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Wie weit sind die Anschauungen der vorherrschenden Weltreligionen im modernen Weltbild noch wissenschaftlich haltbar? Was hat sich eingebürgert, ohne kritisch hinterfragt zu werden. Dienen die Religionen nicht in erster Linie zur Machterhaltung einer Schicht in Form von Klerus oder Regierung?
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Seitenzahl: 87
Veröffentlichungsjahr: 2020
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René Picard
Religion Fluch oder Segen
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Inhaltsverzeichnis
Titel
A) Die Entwicklung der Menschheit
B) Vom Hörensagen zum selber Erkennen
C) Glossar
Impressum neobooks
Das vorliegende Buch entspringt den philosophischen Gedankengängen des Autors, also mir. Es gliedert sich in zwei Teile. Der erste handelt von Gedanken, die ich mir mache und die zeigen, wohin mich mein Weg geführt hat, während der zweite Teil vorallem auf autobiographischen Begebenheiten basiert und zeigt, wie und warum ich meinen Weg gegangen bin.
Philosophie, wie ich sie deute, baut auf drei Pfeiler:
Logik
Wertschätzung und Ehrerbietung gegenüber allem, was kreucht und fleucht.
Durch intensives Beobachten Grundzüge erkennen und daraus Leitsätze formulieren.
Ich bin nicht wissenschaftlich studierter Philosoph, deshalb das Kürzel SDO (sine diploma officiale). Aber ich denke und beobachte intensiv. Ich folge nicht einer vorgefassten Meinung, ich entscheide selber auf Grund meiner möglichst objektiven Betrachtungsweise. Ich zähle Eins und Eins zusammen, ohne weitere Anpassungen. Für mich ist und bleibt die Summe Zwei, ohne Wenn und Aber.
Daraus ergeben sich Fragen, die ich verarbeiten will, um Sie ins rechte Licht zu rücken. Dazu schalte ich jegliche subjektive Gefühle aus, um möglichst objektiv urteilen zu können. Das Ergebnis fügt sich zu einem Bild zusammen und daraus formuliere ich Leitsätze, die nicht unbedingt neues Wissen vermitteln, sondern bestehendes Wissen neu in die Weltordnung einpassen.
Aus der Vergangenheit zu lernen heisst, ohne Scheu Fehler aufzudecken, gewachsene Irrtümer zu hinterfragen und in ein anderes, vielleicht ungewohntes, Licht zu rücken.
Schon den Römern war klar: «Tempora mutantur et nos mutamur in illis (Die Zeiten ändern sich und wir in ihnen.)». Die Geschichte entwickelt sich weiter durch die Menschen, durch neue Erfahrungen und erweiterte Erkenntnisse. Dadurch stösst auch die Geschichtsforschung immer wieder auf neue Fakten, die sich heute anders präsentieren, als dies vor langer Zeit dem damaligen Wissensstand entsprochen hatte. Tatsachen lassen sich nicht leugnen und Wunder geschehen oft nur als Visionen. Wie eine Irrspiegelung von Luftmassen unterschiedlicher Temperatur in der Wüste eine Fata Morgana erscheinen lässt, gepaart mit Wunschgedanken betroffener Personen.
Wer kennt sie nicht die Wolkenbilder mit Formen, die unsere Fantasie beflügeln.
Galilei wurde verboten, weil er behauptete, die Erde drehe sich um sich selbst und um die Sonne. Dem damaligen Zeitgeist erschien das sog. *1Heliozentrische Weltbild blasphemisch, weil es nicht der Bibel entsprach. Heute wissen wir, dass Galilei absolut richtig lag mit seiner Denkweise. Er hatte die Gestirne beobachtet und daraus die richtigen Schlüsse gezogen. Lt. Wikipedia kannten schon die alten Griechen, Aristarchos von Samos und Seleukos von Seleukia das heliozentrische Weltbild, doch erst Niklaus Kopernikus befasste sich erneut mit den beiden griechischen Astronomen.
Aber erst Galileo Galilei fand die Beweise und war so einer der Wegbereiter für die Epoche der Aufklärung
Die christliche Menschheit war der Bibel und damit dem dogmatischen Klerus untertan und liess solch ketzerische Gedanken nicht zu.
Seien wir ehrlich, wir sind doch heute genauso verblendet wie die damalige Gesellschaft. Man denkt nicht selber, man lässt denken. Und jenen, die am lautesten schreien, entspriesst eine Gefolgschaft gedankenloser, aber treu ergebener Mitläufer.
Ich suchte meinen eigenen Weg, begründet auf für mich entscheidende Erlebnisse und Begegnungen aus meinem Leben. Ein grösseren Zusammenhang offenbarte sich durch Erfahrung und Erkenntnisse immer offensichtlicher und logischer.
