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Es ist Zeit sich zu verändern oder? Pururavas Koenig der Könige sieht das die Facade bröckelt. Er beginnt eine Reise, einmal durch die Hölle und zurück, ohne dabei unseren Planeten zu verlassen. Warum auch? Gibt es doch hier auch alles was ein sexsüchtiger indischer Monarch ersehnt: Pamela Anderson, die Simpsons und Las Vegas....Doch Moment bitte, was ist mit dem Schlachtfeld und der Krieg zwischen Gut und Böse ?
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Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Benedikt Throll
Pururavas becomes selfreflective
Eine moderne Sinnliche
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Impressum neobooks
Dramatis Personae
Pururavas, König
Urvasi, Geliebte des Königs
Gandharven, Werber der Urvasi
Mutterschaf und zwei Lämmchen
Apsaras, in Gestalt von Wasservögeln
Eine unsichtbare Stimme
Judit, Frau und Witwe des Manasse's
Holophernes, Feldherr des Heeres des Nebukadnezar
Arphaxad, König der Meder
Nebukadnezar, König der Assyrer
Achior, Anführer der Ammoniter
Eine Sklavin
Ein Diener
Leibwächter
einige Vorsteher
Bagoas
Ozias
Jojakim
Chabris und Charmis, die Ältesten von Judit's Heimatstadt
Gibril's Mutter
Pater guter Hirte
Eritreischer Flüchtling
Krischna, Gott der Halbgötter
Arjuna, heldenhafter Bogenschütze
Dhrtarastra, König der Kurus
Sanjaya, sein Sekretär
Duryodhana, Sohn des Königs
Dronacarya, Oberbefehlshaber der Kurus
Einige Wagenkämpfer
Bhisma, Großvater der Kurus
Bhima, Bogenschütze der Pandavas
König Yudhisthira, Sohn Kuntis
Einige Jinas, Anhänger des Jainismus
Der Engel Gibril, indischer Filmstar
Mrs. Rekha Merchant
Mr. Chamcha
Amabed
Shastasid
Augenweide (hübsche junge Frau)
„Ein Leben, dass nicht reflektiert wird, ist nicht wert gelebt zu werden.“ Sokrates
Pururavas becomes self reflective
Schauplätze: Palast des Königs Pururavas, London, Rotterdamer Hafen, Betylua, die Ebene in den Gefilden von Ragau, Route 66 vor Las Vegas, einmal auf dem Schlachtfeld und einmal an einem Teich von Kuruksetra
Szene 1
Im Ehebett des Königs. Urvasi weisst den König zurecht.(auf Plakat im Hintergrund angezeigt)
Pururavas: Warum willst du mich nicht nackt sehen? Jetzt steche ich dich schon dreimal am Tag auf deinen Wunsch und dennnoch kannst du meinen Körper nicht ertragen? Was für ein Weib bist du denn?!
Urvasi: Ich möchte lediglich ein Kind von dir, dein Leib intressiert mich nicht im geringsten. Unser Ehevertrag läuft sowieso in drei Jahren aus. Dann wirst du mich nie wieder sehen. Gewöhnen wir uns also lieber gleich an die unpersönliche Einsamkeit, die in allen menschlichen Beziehungen schlummert.
Einnige Gandharven: Drei Jahre Ehe, jeden Tag drei mal Sex, und wann kommen wir zum Stich, äh Zug? Komm lasst uns das Ganze Spielchen zu einem vorzeitigen Ende bringen. List und List und List. Lasst uns die Lämmchen des an des Weibes ruhenden Schafes stehlen, so dass sie dem Pururavas als unmännlich erklären wird, was ihn wiederum in seiner Männlichkeit so kränken wird, dass er im Adamskostüm die Flucht ergreifen wird. Just in dem Moment werden wir ihn unfreiwilliger Weise ins Rampenlicht setzen, indem wir einen Blitz vor ihn werfen. Damit ist der Vertrag null und nichtig und wir kommen endlich in den Genuss der Schönen.
Pururavas: Liebste ich habe niemanden hören kommen, der deine Tierchen entwendet haben könnte. Bitte glaube mir. Es muss nach unserem letzen Liebesspiel geschehen sein. Du weisst wie erschöpft ich immer danach bin.
Urvasi: Du Schlapschwanz. Immer bereit mich mit deiner Rute zu erfreuen und zu züchtigen, bist du nun nicht einmal fähig zwei Lämmchen zu beschützen! Raus aus meinem Bett...äh unserem Ehebett.
Pururavas: Es ist immernoch mein Palsat Liebste. Du befindest dich in meinem Bett. Wie kannst du nur meine männliche Beschützerinstinkt in frage stellen? Nein, was für ein grelles Licht! Ich kann nichts mehr sehen.
Urvasi: Oh Bagavan Sri Krischna, er ist nackt vor meinen Augen, so wie du ihn schufst. Ich muss sofort nach Kuruksetra. Fort von hier, sofort. Schicksal.
Sie löst sich in einer Wolke aus lapislazulifarbenen Rauch auf.
Pururavas: Mein Leben macht keinen Sinn mehr ohne Urvasi. Ich werde nicht eher ruhen, bis ich sie wiedergefunden habe.
