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Das Leben voll genießen und mit der eigenen authentischen Ausstrahlung beruflich wie privat überzeugen – wer möchte das nicht? Erreichen lässt sich dies nur, wenn die eigene Persönlichkeit in vollem Glanz erstrahlen kann. Dabei geht es nicht darum, einem fremden Ideal hinterherzurennen. Vielmehr ist die eigene Einzigartigkeit interessant und darum zu pflegen und herauszustreichen. Wer sich mit sich beschäftigt, erfährt, dass Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden keinen Widerspruch bilden. "Projekt: Ich. Ziel: Sein" verrät Tipps und Strategien, um sein Ich zu leben, den Alltag bewusster zu gestalten und selbst gewählte Ziele ohne Kampf zu erreichen. Neben wissenschaftlich belegten Fakten, schildert die Autorin ihre eigenen Erfahrungen und lässt Experten aus mehreren Bereichen zu Wort kommen.
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Seitenzahl: 335
Veröffentlichungsjahr: 2023
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
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© 2023 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99131-736-4
ISBN e-book: 978-3-99131-737-1
Lektorat: Mag. Elisabeth Pfurtscheller
Umschlag- und Innenabbildungen: Ladina Brunner
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Vorwort
Die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Ich ist ein lukrativer Markt. Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning von der Hochschule Osnabrück schätzt in einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“ die Referenten, die zu den Themen größeres Selbstbewusstsein, höhere Attraktivität sowie mehr Erfolg dozieren, auf circa 30.000 Personen ein, die sich dabei als Coach bezeichnen, „davon 8000 Business Coaches. Weniger als 20 Prozent davon schätze ich als wirklich seriös ein“, sagt Kanning.(Quelle: https://www.wiwo.de/erfolg/management/psychologe-WeiterbildungsSzene%20Deutschland%202018-coachings-ich-habe-viele-unsinnige-sachen-gesehen/26126980.html).
Das unübersichtliche Angebot an seriösen und selbst ernannten Coaches oder medialen esoterischen Gurus geht einher mit einem schier unfassbaren Angebot an Seminaren: Führungstrainings, Schamanen-Seminare, Astro-Kurse, Aufmerksamkeitskurse, Meditationsseminare, Verhandlungstechniken, NLP oder Titel á la „Wie angele ich mir einen Millionär“. Buchbar ist alles und lediglich eine Preisfrage. Aber ob sich die Investition tatsächlich lohnt oder der Trainer womöglich statt Lösungen nur geschicktes Marketing betreibt, ist für den Laien kaum erkennbar.
Dieselbe Angebotsflut herrscht bei der Ratgeberliteratur. Immer mehr Ratgeber stapeln sich auf den Verkaufstischen und im Onlinebuchhandel. Denn sie sind gefragt. Im Jahr 2018 betrug deren Umsatzanteil 14 Prozent, rechnete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor und liegt hinter Belletristik und Kinder- und Jugendbuchliteratur auf Platz 3. Dabei stellen die Ratgeber von Essen & Trinken 1. Halbjahr 2020, Quelle Statista: 23,4 Prozent, gefolgt von Büchern zum Thema Lebenshilfe(1. Halbjahr 2020, Quelle Statista: 21,3 Prozent). Gesundheitsthemen rangieren mit 18,5 Prozent auf dem dritten Platz.
Das zeigt, dass guter Rat gefragt ist. Und keiner sollte daran zweifeln, dass ihm die eine oder andere Methode, Diät oder das Wissen um den eigenen Körper weiterhelfen kann.
Aber das Ziel, zur Verbesserung des eigenen Ich beizutragen, lässt sich auf vielen Wegen erreichen. Welcher Pfad der richtige ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Wie bei Kleidungsstücken gilt: Eine Größe passt keinem. Vorliegendes Buch soll Ihnen dabei behilflich und sich nicht in die Flut jene Ratgeber einreihen, in denen behauptet wird, die einzige, die neueste, die beste Wahrheit, die Geheimnisse der Menschheit und die Weisheit an sich zu enthalten. Denn diese präsentieren, genau wie die entsprechenden Seminare, meist nur eine Methode. Doch diese ist nicht für alle die richtige – jede Methode hat ihren Raum, manchmal funktioniert sie für eine Sache, aber nicht für eine andere. Mitunter funktioniert eine Methode erst, nachdem man die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Manchmal passt eine Methode besser zu den Lebensumständen als eine andere. Eine Diät, die einmal die Kilos purzeln ließ, muss beim nächsten Mal nicht zum Erfolg führen. Vielleicht ist es Bewegung, die Ihnen zu mehr körperlichem Wohlbefinden verhilft? Es könnte aber auch eine Entspannungstechnik helfen. Oder Sie müssen einfach einmal Ihre Darmflora auf Vordermann bringen. Womöglich ist es aber auch nur ein neuer Kleidungsstil, eine Aromatherapie oder Bachblüten, die Ihnen die Richtung zur Lösung Ihres Themas zeigt.
Darum dieses Handbuch. Es soll Ihnen die Palette Ihrer Möglichkeiten aufzeigen und Ihnen die notwendige Kompetenz vermitteln, um nicht die Qual der Wahl zu haben, sondern die Gewissheit, dass es nicht nur eine Erfolgsstraße gibt, sondern eine ganze Landschaft. Alle Methoden, die Sie hier finden, sind von mir selbst getestet und geprüft. Welche davon, zu welchem Zeitpunkt für Sie die Richtige ist, müssen Sie selbst entscheiden. Die Arbeit kann Ihnen niemand abnehmen, kein Coach, kein Guru, kein Therapeut. Sie können Geld auf Ihr Problem werfen oder es angehen. Denken Sie nur an Ihre Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Nur weil Sie eine haben, sind Sie noch nicht fitter. Darum gehen Sie auf die Suche!
1 Wie geht es dir heute?
Die beste Voraussetzung für einen angenehmen Alltag – sowohl für die private als auch für die berufliche Zufriedenheit – ist eine positive Ausstrahlung. Wer immer gut gelaunt durchs Büro geht und Menschen freundlich und fröhlich gegenübertritt, auf den wird die Umgebung positiv reagieren. Wer für seine Freunde stets ein Lächeln übrig hat, wird gerne gesehen. Denn es ist das Angenehme, was die Menschen lieben und nicht diejenige Person, die immer nur das Negative vorne anstellt.
Doch die gute Laune ist nicht garantiert – zumindest nicht jeden Tag. Aber es gibt Kniffe, wie man sich in eine positive Stimmung versetzen kann und damit eine entsprechend gute Wirkung auf andere Menschen erzielt.
