Rauhnachtsfeuer - Christine Kulgart - E-Book

Rauhnachtsfeuer E-Book

Christine Kulgart

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Beschreibung

Der junge Adlige Florian verbringt die Rauhnächte bei seinem Freund Theo auf dem Rauschberg. Doch mehr noch als den Naturgewalten muss sich Florian einer Sache stellen: der verdrängten Trauer um seine zu früh verstorbenen Eltern. Während er in den zwölf magischen Nächten viele neue Rituale kennenlernt, setzt er sich immer wieder mit seinen eigenen Gefühlen auseinander. Eine zauberhafte Geschichte von Freundschaft und Trauer während der Festtage. Eine Geschichte zu Christine Kulgarts Debütroman "Rauschberg", die die Beziehung der Charaktere zueinander vertieft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 92

Veröffentlichungsjahr: 2023

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„Durch bewegter Schatten Spiele

zittert Lunas Zauberschein,

und durchs Auge schleicht die Kühle

sänftigend ins Herz hinein.“

- Johann Wolfgang von Goethe

Für Oma,

denn die elfte Rauhnacht steht für Dankbarkeit.

Christine Kulgart

Rauhnachtsfeuer

Eine Rauschberg Geschichte

Impressum

© 2023 Christine Kulgart

Website:

https://christinekulgartschreibt.blogspot.com/

Covergrafik gestaltet von: Christine Kulgart

Druck und Distribution im Auftrag der Autorin: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter:

Christine Kulgart, Im Wiblinger Hart 128, 89079 Ulm, Germany.

ISBN Paperback: 978-3-384-06689-3

Inhalt

Cover

Widmung

Titelblatt

Urheberrechte

Vorwort

Was bisher geschah

Prolog

Kapitel 1 – Wintersonnenwende

Kapitel 2 – Vom Himmel hoch

Kapitel 3 – Die erste Rauhnacht

Kapitel 4 – Die zweite Rauhnacht

Kapitel 5 – Die dritte Rauhnacht

Kapitel 6 – Die vierte Rauhnacht

Kapitel 7 – Die fünfte Rauhnacht

Kapitel 8 – Die sechste Rauhnacht

Kapitel 9 – Die siebte Rauhnacht

Kapitel 10 – Die achte Rauhnacht

Kapitel 11 – Die neunte Rauhnacht

Kapitel 12 – The zehnte Rauhnacht

Kapitel 13 – Die elfte Rauhnacht

Kapitel 14 – Die zwölfte Rauhnacht

Kapitel 15 – Lass alles Alte gehen

Kapitel 16 – Perchten

Kapitel 17 – Wintersonnenlicht

Danksagung

Über die Autorin

Wenn Tannen duften Eine Weihnachtsanthologie

Rauhnachtsfeuer

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Widmung

Titelblatt

Urheberrechte

Vorwort

Über die Autorin

Rauhnachtsfeuer

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Vorwort

Schon als Kind haben mich die Rauhnächte mit ihren vielen Mythen, Märchen und Ritualen fasziniert. Was passiert „zwischen den Jahren“, wenn die Welt stehen zu bleiben scheint und der Schleier zwischen den Welten so viel dünner wird?

Nach der Veröffentlichung von Rauschberg habe ich mich direkt an die Fortsetzung gemacht – bis ich mich daran erinnert habe, dass mein geliebtes Ruhpolding (die Hauptinspiration für „das Dorf“) sogar einen Rauhnachtsmarkt hat. Und wer könnte die zwölf heidnischen Rauhnächte besser feiern als Theo und seine Familie?

Dies ist keine direkte Fortsetzung, sondern mehr eine zusätzliche Geschichte. Sie hangelt sich an den zwölf Rauhnächten und ihrer jeweiligen Bedeutung entlang. Ich habe mich dabei von dem Buch „Vom Zauber der Rauhnächte: Weissagungen, Bräuche und Rituale für die Zeit zwischen den Jahren“ von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri inspirieren lassen und mich auch an deren Deutungen der einzelnen Nächte gehalten.

