Reha ohne Prostata - Hans-Ulrich Struck - E-Book

Reha ohne Prostata E-Book

Hans-Ulrich Struck

0,0
4,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Mit einem gesunden Schalck im Hintergrund beschreibt der Verfasser eine Reha nach einer Behandlung von Prostatakrebs. So etwas betrifft viele Männer in Deutschland, es sollen mehrere Zehntausend jedes Jahr sein. Was erlebt man da, welche Behandlungen stehen an, wie ist der Erfolg? Erlebnisse, Ergebnisse, Gedanken, Vorurteile und Privates in der Klinik und der Umgebung.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2020

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Mit diesem Büchlein möchte ich allen Ärzten, Schwestern und Therapeuten danken, die mir geholfen haben die Auswirkungen meiner Krankheit erträglicher zu gestalten. Sie haben sich alle Mühe gegeben, das Rehaziel zu erreichen.

Meine Niederschrift besteht nicht nur aus lobenden Worten. Mitunter sind sie durchaus kritisch aber trotzdem immer ehrlich gemeint.

Zum Schutz von Persönlichkeitsrechten sind alle Namen und Örtlichkeiten frei erfunden. Ähnlichkeiten mit bestimmten Personen, Lokalitäten und geografischen Bezügen können vorkommen, sind aber rein zufällig.

Inhaltsverzeichnis

Vorspiel

Tag, Donnerstag

Tag, Freitag

Tag, Sonnabend

Unsere kleine Uhr

Tag, Sonntag

Tag, Montag

Tag, Dienstag

Philemon und Baucis

Tag, Mittwoch

Tag, Donnerstag

Tag, Freitag

Tag, Sonnabend

Tag, Sonntag

Tag, Montag

Tag, Dienstag

Tag, Mittwoch

Tag, Donnerstag

Tag, Freitag

Tag, Sonnabend

Tag, Sonntag

Tag, Montag

Tag, Dienstag

Tag, Mittwoch

Tag, Donnerstag

Nachspiel

Vorspiel

Ich bin 70 Jahre alt und an Prostatakrebs erkrankt. Eine Operation war angesichts der Diagnose unumgänglich. Vor der Operation fühlte ich mich mehr oder weniger gesund, von Krebs habe ich eigentlich nichts bemerkt. Nach der Operation war ich dann krank, weil ich Krebs hatte.

Als Prostatakrebs operierter Mensch steht einem in Deutschland eine Rehabilitationsmaßnahme, kurz Reha genannt, zu. Im Amtsdeutsch heißt sowas sperrig: Anschlussheilbehandlung. Sie wird schon im Krankenhaus jedoch nicht bei der Krankenkasse sondern beim Rentenversicherungsträger beantragt und von ihm bezahlt.

Warum das so ist? In Deutschland ist das so.

Ungefähr 20 Tage nach der Operation, ich bin schon zu Hause, erhalte ich einen dicken Brief, dass meine Reha in drei Tagen beginnt und in Klabe an der Strenge in der dortigen MEDINA-Klinik stattfinden und planmäßig drei Wochen, bei medizinischer Notwendigkeit auch länger, dauern soll. Einzelheiten dazu erfahre ich von der Klinik! Dazu viel Papier mit Verhaltensmaßregeln und Androhungen von Sanktionen aller Art wenn man dies und das aber insbesondere jenes nicht einhalten oder missachten würde. Am gleichen Tage kommt auch die Post von der Klinik mit viel Papier, Anamnesebogen, Erfassung Patientendaten (9 Seiten) so wie Verhaltensmaßregeln und Sanktionen wie vor. Hin würde ich kommen, indem der Klinikbus mich abholt. Ich könne aber auch mit der Bahn fahren. Dann müsse ich mir diese und jene Formulare und wohl auch Unterschriften besorgen und wenn ich mit eigenem Auto kommen will, ist das noch anders. Ich nehme den Klinikbus, der pünktlich um 10.00 Uhr in Form eines Taxis mit Kennzeichen der nächstgelegenen Großstadt vor meiner Haustür steht. Das fängt gut an.

Meine geografischen Kenntnisse reichen nicht bis Klabe an der Strenge. Die notwendigen Recherchen ergeben, das liegt in einer alten deutschen Mark, plattes Land, Bahnverkehr eingestellt und Eisenbahn abgebaut, mit allen eingemeindeten Dörfern im Umland ca. 7.500 Einwohner. Der bekannteste Ort in der Nähe ist wohl Irgendwo im Nirgendwo.

Der erste Reflex ist, Klabe abzulehnen und einen lukrativeren Ort anzustreben. Meine Tochter weist mich darauf hin, wenn das am Arsch der Welt liegt, wissen die unten rum bestimmt gut Bescheid. Das gibt wohl auch den Ausschlag. Ich verwerfe den Ablehnungsreflex.

Nachdem die Briefe kamen, wurden die Reisevorbereitungen intensiver, um nicht hektisch zu sagen. Häschen fährt mit mir los und kauft mir eine neue Jacke und Sportzeug. Ein Anzug von Adidas mit den drei Streifen, blaue Indoor-Turnschuhe, kurzärmlige T-Shirts und ein Oberhemd fällt auch noch ab. Parallel zu der Liste der Klinik über die mitzubringenden Utensilien, Unterlagen und Ausrüstungen hat Häschen eine Packliste aus dem Internet ausgedruckt. Da stehen sogar Kondome drauf. Die kauft Häschen nicht.

Für die wäre dann aber auch kein Platz mehr im Koffer gewesen und ein Mann mit meiner Krankheit braucht eine Weile keine Kondome.

1. Tag, Donnerstag

Anreise ist sehr bequem mit Taxi von Tür zu Tür.

Etliches Papier ist bei Ankunft zu lesen, zu unterschreiben und auszufüllen:

Behandlungsvertrag

Allgemeine Geschäftsbedingungen (sehr klein über drei Seiten gedruckt)

Datenschutzver- und erklärung

Hausordnung

Miktionsprotokoll

Wertvolle Hinweise und Verhaltensregeln

Essenszeiten

Bestellung und Auswahl des Essens

Postfach

Warum die Klinik gut ist

und und und

Zimmer wird gezeigt und übergeben mit Einweisung in die Bedienungsmodalitäten des roten Schwesternrufknopfes so wie Anti-Stolper- und Anti-Ausrutschbelehrung (mit Unterschrift).

Erklärung Schlüsselbund (!): drei Schlüssel plus Chip für Essenbondrucker.