Prinus Reise - Anna Funk - E-Book

Prinus Reise E-Book

Anna Funk

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Beschreibung

Prinus ist ein Bewohner des Planeten Sentos und befindet sich in der Ausbildung zum Sternengesandten. Sein Interesse wird auf den Planeten Erde gelenkt, eine ihm unbekannte dichte Lebensform, auf der scheinbar ein Zustand von Dunkelheit und Vergessen vorherrschen. Für Prinus unvorstellbar, was in ihm ein zunehmendes Bedürfnis weckt, als Helfer und Botschafter des Lichtes auf diese Erde zu reisen. Er erkennt in seinem inneren Drängen den Ruf einer lang angelegten Bestimmung.

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Seitenzahl: 145

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Die Autorin

1982 geboren, lebt die Autorin im südlichen Bayern. Neben ihrem Beruf als Sozialpädagogin bietet sie seit Jahren spirituelle Begleitung, Beratung sowie Heilarbeit an.

Das Interesse an Spiritualität und der Geistigen Welt begann sehr früh, ebenso der Kontakt zu geistigen Wegbegleitern.

Über diese empfängt die Autorin Informationen und Lehren für sich selbst und für andere.

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um eine Erinnerung an die Lebenszeit auf einem anderen Planeten und die Entscheidung, sich auf die Reise zur Erde zu begeben.

In den Tiefen der schöpferischen Ausdehnung, in einem fremden Raum und einer entfernten Zeit spielt die Geschichte von Prinus. Er ist einer von vielen mutigen Seelen die sich einst entschlossen haben als Lichtträger und Friedensboten auf die Erde zu kommen. Sie alle wollen ihren Beitrag dazu leisten, diesem Planeten ein neues Antlitz zu verleihen, so dass sich die Prophezeiungen einer neuen Erde und eines neuen Himmels erfüllen mögen.

EINFÜHRUNG

Für jeden von uns gab es eine Zeit bevor diese Erde unser Lebensraum wurde. Wir existierten in anderer Art, in höheren Dimensionen, auf anderen Planeten im Umkreis der Erde und eine Vielzahl von uns auch in anderen Welten jenseits unseres Sonnensystems. Irgendwann trafen wir die Entscheidung diese Erde zu bereisen, ihr Leben darauf kennenzulernen und auf ihr zu wirken. Die einen kamen um ihre eigene Evolution zu gestalten, manche kamen als Helfer und wieder andere mit egoistischem Bestreben.

Die meisten von uns sind länger geblieben als vielleicht geplant, denn dieses einzigartige Leben in der dichtesten materiellen Erscheinung hat uns schwer beeindruckt und in seinen Bann gezogen, in seinen Kreislauf der ständigen Wiederkehr verstrickt.

So bist auch du lieber Leser nicht von dieser Welt, genau so wenig wie es diejenigen sind die sich den Machtanspruch über diese Erde genommen haben.

Die Frage, ob es außerirdisches Leben gibt, erübrigt sich wahrlich.

Diese Geschichte erzählt von den Erinnerungen des Sternenwesens Prinus bevor es vor langer Zeit auf diese Erde kam.

Prinus lebt auf Sentos, einem Planeten der sechsten Schwingungsdimension weit außerhalb des Sonnensystems der Erde. Die Sentorianer leben in Frieden miteinander und im Einklang mit der Natur und den göttlichen Gesetzen. Sie verstehen es, ihre geistigen Kräfte zu nutzen und verfügen über hoch entwickelte geistige Technologien.

In ihrem Aussehen sind die Bewohner den Erdenmenschen gar nicht unähnlich. Sie haben Arme und Beine, einen Kopf, Organe und ein Nervensystem. In ihrer Erscheinung sind sie dennoch anders. Ihr Körperbau ist feingliedrig und ihr Körper wirkt durchsichtig. Ihre Haut ist feinporig und schimmert silbern. Sie haben keine Haare und ihr Kopf ist im Verhältnis zu ihrem Körper etwas größer als bei den Menschen. Ihr Gesicht weist feine, filigrane Züge auf mit einem schmalen Mund und einer kleinen Nase. Die Augenpartie ist unauffällig. Die Augen selbst jedoch leuchten in Grün- und Blautönen wie geschliffene Kristalle. Ihr Blick ist klar und tief.