Gedankenspiele sind meine Leidenschaft. Ich hinterfrage alles, was mir irgendwie unerklärlich oder suspekt vorkommt und versuche, Gesetzmässigkeiten zu erkennen anhand von Beobachtungen. Ich bin Schauspieler und habe gelernt zu beobachten. Auf der Bühne bin ich nicht in erster Linie mich selber, sondern die Person, die ich verkörpere. In meiner Schauspielausbildung musste ich lernen, was das heisst und wie wichtig die daraus sich entfaltende Bühnenpräsenz ist, um für die Zuschauer absolut authentisch rüber zu kommen. Für mich ist daher Schauspiel nicht KUNST sondern HANDWERK. Nicht das Auswendiglernen von Rollen beansprucht meinen Geist an meisten, sondern viel mehr das SEIN hinter dem Text. Wer bin ich, woher komme ich, warum bin ich da und wohin gehe ich. Das sind die wichtigen Fragen auf der Bühne und für mich auch im Leben. Jedes Leben hat meiner Meinung nach einen Sinn und den zu hinterfragen, ist für mich ein wichtiger Schritt in der Bewältigung meines SEINS.
Es ist nicht immer leicht; man stösst oft an Grenzen. Aber gerade das Überwinden von Grenzen ist so spannend und voller Glücksgefühle oder Enttäuschungen. Beides gehört zu einem interessanten erlebnisreichen Leben, auf das man im Alter hoffentlich schmunzelnd zurückblicken kann.
Der Mensch ist untrennbar mit Glauben verbunden. Er wird geboren und hat keine Erfahrung und wird gesteuert durch überlebenswichtige Bedürfnisse, wie Atmen, Schreien, Hungergefühl, allenfalls noch Gefühlsregungen für Mutter oder Vater, je nach den Gegebenheiten.
Was also in der ersten Zeit mit dem Säugling geschieht, entzieht sich seiner direkten Einflussnahme. Ob er will oder nicht, er muss glauben, dass alles um ihn herum zu seinem besten geschieht. Man könnte diesen Zustand als Urvertrauen definieren, und ist notwendig für seine Entwicklung.
Irgendwann entwickelt sich Neugier. Wie der Name sagt eine Gier auf neue Erfahrungen. Verbunden mit diesem Streben ist ein Lerneffekt, zuerst durch Gefühle gesteuert und später immer mehr durch Wissen geprägt. Der anfängliche Glaube muss dann in sehr vielen Aspekten mehr und mehr dem Wissen weichen. Das logische Denken übernimmt den Erfahrungsschatz des Glaubens (oder sollte dies zumindest tun). Mit erweitertem Wissen werden die gedanklichen Grenzen immer weiter gesteckt. Wissen bedeutet Macht.
Dadurch musste allerdings das bis anhin geltende biblische Denken der beweisbaren Realität weichen. Historiker erfinden keine Geschichten, sie sammeln Fakten, um Historie erklären und zeitliche Abläufe beweisen zu können. Seit es Zeichnungen und Schriften gibt, wurden Ereignisse für die Nachwelt festgehalten, seien es Wandmalereien, in Stein gemeisselte Geschichten oder auf Papyrus festgehaltene Beobachtungen. Aus diesen Quellen schöpfen wir den Kern unserer Vergangenheit.
Glauben heisst <Nicht Wissen>. Wer sich mit Geschichte befasst, muss bemüht sein, nur das auf zu zeichnen und für die Nachwelt zu erhalten, was beweisbar ist und bleibt. Hinzu kommt ein ständig wachsendes Wissen, das die Schöpfung begreifbarer macht, ohne alle Geheimnisse preiszugeben. Forschung ist auch für die Geschichts-schreibung unerlässlicher Bestandteil des täglichen Arbeitens.
Gehen wir daher zurück auf die Anfänge des Mensch Seins. Das Wissen war geprägt durch gemachte Erfahrungen. Heute nennen wir dies Lernen durch Irrtum. Wir konnten jedoch auch lernen, indem wir von Artgenossen Fähigkeiten abschauten und übernahmen und sie sogar weiterentwickelten.
So eignete man sich Wissen durch Beobachten der Natur an. Im Gegensatz zu uns heutigen Menschen mussten die ersten Homines Sapientes aber Erklärungen finden.
Was lag da näher, als alles unerklärbare einer fremden Macht zu zuschreiben. Die Götter waren geboren. Der Gott des Wassers, der Gott des Feuers, der Gott der Sträucher und der Gott der Gräser.
Auch Krankheiten und Gebrechen konnten so einfach Göttern zugeschrieben werden. Das Wissen reichte noch nicht weiter als zum Glauben.
Diese Gottheiten mussten unwahrscheinlich stark sein, wenn sie Winde oder Blitze, gute Ernten oder schlechtes Wetter beherrschen konnten.