Dass die Glücklichen in ihrem professionellen Umfeld besonders erfolgreich sind, beweisen zahlreiche Studien. Ein Resultat: Ihre Vorgesetzten und ihr Team stufen sie als leistungsfähig ein. Auch im Privaten läuft es bei gut gelaunten Menschen in der Partnerschaft stabil, sie haben einen treuen Freundeskreis und sind zudem gesünder. Aber eine gute Ausstrahlung kommt nicht von allein, sie erfordert harte Arbeit. Das zumindest legen die wissenschaftlichen Analysen nahe. Sie beschreiben, was einer positiven Ausstrahlung vorausgeht.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse der Expertisen darauf hin, dass das gute Karma – hier verstanden als ein Markenzeichen des Wohlbefindens − die Ursache für Erfolg sein könnte. Erfolg wiederum macht glücklich. Wer glücklich ist, sieht alles positiv. Hier schließt sich der Kreis. Denn eine zufriedene Person (was aus meiner Sicht dasselbe wie glücklich ist) wird alles, was ihr begegnet und was sie erlebt, als gut interpretieren. Und diese positive Emotion steigert wiederum die positive Ausstrahlung.
Die Sozialforschungen der jüngsten Zeit gehen in die Richtung, dass die Fähigkeit, alles aus der positiven Warte zu sehen, auch bei der Beurteilung im Arbeitsumfeld wieder mehr in den Vordergrund rückt. Das ist logisch, denn die Digitalisierung ersetzt zunehmend das menschliche Know-how. Die verbleibenden menschlichen Ressourcen sind daher als Spezialistenwissen einzustufen und folglich ein wertvoller Schatz für die Unternehmen. Darum muss diese Gruppe von Mitarbeitern mit Sorgfalt behandelt und gefördert werden. Sind die Spezialisten auch noch gut gelaunt, sorgt das ganz nebenbei für ein gutes Betriebsklima.
Ergo: Gut gelaunte Menschen können ihre Ressourcen und ihre freundschaftlichen Beziehungen besser ausspielen als Miesepeter. Sie können ihre Fröhlichkeit nutzen, um ihr Netzwerk zu verdichten.
Die optimistisch denkenden und handelnden Menschen haben noch einen weiteren Vorteil: Der, der sich wohlfühlt, kann besser entspannen und Energie tanken. Die „Broaden-and-build“-Theorie von Barbara Fredrickson, Professorin für Psychologie an der University of North Carolina at Chapel Hill, beschreibt die handlungs- und gedankenerweiternden Konsequenzen positiver Emotionen. Die Definition von Fredrickson erlaubt die Vermutung, dass positive Emotionen die Vorbereitung des Organismus für zukünftige Herausforderungen sind. Die Psychologin glaubt, dass durch positive Emotionen eine motivierende Basis für Tätigkeiten gelegt wird. Daraus entsteht eine Aufwärtsspirale und ab einem gewissen Zeitpunkt läuft es wie von selbst(Quelle: Barbara L Fredrickson: Che broaden-and-build theory of positive Emotion. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences. Band 359, Nr. 1449, 29. September 2004, ISSN 0962-8436).
1.1 Die Laune macht den Tag
Wenn wir also morgens aufwachen, nicht gleich aufspringen und ein Lied auf den Lippen haben, sind Gute-Laune-Übungen angesagt. Doch wie funktionieren diese?
Kleider machen Leute:
Nach einer ausgiebigen Dusche und sorgfältigem Zähneputzen überlegen Sie sich, in welchem Kleidungsstück Sie sich selbst besonders vorteilhaft gekleidet sehen (das gilt auch für die Menschen, die bereits am Vortag ihre Kleidung zurechtlegen. Da hat man eben mal umsonst die Garderobe zusammengestellt). Denn ein Outfit, in dem man sich gut fühlt, hat eine ausgleichende Wirkung: Durch das Tragen der Lieblingsstücke fühlen wir uns attraktiver und wohler. Das ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer positiven Stimmung.
Spieglein, Spieglein …
Was hilft noch? Frauen kennen das: Wenn man schlecht drauf ist, hat man auch einen „Bad-Hair-Day“ oder der Bauch ist besonders aufgebläht. Das ist nun mal so. Das heißt aber nicht, dass man den Tag gleich abhaken sollte.
Probieren Sie darum an guten Tagen, welche Frisur auch an schlechten Tagen immer geht. Bei mir werden dann die Haare hochgesteckt und mit einem bunten Band dekoriert. An Schwarz-Weiß-Tagen ist jeder Farbklecks willkommen. Vielleicht auch mal ein bisschen Make-up oder ein besonders schicker Lippenstift? Warum? Ganz einfach, wenn man die Aufmerksamkeit des anderen auf etwas Bestimmtes lenkt, treten die anderen Dinge in den Hintergrund. Denken Sie an einen Farbklecks im Bild, den einen Fleck auf der weißen Bluse oder das etwas tiefere Dekolleté.
Was mache ich gegen den Bauch? Figur formende Unterwäsche unterdrückt die lästige Wölbung (nebenbei zudem den Appetit). Diese miederverstärkte Unterwäsche sollte man natürlich nicht jeden Tag tragen, denn sie pressen ja nur weg. Letztendlich ist das eine Aufforderung, den Bauch zu trainieren.
Immer der Nase nach.Tragen Sie neben Ihrer Lieblingsgarderobe auch Ihren Lieblingsduft. Denn Gerüche beleben und inspirieren Ihre Umgebung dazu, Sie „gut riechen“ zu können – auch wenn das Parfum normalerweise für besondere Gelegenheiten aufgespart wird. Die Investition in sich selbst ist die rentabelste der Welt! Welche Düfte welche Wirkung haben, lesen Sie in Kapitel 13 oder gehen Sie einmal nach der Arbeit in eine Parfümerie und lassen sich beraten (dann haben Sie schon ein Highlight am Ende des Tages in Ihrem Kalender).
Das macht nicht nur Wirkung auf andere, sondern auch auf Sie selbst. Es gibt Duftmischungen aus ätherischen Ölen, die die Laune positiv beeinflussen, oder Sie nehmen Zitrusdüfte, sie erhellen den Tag und sind gut für die Aufgewecktheit.
Raumdüfte müssen Sie auch nicht bei sich tragen, bei der Morgentoilette oder Frühstück können Sie einen Diffuser oder eine Räuchermischung benutzen. 20 Minuten reichen (siehe auch Kapitel 13).
Ein Schritt nach dem anderen.Sie sind immer noch schlecht drauf? Dann versuchen Sie es mit Bewegung: Fenster auf, tief einatmen, strecken und dehnen. Und? Immer noch nicht besser? Okay. Dann hilft ein Blick in den Kalender, denn wenn möglich, sollten Sie sich Zeit für ein gutes Frühstück nehmen (nichts Schweres und Fettiges), auch wenn Sie nicht der große Frühstücker sind. Warum das so wichtig ist? Die Morgenmahlzeit ist die letzte ruhige Phase, bevor man in den Tag startet. Also achten Sie auf eine angenehme Umgebung, Ruhe und gute Zutaten. Ist es nur der Kaffee, geben Sie ihn in Ihre Lieblingstasse oder eine edle Tasse mit Untersetzer und Löffel und setzen Sie sich an einen Tisch mit einer Blume oder etwas anderem schönen. Genießen Sie die fünf Minuten, bevor Sie aus dem Haus gehen.