Die Rituale und Traditionen, die in diesem Buch erwähnt werden, gab es wirklich. Oft sind sie aber von mir frei interpretiert worden. Ich hoffe, dass die Geschichte von Theo und Florian meinen lieben Lesenden durch die dunkle Jahreszeit hilft und sie vielleicht auch dazu inspiriert, diese ganz besondere Mondzeit zur Reflektion zu nutzen.

Was bisher geschah

Rauhnachtsfeuer ist eine Zusatzgeschichte zu meinem Debüt-Kurzroman Rauschberg. Der junge Adlige Florian von Hohenstein trifft bei einem Jagdausflug mit seinem Onkel auf Theo Kaiser, der mit seiner Familie fernab vom Treiben im Dorf auf dem Rauschberg lebt. Zufällig erfährt Florian, dass der Bär, der gejagt werden soll, eine ganz besondere Bedeutung für das Dorf und für Familie Kaiser hat. Gemeinsam mit Theo rettet er die Bärin am Rauschberg und findet endlich den Mut, sich gegen seinen konservativen und lieblosen Onkel aufzulehnen. Er beginnt sein eigenes Leben im Dorf und fängt noch einmal ganz von vorne an.

Wenn dich die Geschichte von Rauschberg interessiert, findest du sie als Hardcover (ISBN 978-3-7108-7191-7) oder als E-Book (ISBN: 978-3-7575-7408-6) beim Buchhändler deines Vertrauens.

Prolog

Mit dem Winter zog oft die Traurigkeit ein.

Lange, dunkle Tage schienen zähflüssig dahin zu fließen wie Öltropfen aus einer Kanne – klebrig, schmutzig und unerwünscht. Das Jahr lag im Sterben, und mit jedem letzten Röcheln stieß es Sturmböen, Hagel und Eis aus. Jeder Morgen begann nebelverhangen und ohne jegliches Licht, und jeder Tag endete in verfrühter Dunkelheit.

Im Schein der kleinen Gaslaterne auf seinem Schreibtisch saß Florian über einem Stapel Bücher, der in die Regale der kleinen Dorfbibliothek einsortiert werden musste. Seit der November über die Region gezogen war und er sich nicht einmal mehr erinnern konnte, wann die Sonne zuletzt geschienen hatte, begleitete ihn ein Schatten von Trauer, beinahe wie ein Mantel aus Spinnweben, den er nicht abschütteln konnte. In der dunklen Jahreszeit dachte er stets an seine Eltern, egal wie lange es schon her war, dass sie verstorben waren. Er dachte an ihr Grab, welches er schon so lange nicht mehr besucht hatte. Und er dachte an all die vergangenen Weihnachtsfeste, die er mit ihnen geteilt hatte.

Früher hatte er sich nach dem Duft von Tanne und Kardamom gesehnt und hatte es kaum erwarten können, dass seine Mutter die alten, geschnitzten Krippenfiguren und Holzengel aus dem Kasten vom Dachboden holte, um sie mit ihm zusammen aufzustellen. Wo waren diese Figuren nun? Vermoderten sie auf dem Dachboden eines verlassenen Hauses? Florian bezweifelte, dass sein Onkel sentimental genug gewesen war, um sie zu sich zu holen.

Die Weihnachtsfeste in der Residenz des Herzogs von Hohenstein waren beinahe steril; ein Theaterstück, welches nur für die illustren Gäste aufgeführt wurde und wo jedes Mitglied des Haushalts – inklusive Florian – eine feste Rolle hatte. Diese Art von Weihnachtsfest würde er nicht vermissen. Denn im Herzen des Festes sollte doch Wärme und Behaglichkeit glühen: keine teuren, sinnlosen Geschenke oder ein ganzes gebratenes Wildschwein auf dem Tisch.

Es war nun schon mehr als zwei Monate her, seit er das Haus seines Onkels, welches ihm seit dem Tod seiner Eltern ein Zuhause gewesen war, ausgezogen war. Trotz all des Reichtums, mit dem er aufgewachsen war, hatte es nicht viele Kisten gebraucht, um sein Hab und Gut einzupacken. Und die meisten Kisten, die er hierher gebracht hatte, waren voller Bücher gewesen – viele davon aus der Bibliothek seines Onkels, dem einzigen Ort, der sich warm und wohlig in dem Anwesen angefühlt hatte.

