeihung, Schwester Agatha«, hake ich ein. »Es ist unverzichtbar für meine Arbeit, dass zwischen direkten Beobachtungen und Schlussfolgerungen unterschieden wird. Im Umgang mit einer Besessenheit ist jede kleinste Kleinigkeit von möglicherweise größter Wichtigkeit. Haben Sie diese Umarmung in dem Moment bereits mit eigenen Augen beobachtet?«

»Ich … Nun, also … nein«, gibt sie zu. »Doch was ich zu sehen bekam, als ich die Tür vorsichtig öffnete, um nach dem Rechten zu sehen, bestätigte jede Ahnung, die mich überkam. Es war genau so, wie ich es beschrieben habe. Clara und die Besucherin langen eng umschlungen auf dem Bett der Frau. Sie … Sie hatten … Sie waren …«

»Ich bin sicher, dass es sehr schwer sein muss, die Dinge zu beschreiben«, sage ich tröstend und durch Ruhe Kraft spendend. »Was zu sagen ist, bleibt zwischen uns und dem Herrn. Und der weiß bereits alles. Zur Zurückhaltung ist dies also nicht der rechte Zeitpunkt.«

»Es fällt mir schwer, Reverend«, seufzt die Frau und zeigt für einen Augenblick einen Riss in der strengen, beherrschten und glaubensfesten Fassade. »Ich habe nicht erwartet, jemals … so etwas zu Gesicht zu bekommen. Nicht hier, in meinem Kloster.«

Mir entgeht das kurze Zögern nicht. Ich ziehe daraus den Schluss, dass es nicht das erste Mal im Leben von Schwester Agatha ist, dass sie zwei Frauen in intimer Umarmung vorfand. Der Art, wie sie betont, dass es um ihr

---ENDE DER LESEPROBE---