Die Welt in der die Sentorianer leben ist halbmateriell, was bedeutet, Materie kann leichter verändert werden. Dies befähigt die Bewohner, neben ihren physischen Sinnen auch ihre geistigen Sinnesorgane natürlich zu nutzen. Es ist ihnen möglich, Lichtfrequenzen zu sehen und Klangschwingungen wahrzunehmen die weit außerhalb der Wahrnehmung der Augen und Ohren eines Erdenmenschen liegen. Sie können mit der Kraft ihrer Gedanken bewusst kreieren und materialisieren.

Die Sentorianer sind im Geiste bewusst miteinander verbunden und können über beliebige Entfernungen hinweg kommunizieren was sie unabhängig von einem räumlichen Beisammensein macht.

Sentos wird regiert von dem Hohen Rat des Planeten der sich aus ausgewählten Priestern zusammensetzt. Der Hohe Rat wiederum ist Mitglied im Verbund eines galaktischen Rates, welcher die Lebensformen und Planeten des gesamten Kosmos beobachtet und deren Aktivitäten verfolgt und lenkt. Ziel ist die Aufrechterhaltung des universellen Gleichgewichtes da Störungen und Unausgewogenheit stets einen Einfluss auf das empfindliche Gesamtsystem der Galaxie und somit auf jeden beseelten, lebendigen Aspekt haben, sei dies nun ein Planet oder ein einzelnes Lebewesen.

Vielleicht erinnerst du dich, wenn du diese Geschichte liest, dass diese Erde nicht deine Heimat ist und dein materielles Leben nicht die einzige und wahre Realität deines Wesens ist, denn wir alle sind im höchsten Ursprung Kinder des Lichts.

* *

„Prinus!“, ertönte die Stimme des Priesters Trisenius durch die Halle des heiligen Tempels. „Wo bist du?“

Unsanft wurde Prinus aus seinen Träumen gerissen und etwas widerwillig öffnete er seine Augen. Trisenius schwebte vor ihm, ein paar Zentimeter vom Boden entfernt. Seine Gestalt war zart und durchscheinend. Ein bläulich weißer Schimmer umgab ihn wie eine zweite Haut.

„Wo ist dein Hologramm?“, fragte Trisenius und musterte Prinus, der mit verschränkten Beinen auf einem großen Kissen saß. Prinus erinnerte sich an Trisenius Anweisung durch Gedankenkraft ein sichtbares Lichtgebilde in Form einer doppelten Pyramide um seinen Körper zu weben und verteidigte sich sogleich: „Aber Trisenius, ich habe das Pyramidenhologramm bereits zweimal gebaut!“

„Das habe ich gesehen Prinus und ich weiß, dass du es kannst. Die Aufgabe bestand jedoch darin, es so lange beizubehalten, bis die Übung von mir beendet wird“, sagte der Priester streng.

In der Hoffnung, dass der Tadel von den anderen unbemerkt geblieben war, schielte Prinus vorsichtig zu seinen Mitschülern Zara und Terkos hinüber, die in unmittelbarer Nähe neben ihm saßen.

Ihre Gesichter waren ausdruckslos und beide hatten ihren Blick nach vorne gerichtet. Sie waren jeweils von zwei sichtbaren Lichtpyramiden umhüllt. Die Pyramiden waren aufeinandergestellt und hatten einen gemeinsamen Boden, so als ob die Untere das Spiegelbild der Oberen wäre. Der Boden befand sich auf Hüfthöhe der Schüler, was den Eindruck erweckte, sie säßen auf einem Quadrat aus Licht. Von allen vier Ecken des Quadrats gingen Lichtstrahlen nach oben über den Kopf hinweg, und nach unten weit unterhalb der Füße und des Bodens hinaus, bis sich die Strahlen in den zwei Spitzen trafen.

