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"Reiseberichte einer begeisterten Seglerin" Mit unserer 26 Fuß Yacht Octopus haben wir elf Sommer lang die Ostsee bereist und auch Nordseeluft geschnuppert. Wir, das sind mein Mann Paul und ich. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen diese Reiseabschnitte im Duett. Verwandte und Freunde segelten bei manchen Törns voraus oder brachten unser Schiffchen am Ende unserer Reise wieder sicher heim nach Strande. Unsere Törns weisen eine gewisse Dramaturgie auf, und das hat folgenden Grund: Als österreichische Binnenländerin musste ich erst hineinwachsen in die Materie. Der erste Kontakt mit dem Segelsport glückte 1991 bei unserem ersten Urlaub im Rügener Boddengewässer und auf der strammen Fahrt von Warnemünde nach Hause. Dabei stellte sich heraus, dass mir das einfache Bordleben gefällt und ich auch bei 6Bft gegen an nicht seekrank werde. Gute Voraussetzungen also für ein neues Hobby. Erst im Sommer 1996 ging es los mit der ersten großen Reise – rund Seeland und Fünen - und ein Monat Zeit dafür. Das war damals schon eine große Sache für mich, so lange auf dem Wasser zu sein! Meine Reiseberichte sind keine Logbücher. Sie entbehren manchmal der Chronologie, geben aber all das wieder, was mir wichtig erscheint. In den ersten Jahren entstanden sie daheim im stillen Kämmerlein, später auch schon in den letzten Tagen unserer Rücktour. Es machte mir Freude, einen sprechenden Titel, der das Wesentliche des jeweiligen Törns benennt, und eine variantenreiche Form der Darstellung zu finden. Gleichzeitig bedeutete das Schreiben für mich eine Verarbeitung der Erlebnisse zu Wasser und zu Land.
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Seitenzahl: 229
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Beate Rüstemeier-Herget
Reiseberichte einer begeisterten Seglerin
Segeln in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Zum Inhalt – unsere Geschichte –
Unsere Sommerreise 1996
Unsere Sommerreise 1997
Unsere Sommerreise 1998
Unsere Sommerreise 2000
Unsere Sommerreise 2001
Unsere Sommerreise 2002
Unsere Sommerreise 2003
Unsere Sommerreise 2004
Unsere Sommerreise 2006
Unsere Sommerreise 2007
Unsere Sommerreise 2008
Der Abschied
Unsere Sommerreise 2009
Unsere Sommerreise 2010
Unsere Sommerreise 2011
Unsere Sommerreise 2012
Impressum
Zum Inhalt – unsere Geschichte –
Dieses ist eine Sammlung von Sommer-Segelreiseberichten, die Beate in den Jahren 1996 bis 2012 geschrieben hat.
Beate ist eine sehr begabte, vielseitige Berichterstatterin. Sie schreibt aus dem Herzen, anschaulich und stimmungsvoll. So entstanden 15 farbige Sommererinnerungen, die ich gerne bewahren möchte. Geben sie doch ein Bild unserer gemeinsamen Lebensreise, die wir vor mehr als zwanzig Jahren begonnen haben und auf der wir sehr glücklich sind!
Beate ist seit unserer ersten Reise in den frühen Anfängen im Jahr 1992 begeistert von diesem Freizeitsport. Obwohl nur ein Teilbereich unseres Lebens, ist Segeln für mich schon immer etwas Besonderes gewesen. Glücklich bin ich darüber, dass ich dieses schöne Hobby gemeinsam mit Beate in so vielseitiger Form leben und erleben kann!
22 Jahre kennen wir uns schon. Wir haben unsnichtbeim Segeln kennengelernt sondern ganz wo anders. Und das war so:
Mit uns begann es auf der Burg Plankenstein in Oberösterreich. Mein Leben war damals schon bunt und so hatte ich mich zu einem Workshop für Pantomime und Psychodrama begeistern lassen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch bei einer Volkstanzgruppe in Kiel. Als Beate, eine der Teilnehmerinnen des Kurses auf der Burg, einen Folktoretanz zeigte, kamen wir beide das erste Mal ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie gerade eine Island-Umwanderung hinter sich hätte. … Das ließ mich aufhorchen!
___
Wenige Tage nach diesem „Burg-Erlebnis“ übernahmen Sohn Arne und ich auf der Insel Rügen unsere kleine Segelyacht „Octopus“ ,eine Sagitta 26, vom damaligen Yacht-Partner Dieter.
Trotz Szenenwechsel ging mir Beate nicht aus dem Sinn, und ich hatte eine Idee! …
Es war wie ein kleines Wunder damals: unangekündigt rief ich bei Beate in Wien an und ohne meinen Namen zu nennen, wusste sie sofort, dass ich es war!
Ob sie Lust hätte ein paar Tage mit uns zu segeln, fragte ich sie. –
Sie hatte Lust und drei Tage später holten wir sie ab vom Bahnhof in Stralsund mit einem Auto das mir ein Freund aus Baabe geliehen hatte.
