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Reisen ist heutzutage etwas Selbstverständliches. Wer das entsprechende Budget hat, kann die ganze Welt bereisen. Das war aber nicht immer so. Im Spätmittelalter war das Reisen mit erheblichem Aufwand verbunden. Strecken wurden bei weitem nicht so schnell zurückgelegt wie heutzutage; und auf dem Weg erwarteten die Reisenden stets Unannehmlichkeiten und Gefahren. Aufgrund dieser für das Reisen denkbar ungünstigen Voraussetzungen stellt sich die Frage, welche Gründe im Spätmittelalter einen Menschen dazu bewegt haben, eine Reise anzutreten. Jene Frage zu beantworten, soll Aufgabe dieses Buches sein. Des Weiteren erhält der Leser einen Überblick über das spätmittelalterliche Reisen an sich. Straßenbedingungen, Reisegeschwindigkeit, Fortbewegungsmittel sowie Gefahren und Schwierigkeiten werden thematisiert.
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2019
Reisen ist heutzutage etwas Selbstverständliches. Wer das entsprechende Budget hat, kann die ganze Welt bereisen. Das war aber nicht immer so. Im Spätmittelalter, das von 1250 bis 1500 andauerte, war das Reisen mit erheblichem Aufwand verbunden. Strecken wurden bei weitem nicht so schnell zurückgelegt wie heutzutage; und auf dem Weg erwarteten die Reisenden stets Unannehmlichkeiten und Gefahren. Aufgrund dieser für das Reisen denkbar ungünstigen Voraussetzungen stellt sich die Frage, welche Gründe im Spätmittelalter einen Menschen dazu bewegt haben, eine Reise anzutreten. Jene Frage zu beantworten, soll Aufgabe dieser Arbeit sein. Geographisch wird das Reisen im spätmittelalterlichen Europa behandelt, der Fokus liegt aber auf dem deutschsprachigen Raum.
Zunächst gibt das Kapitel Das Reisen im Spätmittelalter einen Überblick über das damalige Reisen an sich. Wie waren die Straßenbedingungen? Ging man zu Fuß, oder wurden auch andere Fortbewegungsmittel benutzt? Wie schnell kam man voran, und mit welchen Gefahren und Problemen war unterwegs zu rechnen? Diese Fragen werden beantwortet. Anschließend werden in den Kapiteln Reisegründe selbige vorgestellt und untersucht. Als da wären die Brautfahrt, die Adelsreise, die Pilgerfahrt, die Bäderreise, die Preußenfahrt und die Handelsreise. Im Schlusskapitel wird zu guter Letzt eine Zusammenfassung der Arbeit geliefert und die Frage nach den Reisegründen im Spätmittelalter in einem Satz beantwortet.
Bei einem Thema wie diesem mag die Frage aufkommen, woher das Wissen darüber stammt. Schließlich handelt es sich um Begebenheiten, die vor mehreren hundert Jahren stattfanden. Doch auch aus dieser lange vergangenen Zeit gibt es noch Quellen. Unter anderem sind es Testamente, Reiseschilderungen, Verträge, Tagebücher und Empfehlungsschreiben, dank denen man sich auch heute noch ein Bild vom Leben im Spätmittelalter machen kann.
Das Reisen im Spätmittelalter war eine Herausforderung. Die Straßen waren in schlechtem Zustand und voller Schlaglöcher. Leicht konnte ein solches dafür verantwortlich sein, dass sich ein Wanderer den Knöchel verstaucht oder die Achse eines Wagens bricht. Bei Regen wurde es noch schlimmer, da die Straßen zu Matsch wurden und Unebenheiten und Schlaglöcher, nun voll mit Regenwasser, leicht zu übersehen waren (Szabó 2007: 78).
Zu Pferd unterwegs waren vor allem Adlige, das einfache Volk ging meist zu Fuß. Seltener fuhren Reisende in Wägen; diese wurden vor allem zum Warentransport genutzt (Böcker 2005a: 123). Aufgrund der bereits erwähnten schlechten Straßenverhältnisse ist das durchaus verständlich, wäre eine Fahrt auf einem permanent ruckelnden und über Unebenheiten fahrenden Wagen doch sicher keine angenehme.