Die Pyramiden schimmerten in den verschiedensten Farben und gaben einen gleichmäßigen Ton von sich, der den Raum erfüllte. Der Klang war sphärisch, hell und klar und entstand durch die Schwingung der Lichtteilchen, aus denen die Pyramiden geformt waren. Der schwarze Steinboden unter den beiden Schülern verzog sich zu einem Trichter und wirkte nahezu transparent.

Prinus richtete seinen Blick auf das Hologramm, das er erzeugt hatte. Mit einer Pyramide hatte es allerdings wenig zu tun. Stattdessen waren es Gebilde von Lebewesen unterschiedlicher Art, über die er gelesen hatte. In seiner Fantasie hatte er sich vorgestellt, wie er ihnen auf fremden Planeten begegnen würde. Aufgeschreckt durch Trisenius Worte, verschwanden jetzt allerdings auch die letzten Reste dieser Imaginationen. Zara und Terkos hatten ihr Hologramm mittlerweile aufgelöst und ihren Blick auf ihren Mitschüler geheftet. Prinus konnte Überheblichkeit in ihren Augen sehen und sogleich verspürte er, wie ihn dies ärgerte als auch verletzte. Zweifellos konnte er die von Trisenius geforderte Übung umsetzen, doch er hatte einfach keinen Sinn darin gesehen sie so lange aufrechtzuerhalten, wie sein Lehrmeister es forderte. Prinus fühlte sich unverstanden und senkte enttäuscht seinen Blick.

Die Schule, die Prinus, Zara und Terkos besuchten, diente der Geistesentwicklung und sollte sie unter anderem auf das spätere Wirken als Sternengesandte vorbereiten. Nur wenigen Bewohnern von Sentos war es vorbehalten, diese Laufbahn einzuschlagen. Nur wessen eigener Seelenplan dieses Amt vorsah und dadurch über die entsprechende Befähigung verfügte, wurde für diese Rolle ausgewählt. Den Sternengesandten kam die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die umliegenden Planeten zu erkunden und dem Sentorianischen Rat über die dortigen Vorkommnisse Bericht zu erstatten. Die so erlangten Erkenntnisse wurden als Grundlage und Entscheidungshilfe für das weitere Handeln des Rates betrachtet.

Prinus war einer dieser auserwählten Sentorianer, dem die inneren Gaben und die geistige Klarheit zugeschrieben wurden die notwendig waren, um in dieser Funktion zu wirken. Seine Eltern gaben ihn zu diesem Zweck bereits in jungen Jahren in die Obhut des Hohepriesters Trisenius, der sich von da an Prinus Ausbildung widmete.

Prinus verfügte sowohl über die hohe Konzentrationsfähigkeit als auch über die Disziplin, die die Ausbildung erforderte. Lediglich seine Ungeduld und seine schier unbegrenzte Fantasie und Hingabe, mit der er sich in seinen Traumwelten verlor, stellten seinen Lehrer Trisenius häufig vor eine Herausforderung. Prinus hätte dies selbstverständlich nicht so bezeichnet. Die Übungen der Konzentration nahmen seiner Meinung nach viel zu viel Zeit in Anspruch und führten viel zu langsam auf das gewünschte Ergebnis hin. So war er in seinen Gedanken stets einen Schritt voraus und fühlte sich nun ob Trisenius Rüge ungerecht behandelt.

Obwohl Trisenius den Gedankenaustausch seiner Schüler bemerkte, beschloss er den daraus resultierenden Konflikt zunächst zu übergehen.

„Konzentration und Ausdauer sind sehr wichtig und unerlässlich, wollt ihr diese Schule erfolgreich durchlaufen und den größten Nutzen daraus ziehen.“

Der Priester betrachtete seine drei Lehrlinge und überlegte sorgfältig seine nächsten Worte.