Aus den „ein paar Tagen“ wurden zwei Wochen. Beate, Arne und ich hatten eine sehr schöne Zeit in den Boddengewässern um Rügen herum, auf Hiddensee und dann auf der etwas starkwindigen Rückfahrt über Warnemünde, Fehmarn nach Strande.
Zuhause gab es eine spontane Gartenpartie – Tochter Ursula und meine Söhne Hans-Jörg und Arne sowie Elisabeth und Georg, die gerade die Ferienwohnung bewohnten, waren dabei.
Das war im Sommer 1991 – ein Jahr später kam Beate ganz zu mir und 1993 haben wir geheiratet. –
Inzwischen haben wir eine große Anzahl bezaubernder und spannender Segelreisen erlebt. Beate ist schon lange keine Nur-Mitseglerin mehr – sie ist eine hervorragende, mitdenkende Co-Skipperin geworden. Es macht große Freude, wenn wir in See stechen!
Wie Beate in ihrem ersten Reisebericht „Rund Seeland und der Skipper und sin Fru“ erzählt, gab es zunächst seglerisch so eine Art Durststrecke, die durch ihre Ausbildung zur Feldenkraislehrerin bedingt war. Diese Ausbildung fand vier Jahre lang immer in den Sommermonaten in Wien statt. Natürlich haben wir kleine Segeltörns gemacht, aber richtig los ging es 1996… Aber lest bitte selbst!
Paul, im November 2012
Sommerreise 1996 Seeland Rund
Sommerreise 1997 Schwedes Westküste
Sommerreise 1998 Bornholm
Sommerreise 2000 Ostschären Schwedens, Stockholm
Sommerreise 2001 Götakanal
Sommerreise 2002 Nordsee, Limfjord
Sommerreise 2003 Rügen, Stettin, Seeland
Sommerreise 2004 Bottensee, Finnland,Ålandinseln
Sommerreise 2006 Mariagerfjord,Århusbucht
Sommerreise 2007 Westnorwegen
Sommerreise 2008 Westliche Ostsee
Sommerreise 2009 Bornholm, Südschweden
Sommerreise 2010 Südnorwegen, Limfjord
Sommerreise 2011 Vänern, Schweden
Sommerreise 2012 Ostschweden,Ålands, Finnland
Am Ende fast aller Reiseberichte findet man ein Bild der Reiseroute sowie aufgelistet die Häfen bzw Ankerplätze der jeweiligen Reise
Diese Reiseberichte wurden jeweils in den Clubnachrichten des Yacht Club Strande veröffentlicht und mit dem Namen
Beate Rüstemeier-Herget unterzeichnet
Unsere Sommerreise 1996
Was kann schlimmer für einen Segler sein, als vier Sommer lang „partnerschaftliche Ostseeabstinenz“ zu üben? Da hat man endlich eine Frau, die nicht seekrank wird und noch dazu gern aufs Boot steigt, und dann hat sie keine Zeit dazu – 1992, 1993, 1994 und 1995 –
Wie man solche Durststrecke überwindet?? Man verdingt sich eine Saison als Skipper – man segelt mit dem „Düwel ok“-Team von Island nach Süden – man versucht’s mit Paddeln auf der Elbe und Wandern in den Alpen … und man wartet sehnsüchtig auf 1996, auf den Sommer 1996, und man plant zwei volle Monate auf „Octopus“ und der Ostsee. Man(n) denkt und freut sich und hat große Angst, dass irgendeine Katastrophe dazwischen kommen kann und den redlich verdienten Segelsommer vereiteln könnte.
Und Frau freut sich auch, vielleicht stiller, vielleicht ein wenig vermischt mit der Unsicherheit, die so Intensives und Unbekanntes in sich birgt, aber auch gepaart mit Abenteuerlust und dem Zigeunerblut, die so eine Art Urlaub verlangt. –
Und dann kommt alles anders: Ein strenger langer Winter mit zugefrorener Ostsee und ein Sommer, der lange auf sich warten lässt. Alles ist gepackt Anfang Juli und wir bereit auszulaufen, fertig in ein paar Stunden. Viel Regen, kalt, viel Wind – ungemütlich – Novemberwetter. Der Skipper, vorausdenkend und mitfühlend, findet die Startbedingungen nicht sehr verlockend und flugs findet er sich mit sin Frau in Süditalien wieder – zum Auftanken, zum Aufwärmen, zum Abwarten. – Zwei Wochen später sieht es hier im Norden anders aus. Herrlicher Sommer – sanftes „durchlüftetes“ Kontrastprogramm zu der schwirrenden Julihitze in Italien. Erst mal tief Luft holen und genießen, wieder im lobenswerten Norden zu sein und dann … endlich in See stechen! Die Zeit ist knapper von zwei Monaten bleibt einer, aber der wird ein Geschenk des Himmels. Die Sonne wird unser ständiger Begleiter – die zwei halben Regentage empfanden wir begeisterten “Schönwettersegler“ 1996 beinahe als Zumutung, so schnell gewöhnt man sich an ein Bilderbuchwetter. Mann wollte nach Norden – schöne Plätzchen Frau zeigen. Frau wollte nach Kopenhagen und Louisiana und das mit Mann teilen. Beide wollten Urlaub machen und taten’s mit dem Wind im Gepäck – und der bestimmte die Richtung, was Mann längst wusste und Frau bald lernte.