Vielleicht besteht die Möglichkeit, ein wenig später ins Büro zu gehen. Wenn nichts im Kühlschrank ist, gönnen Sie sich einen schönen Kaffee im stylishen Coffee Shop und nicht das Heißgetränk „to go“. Energie auftanken ist wichtig, ob das am heimischen oder am aushäusigen Tisch ist, müssen Sie entscheiden. Dabei können Sie ruhig Zeitung oder Buch lesen (bitte nicht die schon eingegangenen Mails aus der Firma), das versetzt einen in eine andere Welt außerhalb Ihrer beruflichen Umgebung.
In jedem Fall macht es Sinn, ein paar Schritte zu gehen, bevor Sie sich an den Schreibtisch setzen. Warum? Weil gehen guttut. Es hat eine meditative Wirkung, dient der Vorbereitung und schafft einen Abstand zwischen dem Heim und der Arbeit (siehe Kapitel 13).
Wenn Sie etwas essen, ist das, was Sie essen ebenso wichtig! Eiweiß ist ein guter Energielieferant. Vitamine und Mineralien schaden nie. Vielleicht pressen Sie sich einen frischen Saft. Eine gute Grundlage ist wie ein Panzer, der an einen nervtötenden Tag schützt (und hilft zudem noch, abzunehmen). Ja, Sie haben richtig gelesen. Denn regelmäßige Nahrungszufuhr tut der Figur gut (Hungergefühl ist nämlich kontraproduktiv). Mehr dazu finden Sie in Kapitel 8.
Wenn Sie auf frische Brötchen verzichten können, mixen Sie sich einen Smoothie (achten Sie auf den Zuckergehalt, das gilt auch für Fruchtzucker). Rezepte gibt es reichlich und Smoothies verhindern, dass anders wie bei kalorienreichen Speisen der Blutzuckerspiegel ansteigt. Das kostet nämlich Kraft und belastet den Start in einen gut gelaunten Tag. Aber wenn Sie Brötchen lieben, dann gönnen Sie sich eines oder zwei. Alles, was Ihnen guttut, ist gut für Sie.
Das wären also die äußerlichen kleinen Tricks, gestärkt mit Nahrung, gut sitzender Kleidung und Frisur an den Arbeitsplatz zu kommen. Vielleicht gehen Sie zu Fuß. Dann sind Sie an der frischen Luft. Wenn es regnet, denken Sie an einen Ausdruck der immer gut gelaunten Rheinländer. Die nennen Regen einfach flüssige Sonne.
Was hilft noch? Der Aufbau von innen oder positive Affirmation.
1.2 Machen Sie sich groß – Selbstlenkung
Die Selbstkommunikation kann einen wirksamen Effekt haben: das eigene Ich zu stärken. Das Problem: Leute, die als Prinzip-Pessimisten unterwegs sind, sind bei solchen Methoden defensiv und am wenigsten offen für diese Form von Motivation. Ja zum Leben zu sagen, geht aber nur, wenn man mental in Bewegung kommt. Geistig rege zu sein, fördert die Gesundheit und gesunde Menschen haben den Antrieb, sich körperlich zu bewegen. Die, die aktiv in Bewegung kommen, sind auch geistig beweglich.
Das ist, grob erklärt, das Ziel der Affirmation. Die Affirmation zur Stärkung der positiven Sichtweise ist eine psychologische Technik, „die Wirksamkeit eines breiten Spektrums von Interventionen im Gesundheitsbereich und in anderen Bereichen erhöhen kann. Um das wissenschaftlich zu untermauern, führte ein Forscherteam eine Studie durch und veröffentlichte über die ‚National Academy of Sciences‘“(Quelle: National Academy of Sciences, Print ISSN: 0027-8424, Online ISSN: 1091-6490, published in issue February 17, 2015)seine Vorgehensweise: „Wir verwendeten die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI), um neuronale Prozesse zu untersuchen, die mit Affirmationseffekten während der Exposition gegenüber potenziell bedrohlichen Gesundheitsbotschaften verbunden sind. Wir konzentrierten uns auf eine a priori definierte Region von Interesse im ventromedialen präfrontalen Kortex (VMPFC), eine Hirnregion, die wegen ihrer Assoziation mit selbstbezogener Verarbeitung und positiver Bewertung ausgewählt wurde. In Übereinstimmung mit unseren Hypothesen produzierten diejenigen, die sich im Zustand der Selbstbestätigung befanden, während der Exposition gegenüber Gesundheitsbotschaften mehr Aktivität im VMPFC und steigerten ihre objektiv gemessenen Aktivitätsniveaus weiter. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Affirmation von Kernwerten ihre Wirkung dadurch entfalten kann, dass gefährdete Personen die Selbstrelevanz und den Wert in anderweitig bedrohlichen Botschaften erkennen können.“
Die Forscher weisen explizit darauf hin, dass die Förderung der körperlichen Aktivität sowie die Verringerung des Bewegungsmangels bei der Prävention und dem Abheilen chronischer Krankheiten eine maßgebliche Rolle spielen. Wenn das zutrifft, ist klar, welche Möglichkeiten die Affirmation sonst noch bietet. Denn eine physische Gesundheit sorgt für Wohlbefinden und Wohlbefinden bedeutet eine positive Ausstrahlung usw.
„Selbstbestätigung ist ein Prozess des Denkens oder Schreibens über die eigenen Grundwerte. Diese psychologische Technik hat sich bei der Verstärkung von Interventionen in mehreren Bereichen einschließlich der Steigerung des Bewegungsverhaltens als wirksam erwiesen“, heißt es in der Studie. Die Affirmation von Kernwerten (Selbstbestätigung), die potenziell bedrohlichen Botschaften vorausgeht, kann den Widerstand verringern und die Wirksamkeit von Interventionen erhöhen, schreiben die Wissenschaftler. Eine Möglichkeit, die Empfänglichkeit für Botschaften zu erhöhen, könnte sein, ihre Kernwerte in nicht verwandten Bereichen zu bekräftigen. Das nennt man affirmieren. Nach der Forschung der strengen Wissenschaft ist es schwer, zu beurteilen, wie viel Wirkung das zeigt. Damit ist klar: Affirmieren ist keine Wunderwaffe, die sofort ihre Wirkung zeigt, aber dass sie wirkt, ist nicht von der Hand zu weisen.
