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Der Teenager Jean zieht bereits seit einigen Jahren Blake groß. Obwohl dieser einem Dämonen ähnelt, behandelt Jean ihn wie einen normalen Menschen - bis zu dem Tag, an dem Blake plötzlich spurlos verschwindet und Jean die grausame Wahrheit über seinen Kumpel herausfindet. Jetzt liegt es an ihm, Blake mit Unterstützung der Feuerseelen-Krieger und ohne jegliche Kenntnisse über Kampfkunst aus einer brenzligen Situation zu befreien, in welcher es nicht nur um das Familienverhältnis einer Unterweltspezies, sondern auch um die Ehre eines Königreiches und das Verlangen nach der Weltherrschaft geht...
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Seitenzahl: 245
Veröffentlichungsjahr: 2020
Band 1: Labyrinth, Loch & KerkerRay Meirellu
geschrieben von Ray Meirellumit Charakter-Illustrationen von Ray Meirellu
Copyright © 2020 Ray Meirellu
RELATEST © by Ray Meirellu
RELATEST Fiery Fighters © by Ray Meirellu
Geschrieben von Ray Meirellu
Umschlaggestaltung: Ray Meirellu
Illustrationen: Ray Meirellu
Charakterdesign: Ray Meirellu
Charaktere und Handlung: Ray Meirellu
Herausgeber: Ray Meirellu
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN Hardcover: 978-3-347-10527-0
ISBN Taschenbuch: 978-3-347-10526-3
ISBN e-Book: 978-3-347-10528-7
Dies ist ein Werk der Fiktion. Alle Charaktere, Handlungen, Geschichten und Orte sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit realen Personen oder anderen fiktiven Werken ist nicht beabsichtigt und wäre rein zufällig.
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbiographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für meine Eltern
Inhalt
Prolog: Jean Youngword & Blake
Feuerseelen
Zwei Alphas
Der erste Raum
Rebellendiener
Die Sirene
Der Raum der Gullys
Freund oder Feind?
Alpha und Omega
Die Versius-Bücher
Geburtstag
Enzyklopädie
Die Verwunschenen Kerker
Gebe niemals auf
Wie geschmolzenes Eis
Prolog: Jean Youngword & Blake
Jeannys kleiner Freund Blake - Beobachtungen von Jean Youngword
28. Oktober 2010
Hallo, mein Name ist Jean Youngword. Ich bin 8 Jahre alt und gehe in die 4. Klasse.
Ich bin ein riesiger Fan von Videospielen, darunter auch von Evilish good Hulaxon Human! Es ist richtig cool! Die Figuren sind eine Mischung aus Menschen und Hulaxons, einer Spezies von einem Planeten des Sternes Skat.
Heute habe ich auf der Straße direkt vor meinem Haus ein Ei gefunden, das genau so aussieht wie die, aus denen im Spiel die Hulaxonmenschen schlüpfen. So krass! Ich habe es einfach mal mit ins Haus genommen.
Hoffentlich schlüpft ein Hulaxonmensch daraus! Das wäre super!
In diesem Buch werde ich alles über seine Entwicklung aufschreiben. Er wird der stärkste Kämpfer auf der Erde, genau wie meine Figuren in dem Spiel!
30. Oktober 2010
Heute ist etwas aus dem Ei geschlüpft!!! Es ist tatsächlich eine menschenartige Kreatur!!! Ein süßer kleiner Junge, den ich Blake genannt habe.
Aber er ist leider kein Hulaxonmensch. Hörner hat er trotzdem, doch sie sehen eher wie die von einem Teufel aus, was mir ein wenig Angst bereitet.
Aber er sieht immer noch total süß aus! Er hat dunkelbrünette Haare und kleine rote Glubschaugen, die er heute sogar schon geöffnet hat, und er ist kleiner als ein Menschenbaby. Er passt auf meine Handfläche! So süß!
Blake, ich verspreche dir, dass ich gut auf dich Acht geben und dich immer lieben werde wie ein großer Bruder! Willkommen in der Familie Youngword!
15. Dezember 2010
Irgendwie war ich viel zu aufgeregt, um überhaupt in dieses Buch zu schreiben, aber ich habe mich auch sehr angestrengt, Blake das Sprechen beizubringen! Er kann bereits fließend Englisch! Ich schätze, dass das Sprechenlernen bei seiner Spezies nicht so lange dauert.
Blake ist auch schon ein paar Zentimeter gewachsen. Er hat auch mehr Haar bekommen und ein bisschen Babyspeck verloren.
Ich habe ihn hauptsächlich normale Menschenbabynahrung gefüttert und sie schmeckt ihm sogar.