Er flautete sie am ersten Tag nach Schleimünde, brieste sie weiter in die Ankerbucht auf Langeland und trieb sie leicht nach Norden über den Großen Belt nach Korsør. Dort paarte er sich mit dem Regen und ließ den Skipper und sin Frau in der Koje bleiben, eine Weile Ruhetag: Lesen, wohnen im schwimmenden Haus, Spaziergang, Ausstellungsbesuch.
Smålands Fahrwasser – Vordingborg – Stege auf Møn, Freunde besuchen mit tollem dänischen kalten Büfett – kleiner Wochenmarkt – Rødvig, dann Weiterfahrt nach Kopenhagen. Gut, dass wir die neue Seekarte gekauft hatten, denn durch den Tunnelbau im Sund wird es eng. Wir nehmen den Hafen Lynetten und erleben zweieinhalb Tage Kopenhagen – viele bunte Menschen, mit Rädern durch die Gassen – mit Boot durch die Kanäle – mit Freude und Neugier durchs Gewühl. Moderne Opernaufführung in einem Trockendock: „Gudrun 4. Sang“! – alte blutrünstige Geschichte auf Isländisch – eindrucksvoll und schaurig. Christiania, Schlösser, Tivoli….und doch glücklich verlassen der Skipper und sin Frau die Stadt, die Menschen, den Trubel und tauchen wieder ein in die Beschaulichkeit.
Humlebeck – Hafen von Louisiana – traumhafte Museumsanlage – idyllischer kleiner Hafen – Geheimtipp auf unserer Reise. Der Wind verordnet kleine Dosen. Sneckesten mit Bus nach Helsingør – Schloss und Straßentheater – reizvolle Kleinstadt in schönem Licht –
Auf nach Schweden? Mölle – Nein – eher Hölle: Der auslaufende Kattegatt braust uns entgegen (NW6-7). Hohe Wellen wohin du auch schaust,- die Frau will an Land – Höganäs nimmt uns auf – gefährliches peitschendes Segelbergen! Wind du launischer Geselle… Aber die Sonne wärmt. Liegen und Lesen im Schutz der Dünen. Baden im ziemlich kühlen Wasser – aber fester Boden. Am nächsten Tag Ausflug zum Kullen mit Rädern und zu Fuß – kleines schwedisches Café mitten im steinigen Berg – Blick zum Meer – die Seele baumelt – was war gestern? – Sich spüren und nachdenken über die Reise – was will ich, was willst Du, was will der Wind? Weiter nach Norden? Nach Schweden hoch? Nach Anholt wenigstens, oder? Der Frau ist alles neu – der Skipper kennt den Roskildefjord noch nicht. Wollen wir? Dänemarks Schlei? Klar wollen wir. Von Höganäs nach Lynäs – Spi-Brausefahrt, dann Flaute – schon lange nicht so wenig Wind – aber der Schein trügt. Herrliche Fahrt durch den Fjord – viel Wind, keine Wellen – phantastische Wolkengebilde, liebliche Landschaft. Roskilde – geistliches Zentrum des Nordens im Mittelalter – Königsgräber in der Backsteinkathedrale mit Holz und Gold, aparte Mischung, einzigartig. Skulpturenausstellungen – Wikingermuseum ähnlich Haithabu. Schöne Silhouette der Stadt von weit draußen am Meer – ihr Flair im Innern haben wir vermisst.
Es folgen gemütliche Tage: Drei Ankernächte im Roskilde- und Isefjord – Baden, Genießen, das kleine Schlauchboot einweihen, zum nahen Wald (Himbeeren und Pilze), gut kochen, Lesen, Flöten, Schachspielen, Schreiben, Denken. Die Erholung ist wohl schon spür- und sichtbar. Die Bräune ist echt, nicht aus der Tube – das Kattegat tobt noch immer.
Wir hangeln uns in kleinen Portionen an Seelands Nordküste voran – letzte Station Odden – wandern quer durch die schmale Landzunge vom Nord- zum Südstrand – wogende Kornfelder (Anfang August), hohe Gräser – zauberhafte Landschaft. –
Also gut, Augen zu und durch! Aber die Fahrt nach Samsø wird nicht schlimm – Octopus galoppiert über die Wellen – und es macht Spaß. Drei Tage Samsø: Baden, Radeln, zauberhafter Hafen Mårup – Schauen – Sein.
