Salon der Unabhängigen - S. T. Hopper - E-Book

Salon der Unabhängigen E-Book

S. T. Hopper

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Beschreibung

Nachdem Stephen im Alltag schlagartig mit dem Tod konfrontiert wird, findet er sich in einem ungewöhnlichen Unternehmen wieder - dem ,Salon der Unabhängigen'. Noch bevor er weiß, wie ihm geschieht, wird er ein Teil einer Welt, in der mit dem Tod etwas anders umgegangen wird. Gemeinsam mit einem weiteren Leidensgenossen und den ,Undertaker' macht sich das Trio an ihre ungewöhnliche Arbeit...

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EPUB
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Seitenzahl: 47

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Kapitel 1 : Wäscheklammer

Kapitel 2 : Der Undertaker

Kapitel 3 : Olaf

Kapitel 4 : S.D.U

Kapitel 5 : Manfred, oder auch Manni

Kapitel 6 : Der erste Job

Kapitel 7 : Das erste Date

Kapitel 8 : Zufällige Leichen

Kapitel 9 : Keine Konfrontation

Kapitel 10 : Einfach Weitermachen

Kapitel 1: Wäscheklammer

Mann, diese blöde Kuh!, dachte sich Stephen. Natürlich benutzte man so einen laschen Ausdruck nicht mehr, wenn überhaupt dann nur ironisch. Aber für ihn stellte es bereits eine große Überwindung dar seine Freundin so zu nennen, da er nur aufrichtige Beziehungen führen wollte und somit jegliche Art der Beleidigung, besonders hinter ihrem Rücken, eine ziemlich unangenehme Situation darstellte.

Es war hinter ihrem Rücken, da er gerade alleine in der Waschküche Zeit verbrachte, die unten neben den Kellern von ihm selbst und der anderen Mieter situiert war. Tatsächlich verbrachte er Zeit dort unten, denn wenngleich auch das primäre Ziel war, seine fertige Wäsche aus der Waschmaschine herauszunehmen und dann aufzuhängen, genoss er die dort vorherrschende Privatsphäre, die Einsamkeit dort, zweifelsohne.

Es störte ihn, dass sie sich gerade stritten. Er war sauer. Man hatte sich soweit gegenseitig hochgetragen, dass es nun ein Streit war, der nun circa vierzig Prozent des Inhalts der bisherigen Beziehung beinhaltete und es somit einen bestimmten Streitpunkt, der als Hauptfeind fungierte, gar nicht mehr richtig identifizierbar war. Für ihn kam noch hinzu, sie waren noch nicht ganz ein Jahr zusammen, daher wirkte alles noch anstrengender und kräftezehrender.

Stephen hatte kein Aggressionsproblem. Doch irgendetwas veränderte sich bei ihm. Er merkte, wie er die noch nasse Wäsche unnötig hart quetschte und knetete. Darüber hinaus regte er sich viel zu viel über die vereinzelt kaputten Wäscheklammern auf, obwohl doch noch mehr als genug vorhanden waren.

Als er mit seiner Arbeit fertig wurde, waren seine launischen Gefühle aber noch nicht wirklich verarbeitet. Wie ein angehender Wahnsinniger - wofür er sich schon währenddessen etwas schämte - boxte er in die Luft, wirbelte mit den Armen und tat sich beinahe selbst weh, indem er die kaputten Wäscheklammern in seiner Hand zu zerquetschen versuchte. All das war sehr ungewöhnlich für ihn.

Aus Gründen der Privatsphäre schloss er die Tür zum Waschraum; aber nie ganz, da es zu aufregend wäre, wenn jemand plötzlich hereinkäme und dafür die metallene Tür vollständig aufreißen müsste. Er ließ sie nur einen Spalt offen, um potentielle Störenfriede frühzeitig zu entdecken.

Er war nun fast an der Tür, griff allerdings noch nicht danach (dafür war er mit seinen launischen, hektischen Gesten noch zu sehr beschäftigt), als plötzlich schnelle, laute Schritte in seinem Gehör aufkamen und die Tür sofort danach so blitzartig aufgeschlagen wurde, dass Stephen in diesem Moment kognitiv nicht in der Lage war, den Befehl zur Beendigung seiner derzeitigen Bewegung geben konnte.

