Romantische Gemälde - Claudine Hirschmann - E-Book

Romantische Gemälde E-Book

Claudine Hirschmann

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Beschreibung

Regionalliteratur / Regionalgeschichte: Neuausgabe des Buches: Romantische Gemählde von Leipzig. Eine Folge von vier und zwanzig Prospecten gezeichnet und gestochen von Karl Benjamin Schwarz. Karl Tauchnitz, 1804. (transkribiert, überarbeitet, ergänzt und bebildert)

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Seitenzahl: 73

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Auf historischen Spuren mit Claudine Hirschmann

Romantische Gemälde von Leipzig

Eine Folge von vierundzwanzig Prospekten

gezeichnet und gestochen von

Karl Benjamin Schwarz (und anderen)

___________________________

transkribiert, überarbeitet, ergänzt und bebildert

_______________________________________

Erweiterte Ausgabe

Historisches Bucharchiv

2026

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

In liebevollem Gedenken

Vorbemerkung zur Neuausgabe

Vorrede

I. Das Grimmaische Tor

II. Aussicht vom Schneckenberg

III. Das Georgen-Hospital

IV. Das gotische Tor von der Parkseite

V. Ansicht des Parks aus dem gotischen Tor

VI. Das gotische Tor von der Allee-Seite

VII. Das Hallische Tor

VIII. Der Schneckenberg von der runden Brücke

IX. Promenade im Park

Χ. Am Teich im Park

XI. Die Rosentaler Brücke

XII. Die Neu-Kirche

XIII. Das Barfußpförtchen

XIV. Ansicht der Stadtvon der Hahnrey-Brücke

XV. Die Thomaskirche

XVI. Die Pleißenburg

XVII. Die Sternwarte

XVIII. Das Peterstor

XIX. Die Esplanade vor dem Peterstor

XX. Die Bürgerschule

XXI. Der Roßmarkt

XXII./XXIII. Ansicht des Marktes

XXIV. Die Nikolaikirche

Maler Carl (Karl) Benjamin Schwarz

Bekanntschaft mit Claudine Hirschmann

Impressum

In liebevollem Gedenken

Abb. 1: Brigitte Hirschmann (14.03.1939– 03.04.2019)

Abb. 2: Niederländisches Familienwappen Groote (Groth)

Brigitte Hirschmann, geborene Groth (Groote) wurde in den Kriegsjahren geboren und wuchs in Lützen auf. Früh zeigten sich verschiedene Begabungen, spielte sie unter anderen mehrere Instrumente, doch galt ihr hauptsächliches Interesse der Literatur sowie Leipziger Stadtgeschichte. Als geschätzte Lehrerin und herzensgute Mutter vermittelte sie stets, den ideellen Wert in den Dingen zu sehen und zu schätzen. So setzte sie sich leidenschaftlich für die Bewahrung historischer Zeitzeugnisse ein und war maßgeblich am Entstehen der Buchreihe »Auf historischen Spuren« beteiligt. In Wertschätzung, Dankbarkeit und Liebe setzen ihre Kinder die Reihe fort, um die ihnen geschenkte Liebe zu Büchern und zur Stadt Leipzig weiterzutragen und ihr Wirken über heutige Generationen hinaus lebendig zu halten. Brigitte Hirschmann lebte viele Jahre in ihrer geliebten Stadt Leipzig, die sie für ihre Kinder mit ihnen verließ und bis zum letzten Tag auf eine gemeinsame Rückkehr hoffte. Leider war ihr das zu Lebzeiten nicht gegönnt.

Ihre letzte Ruhestätte fand sie im Familiengrab auf dem Friedhof in Leipzig Gohlis.