Am Anfang habe ich Blake geheim gehalten, doch irgendwann ist er im Wohnzimmer verschwunden und hat eine Vase zerstört. Dann haben meine Eltern von ihm erfahren. Sie mochten ihn zuerst nicht und wollten, dass ich eine so dämonenartige Kreatur aussetzte. Doch dann ist ihnen aufgefallen, wie sehr ich ihn liebe, und weil ich ein Einzelkind bin, durfte ich ihn als meinen kleinen Bruder behalten! Ich bin sehr glücklich.
14. März 2011
Blake liebt den Fernseher und meine Spielautos. Fast den ganzen Tag kann ich mit ihm spielen und habe einen tollen neuen besten Freund.
Er wächst ziemlich schnell und auch seine Stimme hört sich nicht mehr wie die eines Babys an.
11. April 2011
Oft beißt Blake mich mit seinen kleinen, spitzen Eckzähnen. Er scheint von Natur aus ziemlich wild zu sein. Ich möchte ihm mehr darüber beibringen, wie es ist, ein Mensch zu sein.
24. April 2011
Mittlerweile hat Blake damit aufgehört, ständig in meine Kissen zu beißen.
30. Oktober 2011
Blakes erster Geburtstag! Er ist schon so groß geworden, und immer noch genau so süß wie am Anfang! Ich habe ihm einen kleinen Kirschkuchen gebacken, da er Kirschen liebt.
4. September 2014
Ich habe völlig vergessen, dass dieses Buch existiert. Irgendwie ist es verloren gegangen.
Mittlerweile bin ich 12 Jahre alt. Blake ist auch schon fast vier, doch er sieht irgendwie viel älter aus. Er könnte auch glatt acht sein.
Wir sind nach wie vor beste Freunde und ich bin so froh, ihn bei mir zu haben. Blake ist eine positiv denkende, höfliche und aufmerksame Person geworden. Auch seine wilden Charakterzüge haben sich verringert. Er ist immer für mich da, so wie gestern, als ich in Mathe eine 5 hatte, obwohl ich normalerweise immer so gut in dem Fach bin.
Ich bin Blakey so dankbar. Was würde ich nur ohne ihn tun?
Hier endet das Notizbuch, in dem der junge Schotte Jean Youngword die Entwicklung von „Blake" festhielt. Niemand weiß, wo es sich heutzutage befindet.
Feuerseelen
„Bist du schon aufgeregt?", fragte Jean und verwuschelte Blakes dunkelbrünette Haare.
Dieser zuckte nur mit den Schultern.
„Nicht wirklich, wieso auch? Der morgige Tag wird normal. Es ist nur mein achter Geburtstag, nicht viel mehr."
Sein Kumpel lachte peinlich gerührt.
„Ich habe das Gefühl, dass ich viel aufgeregter als du bin…
Und es fühlt sich nach wie vor komisch an, dich als Achtjährigen zu bezeichnen. Du bist so groß wie ich, hörst dich erwachsen an und siehst auch so aus, als wärst du mein Alter."
Jetzt lachte auch Blake und rechtfertigte sich: „Hey, es ist nicht meine Schuld! Ich bin nun mal kein Mensch! Und erst recht nicht wie du 16 Jahre alt!"
Die beiden Jungen kicherten noch für ein paar Sekunden, bis sich Jean von dem Bett seines dämonenartigen Freundes zurückzog und in sein einiges kletterte, welches ein paar Meter daneben stand.
„Gute Nacht, Blakey", flüsterte er, legte seine Brille auf den Nachtschrank und knipste das dumpfe Nachtlicht aus.
„Gute Nacht, Jeanny", erwiderte der dämonenartige Junge.
Ein wenig lag Jean noch wach und dachte über Blakes Geburtstag nach, doch irgendwann schlief er ein.
Müde öffneten sich Jeans Augen. Es war der 30. Oktober 2018, Blakes achter Geburtstag.
Durch die zugezogenen azurblauen Vorhänge schien die rötliche Morgensonne schwach in den sonst noch komplett dunklen Raum; draußen zwitscherten erste Vögel. Es sah ganz danach aus, als würde der Tag wunderschön werden.
Langsam drehte sich Jean auf die Seite, sodass er in Richtung Blakes Bett blickte.
Er entschied sich dazu, das Geburtstagskind liebevoll aufzuwecken und ihm ein Ständchen zu singen. Deshalb setzte er sich vorsichtig auf, griff nach seiner Brille, verließ das Bett und schlich hinüber zu Blake.
Bisher hatte Jean dies jedes Jahr getan, aber im Kontrast zu sonst war die weiße Decke weit über den Kopf seines Kumpels gezogen.
Jean stutzte. Normalerweise tat Blake dies nie. Ob ihm wohl kalt war?
Der brünette Teenager griff nach dem oberen Rand der Bettdecke und zog sie mit einem Mal weg. Doch zu seiner Überraschung war Blake nicht dort.
