Randschlachten (ein Nachruf) - René E. Schulte - E-Book

Randschlachten (ein Nachruf) E-Book

René E. Schulte

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Beschreibung

Am Anfang war nicht das Wort Am Anfang war der Gedanke «Randschlachten (ein Nachruf)» ist ein Lyrikband voller Abgründe und Fragen. Schonungslos, ehrlich. Ein Versuch, Erlebtes und Erfahrenes einzuordnen, zu verarbeiten. Ein Schlachtruf. Ein Eingeständnis. Ein Befreiungsschlag. Scharfzüngig, mit Wortwitz – und (einstweilen) mit dem obligaten Quäntchen Hoffnung, das es braucht, um in dieser Welt bestehen, funktionieren, ja, überleben zu können. «Randschlachten (ein Nachruf)» ist das Buchdebut von René E. Schulte. Die darin enthaltenen Gedichte sind mehrheitlich zwischen 1994 und 2003 entstanden. – Es war an der Zeit loszulassen und den alten «Dämonen» endlich die Freiheit zu schenken.

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Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Für alle, die noch immer auf Godot warten.

Er wird nicht kommen.

Inhalt

Präkursor (Lust)

Orion

Geworfen

Zur Geburt

Ergo sum

Da, einst, an Columbias Brust

Abgelenkt

Randschlachten

anklage

Eine Pflanze in der Werkstatt

Rosenrelikt

Adams Zwiebel

Fleisch

Mondfrau

Die Versuchung des heiligen Salvador

Hässlich

Stimmt

Täglich

rumpelstilz

Gegenwärtig

Sprachlos

Wurzelzieher

Schatten

Bei uns im Dorf

Delicatessen

Hunger

Im Angesicht des Dotters

Schlag

Heimat

Ex Machina

Von der Geburt des göttlichen Menschen

Moĩραι - Moerae

Klotho

Lachesis

Atropos

Eugenik

Verkauft

Kalter Krieg

Hoffnung

Kruzifix

Gefährten

E-Lok

Zigaretten

SMS

Sommer

Zuneigung

Judas

Liebesgedicht

Läuterung

Vom ewigen Leben

Herbst

Hingabe

Ottos Tanz

I. Ansaugen

II. Verdichten

III. Arbeiten

IV. Ausschieben

 

Afterthoughts

Präkursor (Lust)

Orion

Orion, der Gegürtete

massig, trapezoid

Ein Jäger, Sammler, schamlos

schön

gigantisch, persistent

Ein Riese, wuchtig Kerl

behaart

ein zotig Mannsbild

Sternbild

Held

Ein Heisssporn

hitzig Feuerkopf

Kühn

mit Bellatrix und Saiph

sich reckt ein Hüne gegen Stier

und Berg und Götter

Universen

Lichter, Jahre

unbeirrt

Recke, Kämpe, Matador

verschmäht, verfolgt

er ewiglich

und rennt den sieben hinterher

Plejaden, Tauben wohlgeformt

in seiner Lust

und blinder Wut

Ob Taurus

rotes Bullenauge

Hörner, Atlas

Himmelsträger

westlich schulternd

trennt

massiv

Titan und Aufbegehrer

Walten

über reizvoll süsse

makellose Nymphen, Töchter

werden zum Gebieter über

deren Mutter Plejone

Ein Wunsch verwünscht

ein Wille verwehrt

ein Zorn entbrannt

Zielen, streben flink

verfolgen

jagen

treffen

greifen

halten

zerren, nieder

schlagen

reissen

brechen

schinden

wollen

Wollen tut er immer

noch

entmenscht

und gnadenlos

Er will sie

Er will

Er

Bis in alle Unendlichkeit

Amen

Geworfen

Zur Geburt

Du hasts geschafft

den weiten Weg

vom Skrotum bis

zum Notausstieg

Bist endlich raus

Ist alles dran?

Bist müde

aber

übern Damm

Gesalbt mit deiner

Mutter Blut

In Exkrementen

dich gesuhlt

Hilflos

schwach

und voller Dreck

Gesegnet

und zugleich befleckt

Der Schere Klingen

blitzen auf

Ein Schnitt

ein Schrei

Jetzt gehste drauf

Die Nabelschnur

fein abgetrennt

gekappt, entzweit

und abgeklemmt

Schnell hinauf

zu Mutters Brust

Besauf dich ruhig

Ertränk den Frust

Die Mutter freuts

Es pumpen die Lungen

Der Vater schweigt

Er wollte

nen Jungen

Ergo sum

Ich bin der

der immer kann

nicht wirklich

weil ich immer kann

doch weil ich will

und mich bedank

mich freut es sehr

ich arme Sau

Ich

der ich die Milch verschütt

noch brühend heiss

mit schaumig Pelz

das Weib begehr

wenn es noch schläft

sich traumig wälzt

und Decken reisst

den Hund begrab

wenn er noch lebt

und rollig knurrt

und winselt

bellt

Ich

der ich zu Boden geh

mich auf die kalten Fliesen werf

und heimlich Liegestützen mach

im Badezimmer

abgesperrt

von Muskeln träum

den Kopf zerbrech

an Worten unnütz

und derweil

quälend zu Papier gebracht

zu Fall

verfasst und abgelegt

Ich

der ich gekonnt verlier

ertrink in Mitleid selbst gebraut

um meinetwillen orchestriert

und inszeniert

nicht glauben will

an einen einzig lieben Gott

und dennoch hoff

ganz hoffnungslos

bin ich

ein peitschend heiss Geschwür

das nässt

und nie versiegt

Ich bin der

der gern scharf isst

nicht wirklich

weil es mir so schmeckt

doch weil

ich leiden möcht

und mich

bedank

es freut mich sehr

Da, einst, an Columbias Brust

Im Land der unbegrenzten Dummheiten

(wahrlich, die gibts auch anderswo)

lebte ich einst

da

im mythenumwobenen Schosse der Columbia

die fälschlicherweise so heisst

waren es doch Wickie und die starken Männer

die als erste ihren Fuss auf Mannahatta gesetzt hatten