Und dann Richtung Süden. Durch den kleinen Belt – den Alsensund – Sønderborg – Hørup Haff (herrliches Essen am Platz unserer Hochzeitsreise) und Hineinschnuppern in die Flensburger Förde. Es ist inzwischen Hochsommer – bezaubernd die Fahrt am Wochenende – eines von unzähligen Booten sein im tiefblauem Nass. Glücksburg – Schleimünde (Sturm in der Nacht) und mit gutem Wind heim an die „Adria“ in Strande. Auch hier herrscht sengende Sommerhitze. Bunte Strandkörbe – fröhliches Urlaubstreiben an diesem 24. August –
Fazit: Eine wahrlich runde Reise mit Platz für Sport und Musik, Natur und Kultur, Arbeit und Muße; „Herumzigeunern“ auf dem Wasser mit Ausflügen aufs Land – und das Meer einfach gern haben – launisch wie der Wind – sanft und gewaltig und manchmal ganz still – und es singt – und es riecht. –
Machen wir wieder, so einfach los, meint der Skipper, und die Bordfru nickt dazu.
Reiseroute Sommerreise 1996 mit SY.Octopus
Reise 199621.Juli bis 20.August565sm
Strande – Schleimünde – (A)Lindelse Noor – Korsør – Vordingborg – Stege – Rødvog – Kopenhagen/Lynetten – Humlebæk – Snekesten – Höganäs – Lynæs – Roskilde – Ankern HI Bognæs – Ankern Isefjord – Hundested – Odde Havn – Kolbykås – Mårup – Julsminde – Fænøsund(A) – Dyvig(A) – Hørup Hav – Glücksburg – Schleimünde – Srande
Link für Fotos 1996 ©
https://www.dropbox.com/sh/audl8tn3qlf3tkr/L87sCoMOhp?n=267714909
Unsere Sommerreise 1997
Cholesterinfrei und trotzdem schmackhaft - nahrhaft aber nicht leicht zu bereiten. Man nehme: ein Boot und drei Crews - unterschiedlicher Altersverteilung (d.h. Man wählt listigerweise Jüngere als man selbst) - schickt die eine Crew nach oben (oder nach Norden, wie man korrekter Weise sagen sollte) bereist das „Sahnestückchen“ und lässt Crew 3 das Boot wieder in den Heimathafen schippern. Klingt einfach, ist es aber nicht. Da hat man schon jahrelang zu träumen, bis das klappt. Aber eines Tages ist es dann so weit: Die Kinder sind alt genug, dass sie entweder mit Freundin allein den Hinweg wagen und genießen, oder mit Kleinfamilie den Rückweg durch geschützte Gewässer erkunden. Die Ehefrau ist äußerst motiviert und gespannt (Mann hat ihr schließlich schon den Mund wässerig gemacht). Die Zeiten sind geklärt - die Schul-, Uni-, Kurs- und Urlaubstermine koordiniert... Also dann.
Dass für Crew 1 strammes Segeln angesagt war, stand schon vor der Reise fest (es sollte ja noch Zeit bleiben für das junge Paar, die Stadt zu besichtigen). Dass strammes Segeln bei jedem Wetter auch schwer und frustrierend sein kann, stellte sich heraus. Manche Wetterlage hätte auf alle Fälle einen „Kojentag“ gerechtfertigt: Regen, Gewitter, Starkwind. Wenn die Klamotten nicht mehr trocken werden, verflüchtigt sich der Spaß. Aber - um mit Sprichwörtern diese Ausführungen aufzubessern: „Was lange währt wird endlich gut“. Die gefressenen Seemeilen konnte ihnen keiner mehr wegnehmen, und in der Stadt kam die Sonne und blieb bis zum Ende ihrer Reise. Der junge Segler, stolz auf das Teamwork mit seiner noch jüngeren Freundin, freut sich, dass sie Blut geleckt hat für diese Art von Aktivurlaub. Zwei Glückskinder übergaben dann - traurig über das Ende ihrer Reise - an den „Skipper und sin Fru“, - Crew 2 also, die das Sahnestück bereisen wollte, aber davon später.
Crew 3, die junge Familie, genoss die Heimfahrt: durchwachsenes, bis schönes Wetter - tüchtige Skipperin - angelbegeisterten Ehemann zum Segelpartner erzogen - dreieinhalb jährige Tochter dem Bootstest unterworfen und die Weichen gestellt für künftiges „Voltigieren am Gerät“ (ein höchst sportliches Persönchen beturnte das Schiff). Keine Maleschen, keine Gebrechen, keine Macken, kein Frust. Fröhliche Ankunft in Strande.
Lieber Leser, wenn Sie bis hierher durchgehalten haben, sollte das Geheimnis nun gelüftet werden: Octopus reiste über Langeland, Møn, Kopenhagen nach Göteborg mit Crew 1 - von dort durch die Westschären nach Norden bis zu den Koster-Inseln an der norwegischen Grenze, zurück nach Anholt und von dort nach Grenå mit Crew 2. Crew 3 brachte das Schiff über Samsø, dem kleinen Belt, Alsenfjord, Schleimünde nach Strande.