Vermutlich ist er schon ins Wohnzimmer oder in die Küche gegangen, dachte sich Jean und ließ die Decke zurück aufs Bett sinken.
Damit machte auch er sich auf den Weg zur Tür, verließ das Zimmer der beiden Jungen und betrat den Flur.
Es war totenstill im Haus. Zu Jeans Linken befand sich das Schlafzimmer seiner Eltern, welche momentan auf einer Geschäftsreise waren. Die Tür stand sperrangelweit offen; hier konnte Blake sich nicht aufhalten.
Links daneben lag das Badezimmer, doch auch dieses war weder abgeschlossen noch anderweitig besetzt.
Jean entschied sich dazu, die Treppen hinunter zu gehen und im Erdgeschoss nach Blake zu suchen.
Unten angekommen suchte Jean seinen Freund im Wohnzimmer. Hier musste er doch sein!
Doch auch dort war von ihm keine Spur.
Langsam bekam Jean Panik. Normalerweise war Blake noch nie um diese Uhrzeit wach, und wenn doch, saß er meistens vor dem Fernseher im Wohnzimmer und schaute Zeichentrickserien.
Wo konnte er sich nur aufhalten?
„Blake? Blake?", schrie Jean mit besorgter Stimme und drehte sich in alle Richtungen.
Es sah dem dämonenartigen Jungen nicht ähnlich, sich aus Spaß früh am Morgen hinter Möbelstücken zu verstecken. Aufgebracht rannte Jean in das letzte übrige Zimmer, welches die Küche war.
Als er Blake auch dort nicht vorfand, bekam der brünette Junge Angst.
„BLAKE! BLAKE? WO BIST DU?", brüllte er nur noch lauter.
Sein Herz pochte schneller; seine Arme zuckten vor Angst.
Panisch lief er aus der Küche, sperrte die Haustür hektisch auf und sprintete in den Garten, umrundete das Haus einmal und versuchte, Blake zu finden. Er war nirgendwo.
„Blake! Blake!"
Kleine Tränen glitzerten in Jeans Augen. Wo war Blake nur? Warum war er weg? Was, wenn ihm etwas zugestoßen war? Jean wollte es sich nicht vorstellen.
Vollkommen außer sich und bereits keuchend rannte er zur Gartentür, kickte sie auf und lief auf die Straße.
Kein Auto weit und breit; alles war still. Auch Blake war nicht zu sehen.
Schwer atmend hetzte Jean die gesamte Galaco Road entlang, blickte in alle Richtungen und versuchte, seinen Freund ausfindig zu machen, während er dessen Namen brüllte. Tränen der Verzweiflung rannen seine braun gebrannten Wangen hinunter.
Als er am Ende der Straße ankam, hatte er bereits jede Hoffnung aufgegeben und weinte stärker denn je.
Ein stechender Schmerz pochte in seinem Brustkorb, seine Beine fühlten sich taub an, er zitterte in der morgendlichen Kälte und der Gedanke, dass Blake sich hier nirgendwo aufhielt, machte alles nur noch schlimmer.
Blake würde niemals so früh am Morgen das Haus verlassen, erinnerte sich Jean. Nie stand er von selbst auf, und erst recht nicht um 7 Uhr. Selbst an seinem Geburtstag. Auch im Keller konnte er nicht sein, da dieser verriegelt war und nur die Eltern den Schlüssel hatten.
Plötzlich kam Jean ein Gedanke, der ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Was, wenn jemand bei ihnen eingebrochen ist und Blake gekidnappt wurde?
Der Teenager konnte seine Gefühle und Sorgen nicht mehr zurückhalten und weinte nur noch stärker.
Er ließ sich neben einer Straßenlaterne auf dem Boden nieder und vergrub sein Gesicht in den Händen.
Noch nie zuvor hatte er sich derart besorgt und erbärmlich gefühlt. Konnte er denn nichts tun, um sicherzugehen, dass Blake wohlauf war?
Doch nachdem er einige Minuten so dasaß, nahm er plötzlich eine Stimme von oben wahr.
„Hey, bist du Jean Youngword?"
Überrascht sah Jean auf, nur um in das Gesicht einer kleinen, jungen Frau zu blicken, welche besorgt neben ihm stand. Sie hatte lange orangene Haare, einen sehr geraden Pony und trug ein dazu passendes hellrotes Kleid.
Trotz des Schocks, woher diese fremde Dame seinen Namen kannte, nickte Jean langsam.
„W-woher wissen Sie, wer ich bin?", brachte er mit heiserer Stimme hervor.
Sie reichte ihm eine ihrer Hände und lächelte; Jean griff nach ihr, und wurde von der Frau zurück auf die Beine gezogen. „Nun ja, Menius hat bei dir gewohnt, und ich schätze mal, dass ihr gute Freunde wart. Von daher wäre es natürlich, dass sein 'Besitzer' weint, nachdem er den Verlust bemerkt", meinte sie mit einem Schulterzucker.
