Querbeet durch´s Leben - Christa Katzur - E-Book

Querbeet durch´s Leben E-Book

Christa Katzur

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Beschreibung

Die Berliner Autorin Christa Katzur, jetzt am Bodensee beheimatet, schreibt im „Berliner Dialekt „ sehr herzerfrischende , selbst erlebte Geschichten. Das Leben ist voller Zufälle, kleiner Wunder, man muss sie nur wahrnehmen. Teilweise etwas satirisch, doch sehr humorvoll, nimmt sie den Leserkreis mit, in die „ Tierwelt, in verzwickte Ehe-Familiengeschichten, sehr amüsante „ Deutsch-Russische Geschichten“ zum Schluss in die besinnliche Weihnachtszeit. „ Querbeet durchs Leben“ ! Ein großes Anliegen von ihr ist, den „ Berliner Dialekt „ aufzubewahren , für die Nachwelt zu erhalten. Viele Worte sind schon längst Vergangenheit, sie hat sie wieder reanimiert, und stellt sie Ihnen, liebe Leserwelt zur Verfügung. Schmunzeln Sie mit ihr, wenn Sie mit Ihnen auf „ Aujust's Brautschau „ jeht! Oda, Herrn „ Kulla „ een Klavier andreht! Und wenn' se denn mit Herrn „ Kulla „ uff eene janz besondre „ Kreuzfahrt „ jeht, bleibt keen Oge trocken! Greifen Sie zu, gute Laune und viel Spaß für trübe Stunden, garantiert Ihnen Christa Katzur

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Christa Katzur

Querbeet durch´s Leben

Wahre Geschcichten im Berliner Dialekt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Copyright: Christa Katzur

Buchsatz & Klappentext:

Christa Katzur

Umschlag: Christa Katzur

Kurallee 18

88709 Meersburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des

Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere

für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung,

Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglich-

machung.

Bibliografische Information der Deutschen National-

bibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet

diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Christa Katzur

Querbeet durch´s Leben

Wahre Geschichten im „Berliner Dialekt“

Inhaltsverzeichnis

Ick bin een „Berlina Kind“Wenn Eina eine Kreuzfahrt macht ….Aujust´s Brautschau im modernen ZeitalterWenn´s den Eseln zu wohl wird.....Bobby´s Tag im KindergartenWie man auf den Kater kommtToni liebt DichWat det eenen Freud, ist det andern LeidMax der RebellPeinlich, peinlichDeutsch – Russische GeschichtenMich hat das Pferd wohl wirklich getretenKuriositätenDer Mauerfall 1989WM de, WM deFreunde in BerlinFremde in BerlinHerr „Kullas´s“ UrlaubsplanungHerr Kulla und det KlavierEin Mensch plant den UrlaubStartschwierigkeitenMein großer BruderTröste michZwei Ellenbogen hat mein BaumOstern 1945JahreszeitenAlle Jahre wiederMein Weihnachten 1947Weihnachten wird verschobenJulklapp in der ChefetageDein SternI

Ick bin een „Berlina Kind“

Als 5.tet Jör, jebor'n in Schöneberch, uff'n dritten Hintahof, hab ick nu ja keene Probleme mit det „ Berlinan“.

Mein Alta, hört ma, det jeht euch nu janischt an, man is so jung, wie man sich anfühlt. Also mein Alta, Vater Fritze, der hatte woll det janze Pulva schon vaschossen, für Atze und meine Keulen. Für mir blieb nich mehr ville übrich, bin so kleen jeraten, bis heute!

Trotzdem war ick nich „ Mulleken doof“ Een Berlina Kind is doch nich uff'n Kopp jefallen. In 'ne „ Penne „

hat ick 'ne sehr jute Lehrerin in deutsch .Leida is se schon vablichen, hatte de Motten, wie ville nach dem Krieje. Die war 3x so knorke, wie schnafte, wat wiederum 4x so dufte war, wie heute etwa „ Affenjeil!“ Ick hatte imma Uffsätze abjejeben, nich unta 10 Seiten, da hatte die drei Semesta dran zu lesen. Oft hat ick det Thema vafehlt! in meine kleene Welt hab ick mir einjesponnen, mir war det ejal, die musste sich denn damit befassen, ob se wollte oda nich.