Das Sahnestückchen also, die schwedischen Westschären, kennen Sie die?
Sollten Sie kennenlernen, glauben Sie mir! Zwar bin ich Österreicherin und noch nicht sehr skandinavienkundig, aber ich habe noch nie eine vergleichbare Landschaft gesehen: karg und besonders - unzählige befelste, bemooste und bewaldete Rücken ragen aus dem Wasser, von unterschiedlicher Größe und oft ganz nah beieinander; gelblicher Fels, zart begrünt, kleidsam für den stahlblauen Himmel. Immer wieder neue Blicke werden frei, bunte Häuschen, noch buntere Leuchttürme und Seezeichen. Da durch zu navigieren ist spannend - Schauen auf die Gegend, aber auch und ganz besonders auf die Karten und die Tonnen und die ganz gefährlichen washing rocks.
Manchmal und in engen Fahrwassern begegnen einem viele Boote (auch die Schweden wissen von der Schönheit ihrer Heimat), dann ist man wieder über weite Strecken allein - nur die Buchten und Schärenplätze zum Ankern haben meist schon andere vor einem entdeckt. Spannend die vielen Möglichkeiten in diesen Gewässern, besonders mit einem kleinen Boot. Je nach Windstärke und -richtung Wählen zwischen äußerem Schärenweg, innerem Schärenweg und Kattegat - auch ganz kleine Wasserstraßen und Kanäle lassen sich erkunden.
Viermal ankerten wir an einer Schäre - Sonnen und Lesen in den Felsen - Abendstimmung und zauberhaftes Panorama vom Schärengipfel aus gesehen - Schreiben und Schach spielen unter freiem Himmel bis dreiundzwanzig Uhr bei Tageslicht - Himbeeren entdecken und pflücken - in geschützter Felsbucht (auf der Suche nach einem stillen Örtchen) - Möven beobachten und ihre Sprache bestaunen (alle Facetten vom Kreischen bis zu Babylauten). Die schönste menschliche Begegnung war die mit den „Pauli-Brothers“. Drei Brüder (mit Frauen und Freunden) machten Wochenendurlaub auf einer Schäre. Sie hießen mit Familiennamen Pauli. Ein Hoch ihrer schwedischen Gastfreundschaft. Mit kleinen Motorbooten brachten sie Segler zum Ankerplatz - holten am Morgen vom nahen Ort für alle Brötchen und veranstalteten einen gemütlichen Abend für die, die mitfeiern wollten, im Freien, mit Getränken und Leckereien, Live-Musik, Zaubereien und Gesprächen. Der schönste gesellige Abend auf dieser Reise.
Strahlendes Sommerwetter und guter Wind ließ uns gut vorankommen. Smögen und Fjällbakka bezauberten uns durch ihr Flair - natürlich auch Marstrand, die erste Station unserer Reise - der ganze Ort hieß „Sommer“ - eine Atmosphäre, wie ich sie nur vom Süden her kenne: Musik, viele Menschen, Straßencafés, hell, fröhlich, freundlich. Je nördlicher wir kamen, desto weniger Landsleute trafen wir. Auf den Koster-Inseln nahe der norwegischen Grenze war keiner mehr zu entdecken. Unser kleines Bordfahrrad kam erstmalig zum Einsatz, ein zweites Rad wurde gemietet, vom Nord- zum Südstrand radeln und einmal mehr schauen und sein. Es war ein Urlaub für die Sinne - Natur pur - Kultur nur für die Seele (von wegen nur!). Die Farbe des Wassers von graubraun über grün bis tiefblau - die Bewegung der Oberfläche, die Bugwelle und das Rauschen von Wind und See; das Gleiten des Schiffes durchs Wasser - das Ziehen und Jagen beim Hoch-am-Wind-Segeln - das seekrankmachende Schwanken bei achterlicher See - Gott sei dank kein Thema für uns. Apropos achterlich und Spi: Die längste Fahrt war von Vrangö nach Anholt - 55 sm, elf Stunden bei vier bis fünf Windstärken.
Anholt als Kontrast- ruhig und sommerlich. Milder Gegensatz zur herben Schönheit der schwedischen Schärenlandschaft. Hier noch einmal drei Tage verdauen der Erlebnisse der vergangenen vierzehn Tage - in den Dünen wandern und liegen und den wunderbar feinen Sand genießen. - Anholt ade - und in Grenå landen, noch vor dem großen Sturm und Wetterumschwung, der uns drei Tage festhielt und den Start von Crew 3 verzögerte.
Fazit: Schweden soll uns wieder einmal sehen - Segelurlaub ist „mein“ Urlaub - wieder ganz zu sich finden nach einem intensiven Arbeitsjahr. Seglers Frau zu „sein“ ist schön - stressfreies Dazulernen von Jahr zu Jahr und immer mehr Gefallen finden am Gerät. Also, segeln Sie auch mal dorthin - und wenn Sie die Pauli-Brothers treffen, grüßen Sie herzlich von Beate und Paul!