Jeans Herz fing an, vor Panik schneller zu klopfen. Was in aller Welt passierte hier gerade? Die Frau erschien ihm nicht wirklich geheuer. Und wovon redete sie?
„W-wer ist Menius?", stotterte er mit verwirrtem Blick.
Mit einem mitfühlenden Lächeln erklärte die Dame: „Menius hat Jahre lang bei Jean, Melinda und Sebastian Youngword gelebt. Vielleicht hast du ihm einen anderen Namen gegeben, aber ich rede über den dunkelbrünetten Jungen mit den Hörnern."
In dem Moment fiel es Jean wie Schuppen von den Augen. Sie redete von niemand Geringerem als Blake. Woher wusste sie, dass er bei ihm gewohnt hatte? Woher wusste sie, dass er nicht mehr da war? Und was sollte „Verlust" bedeuten? Blake war doch nicht etwa…?
Jean konnte seine Emotionen nicht mehr kontrollieren und fing an, die Frau anzuschreien.
„WER SIND SIE?! WAS IST MIT BLAKE BEZIEHUNGSWEISE MENIUS PASSIERT?! WOHER WISSEN SIE DAVON?!", brüllte er zwischen Schluchzern.
Zur Beruhigung legte die Frau ihre Hand auf Jeans Schulter.
„Vielleicht sollte ich mich genauer vorstellen und dir alles erklären.
Mein Name ist Susan.. Ich bin 37 Jahre alt und habe die Fähigkeit, den Aufenthalt von Leuten zu wissen, sobald ich ihren Namen kenne. Dadurch habe ich Menius, oder, wie du ihn nennst, Blake, ausfindig machen können."
Sie machte eine kurze Pause und atmete tief ein, bevor sie weiter erklärte: „Menius ist der Prinz der Daemiceps, einer menschenartigen und von Natur aus herrschsüchtigen Dämonenspezies. Er weiß davon nichts, da er sein ganzes Leben bei euch Menschen aufgewachsen ist. Heute ist sein 16. Geburtstag in Daemicep-Jahren, was auch sein erwachsenes Aussehen erklärt. Und da er damit ab heute offiziell als Prinz anerkannt wird, wurde er… wurde er in der Nacht vom König der Daemiceps gestohlen. Vor eurem Haus. Ich weiß auch nicht, warum Menius überaus draußen war…"
Entgeistert und mit leerem Blick starrte Jean Susan an. Er hatte keine Ahnung, wie er mit derartigen Informationen umgehen sollte. Blake war ein Prinz? Er wurde tatsächlich gekidnappt? Er gehörte wirklich einer Dämonenspezies an?
Jean hatte zu viele Fragen, blickte fassungslos auf den Boden und wusste gar nicht, was er sagen sollte.
Susan warf ihm einen besorgten Blick zu.
„Es ist schon okay, wenn du Zeit brauchst, um das alles zu akzeptieren oder zu verstehen. Aber wir werden unser Bestes tun, um Menius zu retten."
Ein kleines Licht der Hoffnung entflammte in Jean.
Vorsichtig hakte er nach: „Wer seid 'ihr'? Und was wollt ihr tun?"
Susan antwortete: „Ich gehöre den sogenannten Feuerseelen an. Wir sind Menschen, denen verschiedene Sternsysteme sowie einzelne Sterne einen Teil ihrer Seele und damit auch ihrer Kräfte gegeben haben, wodurch wir stärker sind als jegliche andere normale Menschen. Mein korrespondierender Stern ist die Sonne.
Unsere Aufgabe ist es, gegen die Daemiceps zu kämpfen und uns im Namen des Königreiches Regtam, welchem wir unsere Kräfte zu verdanken haben, bei ihnen zu rächen."
Die Sterne des Nachthimmels verliehen ihre Kräfte an gewöhnliche Menschen? All das klang für Jean eher wie eine Fantasygeschichte, doch er hoffte trotzdem, dass etwas dran war. Aber was hatte es mit diesem Königreich auf sich? Er hatte zuvor noch nie etwas davon gehört.
Jean legte den Kopf schief und hakte nach: „Regtam? Kenne ich gar nicht… Und wofür wollt ihr Feuerseelen es rächen?“
„Das ist eine sehr lange Geschichte, Jean, doch es ist nun wahrscheinlich wichtig, dass du sie kennenlernst.
Regtam war vor ungefähr 40 Jahren einst ein äußerst friedliches Königreich im Norden Schottlands. Die Untertanen verstanden sich gut mit der royalen Familie, vor allem mit dem damals regierenden König Versius.
Bereits seit Generationen spielten Astronomie, Astrologie, Sterne, Poesie und Kunst generell eine wichtige Rolle für diese Familie.