Wat hat die sich abjemüht, mir hochdeutsch beizubring. Ick hatte ihr mal den Jefall'n jetan.

Da kam ick mir janz schön bescheuat vor , wie in een drei Nummern zu kleen jeratenen Frack!

Und uff'n Schulhof wollten se ma vadreschen . Det hab ick janz schnell jelassen. Obwohl, ick kann jut hochdeutsch sprechen---aba lange halt ick det nich durch. Wer sein „ Berlinan „ schon mit de Muttamilch mitjekricht hat, den kannste nich mehr vabiejen.

Noch wat zu meine Lieblingsbeschäftijung aus de Kindazeit. Rummeln, rummeln, rummeln!

Mensch, für 10 Pfennije bin ick Kettenkarussell jefahr'n. Vadient hat ick mir det imma bei meine Keulen, mit Badewannen-Schrubben und sonstijen Dienstleistungen.Hat ma manchet mal ooch jewurmt, det jab ooch mal 'ne Schelle. Hoch oben, in 'ne Lüfte hab ick jeträumt und de Querelen für kurze Zeit vajessen.

Wenn Eina eine Kreuzfahrt macht …....

Neulich flattert mir een schönet, buntet Reisesprospekt in't Haus.

Traumhafte Strände, azurblaua Himmel und Meer.....mir packt sogleich det Fernweh!

„Männe, kick ma hier, ne Kreuzfahrt uff een Luxusdampfa, wär det nich mal wat für uns? Gleich durch 5 Lända....Männe kickt ma entjeistat an.

„Weeßte ooch, wat det kostet?“

„ Klar, sag ick, is ja 'ne Preisliste bei.“

„Det kommt nich in 'ne Tüte, ick hab doch keen Dukatenkacka. Neulich wollste doch noch in Spreewald fah'n!“

„ Ja, wejen de Kahnfahrten und de sauren Jurken, aba det kannste doch wohl nich vajleichen. Du weeßt, wir lieben Beede nich de Fliejerei, hier kannste mit 1x umsteijen durch de halbe Welt komm ; und ick finde det äußerst jünstich , könn ooch mal mit de feinen Leute mitreden.“

„ Meinste wirklich, det sind allet feine Leute, bloß weil die mit so een Kahn mitfahrn?“

„Würden wa ja vielleicht denn rauskriegen.“

Volle 6 Tage rede ick Männe die Vorzüje von det Superanjebot ein ---bis er völlig entnervt , jrünet Licht jibt.

„Jut, sagt er, uff deine Vaantwortung, vom Kostjeld sparste hoffentlich hinterher wieda wat ein.“

Selich, vaspreche ick allet und buche sofort. In 4 Wochen jets los.

In det Sonntagsjackett passt Männe schon lange nich mehr rin, ick entscheide, dass sofort een Smoking jekooft wird. Männe sträubt sich wie een wildjewordner Affe . Det Ding zieht da nich an , et is och keena jestorben, wozu also den Trauaanzuch.

„Männe, wenn de dir mal die Traumschiffserien anjekickt hättest, denn wüßtest du wie man sich kleidet und da ufftritt.!“

„ Det reicht ja, wenn du det weeßt, kannst alleene fahrn, de Kosten sprengen ja schon jetzt den Rahmen. „

„ Und wenn wa von Kostümvaleih een hol'n? „

„ Jetzt jeh'n se, woll mit dir janz und ja durch , ne Kreuzfahrt in jepumte Klamotten, die zig Männa vor mir jetrag' ham ? Denn muß eben so'n Teil jekooft werden. Sollte unsre Tochter mal heiraten, wat fraglich is, schließlich kommt se janz und jar nach ihre Mutta, dann kann ick det Teil noch mal anzieh'n.“ „ Männe, damals, janz am Anfang haste jenau det

Jejenteil jesacht! Wat stimmt denn nu? „ Ejal! Hier jeht's um wichtigeret.

Jetzt muß ick vaschweijen, dass die Schmitten mir zwee Abendkleida jelieh'n hat, een paar Glitzablusen und Firlefanz, den man da braucht. Die kennt sich da aus. Von meine schwarze Kasse hab ick mir noch paar tolle Schuhe jekooft. Ick wär ma also nich blamiern.