„Wie ihr wisst, besteht alles was ist aus kleinsten Lichtteilchen, die miteinander verbunden die Formen ergeben, die ihr seht. Die Lichtteilchen werden durch Gedankenkraft zusammengefügt und in ihrer Form und ihrem Inhalt bestimmt. In einer unendlichen Vielzahl schwirren die zunächst neutralen Teilchen frei im Raum und stehen euch zur Verfügung, um damit kreativ schöpferisch tätig zu sein. Was ihr damit macht, wie ihr sie befüllt und zu welchen Formen ihr sie zusammenfügt unterliegt eurer Verantwortung. Bitte vergesst nicht, dass eure Schöpfungen für immer in der Energiematrix der Galaxie existent bleiben und Einfluss auf euer Leben und das der anderen haben. Kein Gedanke geht jemals wieder verloren, da jeder Gedanke sofort Lichtteilchen bindet und eine Form bildet“, erklärte Trisenius.

„Können Gedankenschöpfungen wirklich nie mehr aufgelöst werden?“, fragte Zara besorgt.

„Das ist eine sehr gute Frage und die Antwort lautet: Doch, es ist möglich, und zwar indem du das Gegenstück dazu erschaffst, um einen Ausgleich zu erwirken und so die ursprüngliche Schöpfung zu neutralisieren, also aufzuheben.“ Zaras Frage erschien Trisenius als eine gute Gelegenheit, die Unstimmigkeiten unter seinen Schülern zu beheben. „Versuch es doch selbst“, ermunterte Trisenius seine Schülerin. „Dazu bitte ich dich, Prinus Lichtkörper genau zu betrachten.“ Trisenius deutete mit seinem Finger auf Prinus Brust der überrascht aufsah.

„Hier im Lichtkreis des Herzens ist eine verdichtete dunkle Stelle. Seht ihr sie?“ Trisenius blickte Zara und Terkos an und die Zwei nickten zustimmend.

„Diese Verdichtung im Lichtkörper habt ihr vorher erschaffen, als ihr Prinus wegen der misslungenen Aufgabe mit Spott bedacht habt. Eure negativen Gedanken und sein Ärger haben eine Verletzung in seinem Lichtkörper hinterlassen. Alle Gedanken, die nicht dem höheren Geist entsprechen, beschweren und lähmen die Lichteilchen. Sie werden unbeweglich und träge und bilden dunkle Klumpen innerhalb der Lichtgebilde. Diese Klumpen stecken die umliegenden Lichtteilchen regelrecht an und ziehen sie zu sich, so dass die dunkle, verdichtete Energie mit der Zeit größer wird und sich ausbreitet.“

Trisenius hielt kurz inne. Als er mit seinen Ausführungen fortfuhr, erkannten seine Schüler sofort den tiefen Ernst, der in seiner Stimme lag.

„Dieser Effekt kann ganze Planeten und Zivilisationen betreffen, die in Dunkelheit leben und vergessen haben, dass das Licht existiert.“

Im Raum herrschte betretene Stille. Beschämt über ihre Unachtsamkeit, die der Priester angemahnt hatte, senkte Zara den Kopf. Sie war es, die die Konzentration nicht beherrschte, nicht Prinus.

Doch Trisenius bemerkte Zaras Bedauern nicht. Seine Augen schweiften in die Ferne und eine ungewöhnliche Melancholie war bei ihm spürbar. So sehr sich Prinus auch bemühte, den Grund für die Gefühlsregung seines Lehrmeisters herauszufinden, so gelang es ihm nicht, da dieser einen Sichtschutz um sich gewoben hatte.