Reiseroute Sommerreise 1997 mit SY.Octopus
Reise 199722.Juni bis 8.Juli(Sohn Arne mit Freundin Inga) 316sm
Strande – Bagenkop – Kragenæs – Kalvehave – Rødvig – Kopenhagen – Helsingør – Mölle – Torrekov – Glommen – Varberg – Lerkil – Langedrag
8.Juli bis 25.Juli(Beate und Paul) 338sm
Schäre S-lich Smögen – Fjällbacka – Kostersund – Schäre Nahe Hunnebostrand – Lysekil – Schäre Nähe Skärhamn(57°59,1N,11°37,1E) – Vrangö – Anholt – Grenå
29.Juli bis 9.August(Tochter Ursula mit Familie) 194sm
Grenå – Ebeltoft – Langør/Samsø – Ballen – Bogense – Middelfart – Dyvig – Sønderborg – Schleimünde – StrandeGesamt: 848sm
Link für Fotos 1997©
https://www.dropbox.com/sh/qmr49c6y68orobi/gikdG7wDg8?n=267714909
Unsere Sommerreise 1998
(Dritter Sommersegeltörn einer Exbinnenländerin mit demselben Skipper)
Bornholm - wie zarter Schokoladenschmelz zergeht dem Wissenden das Wort auf der Zunge; Synonym für Überschaubarkeit einer variantenreichen Insel, mittelalterliche Kunst und Kultur, Heringe der besonderen Art, Quietschsand für Eieruhren, zahlreiche Segelhäfen und bezauberndes Wetter. Da müssen NordländerInnen hin, egal ob per Boot oder Fähre, so auch wir.
Anreise in großen Schlägen: Spodsbjerg auf Langeland, Stubbekøbing, kurz nach Klintholm auf Møn, Hiddensee und von dort nach Bornholm - so wollte es der Wind und wir fügten uns. Er ließ uns zu Beginn nach NE gleiten, aber ziemlich bald manifestierte er sich als starker Westwind, der uns (von kleinen Abweichungen abgesehen) zwei Wochen lang treu blieb. Da war keine Möglichkeit für Lesen, Musizieren oder gar Sonnen während der Fahrt. Im Gegenteil, wie Polarforscher gekleidet begannen wir unseren Sommerurlaub am 23. Juli. Bedeckter Himmel, sprüh- bis handfester Landregen, Starkwind bis Sturm wurden unsere ständigen Begleiter. Strahlende oder gar wärmende Sonne wurde zum kostbaren, weil so selten erlebten, Kleinod.
Kennen Sie den Begriff der "Vollsonne"? - von uns geprägte und auf diesem Törn öfter erfahrene Erscheinungsform der Sonne zwischen und hinter vorbeiziehenden Wolkenfetzen, dem Vollmond am Tageshimmel ähnlich - weißlich und rund. Abendrot voll Intensität und Kitsch bringt Regen von der fiesesten Art - erlebt und erlitten auf Hiddensee.
Wie also gestaltet man so einen mit Sonne durchwachsenen „Spätherbsttörn“? Die steife Brise durchlüftet auch die Gedanken - Tee mit Rum besänftigt fürs Erste, die Koje wird im Hafen häufig frequentiert - Buch um Buch wird mit Genuss verschlungen. Festliegen auf Hiddensee beschert uns kulturelle Genüsse - Tanz mit Studierenden der Paluka - Ballettschule in Dresden, Ein- Frau Puppentheater aus Berlin. Ersehnte Spaziergänge und Radtouren entfallen wegen Schietwetters. Anders tags zuvor auf Møn: Von Klintholmhavn Richtung Stege zum "Høkerhus" (schmackhafte Vollwertkost), mit Rädern über die sanften Hügel der uns schon so vertrauten Insel, Üppigkeit der Natur, leuchtende Blumenwiesen und all das bei Sonnenschein.
Zurück zum Segeln und einer dramatischen Situation, die einer gewissen Komik nicht entbehrte. Spielort: Smålands Fahrwasser, achterliche See 6 Bft. Der Skipper bereitet Tee mit Rum und Honig, während die Bordfru kurz austritt, und stellt beide Becher ins Cockpit, wo außerdem noch Logbuch und Seekarte liegen. Octopus beginnt zu geigen, die Becher schwingen, die Flüssigkeit ergießt sich in Fontänen. Das Logbuch landet geistesgegenwärtig unter Deck, die Seekarte verselbstständigt sich außenbords. Also Karte- Überbord- Manöver. Der Bootshaken ist das falsche Gerät, stellt sich heraus, als wir trotz hoher See tatsächlich auf den gesuchten Gegenstand stoßen. Beim dritten Versuch legt sich die Bordfru zitternd auf das Deck und greift im Wellental nach unten. Sie berührt die Karte. Nach zwei weiteren Versuchen ist diese so angesoffen, daß sie versinkt. Unser GPS, den wir Gott sei Dank schon am Vortag mit den wichtigen Koordinaten bestückt hatten, weist uns den Weg. Der nicht mehr ganz taufrische Kartensatz wird in Stubbekøbing erneuert.