Aus diesen Gedanken und Vorstellungen zog der Mensch für sich eine fatale Erkenntnis: Er erkannte bald einmal, dass körperliche Stärke Macht über schwächere Individuen erlaubte und zwar nicht wie im Tierreich meist üblich zur Arterhaltung sondern für eigene Machtgelüste. Was lag näher, als dieses Gedankengut auch auf die vielen Götter und natürlich auch Göttinnen zu übertragen. Der Stammesführer konnte günstig gestimmt werden, wenn er von seinen Untertanen Geschenke bekam. Damit war es doch logisch, dass auch die Götter durch Geschenke gnädig gestimmt werden konnten.
Damit waren die Religionen vorprogrammiert. Den Mächtigen gehört die Welt. Wie die stärkeren Stammesangehörigen die schwächeren beschützten, so taten sie es den Gottheiten gleich. Der Ungerechtigkeit und dem Machtstreben wurden Tür und Tor geöffnet.
Diese Art zu denken überlebte Jahrtausende der Menschheitsgeschichte bis heute und lebt weiter und weiter.
Um den Mächtigen noch mehr Macht zu verleihen, wurden Ge- und Verbote erlassen, die natürlich nicht von Menschen geschaffen wurden sondern von einer höheren Macht. Bei uns am bekanntesten sind die 10 Gebote, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott erhalten haben soll.
Nun konnte endlich auch die Entstehung der Menschen erklärt werden. Adam und Eva, geschaffen aus Dreck, lebten sorglos im Paradies. Dass dies zu reiner Inzucht geführt hätte, war damals niemandem bewusst, aber anscheinend gibt es auch heutzutage noch Leute, die sich darüber nie den Kopf zerbrochen haben. Dabei wüssten wir doch genau, dass Inzucht zwangläufig in die Ausrottung des menschlichen Geschlechts geführt hätte.
Heute kursieren vorherrschende Meinungen, wie Leben entstanden sein könnte durch das Zusammenwirken von Elementen unter verschiedenen Bedingungen und laut der Evolutionstheorie von *2Jean-Baptiste Lamarck ist Entwicklung der Überlebenskampf der stärkeren Spezies unter Berücksichtigung des Lebensraumes (Epigenetik). Ich zweifle übrigens auch daran, dass alle Menschen aus dem heutigen afrikanischen Raum entsprangen. Zu unterschiedlich sind die genetischen Merkmale in Charakter, Körperbau und Mentalität.
Seit ich selber lügen kann, glaube ich eben nicht mehr jeden Schei... benkleister.
Ich habe gelernt, dass man für sein eigenes Denken und Handeln verantwortlich ist und als soziales Wesen trage ich Verantwortung für mein Umfeld.
Dieses soziale Verantwortungsbewusstsein schwindet allerdings mehr und mehr einer Abschrankung allem gegenüber, führt zu Isolation und Vereinsamung. <Für mich stimmt’s!> ist der wohl dümmste Ausspruch, den die Menschheit geprägt hat. Solche Gedanken hatte schon Louis Quatorze (14.) geäussert: „Après moi le déluge! (Nach mir die Sintflut). Er wurde auch Roi Soleil (Sonnenkönig) genannt. Seiner Ansicht nach war ein König nur Gott verantwortlich und nicht dem Volk. Er wurde zum Inbegriff des ausschweifenden Barock’schen Lebensstils. Er und seine Nachfolger schafften es, das Volk in grösste Armut zu treiben, bis als Ausweg nur die Französische Revolution blieb!
Wir sind keine Einzelkämpfer, auch wenn wir dies annehmen könnten beim Betrachten der Handy bewehrten Erdenbewohner, die digitale Gespräche den analogen vorziehen. Einsamkeit ist das Ergebnis und damit die Manipulierbarkeit des einzelnen Individuums, ob wir dies nun wahrhaben wollen oder nicht.
Die zweitdümmste Aussage ist jene, dass es uns doch eigentlich gut geht.
Stimmt das wirklich? Beherrschen nicht Gesetze und Vorschriften unser Leben mehr und mehr?
Auf der einen Seite fordern wir mehr Persönlichkeitsschutz, aber gleichzeitig wollen wir strengere Überwachung von Personen, die nicht in unser Weltschema passen. Wir fordern mehr Natur, aber andrerseits nehmen wir achselzuckend die Abholzung der Urwälder in Kauf.
Wir verschandeln Städte, durch bautechnische Massnahmen, dass sich die Luft stauen muss, weil keine sinnvollen Gassen frischen Wind zulassen und wir im Schmutz zu ersticken drohen. Schuld sind natürlich die Fahrzeuge, -in Augenblick- vorallem die mit Diesel betriebenen.