Er geht ab.
Szene 2
Am Teich von Kuruksetra, wo gerade Urvasi mit anderen Apsaras in Gestalt von Wasservögeln herumschwimmt.
Urvasi: Wer kommt denn da? Den kenne ich doch, das ist mein Peiniger mit der Rute. Huhu, hierher!
Die Apsaras: Hallo, wir sind eigentlich wunderschöne Frauen und zeitweilig in Wasservögel verwandelt. Komm her lieber Pururavas, keine Scheu, wir beissen nicht.
Pururavas: Arre baap! (Oh Gott!) fällt es mir wie Schuppen von den Augen, meine Geliebte, mein Mond unter den Sternen, meine Wünschelrute hat mich mit hundertprozentiger Sicherheit zu dir geführt (lacht).
Geliebte, bleib stehen, du Böse! Laß uns miteinander reden. Wir können doch über alles reden. Solche Gedanken, wenn sie unausgesprochen bleiben, machen uns nur unglücklich.
Urvasi: Was soll ich denn noch mit einem solchen Worte von dir? Ich bin davongegangen wie die erste der Morgenröte. Pururavas, geh wieder fort nach Hause! Schwer bin ich einzuholen wie der Wind.
Pururavas: Wie der Pfeilschuß um den Ehrenpreis aus dem Köcher, wie das Rennen, das Kühe gewinnt, Hundert gewinnt. Der Blitz hat mich absichtlich erhellt. Die Spielleute verstanden es wie ein Schaf zu blöken. Sie, die dem Schwäher eine gute Stärkung bereitete, kam, so oft es der Liebhaber wünscht, aus der Wohnung gegenüber in das Haus (zu ihm), an dem sie Gefallen hatte, Tag und Nacht mit seiner Rute gestochen.
Urvasi: Dreimal des Tages stachst du mich mit der Rute, und du ließest mir, wenn ich kein Gelüste hatte, reichlich zukommen. Pururavas, ich bin auf deinen Willen eingegangen; du Mann warst da meines Leibes Herrscher.
Pururavas: Sujurni, Sreni Sumnaapi wie Hradecaksus, Granthini, Caranyu, die sind wie die rötlichen Farben zeronnen; sie schrieen um die Wette wie Milchkühe.
Urvasi: Als dieser geboren wurde, saßen die Götterfrauen dabei und die Flüsse, die ihr eigenes Lob singen, zogen ihn groß, weil (auch) dich, Pururavas, die Götter zum großen Kampfe, zur Dasyutötung großgezogen haben.
Pururavas: Da ich Menschenskind mich bei diesen übermenschlichen Frauen anfreunden wollte, die ihr Gewand abgelegt haben, da scheuten sie vor mir wie eine brünstige Gazelle, wie Pferde, die an den Wagen stoßen.
Urvasi: Wenn der Sterbliche, nach diesen Unsterblichen lüstern, sich mit den Gesellschafterinnen einigt, wie es nach ihrem Sinn ist, dann macht eure Leiber schön wie die Wasservögel, wie Pferde spielend, die sich beißen.
Pururavas: Die wie ein fallender Blitz aufblitzte und mir Liebesergüsse brachte aus der Feuchtigkeit ward ein mannhafter, edler (Sohn) geboren Urvasi soll ein langes Leben haben.
Urvasi: Du bist doch geboren, um hier Schutz zu bringen, und du hast die Kraft an mich gewendet, Pururavas. Ich warnte dich, die Wissende, an dem gleichen Tage; du hörtest nicht auf mich. Was willst du fruchtlos reden?
Pururavas: Wann wird der geborene Sohn seinen Vater suchen? Wie ein schreiendes Kind wird er Tränen vergießen, wann er Bescheid weiß. Wer trennt die einträchtigen Ehegatten, da bei den Schwierigkeiten noch das Hausfeuer hell leuchtet?
Urvasi: Ich will ihm Rede stehen, wenn er die Tränen rollen läßt. Wie ein schreiendes Kind wird er schreien nach der freundlichen Sorge der Mutter. Ich will dir schicken, was von dir bei uns ist. Geh nach Hause, denn mich wirst du nicht bekommen, du Tor!
Pururavas: Liefe heute dein Abgott davon auf Nimmerwiederkehr, um in die fernste Ferne zu gehen, und ruhte er im Schoße des Todes und fräßen ihn dann die reißenden Wölfe.
Urvasi: Pururavas, du sollst nicht sterben, nicht davonlaufen; nicht sollen dich die bösen Wölfe fressen. Mit Weibern gibt es gar keine Freundschaft; sie haben die Herzen von Hyänen. Als ich in anderer Gestalt unter den Sterblichen wandelte, vier Jahre lang alle Nächte bei dir wohnte, da genoß ich einmal des Tages einen Tropfen Schmalz. Davon bin ich noch jetzt gesättigt.
Pururavas: Die die Lüfte erfüllende, den Raum durchmessende Urvasi locke ich her, ihr Liebster: Auf das der Lohn der Guttat dir zuteil werde, kehre um, mein Herz verzehrt sich!