Et jeht los, der Tach is da ! Zuerst müssen wa nach Frankfurt, da übanachten wa.

Männe, leicht anjesäuat, sacht:“ Siehste, det is jenau abjekartat, den Flieja kannste erst een Tach später besteijen“. Een Schüttelbus bringt uns in det abjelejene Hotel, det is im teuren Übanachtungspreis mit drin. Mit uns, is ne feine, ältere Dame im Bus, beim Aussteijen will ick ihr behilflich sein, de jroße Tasche abneh'm. Energisch nimmt se mir die wieda ab. Höflich frag ick, ob se ooch mit unsan Flieja nach Casablanca fliecht und de Kreuzfahrt jebucht hat.

Frostich erklärt se mir, dass ihr Flieja ne Stunde später startet, det wär ne bessre Linie, mehr Komfort. Aha, sage ick nur. „Dabei ham wa ja keen Billichflieja.“

Als wa in Casablanca jut jelandet sind, schick ick erst mal een Dankesjebet zum Himmel.

„ Jott sei Dank, nich abjestürzt und nich entführt. „ Nebenbei awähne ick mal, det der Film mit Hampfri Bogart dort nie jedreht wurde, det is ne Legende.

Üba eene Stunde steh'n wa hier schon , um een Stempel in Pass zu kriejen. Marokko is det eenzichste Land wat dir een Stempel uffdrückt. Drei Damen an drei Schaltern schaffen det nich, se kicken jelangweilt in ne Jejend. Einije beschweren sich --jetzt dauats noch länga. Der Flieja, der eene Std. später startete, is jetzt ooch da. Zwee Schalta werden noch uffjemacht. Die Letzten werden de ersten sein, det klappt ooch hier wieda. Wir steh'n noch imma in 'ne Schlange, ainnat ma an vajangne Zeiten. Immahin ham wa den letzten Bus noch jekricht. Am Hafen anjekomm, seh'n wa, wie de Sektflaschen und Jläser abjeräumt werden, de Kapelle spielt ooch nich mehr. De Jängwee ham se noch nich einjezog'n . Männe bezweifelt jetzt lautstark die janze Reise.

Ne Stuardess nimmt uns an ' ne Hand, vakündet uns freudestrahlend dass wa ' ne Jlückskabine haben. Männe, leicht vasöhnt, sacht, solange wa nich in ne Besenkamma landen, soll uns allet recht sein. Wir sind auf dem Promenadendeck, de teuaste Katejorie, für den Preis, den wir jezahlt ham.

Triumphierend kick ick Männe an. Um uns die janzen Promis von Funk und Film --wir mittendrin. Die Kabine een Traum, de Koffa schon drin.

Jetzt wird sich in Schale jeschmissen, jibt gleich een Begrüßungskoktäl , da wird uns dann der Tisch im Restaurang zujewiesen. Wir hatten een Zweier- Tisch bestellt. Der Stuart bringt uns an een Tisch, wo besachte Dame sitzt, die mir ihre Tasche nich anvatrauen wollte. Er entschuldigt sich, det Schiff wäre diesmal besonders voll. Nachdem se uns einjehend jemustat hat, stellen wa uns jejenseitich vor.

Bekannta Name, ick wechsel mit Männe een kurzen Blick, denn füjen wa uns in det Unvameintliche.

Nach 2 Tagen wechseln wa mal det Lokal, jehen een Deck höher. Da jibs det selbe Essen, nur kannste dir alleene bedien'.

Heute is noch ne Busfahrt nach Rabat anjesacht.

Unsere alte Dame hat uns schon vamisst, fracht, ob se sich uns anschließen könne. Wir neh'm se in 'ne Mitte. Nu darf ick uff een Basar sojar ihre Handtasche halten, während se in Jeschmeiden rumwühlt. Ja, Vatrauen kannste nich koofen, det mußte dir awerben.

Wir sitzen schon im Bus, da steicht Eene ein, so wat hab ick noch nie jeseh'n.

Is ne Mischung aus ne Diva und een Monsta. Jeschminkt, wie zum Karneval.