Einen Augenblick später besann sich Trisenius und wandte sich wieder seinen Schülern zu. „Deswegen sind wir hier“, sagt er mit sanfter Stimme. „Ihr sollt lernen die Gesetze des Kosmos zu achten und weise mit euren Kräften und Schöpfungen umzugehen. Zara, ich bitte dich eine kleine Kugel aus violettem Licht zu erschaffen und sie mit Gedanken der Liebe zu füllen.“

Zara folgte der Aufforderung und schloss die Augen. Um ihren Kopf wurden weiße Lichtteilchen sichtbar, die scheinbar unkontrolliert durch den Raum schwebten. Durch ihre Konzentration zog sie etliche heran und formte daraus eine Kugel. Wie aus dem Nebel erschienen Lichtschwaden aus violettem Licht, die sich um die Kugel legten und ihr Glanz verliehen.

Zara senkte das Hologramm von ihren Augen auf Brusthöhe herab, sandte einen Lichtstrahl aus ihrem Herzen und füllte die Kugel mit der Liebesenergie an.

„Sehr gut.“ Trisenius nickte. „Und nun lass diese Kugel zu Prinus hinübergleiten. Platziere sie an dem Ort, wo die dunkle Stelle zu sehen ist.“

Zara folgte den Anweisungen ihres Lehrers. Die Kugel schwebte durch den Raum, hielt vor Prinus Brust an und überdeckte den dunklen Fleck. Prinus verspürte ein plötzliches Ziehen und atmete hörbar auf. Ein Gefühl der Erleichterung erfüllte seinen Körper, so als wäre etwas von ihm genommen worden und er bemerkte, dass sein Groll auf Zara und Terkos verschwunden war.

Trisenius nickte zufrieden. „Seht ihr, die Energie der Liebe ist stets eine heilende und transformierende. Sie hat bei Prinus die verdichtete Energie des Ärgers neutralisiert.“

Während Zara, Terkos und Prinus sich von dieser wunderbaren Verwandlung noch immer beeindruckt zeigten, fuhr Trisenius mit seinen Ausführungen fort: „Die Liebe ist die höchste Schwingung und die stärkste Kraft aller Existenz. Sie ist der Große Geist selbst, aus dem alles geboren wird. Es ist daher sehr wichtig, dass ihr auf eure geistigen Schöpfungen achtet, die stets im Sinne der höheren Gesetze und im Dienste der Liebe sein sollen.

Erschafft ihr durch eine Unachtsamkeit ein Produkt der Unliebe, so seid ihr dafür verantwortlich das Gleichgewicht wieder herzustellen indem ihr unmittelbar einen Ausgleich herbeiführt, bevor eure Schöpfung sich verselbständigt und größeren Schaden anrichtet. Jede energetische Schöpfung, ob sie nun der Liebe ab- oder zugewandt ist, sucht sich Seinesgleichen, um sich zu verbinden und so zu wachsen.“

Trisenius blickte einen nach den anderen seiner Schüler an: „Herrschen beispielsweise auf einem Planeten vorwiegend Gedanken der niederen Instinkte vor wie Habgier, Neid oder Zorn, werden sich diese resonanzbedingt vereinigen und den energetischen Zustand dieses Planeten prägen. So bestimmen alle Lebewesen ihre inneren und äußeren Lebensumstände durch das, was sie an Gedanken und Emotionen aussenden. Da alles Leben aus der gleichen Quelle hervorgegangen, und dadurch untrennbar miteinander verbunden ist, übt jede energetische Struktur natürlicherweise einen Einfluss auf das Gesamte aus. Auch wir beeinflussen die geistige Evolution anderer Planeten und Lebensformen mit unseren Energien die wir produzieren. Seid euch bitte dieser Verantwortung bewusst und beobachtet eure Gedanken und Handlungen sehr genau, denn sie formen die Beschaffenheit unseres Lebensraumes und die der anderen Zivilisationen.“

Nach dieser Rede verbeugte sich Trisenius vor den jungen Sentorianern. „Für diesen Augenblick ist es genug. Ich freue mich, euch bald wiederzusehen.“