Dies wäre allerdings besser gewesen. Der Mann stürzte fast hinein, nachdem die Tür Stephen glücklicherweise um nur wenige Zentimeter verfehlt hatte. Jedoch wurde gerade noch die letzten Boxbewegungen ausgeführt und anstatt seine Hand die Tür hätte treffen können, bekam es nun der unbekannte Mieter, ein Mann, vor ihm ab. Soweit so gut, hätte dies die volle Eskalation der ungewöhnlichen Situation dargestellt, die mit einfachem Aufhängen der Wäsche begonnen hatte. Tatsächlich befand sich aber in Stephens Hand einer der erwähnten, kaputten Wäscheklammern, überwiegend aus zwei Gründen: Müll schmeißt man weg und wütende Ausbrüche fühlen sich mit spitzen Gegenständen besser an.

Und so bohrte sich die Spitze, und das sogar mit einer gewissen Wucht, in den Hals des Unbekannten. Stephen, dessen Verstand erst eine Sekunde brauchte, um dies zu realisieren und zu verarbeiten, hielt sie kurz noch mit gestreckten Arm an Ort und Stelle, bevor er sie fast instinktiv wieder zügig herauszog.

Eine Mischung aus Fontäne und beständigem Fluss aus Blut waren infolgedessen zu beobachten, während der unbekannte Mann, als man ihn währenddessen betrachtete, keine anderen, eigenen Lebenszeichen oder Bewegungen mehr von sich gab. Als Stephen nun gehörig vom Blut abbekommen hatte, weil die Entfernung schlichtweg zu kurz war, fiel der Mann zu Boden, mit einem mächtigen BUMMMS und darauffolgenden, kurzem Gezittere und Gezucke. Danach floss noch etwas mehr Blut, aber Stephen erreichte schon den Höhepunkt in der Erfassung seiner Situation, während er mit leicht geneigtem Kopf auf dem unbekannten Mann herabsah:

,,Ach … Du … Scheiße.’’

Kapitel 2: Der Undertaker

Der Mann, der nun vor ihm stand, war von besonderer Erscheinung. Er war groß, schmal, aber mit breiten Schultern und trug einen alten Ledermantel sowie einen vergleichsweise unauffälligen Hut, der einen großen Teil seines Bob-Haarschnittes, seiner dunklen Harre, verdeckte.

Der junge Mann neben ihm wirkte dagegen wie ein kleiner Junge. Etwas zu viel auf den Rippen, eine Körpergröße die leicht unter dem Durchschnitt lag und Klamotten, die von einem größeren Geschwisterteil sein konnten, wobei man nicht genau identifizieren konnte, ob es sich dabei um einen Bruder oder einer Schwester handelte.

Da sie sich nicht erst genähert hatten, sondern schon vor Stephen standen, als er sie bemerkt hatte, ließe sich ein Wortwechsel nur schwerlich hinauszögern.

,,Ha- Hallo!’’, sagte der, der aussah wie ein kleiner Junge.

,,H- Hi!’’, erwiderte Stephen. Beide waren sichtlich nervös und überfordert.

Der große, dunkelhaarige Mann kniete schon über der frischen Leiche und schien sie zu analysieren. Dann schaute er Stephen an.

,,Was ist das?’’

,,Das … D- Das ist … ich bin mir noch nicht-’’

,,Junge, das ist ganz klar eine Leiche. Das ist mir schon klar geworden. Nur weißt du, was das vor allem ist? Eine Sauerei!’’

,,Eine Sauerei?’’, fragte Stephen perplex nach.

,,Ja, selbstverständlich! Dieser Klient war unser Auftrag. Und als wäre das nicht genug, war es weder ein Unfall, noch Selbstmord. Und jetzt steckst du auch noch mittendrin.’’

,,W- Wo stecke ich drin?’’