Wie gesagt, es war alles sehr glücklich. Doch eines Tages hatte König Versius plötzlich das Gefühl, etwas Schlimmes würde passieren.
Da er die Sterne liebte und behauptete, sie würden ihn verstehen, bat er sie jeden Abend durch ihnen gewidmete, selbstgeschriebene Gedichte um Hoffnung und Hilfe in schweren Zeiten; insgesamt sind anscheinend über hundert davon entstanden. Außerdem errichtete er zusammen mit August, einem überaus talentierten Magier im Kindesalter, einen mysteriösen Tunnel ein paar Kilometer abseits von Regtam.
Hierfür erklärte ihn das gesamte Königreich als verrückten Psychopathen. Die Sterne könnten keine Menschen verstehen, meinten sie. Und wozu sollte ein komischer Magie-Tunnel gut sein?
Nur eine kurze Zeit später fand plötzlich ein schlimmes Schaf-Massaker in der Nähe des Königreichs statt. Tausende unschuldiger Herdentiere wurden auf eine mysteriöse Art und Weise erbarmungslos umgebracht.
Daraufhin folgte das Auftauchen einer Spezies, welche zuvor noch nie jemand gesehen hatte - die Daemiceps. Sie baten Versius, sein Königreich zu übernehmen, doch als er dies abwinkte, griffen sie zu stärkeren Mitteln, angeführt vom bösen und korrupten König Deinbolus Dianium.
Sie fingen an, Gewalt gegen das Königreich einzusetzen, woraus sich ein jahrelanger Krieg entwickelt hat, bei dem das gesamte Gebiet Regtam zerstört wurde – mehr oder weniger aus Ungeschick, da die Daemiceps es ja ursprünglich an sich reißen und nur die Untertanen loswerden wollten.
Während dieser Jahre wurden bereits die ersten Feuerseelen, darunter auch ich, geboren.
Kurze Zeit nach der vollständigen Zerstörung Regtams erblickte Versius' Sohn, Prinz Andro, das Licht der Welt, und wenig später starb der König an seinen schweren Wunden des Krieges. Niemand weiß, wo sich Andro heutzutage aufhält oder ob er überhaupt am Leben ist.
Die Daemiceps dachten, dass sie nun problemlos die Herrschaft an sich hätten reißen können, da der einzige Sohn des früheren Königs selbst nur ein Baby war, doch nur einen Tag nach Versius' Tod wurden sie plötzlich alle von einem riesigen Energieball getroffen, welcher aus dem Himmel direkt auf sie zuraste, sie schwer verletzte und wie durch ein Wunder aus dem zerstörten Gebiet zurückschleuderte, direkt in ihre unterirdische Heimat Daeris.
Laut August war Versius' letzter Wille, das Königreich nach dem Einschlag des Energieballes aufzulösen, was der treue Teenager auch tat.
Kein bisschen Friede war mehr im ehemaligen Regtam vorzufinden. Die wenigen Untertanen, die überlebt hatten, machten sich aus dem Staub und zogen in andere Regionen weit weg vom zerstörten Gebiet. Nur August, der zu dem Zeitpunkt selbst noch ein Teenager war, wollte es unbedingt wieder aufbauen, und ließ sich in einer Hütte in einem nahem Wald nieder.
Zu jenem Zeitpunkt waren die ersten Feuerseelen bereits fünf.
An ihrem fünften Geburtstag 'beamen' sich Feuerseelen praktisch an den Ort, an dem sie jeweils trainieren und sich aufhalten werden.
Aus einem bestimmten Grund beamten sich die ersten Kinder direkt zu Augusts Hütte. Der junge Teenager wusste sofort, wer sie sein mussten, nahm sie auf und half ihnen beim Trainieren. Falls das ein bisschen zu verwirrend für dich war, fasse ich es noch einmal grob zusammen. Versius hatte Gedichte über die Sterne geschrieben und sie darin um Hilfe gebeten. Die Sterne haben seine Kunst und damit auch ihn tatsächlich verstanden. Das erklärt auch, warum sie am Tag nach Versius' Tod einen riesigen Energieball auf die Daemiceps losgelassen haben, um sie vorübergehend außer Gefecht zu setzen.
Versius war davon überzeugt, dass dies die Daemiceps nicht für immer aufhalten würde, da sie in den letzten Kriegsjahren auch regelmäßig das Verlangen nach der Weltherrschaft äußerten und sich irgendwann wieder erholen würden.
Das ist der Grund, warum er mit August einen magischen Tunnel errichtet hatte. Dieser ist in 13 gefährliche Abschnitte eingeteilt. Da wir Feuerseelen selbst noch nie in diesem Tunnel waren, wissen wir auch nicht sonderlich viel über die Gefahren, doch es ist bekannt, dass sich im letzten Abschnitt der sogenannte Versius-Zepter befindet und wir diesen beschützen müssen.