Wir erinnern uns: Der Gegenstand des Experiments war die Untersuchung, ob wir durch Affirmation zur Bewegung animiert werden können, um durch präventive körperliche Aktivität gesünder leben zu können. Im Durchschnitt zeigten Teilnehmer, die affirmiert hatten, eine höhere Aktivität während der Exposition gegenüber den Gesundheitsbotschaften, stellten die Forscher fest: „Wir beobachteten signifikante Beziehungen zwischen selbstberichteten Selbststandards und Verhaltensänderungen sowie zwischen selbstberichteten Einstellungen und Verhaltensänderungen.“
Als Nächstes untersuchte das Wissenschaftsteam, „ob die neuronale Aktivität in unserer hypothetischen VMPFC-ROI während der Nachrichtencodierung Veränderungen des sitzenden Verhaltens im Laufe der Zeit nach der Scanner-Intervention vorhersagt“. Diejenigen, die während der Exposition gegenüber Gesundheitsbotschaften eine höhere VMPFC-Aktivität aufwiesen, zeigten auch eine stärkere Abnahme des sitzenden Verhaltens. „Schließlich untersuchten wir, ob sich die durch die neuronale Aktivität erklärte Varianz, mit der durch die Selbstberichte der Teilnehmer nicht nach der Intervention erklärten Varianz überschneidet. Wir beobachteten signifikante Beziehungen zwischen selbstberichteten Selbststandards und Verhaltensänderungen sowie zwischen selbstberichteten Einstellungen und Verhaltensänderungen. Um zu bestimmen, ob die neuronale Aktivität während der Gesundheitsbotschaften andere Informationen erfasst als die durch Selbstberichterstattungs-Messungen vorhergesagte, untersuchten wir als Nächstes, ob die beobachteten Beziehungen zwischen Affirmationszustand und Veränderungen im Bewegungsverhalten sowie der neuronalen Aktivität im VMPFC während der Botschaften-Exposition und der Verhaltensänderung diese Messungen steuern (z. B. Einstellungen zur körperlichen Aktivität; Selbststandards als jemand, der die körperliche Aktivität steigern kann). Alle zuvor beobachteten Beziehungen zwischen Affirmation, neuronaler Aktivität und Verhaltensänderung blieben bei der Kontrolle für unsere Einstellung und Selbst-Standardmessungen signifikant. Dies deutet darauf hin, dass die Auswirkungen der Affirmation und der daraus folgenden neuronalen Aktivität bei VMPFC während der Nachrichtenexposition eine zusätzliche Varianz in der Verhaltensänderung erklären, die über die durch Selbstberichte vorhergesagten hinausgeht. Die Selbstbestätigung hat sich bei der Verstärkung von Interventionen in einer Reihe von Bereichen als wirksam erwiesen“, schreiben die Studienautoren in ihrem Fazit.
Doch das heißt jetzt nicht, dass Affirmation stets und bei jedem funktioniert, denn die neuronalen Mechanismen, die ihre Wirkung unterstützen, sind noch nicht untersucht worden. Doch es ist ein weiteres Puzzleteil, dass die Selbstaffirmation eine verstärkte Verarbeitung potenziell bedrohlicher Gesundheitsinformationen ermöglichen kann. Wenn dies der Fall ist, warum sollte es auch nicht bei der Selbstzufriedenheit wirksam sein?
Die aktuelle Studie schafft zusätzliche Sicherheit bezüglich psychologischer Prozesse, die zuvor beobachtete Effekte der Selbstbestätigung untermauern könnten, und schlägt auch eine experimentelle Methode zur Veränderung der Aktivität innerhalb des VMPFC während anderer Arten von Interventionen vor, die für die Ermittler in anderen Bereichen von Nutzen sein könnte. „Die Verwendung eines Scanner-kompatiblen Affirmationsparadigmas erlaubte es uns, Affirmationsmechanismen aufzudecken, die sich auf die anschließende, objektiv über Beschleunigungsmesser gemessene Empfänglichkeit für Gesundheitsbotschaften beziehen. Das Längsschnittdesign der Studie erlaubt auch die Untersuchung von Affirmationseffekten, die anfänglich während der gescannten Intervention ausgelöst und im Laufe der Zeit durch SMS-Textnachrichten (Short Message Service) verstärkt werden. Wie bei jeder Neurobildgebungsstudie sollten die psychologischen Funktionen der beobachteten neuronalen Aktivität mit Vorsicht in Bezug auf die umgekehrte Schlussfolgerung interpretiert werden, da der VMPFC viele psychologische Funktionen erfüllt (60). Unsere starke A-priori-Hypothese und die Konvergenz mit früheren Forschungen zur Verhaltensänderung legen jedoch nahe, dass die angebotenen Erklärungen sparsam sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Selbstbestätigung eine Methode zur Hochregulierung der Aktivität innerhalb des VMPFC während der Exposition gegenüber Gesundheitsbotschaften ist. Die vorliegenden Ergebnisse unterstützen ein Modell, in dem die Affirmation es den Menschen ermöglicht, anderweitig bedrohliche Informationen als selbst relevanter und wertvoller zu betrachten. Bestätigte (im Vergleich zu unbestätigten) Teilnehmer zeigten eine höhere Aktivität innerhalb des VMPFC während der Exposition gegenüber gezielten Gesundheitsbotschaften, und der Grad dieser Aktivität sagte den Verlauf des objektiv gemessenen sitzenden Verhaltens im folgenden Monat voraus. Diese Befunde beginnen, ein Bild der neuronalen Mechanismen der Affirmation zu zeichnen und lassen auf vielversprechende Interventionen hoffen, die die Teilnehmer dazu veranlassen, Informationen in einer Weise zu betrachten, die sie verinnerlichen können“(Quelle: https://www.pnas.org/content/112/7/1977: Self-affirmation alters the brain’s response to health Messages and subsequent behavior Change/Emily B. Falk, Matthew Brook O’Donnell, Christopher N. Cascio, Francis Tinney, Yoona Kang, Matthew D. Lieberman, Shelley E. Taylor, Lawrence An, Kenneth Resnicow, and Victor J. Strecher).
Dass die Methode allerdings nicht für jeden geeignet ist, erforschten Joanne Wood, Elaine Perunovic und John Lee von den Universitäten Waterloo und New Brunswick, schreibt Dr. Christine Seiger in einem Aufsatz auf „psychologie.uzh.ch“(Quelle: https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/dev/lifespan/erleben/berichte/mehr-berichte-1/selbstwertgefuehl.html).