Bei unserer Überfahrt nach Rönne auf Bornholm war uns Rasmus allerdings hold. Zwischen zwei Tiefs - in 16 Stunden, eine gute Überfahrt von 0500 bis 2100 Uhr. Mit eineinhalb Stunden Flaute zwischendurch - aber ansonsten alle möglichen "guten" Windarten Stärke 4: raume, dann achterliche Spistunden zu Beginn, "Halbwindbrausen" nachmittags bis abends. Endlich am Ziel! Das wird gefeiert. Drei Tage fest im Hafen von Rønne, dann bei schwerer See nach NW um den Hammer herum nach Allinge (2 Tage), Gudhjem (2 Tage), Listed (4 Tage).
Der Hafen von Rönne hat mich sehr berührt. Besonders abends im Hafen sein, im wahrsten Sinne des Wortes - in Sicherheit, geschützt. Die Ostseeriesen kommen an und gehen wieder. Allinge und Gudhjem bekannt, fröhlich und voll, Listed freundlich, einsam - Insidertip.
Also: Sonneninsel Bornholm - los geht die Entdeckungsreise. Zuerst die Sonne suchen. Sie kommt für ein paar Stunden in Allinge. Klamotten runter und Shorts ausführen, damit die auch einmal gelüftet werden. Bis dahin mit dem Bus auf Entdeckungsreise in den großen Wald rund Almindingen, viele Fotos aber noch viel mehr innere Bilder: Zauberwälder, "Rhapsody in green", Pilze in rauen Mengen. Die Bordfru fühlt sich in ihre Kindheit versetzt. Schwammerl suchen in den österreichischen Wäldern zählte zum absoluten Hochgenuss. Noch oft trieb es uns auf Wiesen und Wälder mit aufgesetzter Pilzbrille und wir wurden fündig. Dann gab's leckere Pilzgerichte:
Pilzsauce: Pfifferlinge (Eierschwammerl) und Zwiebel leicht anrösten, aufgießen, dünsten, salzen und pfeffern, mit Schmand binden, Schwenkkartoffel vom Vortag darin erwärmen.(Schmeckt auch mit Knödel)
Pilzsuppe: viele Pfifferlinge mit einer Zwiebel, zwei Möhren und drei Kartoffeln in Hühnerbrühe köcheln (20 min), Salzen, pfeffern und schlemmen.
Gebackene Boviste: Boviste in 1 cm dicke Scheiben schneiden, in gesalzenem Ei und Brösel wenden, in Olivenöl schwimmend backen.
Gebackene Wiesenchampignons und Anisegerlinge: siehe 3.
Gebackene Birkenpilze: siehe 3, 4.
Gebackene Rotkappen: siehe 3, 4, 5. (*****)
Geschmorte Wiesenchampignons und Anisegerlinge auf Nudeln: Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten, kleingeschnittene Pilze zufügen und schmoren, Ketchup und Sojasauce zufügen und mit Vollkornnudeln mischen - nach Bedarf mit Sahne verfeinern.
Mischpilzsuppe mit Fridatten: diverse Pilze kleinschneiden und in Brühe köcheln. Feinnudelig geschnittene Pfannkuchen vom Vortag als Einlage verwenden.
Pfifferling- und Birkenpilzfrikadellen: Pilze kleinschneiden und 20 min in wenig Wasser dünsten (nicht salzen) Flüssigkeit auffangen und weiter verwenden (z.B. für Suppe oder Saucen) Pilze leicht ausdrücken,salzen, Zwiebel fein hacken, evtl. auch Knoblauch und Petersilie. Mit Ei und Paniermehl zu Frikadellen formen, in Olivenöl braun und knusprig braten. Mit Kartoffeln, Reis oder Brot und mit grünem Salat servieren. (schmecken auch kalt)
Beeren zum Nachtisch, Himbeeren, üppig wie auf der Farm und Heidelbeeren (viele wachsen oberhalb des Geländes des Oluf Høst- Museums in Gudhjem). Um die kulinarischen Köstlichkeiten der Natur noch zu ergänzen: frisch gefangene kleine Heringe in der Pfanne - Geschenk des Nachbarn im Hafen von Allinge - schmecken an Bord noch besser als zu Hause.
Gudhjem besticht auch durch seine Räucherei; auch hier ein cholesterinreicher Tipp: geräucherte Garnelen.
Zwischendurch Kirchen- und Museumsbesuche: Østerlars (bei strömenden Regen erradelt), Ibskirche, Bornholm- Kunstmuseum, Gudhjem- Museum, Oluf Høst- Museum (neu eröffnet und wunderschön), Glasbläserei "Balticsea-Glas". Konzerte in der Kirche in Rønne (Cello und Orgel) und Flamenco- Gitarre in Gudhjem.