Dieser Zepter verspricht seinem Besitzer die Weltherrschaft. Solange er im Besitz der Erdlinge bleibt, werden diese nach wie vor die Erde dominieren. Sollten ihn jedoch die Daemiceps oder andere teuflische Kreaturen aus der Unterwelt bekommen…
Tatsächlich wusste jeder Untertan Regtams von dem Zepter und dachte, Versius wäre von allen Sinnen, die Herrschaft über die gesamte Welt damit zu versprechen. Auch die Daemiceps wussten über den Tunnel, seinen Standort, den Zepter und seine Funktion Bescheid, und wollten diesen in ihren Besitz ziehen, sobald sie Regtam erobert hatten.
Laut August meinte Versius damals immer, dass sie es auch verdient hätten, sollten sie mit den Gefahren in jenem magischen Tunnel fertig werden.
Durch Versius' Gedichte an die Sterne verliehen diese uns auch unsere Kräfte mit dem Sinn, dass wir später durch sie stark genug sind, den Tunnel und Zepter zu verteidigen, wodurch wir uns bei den Daemiceps rächen würden. Zufällige Babys in ganz Europa, hauptsächlich Großbritannien, sollten diese noch vor ihrer Geburt bekommen.
August war die einzige Person neben Versius, die glaubte, dass dies tatsächlich funktionieren könnte - und sie lagen richtig.
Wir, die Feuerseelen, haben unsere Kräfte einzig und allein durch Versius' Vertrauen in die Sterne bekommen.
Sobald die Kampfsituation schlimmer wurde, schickte Versius August in den Wald und erklärte ihn bei den Daemiceps für tot, sodass sie nicht nach ihm suchen würden. Er gab ihm außerdem große Mengen an Waffen mit, welche er später an die jeweiligen Feuerseelen austeilen würde.
Als dann die Ersten bei ihm vor der Hütte standen, fing er an, mit seinen Zauberkräften Trainingslager für die Clans zu errichten und schützte sie mit einer unsichtbaren Wand, welche sie ebenso unsichtbar machte. So konnte niemand die Trainingslager finden.
Die Feuerseelenclans sind übrigens nach den jeweiligen Sternenbildern eingeteilt. Ich gehöre als Feuerseele der Sonne keinem davon an… Aber immerhin lebe ich bei August in seiner kleinen Holzhütte am Waldrand.
Jeder Clan hat sein eigenes kleines Trainingsgebiet. Da die Daemiceps vorübergehend ausgeschaltet sind, konnte August auch einige davon in kahlen Gebieten des ehemaligen Regtam errichten.
Jetzt folgt jedoch der Haken. Die Daemiceps wurden in den letzten Jahren wieder stärker; sie erholen sich langsam von den fatalen Auswirkungen des Energieballs. Nun haben sie auch ihren Prinzen wieder… Da Mitglieder der royalen Daemicep-Familie von Grund auf die Stärksten ihrer Art sind und Menius nun gleichzeitig auch als Prinz anerkannt wird, werden sie ihre maximale Stärke erreichen können und dadurch wieder angreifen. Sie halten sich momentan in Daeris auf, aber sehr bald werden sie zu dem Tunnel ziehen.
Wir müssen nun also all unser Training anwenden, kämpfen und im schlimmsten Fall den Versius-Zepter direkt verteidigen… Zudem wollen wir uns auch für das Königreich, dem wir unsere Kräfte zu verdanken haben, revanchieren. Es ist nur fair."
Susan starrte auf den Boden.
„Ich hoffe, dass das deine Fragen einigermaßen beantwortet hat", murmelte sie.
Jean nickte langsam, doch er war immer noch ein bisschen verwirrt.
Also fragte er: „Wie ist Blake dann damals bei mir gelandet? Und weshalb seid ihr so sicher, dass die Daemiceps sich schon wieder erholt haben? "
„Meine beste Freundin Priscilla, welche die Feuerseele des Sternes Proxima Centauri ist, hat eine Fähigkeit, genau zu wissen, was eine andere Person gerade macht - ähnlich wie ich weiß, wo sich jemand aufhält.
Und das mit Blake… Das waren wir."
Vor Überraschung klappte Jeans Kinnlade hinunter; er starrte Susan mit großen Augen an.
„W-was?", brachte er hervor.
So viele Zufälle auf einmal…?
Die Feuerseele der Sonne nickte.
„Dank Priscillas 'Überwachungsfähigkeit' wussten wir, dass das königliche Paar der Daemiceps Nachwuchs erwartete - Zwillinge, um genau zu sein.