Mehr als zwei Monate waren vergangen, seit er Theo Kaiser, den Jungen, der hoch oben am Rauschberg wohnte, getroffen hatte und mit ihm zusammen eine Bärin und ihre Jungen vor dem sicheren Tod bewahrt hatte. Die Zeit war so schnell verflogen – vielleicht, weil er sich so selten erlaubte, in den Wirren seines eigenen Verstands zu waten .

Doch die Gedanken holten ihn ständig ein – vor allem, wenn er abends alleine in seiner kleinen Wohnung über der Bäckerei saß und zusah, wie die Lichter des Dorfes langsam erloschen. Nie war er sich seiner Einsamkeit so bewusst wie in diesen endlosen Abendstunden, in denen sein Blick immer wieder aus dem Fenster und hinauf zum Rauschberg wanderte.

An manchen Orten stimmte der Ausspruch, dass das Beste an ihnen der Ausblick war. Doch es war so dunkel, dass er den Gipfel kaum erahnen konnte, und ihm auch der letzte Zipfel Trost entglitt.

Langsam blutete der November in den Dezember, und plötzlich schien Leben in das Dorf zu kommen. Schnee bedeckte die Hausdächer und die Baumkronen, und Schnee lag so dicht auf seiner Fensterbank, dass er die bemalten grünen Fensterläden kaum öffnen konnte. Tannengrün schmückte die Laternenpfähle und Hauseingänge, und eine seltsame Vorfreude lag in der Luft.

Nichts davon berührte Florian. Wie in Trance ging er seiner Tätigkeit in der Bibliothek nach, und sogar die Besuche seines Freundes Theo, die im Winter seltener geworden waren, munterten ihn kaum auf.

Bis er eines Tages eine kleine Engelsfigur, geschnitzt aus dunklem Holz, auf seinem Schreibtisch fand.

Kapitel 1 – Wintersonnenwende

Florians Finger glitt über die Details der kleinen Holzfigur: mächtige Schwingen, so filigran, dass er jede einzelne Feder erkennen konnte. Ein geschlechtsneutrales Gesicht mit feinen Zügen und Augen, die ihn fast schon verurteilend ansahen. Ein langes Gewand, jede einzelne Falte so filigran geschnitzt, dass es schien, als wäre es tatsächlich Stoff. Auf dem Kopf – das Haupt voller Locken, die auf schmale Schultern hinab fielen – ruhte ein Kranz aus Tannenzweigen und Zapfen. Dieses kleine Detail verriet ihm, wer die Figur dort auf seinem Schreibtisch in der Bibliothek gelassen hatte.

Auf dem Weg zu seiner Wohnung schloss sich seine Hand immer wieder um den kleinen Engel, der kaum so groß wie sein Zeigefinger war und dennoch so viele Details aufwies. Ohne es zu merken, hielt Florian inne und starrte auf die Figur, während einzelne Schneeflocken sich in den geschnitzten Locken des Engels verfingen.

„Theo hat den für dich hier gelassen. Hübsch, oder?“

Florian hob den Blick und blinzelte. An der Tür zur Bäckerei lehnte eine junge Frau, deren dichtes, rotes Haar unter einer Wollmütze versteckt war. Sie war die Tochter des Bäckers und half, wo immer ein weiteres Paar Hände benötigt wurde. Mal beim Verkaufen von Brot, mal bei der Auslieferung an die Gasthöfe, und sogar in der Backstube, wie sie Florian mit einem Zwinkern verraten hatte.

„Warum ist er nicht geblieben, Leni?“ fragte Florian verwundert, bevor sein Blick wieder auf den Engel fiel.

„Der Weg nach oben dauert noch länger, wenn es schneit. Und in letzter Zeit warst du nicht sehr gesellig.“ Helene, wie Leni eigentlich hieß, hob die Augenbrauen und zupfte ihren Mantel zurecht, als eine kühle Brise an ihnen vorbeizog. Florian erzitterte. Er ließ den Engel in seine Tasche gleiten und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Findest du?“

„Du bist ein alter Griesgram geworden. Aber ich weiß, was dir hilft. Komm morgen mit zum Sonnenwendfeuer unten am Berg – das wird dich aufheitern!“