Knallrote Haare, de Oogen jrün umrandet. Lange, falsche Wimpern werfen Schatten in ihr blasset Jesicht. Se trägt 'ne blaue Jlanzjacke, rotkarierte Hosen, aus denen schwarze Netzstrumpfhosen in jelben Pömps rauskicken.

Een Jeraune jeht durch den Bus..Wie alt die woll is? De Schätzungen jehen von 65-85 Jahre. Neben mir sitzt unsre Reiseleiterin. Ick frage, ob die untawechs een Ufftritt hat. Nein, sagt se lächelnd.

Zwei Stunden fahren wir auf der Autobahn in Richtung Rabat, vorbei am Atlantik, den wa wie andre jroße Jewässer meist nur aus der Ferne seh'n.

Rechts und links säumen Orangenhaine, Pinienwälda, riesige Kakteen, Gummibäume und große, blühende Mimosenbüsche, fast so groß wie Bäume. Dazu später mehr. Nach Ankunft teilen sich wieder die Gruppen. Wir bestaunen det Mausoleum Mohammed V. , der der erste König in Rabat war. Anschließend neh,m wa uff een Terassencafe Platz, neben de älteste Moschee , wo wir einen herrlichen Blick auf den Ozean haben. Weiter unten is een Basar. Plötzlich wird's sehr laut. Zwee Händla liefan sich mit unsre Diva een heftjet Jerangel. Is det jetzt doch een Ufftritt von ihr? Nu schlächt se aus wie een Pferd, und een andern beißt se in ne Hand. Von allen Seiten atönt Beifall. Man, die Nr. is richtich jut . De Reiseleiterin jreift nu ein. Eena aus de Gruppe brüllt, auf in die nächste Runde. De Reiseleiterin packt de uffjebrachte Diva am Arm und droht den Händlan mit de Miliz. Die vaschwinden sehr schnell, denn da is nich allet Jold , wat jlänzt. Uff de Rückreise passiert Foljendet, unsre Diva stakst zum Busfahra , und den marokkanischen Reiseführa bequatscht se jleich mit.

Se zeicht imma uff de jroßen Mimosenbüsche. Der Busfahra fährt rechts ran, hält mitten uff de Autobahn. De Diva vakündet, jetzt jeh,n wa alle Mimosen klau,n, und mit een Satz isse draußen.Niemand will det jloben, wat er da sieht. De Diva indessen jeht seelenruhich von eene Mimose zur andern. Nu spalten sich de Meinungen alla Fahrjäste. De eenen kicken amüsiert zu, die andern diskutiern üba de rechtlichen Schritte, wieda andre kramen fürchterliche Schimpfworte vor. Ick sage urplötzlich, wat recht da euch eijentlich alle so uff, hat denn nich jeda Zirkus seinen Clown? Und wir, wir haben jetzt für den Rest der Reise unsere eigne Mimose. Die Lage entspannt sich die Lacha hab ick alle uff meine Seite. Nach 10 Min. holt de Reiseleiterin se energisch von ne Mimosen weg. Mit een riesen Mimosenstrauß betritt se schmollend den Bus. De Jäste sind alle vastummt.

Als wa endlich wieda in Casablanca ankomm, drückt se den Strauß een Stuart in ne Hand.

Heute abend valassen wa Marokko, die jroße Fahrt jeht los. , morjen sind wa in Cadiz, wo det Schiff denn wieda 2 Tage im Hafen liecht.

Nach eenem Frühstück, wat keene Wünsche offenlässt, besteijen wa die Busse, die unten am Hafen steh'n. Wir valassen de Hafenstadt Cadiz und fahren durch die fruchtbare Ebene des Guadalquivir nach Sevilla, der vielgerühmten Hauptstadt Andalusiens. Vorbei an prachtvollen Gärten und Alleen, gelangen wir in die lebendige Innenstadt. Wir besichtigen den Alcazar, der ursprünglich das Schloß der maurischen, später der christlichen Könige war.

Der Alcazar ist die offizielle Residenz der spanischen Königsfamilie. Durch die weiten Gärten wandelt man unter Orangenmbäumen, Zypressen, Palmen und plätschernden Brunnen. Danach bummeln wir durch ein besonders reizvolles Viertel, Barrio de Santa Cruz. Die winkligen Gassen, schmucke Häuser und maurische Gärten wecken Sehnsüchte nach vergangenen Zeiten.