Da bei den Daemiceps aber ohne Ausnahme nur der älteste Sohn als Prinz anerkannt wird, haben wir beschlossen, sein Ei zu stehlen, sodass er nicht jahrelang trainiert wird, um nur noch stärker zu sein, als er ohnehin schon ist.
Reggie, welcher unbemerkt Sachen stehlen kann, hat es einfach entwendet; er trägt einen Teil der Seele des Sternes Regulus in sich. Man konnte das ältere Ei übrigens daran identifizieren, dass es überraschenderweise schon viel reifer aussah als das andere, weshalb den Daemiceps auch relativ schnell klar wurde, dass der ältere Sohn, also derjenige, welcher als Prinz anerkannt wird, gestohlen worden war.
Wir sind mehrere Kilometer weit mit dem Zug in eine zufällige Stadt gefahren, nur um dort das Ei vor irgendeine Haustür zu legen, welche aus Zufall deine war.
Besser hätte es Blake nicht erwischen können."
Anstatt sich über das Kompliment zu freuen, grübelte Jean nur noch weiter.
„Ihr habt das Ei des älteren Bruders gestohlen. Aber was ist mit dem jüngeren Zwilling? Kann dieser nicht auch zu einem überstarken Monster trainiert werden?"
„Kann er, aber die jüngeren Daemicep-Geschwister sind bei weitem nie so stark wie das Erstgeborene, selbst wenn es sich um Zwillinge handelt. Übrigens müssen die jüngeren Geschwister eines Daemicep-Prinzen als seine Diener arbeiten", erklärte sie.
Dies beruhigte Jean ein bisschen, doch das schlechte Gefühl in seiner Brust war immer noch nicht weg.
„Aber Blake würde niemals auf der Seite des Bösen kämpfen…
Er ist doch immer noch bei Verstand, oder?", murmelte er.
Er durfte nicht zulassen, dass Blake das Monster wurde, als welches er geboren wurde.
Die Feuerseele der Sonne mied den Blickkontakt mit Jean und wandte sich stattdessen dem Boden zu.
„Er wird auf der Seite des Bösen kämpfen. Ich bin davon überzeugt, dass er durch deine Erziehung wie ein normal denkender Mensch geworden ist, doch wir reden hier vom König der Daemiceps, einer dämonenartigen Spezies aus Daeris, einer Stadt der Unterwelt. König Deinbolus wird ihn so stark manipulieren, dass er in einen komplett anderen Zustand eintritt, ohne es zu wollen. Menius wird zusammen mit dem Königspaar die Daemiceps in diesem Kampf anführen. Wir werden gegen ihn kämpfen müssen. Das ist unsere einzige Chance, ihn von den Daemiceps zu befreien und zu dir zurückzubringen."
Für Jean brach in dem Moment eine Welt zusammen. Niemals hätte er gedacht, dass der unschuldige Blake, welcher damals süß auf seiner Handfläche lag und friedlich schlief, eines Tages ein manipulierter Daemicep-Prinz sein würde, welcher gegen seinen eigentlichen Willen gegen eine große Truppe Krieger kämpfte, um an die Weltherrschaft zu gelangen. Der Gedanke war erniedrigend und unglaublich.
„Aber besteht dann nicht das Risiko, dass Blake im Kampf… stirbt?", hakte Jean nach, doch Susan schüttelte direkt den Kopf.
„Es ist sehr unwahrscheinlich, da keiner von uns morden will; wir arbeiten lieber mit Stärke und Talent, bis der Feind von selbst kapituliert. Dieser Weg des Denkens wurde uns von August gelehrt, da wir ja den Großteil unserer Kindheit bei ihm verbrachten und er selbst den Tod und das Brechen der Gebote fürchtete. Die Daemiceps teilen diese Einstellung jedoch nicht… Sie werden sich nicht zurückhalten, Feuerseelen im Kampf umzubringen. Deshalb müssen wir umso stärker gegen sie ankämpfen und ihnen keine Chance geben… "
Jean war von der gesamten Geschichte immer noch geschockt. Sein bester Kumpel war tatsächlich der Prinz einer gefährlichen Spezies aus der Unterwelt, in welchem tödliche Kräfte schlummerten. Dann gab es die Geschichte des Königreiches Regtam. Und natürlich waren da auch noch die Feuerseelen, welche sich für Jean eher wie eine Erfindung aus einem Science-Fiction-Roman angehört hätten, hätte er nicht von ihrer wirklichen Existenz erfahren.
Er hatte das Gefühl, sein gesamtes Leben hätte sich schlagartig geändert. Dabei war er selbst doch gar nicht direkt in diese Kampfsituation verwickelt - oder…?
„S-Susan? Dürfte ich Sie fragen, ob ich selbst eine Rolle in der ganzen Sache spiele, weil ich ja Blakes früherer Erzieher war…?", hakte er unsicher nach.