Abb. 3: Familiengrab Hirschmann, Leipzig-Gohlis

Vorbemerkung zur Neuausgabe

Das »Historische Bucharchiv« hat sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur Literatur vergangener Jahrhunderte zu sammeln, sondern diese zusätzlich aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Mit der Reihe »Auf historischen Spuren« werden heutiger Leser eingeladen, auf Entdeckungsreise zu gehen und Bücher eigener Vorfahren kennenzulernen. Zur Veranschaulichung dient sorgfältig ausgewähltes Bildmaterial. Sollten sich bei einer weiteren Recherche kleinere Irrtümer ergeben haben, wurden diese schonend bereinigt, um den Schreibstil des Verfassers möglichst unverändert zu lassen und den Sprachgebrauch der damaligen Zeit zu erhalten. Ebenfalls wurden Anpassungen hinsichtlich der Orthografie vorgenommen. Denn lange Zeit schrieb man nach Gefühl oder herrschenden Meinungen und gelegentlich ein Wort innerhalb eines Textes unterschiedlich. So verwundert es nicht, dass wir heute bspw. einen „Carl“ auch in der Schreibweise „Karl“ wiederfinden. Erst im Jahre 1880 veröffentlichte Konrad Duden das erste deutsche Wörterbuch, welches sich nachfolgend als allgemeingültiges Regelwerk etablierte. Abschließend finden sich, soweit vorhanden, jeweils Angaben zur Biografie des Verfassers, die mitunter den Kontext des Inhalts zusätzlich verdeutlichen.

Das Buch basiert auf:

Romantische Gemählde von Leipzig. Eine Folge von vier und zwanzig Prospecten gezeichnet und gestochen von Karl Benjamin Schwarz. Karl Tauchnitz, 1804.

Vorrede

Mehrere Künstler haben neuerlich einzelne Ansichten von Leipzig bearbeitet, aber keiner ist den Anlagen, wodurch der neueste Garten- und Baugeschmack die ganze Umgebung verschönert hat, Schritt für Schritt gefolgt, und immer hat das Publikum nur einzelne Blätter, nie eine Sammlung, wie die gegenwärtige, erhalten. Schon vor mehreren Jahren lieferte Herr Maler Schwarz eine Reihe von Ansichten dieser Stadt. Allein, abgerechnet, dass sich seine Platten seither völlig abnutzten, so hat auch das Ganze die ehemalige Gestalt so sehr verloren, ein so ganz anderes, neueres, besseres Werk ist daraus hervorgetreten, dass es jetzt dem Beobachter schwer werden würde, in mehreren, ich möchte sagen, in den meisten Blättern der gegenwärtigen Sammlung jene früher bearbeiteten Ansichten wieder zu erkennen. Sie zeichnet sich durch gewissenhafte Treue, soweit sie in einem kleinen Raum möglich ist, aus, und entspricht ihrem Endzweck, eine Hauptidee zu verschaffen, und das Andenken an diese schönen Anlagen bei ihren abwesenden Freunden auf das Lebhafteste zu erneuern, und zu erhalten.

Der von mir hinzugefügte Text wird der Erinnerung zu Hilfe kommen, und durch Einmischung historischer Angaben und lokaler Eigentümlichkeiten, sowie durch Vergleichungen zwischen jetzt und ehemals, diejenigen Lücken auszufüllen suchen, welche jede malerische Ansicht lässt. Wer mehr, als der enge Raum meiner Arbeit mir zu sagen erlaubt, über Leipzigs Entstehung, Ausbildung und innere Verhältnisse zu lesen wünscht, wird Leonhardis ausführliche Beschreibung dieser Stadt, die mit Recht für ein Archiv ihrer Denkwürdigkeiten gelten kann, nicht unbefriedigt aus der Hand legen.

Geschrieben in Schönefeld bei Leipzig, im April 1804.

K. L.

I. Das Grimmaische Tor

Der Weg von Dresden führt den Fremden durch dieses Tor nach Leipzig. Er kann sich der Stadt von dieser Seite nicht ohne vorzügliche Erwartungen nähern, die ihn keineswegs täuschen.

Schon einige Meilen vorher findet er eine ganz neue, mit großen Kosten aufgeführte, Kunststraße, wohl unterhalten, und von dem letzten Dorf, den sogenannten Kohlgärten, aus, durch doppelte Pappelreihen, und sehr bequeme Sandwege für Fußgänger verschönert. Alles verkündet vom weiten schon hohen Wohlstand, und selbst die Kultur der nächstgelegenen Felder, so wie die Wohnungen ihrer ländlichen Besitzer, unterstützen und vermehren diese Vorstellung. Ein großer, zusammenhängender Garten scheint jenes letzte Dorf, ehe man die äußerste Pforte der Grimmaischen Vorstadt erreicht, zu sein.