„Die Forscher beleuchten das Phänomen in drei verschiedenen Studien. Zunächst wurden Studierende gefragt, ob und wann sie positive Selbstgespräche nutzen: Vor Prüfungen und Präsentationen redeten sich die Befragten besonders häufig gut zu sowie auch nach negativen Ereignissen. Dann führten die Forscher zwei Experimente durch, um zu untersuchen, wie es sich auswirkt, wenn Personen mit hohem und niedrigem Selbstwertgefühl sich selbst sagen ‚Ich bin ein liebenswerter Mensch.‘ Dieser Satz wurde ausgewählt, weil er in Selbsthilfebüchern besonders häufig vorkommt. Die Experimente zeigten, dass positive Selbstgespräche bei Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl besonders stark wirken – allerdings nicht in die erwünschte Richtung. Sie fühlen sich hinterher schlechter als zuvor! Weder Ihre Stimmung verbesserte sich noch, was sie über sich selbst dachten. Bei ohnehin gutem Selbstwert hob sich zwar Stimmung und Selbstwert, allerdings nur sehr wenig“, erklärt Seiger.
Darum moderate Sätze wählen, raten die Forscher aus der Studie von Wood, J.V., Perunovic, W.Q.E., & Lee, J.W. (2009) (Positive self-statements: Power for some, peril for others.Psychological Science, 20(7),860–866). Solche Sätze, wie: „Ich bin schön“, rufen im Hirn sofort eine Gegenrede hervor. Seien Sie also bescheidener und sagen sich lieber: „Ich kann gute Präsentationen gestalten. Präsentationen, die das Interesse der Runde wecken, die interessant sind und mich weiterbringen.“
Das war jetzt einiges an Theorie, aber es ist wichtig, zu verstehen, was das bedeutet. Mit dieser Grundlage können Sie Ihre eigenen Erfahrungen machen und selbst entscheiden, ob auch Sie bejahende und persönlich Botschaften formulieren, um Ihre Gedanken Richtung positives Denken umzuprogrammieren. Denn die schienen für das Hirn nicht unerreichbar, aber nicht bei jedem.
Am Ende soll die Selbstaffirmation Ihr Verhalten und Ihre Gefühle dauerhaft positiv verändern. Denn Handeln hängt vom Denken ab. Das kann man steuern. Doch verlangen Sie eines nicht vom Hirn: dass es sich abschaltet. Wenn Sie sich also sagen würden: Ich habe eine ideale Figur, kommen sofort Gegengedanken auf. Das ist ähnlich wie das Formulieren der Ziele und deren Verfolgung. Man geht zwar große Ziele an, aber in kleinen Etappen. Doch das findet nicht schriftlich dokumentiert statt, sondern als Training in Ihrem Kopf. Wir haben ja bereits gelernt, was im Hirn los ist, wenn wir affirmieren. Darum überfordern Sie sich und Ihre Gedanken nicht. Sagen Sie sich: Heute werde ich wieder ein Stück schlanker. Oder: Ich wirke heute in meiner Garderobe sehr vorteilhaft. Ich weiß eben, wie ich das Beste aus mir mache. Das klingt banal, ist es aber nicht. Wenn Sie sagen, mir kommt es mehr auf meine berufliche Leistung an. Okay. Dann formulieren Sie Ihre Sätze in diese Richtung.
Mir hilft beim Affirmieren stets das Bild des Rosenkranzes: Früher beteten sich die Menschen anhand der Perlenabarbeitung fast in einen meditativen Zustand. Aber immer Schritt für Schritt. So läuft das auch bei der Affirmation. Die, die katholisch erzogen wurden, kennen das. Das „Vater unser“ begleitet uns ein Leben lang. Probieren Sie es! Kramen Sie in Ihrem Gedächtnis und Sie werden es sofort wieder aufsagen können. Die Kirchen haben also schon sehr früh auf Affirmation gesetzt. Natürlich um die Gläubigen bei der Stange zu halten. Nutzen Sie das aber für sich. Definieren Sie aber klar und deutlich, was Sie eigentlich möchten. Mehr Bewegung? Mehr Sex-Appeal? Mehr Einkommen? Oder im Gegensatz: Was Sie nicht wollen?
Aber auch Sätze wie „Alles wird gut!“ helfen. Die Moderatorin Nina Ruge nutzte diese Affirmation täglich, um sich aus ihrer Sendung „Leute heute“ mit einer positiven Botschaft zu verabschieden.
Ich persönlich bin ein großer Gegenredner und auch ein großer Verfechter des „So eitel darfst du aber nicht sein!“ und seinen kleinen Geschwistern. Daher habe ich für mich eine Variante der Affirmation entwickelt, die dem Rechnung trägt. Ich suche mir etwas Nettes über mich selbst aus, dem ich auch zustimmen kann, und schreibe dies jeden Morgen auf. Sagen wir, ich möchte meinem Aussehen positiver gegenüberstehen. Hier mein Weg: Ich schaue in den Spiegel und sehe nur Fehler. Oh Gott, so fett! Und zum Friseur müsste ich auch mal wieder. Um Himmels willen, meine Zähne sind so schief! Aber halt! Was sehe ich da? Oder was sehe ich nicht? Keine Pickel? Keine Falten? Oder Lachfalten? Dickes Haar? Grade Zehen? Egal, was es ist: Schreiben Sie es auf. Was immer Ihnen an sich selbst gefällt.
Wenn ich nichts finde (wenn ich müde oder genervt bin oder meine Periode im Anzug ist), denke ich über Komplimente nach, die ich erhalten habe. Schöne Augen? Lange Wimpern? Gerade Zähne? Weiche Haut? Denen ich zustimme, diese schreibe ich auf.
Was noch? Was habe ich auch, das andere versuchen zu bekommen? Knackiger Po? Wenig oder keine Cellulite? Was habe ich nicht, dass andere loswerden wollen? Graue Haare? Brüchige Nägel? Für die Herren vielleicht Hühnerbeine? Schreiben Sie es auf.
Nach dem ersten Mal geht es schneller. Und jedes Mal wird es schneller funktionieren und jeden Tag fühlen Sie sich wohler damit, positiv über diese Dinge zu denken. Damit denken Sie positiver über sich und schwupps, irgendwann wird aus zwei Dingen drei, aus drei wird vier und so weiter. So kommen Sie an Affirmationen, die Sie glauben, mit denen Sie leben können und die ein positives Eigenleben entwickeln.
Erkennen Sie auch die Chancen! Dort, wo die größten Widerstände sind, haben Sie die beste Möglichkeit zu entdecken, woran Sie arbeiten können. Es hat ja keiner gesagt, Sie müssen nur an einer Sache arbeiten. Derzeit habe ich zwei: Sie dürfen raten, was diese sind.
Bei besonders großen Widerständen gibt es noch andere Mentaltechniken als Affirmationen. Doch die Affirmationsmethode ist schon einmal eine Variante, die man trainieren und mit der man das Augenmerk auf etwas Positives lenken kann, ohne dass es am Ende eine innere Gegenrede gibt.