Eine unsichtbare Stimme: Also sagen wir diese Götter o Sohn der Ila: Da du nun einmal ein Todesgenosse bist, so sollen deine Nachkommen die Götter mit Opfern verehren. Du aber sollst im Himmel ein Leben der Freude führen!
Trompeten das Liebespaar umarmt sich innig und küsst sich 10 Minuten.(auf Plakat)
Szene 3
Der Erzähler (Salman Rushdie), einige Jinas, Pururavas, der Engel Gibril
Unten in einer Londoner U-Bahnstation und parallel im Flugzeug - Sturzflug hinunter in Richtung Ärmelkanal.
Der Erzähler (ab jetzt immer Salman R.): Frei nach dem Song von Chris Isaak „Wicked Game“ (wird eingespielt), liebt niemand irgendwen. Nobody loves noone....Es gibt keine Liebe hier auf Erden, sondern nur Lust, die Rute des Pururavas ist dafür sinnbildlich. Hier sind wir nun in der Gegenwart angekommen. Nichts Altindisches mehr, nur noch der Dienstleistungssektor London, die Stadt, die wie es im Roman Trainspotting von Irvine Welsh so schön heisst: “ jeder Idiot aus Chaos Chash machen kann.“ Und der Ex Libertines Sänger Peter Doherty hat mit seinem öffentlichen Rockstarsuizid mit Drogen praktisch bewiesen und lebt immer noch wie eine Krähe. lassen sie uns mal sehen was die Jaina Gläubigen zum Thema Gewalt (jeder Art) sagen …..
Einige Jinas steigen aus der U Bahn (Bond-Street): Zuerst gilt es stereotype Vorstellungen über indische Religiösität zu beseitigen. Die Inder sind nicht schlichtweg „Hindus“ und gehören einer Religion ewig unveränderlich an. Frühere Generalisierungen werden überwunden, Teilbereiche aufgelöst. Doch es ist nicht alles erlaubt (anything goes). Mord ist himsa Gewalt. Ahimsa ist die Maxime des Jainismus, des Buddhismus und jeder anderen aufrichtigen Tradition auf dem Subkontinent. Daher tragen wir auch Mundschutz wie Chirurgen im OP. Wir könnten Bakterien einatmen und damit Leben zerstören. Der Digambara sowie der Svetambara Jainismus wehrt sich gegen alle Formen der Gewalt. Wir sind Vegetarier. Alle Lebewesen leiden, also wollen wir nicht noch mehr Leid verursachen.
Pururavas (taucht als Wiedergeburt eines 30 jährigen Bobbys auf...auf Plakat): Ja schuldig. Alle mit einer Rute sind Täter. Jeder ist Täter doch so oft stellen wir uns wie Opfer dar und nehmen uns dann einen Anwalt für unsere Rechte. Doch jeder ist seines eigenen Glückes oder Unglückes Schmied. Karma ist sehr präzise. Doch die Religion der Jainas ist unpraktisch, da sie in ihrer Askese fast alle alltäglichen Handlungen unterbindet.
Die Jainas: Wir sind Asketen, in der Wandermönche die höchste Autorität haben. Unsere Schriften sind jedoch moderner als die der Hindus und Moslems und Christen, weil die Worte nicht von Gott sondern von den Mönchen stammen. Hier in London haben wir viele Führungspersönlichkeiten in Banken und an den Universitäten. Wir haben eine sehr starke innere Gruppenidentität und organisieren uns nach mathas (Klöstern/Tempel mit Schulen und Bibliotheken, sozioreligiöse Zentren der Gemeinschaft). Der mathadhipati vertritt die Gemeinschaft nach aussen.
Pururavas: Ihr Jaina Mönche seit wie ich, in eurer Nacktheit ist etwas heiliges. Ihr zeigt damit eure Entsagung von der Welt. In meinem Fall ist die Nacktheit das Ende des Lustspiels. Lust die ewige Feindin der bedingten Seele. Nacktheit, ja Lust nein. Was ist dann mit den Flitzern, wie sie hierzulande durch die Fußballstadien laufen und nach Aufmerksamkeit haschen. Ihre Nacktheit beendet das Vergnügen von Tausenden Zuschauern. Nun gut schluss damit.
Salman R.: Meine Damen und Herren, ladies and gentlemen hier kommt der Engel Gibril angeflogen. Gibril der Träumer, dessen Perspektive manchmal die der Kamera ist und dann wieder der des Zuschauers entspricht. Wenn er eine Kamera ist und dann wieder der des Zuschauers entspricht. Wenn er eine Kamera ist, ist der Sucher ständig in Bewegung, er haßt statische Einstellungen, deshalb schwebt er auf einem hohen Kran und blickt hinunter auf die verkürzten Figuren der Schauspieler, oder er stürzt hinab und steht unsichtnar zwischen ihnen, dreht sich langsam auf dem Absatz, um einen Schwenk um dreihundertsechzig Grad zu machen, oder versucht es mit einer Fahraufnahme und fährt neben Baal und Abu Simbel her, während sie dahinspazieren, oder er erforscht mit einer Handkamera die Geheimnisse des Schlafzimmers von Pururavas.