Nach einem typisch spanischen Mittagessen besichtigen wir die riesige 5- schiffige Kathedrale von Sevilla.

Sie wurde in den Jahren 1402-1506 erbaut ; und ist einer der größten und reichsten gotischen Dome der Christenheit, der durch die Raumwirkung und der Fülle seiner Kunstschätze kaum zu übertreffen ist.

Am Flussufer des Guadalquivir steht die klassizistische Stierkampfarena, die ca. 14000 Besucher fasst. Sie ist eine der größten und ältesten Arenen Spaniens.

Langsam werden wa müde, de Beene woll'n ooch nich mehr ; und so steijen wa schnell in de bereitjestellten Busse. Uns fällt uff, det de Mimose janich da ist.

Nach langa Fahrt betreten wa voller Erwartung wieder unsa Schiff. Beim Mittagessen erzählt uns der Nachbar de neusten Nachrichten. Et hat mächtich Ärjer jejeben.

Da det Schiff ja fast wie ausjestorben wa, hat de Mimose sich irjendwie in een Rettungsboot abjeseilt ; und sich nackend jesonnt. Zufällich hat se Eena von ne Besatzung entdeckt. Anschließend is se vasehentlich in 'ne Mannschaftsräume jelandet. Da war selbst der Kapitän nich amüsiert. Am nächsten Tach bleiben wa an Bord --uns richtich ausruhen. Programm is anjesacht. Zum Frühschoppen is jeladen mit vielen Übaraschungen. Heute jibts Freibier für Alle. Da siehste de feinen Leute janz vorn : da könn se sich sojar anstellen, und zwar mehrmals.

Einije fallen später aus de Rolle, rempeln ooch mal, det astaunt mir doch sehr. Ne Leifkapelle spielt jetzt zum Tanz, det Janze spielt sich am Pool ab Janz schön praktisch, wer zu viel jetankt hat, kann jleich in Pool hopsen ,zum Ausnüchtern. Mit dem Tanzen haperts woll im Alljemeinen, nich umsonst ham wa doch unsre Mimose. Die aöffnet sofort den Tanz. Eh sich een beleibta, älterer Herr vasehen hat, nimmt se den det Bierjlas weg und zerrt den buchstäblich uff de Tanzfläche. Der looft janz rot an, sträubt sich mächtich, aba sie kennt keen Pardong. Rijeros will se ihm die Tanzschritte beibring, die der wirklich nich beherrscht. Er lässt se kurzerhand steh'n und vaschwindet. Det beunruhicht die nich, se tanzt alleene weita, fängt noch an zu singen. Ne tolle Stimme , die vablüfft ein imma wieda. De Jäste amüsiern sich königlich, und de Reiseleiterin wird entlastet, de Mimose bestreitet det janze Projramm. Een junga Mann fordert se nu uff, ooch da übanimmt se wieda de Führung, aba tanzen kann se !

In eene Stunde jibts schon wieda Mittagessen.“ Männe, wenn wir det Schiff valassen, wärn wa woll 5 kg mehr wiejen“. Ob det man reicht, meint Männe

Bei solchen Traumjerichten kannste unmöglich wat übrig lassen. Und abends det jleiche Spiel. Bis wa in Jriechenland sind , ham wa noch Zeit uns üppich wallende Jewända schneidan zu lassen.

Morjen is Valencia uff'n Plan, die drittgrößte Stadt Spaniens. Die Province Valencia ist schon 80 000 Jahre v.Chr. bewohnt.

Der Bau der berühmten Kathedrale La Seo dauerte Jahrhunderte lang und entsprechend ungewöhnlich ist das Endergebnis aus verschiedenen, architektonischen Stilen. Sehr interessant ist auch die Markthalle, erbaut 1928 .

Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch werden hier aus der Region angeboten. Die meisten Orangen kommen ebenfalls aus der Region. Durch das trockene, milde Klima werden die Navelorangen bis zu 3x im Jahr geerntet.