Doch auch die innere Gegenrede ist gut, denn dadurch wissen Sie: Es gibt etwas, was Ihrem Glück oder zumindest Ihrer guten Laune entgegensteht. Schauen Sie es sich an, suchen Sie nach dem Ursprung und überlegen Sie sich, ob dieser Ursprung Ihre schlechte Laune oder Trauer oder Ihren Ärger wert ist – oder ob nicht sinnvoller etwas dagegen unternommen werden kann.
Ein Beispiel: Ich habe miese Laune, wenn ich ins Bad gehe, in dem es aussieht „wie Sau“. Was kann ich dagegen tun? Ganz viele Sachen: Die Badezimmertür zumachen, sodass ich den Zustand nicht mehr sehe, meinen Partner anschnauzen, warum er nicht aufgeräumt hat, eine Putzfrau anheuern, selbst aufräumen … Überlegen Sie sich, was wohl am sinnvollsten für Sie ist, und feiern Sie Ihren ersten Sieg des Tages, indem Sie genau das tun.
Sollten Sie erkennen, dass der Ärger über das unaufgeräumte Bad lediglich ein Symptom dafür ist, dass Sie Ihr Leben aufräumen müssten und dass es Sie nicht stören würde, wenn nur Ihr Chef nicht so ein A … wäre, ist das Aufräumen womöglich eher nebensächlich, wenn Sie Ihr Leben an und für sich positiv sehen würden
Wenn Sie schlechte Laune haben, gibt es noch einen Trick, diese zu ändern: Sprechen oder denken Sie nur Gutes oder zumindest nichts Negatives! Dies ist eine Form der Zensur, der Eigenzensur. Jedes Mal, wenn Sie etwas Negatives über sich oder andere sagen oder denken, ändern Sie es. Sie denken: Mann, der doofe Autofahrer vor mir! Dann denken Sie an Stelle dessen: Was für ein interessanter Fahrstil, wie viele Knöllchen der wohl schon hat? Sie denken: Scheisswetter. Stattdessen denken Sie: Das Wetter hat Verbesserungspotenzial. Machen Sie ein kreatives Spiel daraus!
Eine andere Variante: Finden Sie in allem etwas Positives! Sie denken: Scheisswetter. Finden Sie das Gute: Der Regen ist jetzt zwar nichts für mich, aber dafür kann ich ja im Büro sein und werde auch noch bezahlt dafür und kann die Zeit zum Ausgleich an einem sonnigen Tag für mich nutzen. Machen Sie ein kreatives Spiel daraus!
Und das Beste bei all diesen Gute-Laune-Methoden: Hilft es nichts, schadet es nichts!
1.3 Kalender sind nur Gedankenstützen
Also, bevor Sie viel Geld für heilversprechende Seminare opfern, „do it yourself“. Wie gesagt, die selbsttrainierenden Botschaften sind keine sofort wirkende Waffe gegen miese Stimmung. Sie müssen sich und Ihren Sätzen einen längeren Zeitraum einräumen, wenn es um Grundlegendes geht. Eine Woche ist nichts. Rechnen Sie lieber mit einigen Monaten!
Gute Laune ist gleichzusetzen mit Lebensfreude. Aber haben Sie die noch? Lebensfreude wird im Alltag oft vergessen. Denn der Kalender ist unser Chef geworden. Falsch! Sie sind Ihr Boss und kein anderer. Wenn Sie sich von Terminen hetzen lassen, kann das nur auf Ihre Kosten gehen. Das ist aber ja wohl nicht Ihr Ziel.
Also nehmen Sie Ihr Leben und damit Ihre Lebensfreude wieder selbst in die Hand und überlassen es nicht Ihrem Kalender. Wie? Ich will nur das Beste leisten und meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden? Das ist ein hehres Ziel. Hängen vielleicht die Anforderungen an sich selbst ein wenig zu hoch? Ich bin sicher, Sie sind Ihr härtester Gegner. Sie sind es, der den Tag mit mehr und mehr Aufgaben anfüllt, die erledigt werden sollen. Wenn Sie am Abend dann nicht alles geschafft haben, sind Sie frustriert. Sagen Sie hier einfach: Stopp! Lernen Sie, mit der täglichen Aufgabenliste sorgfältig zu verfahren. Priorisieren Sie, was muss, was soll, was kann. Ernten Sie doch zunächst einmal die tief hängenden Früchte. Das macht zufrieden und fröhlich. Arbeiten, die wir lästig finden, verderben uns schon im Vorfeld die Lust. Also gehen Sie damit dosiert um!
Gehen Sie täglich auf die Suche nach dem Schönen, das Ihnen die Welt bietet. Gehen Sie zu Fuss zur Arbeit, spüren Sie dabei ganz bewusst den Jahreszeiten nach. Der Herbst mit seinen Farben, dem raschelnden Laub, der oft mystischen Stille. Der Winter mit seinem schönen Licht, dem herrlich blauen Himmel und dem glitzernden Eis auf den Bäumen. Das Frühjahr mit den Zeichen des Wiedererwachsens der Natur, dem sanften grünen Schimmer der ausschlagenden Bäume, den ersten Blumen, den zwitschernden Vögeln und dem Summen der Bienen. Der Sommer mit seinen goldenen Farben und wärmenden Sonnenstrahlen. Vielleicht sind es aber auch die glücklich wirkenden Menschen, die Ihnen begegnen, oder auch die unglücklichen Menschen, die Ihnen bewusst machen, dass Ihr Leben gar nicht so schlecht ist.
Hören Sie den Sound des Lebens (ob es das Vogelgezwitscher ist, Ihre Lieblingslieder sind oder lustige Unterhaltung von Menschen)! Es gibt so viel Schönes zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen oder zu hören. Schaffen Sie sich eine Aufgabenliste, die Sie gerne erledigen. Und: Regeln sind manchmal dafür geschaffen, um gebrochen zu werden. Also immer hinterfragen: Ist mein Tagesablauf, wie ich ihn geplant habe, wirklich gut und gut für mich? Ich zum Beispiel schiebe gerne Unangenehmes vor mir her, bis der Berg so groß ist, dass ich ihn nicht mehr erklimmen mag. Deshalb habe ich mir jetzt jeden Tag eine unangenehme Aufgabe vorgenommen und lasse so nicht zu, dass mir der hohe Berg des Unangenehmen die Sonne verdeckt.
Doch bevor Sie das angehen, definieren Sie doch erst einmal, woran Sie gute Laune festmachen. Ist es die Gelassenheit, ist es die innere Zufriedenheit, ist es das erfüllte Sexleben? Egal, Sie bestimmen das und kein anderer!
Was glücklich macht, wird leider seltener erforscht als das, was uns unglücklich macht. „Glück ist ein subjektives Gefühl, das jeder Mensch anders beschreibt, also sehr unpräzise“, sagt Willibald Ruch, Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik, in einem Interview mit migros-impuls.ch
(Quelle: https://www.migros-impuls.ch/de/entspannung/work-life-balance/gluecklich-sein/10-happiness-tipps).