Wer als Fremder in Leipzig über Druck oder Anmaßung der Akzise-Beamten klagt, tut groß Unrecht: Ich kenne keine Stadt, wo das Untersuchungsgeschäft des Gepäckes eines Reisenden mit größerer Schonung, und minder lästig behandelt würde, als hier. Nach kurzem Aufenthalt tritt man ein. Der Grimmaische Steinweg, ein Teil der Vorstadt, mit mehreren schönen, und meistens großen Gebäuden, ist bald zurückgelegt, und jeden Neuankömmling, hinter dem nicht, wenn er reitet, nach Horazens Meinung, die schwarze Sorge auf dem Pferd sitzt, oder, wenn er fährt, ihren Platz an seiner Seite im Wagen behauptet, muss an einem heiteren Sommermorgen, oder bei der Annäherung des milden Abends von der Ansicht überrascht werden, in welcher sich ihm das Grimmaische Tor darstellt, und welche das vorliegende Bild nachahmt. Eine Querstraße durchkreuzt hier den breiten Hauptweg.

Schon hier beginnen gleichsam die wohlüberdachten Anlagen des ausgedehnten und gut gelungenen Naturgartens, der sich um einen großen Teil der Stadt hinzieht. Mehrere Blätter dieser Sammlung geleiten durch sie hindurch, und gewähren angenehme Erinnerungen an genossene Freuden. An beiden Seiten der Hauptstraße ziehen in der Mitte großer offener Plätze, zwei überaus herrliche Gras-Parthien von bedeutendem Umfang, und zirkelrunder Form das neugierige Auge auf sich. Diese heiteren, grünen Massen, von breiten, bequemen Sandgängen umgeben, werden von einem gedoppelten Kreis hoher Pappeln und Kastanienbäume beschattet.

Ein so großer freier Umfang vor den Toren einer Stadt, zwischen dieser und der Vorstadt, ist selten, auch zeichnet sich in dieser Hinsicht keines von den übrigen Stadttoren so vorteilhaft aus wie dieses. Der Zufluss von Menschen, welche in der Stadt Verrichtungen haben, oder aus ihr zurückkommen, ist in allen Stunden des Tages beträchtlich: Alles lebt, alles scheint geschäftig zu sein, und bei minderer Eile zu verlieren: Alles scheint den Wert des Augenblicks zu kennen! Der Fremde ahndet schon hier an der Menge ein- und auswandelnder Frachtfuhren die Betriebsamkeit einer Handelsstadt, so wie er von den schönen, wohlbespannten Karossen, die an ihm hin rollen, schon hier einen ahndenden Blick auf die Masse reicher Einwohner wagen darf. Aber die schönen ebenen Sandplätze und Zirkelgänge, um jene beiden großen Rasenteppiche her, ziehen zu allen Seiten eines schönen Frühlings- oder Sommertages viele Lustwandelnde hin, und werden ein sicherer Aufenthalt und Lustort spielender Knaben und Mädchen mit ihren Müttern und Wärterinnen, weil keinem Reiter oder Wagen der Zugang zu diesen breiten und gutgehaltenen Gängen erlaubt ist. Pappeln und Kastanienbäume, woraus die beiden großen Kränze bestehen, deren Stämme sich aus einem verhältnismäßigen Rasengürtel erheben, verraten ihr Wohlgedeihen durch einen prachtvollen Wuchs, den kein Gärtner Lobesan mit seiner gewaltigen Schere stört.

Die Anlage ist in einem großen Stil erfunden, und nirgends hat sich etwas Kleinliches in ihre Ausführung eingeschlichen: Anspruchslose Einfachheit verfehlt auch hier ihre bestimmte, wohlberechnete Wirkung nicht, und wer die Ansichten von Leipzig nur aus den Zeiten, vor der Umwandlung der ehemaligen Festungsreste kennt, wird hier recht fremd sein, und sich der Stadt gewiss nicht ohne gerechte Verwunderung nähern.

Das Grimmaische Tor, welches aus einem inneren und äußeren Portal besteht, entspricht dem Ganzen. Mit vollem Recht ist ihm, bei jenen Abänderungen, sein altes ehrwürdiges Gewand gelassen worden, das der innere Teil, mit dem zur Linken hervorragenden Turm, schon seit dem Jahr 1577, der Äußere aber seit 1688 trägt: Der Charakter von Festigkeit und Ausdauer, welcher den Werken alter Baukunst eigen ist, und sie achtbar macht, ist ihm geblieben, und seine sehr einfachen Verzierungen bewähren diesen Charakter noch mehr.