Auch die Erzeugnisse aus der Lederwarenherstellung finden großen Absatz.

Das Museo Nacional de Ceramica zeigt eine stattliche Sammlung aus der Zeit vor Ankunft der Mauren, die im 8. Jahrhundert ihre Kunstfertigkeiten nach Spanien mitbrachten. Besonders hervorgehoben wird die Keramik aus Valencia. Die Seidenbörse wäre noch zu erwähnen, ein im Jahre 1498 fertiggestellter, prächtiger, spätgotischer Bau , mit besonders reich verzierten Portalen und Fenstern.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Führung durch die Kathedrale, ein äußerlich überwiegend gotischer, stattlicher Kirchenbau mit barocker Fassade.

An der Südwestecke erhebt sich der 68 m hohe unvollendet gebliebene Glockenturm. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Blick.

Danach jibts wieda een spanischet Mittagessen in eena landestypischen Jaststätte. Zwee Person fehl'n, de Mimose und een Herr aus Mecklenburch Vorpommern. Letzterer fiel öfter schon unanjenehm uff. Einije sag'n, dass se den schon nich mehr in ' ne Kirche jesehn ham. Die Mimose sei noch dabeijewesen.

Nu sind se weg. Sylvia, de Reiseleiterin wird langsam nervös und nimmt Kontakt zum Schiff uff. Da sind se ooch nich. Unmut macht sich breit, üba de Mimose, det findet nu keena mehr spaßig. Det Schiff läuft bald aus, und wir ham jewaltije Vaspätung. De Polizei wird vaständicht und Sylvia nimmt sich zwee beherzte Männa mit, mieten een Taxi , und fahren alle Orte nochmals ab.

Indessen fährt de Mimose mit ne Kutsche durch de Stadt , akundet selbije uff ihre Weise. Als wa det Schiff betreten, sitzt besachta Herr aus Mekpom jemütlich an ne Bar, sacht, det Projramm habe ihm nich jefallen und so wär er mit een Taxi zum Schiff zurück.

Det nächste Ziel is Mahon, die Hauptstadt Menorcas. Die Insel Menorca ist weit ruhiger als ihre etwa 40 km weiter gelegene große Schwester Mallorca. Mahon liegt am Ende der Insel, an einem landschaftlich herrlichen 6 km langen Naturhafen, der zu den schönsten Ankerplätzen der Welt zählt. Wir erkunden die traumhafte Insel wieder mit Bussen. Fahren an zauberhaften Buchten vorbei, unbeschreiblich schön ! Am frühen Nachmittag sind wir zurück.

Det Schiff liecht wieda zwee Tage im Hafen ; und so könn wa uff eijene Faust wat untanehm. Endlich will ick mir mal de Läden von innen bekicken. Vielleicht noch de Kirche Santa Maria . Vom Hafen führt eene breite Treppe hinauf zum Stadtkern . Wir ham unsre Tischdame mitjenomm. Als wa unjefähr 60 Stufen jeschafft ham, kicken wa erst mal von oben det schöne weiße Schiff an. Gigantisch ! Uff eenmal höre ick een fürchterlichet Klagen . Een kleena, schwarzer, halbvahungata Kater kommt von oben direkt uff mir zu ; und azehlt mir ne janz taurije Jeschichte . Denn dreht da sich um, jeht wieda nach oben, weitaklagend und vajewissat sich ob wir ihm folgen. Nach weiteren zich Stufen erreichen wa een Plato. (Plateau) Aus allen Ecken kommen seine Freunde, etwa 20 an ne Zahl. Schlimm seh'n de Tiere aus. Ick hab een janz schlechtet Jewissen. Die Tiere leiden Not, wir schlemmen nur so uff dem Schiff. Ick will se streicheln, se sind vaängsticht und scheu, nur der Hunger treibt se aus ihre Vastecke.

Männe, sach ick, wir müssen wat tun. „Wat willste denn tun, meinste det reicht, wenn die eenmal wat zu fressen jibst.?“

„Ja, jenau det meine ick!“. Unsre Tischdame jibt nu ooch noch Männe recht, det sah der ähnlich. „ Koof dir een schönet Andenken hier, oda wat aus de Butik!

---ENDE DER LESEPROBE---