Laut Ruch wird aber die Hälfte des Glücklichseins vererbt. Den Rest kann man dadurch erreichen, indem man seine Stärken bedient. Welche Ihre Stärken sind, können Sie erfahren, indem Sie sich etwas Zeit nehmen und zum Beispiel den Fragebogen aufhttps://www.charakterstaerken.org/ausfüllen.
Eine der möglichen Messmethoden ist PERMA. „Sie umschreibt fünf Kategorien, die Happiness abbilden. Je mehr dieser Eigenschaften Menschen aufweisen und anstreben, desto grösser ist ihr Wohlbefinden. Es handelt sich dabei darum, positive Gefühle zu haben (positive emotions), sich zu engagieren (engagement), positive Beziehungen im Leben zu haben (relationships), dem Leben einen Sinn abzugewinnen (meaning) und Ziele oder Aufgaben erfolgreich zu erreichen (accomplishment).“ Auf diese fünf Eigenschaften werden dann die 24 Stärken verteilt. Diese lassen sich wie gesagt auch mittels Fragebogen erfassen. Ruch und sein Team erarbeiteten ein Katalog mit 24 Stärken, von denen fünf besonders häufig sind fürs subjektive Glücksempfinden: Bindungsfähigkeit, Neugier, Tatendrang, Optimismus sowie Dankbarkeit.
Zum Thema „Glücklich-Sein und Unglücklich-Sein“ habe ich mir folgenden Spruch notiert: lieber unerklärlich glücklich als erklärlich unglücklich. Wenn Sie unglücklich sind, versuchen Sie doch erst einmal, glücklicher zu werden, als Ihre Zeit damit zu verbringen, festzustellen, warum Sie so unglücklich sind, sich alle Gründe des Unglücklich-Seins vor Augen zu führen und zu verstehen, wieso. Das ist zwar wichtig, aber sekundär. Sie können auch glücklich sein und wissen, das würde mich oder macht mich unglücklich, das will ich nicht mehr. Warum also nicht mehr Zeit mit Glücklich-Sein verbringen, denn das zieht mehr Glück an!
1.4 Warum die Menschen aus dem Norden so glücklich sind
Eines der glücklichsten Völker auf unserem Erdball sind die Dänen, sagt der „Worlds Happiness Report“ (worldhappiness.report), der von dem Sustainable Development Solutions Network veröffentlicht wird. Die Studie basiert auf Daten der Gallup World Poll und von der Ernesto Illy Foundation, illycaffè, der Davines Group, der Blue Chip Foundation, der William, Jeff und Jennifer Gross Family Foundation unterstützt wird und Unilevers grösste Eismarke Wall’s.
Warum gelangt man zu dem Schluss, dass die Dänen glücklich sind? Weil die Dänen das bedienen, was sie glücklich macht. Die Familie geht vor Beruf, die Einrichtung besteht nicht aus repräsentativen Designerstücken, sondern Möbeln, die die Dänen gemütlich finden. Sie verbringen möglichst viel Freizeit mit Leuten, die sie mögen, und sie fühlen sich von ihrem Staat gut betreut. „Hygge“ nennt man das. Laut dem „World Happiness Report“ spielen auch Indikatoren wie Großzügigkeit, Entscheidungsfreiheit, soziale Zusammenhalt sowie Lebenserwartung der Bürger eine entscheidende Rolle. „Wir glauben – ein bisschen Hygge tut jedem gut!“, hieß es in der Onlineausgabe von „Die Welt“(Quelle: https://www.welt.de/kmpkt/article158449701/Warum-die-Daenen-so-verdammt-gluecklich-sind.html)über das dänische Glücksgefühl.
In den vergangenen sieben Jahren waren die nordischen Länder Finnland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Island unter den Top Ten: „Wenn es um die durchschnittlichen Lebensbewertungen geht, machen die nordischen Staaten eindeutig etwas richtig, aber der nordische Ausnahmezustand beschränkt sich nicht nur auf das Glück der Bürger. Unabhängig davon, ob wir den Zustand der Demokratie und der politischen Rechte, den Mangel an Korruption, das Vertrauen zwischen den Bürgern, die Sicherheit, den sozialen Zusammenhalt, die Gleichstellung der Geschlechter, die Einkommensverteilung, den Index für die menschliche Entwicklung oder viele andere globale Vergleiche betrachten, finden sich bei diesen Themen tendenziell die nordischen Länder an der Weltspitze.
Es liegt also auch viel am Staat. Bietet das Land Sicherheit seinen Bürgern soziale Sicherheit, ist es stabil demokratisch, wenig diskriminierend und weist eine geringe Korruption auf, hat das viel mit dem eigenen Glücksgefühl zu tun. Das Recht auf freies Leben und Entscheiden ist also auch wichtig.“(Quelle: Biswas-Diener, R., Vittersø, J., & Diener, E. (2010). The Danish effect: Beginning to explain high well-being in Denmark.Social Indicators Research, 97(2), 229–246).
Das Einkommensunterschiede Glück oder Unglück eines Menschen beeinflussen, kann nicht nachgewiesen werden.
Wie der regelmässig wiederholte World Happiness Report1zeigt, gehören alle nordischen Länder zu den elf führenden Ländern der Welt, was die geringe Varianz in den Lebensbeurteilungen betrifft, weit unter dem globalen Durchschnitt und dem Durchschnitt der reichsten Länder. Dies bedeutet, dass es in den nordischen Ländern und Ländern wie den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz weniger Ungleichheit beim Glücklichsein gibt. Das bedeutet, dass die Glückswerte der Menschen in diesen Ländern im Vergleich zu anderen Ländern der Welt tendenziell näher beieinanderliegen. Unter den zehn reichsten Ländern der Welt rangieren die Niederlande, Luxemburg sowie die Schweiz ähnlich wie die nordischen Länder sowohl in Bezug auf die hohe Lebenszufriedenheit als auch auf die geringe Ungleichheit der Lebenszufriedenheitswerte. Im Gegensatz dazu weisen die anderen reichsten Länder − die Vereinigten Staaten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong und insbesondere Saudi-Arabien und Kuwait − eine ungleiche Verteilung des Glücks auf, und die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in diesen Ländern ist niedriger als in den nordischen Ländern, schreiben die Autoren des Glücksreports.
Eine der für mich wichtigsten Erkenntnisse ist, dass das Glück in einer vertrauenswürdigen sozialen Umgebung gross ist. Das zeigt auch den Einfluss der Umwelt. Das grössere Glück oder die Lebensqualität zu erhöhen, liegt an der oft hart erkämpften hohen Qualität ihrer lokalen und nationalen sozialen Umgebung.