* *

Prinus verließ das Tempelgebäude über die Steinstufen die in den großen Garten führten. Auf halber Höhe hielt er für einige Zeit inne und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen. Über der Tempelanlage leuchtete ein bläulich silberner Himmel der stets gleichmäßig in der Atmosphäre pulsierte. Der Planet Sentos war von zwei Sonnen umgeben die für nahezu konstante Lichtverhältnisse und Temperaturen sorgten. Prinus wusste von Gestirnen, auf denen Helligkeit und Dunkelheit zyklisch wechselten mit entsprechenden Auswirkungen auf den Wärmehaushalt der Luft. Vielleicht würde es ihm im späteren als Sternengesandter gelingen, solch einen Ort zu bereisen, da er neugierig war wie sich solch ein Phänomen anfühlte.

Ein kurzes Aufblitzen in Prinus Sichtfeld erregte seine Aufmerksamkeit. Ein Lichtschiff war gerade kaum merkbar über ihm hinweg geflogen. Obwohl es den Sentorianern aufgrund der geringen Schwerkraft des Planeten grundsätzlich möglich war sich frei durch die Lüfte zu bewegen, bevorzugten sie die Beförderung über Lichtschiffe. Die Kunst den eigenen Körper fliegen zu lassen, wollte erlernt sein und erforderte gezielte Konzentration und Kraftaufwendung und wurde somit nur zu bestimmten Zwecken und nicht alltäglich eingesetzt. Prinus verfügte über das Wissen um diesen Vorgang, beherrschte diese Fertigkeit jedoch noch nicht praktisch. Im Laufe seiner Schulung würde er diese noch erwerben. Häufig hatte er dabei zugesehen, wie mit Hilfe dieser Technik Gebäude errichtet oder schwere Gegenstände bewegt wurden.

So wurde auch einst der Tempel erbaut. Prinus drehte sich um und neigte den Kopf nach hinten. Vor ihm erhob sich der große Hauptturm der Anlage mit schmalen, gläsernen Streben die rund um das Gebäude aneinander gereiht nach oben ragten und dem Turm die von oben erkennbare Sternform gab. Der Stern hatte vier abgeflachte Strahlen und entstand durch die konkaven Einbuchtungen der vier Außenwände. Oben wurde der Komplex mit einem pyramidenartigen Dach vollendet. Vier weitere identische Türme lagen hinter dem vorderen, jeweils zwei gegenüber im Quadrat angeordnet. Die fünf Türme waren über lange, glatte Wände miteinander verbunden. Die Außenmauern wirkten hell und transparent, erlaubten jedoch kein hindurchsehen. In der Mitte des Schiffes befand sich ein Innenhof. Das Material des Bauwerkes war feinster geschliffener Stein aus dem dunkelgraumeliert, teils schwarz glänzenden Gesteinsvorkommen des Planeten. Dieses war von unzählig vielen Kristallen unterschiedlichster Größen sowie dessen Staub durchzogen.

Die Stufen auf denen Prinus stand waren ebenfalls aus der gleichen Substanz, jedoch nahezu unbearbeitet und dadurch in ihrem Aussehen dichter.

Prinus setzte seinen Weg nach unten fort und betrat die Gartenanlage des Tempels.

Große, mächtige Tarkabäume bestimmten das Bild des grünen Anwesens. Ihre dunklen Stämme hatten einen breiten Umfang mit vielen sanften Furchen in der Rinde. Das Blattwerk war prall und reich an Wasser. Seine orangefarbenen Früchte waren etwa handgroß und hatten einen süßlichen Geschmack. Prinus pflückte sich eine Frucht und biss genussvoll hinein.

Der Garten war ansonsten üppig bepflanzt mit Boden bedeckenden kleinen Gewächsen die sich durch den kiesigen, bläulich schimmernden Boden zogen. Überall dort wo sie Halt fanden, rankten Kletterpflanzen nach oben. Vorzugsweise waren dies die Stämme der Bäume. Die Wände der Gebäude blieben davon unberührt, da sie zu glatt waren.