Susan blickte ihn kurz an, dann antwortete sie: „Eigentlich tust du das nicht. Es gibt jedoch eine Ausnahme, und die wäre, dass du freiwillig auf unserer Seite mitkämpfst. Aber… Ich rate dir davon ab. Es ist viel zu gefährlich für einen gewöhnlichen sechzehnjährigen Schüler wie dich, der keine speziellen Fähigkeiten hat. Du müsstest so viel trainieren, dass du der stärkste normale Mensch der Welt wirst. Glaub mir, es ist einfacher, uns den harten Teil zu überlassen."
Trotz Susans mitleidigem Blick stieg ein unbeschreibliches Gefühl in Jean auf. Es war ein Gefühl von Rache, Mut, der Liebe zu Blake und dem Willen, sich selbst zu beweisen.
Obwohl er wusste, dass er womöglich sterben könnte und die Situation noch nicht komplett überdacht hatte, stand für Jean fest, was er tun wollte.
Er warf der orangehaarigen Frau einen tapferen, entschlossenen Blick zu.
„Das ist mir egal. Ich würde mein Leben aufgeben, wenn es heißt, dass ich damit Blake aus den Klauen dieser Monster befreien kann. Und ich werde ehrgeizig bei euch Feuerseelen mittrainieren, obwohl ich keine Spezialfähigkeiten noch den Teil einer Sternenseele in mir habe. Ich werde die stärkste normale Person auf diesem Planeten werden."
Besorgt blickte Susan Jean an.
„Du weißt genau, wie gefährlich das ist, oder…? Ich kann dich gerne zu den Trainingslagern der Feuerseelen mitnehmen, aber überlege dir bitte gut, ob du letztendlich wirklich kämpfen willst… "
Zwar stimmte Jean dem, was sie soeben gesagt hatte, zu, doch er hatte etwas einzuwenden: „Wenn Versius daran glaubt, dass die Sterne seine Gedichte verstehen, und sie am Ende wirklich einen Teil ihrer Seele auf die Erde schicken, warum soll es dann unmöglich für mich sein, eine teuflische Spezies zu besiegen?"
Bei dem Kommentar musste die Feuerseele der Sonne lächeln.
„Mir gefällt deine Motivation, Jean. Man sieht, dass du Menius wirklich liebst, und das weiß ich zu schätzen.
Geh schnell zurück in dein Haus, zieh dir vernünftige, warme Kleidung an, packe eine Tasche mit den nötigsten Sachen, weihe deine Eltern ein und denke dir eine Ausrede für die Schule aus, warum du… sagen wir mal, mehrere Wochen nicht in die Schule gehen kannst. Danach nehmen wir den Zug. Ich warte hier auf dich.
Ich verspreche dir, dass wir 'Blake' retten werden."
„Danke, Susan", lächelte Jean, bevor er sich auf den Weg zurück zu seinem Haus machte.
NAME: JEAN YOUNGWORD
ALTER: 16
GEBURTSTAG: 8. NOVEMBER 2001
ETHNTZITÄT: SCHOTTISCH
SPEZIES: MENSCH
HAARFARBE: BRÜNETT
AUGENFARBE: OLIVGRÜN
NAME: MENIUS BIANIUM; BLAKE
ALTER: 8 (IN MENSCHENJAHREN); 16 (In BAEMICEP-JAHREN)
GEBURTSTAG: 30. OKTOBER 2010
ETHNTZITÄT: BAERISCH
SPEZIES: BAEMICEP
HAARFARBE: BUNKEL-BRÜNETT
AUGENFARBE: ROT
NAME: SUSAN MCBONALB
FEHERSEELE VON: SONNE
ALTER: 37
GEBURTSTAG: 30.
OKTOBER 1981
ETHNTZITÄT: SCHOTTISCH
SPEZIES: MENSCH
WAFFE: ORTUNGSFÄHIGKEIT
HAARFARBE: ORANGE
AUGENFARBE: BRAUN
Zwei Alphas
„Endstation: Arita Village. Der Zug endet hier. Bitte steigen sie links aus."
Damit standen Jean und Susan von ihren Sitzen auf und gingen in Richtung der Ausgänge.
Der Zug wurde langsamer, bis er letztendlich vollkommen anhielt. Nun öffneten sich auch die Türen.
Susan und Jean traten hinaus auf den leicht zerfallenen Bahnsteig, welcher vollkommen einsam in einer Einöde lag. Weit und breit waren nur Wiesen und Wälder zu sehen, komplimentiert von den grauen Wolken am Himmel. Auch waren sie vollkommen allein hier; alle anderen Passagiere hatten den Zug bereits vorher verlassen.
Die Feuerseele der Sonne führte Jean über eine kleine Stufe am Ende des Bahnsteiges, welche direkt auf die ewige Wiese führte, die in Richtung Süden bis zum Horizont reichte.