Was bedeutet das für die eigene Laune, persönliche Zufriedenheit sowie das damit einhergehende Glücksgefühl? Schaffen Sie sich einen stabilen Freundeskreis, pflegen Sie diesen und die Beziehung zu Ihrer Familie. Denn ich glaube fest daran: Stimmt das Umfeld und schätzt man sein Leben, ist das eine Voraussetzung, um glücklich zu werden und somit jeden Tag mit guter Laune aufzuwachen.
1 https://worldhappiness.report/ed/2022/
2 Ich kann ja doch nichts ändern
Erwartungen prägen täglich uns und unsere Umwelt. Wir erwarten beispielsweise höfliches Verhalten von Bedienungen, Kompetenz von Dienstleistern, Funktionieren von unseren technischen Geräten, Liebe und Zuwendung von unseren Familien. Das läuft im Hintergrund fortwährend mit und wird durch unsere Sozialisation, durch unsere Erfahrungen und durch unsere Einstellungen geprägt. Werden die Erwartungen enttäuscht, werden wir ungehalten. Werden unsere Erwartungen übertroffen (positiv), dann sind wir erfreut. Werden unsere Erwartungen genau getroffen, haben wir das Gefühl, dass alles so läuft wie immer – im Prinzip ist alles beim Alten und damit alles gut. Das ist so, weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind. Auch wenn das Gewöhnte und das Erwartete furchtbar sind, ist es doch zumindest bekannt und wir wissen, wie damit umgehen: Mein Mann räumt nie auf, ich muss meinen Kindern immer alles 1000-mal sagen, meine Mitarbeiter sind dumm und faul und so weiter. Anderen Menschen geht es nicht anders als Ihnen und damit laufen täglich im Hintergrund die gleichen Muster ab.
Erstaunlicherweise ändern sich Ihre Erwartungen an andere etwas, wenn Sie selbst eine andere Einstellung haben. Haben Sie beispielsweise gute Laune, sehen Sie die Welt in einem besseren Licht und interpretieren Sie das Verhalten anderer positiver. Die eigene Einstellung hat also einen Einfluss darauf, wie Ihre Erwartungen sind und welche Ergebnisse Sie sehen.
Die eigene Einstellung und Laune haben jedoch noch einen weiteren Effekt, nämlich dass andere Menschen Sie positiver sehen. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der einen extrem schlechten Tag hat, auf Sie positiver reagiert, nur weil Sie gute Laune haben. Wir sprechen hier von Tendenzen, nicht von einem wunderwirkenden Rezept. Probieren Sie es einmal aus: Gehen Sie mit einem Lächeln durch eine Stunde und wechseln Sie dann den Ausdruck durch eine böse oder genervte Miene. Achten Sie darauf, wie die Umwelt auf Sie reagiert.
Was aber hat das mit dem Wohlbefinden und der besseren Leistungsfähigkeit zu tun? Dazu kommen wir jetzt.
Bestimmt kennen Sie das auch: das Gefühl, dass man machen kann, was man will, aber es geht dennoch nicht in die Richtung, in die man will. Oder dass jedes Ergebnis nur von kurzer Dauer ist, bevor man wieder vor demselben Problem steht. Da kann man schon mal verzweifeln und sich sagen: Ich kann ja eh nichts ändern. Das nennt man auch den Sisyphos-Effekt.
Ursprung des Begriffs ist die Bestrafung, die Sisyphos auferlegt wurde. Er sollte in der Unterwelt bis in alle Ewigkeit einen Felsen einen Hang hinaufrollen, der ihm kurz vor Erreichen der Spitze immer wieder entglitt.
Dies bedeutete nicht, dass wir keinen Einfluss haben. Anders als in vielen Selbsthilfebüchern bin ich aber kein Fan von der Maxime, dass Gedanken allein einen direkten Effekt auf die materielle Welt haben. Ich kann mir keinen Kaffee in meine Hand wünschen. Dafür muss ich schon zur Kaffeemaschine gehen oder durch das Büro nach meiner Assistenz brüllen, ob Sie gerade auch einen will und mir einen mitbringt.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Gedanken allein die Ergebnisse beeinflussen. Solche Ansätze wurden scharf verurteilt, weil sie die Schuldzuweisung an die Opfer begünstigen. Denn sie behaupten, dass Menschen, die nicht bekommen, was sie wollen, sich nicht genug bemüht und nicht stark genug an ihren Erfolg geglaubt haben. Dies ist ein gefährliches Denken, das von der Realität losgelöst ist und Sie in eine weitere Spirale von „Ich bin einfach nicht gut genug!“ wirft.
Trotzdem haben Erwartungen einen Effekt. Dieser ist jedoch indirekter, als man denkt. Das bedeutet aber nicht, dass man den Effekt nicht für sich nutzen sollte. Jedes Bisschen auf dem Weg zum Ziel hilft.
2.1 Die Erwartung bedingt das Resultat
Überzeugungen und Erwartungen in unserem Leben beeinflussen uns, weil sie Auswirkungen darauf haben, wie wir uns verhalten und wie wir nach außen wirken.
Wenn Sie glauben, dass Sie etwas erreichen können, werden Sie vermutlich die notwendigen Anstrengungen unternehmen, Probleme lösen, Barrieren überwinden und durchhalten, bis das angestrebte Ergebnis erreicht ist.
Positive Erwartungen und harte Arbeit allein setzen sich aber nicht immer durch. Neben den Erfolgsgeschichten von Menschen, die trotz außerordentlichen Widrigkeiten durchgehalten haben, gibt es die Geschichten von Menschen, die dennoch gescheitert sind. Manchmal sind die schwierigsten Entscheidungen im Leben jene dahin gehend, ob man sich mehr anstrengen oder sich zurückziehen soll.
Ein Körper weiss genau, was gut und schlecht ist. Was jemanden nicht umbringt, macht ihn stärker, oder zumindest reicher an Erfahrungen.
Dabei sollte man aber nicht denken, dass eine positive Einstellung alles wie von Zauberhand verbessert, auch wenn es sich anfangs so anfühlen mag. Es gibt das sogenannte Syndrom der falschen Hoffnung, das bei einer Verhaltensänderung zur Zielerreichung zunächst Euphorie auslöst, da unrealistisch hohe Erwartungen erhofft werden, welche hinterher nicht erreicht werden.
Im Artikel „Adressing Outcomes Expectancies in Behavior Change“ beschrieben die Autoren, dass die Erwartungshaltung von Patienten bei Behandlungsmethoden, die Anpassungen im Verhalten erforderten, einen großen Einfluss auf das Resultat hatten.2
Das kann auch daran liegen, dass es bei positiven Erwartungen eine Anpassung in der eigenen Wahrnehmung gibt. Erwarten Sie etwas Positives, sehen Sie mehr Positives und ignorieren mehr Negatives.3
Wenn Sie mehr Positives wahrnehmen, werden Sie positiver, wenn Sie mehr Negatives wahrnehmen, verschlechtert sich die Laune.4