Hammeren erradeln, Hammerhus ersteigen, Hammerhavn besuchen...
Und dann wollte die Bordfru noch den Quietschsand kennenlernen. Also von Listed über Svanneke, Nexø nach Dueodde radeln, dann frierend in den Dünen liegen, den guten Willen haben, baden zu gehen, aber in folge Fußschmerzens bereits im wadentiefen Wasser kehrtmachen. Der Weg zurück ins Landesinnere zieht sich - ziemlich erschöpft, aber mit einer Tasche voll Pilzen, erreichen wir Listed.-
Zu früh wird Reinschiff gemacht - kein Baden, kein Sonnen, kein Segeln nach Christiansø, kein Sommer - die zweite Crew übernimmt.
Wir beenden unseren Törn im Iglu- Zelt im Hafen von Listed - bei Windstärke 7 und Böen eine wahrhaft stürmische Nacht - würdiger dramatischer Abschluss eines etwas anderen Segeltörns - rau wie der Sommer im Norden sein kann. Die Sonneninsel Bornholm entdecken wir ein andermal.
PS: Und wie kam Octopus zurück nach Strande? Die Rüstemeier- Tochter und Söhne, Ursula, Hans-Jörg und Arne, bewerkstelligten das: Zwei Wochen Familienurlaub auf Bornholm (Listed, Gudhjem, Allinge, Vang, dann Überfahrt nach Skillinge (Schweden). Crew 3, Hans-Jörg und Arne, brauste in langen Schlägen zurück: Klintholm, Gedser, Orth auf Fehmarn, Strande.
Und alle fanden es kühl aber gut.
Reiseroute Sommerreise 1998 mit SY.Octopus
Reise 199823.Juli bis 8.August(Beate und Paul) 252sm
Strande – Spodsbjerg – Stubbekøping – Klintholm – Vitte/Hiddensee – Rønne – Allinge – Gudhjem – Listed
9.August bis 20.August(Ursula mit Familie) 48sm
Listed – Gudhjem – Allinge – Vang – Skillinge
21.August bis 30.August(Söhne Hans-Jörg und Arne) 176sm
Skillinge - Klintholm – Gedser – Orth/Femarn – StrandeGesamt:476sm
Link für Fotos 1998©
https://www.dropbox.com/sh/kjfmr62jzspfybb/la2OZfK1_F?n=267714909
Unsere Sommerreise 2000
A bstinenz im vergangenen Segelsommer ließ die Sehnsucht wachsen (wir hatten uns in Kanada herumgetrieben). Überholungsarbeiten an Octopus im Frühjahr verstärkten sie noch. Was also hinderte uns, abzulegen?
B litzblauer Himmel, wer braucht den schon? Den Wind von der richtigen Seite – warme Unterwäsche an – das Ölzeug parat – legten wir los, am 11.7.2000 – Freude im Gepäck und Zeit. Wohin? Nach Stockholm.
C hance, in 2 Tagen Kalvehave zu erreichen, gut genützt – dort einen Sturmtag abgewettert, mit Ausschlafen, Lesen und einer Erkundungstour des Städtchens Stege auf Møn – Farbenpracht der Natur – Licht und Sonne, nachmittags und abends.
D ann nach Schweden. Gislövsläge, nahe Trelleborg, mit Rauschefahrt erreicht – die Sonne wärmt bei Luftdruck 998 mb – fröhlicher Tiefdruck, also! – Der Alltag tritt in den Hintergrund, Meile für Meile – die Gedanken lassen langsam los – die innere Betriebsamkeit zieht die Bremse.
E ilig aber ist es schon – die Distanz zu den Schären noch weit – nicht „der Weg ist das Ziel“ diesmal, oder doch – oder zu mindestens trotzdem? Die Schritte dorthin genießen lernen, bewusst erleben – nicht drängen. –
F röhlichen Wassersportler anderer Bootsart getroffen; einsamen Paddler – ihn dann von Skillinge über die Hanö-Bucht bis Hanö gezogen, mit Spi und bei brütender Hitze im Tiefdruckkeller. Einiges über Wanderpaddeln gelernt. – Nach oben zum Leuchtturm von Hanö gestapft – interessante kleine Insel
G roßartiges Utklippan im Südosten Schwedens: Klippen, Felsen, niedriger Bewuchs, ein paar Blumen und tausende Möwen – bis zum Ende der Reise der reizvollste Hafen für mich – bei viel Wind eingebraust –
(morgens mit viel Wind wieder abgelegt). Vom urigen Hafenmeister Räucherflunder erstanden – abenteuerliche Hochstimmung.
H erumzigeunern in Christianopel – Interessante Ausstellung (Reliefs aus Maschendrahtgeflecht) – auf dicker alter Mauer stehen und Rinderherde auf grasgrüner Weide beobachten – Rosengarten bestaunen und beriechen – Einstimmen beim schwedischen Volksgesang mit Schifferklavierbegleitung – Turmbläser klingen zur Nacht.
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